EBM

Weiterentwicklung des Hausarzt- und Facharzt-EBM

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) wird stetig weiterentwickelt.

Hinweis

Die Leistungsbeschreibungen sind zusammengefasst bzw. verkürzt angegeben.
Es gelten die vom Bewertungsausschuss (BA) beschlossenen und im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Wortlaute.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Juli 2020

Übermittlung von elektronischen Arztbriefen (eArztbriefen)

Es gelten gemäß Vorgabe durch die Bundesebene ab 1. April 2020 und 1. Juli 2020 folgende Regelungen für die Vergütung: Die beiden GOPs 86900 und 86901 bleiben unverändert für den Versand und den Empfang eines eArztbriefes. Ab 1. April 2020 gilt für die beiden Pauschalen 86900 und 86901 ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt.

Ab 1. Juli 2020 (vorerst begrenzt bis 30. Juni 2023) wird eine zusätzliche Pauschale durch die GOP 01660 mit der derzeitigen Bewertung von 10,99 ct (1 Punkt) für den Versand eines eArztbriefes eingeführt. Diese unterliegt nicht dem Höchstwert von 23,40 Euro und wird jedem Ansatz der GOP 86900 durch die KV hinzugefügt.

GOPLeistungsinhaltBewertung
86900Versand eines eArztbriefes28 Cent
86901Empfang eines eArztbriefes27 Cent
01660Zuschlag zu GOP 86900
Hinzufügung durch KV
10,99 Cent
1 Punkt extrabudgetär
KIM-Pauschale23,40 Euro je Quartal
KIM-Einrichtungspauschale100 Euro einmalig bei Nachweis

Zusätzlich erhalten alle Praxen ab 1. April 2020 eine pauschale Erstattung der laufenden Kosten des sicheren Übermittlungsdienstes KIM (Kommunikation im Medizinwesen) in Höhe von 23,40 Euro je Quartal (nicht zu verwechseln mit dem oben genannten Höchstwert) – unabhängig davon, ob dieser Dienst bereits in der Praxis eingerichtet wurde oder nicht. Für die nachgewiesene Ersteinrichtung des Dienstes erhält die Praxis zusätzlich 100,00 Euro Einrichtungspauschale. Bis zur Einrichtung von KIM ist KV-Connect weiterhin nutzbar. Über das Verfahren zur Beantragung der Einrichtungspauschale werden wir gesondert informieren.

Kostenpauschalen für den Post- und Faxversand

Die Kostenpauschalen für den Post- und Faxversand wurden zum 1. Juli 2020 neu geregelt. Kostenerstattungen für die Anfertigung von Kopien entfallen. Die Porto- und Kopierkostenpauschalen 40120 bis 40126 und 40144 werden gestrichen und in die Bewertung von Leistungsgebührenordnungspositionen überführt (Absatz 7.1 Allgemeine Bestimmungen EBM). Porto z. B. für die postalische Versendung von Briefen wird zukünftig einheitlich je Brief durch die Kostenpauschale 40110, Faxe durch die Kostenpauschale 40111 erstattet.

Beide Pauschalen unterliegen einem gemeinsamen arztgruppenspezifischen Höchstwert je Arzt und Quartal: Die Bewertung der durch die Bundesebene vorgegebenen neuen GOPs richtet sich nach dem historischen Ansatz der bisherigen Portogebühren. Durch die Degression der Höchstwerte soll die komplette Digitalisierung des Berichtswesens umgesetzt werden.

Ab 1. Juli 2020 (vorerst begrenzt bis 30. Juni 2023) wird deshalb für den Versand eines eArztbriefes eine zusätzliche Pauschale von derzeit 10,99 ct (GOP 01660, 1 Punkt) eingeführt. Diese unterliegt nicht dem Höchstwert von 23,40 Euro und wird jedem Ansatz der GOP 86900 durch die KV hinzugefügt (mehr erfahren »).

GOPLeistungsinhaltBewertung
40110Kostenpauschale für Versendung/Transport eines Briefes und/oder schriftlicher Unterlagen0,81 Euro
40111Kostenpauschale für Übermittlung eines Telefaxes0,10 Euro

ab 01.07.2021:
0,05 Euro

Die arztgruppenspezifischen Höchstwerte je Arzt und Quartal für die GOP 40110 und 40111 gelten gemäß der folgenden Tabelle:

ArztgruppeHöchstwerte in Euro
ab 01.07.2020ab 01.07.2021ab 01.07.2022
34,8323,495,67
38,8826,736,48
38,8826,736,48
29,9720,254,86
42,1229,167,29
115,0279,3819,44
45,3631,597,29
68,8546,9811,34
53,4636,458,91
93,9664,8016,20
198,45136,8934,02
239,76165,2441,31
294,03202,5051,03
264,06181,4445,36
278,64191,9747,79
309,42213,0353,46
Nephrologie126,3686,6721,87
367,74253,5363,18
317,52218,7055,08
22,6815,393,24
23,4916,204,05
149,04102,8725,92
405,81279,4569,66
150,66103,6825,92
108,5474,5218,63
51,8435,648,91
141,7598,0124,30
5,674,050,81
6,484,050,81
445,50306,9976,95
133,6592,3422,68
140,9497,2024,30
73,7151,0312,15

Kostenpauschalen für endoskopische Zusatzinstrumente zur Einmalnutzung

Für endoskopische Zusatzinstrumente zur Einmalnutzung werden zum 1. Juli folgende drei neue Kostenpauschalen für Einmalmaterialien in den EBM (Abschnitt 40.9) aufgenommen, um die für Vertragsärzte erforderliche Umstellung auf Einmalprodukte abzubilden (mehr erfahren »):

  • 40460: Kostenpauschale bei Verwendung einer Einmal-Hochfrequenzdiathermieschlinge
  • 40461: Kostenpauschale bei Verwendung einer Einmal-Probenentnahmezange
  • 40462: Kostenpauschale bei Verwendung eines Clips inkl. Einmal-Endo-/Hämo-Clipapplikator, je Clip

Systemische Therapie

Als viertes Richtlinien-Verfahren ergänzt die Systemische Therapie das psychotherapeutische Behandlungsangebot. Für die Abrechnung wurden neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Einzel- und Gruppentherapie in das Kapitel 35 aufgenommen..

Für eine Genehmigung weisen Ärzte ihre Fachkunde in Systemischer Therapie bei Erwachsenen in der Regel mit einem Weiterbildungszeugnis nach, Psychologische Psychotherapeuten mit einem Approbationszeugnis beziehungsweise über die entsprechende Zusatzbezeichnung (mehr erfahren »).

Für die Systemische Therapie gelten die gleichen Vorgaben hinsichtlich Antrags- und Gutachterpflicht wie für die anderen Verfahren. Alle Indikationen der Psychotherapie-Richtlinie dürfen mit Systemischer Therapie behandelt werden.

Systemische Therapie: Übersicht der neuen GOP

Einzeltherapie

Systemische TherapieGOPBewertung (je vollendete 50 Min.)
Kurzzeittherapie 135431

101,30 €
922 Punkte

Kurzzeittherapie 235432
Langzeittherapie35435

Gruppentherapie

Anzahl
Teilnehmer
GOP
KZT
GOP
LZT

Bewertung (je Teilnehmer/100 Min.)
33570335713100,64 €
916 Punkte
4357043571484,82 €
772 Punkte
5357053571575,37 €
686 Punkte
6357063571669,00 €
628 Punkte
7357073571764,38 €
586 Punkte
8357083571861,09 €
556 Punkte
9357093571958,45 €
532 Punkte

Neue Antragsformulare für Psychotherapie

Sämtliche Antragsformulare der Psychotherapie wurden angepasst. Ab 1. Juli 2020 müssen die neuen Formularvordrucke verwendet werden. Alte Vordrucke dürfen nicht aufgebraucht werden. Die neuen Formblätter können bereits jetzt beim Kohlhammer-Verlag bestellen (mehr erfahren »).

Die Anpassungen betreffen im Wesentlichen die Neuaufnahme der Systemischen Therapie als Therapieform. Die Formblätter PTV 2 und 12 werden um ein Ankreuzfeld für das Vorliegen einer Diagnose F70 bis F79 ergänzt. PTV 11 erhält ein Feld für den Druck eines Codes bei Terminvermittlung über die Terminservicestelle. 

Das Formblatt PTV 12 wird nur noch zur Anzeige einer Akutbehandlung und nicht mehr zur Anzeige des Therapieendes genutzt. Der Durchschlag für den Patienten fällt weg.

Therapieende: Zusatz-GOP statt Formular

Psychotherapeuten melden das Ende einer Therapie zukünftig nicht mehr über das Formular PTV 12, sondern durch Angabe einer der folgenden Zusatz-GOP zusammen mit der letzten Therapiesitzung. Ab dem 3. Quartal sind die Zusatz-GOP in der Praxissoftware hinterlegt und werden im Rahmen der Abrechnung übertragen.

Zusatz-GOP Therapieende

  • 88130 Beendigung einer Therapie ohne anschließende Rezidivprophylaxe
  • 88131 Beendigung einer Therapie mit anschließender Rezidivprophylaxe

Psychotherapeutische Akutbehandlung: Mehr Stunden für Bezugspersonen

Werden Bezugspersonen mit in die Akutbehandlung von Kindern und Jugendlichen sowie von Menschen mit geistiger Behinderung einbezogen, stehen für die Therapie ab Juli 2020 mehr Stunden zur Verfügung.

Der Therapieumfang wird um bis zu sechs zusätzliche Einheiten à 25 Minuten erhöht. Damit ist die Akutbehandlung für diese Personengruppen bis zu 30-mal statt wie bisher 24-mal im Krankheitsfall möglich, um Bezugspersonen einbeziehen zu können.

Der Bewertungsausschuss hat dafür die entsprechende Gebührenordnungsposition 35152 im Abschnitt 35.1 des EBM angepasst und damit eine Änderung der Psychotherapie-Vereinbarung nachvollzogen.

Damit gelten in der Akutbehandlung dieselben Regelungen wie bisher schon in der Richtlinien-Psychotherapie: Für jeweils vier Einheiten des Patienten kommt maximal eine Einheit für den Einbezug der Bezugspersonen dazu.

Kardiale Implantate: neue Zuschläge im EBM

Um die Kosten für die Miete von Programmier- und Auslesegeräten kardialer Implantate besser abzubilden, wurden zum 1. Juli 2020 neue Zuschläge (GOP 04417 und 13577) in den EBM aufgenommen. 

Die Zuschläge sind mit 40 Punkten bewertet und werden bei folgenden Fachärzten entsprechend von der KV zugesetzt:

  • Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Kinder-Kardiologie
    (auf jede Leistung nach den GOP 04411, 04413 und 04415)
  • Fachärzte für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie und Vertragsärzte mit einer entsprechenden Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung
    (auf jede Leistung nach den GOP 13571, 13573 und 13575)

Nierenersatztherapie: Zuschlag für Dokumentationsaufwand

Für den Dokumentationsaufwand zur Qualitätssicherung bei der Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen können Vertragsärzte ab 1. Juli 2020 einen Zuschlag abrechnen. Damit soll der Aufwand vergütet werden, der mit der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung verbunden ist.

Durch die Aufnahme des Verfahrens Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET) in die Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) hat sich der Dokumentationsaufwand erhöht. Deshalb wird eine neue Dokumentationsleistung (GOP 04567 und 13603) in den EBM aufgenommen.

  • Die neuen GOP sind Zuschläge im Zusammenhang mit den Zusatzpauschalen zur kontinuierlichen Betreuung eines dialysepflichtigen Patienten (GOP 13602 bzw. 04562). 
  • Sie sind mit 120 Punkten bewertet und 
  • einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig. 
  • Die Vergütung der Leistungen erfolgt extrabudgetär.

Die  Zuschläge werden bei folgenden Fachärzten entsprechend von der KV zugesetzt:

  • Fachärzte für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung „Nephrologie“ und/oder von Vertragsärzte, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben
  • Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Nephrologie, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben

Der Beschluss des Bewertungsausschusses ist zunächst befristet bis zum 30. September 2021. Der Bewertungsausschuss prüft bis spätestens zum 30. Juni 2021, ob eine Verlängerung beziehungsweise eine Anpassung in den Regelungen des Beschlusses erforderlich ist.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. April 2020

EBM-Reform 2020

Nach mehrjährigen Verhandlungen haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband auf eine „kleine“ EBM-Reform geeinigt. Neben einigen strukturellen Änderungen wurde die Bewertung aller Leistungen überprüft und an die aktuelle Kostenstruktur angepasst. Ein Ziel ist es, die sprechende Medizin zu fördern. Der neue EBM gilt ab 1. April 2020.

Was sich für Ihre Fachgruppe ändert:

 EBM-Reform »

KVBW-Vorstand: Rundbrief zu Honorar & EBM 2020

KBV: Themenseite zur EBM-Weiterentwicklung

Psychotherapie: Höhere Vergütung für Kurzzeittherapien

Seit 1. April werden die ersten zehn Sitzungen einer Kurzzeittherapie im Schnitt um 15 Prozent besser vergütet. Voraussetzung ist, dass Sie die Mindestsprechzeit gemäß § 19a Abs. 1 der Zulassungsverordnung einhalten. Um die Zuschläge abrechnen zu können, melden Sie uns gegebenenfalls Sprechzeiten in ausreichendem Umfang (25 Stunden pro Woche bei vollem Praxissitz, bei halbem Sitz die Hälfte) über unser Online-Meldeformular nach.

Diese Besservergütung erfolgt über Zuschläge zu den entsprechenden Gebührenordnungspositionen (GOP) der Richtlinientherapie. Der Zuschlag wird auch auf Einzeltherapien per Videosprechstunde gezahlt. Die Zuschläge sind sowohl für die GOP der KZT1 als auch der KZT2 insgesamt zehnmal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Für Einzel- und Gruppentherapien stehen folgende GOP zur Verfügung:

GOPLeistungsinhaltBewertung
35591Zuschlag zu den GOP 35401, 35402, 35411, 35412, 35421, 35422 der Einzeltherapie15,27 Euro, 139 Punkte 
35593Zuschlag zu den GOP 35503, 35523, 35543 der Gruppentherapie15,16 Euro, 138 Punkte
35594Zuschlag zu den GOP 35504, 35524, 35544 der Gruppentherapie12,75 Euro, 116 Punkte
35595Zuschlag zu den GOP 35505, 35525, 35545 der Gruppentherapie11,32 Euro, 103 Punkte
35596Zuschlag zu den GOP 35506, 35526, 35546 der Gruppentherapie10,44 Euro, 95 Punkte
35597Zuschlag zu den GOP 35507, 35527, 35547 der Gruppentherapie9,67 Euro, 88 Punkte
35598Zuschlag zu den GOP 35508, 35528, 35548 der Gruppentherapie9,23 Euro, 84 Punkte
35599 Zuschlag zu den GOP 35509, 35529, 35549 der Gruppentherapie8,79 Euro, 80 Punkte
  • Vorerst müssen Sie die Zuschlags-GOP zusammen mit den jeweiligen Therapie-GOP abrechnen. Voraussichtlich ab dem 4. Quartal 2020 setzen wir die Zuschläge automatisch zu.
  • Die Zuschläge greifen auch dann, wenn zuvor bereits eine Akutbehandlung stattgefunden hat.
  • Der Zuschlag wird auch auf Einzeltherapien per Videosprechstunde gezahlt.
  • In der Übergangsphase gilt: Sind bereits vor dem 1. April 2020 Leistungen der KZT abgerechnet worden, muss diese Anzahl von den zehn zu kennzeichnenden Leistungen abgezogen werden. Beispiel: im März wurden bereits sechs KZT1-Sitzungen abgerechnet. Im April 2020 können dann für die vier weiteren Sitzungen die Zuschläge abgerechnet werden.

