KVBW stärkt ambulante Versorgung durch aktive Vernetzung vor Ort
Wie mit aktivem und vorausschauendem Handeln die ambulante medizinischen Versorgung sichergestellt wird, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Zollernalbkreis. Dort hat die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) frühzeitig die Initiative ergriffen und gemeinsam mit regionalen Partnern neue Vernetzungsstrukturen auf den Weg gebracht.
Im Mittelpunkt stand eine kürzlich durchgeführte Netzwerkveranstaltung, die die KVBW gemeinsam mit der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Zollernalbkreises organisiert hat. Ziel war es, angesichts einer angespannten hausärztlichen Versorgungslage – im Mittelbereich Balingen droht eine Unterversorgung – die relevanten Akteure zusammenzubringen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Insgesamt 34 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Gesundheitsämtern, Kliniken, Hausärzteschaft, Ärzten in Weiterbildung sowie der KVBW nahmen daran teil, darunter auch der Landrat Günther-Martin Pauli.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie entscheidend eine gute Vernetzung vor Ort für die nachhaltige Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung ist. Diskutiert wurde unter anderem der Aufbau dauerhafter Austauschformate wie Ärztestammtische und gemeinsame Fortbildungsangebote. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Einbindung von Studierenden sowie Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung, die als zentraler Faktor für eine erfolgreiche ärztliche Nachwuchsgewinnung gilt.
Zugleich wurde die wachsende Rolle der Kommunen sowohl bei der Gestaltung einer attraktiven Infrastruktur als auch als aktive Plattform für Vernetzung und Praxisansiedlung betont. Ergänzende niedrigschwellige Angebote wie Bürgermobile oder Gesundheitscafés für die Bevölkerung wurden ebenfalls als unterstützende Maßnahmen angeregt.
Zusammenarbeit von Ärzten, Kommunen, Kliniken und Verwaltung
Ausgangspunkt für die Netzwerkveranstaltung war eine gezielte Initiative der KVBW, die angesichts der angespannten Versorgungslage ihre Aktivitäten im Zollernalbkreis das ganze letzte Jahr intensiviert hatte. Der Kommunalservice der KVBW suchte den Austausch mit kommunalen Akteuren, der Hausärzteschaft und dem Gesundheitsamt. Dabei zeigte sich, dass eine bislang unzureichende Vernetzung der relevanten Akteure eine zentrale Hürde für eine nachhaltige Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung darstellte.
„Das Beispiel aus dem Zollernalbkreis zeigt, dass die Sicherstellung der ambulanten Versorgung nicht allein durch formale Planungsinstrumente gelingt. Es erfordert die Bereitschaft aller Beteiligten zur Zusammenarbeit vor Ort“, betont Dr. Doris Reinhardt, stv. Vorstandsvorsitzende der KVBW. Reinhardt lobt die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt sowie die große Offenheit des Klinikums und der Kommunen, sich in den Prozess einzubringen. „Entscheidend für den Erfolg solcher Maßnahmen ist das gemeinsame Handeln von Ärzteschaft, Kommunen, Kliniken und Verwaltung“, so die Vorständin.
Das Vorgehen im Zollernalbkreis unterstreicht den Anspruch der KVBW, ihre Verantwortung für die Sicherstellung der ambulanten Versorgung aktiv und frühzeitig wahrzunehmen – gemeinsam mit den Regionen und bevor Versorgungsengpässe entstehen.