Abrechnung und Kennzeichnung Coronavirus

Abstriche, Behandlung und Laborleistungen

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erforderlich sind (Kennzeichnung an jedem Behandlungstag mit Pseudo-GOP 88240), werden in voller Höhe extrabudgetär bezahlt und nicht bereinigt. Ebenfalls extrabudgetär bezahlt wird die in diesem Quartal abgerechnete Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale sowie die Zusatzpauschalen der Pneumolgen und Fachinternisten.

Teststrategie in der Gesamtschau

Seit 15. Oktober gilt die neue Coronavirus-Testverordnung (TestV) des BMG. Am 3. November hat das RKI sein Flussschema angepasst, das zeigt, was bei Verdachtsfällen zu tun ist. Wie die beiden in der nationalen Teststrategie zusammenspielen, verdeutlicht unser Schaubild Corona-Tests in der Praxis. Corona-Tests bei Patienten, die COVID-19-Symptome zeigen, fallen unter die Krankenbehandlung laut EBM (RKI-Testkriterien). Der Testanspruch bei Personen ohne Symptome begründet sich in der TestV. Die Abrechnungsmodalitäten finden Sie in der Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!

Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: GOP 02402
Labor-GOP 32816 etc.

Warnung Corona-App

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: GOP 02402A
Labor-GOP 32811 etc.

Nationale Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung – TestV)
  • Kontaktperson
  • Risikogebiet (Ausland)
  • Schule, Pflegeheim etc.
    • Ausbruch
    • Infektionsverhütung
  • Reha, Heimaufnahme
  • ambulante OP

Abstrich: GOP 99531

Antigen-Schnelltest (PoC-Test):
GOP 88312 mit Euro-Betrag
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.

Land Baden-Württemberg Teststrategie
Lehrer & Personal Schule, Kita etc.

Abstrich: GOP 99533
Aufwand: GOP 99539

Antigen-Schnelltest (PoC-Test):
GOP 99530 (14,20 Euro inkl. Auswertung)
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.

Wichtig für die Abrechnung: Pseudo-GOP 88240

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle an allen Behandlungstagen mit der Ziffer 88240 zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Labor

Den Labortest dürfen nur Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie mit entsprechender Genehmigung durchführen. Für die Abrechnung gelten die GOP 32816 (Krankheitssymptome, PCR) und GOP 32811 (Warnung Corona-App, PCR) – sowie die GOP 32779 (Krankheitssymptome, Antigentest). Laborleistungen im Zuge der Coronavirus-Testverordnung (TestV) werden über einen gesonderten Weg abgerechnet.

Muster 10 C bei Krankenbehandlung (EBM)

Den Labortest auf SARS-CoV-2 veranlassen Sie bei symptomatischen Patienten mit der Laborüberweisung Muster 10 C (RKI-Testkriterien / Corona App) bei Ihrem Labor. Die Entscheidung, ob ein Patient getestet werden soll oder nicht, liegt im ärztlichen Ermessen – orientiert an den Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Laboruntersuchung.

Muster OEGD bei asymptomatischen Personen (TestV & Landesstrategie)

Die Anforderung der Laboruntersuchung bei asymptomatischen Personen im Zuge der nationalen Teststrategie oder der erweiterten Teststrategie des Landes-Baden-Württemberg erfolgt ausschließlich über Muster OEGD.

Kodierung

Der ICD-Code für die Coronavirus-Krankheit COVID-19 lautet: U07.1 G bzw. U07.2 G. Sie verschlüsseln die Erkrankung beziehungsweise die Symptome (z. B. „J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet“) und geben zusätzlich den Code U07.1 G als Sekundärdiagnose an. Bei Kontaktpersonen geben Sie zusätzlich Z20.8 G an (z. B. bei Risikowarnung der Corona-App).

  • U07.1 G COVID-19: Virus nachgewiesen
    Wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist.
  • U07.2 G COVID-19: Virus nicht nachgewiesen
    Wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber nicht durch Labortest nachgewiesen ist.
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    Wenn ein Labortest veranlasst wurde.

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Ausrufezeichen: Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben (U07.1 statt U07.1!).