Gruppentherapie Psychotherapie: „halbe” Sitzungen berechnungsfähig

Psychotherapie: die Gruppentherapie (GOP 35503 bis 35509 und 35513 bis 35519) ist seit 01.04.2020 auch für „halbe” Sitzungen (mindestens 50 Minuten Dauer) berechnungsfähig. Die Vergütung wird in diesem Fall jeweils um 50% reduziert.

Die „halben” Sitzungen sind mit dem Buchstaben H bzw. Z bei Einbeziehung einer Bezugsperson zu kennzeichnen.  

Wichtige EBM-Änderungen und Abrechnungsinformationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2

Kennzeichnung, Kodierung, Labor und Abrechnung bei Corona

1. Kodiernummer 88240 zur Kennzeichnung eines Patientenfalles 

Soweit Patienten in der Praxis mit klinischem Verdacht oder nachgewiesener Infektion auf das Coronavirus behandelt werden, ist jeder Behandlungstag des Patienten mit der Kodiernummer 88240 zusätzlich zu den ärztlichen Leistungen zu kennzeichnen.

Nur so ist es möglich, den besonderen Behandlungsbedarf im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit gegenüber den Krankenkassen nachzuweisen und die Erstattung der Behandlungskosten zu bewirken. Nicht nur die Hausarztpraxis, die den Abstrich macht, sollte die 88240 angeben, sondern auch die Laborpraxis, die die Laboruntersuchung abrechnet.

2. Kennnummer 32006 für Untersuchungsindikation Coronavirus bei Veranlassung der Laboruntersuchung 

Bei Veranlassung einer Laboruntersuchung für den Nachweis des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) ist die Laborkennnummer 32006 an jedem Behandlungstag zu dokumentieren. Damit ist sichergestellt, dass die Laboruntersuchung zum Nachweis das Laborbudget nicht belastet.

Die Untersuchungsindikation können nach ärztlichem Ermessen gestellt werden. Die Krankenkassen übernehmen in jedem Fall die Kosten für die Laboruntersuchung. Aus diesem Grunde wurde die Abrechnungshäufigkeit auf einmal am Behandlungstag geändert.

3. ICD-Kodierung U07.1 und U07.2 für Coronavirus-Krankheit

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 gibt es eigene Diagnoseschlüssel: 

  • U07.1 G COVID-19: Virus nachgewiesen
    Wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist
  • U07.2 G COVID-19: Virus nicht nachgewiesen
    Wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber nicht durch Labortest nachgewiesen ist.
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    Wenn ein Labortest auf COVID-19 negativ ausfällt (bei asymptomatischen Tests zusammen mit dem ICD-Kode Z11 G „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten“ anzugeben.)

Bei den COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben. 

Nur Zusatzkennzeichen „G“ 

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

 4. Laboruntersuchung nach GOP 32811 und 32816 zum Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2

GOPBezeichnungBewertung
32811

Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App

obligater Leistungsinhalt

  • Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat))

einmal am Behandlungstag

39,40 Euro
32816

Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 mittels RTPCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung)

obligater Leistungsinhalt
  • Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat))
fakultativ
  • Untersuchung von Material der tiefen Atemwege (bronchoalveoläre Lavage, Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert) und/oder Trachealsekret)

einmal am Behandlungstag

39,40 Euro

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Januar 2020

Terminservicestelle: Vergütungsregelungen für TSS-Termine leicht angepasst

Für Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter erhalten Ärzte ab Januar nun doch einen Aufschlag, wenn der Termin zeitnah über die Terminservicestelle (TSS) vermittelt wurde. Für Ermächtige werden zwei neue GOP in den EBM aufgenommen: als Zuschläge für Patienten, die über die TSS vermittelt werden.

Zuschlag für TSS-Termin zur U-Untersuchung 

Wenn ein zeitnaher Termin von der TSS vermittelt wurde und am Behandlungstag ausschließlich eine U-Untersuchung erfolgt, kann die Zuschlags-GOP 01710 abgerechnet werden.

Die Höhe der Bewertung der GOP 01710 ist wie bei den anderen TSS-Zuschlägen abhängig von der Wartezeit auf einen Termin:

BuchstabeZeitraum ab Kontaktaufnahme bei der TSS bis zum BehandlungstagGOP 01710 – Bewertung
B1. bis 8. Tag114 Punkte
C9. bis 14. Tag68 Punkte
D15. bis 35. Tag45 Punkte


Hinweise zur Abrechnung

  • Die GOP kann nur in Fällen abgerechnet werden, in denen Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des EBM-Abschnitts 1.7.1 durchgeführt werden und der Termin über eine Terminservicestelle vermittelt wurde.
  • Die GOP kann nicht abgerechnet werden, wenn Termine für Laboruntersuchungen oder die J1 vermittelt wurden.
  • Am selben Behandlungstag dürfen weder kurative Leistungen durchgeführt noch eine Versicherten- oder Grundpauschalen berechnet werden, an anderen Tagen im Quartal hingegen schon (alle Leistungen im Arztgruppenfall werden dann extrabudgetär vergütet).
  • Die GOP ist einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Das heißt: Sie ist nicht berechnungsfähig, wenn das Kind in demselben Quartal in derselben Praxis bereits von einem Arzt der Arztgruppe, die die Früherkennungsuntersuchung durchführt, behandelt wurde.
  • Kennzeichnung als TSS-Terminfall und nach Zeitraum ab Kontaktaufnahme mit den Buchstaben B, C und D.

TSS-Zuschläge auch für ermächtigte Ärzte

Für ermächtige Ärzte, Institute beziehungsweise Krankenhäuser, die ausgewählte Leistungen ambulant durchführen, werden neue Zuschlags-GOP in den EBM aufgenommen:

  • GOP 01322 als Zuschlag zur Grundpauschale I für ermächtigte Ärzte, Institute und Krankenhäuser (GOP 01320)
  • GOP 01323 als Zuschlag zur Grundpauschale II für ermächtigte Ärzte, Institute und Krankenhäuser (GOP 01321)
  • Beide GOP sind für Patienten, die über die TSS vermittelt werden, einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Die Höhe der Bewertung ist analog zu den anderen TSS-Zuschlägen nach der Länge der Wartezeit auf einen Termin gestaffelt.
BuchstabeZeitraum ab Kontaktaufnahme des Versicherten bei der TSS bis zum BehandlungstagGOP 01322/01323 – Bewertung
B1. bis 8. Tag50 % der jeweiligen Grundpauschale
C9. bis 14. Tag30 % der jeweiligen Grundpauschale
D15. bis 35. Tag20 % der jeweiligen Grundpauschale

Erster Zähltag ist in beiden Fällen (U-Untersuchungen und Ermächtigte) der Tag der Kontaktaufnahme des Patienten bei der TSS.

„Zuschläge“ statt „Zusatzpauschalen“

Eine weitere Anpassung betrifft die Bezeichnung der Aufschläge im EBM: Sie werden von „Zusatzpauschalen“ in „Zuschläge“ umbenannt.

Früherkennung Zervix-Karzinom

Zum Start des organisierten Programms für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs werden im EBM mehrere neue Leistungen aufgenommen.

GOP Beschreibung Bewertung
Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und des Genitales gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie
01760 Klinische Untersuchung 159 Punkte / 17,47 Euro
Primärscreening zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme
01761 Klinische Untersuchung 179 Punkte/ 19,67 Euro
01762 Zytologische Untersuchung 81 Punkte / 8,90 Euro
01763 HPV-Test 171 Punkte / 18,79 Euro
Abklärungsdiagnostik zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme
01764 Abklärungsdiagnostik mit Abstrichentnahme 67 Punkte / 7,36 Euro
01765 Abklärungskolposkopie zur Abklärung auffälliger Befunde 658 Punkte / 72,30 Euro
01766 Zytologische Untersuchung 288 Punkte / 31,64 Euro
01767 HPV-Test 171 Punkte / 18,79 Euro
01768 Histologische Untersuchung 248 Punkte / 27,25 Euro

Liposuktion: Fettabsaugung in schweren Fällen

In schweren Fällen des Lipödems werden ab Januar 2020 die Kosten für die Fettabsaugung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Operation kann ambulant oder belegärztlich durchgeführt und abgerechnet werden. Pro Eingriff erhalten Ärzte bis zu 763 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Lokalanästhesie und eingesetzte Absaugkanüle. Die Abrechnung erfolgt über verschiedene Gebührenordnungspositionen, die zum 1. Januar neu in den EBM aufgenommen werden.

Konservative Therapie muss Liposuktion vorausgehen

Durch die als Liposuktion bezeichnete Absaugung des krankhaften Fettgewebes wird zwar – häufig in mehreren Teileingriffen – versucht, eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit und damit eine Linderung der Beschwerden zu erreichen. Grundsätzlich gilt aber, dass ein operatives Fettabsaugen des Lipödems im Stadium III erst dann durchgeführt werden kann, wenn zuvor eine konservative Therapie nicht zur Linderung der Beschwerden geführt hat. Diese muss mindestens sechs Monate lang durchgeführt worden sein und kann zum Beispiel Lymphdrainage, Kompression, Bewegungstherapie umfassen.

Ärzte benötigen Genehmigung

Ärzte, die eine Liposuktion beim Lipödem im Stadium III durchführen wollen, benötigen unter anderem eine Genehmigung zum ambulanten Operieren (nach Paragraf 135 Absatz 2 SGB).

GOP Beschreibung Bewertung ambulante OP Bewertung stationäre OP
Ambulante und belegärztliche Operationen an der Körperoberfläche
31096/36096
Liposuktion bei Lipödem im Stadium III
Eingriff der Kategorie AA6
(Oberarm und Ellenbogen, Unterarm, Unterschenkel)
6.037 Punkte/ 663,24 Euro 3.822 Punkte/ 419,93 Euro
31097/36097
Liposuktion bei Lipödem im Stadium III
Eingriff der Kategorie AA7
(Oberschenkel und Knie)
6.444 Punkte/ 707,95 Euro 4.118 Punkte/ 452,39 Euro
31098/36098
Zuschlag zur GOP 31096 bei Simultaneingriffen sowie zur GOP 31097
 
     
  • Schnitt-Naht-Zeit je weitere vollende 15 Min.
  •  
  • Nachweis der Schnitt-Naht-Zeit über das Anästhesieprotokoll oder den OP-Bericht
  •  
 
612 Punkte/
67,19 Euro
377 Punkte/
41,37 Euro
Ambulante und belegärztliche Lokalanästhesien durch den Operateur
31802/36802
Tumeszenzlokal-anästhesie durch den Operateur
 
     
  • Tumeszenzlokalanästhesie der Haut und des subkutanen Fettgewebes
  •  
  • Überwachung und Dokumentation der Vitalparameter
  •  
  • Pulsoxymetrie
  •  
  • EKG-Monitoring
  •  
  • I.v.-Zugang
  •  
  • Infusion(en)
  •  
  • Verabreichung von Analgetika/Sedativa
  •  
 
2.592 Punkte/ 284,79 Euro 1.619 Punkte/ 177,83 Euro
Kostenpauschale bei Durchführung der Liposuktion bei Lipödem im Stadium III
40165 Entsprechend der bei den GOP 31096 und 31097 für die beim Eingriff eingesetzte(n) Absaugkanüle(n) 72 Euro

Optische Kohärenztomographie (OCT): Anpassung

Die OCT zur Therapiesteuerung (GOP 06338 und 06339) kann ab Januar am Operationstag neben den GOP zur intravitrealen Medikamenteneingabe berechnet werden (GOP 31371 bzw. 31372, 31373 sowie GOP 36371 bzw. 36372 und 36373).

Anleitung zur Selbstanwendung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung (Klarstellung)

Fachärzte für Innere Medizin mit einem Schwerpunkt und der Zusatzweiterbildung „Diabetologie” oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft DDG” können ab Januar die GOP 13360 berechnen (Anleitung zur Selbstanwendung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung). Das heißt, alle Schwerpunktinternisten können die GOP berechnen, sofern die entsprechenden Qualifikationen vorliegen.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Oktober 2019

Videosprechstunde: Neue Vergütungssystematik

Der Bewertungsausschuss hat rückwirkend zum 1. Oktober 2019 die Vergütungs­systematik der Videosprechstunde angepasst. Ziel ist die Ausweitung und Etablierung von Videosprechstunden in der vertragsärztlichen Versorgung. Daher wird der EBM in verschiedenen Bereichen angepasst.

Videosprechstunde: Anpassungen des EBM zum 1. Oktober 2019:

  • Die fachgruppenspezifischen Versicherten- und Grundpauschalen (VGP) sowie die strahlentherapeutische Konsiliarpauschale GOP 25214 (nur diejenige vorwiegend für Nachkontrollen) erfordern keinen obligaten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt mehr, sondern können nunmehr auch beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde berechnet werden.
  • Behandlungsfälle, in denen ausschließlich Arzt-Patienten-Kontakte im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden, sind mit der GOP 88220 zu kennzeichnen. Diese Kennzeichnung dient zum einen der jeweiligen Bewertungsreduktion der Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale und zum anderen der Umsetzung einer Begrenzung dieser Behandlungsfälle auf 20 Prozent. Kommt der Patient im selben Quartal nicht mehr persönlich in die Praxis, reduziert sich die Bewertung der GOP um einen fachgruppenspenspezifischen prozentualen Abschlag.
  • Videosprechstunden können nun auch von Humangenetikern sowie von ermächtigten Ärzten durchgeführt werden.
  • Die Regelungen gelten nicht für niedergelassene Laborärzte, Nuklearmediziner, Pathologen und Radiologen.
  • Psychotherapie, neuropsychologische Therapie und weitere Gesprächsleistungen können als Videosprechstunde erfolgen (höchstens 20 Prozent der jeweils berechneten GOP). Diese per Video erbrachten Leistungen müssen mit dem Buchstaben „V” gekennzeichnet werden, wenn im jeweiligen Behandlungsfall sowohl Arzt-Patienten-Kontakte per Video, als auch persönliche (keine Angabe der GOP 88220) stattfinden.
  • Einführung einer neuen mit ca. 7 Euro bewerteten GOP 01442 für die Videofallkonferenz zwischen der Pflegekraft eines chronisch pflegebedürftigen Patienten und dem koordinierenden Arzt (höchstens dreimal im Krankheitsfall)
  • Fallkonferenzen und Fallbesprechungen im EBM können als Videosprechstunde erbracht werden. Dies betrifft:
    • GOP 30210 (Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom)
    • 30706 (Schmerztherapie)
    • 30948 (MRSA Fall- und/oder regionale Netzwerkkonferenz) und
    • 37400 (Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase).
  • Einführung einer Pauschale von 1,08 Euro für die Authentifizierung (GOP 01444) zur Abbildung des zusätzlichen Aufwand des Praxispersonals, um einen der Praxis unbekannten Patienten im Rahmen der Videosprechstunde aufzunehmen, da die erforderlichen Stammdaten nicht über die elektronische Gesundheitskarte automatisiert erfasst werden können.
  • Neue GOP 01451 für die Anschubförderung der Videosprechstunde (9,95 Euro), wird von der KV zugesetzt. Voraussetzung: Praxen erhalten den Zuschlag für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal, wenn sie mindestens 15 Videosprechstunden im Quartal durchführen (zeitlich befristet bis 30. September 2021).
  • Für Behandlungsfälle, in denen ausschließlich Arzt-Patienten-Kontakte im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden, wird die bisher gültige GOP 01439 (Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde) im Abschnitt 1.4 gestrichen. Dafür jetzt in diesen Fällen die Abrechnung der Versicherten- und Grundpauschalen (VGP) möglich.

