Übersicht der TI-Fachanwendungen
Schrittweiser Ausbau der Telematikinfrastruktur
TI-Installation – wie viel Geld steht mir zu?
Welche Erstattungsbeträge Sie konkret bekommen, hängt nach der seit dem 1. Juli 2023 gültigen Neuregelung davon ab, wie viele Ärzte/Psychotherapeuten in Ihrer Praxis arbeiten. Alle Euro-Beträge zu den TI-Finanzierungspauschalen finden Sie übersichtlich aufgelistet unter:
Verpflichtung zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur + VSDM
Beim Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) wird ein Online-Abgleich der Patientendaten mit den von der Krankenkasse auf der Versichertenkarte hinterlegten Informationen durchgeführt. Dies geschieht automatisch, wenn die elektronische Gesundheitskarte (eGK) über das stationäre Lesegerät eingelesen wird. Der Abgleich muss beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal durchgeführt werden.
Kommunikation im Medizinwesen (KIM)
Mit dem Kommunikationsdienst KIM ist es für alle Akteure des Gesundheitswesens möglich, medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur zu versenden und zu empfangen. Der Dienst ermöglicht weitere Anwendungen wie den eArztbrief und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU).
Elektronischer Arztbrief über KIM – eArztbrief
Für den seit 1. März 2024 verpflichtenden Versand und Empfang der eArztbriefe hat der Gesetzgeber besondere Sicherheitsanforderungen gestellt. Praxen müssen dafür den Kommunikationsdienst KIM einsetzen, der von der gematik für die Telematikinfrastruktur zugelassen wird.
Elektronische Patientenakte
Die elektronische Patientenakte (ePA) ist der digitale Speicherort für Gesundheitsdaten von Versicherten. Sie ermöglicht den einrichtungsübergreifenden Austausch medizinischer Dokumente und Informationen und unterstützt so die Behandlung. Versicherte erhalten die ePA grundsätzlich automatisch von ihrer Krankenkasse und entscheiden selbst über die Nutzung sowie den Zugriff auf ihre Daten.
Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)
Mit der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wird der erste – bisher papiergebundene – Prozess digitalisiert. Die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist für Vertragsärzte verpflichtend.
Elektronisches Rezept – eRezept
Das elektronische Rezept (eRezept) ist ein weiterer Schritt zur Digitalisierung bisher papiergebundener Prozesse. Die elektronische Übermittlung des Rezeptes ist seit 1. Januar 2024 verpflichtend.
Elektronische Ersatzbescheinigung (eEB)
Die elektronische Ersatzbescheinigung (eEB) ermöglicht es, die Daten eines Versicherten ohne Versichertenkarte bei der Krankenkasse anzufordern. Dieser Vorgang kann sowohl durch den Patienten (mittels Versicherten-App der Krankenkasse) sowie durch die Praxis (über das Praxisverwaltungssystem) ausgelöst werden. Die Daten werden dann als KIM-Nachricht an die Praxis übermittelt.
Elektronische Verordnung digitaler Gesundheitsanwendungen (eVDGA)
Die eVDGA ermöglicht die elektronische Verordnung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) über die Telematikinfrastruktur. Sie unterstützt einen medienbruchfreien Verordnungsprozess und vereinfacht die sichere Übermittlung der Verordnungsdaten.
TI-Messenger (TIM)
Der TI-Messenger (TIM) ist ein sicherer Kurznachrichtendienst innerhalb der Telematikinfrastruktur. Er ermöglicht den datenschutzkonformen Austausch von Sofortnachrichten und Dokumenten zwischen den an die TI angeschlossenen Akteuren.
Elektronischer Medikationsplan (eMP)
Der elektronische Medikationsplan (eMP) unterstützt die strukturierte digitale Dokumentation der Medikation eines Patienten. Er erleichtert den Überblick über verordnete Arzneimittel und trägt dazu bei, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern. Beim eMP ist zu beachten, dass dieser im Rahmen des digital gestützten Medikationsprozesses in die Weiterentwicklung der ePA integriert wird. Die Umsetzung erfolgt über die entsprechenden gematik-Spezifikationen und die Konformitätsbewertung der beteiligten Systeme.
Notfalldatenmanagement (NFDM)
Das Notfalldatenmanagement (NFDM) ermöglicht den Zugriff auf wichtige notfallrelevante Informationen, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert sind. Dazu gehören beispielsweise Diagnosen, Allergien, Unverträglichkeiten sowie Hinweise auf regelmäßig eingenommene Medikamente. Diese Informationen können im medizinischen Notfall eine wichtige Unterstützung sein.