So kodieren Sie richtig – Fallbeispiele

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Nein. Einreisende müssen für einen Corona-Test lediglich gegenüber dem Arzt darlegen, dass sie in einem ausländischen Risikogebiet waren. Eine Veranlassung des Tests durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) ist nicht erforderlich.

Das Gesundheitsamt kann Einreisende innerhalb von 10 Tagen nach Einreise dazu auffordern, ein negatives Testergebnis vorzulegen bzw. einen Test zu machen. Die verpflichtende häusliche Quarantäne nach der Einreise aus einem Risikogebiet kann auch mit einem negativen Testergebnis frühestens nach fünf Tagen beendet werden. Der Test ist für Einreisende aus ausländischen Risikogebieten innerhalb von 10 Tagen nach Einreise ist noch bis zum 15. Dezember 2020 kostenlos (GOP 99531 für Abstriche bei asymptomatischen Personen laut Teststrategie). 

Asymptomatische Personen können sich innerhalb von zehn Tagen nach Einreise testen lassen, wenn sie sich in den letzten 14 Tagen vor der Einreise in einem ausländischen Risikogebiet aufgehalten haben. Es reicht aus, wenn die Person dem Arzt mitteilt, in einem Risikoland gewesen zu sein und dazu beispielsweise den Boardingpass oder die Hotelrechnung vorlegt.

Ja, die Kennziffer 88240 für die Vergütung von Corona-Leistungen kann in einem solchen Fall angegeben werden. Welcher ICD zusätzlich zur aktuellen Diagnose verschlüsselt wird, sehen Sie in der folgenden Übersicht:

ICD-CodeBeschreibung
U08.9 G

übergangsweise bis 31. Dezember 2020: U07.3 G

COVID-19 in der Eigenanamnese, nicht näher bezeichnet
Verwendung: Ist für Fälle vorgesehen, bei denen eine frühere, bestätigte Coronavirus-19-Krankheit zur Inanspruch­nahme des Gesundheitswesens führt. Die Person leidet nicht mehr an COVID-19.

U09.9 G

übergangsweise bis 31. Dezember 2020: U07.4 G

Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet
Verwendung: Ist für Fälle vorgesehen, bei denen der Zusammenhang eines aktuellen, anderenorts klassifizierten Zustandes mit einer vorausgegangenen COVID-19-Krankheit kodiert werden soll. Die Schlüsselnummer ist nicht zu verwenden, wenn COVID-19 noch vorliegt.

U10.9 G

übergangsweise bis 31. Dezember 2020: U07.5 G

Multisystemisches Entzündungssyndrom in Verbindung mit COVID-19, nicht näher bezeichnet
Verwendung: Ist für Fälle vorgesehen, bei denen ein durch Zytokinfreisetzung bestehendes Entzündungssyndrom in zeitlichem Zusammenhang mit COVID-19 steht.

Sofern das Testkonzept einer Klinik einen Coronatest vor der Aufnahme verlangt, die Klinik jedoch selbst keine vorstationären Testungen durchführt, können Sie als niedergelassener Vertragsarzt diesen Abstrich vornehmen, Sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Das heißt: Wer auf Verlangen der Klinik testen will, der darf, wer nicht will oder kann, muss aber nicht. 

Gegebenenfalls ist die Abstrichentnahme mit der GOP 99531 (TestV) abzurechnen (bei POC-Test zuzüglich Sachkosten GOP 88312). 

Zum Hintergrund: Vor einem Krankenhausaufenthalt haben asymptomatische Patienten einen Anspruch auf eine SARS-CoV-2 Testung nach § 4 Abs. 1 Testverordnung (TestV), wenn dies die Klinik im Rahmen ihres einrichtungsbezogenen Testkonzepts (oder der ÖGD) verlangen. Dabei werden gemäß § 26 Abs. 1 KHG Kosten, die den Krankenhäusern für diese Testungen entstehen, mit einem Zusatzentgelt finanziert. Jedoch kann die Klinik nicht zur vorstationären Testung verpflichtet werden. 

Bei einem positiven Antigen-Test muss ein PCR-Test folgen. Der Kontrollabstrich nach einem positivem Schnelltest (PoC-Test) wird mit der kurativen GOP 02402 EBM und ggf. Zuschlag GOP 02403 EBM (nicht neben Versicherten-/Grundpauschale) abgerechnet. Da hier ein Corona-Verdacht vorliegt, ist die Kennzeichnung 88240 je Behandlungstag anzugeben.