Nur mit zertifiziertem Videodienstanbieter

Nur Ärzte oder Psychotherapeuten können Leistungen der Video­sprechstunde erst dann abrechnen, wenn sie ihrer Kassenärztlichen Vereinigung zuvor angezeigt haben, einen zertifizierten (Anlage 31b zum BMV-Ä) Videodienst­anbieter zu nutzen, der einen reibungslosen und sicheren technischen Ablauf und die Ende-zu-Ende Verschlüsselung während der Übertragung gewährleistet. Eine Liste dieser Dienste­anbieter gibt es auf der Homepage der KBV.

Angezeigt werden muss in BW: 
  • welcher zertifizierte Videodiensteanbieter genutzt wird und ab/seit wann
  • mit Unterschrift und Stempel
  • schriftlich (Post, Fax oder Scan als E-Mail-Anhang) am besten zusammen mit den Abrechnungsunterlagen

Optische Kohärenztomografie (OCT) / IVOM-Nachsorge

Ab dem 1. Oktober 2019 ist die optische Kohärenztomografie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung einer intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) bei Patienten mit einer neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) oder mit einem Makulaödem im Zusammenhang mit einer diabetischen Retinopathie (DMÖ) als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung abrechenbar (neue Gebührenordnungspositionen im EBM-Abschnitt 6.3).

OCT als diagnostisches Verfahren

GOPInhalt
06336OCT am rechten Auge zur Diagnostik gemäß Nr. 29 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des G-BA
06337OCT am linken Auge zur Diagnostik gemäß Nr. 29 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des G-BA

Bei der Abrechnung der GOPen 06336 und 06337 zu beachten:

  • persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich
  • jeweils einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig
  • jeweils innerhalb von 26 Tagen höchstens einmal berechnungsfähig
  • Im Behandlungsfall ist die OCT zur Diagnostik am gleichen Auge nicht neben der Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten nach Durchführung einer IVOM (rechts: GOP 06334 / links: GOP 06335) und nicht neben der OCT zur Therapiesteuerung (rechts: GOP 06338 / links: GOP 06339) berechnungsfähig.

OCT zur Therapiesteuerung

GOPInhalt
06338OCT am rechten Auge zur Therapiesteuerung gemäß Nr. 29 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des G-BA
06339OCT am linken Auge zur Therapiesteuerung gemäß Nr. 29 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des G-BA

Bei der Abrechnung der GOPen 06338 und 06339 zu beachten:

  • persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich
  • jeweils einmal am Behandlungstag berechnungsfähig
  • jeweils innerhalb von 26 Tagen höchstens einmal berechnungsfähig
  • Im Zeitraum von 3 Wochen nach einer am Auge durchgeführten IVOM (rechts: GOP 31371 bzw. GOP 36371 / links: GOP 31372 bzw. GOP 36372 / beidseitig: 31373 bzw. 36373) ist die OCT zur Therapiesteuerung am selben Auge nicht berechnungsfähig.
    Das Datum der letzten IVOM am selben Auge ist anzugeben (Feldkennung 5034 „OP-Datum“).
  • innerhalb von 12 Monaten nach einer am selben Auge durchgeführten IVOM höchstens 6-mal berechnungsfähig
  • Sind mehrere Ärzte – ggf. praxisübergreifend – an der Erbringung der OCT zur Therapiesteuerung beteiligt, muss der die Gebührenordnungsposition abrechnende Arzt sicherstellen, dass die oben genannten Zeiträume eingehalten werden.

Neue Berechnungszeiträume für Nachsorge nach IVOM 

Im Zuge der Aufnahme der neuen Leistungen für die OCT zur Therapiesteuerung wurden bei den bestehenden Zusatzpauschalen für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer IVOM-Therapie (GOPen 06334 und 06335 EBM) der zeitliche Abstand zwischen intravitrealer Medikamenteneingabe und Nachsorge sowie zwischen den einzelnen Verlaufskontrollen angepasst.

Neue Zeiträume für die GOPen 06334 und 06335 (IVOM):

  • jeweils im Zeitraum von 3 Wochen (bisher 6 Wochen) nach intravitrealer Medikamenteneingabe in das rechte Auge (GOP 31371 bzw. GOP 36371) bzw. linke Auge (GOP 31372 bzw. GOP 36372) nicht berechnungsfähig
    Das Datum der letzten IVOM in das rechte bzw. linke Auge ist anzugeben (Feldkennung 5034 „OP-Datum“).
  • jeweils im Zeitraum von 26 Tagen (bisher 28 Tage) einmal berechnungsfähig
  • weiterhin – wie bisher – jeweils höchstens 6-mal innerhalb von 12 Monaten nach der letzten IVOM in das rechte bzw. linke Auge berechnungsfähig
  • Sind mehrere Ärzte – ggf. praxisübergreifend – an der Erbringung der GOP 06334 bzw. GOP 06335 beteiligt, achten Sie bitte darauf, dass der die GOP 06334 bzw. GOP 06335 abrechnende Arzt die Einhaltung der oben genannten Zeiträume sicherstellt.

Wichtige Änderungen im Zuge des TSVG 2019

Terminvermittlung durch die Terminservicestelle (TSS)

Zusatzpauschale je nach Wartezeit ab 1. September 2019

In die arztgruppenspezifischen Kapitel 03 bis 27 (mit Ausnahme von Kapitel 12 und 19) wird in den Abschnitt 30.7 des EBM jeweils eine Gebührenordnungsposition als Zusatzpauschale aufgenommen (z. B. GOP 03010, 04010, 08228). Damit werden die gestaffelten prozentualen Aufschläge auf die jeweilige Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale für den TSS-Terminfall und den TSS-Akutfall abgebildet. Die Zusatzpauschale für den TSS-Akutfall ist allerdings erst ab Implementierung des standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens (voraussichtlich 1. Januar 2020) berechnungsfähig.

Beim TSS-Terminfall ist die Höhe des Aufschlags auf die Versicherten-, Grund- bzw. Konsiliarpauschale abhängig von der Anzahl der Kalendertage bis zum Tag der Behandlung und beträgt

  • 50 Prozent: vom 1. bis 8. Tag
  • 30 Prozent: vom 9. bis 14. Tag
  • 20 Prozent: vom 15. bis 35. Tag
    der jeweiligen Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale. Der Tag der Kontaktaufnahme des Versicherten bei der TSS gilt als erster Zähltag.

Die Zusatzpauschale ist einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Das gilt auch dann, wenn in demselben Quartal eine erneute Behandlung desselben Versicherten aufgrund einer erneuten Terminvermittlung durch die TSS erfolgt.

Die neuen arztgruppenspezifischen GOP

Extrabudgetäre Vergütung ab 11. Mai 2019

Bereits seit 11. Mai gilt: Bei Vermittlung von dringenden Behandlungsterminen durch die TSS erhalten die Behandelnden alle Leistungen im Arztgruppenfall, ausgenommen Laborleistungen des Kapitel 32 EBM, extrabudgetär vergütet.

Die Kennzeichnung des Arztgruppenfalls als TSS-Terminfall / TSS-Akutfall ist im entsprechenden KVDT-Feld (Feldkennung 4103 „TSVG Vermittlungs-/Kontaktart“) im Praxisverwaltungssystem (PVS) anzugeben. Der TSS-Terminfall ist außerdem zusätzlich mit der Pseudo-GOP 99873T zu kennzeichnen (Pseudo-GOP 99873A für den TSS-Akutfall).

Terminvermittlung durch den Hausarzt

Zuschlag für Hausärzte ab 1. September 2019

Hausärzte und Kinder- und Jugendmediziner erhalten einen Zuschlag zu den Versichertenpauschalen nach den GOP 03000 und 04000 für die Vermittlung eines medizinisch dringend erforderlichen Behandlungstermins bei einem Facharzt beziehungsweise einem Kinder- und Jugendmediziner mit Schwerpunkt oder Zusatzweiterbildung (Voraussetzung zur Berechnung von GOP des Abschnitts 4.4 oder 4.5 EBM). Der Zuschlag (neue GOP 03008 und 04008) ist mit 93 Punkten bewertet, was etwa 10 Euro entspricht.

Voraussetzung für die Berechnung ist die erfolgreiche Vermittlung eines Facharzttermins, der innerhalb von vier Kalendertagen nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit durch den Hausarzt liegt. Beim Hausarztvermittlungsfall gilt der Tag nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit als erster Zähltag der vier Kalendertage. Der Zuschlag ist nicht berechnungsfähig, wenn der vermittelte Patient bei einem Facharzt der entsprechenden Arztgruppe im laufenden Quartal in dieser Praxis bereits behandelt wurde. Der Arzt ist verpflichtet, sich diesbezüglich beim Patienten zu erkundigen.

Der Zuschlag ist mehrfach berechnungsfähig, wenn derselbe Hausarzt den Patienten in demselben Quartal zu unterschiedlichen fachärztlichen Arztgruppen vermittelt. Aus Prüfzwecken muss der Arzt bei der Abrechnung des Zuschlags die (Neben-)Betriebs­stättennummer (BSNR) der Praxis, an die der Patient vermittelt wird, angeben.

Extrabudgetäre Vergütung für Fachärzte seit 11. Mai 2019:

Vermittelt ein Hausarzt einem Patienten einen dringend benötigten Termin bei einem Facharzt, erhält der weiterbehandelnde Facharzt alle Leistungen im Arztgruppenfall, nach der Vermittlung durch den Hausarzt in voller Höhe extrabudgetär vergütet, ausgenommen Laborleistungen des Kapitel 32 EBM, sofern die Behandlung innerhalb von vier Kalendertagen nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit erfolgt. Der Arztgruppenfall ist durch den annehmenden Facharzt in der Abrechnung im entsprechenden KVDT-Feld als HA-Vermittlungsfall zu kennzeichnen. Der HA-Vermittlungsfall ist außerdem mit der Pseudo-GOP 99873H („H“ wie Hausarzt) zu kennzeichnen.

Offene Sprechstunden

Extrabudgetäre Vergütung für bestimmte Fachärzte seit 1. September 2019:

Augenärzte, Chirurgen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinder- und Jugendpsychiater, Nervenärzte, Neurologen, Orthopäden, Psychiater und Urologen müssen ab dem 1. September 2019 mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunde ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten (bei vollem Versorgungsauftrag, sonst anteilig). Dies entspricht den EBM-Kapiteln 06, 07, 08, 09, 10, 14, 16, 18, 21 und 26.

Für bis zu fünf offene Sprechstunden pro Kalenderwoche erfolgt die Vergütung extrabudgetär. Um das ohne die Angabe von Uhrzeiten umsetzen zu können, gilt eine Höchstgrenze, die praxisbezogen auf Basis der Arztgruppenfälle des aktuellen Quartals bestimmt wird. Pauschal werden maximal 17,5 Prozent der Fälle akzeptiert (für Quartal 3/2019 liegt die Grenze bei 5,83 %, da die Regelung erst ab 1. September gilt).

Bei Überschreitung der Höchstgrenze für die extrabudgetär zu vergütenden Fälle erfolgt die Auswahl der heranzuziehenden Fälle per definiertem Zufallsalgorithmus.

Der Arztgruppenfall ist in der Abrechnung im KVDT-Feld 4103 (TSVG Vermittlungs-/Kontaktart) als „Offene Sprechstunde“ zu kennzeichnen und mit der Pseudo-GOP 99873O („O“ wie offene Sprechstunde) zu versehen.

Neue Patienten

Extrabudgetäre Vergütung für bestimmte Fachgruppen seit 1. September 2019:

Bei Patienten, die noch nie, oder seit mindestens zwei Jahren nicht mehr (aktuelles Quartal und acht vorhergehende Quartale) von einer Arztgruppe einer Praxis behandelt wurden, werden ab 1. September 2019 alle Leistungen im jeweiligen Arztgruppenfall, ausgenommen Laborleistungen des Kapitel 32 EBM, in voller Höhe vergütet. 

Eine vorausgegangene Behandlung im Rahmen eines Selektivvertrags führt nicht zur Einstufung Neupatient.

Die Zählung als Neupatient erfolgt nicht je Praxis, sondern je Arztgruppe, allerdings begrenzt auf maximal zwei Arztgruppen in einer Praxis. Danach gilt ein Versicherter für eine Arztgruppe nur dann als Neupatient, wenn er in der bestehenden Praxis im aktuellen Quartal sowie den acht vorangegangenen Quartalen entweder gar nicht oder von höchstens einer anderen Arztgruppe behandelt wurde. 

Betroffene Arztgruppen

Die Regelung gilt für folgende Arztgruppen der jeweiligen EBM-Kapitel: 03, 04, 05 wenn GOP 30700 EBM abgerechnet wird, 06, 07, 08, 09, 10, 13, 14, 16, 18, 20, 21, 22, 23, 26, 27.

Für Neupraxen gilt diese Regelung nicht. Für neu gegründete Praxen erfolgt für Neupatienten innerhalb der ersten vollen acht Quartale nach Gründung keine Vergütung außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Eine Praxisgründung liegt auch bei Übernahme einer Einzelpraxis im Wege eines Nachbesetzungsverfahrens vor.

Eine Neupraxis liegt nicht vor, wenn sich Anzahl oder Personen der Gesellschafter bei BAG/MVZ ändern, oder bei Veränderungen bei angestellten Ärzten in bestehenden Praxen/BAG/MVZ.

Der Arztgruppenfall ist in der Abrechnung im KVDT-Feld 4103 (TSVG Vermittlungs-/Kontaktart) als „Neupatient“ zu kennzeichnen und mit der Pseudo-GOP 99873E („E“ wie Erstpatient) zu versehen. Bitte beachten Sie beim EBM-Kapitel 13, dass jeder Abschnitt als eigene Arztgruppe zählt.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Juli 2019

Tonsillotomie als GKV-Leistung

Der Bewertungsausschusses hat die Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen zum 1. Juli 2019 in den EBM aufgenommen.

Indikation: nur bei Patientinnen und Patienten ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, bei denen die Hyperplasie eine symptomatische, klinisch relevante Beeinträchtigung verursacht und eine konservative Behandlung nicht ausreicht.

