Viele Praxen im Land werden morgen geschlossen bleiben

Praxisschließungstag gegen die Sparpläne des Bundes am 10. Juni 2026

Am morgigen Mittwoch werden in Baden-Württemberg auf Initiative der größten Berufsverbände zahlreiche Arzt- und Psychotherapeutenpraxen geschlossen bleiben. Patientinnen und Patienten müssen sich darauf einstellen, dass die Versorgung eingeschränkt ist. Für Notfälle haben die Praxen Vertretungsregelungen geschaffen, die in ihren Kapazitäten aber eingeschränkt sind.

Die Ärzte und Psychotherapeuten protestieren mit dem Praxisschließungstag gegen die Sparpläne des Bundes, der erhebliche Kürzungen im Gesundheitswesen anstrebt.

Vorstand der KVBW unterstützt Protestmaßnahmen

Der Vorstand der Kassenärztlichen Baden-Württemberg (KVBW) unterstützt die Protestmaßnahmen: „Die Arzt- und Psychotherapeutenpraxen sind unverhältnismäßig hoch von den Maßnahmen betroffen. Damit wird der Bereich besonders belastet, der den Löwenanteil in der Versorgung leistet und zudem besonders sparsam und effizient arbeitet“, so KVBW-Vorstandsvorsitzender Dr. Karsten Braun.

„Seit vielen Jahren leisten Ärzte und Psychotherapeuten bereits ihren Teil zur Finanzierung des Gesundheitswesens. Allein durch die nicht-bezahlten Leistungen, die unter die Budgetierung fallen, hat das Gesundheitswesen Milliarden an Kosten eingespart. Weiter ärgert es uns massiv, dass der Bund seinen Beitrag mit dem Hinweis auf die leeren Haushaltskassen nicht leistet.“ 

Sparmaßnahmen haben Konsequenzen für die Versorgung

Seine Vorstandskollegin Dr. Doris Reinhardt verweist auf die Konsequenzen für die Versorgung: „Wir haben als Beteiligte im Gesundheitswesen einen Job zu erledigen, indem wir die Versorgung sicherstellen. Das wird angesichts des Ärztemangels immer schwieriger, was die Bürgerinnen und Bürger jeden Tag merken. Jetzt werden die Hürden noch höher, da Termine wegfallen werden.“

Nach Ansicht der Vorstände gibt die eintägige Praxisschließung Patientinnen und Patienten einen Vorgeschmack darauf, was bei Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf diese dauerhaft zukommen wird.

Die Praxen werden dann dauerhaft gezwungen sein, der einnahmenorientierten Ausgabenpolitik der Krankenkassen auch ein einnahmenorientiertes Versorgungsangebot gegenüberzustellen. Ein Mehr an Versorgung oder ein verbessertes Versorgungsangebot könne es mit immer weniger Vergütung für die ambulante Versorgung nicht geben.

Letzte Aktualisierung: 09.06.2026

Der Standort Reutlingen der KVBW ist derzeit aufgrund eines allgemeinen Stromausfalls nur eingeschränkt telefonisch erreichbar.