Die GOP 32779, 32811 und 32816 belasten den Wirtschaftlichkeitsbonus nicht. Rückwirkend ab 1. Oktober 2020 ist die Kennzeichnung mit der Kennnummer 32006 nicht länger erforderlich.

Laborleistungen nach den Gebührenordnungs­positionen GOP 32779 (SARS-CoV-2-Labor-Antigentest), 32811 (Nukleinsäure­nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App) und 32816 (Nukleinsäure­nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2) bleiben bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Veranlassung von Laborleistungen grundsätzlich unberücksichtigt.

Hinweis: Die Antikörperbestimmung auf SARS-CoV-2 nach GOP 32641 ist nicht von der Ausnahmeregelung umfasst. Daher belastet die SARS-CoV-2- Antikörper­bestimmung nach GOP 32641 die Laborkosten der Praxis.

Die Corona-Testverordnung (TestV) gibt vor, dass nichtärztlich geführte Einrichtungen oder Unternehmen, die selbst präventive Tests bei Beschäftigten und Patienten durchführen möchten, ihr Personal durch einen Arzt in der Anwendung und Auswertung der Antigen-Schnelltests (PoC-Tests) schulen lassen müssen.

Für eine solche Schulung können Sie als Vertragsarzt die GOP 88311 (70 Euro) einmalig je Einrichtung abrechnen. Die Abrechnung erfolgt auf einem Pseudo-Fall, in welchem Sie die GOP 88311 unter jedem Datum, an dem Sie eine solche Schulung durchgeführt haben, eintragen. Im Begründungsfeld ist der Name der Einrichtung anzugeben.

Der „Pseudo“-Abrechnungsfall für das gesamte Quartal ist mit folgenden Angaben anzulegen:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02

In der Quartalsabrechnung kann die Testung unter dem Tagesdatum als Sammelrechnung auf einem „Pseudo“-Abrechnungsfall mit folgenden Angaben erfasst werden:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02

Die Abstrichentnahme wird mit der GOP 99531 (mit Multiplikator entsprechend der Zahl der durchgeführten Abstriche) abgerechnet.

Die Sachkosten werden ebenfalls unter dem jeweiligen Datum der Testungen für jeden durchgeführten Test mit der GOP 88312 (mit entsprechendem Multiplikator) abgerechnet, ergänzt um die entstandenen Kosten (in Feld 5012) – jedoch höchstens 7 Euro je Test. Die Rechnung über beschaffte PoC-Tests muss nach TestV bis mindestens Ende 2024 aufbewahrt werden. Eine patientenbezogene Dokumentation ist erforderlich.

Das Personal in Vertragsarztpraxen kann regelmäßig präventiv getestet werden. Sowohl Antigen-Labortests als auch Antigen-Schnelltests (Point-of-Care-Tests bzw. POC-Tests) sind möglich. Eine Abstimmung mit dem ÖGD/Sozialministerium ist laut Corona-Testverordnung (TestV) nicht erforderlich, wenn Sie Coronatests bei Mitarbeitern Ihrer eigenen Praxis durchführen möchten.

Bei Testung des eigenen Praxispersonals wird der Abstrich nicht vergütet. Dies gilt auch, wenn sich Vertragsarztpraxen gegenseitig testen. 

Abrechnung der Kosten für Point-of-Care-Tests (PoC) bei eigenem Praxispersonal im Rahmen eines Testkonzepts der Praxis

Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt auf einem „Pseudo“-Abrechnungsfall für das gesamte Quartal mit folgenden Angaben:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02 

Abgerechnet wird unter dem jeweiligen Datum der Testungen für jeden durchgeführten Test die GOP 88312 (mit entsprechendem Multiplikator), ergänzt um die entstandenen Kosten (in Feld 5012) – jedoch höchstens 7 Euro je Test. Die Rechnung über beschaffte PoC-Tests muss nach TestV bis mindestens Ende 2024 aufbewahrt werden. Eine patientenbezogene Dokumentation ist erforderlich.

Welche Tests erstattungsfähig sind, ist auf einer Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden (www.bfarm.de/antigentests). 