Zur Durchführung dieser Mandeloperation berechtigt sind Fachärztinnen und Fachärzten für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.

Der operative Eingriff erfolgt gemäß OPS-Kode 5-281.5 „Tonsillektomie (ohne Adenotomie): Partiell, transoral“ und wird als Kategorie N2-Eingriff mit der GOP 31232/36232 abgerechnet. 

Für die postoperative Überwachung sind die GOP 31504/36504 vorgesehen.

Die Selektivverträge der KVBW zur Tonsillotomie endeten mit Einführung der EBM-Leistung zum 30. Juni 2019.

Screening von Neugeborenen zur Früherkennung von SCID

Die GOP 01724 „Erweiterte Neugeborenen-Screeninguntersuchung der Zielkrankheiten mittels Laboruntersuchungs­verfahren bzw. mittels der Tandem­massen­spektrometrie“ wird zum 1. Juli 2019 um die Untersuchung Polymerase Kettenreaktion (PCR) zur Untersuchung auf schwere kombinierte Immundefekte (SCID) ergänzt. Für den erweiterten Untersuchungsumfang wird die Bewertung der GOP 01724 um 74 Punkte auf 221 Punkte (23,92 Euro) erhöht.

Wichtige EBM-Änderungen zum 14. Juni 2019

Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Information über einen Schwanger­schafts­abbruch vom 29. März 2019 hat der Gesetzgeber die Regelungen der Empfängnisverhütung angepasst. Versicherte haben jetzt bis zum vollendeten 22. Lebensjahr Anspruch auf die Versorgung mit verschreibungspflichtigen empfängnisverhütenden Mitteln (bislang nur bis zum vollendeten 20. Lebensjahr).

Die Gebührenordnungspositionen der Empfängnisregelung in Abschnitt 1.7.5 EBM wurden mit Wirkung ab dem 14. Juni 2019 an die neue Anspruchsberechtigung „bis zum vollendeten 22. Lebensjahr“ angepasst. Dies betrifft:

  • „Einlegen, Wechseln oder Entfernung eines Intrauterinpessars“ nach Gebühren­ordnungs­position GOP 01830 
  • „Subkutane Applikation eines Depot-Kontrazeptivums“ nach Gebühren­ordnungs­position GOP 01832.

Für den Zeitraum von der Gesetzes- bis zur EBM-Änderung (d. h. vom 1. April bis zum 13. Juni 2019) besteht bei Patientinnen im Alter von 20 und 21 Jahren lediglich die Möglichkeit, über die entsprechenden Leistungen eine Privatrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) auszustellen. Die Patientinnen können dann die Rechnung bei ihrer Krankenkasse zur Kostenerstattung einreichen.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. April 2019

Gesundheitsuntersuchung Check-up

Der Bewertungsausschuss hat die Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene (GOP 01732) mit Wirkung zum 1. April 2019 neu geregelt:

  • Versicherte ab 35 Jahren haben nur noch alle drei Jahre den Anspruch auf die Untersuchung, nicht mehr alle zwei Jahre wie bisher. Für alle gesetzlich Versicherten, bei denen der letzte Check-up im Jahr 2017 stattgefunden hat, gilt eine Übergangsfrist (mehr erfahren »)
  • Versicherte ab 18 Jahren können einmal zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr zum Check-up gehen.

An einigen Punkten wird die Leistung zudem erweitert (z. B. Blutuntersuchung mit vollständigem Lipidprofil, Impfanamnese. Ärzte sollen beim Check-up künftig noch stärker als bisher gesundheitliche Risiken und Belastungen erfassen, um rechtzeitig Erkrankungen vorbeugen zu können.

Übergangsregelung Untersuchungsintervall

Für Versicherte, bei denen im Jahr 2017 eine Gesundheitsuntersuchung nach der Gesundheits­untersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses erbracht worden ist, gilt für Untersuchungen bis zum 30. September 2019 noch das zweijährige Untersuchungs­intervall fort. Auf diese Übergangsregelung hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband verständigt. 

Koloskopie für Männer ab 50

Ab 19. April haben Männer bereits ab einem Alter von 50 Jahren Anspruch auf eine Koloskopie, da sie ein höheres Risiko als Frauen haben, an Darmkrebs zu erkranken. Bei Frauen bleibt die Altersgrenze für die Koloskopie bei 55 Jahren. Eine erneute Vorsorgeuntersuchung ist nach Ablauf von 9 Kalenderjahren möglich.

GOP 01740 bereits bei Versicherten ab 50 berechnungsfähig

Darüber hinaus soll eine umfassendere Versicherteninformation alle Menschen ab dem 50. Lebensjahr noch besser über das Früherkennungsprogramm aufklären (Bezug über den Kohlhammer-Verlag). Für das damit verbundene ausführlichere Beratungsgespräch hat der Bewertungsausschuss jetzt eine höhere Vergütung vereinbart.

Dazu wurde die Gebührenordnungsposition 01740 geändert und die Punktzahl von 103 auf 115 (12,45 Euro) angehoben. Diese ist ab 19. April bereits bei allen Versicherten ab 50 Jahren einmalig berechnungsfähig (bisher: erst ab 55 Jahren).

Regelungen zum iFOBT-Test unverändert

Die Regelungen zum Test auf okkultes Blut im Stuhl mit einem quantitativen immunologischen Test (iFOBT) bleiben unverändert: Wie bisher kann ab 50 Jahren bei Frauen und Männern jährlich ein Test auf okkultes Blut im Stuhl durchgeführt werden, ab 55 alle zwei Jahre.

Videosprechstunde für alle Indikationen

Um die Möglichkeiten der Videosprechstunde auszuweiten, wurde der EBM zum 1. April angepasst. Die Einschränkung wurde aufgehoben, dass Video­sprechstunden ausschließlich zum Zweck der Verlaufskontrolle bei definierten Krankheitsbildern und Indikationsbereichen angewendet werden können. Durch den Wegfall der definierten Krankheitsbilder können jetzt auch Psychotherapeuten Leistungen der Video­sprechstunde abrechnen.

Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Videosprechstunde:

  • GOP 01439: Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde
    (88 Punkte / 9,52 Euro)
  • GOP 01450: Technik- und Förderzuschlag
    (40 Punkte / 4,33 Euro / extrabudgetär)

Videosprechstunden sollen eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Daher ist die Konsultation nur über die GOP 01439 berechnungsfähig, sofern im gleichen Behandlungsfall keine Versicherten-, Grund- oder Konsiliar­­pauschale durch einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ausgelöst wird. Eine weitere Voraussetzung zur Abrechnung der GOP 01439 ist, dass der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden sein muss.

Der Zuschlag 01450 ist auch neben der Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale berechnungsfähig und soll die Kosten für den Videodienst abdecken. Er ist gedeckelt auf 47 Videosprechstunden pro Quartal.

Keratokonus: Hornhautvernetzung

Bei Patienten mit fortschreitendem Keratokonus können Augenärzte seit 1. April die Hornhautvernetzung mit Riboflavin als neue Behandlungsmethode anwenden und über den EBM abrechnen.

Dazu wurden mehrere Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen. Die Abrechnung des operativen Eingriffs erfolgt mit der GOP 31364. Diese Leistung ist je Auge mit 2.704 Punkten bewertet (292,64 Euro) und kann je Auge höchstens einmal im Krankheitsfall berechnet werden.

Zur Vergütung der topographischen Untersuchung der Hornhaut wurde zudem die Grundpauschale der Augenärzte für die Altersklasse 6. bis 59. Lebensjahr (GOP 06211) um zwei Punkte angehoben. Die höhere Grundpauschale gilt für alle Behandlungsfälle, auch wenn keine UV-Vernetzung mit Riboflavin erfolgt.

Des Weiteren wurde die Hornhauttomographie als weitere diagnostische Begleitleistung mit der GOP 06362 in den EBM aufgenommen. Sie ist je Auge einmal am Behandlungstag und höchstens zweimal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Diese Leistung ist mit 231 Punkten (25,00 Euro) bewertet. Die Sachkosten für Riboflavin (Kostenpauschale GOP 40681) werden mit 86,00 Euro erstattet.

Weitere GOP für Nachsorge

Außerdem können Augenärzte die postoperative Behandlung abrechnen. Hierfür stehen zwei neue Abrechnungsziffern bereit: die GOP 31738 für Augenärzte, die den Eingriff selbst vorgenommen haben und die GOP 31737, wenn Augenärzte die Nachsorge bei einem an sie überwiesenen Patienten durchführen.

Humangenetik: vorgeburtliche Diagnostik

Ab 1. April 2019 werden die humangenetischen Beurteilungsleistungen gemäß den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Mutterschaftsvorsorge, der Empfängnisregelung und der künstlichen Befruchtung in der Struktur sowie der Bewertung den kurativen GOP angepasst.

Liegt in einer weiterführenden Untersuchung (sonographische Diagnostik, Untersuchung von Nabelschnurblut, Fruchtwasser und/oder Chorionzotten- oder Plazentagewebe) ein Hinweis auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus vor, kann künftig der höher bewertete Zuschlag 01796 zur Grundleistung GOP 01794 bis zu neunmal im Krankheitsfall berechnet werden. Liegt kein Hinweis auf eine genetisch bedingte Erkrankung aus einer weiterführenden Untersuchung vor, kann der geringer bewertete Zuschlag GOP 01795 abgerechnet werden und zwar bis zu dreimal im Krankheitsfall.

Bei Mehrlingsschwangerschaften sind bei der vorgeburtlichen Diagnostik die durchgeführten Untersuchungen je Fötus gesondert berechnungsfähig und mit V zu kennzeichnen.

Herzschrittmacher-Kontrolle

Kardiologen erhalten für die Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen eine höhere Vergütung. Das hat der Bewertungsausschuss beschlossen und die Punktzahlen rückwirkend zum 1. Januar erhöht. Die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen wird seit Oktober 2017 nach drei Aggregattypen differenziert vergütet: Schrittmacher, implantierte Kardioverter oder Defibrillatoren sowie implantierte Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D).

Die Leistungen können von Fachärzten für Innere Medizin und Kardiologie (Kapitel 13 EBM) sowie Pädiatern (Kapitel 4 EBM) abgerechnet werden. Die Ärzte benötigen dafür eine Genehmigung.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Januar 2019

Zweitmeinungsverfahren

Patienten haben vor bestimmten planbaren Operationen einen Anspruch auf eine zweite ärztliche Meinung: vorerst bei einer Mandelteilresektion (Tonsillotomie), bei einer vollständigen Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) sowie bei einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)

Indikationsteller

Nach der Richtlinie des G-BA zum Zweitmeinungsverfahren (Zm-RL) sind Ärzte verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen solchen operativen Eingriff (Mandeloperation bzw. Gebärmutterentfernung) stellen. Dafür ist zum 1. Januar 2019 die Gebührenordnungsposition GOP 01645 für den indikationsstellenden Arzt in den EBM‐Abschnitt 1.6 aufgenommen worden. 

Diese Leistung beinhaltet die Aufklärung und Beratung im Zusammenhang mit einem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren sowie die Zusammenstellung, Mehrfertigung und Aushändigung von Befundmitteilungen, Berichten, Arztbriefen und anderen patientenbezogenen Unterlagen an den Patienten. Die GOP 01645 ist mit 75 Punkten (8,12 Euro) bewertet und einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig.

„Zweitmeiner“ 

Grundsätzlich kommen alle Ärzte und Einrichtungen, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, als „Zweitmeiner“ infrage. Um als Zweitmeiner tätig werden zu können, bedarf es einer Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Auch Privat- oder Krankenhausärzte können im Rahmen einer Ermächtigung als Zweitmeiner teilnehmen.

Die Abrechnung der Zweitmeinung ist im neuen Abschnitt 4.3.9 „Ärztliche Zweitmeinung“ im Allgemeinen Teil des EBM geregelt. Danach rechnet der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, die jeweilige Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale seiner Arztgruppe ab (beim ersten persönlichen Arzt‐Patienten‐Kontakt, einmal im Behandlungsfall). Sind für eine Beurteilung ergänzende Untersuchungen notwendig, kann er diese ebenfalls entsprechend den Abrechnungsbestimmungen des EBM durchführen, muss sie aber medizinisch begründen.

Extrabudgetäre Vergütung

Die Vergütung der genannten Leistungen erfolgt extrabudgetär – befristet bis Ende 2021.

Kennzeichnung

Ärzte müssen alle Leistungen des Zweitmeinungsverfahrens bei der Abrechnung nach bundeseinheitlichen Vorgaben eingriffsspezifisch kennzeichnen.

Gebührenordnungspositionen (GOP) für den indikationsstellenden Arzt

GOPInhalt
01645AEinleitung des Zweitmeinungsverfahrens bei bevorstehender Mandeloperation
01645BEinleitung des Zweitmeinungsverfahrens bei bevorstehender Gebärmutterentfernung

Als Zweitmeiner rechnen Sie die jeweilige fachgebietsbezogene Grundpauschale beim ersten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt (einmal im Behandlungsfall) sowie die GOP für gegebenenfalls medizinisch notwendige Untersuchungsleistungen ab. Der Abrechnungsschein ist mit einer der Indikation entsprechenden Pseudo-GOP zu kennzeichnen. Werden zusätzlich Leistungen erbracht, die nicht im Zusammenhang mit dem Zweitmeinungsverfahren stehen, müssen Sie zur Abrechnung dieser Leistungen einen weiteren Abrechnungsschein angelegen.

Pseudo-GOP für den Zweitmeiner

Pseudo-GOPInhalt
88200AZweitmeinungsverfahren bei bevorstehender Mandeloperation
88200BZweitmeinungsverfahren bei bevorstehender Gebärmutterentfernung

Stoßwellentherapie bei Entzündung der Plantarfaszie

Patienten mit Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris können ab 1. Januar 2019 mit der extrakorporalen Stoßwellentherapie ambulant behandelt werden.

Die fokussierte und radiale extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris wurde mit der GOP 30440 neu in den EBM aufgenommen. Die Leistung ist mit 247 Punkten (26,73 Euro)  bewertet und wird für mindestens zwei Jahre extrabudgetär vergütet. 

Bis zu drei Sitzungen pro Fuß

Die Leistung darf je Fuß bis zu dreimal im Krankheitsfall abgerechnet werden und setzt die ICD-Kodierung M72.2 mit entsprechender Diagnosesicherheit voraus. Dabei muss die Therapie in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen erfolgen.

Weitere Voraussetzungen:

  • Patient leidet seit mindestens sechs Monate unter Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris
  • Patient ist in gewohnter körperlicher Aktivität eingeschränkt
  • Unterschiedliche konservative Therapieansätze sowie Maßnahmen wie Dehnübungen und Schuheinlagen blieben ohne Behandlungserfolg.
  • Abrechnung nur möglich für:
    • Fachärzte für Orthopädie
    • Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie
    • Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin
    • Fachärzte für Chirurgie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie

Letzte Lebensphase: Mitbetreuung der gesundheitlichen Versorgungsplanung

Pflegeheime können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Diese Aufgaben übernehmen besonders qualifizierte Berater in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt. 

