Kürzung der psychotherapeutischen Behandlungen ist falsches Signal

Erweiterter Bewertungsausschuss beschließt Absenkung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen

„Als falsches Signal“ bezeichnet der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg die Entscheidung, die Vergütung der psychotherapeutischen Behandlungen zu kürzen.

Gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die in den Verhandlungen als Vertreterin der Psychotherapeuten in der ambulanten Versorgung auftritt, wurde am vergangenen Mittwoch auf Druck der gesetzlichen Krankenkassen die Absenkung der Bewertung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent beschlossen. 

Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungen steigt seit Jahren

Für den KVBW-Vorstandschef Dr. Karsten Braun ist klar:
„Ein weiteres Mal wird an der falschen Stelle gespart. Die ambulante Versorgung gewährleistet den überwiegenden Teil der medizinischen Behandlungen in Deutschland. Das betrifft auch die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Seit Jahren steigt der Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungen kontinuierlich. Schon heute müssen Patientinnen und Patienten Wartezeiten hinnehmen. Berechtigterweise erlangen seelische Erkrankungen immer mehr Aufmerksamkeit. Ebenfalls hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass körperliche Beschwerden oft auch einen psychischen Hintergrund haben. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft der Betroffenen, therapeutische Angebote in Anspruch zu nehmen. Das ist somit genau das falsche Signal an Patientinnen und Patienten, aber vor allem an die Therapeutinnen und Therapeuten, dass in Zeiten steigender Nachfrage, die Vergütung für ihre Arbeit und damit für die Patientenversorgung gekürzt werden soll.“

Letzte Aktualisierung: 13.03.2026