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind – derzeit auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig. Positive PoC-Test-Ergebnisse müssen dann durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Die Abstrichentnahme ist mit der GOP 99531 abzurechnen bei:

  • Kontaktpersonen 
  • Personen vor ambulanter OP
  • Personen vor Aufnahme in:
    • Krankenhaus
    • Pflegeheim
    • Rehaeinrichtung
  • Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland
  • Praxispersonal anderer medizinischer Heilberufe, z.B. Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie
  • nach Ausbrüchen in Einrichtungen auf Verlangen des ÖGD

Die Abstrichentnahme ist mit der GOP 99533 abzurechnen bei:

  • Lehrern, Personal in Schule, Kita und Tagespflege 

Die Abstrichentnahme ist nicht abrechenbar bei:

  • Praxispersonal Ihrer eigenen Praxis

Die Sachkosten für den PoC-Antigen-Schnelltest werden mit der GOP 88312 unter Erfassung der tatsächlichen Kosten (max. 7 Euro je Test) abgerechnet. Ausnahme: Bei Lehrern, Personal in Schule, Kita Tagespflege sind die Sachkosten mit der GOP 99530 (14,20 Euro) abzurechnen.

Nein. Wenn Sie Patienten vor einer ambulanten Operation präventiv testen möchten, ist es nicht erforderlich, Ihr Testkonzept mit dem ÖGD (in Baden-Württemberg: Sozialministerium) abzustimmen.

Ja, wenn Sie die PoC-Schnelltests für die Beschäftigten in der Einrichtung selbst durchführen, ist das Testkonzept abstimmungspflichtig. 

In Baden-Württemberg ist das Sozialministerium zuständig für die Genehmigung von Testkonzepten (nicht das Gesundheitsamt!). Informationen zum Antragsverfahren für Antigen-Tests finden Sie auf der Homepage des Sozialministeriums (Link unten). Dort ist auch ein Muster-Testkonzept veröffentlicht.

Die Abrechnung der GOP 99531 erfolgt bei Privatversicherten, bei Personen, die nicht in Deutschland krankenversichert sind und bei Versicherten sonstiger Kostenträger ohne eGK per Ersatzverfahren.

Der zuständige Kostenträger lautet:

Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)
VKNR: 48850, IK: 100048850

Nein. Die nationale Teststrategie umfasst weiterhin symptomfreie Kontakt­personen. In einem solchen Fall ist der Test zwar nicht kurativ nach EBM abrechenbar, Sie können ihn jedoch auf dem Boden der Testverordnung (TestV) über die GOP 99531 erbringen und abrechnen. Angesichts knapper Kapazitäten für den empfohlenen PCR-Test ist hier auch ein Antigen-Labortest oder Antigen-Schnelltest (PoC-Test) möglich (PoC-Test): GOP 88312 und Euro-Betrag für die Sachkosten, max. 7 Euro).

Kontaktpersonen im Sinne § 2 der Testverordnung (TestV) sind:

  • Personen, die in den letzten zehn Tagen mindestens 15 Minuten engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten, 
  • Personen, die mit einer infizierten Person in demselben Haushalt leben oder in den letzten zehn Tagen gelebt haben, 
  • Personen, die sich in räumlicher Nähe (insbesondere bei Feiern, gemeinsamem Singen oder Sport in Innenräumen) zu einer infizierten Person aufgehalten haben, 
  • Personen, die sich in über 30 Minuten in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation zu einer infizierten Person aufgehalten haben (z. B. Schulklasse, Gruppenveranstaltungen), 
  • Personen im Betreuungs-/Pflegekontext

Vertragsärzte können selbst feststellen, wer die Kontaktpersonen ihrer eigenen COVID-19-Patienten sind, und diese ebenfalls testen.

Die KBV hat eine thematisch geordnete Übersicht zu den Sonderregelungen für die ambulante Versorgung, die bundesweit gelten, zusammengestellt. Hier werden die einzelnen Regelungen kurz erläutert. Die Übersicht wird stetig aktualisiert.

Abstriche vor ambulanten Operationen sind im Rahmen eines Testkonzeptes abrechnungsfähig. Lediglich die Koloskopie ist dem ambulanten Operieren zugeordnet, weshalb hier asymptomatische Corona-Testungen vor dem Eingriff möglich sind.