Vor diesem Hintergrund hat der Bewertungsausschuss einen neuen Abschnitt 37.4 in den EBM aufgenommen. Ärzte, die in eine solche Beratung für Heimbewohner einbezogen werden, können ab 1. Januar 2019 für die Mitbetreuung die GOP 37400 abrechnen. Die Pauschale ist mit 100 Punkten (10,82 Euro) bewertet. Sie kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.

Sie beinhaltet die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch des betreuenden Vertragsarztes mit dem besonders qualifizierten Berater nach der Vereinbarung nach § 132g Abs. 3 SGB V über das Angebot der gesundheitlichen Versorgungsplanung und die verwendeten Notfalldokumente. Thema ist auch die schriftliche Patientenverfügung für Notfallsituationen, die der Berater erstellt und die vom betreuenden Vertragsarzt (Hausarzt/Facharzt) unterschrieben werden soll. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Arzt an einem Beratungsgespräch und/oder einer Fallbesprechung des Beraters mit dem Patienten teilnimmt.

Die Vergütung der GOP 37400 erfolgt für zwei Jahre extrabudgetär.

Osteodensitometrie

Für osteodensitometrische Untersuchungen erhalten Ärzte seit Januar 2019 mehr Geld. Die Bewertung im EBM wurde entsprechend angepasst: Die Punktzahl der Gebührenordnungspositionen GOP 34600 und 34601 beträgt jetzt 268 Punkte (29 Euro) statt bisher 161 Punkte (rund 17 Euro).

Uro-Genital-Sonographie neben Bauchaortenaneurysmenscreening

Vertragsärzte dürfen seit Jahresbeginn die kurative Uro‐Genital‐Sonographie nach der GOP 33043 und die sonographische Untersuchung der Bauchaorta nach der GOP 01748 am gleichen Behandlungstag abrechnen. 

Der bisherige Abrechnungsausschluss wird zum 1. Januar 2019 aufgehoben. Somit können Vertragsärzte die Uro‐Genital‐Sonographie und das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen durchführen, ohne den Patienten zweimal in die Praxis einbestellen zu müssen. 

In einem solchen Fall wird die Uro‐Genital‐Sonographie etwas niedriger honoriert: Die GOP 33043 ist dann mit 79 Punkten bewertet (regulär 87). Hintergrund ist, dass sich die Untersuchung direkt an das Screening anschließt und Wechselzeiten entfallen.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Oktober 2018

Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve

Die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit ist seit 1. Oktober 2018 neue EBM-Leistung. 

Die GOP 34298 wird als Zuschlag zur GOP 34291 (Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie) in den Abschnitt 34.2.9 EBM aufgenommen (980 Punkte, einmalig im Behandlungsfall). 

Für die Sachkosten wird die Kostenpauschale 40301 in den EBM-Abschnitt 40.6 integriert (bewertet mit 660 Euro, enthält alle Sachkosten, einschließlich der Kosten für Kontrastmittel und Sprechstundenbedarf).  

  • nur von invasiven Kardiologen berechnungsfähig, 
  • genehmigungspflichtig 

Mit der Aufnahme der neuen GOP in den EBM soll die  Qualitätssicherungs­vereinbarung bis spätestens zum 1. Januar 2019 angepasst werden. Bis dahin gilt die alte Vereinbarung. Die neue Gebührennummer ist für alle Ärzten mit bestehender Genehmigung Invasive Kardiologie berechnungsfähig.

Hyperbare Sauerstofftherapie bei schwerem diabetischem Fußsyndrom

Die ambulante Behandlung von Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom mit der hyperbaren Sauerstofftherapie wird zum 1. Oktober als neue Leistung in den EBM aufgenommen. 

  • GOP 30210 (64 Punkte): Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum
  • GOP 30212 (343 Punkte): Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum
  • GOP 30214 (140 Punkte): Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen
  • GOP 30216 (323 Punkte): Untersuchung auf Eignung und Feststellung der Druckkammertauglichkeit vor der ersten Druckkammersitzung für die hyperbare Sauerstofftherapie
  • GOP 30218 (1173 Punkte): Hyperbare Sauerstofftherapie

Die Vergütung der Leistungen erfolgt mit Ausnahme der GOP 30214 außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die Durchführung und Abrechnung der GOP 30216 und 30218 setzt eine Genehmigung der KV voraus. 

Vorsorge für Mütter und Väter: Neues Formular und Vergütung

Die Formulare für die Verordnung von medizinischen Vorsorgeleistungen für Mütter und Väter wurden vereinheitlicht. Ab dem 1. Oktober 2018 gelten nur noch die neuen Formulare:

  • Muster 64 „Verordnung medizinischer Vorsorge für Mütter oder Väter gemäß § 24 SGB V“ und
  • Muster 65 „Ärztliches Attest Kind zur Verordnung einer medizinischen Vorsorge/Rehabilitation für Mütter oder Väter gemäß §§ 24, 41 SGB V“.

Die Formulare können über die Firma Kohlhammer (Kohlhammer: Bestellschein) bezogen oder per Blankoformularbedruckung ausgestellt werden.

Für das Ausstellen des Formulars 64 wird die GOP 01624 (210 Punkte) neu in den EBM aufgenommen. Für das Ausstellen des Formulars 65 ist die GOP 01622 (83 Punkte) berechnungsfähig.

Psychotherapie: Änderung beim Formblatt PTV 11

Auf dem Formblatt PTV 11 „Individuelle Patienteninformation zur ambulanten Psychotherapeutischen Sprechstunde“ wird ein neues Ankreuzfeld hinzugefügt. Dort

kann dann vermerkt werden, ob eine ambulante Richtlinienpsychotherapie zeitnah erforderlich ist oder nicht.

Wird „zeitnah erforderlich“ angekreuzt, hat der Patient einen Anspruch auf Vermittlung von probatorischen Sitzungen über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Ab 1. Oktober 2018 dürfen die alten Formulare nicht mehr verwendet werden. Die neuen Formulare sind wie bisher beim Kohlhammer Verlag erhältlich (Kohlhammer Bestellschein), eine automatische Erstausstattung an alle Psychotherapeuten erfolgt nicht.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Juli 2018

Früherkennung der Tyrosinämie Typ I

Der G-BA hat die seltene erbliche Stoffwechselerkrankung Tyrosinämie Typ I als dreizehnte Erkrankung in das Neugeborenen-Screening aufgenommen. 

Für die Erweiterung der Früherkennungsuntersuchung auf eine Tyrosinämie mittels Tandem-Massenspektroskopie hat der Bewertungsausschuss die Vergütung der GOP 01724 neu festgelegt. Die Gebührenordnungsposition ist seit 1. Juli mit 147 Punkten bewertet (alt: 117 Punkte).

Telemedizinische Kontrolle kardiologischer Implantate

Änderungen bei Kontrolle von Herzschrittmachern, ICD- und CRT-Systemen: Die Übergangsregelung in der jeweils zweiten Anmerkung der GOP 04417 und 13554 (Telemedizinische Kontrolle) wird bis Ende September 2018 verlängert. Zum 1. Oktober soll die neue Qualitätssicherungsvereinbarung kommen.

Änderungen bei der Zuzahlung Heilmittelabgabe

Die Zuzahlungsbeträge bei Heilmittelabgabe in der Arztpraxis für Ersatz- und Primärkassen erhöhen sich zum 1. Juli 2018.

Eine aktualisierte Übersicht zu den Zuzahlungsbeträge finden Sie unten zum Download.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. April 2018

Laborreform

KBV und GKV-Spitzenverband haben sich auf neue Vergütungsregelungen im Laborbereich geeinigt. Sie treten zum 1. April 2018 in Kraft.

Kernstück der Laborreform ist ein neuer Modus beim Wirtschaftlichkeitsbonus (GOP 32001 EBM). Dabei werden die durchschnittlichen Laborkosten eines Arztes je Behandlungsfall (individueller Fallwert) mit den Kosten seiner Arztgruppe verglichen. Außerdem wird die Regelung der Kennnummern angepasst, die künftig nur noch bestimmte Laborleistungen von der Anrechnung auf den individuellen Fallwert befreien. Eine weitere Änderung betrifft die Mindestquote für die Vergütung über Muster 10 veranlasster Laboruntersuchungen. Sie wird von 91,58 auf 89 Prozent abgesenkt.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Januar 2018

Botoxbehandlung bei Blasenfunktionsstörung

Für Gynäkologen und Urologen wurde zum 1. ­Januar 2018 die Botoxbehandlung bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen als neue Leistung im EBM aufgenommen. Für den ärztlichen Aufwand gibt es in den beiden Fachkapiteln jeweils zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Behandlung (Zuschläge zur Zystoskopie) und die Nachbeobachtung, die extrabudgetär vergütet werden. Zudem wird eine Sachkostenpauschale in den EBM-Abschnitt 40.5 aufgenommen.

Voraussetzung für die Abrechnung der neuen Leistungen ist eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese wird erteilt, wenn jährlich die Teilnahme an von der jeweiligen Landesärztekammer anerkannten Fortbildungen zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen im Umfang von insgesamt mindestens acht CME-Punkten nachgewiesen wird. Die entsprechenden Antragsunterlagen stehen in Kürze zur Verfügung unter Genehmigungspflichtige Leistungen »

Werden in derselben Sitzung zur transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin auch Zystoskopien nach den GOP 08311, 26310 und 26311 durchgeführt, werden diese ebenfalls extrabudgetär vergütet.

Die Kosten für die Beschaffung des Arzneimittels Botox® trägt die Krankenkasse des gesetzlich versicherten Patienten. Dazu stellt der Arzt dem Patienten ein Rezept aus, das in der Apotheke eingelöst werden kann. Alternativ beschafft der Arzt das Arzneimittel und erhält die Kosten erstattet.

GOPLeistungsinhaltBewertung

08312 (Gynäkologen)

26316 (Urologen)


  •  transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin als Zuschlag zu den GOP 08311 bzw. 26310 und 26311 (Zystoskopie)
  • je vollendete zehn Minuten
  • der Zuschlag ist parallel zur Zystoskopie und je Sitzung höchstens fünfmal berechnungsfähig
  • insgesamt kann die GOP 15-mal im Krankheitsfall berechnet werden

282 Punkte

30,05 Euro

08313 (Gynäkologen)

26317 (Urologen)
  • Beobachtung eines Patienten im Anschluss an die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin als Zuschlag zu den GOP 08312 bzw. 26316
  • einmal am Behandlungstag
  • die Nachbeobachtung nach erfolgter Therapie mit Botulinumtoxin muss für mindestens 30 Minuten erfolgen und ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig
  • höchstens dreimal im Krankheitsfall

143 Punkte

15,24 Euro

40161
  • Kostenpauschale bei Durchführung einer transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin für die beim Eingriff eingesetzte(n) zystoskopische(n) Injektionsnadel(n), -kanüle(n) oder -katheter
45,00 Euro

Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Seit 10. Juni 2017 ist die neue Richtlinie Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen (US-BAA-RL) in Kraft. Sie sieht ein einmaliges Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen mittels sonographischer Unter­suchung für Männer ab 65 Jahren vor.

Der Bewertungsausschuss hat dafür folgende EBM-Anpassung beschlossen:
Zum 1. Januar 2018 werden zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) 01747 und 01748 in den EBM-Abschnitt 1.7.2 „Früherkennung von Krankheiten bei Erwach­se­nen” aufgenommen. Die beiden neuen GOP werden als Präventionsleistungen außer­halb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.

GOPLeistungsinhaltBewertung
01747

Aufklärung zum Screening auf Bauchaortenaneurysmen und Ausgabe der Versicherteninformation

  • für Hausärzte, Urologen, Internisten (mit und ohne Schwerpunkt), Chirurgen und Radiologen
  • auch im Zusammenhang mit der Gesundheitsuntersuchung (GOP 01732) möglich
57 Punkte
6,07 Euro
01748

Ultraschallscreening der Bauchaorta

  • für Hausärzte, Urologen, Internisten (mit und ohne Schwerpunkt), Chirurgen und Radiologen
  • Voraussetzung ist eine Genehmigung der KVBW nach der Ultraschallvereinbarung (Ärzte der genannten Fachgruppen mit einer Genehmigung der KVBW gemäß der Ultraschall­verein­barung Anwendungsbereich 7.1 (Abdomen, Retroperitoneum einschließlich Niere, transkutan), benötigen keine weitere Genehmigung).
  • Bei Untersuchung weiterer Organe auch neben GOP 33042 (Sonographie Abdomen) möglich. In diesen Fällen ist jedoch ein Abschlag von 77 Punkten auf die GOP 33042 vorzunehmen.
148 Punkte
15,77 Euro

Die Versicherteninformation ist beim Kohlhammer-Verlag erhältlich (Nr. 437 auf dem Bestellschein).

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Oktober 2017

Spezialisierte geriatrische Diagnostik in Berufsausübungsgemeinschaften/MVZ

In Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinischen Versorgungszentren, in denen ein geriatrisch spezialisierter Arzt zusammen mit einem Vertragsarzt tätig ist, kann ab dem 1. Oktober 2017 die GOP 30984 (weiterführendes geriatrisches Assessment) ohne Überweisung durchgeführt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die Notwendigkeit dafür aufgrund eines hausärztlich geriatrischen Basisassessments gemäß der GOP 03360 ergibt. In diesen Fällen ist ein Abschlag in Höhe von 50 Prozent auf die GOP der Vorabklärung (GOP 30980 und 30981) vorzunehmen.

Für die Konstellationen, in denen der Hausarzt gleichzeitig Geriater ist, sieht eine Ergänzung der bisherigen Regelung vor, dass zukünftig in diesen Fällen keine Überweisung mehr erforderlich ist. Die Notwendigkeit muss jedoch durch einen anderen mitbeurteilenden Geriater bescheinigt werden. Der mitbeurteilende Arzt kann dafür die GOP 30981 abrechnen. Die Mitbeurteilung kann sowohl im Rahmen einer persönlichen Vorstellung des Patienten, als auch gemäß Aktenlage vorgenommen werden.

Substitution: Take-Home-Vergabe und Konsiliarius-Regelung, neue GOP

Zur Abbildung des Aufwandes bei der Behandlung von Opiatabhängigen im Rahmen der Take-Home-Vergabe gemäß § 5 Abs. 9 BtMVV (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung), wird die GOP 01949 in den EBM aufgenommen.

Für die konsiliarische Untersuchung und Beratung eines Patienten im Rahmen des Konsiliariusverfahrens gemäß § 5 Abs. 4 BtMVV wird die GOP 01960 aufgenommen.
(Auch ein nicht suchtmedizinisch qualifizierter Arzt kann Patienten mit Substitutionsmitteln behandeln, wenn er sich zu Beginn der Behandlung mit einem suchtmedizinisch qualifizierten Arzt abstimmt sowie sicherstellt, dass sich sein Patient zu Beginn der Behandlung und mindestens einmal in jedem Quartal dem suchtmedizinisch qualifizierten Arzt vorstellt. Auf diese Weise können höchstens zehn Patienten gleichzeitig mit Substitutionsmitteln behandelt werden.)

Die neuen GOP 01949 und 01960 werden extrabudgetär vergütet.

