Abrechnung und Kennzeichnung Coronavirus

Abstriche, Behandlung und Laborleistungen

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erforderlich sind (Kennzeichnung an jedem Behandlungstag mit Pseudo-GOP 88240), werden in voller Höhe bezahlt. Dazu gehört auch die in diesem Quartal abgerechnete Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale sowie die Zusatzpauschalen der Pneumologen und Fachinternisten (Tag der Abrechnung der Quartalspauschale ebenfalls mit 88240 kennzeichnen).

Generell gilt: Tests und Behandlung bei Personen mit Symptomatik werden nach EBM abgerechnet, Tests bei Personen ohne Symptomatik nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV). Hat die betreffende Person Symptome einer COVID-19-Erkrankung, handelt es sich um einen kurativen Fall. Alles, was Sie zur Abrechnung bei symptomatischen Personen wissen müssen, finden Sie im passenden Abrechnungsleitfaden Coronavirus. Die Testverordnung regelt, in welchen Fällen die Kosten für eine Testung übernommen werden, wenn keine Symptome vorliegen (z. B. Kontaktpersonen, Freitesten nach Isolation). Zu den Abrechnungs­modalitäten bei asymptomatischen Personen haben wir separate Merkblätter erstellt.

Coronavirus-Testverordnung (TestV) gilt weiter

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat seine Coronavirus-Testverordnung bis 30. Juni 2022 verlängertTestV – Änderung gültig ab 31. März 2022

Damit bleiben die in den §§ 2 bis 4b TestV geregelten Ansprüche weiterhin bestehen und unter anderem Bürgertests wie gewohnt abrechenbar: Mehr erfahren »

Teststrategie in der Gesamtschau

Die Coronavirus-Testverordnung (TestV) regelt Testansprüche für asymptomatische Personen bis zum 30. Juni 2022. Das Flussschema des RKI zeigt, was bei symptomatischen Verdachtsfällen zu tun ist. Das Bundes­ministerium für Gesundheit fasst die nationale Teststrategie in einer Grafik zusam­men. Corona-Tests bei Patienten, die COVID-19-Symptome zeigen, fallen unter die Kranken­behandlung laut E­BM (RKI-Testkriterien). Sonstige Testansprüche begründen sich in der TestV. Wie GKV-Tests und staatlich finanzierte Tests in der nationalen Teststrategie zusammen­spielen, verdeutlicht unser Schaubild Corona-Tests. Hier die Abrechnungs­modalitäten: Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!

Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Labor-GOP 32816 etc.

Nationale Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung – TestV)
  • Bürgertests
    (ohne Voraussetzungen, nur Schnelltest!)
Abstrich: GOP 88310B (nur Schnelltest!)
Sachkosten für PoC-Antigen-Test: GOP 88312B
 
  • Bestätigungs-PCR (nach positivem Schnell-/Selbsttest)
  • Kontaktperson
  • Ausbruch in Einrichtung
  • Reha, Heimaufnahme
  • vor ambulanter OP
  • „Freitesten“
  • Einreise aus Virusvariantengebiet (ÖGD-Vorbehalt)
Abstrich: GOP 99531 (PCR- oder Schnelltest)
Sachkosten für PoC-Antigen-Test: GOP 88312
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.
Selbstzahler
  • PCR-Test vor Reise etc.
Keine Abrechnung über die KV!

Übersicht Testszenarien: Kurativ und asymptomatisch

Wichtig für die Abrechnung: Pseudo-GOP 88240

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle an allen Behandlungstagen mit der Ziffer 88240 zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder weitere Fachgruppen). Tag der Abrechnung der Quartalspauschalen ebenfalls mit 88240 kennzeichnen. Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Labor

Den Labortest dürfen nur Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie mit entsprechender Genehmigung durchführen. Für die Abrechnung gelten die GOP 32816 (Krankheitssymptome, PCR) sowie die GOP 32779 (Krankheitssymptome, Antigentest). Laborleistungen im Zuge der Coronavirus-Testverordnung (TestV) werden über einen gesonderten Weg abgerechnet.

Muster 10 C bei Krankenbehandlung (EBM)

Den Labortest auf SARS-CoV-2 veranlassen Sie bei symptomatischen Patienten mit der Laborüberweisung Muster 10 C (RKI-Testkriterien) bei Ihrem Labor. Die Entscheidung, ob ein Patient getestet werden soll oder nicht, liegt im ärztlichen Ermessen – orientiert an den Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Laboruntersuchung.

Muster OEGD bei asymptomatischen Personen (TestV & Landesstrategie)

Die Anforderung der Laboruntersuchung bei asymptomatischen Personen im Zuge der nationalen Teststrategie (TestV des BMG) erfolgt ausschließlich über Muster OEGD.

Kodierung

Der ICD-Code für die Coronavirus-Krankheit COVID-19 lautet: U07.1 G bzw. U07.2 G. Sie verschlüsseln die Erkrankung beziehungsweise die Symptome (z. B. „J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet“) und geben zusätzlich den Code U07.1 G als Sekundärdiagnose an. Bei Kontaktpersonen geben Sie zusätzlich Z20.8 G an (z. B. bei Risikowarnung der Corona-App).

  • U07.1 G COVID-19: Virus nachgewiesen
    Wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist.
  • U07.2 G COVID-19: Virus nicht nachgewiesen
    Wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber nicht durch Labortest nachgewiesen ist.
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    Wenn ein Labortest veranlasst wurde.

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Ausrufezeichen: Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben (U07.1 statt U07.1!).

So kodieren Sie richtig – Fallbeispiele & Schema

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Mit welcher Dosis des Impfstoffs von Moderna bzw. BioNTech soll nach einer Impfung mit der COVID-19-Vaccine Jcovden® von Johnson & Johnson geimpft werden?

Die STIKO empfiehlt zur Optimierung der Grundimmunisierung mit dem Impfstoff Jcovden® die Impfung mit einer vollen zusätzlichen mRNA-Impfstoffdosis. Damit bekommen Patienten frühestens vier Wochen nach der Impfung mit Jcovden® 0,5 mL des Impfstoffs Spikevax® (= 100 µg mRNA) oder 0,3 mL des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer (= 30 µg mRNA).

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Letzte Aktualisierung: 25.05.2022