Ja. Die Möglichkeit, Patienten telefonisch zu betreuen, wurde während der Corona-Pandemie für alle Fachgruppen ausgeweitet (Mehr Konsultationen per Telefon wieder möglich »). Für den Postversand von bestimmten Folgeverordnungen und Überweisungsscheinen werden wieder die Portokosten erstattet.

Patienten müssen damit nicht in die Praxis kommen, um sich nur ein Rezept oder eine Verordnung abzuholen. Möglich ist das allerdings nur, wenn der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist. (Ausnahme: AU auch bei unbekannten Patienten möglich). In diesem Fall muss die elektronische Gesundheitskarte nicht eingelesen werden: Die Versichertendaten aus der Patientenakte dürfen übernommen werden. 

Für folgende Formulare werden die Portokosten erstattet:

  • AU-Bescheinigungen 
  • Folgeverordnungen von Arzneimitteln (auch BtM-Rezepte) sowie von Verband- und Hilfsmitteln, die auf Muster 16 verordnet werden (somit Ausnahme von Sehhilfen und Hörhilfen)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12) 
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie)
  • Folgeverordnungen für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV; Muster 63)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10) 
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4) 

Die Versandkosten werden mit der Pseudo-GOP 88122, die mit 90 Cent bewertet ist, abgerechnet. 

Vertragsärzte erfassen die Pseudo-GOP 88312 und geben unter dieser Nummer die entstandenen Kosten (max. 7 Euro) im Sachkostenfeld (Feldkennung 5012) an. Fragen hierzu beantwortet Ihr Softwarehaus.

Ja. Die Erstattung von maximal 7 Euro für den PoC-Antigen-Test hat das Bundesministerium für Gesundheit in seiner Testverordnung im § 11 so festgelegt. Die KV hat auf die Preisfindung keinen Einfluss.

Nein. Falls Sie sich und Ihre Beschäftigten im Zuge eines Testkonzepts regelmäßig testen lassen möchten, wenden Sie sich bitte an eine Vertragsarztpraxis, die den Test für Sie durchführt (Antigen-PoC-Schnelltest) oder bei einem Labor veranlasst (Antigen-Labortest). Anders als Vertragsärzte und Vertragszahnärzte dürfen Praxen anderer medizinischer Heilberufe (z. B. nicht-ärztliche Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie) die Testungen für ihr Praxispersonal nicht selbst durchführen. Eine Erstattung der Sachkosten ist deshalb nicht möglich.

Nein. Die Point-of-Care-Tests (PoC-Tests) sind kein Sprechstundenbedarf. Die Sachkosten können bis zu maximal 7 Euro je Test nach Corona-Testverordnung geltend gemacht werden. Bitte verwenden Sie die GOP 88312 mit Angabe der Beschaffungskosten über die Feldkennung 5012 (Kosten).

Ja. Vertragszahnarztpraxen können die Schnelltests bei ihren Beschäftigten selbst durchführen und die reinen Materialkosten (maximal 7 Euro je Test) über die KVBW abrechnen. Voraussetzung ist ein Testkonzept für Ihre Einrichtung (nicht mit dem ÖGD/Sozialministerium abstimmungspflichtig). Alternativ können für die regelmäßigen Corona-Tests für Ihre Beschäftigten auch Antigen-Labortests (keine PCR-Tests!) von z. B. einem Hausarzt veranlasst werden.

Details für den neuen Abrechnungsweg für die Sachkosten musste die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) festlegen. Hierfür hatte sie bis 12. November 2020 Zeit. 

Die ärztliche Leistung der Abstrichentnahme bei eigenem Praxispersonal ist nicht abrechenbar.

Bitte sehen Sie aktuell von Anfragen ab!

Online-Formular zur Registrierung voraussichtlich ab 2. Dezember verfügbar.

In der neuen Coronavirus-Testverordnung ist geregelt, dass die Kosten für die selbst beschafften Schnelltests (gemäß mit dem Sozialministerium BW abgestimmtem Testkonzept) in Höhe der Beschaffungskosten, aber höchstens 7 Euro, über die KV abgerechnet werden können. Das gilt neben den KVBW-Mitgliedern auch für medizinische Einrichtungen und Heilberufler, die bislang nicht mit uns im Abrechnungs­verkehr stehen (z. B. Krankenhäuser, Rehakliniken oder Vertragszahnarztpraxen). Für diesen neuen Abrechnungsweg musste die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zunächst Festlegungen treffen. Hierfür hatte sie bis 12. November 2020 Zeit. 

