Elektronische Patientenakte (ePA)

Fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation

In der elektronischen Patientenakte (ePA) können Gesundheitsdaten des Patienten eingetragen werden – und damit den behandelnden Ärzten und Therapeuten eine fall- und einrichtungs­übergreifende Dokumentation aufzeigen.

Dabei ist die ePA eine patientengeführte Akte: Nur der Patient entscheidet, ob und wie er die Akte nutzen und wem er welche Daten zur Verfügung stellen möchte; z. B. indem er bestimmt, welche Dokumente in der ePA gespeichert und welche wieder gelöscht werden. Seit dem 1. Januar 2021 bieten die gesetzlichen Krankenkassen die ePA der 1. Stufe ihren Versicherten als freiwilligen Service an.

ePA: Finanzierungspauschalen sichern und Sanktionen vermeiden

Vorsicht ePA-Sanktionen

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Praxen ab 1. Juli 2021 über die Voraussetzungen für die elektronische Patientenakte (ePA) verfügen müssen. Andernfalls droht 1 Prozent Honorarkürzung. Mehr erfahren »

Folgende Patientendaten können in der ePA gespeichert werden:

  • Befunde (z. B. Allergologie- und Laborbefunde)
  • Diagnosen
  • Impfungen
  • Behandlungsberichte
  • Therapie-, Foto-, Pflegedokumentationen
  • Patienteninformationen
  • Schwangerschafts- und Geburtsdokumentationen

Vertragsärzte und -psychotherapeuten müssen bis 1. Juli 2021 über die für den Zugriff auf die ePA erforderlichen Komponenten und Dienste verfügen.

Technische Voraussetzungen

Damit die ePA 1.0 in der Praxis genutzt werden kann, sind folgende technische Voraussetzungen notwendig:

  • Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI)
  • Update des TI-Konnektors auf den ePA-Standard (PTV 4)
  • ePA-Modul im Praxisverwaltungssystem (PVS)
  • elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) der 2. Generation über LÄK  oder LPK

Finanzierung und Vergütung

Folgende Erstattungsbeträge sind vorgesehen:

  • 400 Euro für das Update zum ePA-Konnektor (einmalig)
  • 150 Euro für die PVS-Anpassung (einmalig)
  • 4,50 Euro für die laufenden Betriebskosten (je Quartal)

Der Nachweis, dass Ihre Praxis die Voraussetzungen für die EPA erfüllt, erfolgt automatisch über Ihre Abrechnungsdatei Quartal 2021/3. Die Information über das Vorliegen der Konnektor-Version ePA und des ePA-Moduls im PVS wird hier automatisch übermittelt und dient uns als Beleg für die Auszahlung der Pauschalen bzw. die Umsetzung der Sanktionen. Sie müssen keine Rechnungen oder sonstigen Unterlagen bei uns einreichen und bekommen Ihr Geld automatisch mit der Abschlusszahlung.

Sind die technischen Voraussetzungen erfüllt, stehen als finanzielle Förderung gemäß dem Patientendatenschutzgesetz (PDSG) der Praxis für die Erstbefüllung eine einmalige Vergütung von zehn Euro für das Jahr 2021 bereit.

Die Vergütung ab dem 1. Januar 2022 wird zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband im Bundesmantelvertrag geregelt. Mehr Details liefert die KBV-Praxisinfo: elektronische Patientenakte (ePA)

Die Einführung der ePA hat der Gesetzgeber in mehrere Stufen unterteilt. In jeder Stufe werden weitere Funktionen, Akteure oder Anbindungen hinzukommen:

ePA-StufeDatumFunktionen/Anbindung
ePA 1.1  

seit 1. Januar 2021

flächendeckende Digitalunterstützung der Arzt-Patienten-Beziehung 
ePA 2.0  ab 1. Januar 2022weitere Berufsgruppen (Physiotherapeuten, Hebammen)
ePA 3.0 ab
Januar 2023
Datenfreigabe für Forschungszwecke, eRezept, Bilddateien
ePA 4.0ab
Januar 2024
Möglichkeit für die Anbindung grenzüberschreitender eHealth-Anwendungen
Letzte Aktualisierung: 15.07.2021