GOPLeistungsinhaltBewertung
01949Behandlung Opiatabhängiger im Rahmen der Take-Home-Vergabe
  • je Behandlungstag
  • höchstens zweimal in der Behandlungswoche
  • kommt der Take-Home-Patient öfter in die Praxis, kann bei Vorliegen einer medizinischen Begründung die GOP 01950 zusätzlich abgerechnet werden
  • im Regelfall ist eine Take-Home-Vergabe bis zu sieben Tage vorgesehen
69 Punkte
7,26 Euro
01960Konsiliarische Untersuchung und Beratung im Rahmen des Konsiliariusverfahren
  • einmal im Behandlungsfall
90 Punkte
9,48 Euro

Neue palliativmedizinische Leistungen

Hausärzte und die meisten Fachärzten können die acht neuen, extrabudgetären palliativ­medizinischen Leistungen im EBM-Kapitel 37.3 abrechnen. Für die Leistungen gibt es unterschiedliche Abrechnungs­voraussetzungen. Sie sind außerdem nicht berechnungsfähig, wenn der behandelte Patient zeitgleich Leistungen im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativ­versorgung – mit Ausnahme der Beratungsleistung – erhält.

GOP, die von allen an der Versorgung eines Palliativpatienten beteiligten Vertragsärzten berechnungsfähig sind:

GOPLeistungsinhaltBewertung
37305
Palliativmedizinische Betreuung von Patienten in der Häuslichkeit bis zu 1,5 Stunden am Tag
  • Zuschlag zu den GOP 01410 (Besuch) und 01413 (Mitbesuch)
  • je vollendete 15 Minuten
  • Höchstwert 744 Punkte (entspricht sechs Ansätzen und mindestens 1,5 Stunden Betreuung) am Behandlungstag
124 Punkte
13,06 Euro
37306
Dringender Besuch eines Palliativpatienten in der Häuslichkeit
  • Zuschlag zu den GOP 01411, 01412 und 01415 (dringende Besuche)
  • je Besuch
124 Punkte
13,06 Euro
37320
Fallkonferenz gemäß Vereinbarung zur Palliativversorgung (Anlage 30 zum BMV-Ä)
  • für patientenorientierte Fallbesprechungen, unter Beteiligung notwendiger ärztlicher Fachdisziplinen und/oder komplementärer Berufe sowie Pflegekräften oder Angehörigen
  • von jedem teilnehmenden Arzt, bis zu fünfmal im Krankheitsfall
  • auch telefonisch   
64 Punkte
6,74 Euro

GOP, die nur von Vertragsärzten berechnet werden dürfen, die die Voraussetzungen gemäß Vereinbarung zur Palliativversorgung erfüllen:

(mehr zu den Voraussetzungen für die Abrechnungsgenehmigung unter Genehmigungspflichtige Leistungen »)

GOPLeistungsinhaltBewertung
37300
Palliativmedizinische Ersterhebung
  • einmal im Krankheitsfall
  • kann nur von einem an der Behandlung beteiligten Vertragsarzt berechnet werden
392 Punkte
41,28 Euro
37302
Koordinationspauschale
  • Zuschlag zur Versicherten- / Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt gem. Anlage 30 zum BMV-Ä
  • einmal im Behandlungsfall
275 Punkte
28,96 Euro
37317
Telefonische Erreichbarkeit und Besuchsbereitschaft in kritischen Phasen
  • Zuschlag zur GOP 37302
  • einmal im Krankheitsfall
1.425 Punkte
150,05 Euro
37318
Telefonische Beratung von mindestens 5 Minuten Dauer
  • je Telefonat
213 Punkte
22,43 Euro

GOP, die nur von einem konsiliarisch tätigen Arzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin berechnet werden kann:

GOPLeistungsinhaltBewertung
37314Konsiliarische Erörterung durch Arzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
  • ohne persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt
  • einmal im Behandlungsfall  
106 Punkte
11,16 Euro

Laserepilation bei ICD F64.0G

Im Rahmen eines Mann-zu-Frau-Transsexualismus mit geschlechtsangleichenden Maßnahmen ist die Laserepilation als vertragsärztliche Leistung extrabudgetär über den EBM abrechenbar. Die vier neuen GOP können von Hautärzten, Chirurgen und Gynäkologen für die Epilation im Gesicht und/oder am Hals sowie an einer Hand und/oder den Händen berechnet werden.

GOPLeistungsinhaltBewertung
02325
Epilation mittels Lasertechnik im Gesicht und/oder am Hals
  • 5 Minuten Dauer
88 Punkte
9,27 Euro
02326
Epilation mittels Lasertechnik an einer Hand und/oder den Händen
  • 5 Minuten Dauer
88 Punkte
9,27 Euro
02327
Epilation mittels Lasertechnik im Gesicht und/oder am Hals
  • Zuschlag zur GOP 02325
  • je weitere vollendete 5 Minuten Dauer   
70 Punkte
7,37 Euro
02328
Epilation mittels Lasertechnik an einer Hand und/oder den Händen
  • Zuschlag zur GOP 02326
  • je weitere vollendete 5 Minuten Dauer
70 Punkte
7,37 Euro

GOP 02325 bis 02328 sind in Summe am Behandlungstag höchstens viermal und im Krankheitsfall höchstens 32-mal berechnungsfähig.

Schrittmachersysteme: Neue Abrechnungssystematik

Zum 1. Oktober 2017 wird die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen nach den Aggregattypen Herzschrittmacher, implantierte Kardioverter/Defibrillatoren und implantierte Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) differenziert. Hierfür werden im Kapitel 4 (Pädiatrie) und Kapitel 13 (Innere Medizin, Kardiologie) jeweils drei neue GOP für die konventionelle Funktionsanalyse und zwei GOP für die telemedizinische Funktionsanalyse aufgenommen. Die bisherigen GOP 04417, 04418, 13552 und 13554 sind daher ab Oktober nicht mehr berechnungsfähig.

Art der FunktionskontrolleAlte GOP (bis 30.09.2017)Neue GOP (ab 1.10.2017)
GOP
Bewertung
GOP
Bewertung
konventionell


13552 (Schrittmacher, Kardioverter/
Defibrillator, CRT)


279 Punkte
29,38 Euro
13571 (Schrittmacher)189 Punkte
19,90 Euro
13573 (Kardioverter/
Defibrillator, CRT)
350 Punkte
36,85 Euro
13575 (CRT)431 Punkte
45,38 Euro
telemedizinisch

13554 (Kardioverter/
Defibrillator, CRT)

13574 (Kardioverter/
Defibrillator)
350 Punkte
36,85 Euro
13576 (CRT)431 Punkte
45,38 Euro
konventionell

04418 (Schrittmacher, Kardioverter/
Defibrillator, CRT)

511 Punkte
53,81 Euro
04411 (Schrittmacher)347 Punkte
36,54 Euro
04413 (Kardioverter/
Defibrillator)
641 Punkte
67,50 Euro
04415 (CRT)789 Punkte
83,08 Euro
telemedizinisch04417 (Kardioverter/
Defibrillator, CRT)
04414 (Kardioverter/
Defibrillator)
641 Punkte
67,50 Euro
04416 (CRT)789 Punkte
83,08 Euro

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Juli 2017

Psychotherapie

Zum 1. Juli 2017 wird infolge der neuen Psychotherapie-Richtlinie auch die entsprechende Struktur im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) angepasst. Die EBM-Kapitel 35.2 und 35.3 werden neu gegliedert und alle Leistungen erhalten neue Gebührenordnungspositionen (GOP). Weitere Änderungen betreffen die Vergütung von Gruppentherapien.

Über die neuen rechtlichen Rahmen­bedingungen haben informieren wir zusammenfassend im Juni-Rundschreiben Neuerungen ab 1. April und 1. Juli 2017   und hier ».

NäPa in Facharztpraxen: Hausbesuche

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) in Facharztpraxen können künftig auch Hausbesuche durchführen. Dazu werden zum 1. Juli 2017 im Kapitel 38 „Delegationsfähige Leistungen“ die GOP 38202 (90 Punkte / 9,48 Euro) und für die Betreuung eines weiteren Patienten die GOP 38207 (83 Punkte / 8,74 Euro) als Zuschläge zu den GOP 38100 und 38105 aufgenommen. Die Vergütung erfolgt außerhalb der MGV.

Präventionsempfehlung (Muster 36)

Die Bewertung der Früherkennungs­untersuchungen U3 bis U9 und J1 (GOP 01713 bis 01720 und 01723) sowie der Gesundheitsuntersuchung bei Erwachsenen (GOP 01732) wird für das ggf. anschließende Ausstellen einer Präventions­empfehlung um jeweils einen Punkt erhöht.

Mehr zur Präventions­empfehlung lesen Sie auf der KBV-Homepage.

Kinder-Richtlinie: Pulsoxymetrie-Screening

Für das Screening auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, werden zum 1. Juli 2017 zwei neue GOP in den EBM-Abschnitt 1.7.1 aufgenommen.

  • Die GOP 01702 (28 Punkte / 2,95 Euro) ist für die eingehende Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie berechnungsfähig, wenn auf die eingehende Aufklärung keine funktionelle Pulsoxymetrie folgt.
  • GOP 01703 (157 Punkte / 16,53 Euro) für die Durchführung der funktionellen Pulsoxymetrie 
  • Die Aufklärung der Eltern und die Wiederholung der Pulsoxymetrie innerhalb von zwei Stunden nach einem kontrollbedürftigen Messergebnis der Erstmessung zählen zu den fakultativen Leistungsinhalten. 
  • Beide GOP können nur bis zur U2, sofern noch kein Pulsoxymetrie-Screening im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist, berechnet werden.
  • Vergütung außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV).

Telemedizinische Kontrolle kardiologischer Implantate

Änderungen bei Kontrolle von Herzschrittmachern, ICD- und CRT-Systemen: Die Übergangsregelung in der jeweils zweiten Anmerkung der GOP 04417 und 13554 (Telemedizinische Kontrolle) wird bis 31. Dezember 2017 verlängert.

Wichtige EBM-Änderungen zum 1. April 2017

iFOBT Stuhltest

Das immunologische Stuhltest-Verfahren iFOBT zur Darmkrebs-Früherkennung löst zum 1. April 2017 den bisherigen Guajak-basierten Test auf okkultes Blut im Stuhl ab.

Neue GOP für Ausgabe und Beratung

  • Ärzte, die den iFOBT als Früherkennungsuntersuchung auf kolorektales Karzinom veranlassen, rechnen ab April die GOP 01737 ab. Die Leistung umfasst die Ausgabe, Rücknahme und Weiterleitung des Stuhlproben-Entnahmesystems sowie die Beratung des Patienten bei einer präventiven Untersuchung.
    • Bewertung: 57 Punkte (ca. 6,00 Euro)
    • Hausärzte, Chirurgen, Gynäkologen, Hautärzte, Facharztinternisten und Urologen können die neue GOP nur bei präventiver Untersuchungsindikation abrechnen. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
  • Streichung der GOP 01734: Die Untersuchung auf okkultes Blut mit einem Guajak-basierten Test ist ab 1. April in der er Krebsfrüherkennung keine Kassenleistung mehr.

Wie bisher gibt der Arzt, der die Früherkennungsuntersuchung auf kolorektales Karzinom durchführt, den Stuhltest an den Patienten aus. Anders als bislang erfolgt die Auswertung des Tests allerdings nicht in der Praxis, sondern im Labor.

Neue GOP für Laboruntersuchung

  • Für die Untersuchung der Stuhlprobe im Labor gibt es zwei neue GOP: die GOP 01738 (Bewertung 75 Punkte, Vergütung 7,90 Euro) bei einer präventiven Untersuchung und die GOP 32457 (Bewertung 6,21 Euro) bei einer kurativen Untersuchungsindikation. In den Laborleistungen enthalten sind die Kosten für das Stuhlproben-Entnahmesystem. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Mehr dazu lesen Sie hier ».

Psychotherapie

Mit der Strukturreform der ambulanten Psychotherapie wurde das Leistungsangebot zum 1. April 2017 erweitert und neu strukturiert. Der Bewertungsausschuss hat mittlerweile beschlossen, die neu eingeführten Leistungen so zu vergüten wie die Gebührenordnungspositionen der Richtlinien-Psychotherapie (mehr erfahren »).

    • Psychotherapeutische Sprechstunde:
      GOP 35151 / 421 Punkte / 44,33 Euro je vollendete 25 Minuten
    • Psychotherapeutische Akutbehandlung:
      GOP  35152 /  421 Punkte / 44,33 Euro je vollendete 25 Minuten
    • Strukturzuschläge zur Sprechstunde und Akutbehandlung:
      GOP 35254 /  72 Punkte / 7,58 Euro (alt: 69 Punkte / 7,27 Euro) bei voller Auszahlungsquote / wird von der KV zugesetzt, sobald die Oberpunktzahlgrenze erreicht ist / Punkte der Sprechstunde und Akutbehandlung werden zur Ermittlung der Quote mitgezählt.

    Weitere Änderungen gelten ab dem 1. Juli 2017. Sie betreffen die Vergütung von Gruppentherapien sowie die Umstrukturierung des psychotherapeutischen EBM-Kapitels.

    Über die neuen rechtlichen Rahmen­bedingungen informieren wir Sie zusammenfassend im Juni-Rundschreiben Neuerungen ab 1. April und 1. Juli 2017 und hier ».

    Die Psychotherapeutische Sprechstunde und der Strukturzuschlag IV werden rückwirkend ab 1. April 2017 der fachärztlichen Grundversorgung zugeordnet. Damit ist die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) auch in diesen Fällen berechnungsfähig.

    Höherbewertung der PFG in den Kapiteln 22 und 23: Die Bewertungen der Zuschläge für die psychosomatische und psychotherapeutische Grundversorgung (GOP 22216, 23216 von 164 Punkte / 17,27 Euro, auf 170 Punkte / 17,90 Euro und 22218, 23218 von 44 Punkte / 4,63 Euro, auf 46 Punkte / 4,84 Euro) wird ebenfalls rückwirkend ab 1. April 2017 angehoben.

    Kein Abrechnungsausschluss zwischen Hypnose und Verhaltenstherapie: Die GOP 35120 (Hypnose) bleibt in derselben Sitzung neben Leistungen der Verhaltenstherapie (GOP 35220 bis 35225) weiterhin berechenbar.

    Kindernephrologie

    Für die nephrologische Betreuung von Kindern erhalten Pädiater ab April einen Zuschlag zur Versichertenpauschale von rund 100 Euro im Quartal. Dazu wird eine neue Gebührenordnungsposition 04563 in den EBM aufgenommen.

    Vergütung erfolgt extrabudgetär

    Die neue Gebührenordnungsposition GOP 04563 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale (04000) einmal im Behandlungsfall gewährt und ist mit 950 Punkten (100,04 Euro) bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung zum festen Preis.

    Abgerechnet werden kann der Zuschlag, wenn ein Versorgungsauftrag gemäß Paragraf 3 Abs. 3 Buchstabe e) Anlage 9.1 im Bundesmantelvertrag-Ärzte wahrgenommen wird.

    Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten

    Die Anleitung eines Diabetikers zur Handhabung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung (rtCGM) wird ab 1. April über den EBM vergütet.