Bitte sehen Sie aktuell von Anfragen ab!

Online-Formular zur Registrierung voraussichtlich ab 2. Dezember verfügbar.

Vertragsärzte können Antigen-Schnelltests bzw. PoC-Tests (Point-of-Care-Tests) für asymptomatische Testungen im Zuge der Teststrategie einsetzen und abrechnen. (Testanlässe und Voraussetzungen siehe Merkblatt „asymptomatische Testungen“); das umfasst auch Tests bei Ihrem eigenen Praxispersonal (siehe Stimmt es, dass ich jetzt Schnelltests einsetzen kann, um mein Praxispersonal vorsorglich zu testen?) Eine Abstimmung mit dem ÖGD ist nicht erforderlich, allerdings muss die jeweilige Einrichtung die Testung ihres Personals im Rahmen eines festgelegten Testkonzeptes verlangen.

Die Sachkosten für die POC-Antigen-Tests werden in Höhe der Beschaffungskosten (maximal sieben Euro je Test, GOP 88312) erstattet. Es dürfen nur Antigen-Testverfahren eingesetzt werden, die auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgeführt sind.

Die erhöhten Arbeitsschutzanforderungen bei der Weiterverarbeitung des Abstrichs in der eigenen Arztpraxis sind zu beachten. 

Positive Antigen-Schnelltests müssen durch einen PCR-Test bestätigt werden. Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind immer – auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig.

Hinweis: Die GOP 32779 ist Antigen-Labortests bei symptomatischen Patienten vorbehalten und kann ausschließlich von Laborärzten und Mikrobiologen abgerechnet werden. Schnelltests (sogenannte Point-of-Care-Tests POCT) sind nicht über die GOP 32779 berechnungsfähig.

Es gilt zu unterscheiden, ob die Person nach einer Meldung der Corona-WarnApp direkt oder im Auftrag des Gesundheitsamtes kommt und ob/wie sie versichert ist.

Wenn ein Versicherter (GKV oder sonstige Kostenträger) direkt mit der Warnung auf dem Handy in die Praxis kommt, wird nach EBM abgerechnet (GOP 02402A).

Wenn die Person mit Auftrag des Gesundheitsamtes kommt (idealerweise mit dem Muster OEGD) oder nicht in Deutschland krankenversichert ist, wird nach der GOP 99531 (Testverordnung) abgerechnet (Kostenträger bei nicht bzw. nicht hierzulande krankenversicherten Personen noch in Abstimmung).

Nein. Seit dem 15. Oktober 2020 sind Besuche lediglich im Zusammenhang mit einer Erkrankung des Patienten abrechnungsfähig.

Ja, folgende Wiederholungen sind möglich:

  • einmaliger Wiederholungstest bei
    • Kontaktpersonen
    • nach Ausbrüchen
    • Personen, die in den besonderen Einrichtungen behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen (Verhütung der Verbreitung)
  • einmal pro Woche bei
    • Personen, die in der Einrichtung (siehe Verhütung der Verbreitung) tätig werden sollen oder tätig sind
    • Personen, die gegenwärtig in der Einrichtung (siehe Verhütung der Verbreitung) behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden, sowie deren Besucher 

Wenn Sie aktuell Bedarf an Schutzausrüstung für Ihre Praxis haben, nutzen Sie bitte unser Online-Bestellformular. Wir beliefern Sie dann kostenlos.

Was Sie von uns bekommen:

  • Mund-Nasen-Schutz (MNS)
  • FFP2-Masken
  • Schutzkittel
  • Schutzbrillen
  • ggf. FFP3-Masken

Bitte Handschuhe und Desinfektion wie gewohnt selbst beschaffen und ausreichend einlagern. Nach den derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen dürfen wir Ihnen beides nicht zur Verfügung stellen, sodass Sie dieses Material für Ihre Praxis selbst auf dem Markt beschaffen müssen.

