AU-Bescheinigung & Quarantäne

Krankschreibung in Zeiten von Corona

Nicht immer ist für die AU-Feststellung eine körperliche Untersuchung notwendig. Gerade in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr ergänzen Fernbehandlungen die medizinische Versorgung in der Arztpraxis sinnvoll. Rechtlich gilt: Bei der Befund­erhebung, Beratung und Behandlung gilt die ärztliche Sorgfaltspflicht, auch wenn die Kommunikation ausschließlich per Telefon oder Videosprechstunde läuft.

AU-Bescheinigung per Videosprechstunde oder Telefon

Krankschreibung ohne Praxisbesuch

Krankschreibung per Telefon ab 4. August wieder möglich: Mehr erfahren »

Porto-GOP 88122 (90 Cent) wieder berechnungsfähig: Mehr erfahren »

Unabhängig von der Coronavirus-Pandemie erlaubt die gelockerte Arbeits­unfähigkeits-​Richtlinie die Feststellung einer AU per Video: Mehr erfahren »

Video-Anamnese mit AUTelefon-Anamnese mit AU

maximal 7 Tage (Erstbescheinigung bekannte Patienten)

maximal 3 Tage (Erstbescheinigung unbekannte Patienten)

maximal 7 Tage (Erstbescheinigung bekannte oder unbekannte Patienten)
Folgebescheinigung nur bei vorherigem PraxisbesuchFolgebescheinigung per Telefon einmalig für weitere 7 Tage möglich
alle Erkrankungen, falls per Video feststellbarausschließlich Infekte der oberen Atemwege mit leichter Symptomatik
 
  • Grund- oder Versichertenpauschale
  • ggf. Gesprächsleistung
  • GOP 01450 Zuschlag je Videokontakt
  • GOP 88220 (falls ausschließlich Video-Kontakt in diesem Quartal, andernfalls alle per Video erbrachte Leistungen mit „V“ kennzeichnen)
  • GOP 40128 Porto Versand der AU
  • GOP 40129 Porto Versand Muster 21
 
 
  • GOP 01435 Bereitschaftspauschale (falls ausschließlich Telefon-Kontakt in diesem Quartal)
  • Porto-GOP 88122 Versand AU oder Muster 21 (90 Cent)

 
AU-Richtlinie (dauerhaft)Corona-Sonderregel (Ende zum 30. November 2022)

eGK-Daten bei Kontakt nur per Telefon oder Video

  • Patient ist der Praxis bekannt, war im Quartal noch nicht da: Versichertendaten aus der Patientenakte übernehmen.
  • Patient war noch nie in der Praxis: Versichertendaten erfragen bzw. den Patienten auffordern, seine eGK in die Kamera zu halten und den Versicherungsschutz mündlich zu bestätigen. Zu erfassen sind:
    • Name, Vorname / Wohnort (PLZ) / Geburtsdatum / Krankenkasse / Versichertenstatus (M, F, R)
  • KBV-Praxisinfo Coronavirus: In welchen Fällen das Einlesen der eGK entfällt

AU-Bescheinigung bei Infektion

Infizierte Person in Absonderung

 

Leidet ein Patient infolge der Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus an Krankheits­symptomen und ist daher nicht in der Lage, seine Arbeit auszuüben, stellt die Praxis eine AU-Bescheinigung aus.

Nicht-Infizierte Person in Absonderung

Befindet sich ein Patient in Quarantäne, ohne selbst infiziert zu sein, beispielsweise als Kontaktperson, ist keine AU-Bescheinigung auszustellen.

 

Praxismitarbeiter unter Quarantäne – wie Sie Entschädigung bekommen

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Ja. Die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit per Telefon für bis zu sieben Kalendertage bei einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege ist befristet bis vorerst 30. November 2022 wieder möglich. Der G-BA hat sich auf eine erneute Sonderregelung verständigt (mehr erfahren »).

Ja, seit Donnerstag, 4. August 2022, ist im Rahmen der Corona-Sonderregelungen wieder eine telefonische Krankschreibung möglich. Die Sonderregel ist vorläufig befristet bis 30. November 2022. Mehr erfahren »

Unabhängig von der Coronavirus-Pandemie erlaubt die gelockerte Arbeitsunfähigkeits-​Richtlinie die Feststellung einer AU per Video.

Voraussetzungen für Video-AU

  • Krankheitsbild lässt Untersuchung per Videosprechstunde zu,
  • Erstbescheinigung maximal für sieben Kalendertage (bekannte Patienten) bzw. drei Kalendertage (Neupatienten),
  • Folgekrankschreibung per Video nur zulässig, wenn die vorherige Krankschreibung nach persönlicher Untersuchung ausgestellt wurde.

Ein Anspruch der Versicherten auf eine AU-Bescheinigung per Videosprechstunde besteht jedoch nicht. Hintergrund der Regelung zur Video-AU ist die berufsrechtliche Lockerung des Verbots der ausschließlichen Fernbehandlung (nicht die Corona-Pandemie).

Ja. Künftig beträgt die Isolation für positiv getestete Personen im Regelfall nur noch fünf Tage. Die Quarantäne für enge Kontaktpersonen und Haushaltsangehörige entfällt vollständig. Die Quarantäne- und Isolationsregeln für Baden-Württemberg sind in der Corona-Verordnung Absonderung festgelegt.