    Für die Anleitung der Patienten zur Handhabung der Geräte werden neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen. Abrechnen können sie Hausärzte und Internisten (GOP 03355 bzw. 13360) sowie Kinder- und Jugendmediziner (GOP 04590) jeweils mit besonderer Qualifikation. Die Vergütung für vollendete zehn Minuten beträgt 7,58 Euro (72 Punkte).

    Insgesamt kann die Leistung bis zu zehnmal im Jahr angesetzt werden, zum Beispiel für die Schulung des Patienten, sodass im Jahr bis zu 75,80 Euro vergütet werden. Ärzte können die Anleitung des Patienten auch teilweise an das Praxispersonal delegieren.

    ArztgruppeGOP
    Hausärzte und hausärztlich tätige Internisten jeweils mit
    der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder
    der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“
    03355
    Internisten mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder
    der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“
    13360
    Kinder- und Jugendmediziner mit der Zusatzweiterbildung
    „Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie“ oder „Diabetologie“
    oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft
    04590

    Notfalldienst: Schweregradzuschläge GOP 01223, 01224, 01226

    Bei der Abrechnung der Versorgung im Notfall und im Notdienst wird ab 1. April 2017 nach dem Schweregrad der Fälle differenziert. Für Patienten mit erhöhtem Behandlungsaufwand werden Schweregradzuschläge als Zuschlag zu den Notfallpauschalen in den EBM aufgenommen. Für Fälle ohne Not­wendig­keit einer Notfallbehandlung, wird eine Abklärungspauschale eingeführt.

    Die Bewertung der GOP 01210 wird infolgedessen von bisher 127 Punkten auf 120 Punkte abgesenkt.

    Schweregradzuschläge

    Es werden Pauschalen für besonders schwerwiegende Erkrankungen (GOP 01223 und 01224) und für schwierige Kommunikationssituationen (GOP 01226) eingeführt. Sowohl die Diagnosen als auch die Situationen mit schwieriger Kommunikation sind im EBM festgelegt (vgl. ICD-Listen).

    Die Schweregradzuschläge nach GOP 01223 und 01224 sind an folgende schwer­wiegende, gesicherte Behandlungsdiagnosen geknüpft:

    • Frakturen im Bereich der Extremitäten proximal des Metacarpus und Metatarsus
    • Schädel-Hirn-Trauma mit Bewusstlosigkeit von weniger als 30 Minuten (S06.0 und S06.70)
    • akute tiefe Beinvenenthrombose
    • Hypertensive Krise
    • Angina pectoris (ausgenommen: ICD I20.9)
    • Pneumonie
    • akute Divertikulitis.

    ICD-Kataloge für die Schweregradzuschläge

    Abklärungspauschale

    Für Patienten, die nicht notfallmäßig in der Notaufnahme im Krankenhaus oder im organisierten Bereitschaftsdienst behandelt werden müssen und deshalb in eine Arztpraxis weitergeleitet werden können.

    GOPLeistungsinhaltBewertung
    01205 Abklärung der Behandlungsnotwendigkeit
    • Tag
    45 Punkte
    01207 Abklärung der Behandlungsnotwendigkeit
    • Nacht, Wochenende, Feiertage
    80 Punkte

    Telekonsile

    Für die Abrechnung der Telekonsile gibt zum 1. April 2017 vier neue Gebühren­ordnungs­positionen (GOP) im Kapitel 34 EBM.

    Abrechnungsvoraussetzungen:

    • Die technischen Anforderungen müssen erfüllt sein (siehe Anlage 31a Bundesmantelvertrag-Ärzte).
    • Nachweis gegenüber der KV durch eine Erklärung des Kommunikationsdienstes
    • Vorliegen einer Genehmigung zur Abrechnung der im jeweiligen Konsil zu klärenden Röntgen- und/oder CT-Untersuchungen
    • Medizinische Fragestellung fällt nicht in das Fachgebiet des Arztes, der das Telekonsil einholt, oder
      die Zweitbefundung ist wegen besonders komplexer medizinischer Fragestellung erforderlich.

    Nicht möglich sind diese Leistungen innerhalb von Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren, Apparategemeinschaften und ähnlichen Ein­richtungen sowie im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms.

    Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditäts­­­bedingten Gesamt­­vergütung und damit extra­budgetär.

    Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ab 1. April 2017
    34800Einholung einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung von Röntgen- und/oder CT-Aufnahmen91 Punkte einmal im Behandlungsfall
    Punktzahlvolumen je Praxis
    34810
    • Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen
    • schriftlicher Bericht
    • elektronische Übermittlung des Konsils, max. drei Werktage nach Auftragseingang
    110 Punkte je Konsiliarauftrag
    34820
    • Befundbeurteilung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34310, 34311, 34320, 34350, 34351
    • schriftlicher Bericht
    • elektronische Übermittlung des Konsils, max. drei Werktage nach Auftragseingang
    276 Punkte je Konsiliarauftrag
    34821
    • Befundbeurteilung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34312, 34321, 34322, 34330, 34340 bis 34344
    • schriftlicher Bericht
    • elektronische Übermittlung des Konsils, max. drei Werktage nach Auftragseingang
    389 Punkte je Konsiliarauftrag

     

     

    Änderungen bei der Zuzahlung Heilmittelabgabe

    Die Zuzahlungsbeträge bei Heilmittelabgabe in der Arztpraxis für Ersatz- und Primärkassen erhöhen sich zum 1. April 2017.

    Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Januar 2017

    Sozialpädiatriezuschlag künftig dreimal im Krankheitsfall abrechnungsfähig

    Die sozialpädiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen wird ab Januar 2017 besser vergütet. Statt wie bisher zweimal kann der 2015 eingeführte Zuschlag für die Beratung zu weiterführenden Maßnahmen dann dreimal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Hintergrund der Anpassung ist, dass das Vergütungsvolumen von etwa 14 Millionen Euro pro Jahr bislang nicht ausgeschöpft wird.

    Die Gebührenordnungsposition 04356 war vor zwei Jahren als Zuschlag im Zusammenhang mit der sozialpädiatrischen Gebührenordnungsposition 04355 in den EBM aufgenommen worden. Da im Jahr 2015 das für diese Leistung vorgesehene Vergütungsvolumen von etwa 14 Millionen Euro nicht ausgeschöpft werden konnte, weitet der Bewertungsausschuss nun die Berechnungsmöglichkeit der Gebührenordnungsposition 04356 aus.

    Kinderichtlinie: Mukoviszidosescreening & Höherbewertungen

    Um das neu in die Kinder-Richtlinie aufgenommene Screening auf Mukoviszidose abzubilden, wurde die bestehende Gebührenordnungsposition 01707 „Erweitertes Neugeborenen-Screening“ erweitert. Darüber hinaus wurde eine neue Leistung nach der Gebührenordnungsposition 01709 (50 Punkte) für den Arzt eingeführt, welcher das Screeninglabor auf Mukoviszidose veranlasst.

    Die bestehende Gebührenordnungsposition 01708 „Laboruntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings“ entfällt. Deren Inhalte sind nun über die neuen Gebührenordnungspositionen 01724 bis 01727 anderweitig geregelt. Während die Gebührenordnungs­position 01724 die bisherige Neugeborenen-Screening­untersuchung der Zielkrankheiten enthält, wird in den Gebührenordnungspositionen 01725 bis 01727 des Katalogs die dreistufige Diagnostik des neu in die Richtlinie aufgenommenen Screenings auf Mukoviszidose abgebildet. Zusätzlich werden aufgrund geänderter Untersuchungs- und Beratungsinhalte die Bewertungen der Gebührenordnungs­positionen 01712 bis 01719 um 30 Prozent und 01723 um 13 Prozent  auf 401 Punkte erhöht.

    NäPa – Änderungen bei der Abrechnung

    Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa)

    Änderungen ab 01.01.2017:

    Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa) im EBM
    GOP 03060
    Strukturelle Förderung als Zuschlag zu GOP 03040 (von KV zugesetzt)
    22 Punkte
    GOP 03061
    Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03060 (von KV zugesetzt)
    12 Punkte

    (03060 und 03061: maximal 23.800 Punkte pro Praxis und Quartal, bei HZV-Teilnahme 34 Punkte weniger je HZV-Fall)
    GOP 03062
    Besuch der NäPa (erster Besuch innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld
    166 Punkte
    GOP 03064
    Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03062 (von KV zugesetzt)
    20 Punkte
    GOP 03063
    Mitbesuch der NäPa (Besuch eines weiteren Patienten innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld
    122 Punkte
    GOP 03065
    Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03063 (von KV zugesetzt)
    14 Punkte

    Besuch und Mitbesuch einer NäPa

    • ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet

    Genehmigungspflicht der GOP 03060, 03062 und 03063

    Um Leistungen für eine NäPa abzurechnen, brauchen Sie eine Genehmigung.

    Neue Kriterien für die Abrechnungsgenehmigung:

    • NäPa (gemäß Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte) mit mindestens 20 Wochenstunden
    • mindestens 700 Behandlungsfälle je Quartal bei vollem Versorgungsauftrag
      (Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
      Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 521 Fälle je weiterem vollen Sitz. Das heißt bei zwei Sitzen 1.221 Fälle, bei zweieinhalb Sitzen 1.482 Fälle, bei drei Sitzen 1.742 Fälle usw.
      oder
      mindestens 120 Fälle je Quartal mit Patienten, die im jeweiligen Quartal 75 Jahre oder älter waren bei vollem Versorgungsauftrag
      (Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
      Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 80 Fälle je weiterem vollen Sitz.

    Sofern kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Fälle aus HzV-Verträgen werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem Hausarztvertrag teilnehmen und die NäPa-Genehmigung besitzen, sind verpflichtet, der KV alle im aktuellen Quartal behandelten HZV-Patienten in der Abrechnung anzugeben (Pseudofall mit Angabe der Kennziffer 88194). Neu niedergelassene Hausärzte müssen Mindestfallzahlen zur Anstellung einer nicht-ärztlichen Praxisassistentin in den ersten sechs Quartalen nicht erfüllen.

    Wichtige EBM-Änderungen 2016

    Medikationsplan

    Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte erhalten ab Oktober eine Einzelleistungsvergütung für Patienten, die nicht chronisch krank sind (neue GOP 01630). Bei Chronikern gibt es pauschal einen Zuschlag auf die Chroniker­pauschale, unabhängig davon, ob für den Patienten ein Medikationsplan zu erstellen beziehungs­weise zu aktualisieren ist.

    Fachärzte, die einen Medikationsplan erstellen, können bei bestimmten Patienten ebenfalls die Einzelleistung (GOP 01630) abrechnen. Für alle anderen Patienten erhalten die meisten Fachgruppen einen Zuschlag auf die Grundpauschale, ebenfalls unabhängig davon, ob tatsächlich ein Medikationsplan zu erstellen beziehungsweise zu aktualisieren ist. Die Vergütung erfolgt stets extrabudgetär und somit zu festen Preisen.

    Die wichigsten Informationen zum Medikamentenplan haben wir für Sie in einem Merkblatt  zusammengestellt.

    Pflegeheimversorgung – Besuche von Praxisassistentinnen

    Die ärztliche Versorgung von Heimbewohnern soll sich verbessern. Zum 1. Juli wurde das neue Kapitel 37 im EBM eingeführt, das die Leistungen für die Berechnung zusätzlicher ärztlicher Kooperations- und Koordinationsaufgaben regelt. Auf diese Weise sollen Ärzte, die Kooperationsverträge mit Heimen abschließen, hierfür besser vergütet werden. Die Leistungen werden extrabudgetär vergütet.
    Mehr dazu: Kooperationsverträge zwischen Ärzten und Pflegeheimen »

    Außerdem sollen neue Möglichkeiten der Delegation ärztlicher Leistungen geschaffen werden. Hierzu dient das neue Kapitel 38 der EBM. Konnten bereits Hausärzte Leistungen an sogenannte qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) delegieren, können dies künftig auch Fachärzte.
    Mehr dazu: NäPa-Zuschlag ab 1. Juli 2016 auch für Fachärzte »

    Patientenadaptiertes Narkosemanagement in der Kataraktchirurgie

    Die unterschiedlichen Anästhesieverfahren, die in der Kataraktchirurgie abgerechnet werden können, werden ab 1. Juli 2016 in einer Pauschale zusammengefasst. Anästhesisten können dann patientenindividuell auswählen, welches Verfahren sie anwenden oder die Verfahren kombinieren.

    Für bei Kataraktoperationen in Anspruch genommene Anästhesisten sind künftig unabhängig von der Art des Narkosemanagements spezifische Pauschalen ansatzfähig.

    • z. B. außerbudgetäre Einzelleistung GOP 31841 (706 Punkte) für das Narkosemanagement bei Katarakt-OP nach GOP 31351
    • obligater Zuschlag GOP 05315 (15 Punkte) im Budget

    Genetisches Labor

    Der Bereich Humangenetik im EBM wurde grundlegend überarbeitet, um die genetischen Leistungen im EBM an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik anzupassen. Einige der Leistungen werden ab 1. Juli 2016 extrabudgetär vergütet. Darauf haben sich KBV und Krankenkassen im Bewertungsausschuss geeinigt.

    Die bisherigen humangenetischen Laboruntersuchungen nach den Gebühren­ordnungs­positionen (GOP) 11310 bis 11312  (Zytogenetik) und 11320 bis 11322 (Molekular­genetik) werden zum dritten Quartal 2016 in differenzierte GOP für Leistungen der konstitutionellen genetischen Diagnostik und Leistungen der tumorgenetischen Diagnostik überführt.

    Folgende Leistungssegmente der humangenetischen und der tumorgenetischen Laborleistungen werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung finanziert:

    Extrabudgetäre Vergütung

    • umfangreiche humangenetische Analysen (GOP 11449 und 11514),
    • allgemeine Tumorgenetik (Unterabschnitt 19.4.2),
    • Companion Diagnostic (Unterabschnitt 19.4.4).

    11.4.1 Fallbezogene Pauschalen der in-vitro-Diagnostik konstitutioneller genetischer Veränderungen

    GOP 11301Sie umfasst ärztliche und weitere Inhalte, die zusätzlich bei Probeneinsendungen erforderlich sind. Folglich ist die Berechnung dieser Leistung neben Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen im Behandlungsfall ausgeschlossen.
    GOP 11302Sie umfasst die ärztliche Beurteilung und die Gemeinkosten konstitutioneller genetischer Analysen und ist als Zuschlag zu entsprechend aufwendig zu beurteilenden Untersuchungen ausgestaltet.
    GOP 11302Sie ist für eine erneute Beurteilung der bereits vorliegenden Befunde nach frühestens vier Jahren berechnungsfähig. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass molekularzytogenetische Untersuchungen nach der GOP 11508 und humangenetische Mutationssuchen nach den GOP 11513 und 11514 zu Ergebnissen führen können, die auf dem Stand des derzeitigen Wissens nicht mit ausreichender Sicherheit interpretierbar sind. Diese Varianten unklarer klinischer Signifikanz können auf dem Stand des dann – nach frühestens vier Jahren – aktuellen Wissens erneut beurteilt und vermutlich auch einer Klärung zugeführt werden.