Bestellanfrage Schutzausrüstung

Kennzeichnung, Kodierung, Labor und Abrechnung bei Corona

1. Kodiernummer 88240 zur Kennzeichnung eines Patientenfalles 

Soweit Patienten in der Praxis mit klinischem Verdacht oder nachgewiesener Infektion auf das Coronavirus behandelt werden, ist jeder Behandlungstag des Patienten mit der Kodiernummer 88240 zusätzlich zu den ärztlichen Leistungen zu kennzeichnen.

Nur so ist es möglich, den besonderen Behandlungsbedarf im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit gegenüber den Krankenkassen nachzuweisen und die Erstattung der Behandlungskosten zu bewirken. Nicht nur die Hausarztpraxis, die den Abstrich macht, sollte die 88240 angeben, sondern auch die Laborpraxis, die die Laboruntersuchung abrechnet.

2. Kennnummer 32006 für Untersuchungsindikation Coronavirus bei Veranlassung der Laboruntersuchung 

Bei Veranlassung einer kurativen Laboruntersuchung (symptomatischer Patient) für den Nachweis des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) ist die Laborkennnummer 32006 einmal im Behandlungsfall zu dokumentieren. Damit ist sichergestellt, dass die Laboruntersuchung zum Nachweis das Laborbudget nicht belastet. (UPDATE: Ab 1. Oktober 2020 belasten die GOP 32779, 32811 und 32816 den Wirtschaftlichkeitsbonus grundsätzlich nicht. Die Kennzeichnung mit der Kennnummer 32006 ist hier nicht länger erforderlich.)

Die Untersuchungsindikation können nach ärztlichem Ermessen gestellt werden. Die Krankenkassen übernehmen in jedem Fall die Kosten für die Laboruntersuchung. Aus diesem Grunde wurde die Abrechnungshäufigkeit auf einmal am Behandlungstag geändert.

3. ICD-Kodierung U07.1 und U07.2 für Coronavirus-Krankheit

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 gibt es eigene Diagnoseschlüssel: 

  • U07.1 G COVID-19: Virus nachgewiesen
    wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist
  • U07.2 G COVID-19: Virus nicht nachgewiesen
    wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber nicht durch Labortest nachgewiesen ist
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    wenn eine Infektion mit SARS-CoV2 labordiagnostisch abgeklärt wird

Bei den COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben. 

Nur Zusatzkennzeichen „G“ 

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

 4. Kurative Laboruntersuchung zum Nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2

GOP Bezeichnung

  • 32779 Nachweis von SARS-CoV-2 Virus-Antigenen (Antigentest)
  • 32811 Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App
  • 32816 Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2

Das Formular ist in der Praxis vorzuhalten und wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen. 

Das ab dem 15. Oktober notwendige neue Muster OEGD befindet sich derzeit in Überarbeitung und wird voraussichtlich Anfang Dezember 2020 zur Verfügung stehen. Bis dahin kann das bisherige Muster OEGD verwendet werden.

Bestellformulare Kohlhammer

Ja, sobald eine Person in den genannten Einrichtungen (siehe Merkblatt) untergebracht werden soll, hat diese Person einen Anspruch auf Testung unter der Voraussetzung, dass die Einrichtung im Rahmen ihres Testkonzeptes (mit dem Sozialministerium BW abzustimmen) oder der ÖGD die Testung verlangt.

Vertragsärzte verwenden das Muster OEGD bei der SARS-CoV-2-Testung bei allen asymptomatischen Testungen nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). 

Lediglich bei der Testung im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App ohne OEGD Auftrag wird das Muster 10 C verwendet.

Dies gilt nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes­gesundheits­ministeriums (BMG) für

  • Kontaktpersonen
  • Testungen nach Ausbrüchen sowie
  • rein präventiv zur Verhütung der Verbreitung

Wie Sie die jeweiligen Leistungen korrekt abrechnen und was bei der Kennzeichnung der Laboraufträge zu beachten ist, hat unsere Abrechnungsberatung für Sie im Merkblatt „asymptomatische Testungen“ zusammengefasst (siehe unten).