In der ab 3. Mai 2022 geltenden Verordnung wurde die Isolationsdauer für positiv auf das Coronavirus getestete Personen auf fünf Tage verkürzt, vorausgesetzt der Infizierte ist seit 48 Stunden symptomfrei. Bei anhaltenden Symptomen gilt weiterhin, dass die Isolation nach spätestens zehn Tagen endet.

Ein positiver Selbsttest begründet noch keine Absonderungspflicht. Es besteht jedoch die Pflicht, das Ergebnis unverzüglich mittels eines professionellen Tests bestätigen zu lassen. Die Absonderungsdauer rechnet sich ab dem Zeitpunkt des Abstrichs für den Schnelltest oder PCR-Test in einer Praxis oder offiziellen Teststelle.

Freitesten nur noch für Medizinpersonal

Ein Freitesten ist nicht mehr nötig. Ausnahme: Beschäftigte im medizinisch-pflegerischen Bereich (dazu gehören ärztliche und psychotherapeutische Praxen gemäß aktueller Begriffsbestimmung in § 1 der CoronaVO Absonderung), für die zunächst ein Tätigkeitsverbot gilt. Sie können sich ab dem sechsten Tag freitesten. Das berufliche Tätigkeitsverbot endet dann mit Vorliegen eines negativen Schnelltestergebnisses, spätestens jedoch am 15. Tag nach dem Erstnachweis des Erregers.

Wenn zur Bestätigung eines positiven Schnelltests ein PCR-Test durchgeführt wird und das Ergebnis des PCR-Tests negativ ist, endet die Absonderung direkt mit dem Vorliegen des negativen PCR-Testergebnisses. Ein berufliches Tätigkeitsverbot kommt dann gar nicht zum Tragen.

Es gibt kein anderes Vorgehen, als wenn die Praxis aus anderen Gründen geschlossen wird, beispielsweise wegen Urlaub. Das bedeutet, dass Sie einen Vertreter organisieren und der KV melden müssen. 

Wird die Praxis geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis, ein Krankenhaus bzw. die Krankenhausambulanz oder die 116117 ist nicht zulässig. Benennen Sie den Patienten einen oder mehrere konkrete Vertreter durch einen entsprechenden Aushang an der Praxis und einen Hinweis auf dem Anrufbeantworter bzw. eine Information auf der Homepage. Stimmen Sie die kollegiale Vertretung unbedingt mit den benannten Praxen ab.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Bitte denken Sie an die Abwesenheits- / Vertretermeldung über unser Mitgliederportal und vermerken Sie „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Bei positiver Testung innerhalb des Praxisteams gilt eine Absonderungspflicht. Diese bezieht sich auf einen einzelnen Arzt oder einen einzelnen nichtärztlichen Mitarbeiter, nicht pauschal auf das gesamte Praxisteam (alle Ärzte und alle nichtärztlichen Beschäftigten in der Praxis). Das bedeutet somit für eine Praxis, insbesondere mit mehreren Ärzten und mehreren nichtärztlichen Mitarbeitern, dass diese Praxis auch faktisch nicht geschlossen werden muss, sondern weitergeführt werden kann.

Dokumente zum Download

Mehr zum Thema

Die Regelungen und ihre Geltungsdauer haben wir für Sie auf einer eigenen Unterseite aufgelistet.

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Nein.

Auch wenn die Sorge bei Risikogruppen berechtigt sein mag, ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht der richtige und zulässige Weg, wenn der Krankheitswert, der zur Arbeitsunfähigkeit führt, fehlt.

Der Arbeitgeber kann und muss mit seinem Arbeitnehmer aufgrund seiner Fürsorgepflicht abstimmen, wie er mit diesem Risiko umgeht. In Frage kommen (unbezahlte/bezahlte) Freistellung, Urlaubs- oder Gleitzeitabbau. Ein berufliches Tätigkeitsverbot kann nur das Gesundheitsamt aussprechen. Dieses kommt jedoch erst bei Verdacht oder Infektion in Betracht. Unbenommen hiervon ist das Beschäftigungsverbot aufgrund ärztlichen Attests nach Mutterschutzgesetz.

 

Zum Versorgungsauftrag gehört, bei eigener Abwesenheit die Patientenversorgung zu regeln. Es gelten die Vorgaben der Zulassungsverordnung (Ärzte-ZV) und der Vertreterrichtlinie der KV Baden-Württemberg.

Eine Vertretung ist grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Vertretungsgründe möglich. Wird Ihre Praxis vorübergehend geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis, eine Krankenhausambulanz bzw. ein Krankenhaus, ermächtigte Ärzte oder die 116 117 ist nicht zulässig. Den Patienten ist ein konkreter Vertreter zu benennen (oder mehrere). Stimmen Sie bitte die kollegiale Vertretung mit den benannten Praxen ab und denken Sie daran, Ihre Abwesenheit der KV zu melden. Bitte denken Sie an die Abwesenheits- / Vertretermeldung über unser Mitgliederportal und vermerken Sie „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022