    11.4.2 Indikationsbezogene genetische in-vitro-Diagnostik monogener Erkrankungen


    Die Präambel zum Abschnitt 11.4 Nr. 11 stellt klar, dass der Untersuchungsumfang der indikationsbezogenen Stufendiagnostik nach Abschnitt 11.4.2 abschließend ist.

    Eine Leistung nach den GOP 11508, 11513 und 11514 EBM ist nur bei Vorliegen der Indikationsvoraussetzungen nach § 6 der Qualitätssicherungsvereinbarung-Molekulargenetik zulässig.

    Der Unterabschnitt wurde um folgende Indikationen erweitert:

    • das Noonan-Syndrom als „nicht seltene“ Erkrankung mit kardialer Beteiligung und Entwicklungsverzögerung (GOP 11355 und 11356)
    • das Marfan-Syndrom als hereditäre Erkrankung des Bindegewebes unter anderem mit Beteiligung des Herz-Kreislauf- und des Skelettsystems sowie der Augen (GOP 11444 bis 11448)

    Sofern der Leistungsumfang der indikationsbezogenen Mutationssuchen nach den GOP 11352, 11371, 11401, 11411, 11431, 11432 und 11440 dem Umfang nach erweitert werden muss, kann nach vorheriger Genehmigung durch die zuständige Krankenkasse der Zuschlag nach der GOP 11449 (außerbudgetär) berechnet werden.

    Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung

    Für die spezialisierte Diagnostik geriatrischer Patienten gibt es ab 1. Juli 2016 neue Gebühren­ordnungs­positionen im EBM. Künftig können Hausärzte Patienten für das weiterführende geriatrische Assessment an einen spezialisierten geriatrischen Vertrags­arzt oder eine ermächtigte Geriatrische Instituts­ambulanz (GIA) überweisen.

    Die Leistungen des neuen EBM-Abschnitts 30.13 „Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung“ sind für Patienten mit einem besonders aufwändigen geriatrischen Versorgungs­bedarf bestimmt (gemäß § 118a SGB V, Geriatrische Instituts­ambulanzen – GIA).

    Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für Hausärzte
    30980 Abklärung vor der Durchführung eines spezialisierten Assessments nach GOP 30984194 Punkte
    30988Zuschlag für die weiterbetreuenden Ärzte für die Koordination der Therapiemaßnahmen nach einem weiterführenden geriatrischen Assessment 65 Punkte

    In Kooperation mit Hausärzten können im Ausnahmefall auch folgende Vertragsärzte überweisen: Fachärzte für Neurologie, für Nervenheilkunde, für Neurologie und Psychiatrie, für Psychiatrie und Nervenheilkunde oder Vertragsärzte mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie.

    Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für GIAs und Geriater
    30981Abklärung vor der Durchführung eines spezialisierten Assessments durch die GIA bzw. den spezialisierten geriatrischen Vertragsarzt 131 Punkte
    30984 Weiterführendes geriatrisches Assessment durch GIA bzw. den spezialisierten geriatrischen Vertragsarzt882 Punkte

    30985
    Sofern das weiterführende geriatrische Assessment länger als 60 Minuten dauert, können je weitere vollendete 30 Minuten diese Zuschläge jeweils bis zu zweimal im Krankheitsfall berechnet werden. 325 Punkte

    30986
    234 Punkte

    Überweisung  eines Arztes nach 30.13 Nr. 1 (üblicherweise Hausarzt) zwingend erforderlich!

    Abrechnungsvoraussetzungen

    Die Abrechnung der Leistungen ist nur bei Vorliegen einer Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung zur spezialisierten geriatrischen Diagnostik zulässig. Über diese Voraussetzungen informieren wir gesondert.

    Die GOP dürfen nur bei Patienten berechnet werden, die einen besonders aufwändigen geriatrischen Versorgungsbedarf aufweisen:

    • höheres Lebensalter (ab Beginn des 71. Lebensjahres) und
    • Vorliegen einer Pflegestufe gemäß § 15 SGB XI sowie einem der nachfolgenden geriatrischen Syndrome oder statt der Pflegestufe mindestens eines zusätzlichen dieser Syndrome
      • Multifaktoriell bedingte Mobilitätsstörung einschließlich Fallneigung und Altersschwindel
      • Komplexe Beeinträchtigung kognitiver, emotionaler oder verhaltensbezogener Art
      • Frailty-Syndrom (Kombinationen von unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, körperlicher und/oder geistiger Erschöpfung, muskulärer Schwäche, verringerter Ganggeschwindigkeit und verminderter körperlicher Aktivität)
      • Dysphagie
      • Inkontinenz(en)
      • Therapierefraktäres chronisches Schmerzsyndrom.

    PET als Diagnoseverfahren für die Tumordiagnostik

    Ab 1. Januar 2016 lässt lässt sich die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie (PET/CT) über den EBM abrechnen. Die Kosten für die Untersuchung werden bei Patienten mit Lungenkarzinom oder Hodgkin-Lymphom übernommen, sofern sie den zugelassenen Indikationen entsprechen.

    Indikationsspektrum der Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
    GBA-Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung
    Anlage I: Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden
    1.Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen.
    2.Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen.
    3.Charakterisierung von Lungenrundherden, insbesondere Beurteilung der Dignität peripherer Lungenrundherde bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko und wenn eine Diagnosestellung mittels einer invasiven Methodik nicht möglich ist.
    4.Bestimmung des Tumorstadiums von kleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen, es sei denn, dass vor der PET-Diagnostik ein kurativer Therapieansatz nicht mehr möglich erscheint.
    5.Nachweis eines Rezidivs (bei begründetem Verdacht) bei kleinzelligen Lungenkarzinomen, wenn die Patienten primär kurativ behandelt wurden und wenn durch andere bildgebende Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen werden konnte.
    6.Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von > 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie.
    EBM-Abschnitt 34.7
    PET inkl. CT-Fusion des gesamten Körperstammes
    von der Schädelbasis bis zum proximalen Oberschenkel
    GOP 34700 bei Fusion mit bereits vorhandenem CT4456 Punkte
    GOP 34701 bei Fusion mit inkludiertem CT 5653 Punkte
    PET inkl. CT-Fusion von Teilen des Körperstammes
    bei auf das Tumorgeschehen begrenztem Untersuchungsfeld in einer Bettposition
    GOP 34702bei Fusion mit bereits vorhandenem CT3565 Punkte
    GOP 34703bei Fusion mit inkludiertem CT4523 Punkte

    Weiterhin wird die Kostenpauschale nach GOP 40584 (255 Euro) in den Abschnitt 40.10 aufgenommen. Diese Kosten­pauschale 40584 ist für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Erbringung der neuen Leistungen (Gebühren­ordnungs­positionen 34700 bis 34703) bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose berechnungsfähig.

    Die Vergütung erfolgt als Einzelleistung und damit extrabudgetär zu festen Preisen. Eine Genehmigung der KVBW zur Erbringung von PET-Leistungen ist erforderlich. Die QS-Vereinbarung für die PET wollen KBV und Krankenkassen bis Ende Juni 2016 abstimmen.

    Telemedizinische Kontrolle kardiologischer Implantate

    Ab dem zweiten Quartal 2016 lässt sich die Funktionsfähigkeit bestimmter kardiologischer Implantate auch telemedizinisch überprüfen und als EBM-Leistung abrechnen.

    Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ab 1. April 2016
    13554Kardiologen – telemedizinische Kontrolle/Funktionsanalyse eines Kardioverters/Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 279 Punkte
    04417 Kinderkardiologen – telemedizinische Kontrolle/Funktionsanalyse eines Kardioverters/Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D)511 Punkte
    01438vom Arzt ausgehende telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit der GOP 13554 oder 0441788 Punkte

    Die identisch bewerteten bisherigen GOPs 04418 und 13552 können weiterhin abgerechnet werden, wenn der Patient zur Kontrolle die Praxis aufsucht und ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattfindet.

    Eine QS-Vereinbarung für die Funktionsanalyse von Kardiovertern/Defibrillatoren und CRT-Systemen wollen KBV und Krankenkassen bis Ende Oktober 2016 abstimmen. Bis zu deren Einführung, längstens bis 30. Juni 2017, reicht zur Abrechnung die bisherige Genehmigung aus.

    Prostataoperation mit Holmium-Laser

    Belegärztlich tätige Urologen können Prostataoperationen mittels Holmium-Laser ab dem zweiten Quartal 2016 über den EBM abrechnen. Bereits seit fünf Jahren gehören Lasereingriffe zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit Wirkung zum 1. April 2016 sind die beschriebenen Operationsverfahren zur Holmium-Laserresektion und Holmium-Laserenukleation der Prostata in den Anhang 2 zum EBM aufgenommen. Damit stehen die Details zur Abrechnung und Vergütung fest.

    Zur Durchführung und Abrechnung von Holmium-Laser-Operationen über den EBM benötigen Vertragsärzte eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Welche Anforderungen zu erfüllen sind, regelt eine Qualitätssicherungsvereinbarung. Sie sieht eine Übergangsregelung für Ärzte vor, die bereits mit dieser Lasertechnik gearbeitet haben.

    Die Leistungsbeschreibungen der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) orientieren sich an den Vorgaben der Vereinbarung von Qualitätssicherungs­­maßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zu nicht-medikamentösen, lokalen Verfahren zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS) mittels Holmium-Laser (Qualitäts­sicherungs­­vereinbarung Holmium-Laser bei BPS).

    Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditäts­­­bedingten Gesamt­­vergütung und damit extra­budgetär zu festen Preisen.

    Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ab 1. April 2016
    36289 Laserendoskopischer urologischer Eingriff bis 45 Minuten Dauer 2108 Punkte
    36290Zuschlag zur GOP 36289
    je weitere vollendete 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit

    364 Punkte

    36829  Zuschlag zur GOP 36823
    bei Fortsetzung einer Anästhesie und/oder Narkose bei Verlängerung des Eingriffs mittels Holmium-Laser
    191 Punkte

    Labor

    Fürs erste Halbjahr 2016 beträgt die bundeseinheitliche Laborabstaffelungsquote „Q” 91,58 Prozent.

    Welche Ärzte Laboruntersuchungen des EBM-Abschnitts 32.3 (Speziallabor) erbringen und abrechnen dürfen, soll künftig vom Kern des Fachgebietes abhängen. Vorerst wurde diese Regelung jedoch im Rahmen der „Laborreform“ um ein halbes Jahr auf den 1. Juli 2016 verschoben.

    Wichtige EBM-Änderungen 2015

    NäPa – Abrechnung und Genehmigung

    Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa)

    Seit Januar 2015 sieht der EBM eine extrabudgetäre Förderung für Hausärzte vor, die eine speziell qualifizierte nicht-ärztliche Praxisassistentin (NäPa) beschäftigen, die vom Arzt angeordnete delegierbare Hilfeleistungen bei Hausbesuchen übernimmt. 

    Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa) im EBM
    GOP 03060
    Strukturelle Förderung als Zuschlag zu GOP 03040 (von KV zugesetzt)
    22 Punkte
    (maximal 12.851 Punkte pro Praxis und Quartal, bei HZV-Teilnahme 22 Punkte weniger je HZV-Fall)
    GOP 03062
    Hausbesuch der NäPa (erster Besuch innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld
    166 Punkte
    GOP 03063
    Mitbesuch der NäPa (Besuch eines weiteren Patienten innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld
    122 Punkte

    Haus- und Mitbesuch einer NäPa

    • ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet
    • neben GOP 03062 und 03063 nur Leistungen des Abschnitts 32.2 (O I-Labor) sowie GOP 31600 (Postoperative Behandlung nach 31.4 EBM) abrechenbar
    • GOP 03060 für maximal 584 Behandlungsfälle je Praxis und Quartal
      Die Anzahl verringert sich um die Zahl der in HzV-Verträgen im aktuellen Quartal behandelten Patienten. Beispiel: Eine Praxis mit 184 Selektivvertragsfällen erhält statt für 584 Fälle nur für 400 Fälle einen Zuschlag von je 22 Punkten (ca. 2,26 Euro).

    Genehmigungspflicht der GOP 03060, 03062 und 03063

    Um Leistungen für eine NäPa abzurechnen, brauchen Sie eine Genehmigung.

    Kriterien für die Abrechnungsgenehmigung:

    • NäPa (gemäß Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte) mit mindestens 20 Wochenstunden
    • mindestens 860 Behandlungsfälle je Quartal bei vollem Versorgungsauftrag
      (Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
      Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 640 Fälle je weiterem vollen Sitz. Das heißt bei zwei Sitzen 1.500 Fälle, bei zweieinhalb Sitzen 1.820 Fälle, bei drei Sitzen 2.140 Fälle usw.
      oder
      mindestens 160 Fälle je Quartal mit Patienten, die im jeweiligen Quartal 75 Jahre oder älter waren bei vollem Versorgungsauftrag
      (Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
      Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 120 Fälle je weiterem vollen Sitz.

    Sofern kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Fälle aus HzV-Verträgen werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem Hausarztvertrag teilnehmen und die NäPa-Genehmigung besitzen, sind verpflichtet, der KV alle im aktuellen Quartal behandelten HZV-Patienten in der Abrechnung anzugeben (Pseudofall mit Angabe der Kennziffer 88192). Neu niedergelassene Hausärzte müssen Mindestfallzahlen zur Anstellung einer nicht-ärztlichen Praxisassistentin in den ersten sechs Quartalen nicht erfüllen.

    Übergangsregelung für VERAHs

    Versorgungsassistentinen in der Hausarztpraxis (VERAH), die ihre Fortbildung bis Ende 2014 absolviert haben, erkennt die Landesärztekammer Baden-Württemberg ohne weitere Prüfung als NäPas an. Diese VERAHs werden – ohne weitere Voraussetzungen nachzuweisen und ohne eine Lernerfolgskontrolle zu absolvieren – in nichtärztliche Praxisassistentinnen umgeschrieben. Die Umschreibung erfolgt auf Antrag (und gegen Gebühr) für VERAHs aus allen Landesteilen durch die Bezirksärztekammer Nordwürttemberg. VERAHs, die ihre Qualifikation ab 2015 erwerben, müssen, um die NäPa-Qualifikation zu erlangen, ein Zusatzmodul erfüllen sowie eine Lernerfolgskontrolle der Landesärztekammer absolvieren.

    Genehmigung mit Beginn der Ausbildung

    Liegen die übrigen Voraussetzungen vor, dürfen Sie die Leistungen bereits mit Beginn der Fortbildung einer Praxismitarbeiterin zur NäPa abrechnen. Die Ausbildung muss bis 30. Juni 2016 abgeschlossen sein.

    Dokumente zum Download

    Chronikerzuschlag: Positivliste und Ausschlussziffern

    Voraussetzung für die Abrechnung des Chronikerzuschlags ist das Vorliegen einer lebensverändernden, chronischen Erkrankung und die entsprechende korrekte ICD-Kodierung. Wir haben für Sie eine Positivliste von ICD-Kodes chronischer Erkrankungen, für die der Chronikerzuschlag ohne weitere Nachfragen bei der Abrechung der GOP 03220/03221 oder 04220/04221 EBM akzeptiert wird, zusammengestellt sowie eine Liste mit Ausschlussziffern, die Hausärzte nicht gleichzeitig mit dem Chronikerzuschlag abrechnen können.

    Letzte Aktualisierung: 06.08.2020