Ja, sofern der behandelnde Arzt des Infizierten oder der ÖGD diese Person als Kontaktperson im Sinne der festgelegten Definition (siehe Abrechnung Corona-Testung asymptomatische Personen) eingestuft hat. Dies muss die Person Ihnen gegenüber schlüssig darlegen (im besten Fall anhand einer formlosen Bestätigung des behandelnden Arztes des Quellfalls, möglichst in der Patientenakte dokumentieren). Die Testung erfolgt per Labortest (empfohlen: PCR-Test; Antigen-Labortest oder Antigen-Schnelltest (PoC-Test) möglichbei begrenzter PCR-Kapazität, oder wenn ein schnelles Resultat benötigt wird).

Vereinfacht sind die Rahmenbedingungen für den Fall, dass Sie selbst bei einem Ihrer Patienten eine Infektion festgestellt haben und nun z. B. Familienmitglieder testen möchten. Bei positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Patienten, die Sie in Ihrer eigenen Praxis behandeln, dürfen Sie Kontaktpersonen selbst feststellen und die Testung veranlassen. Die Definition der Kontaktperson finden Sie auf unserem Merkblatt.

Nein, sofern zur Vermeidung einer Ansteckung mit COVID-​19 geboten, müssen in ein DMP eingeschriebene Patienten derzeit nicht zu Untersuchungen in die Praxis kommen oder an Schulungen teilnehmen. Die ärztliche Dokumentation von Untersuchungen ist für das erste bis vierte Quartal 2020 nicht erforderlich, sofern die Daten nicht durch telemedizinischen Kontakt erhoben werden können.

Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums muss der Einreisende, der getestet werden will, versichern, dass ein entsprechender Auslandsaufenthalt stattgefunden hat. Dies kann zum Beispiel durch einen Boarding-Pass, ein Ticket, eine Hotelrechnung oder einen sonstigen Nachweis geschehen.

Die Abstrichentnahme wird mit der GOP 99531 (15,00 Euro) abgerechnet. Hiermit sind sämtliche Leistungen im Zusammenhang mit dem Abstrich abgegolten (das Gespräch im Zusammenhang mit der Testung sowie die Entnahme von Körpermaterial sowie bei Bedarf die Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses über das (Nicht-)Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.)

Hinweis: Ein Laborbefund ist als ärztliches Zeugnis zu werten.

Nein. Bei einer Unbedenklichkeitserklärung handelt es sich grundsätzlich um eine „Wunschleistung”, welche privat zu liquidieren ist.

Im Zusammenhang mit einer asymptomatischen Testung ist die Ausstellung eines Zeugnisses über das Ergebnis der Testung von der abstrichnehmenden Stelle grundsätzlich beinhaltet. (Hinweis: Ein Laborbefund ist als ärztliches Zeugnis zu werten.)

Das Sozialministerium und das Landesgesundheitsamt haben Empfehlungen zum Umgang mit Erkältungs- und Krankheitssymptomen bei Kindern und Jugendlichen herausgegeben (unten zum Download). Demnach ist nach einem überstandenen Infekt kein negativer Virusnachweis und auch kein ärztliches Attest notwendig. Die Bestätigung der ärztlichen Aussage durch eine erziehungsberechtigte Person ist in der Regel ausreichend. Dazu kann die Muster-Bescheinigung verwendet werden, die die Eltern selbst ausfüllen können (Bestandteil der LGA-Handreichung).

Nein, für solche Fälle existiert keine generelle Empfehlung des RKI, eine erneute PCR durchzuführen. Lediglich wenn eine Verkürzung der Isolationsdauer im Einzelfall erwogen wird, sind sowohl 48 Stunden Symptomfreiheit als auch das Vorliegen von zwei negativen PCR-Untersuchungen im Abstand von mindestens 24 Stunden empfohlen.

Bitte überzeugen Sie sich vom Warnhinweis der Corona-App und vermerken Sie dies in der Patientendokumentation.

Das Formular ist in der Praxis vorzuhalten und wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen.

Bestellformulare Kohlhammer

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) kann Vertragsärzte sowohl telefonisch als auch per Fax oder E-Mail beauftragen. Bei telefonischer Beauftragung durch das Gesundheitsamt empfehlen wir den Inhalt der Beauftragung in einer Telefonnotiz festzuhalten.

Ja. Der Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 ist ab 8. Mai 2020 unter bestimmten Voraussetzungen GKV-Leistung. 

Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörpernachweise zur Verfügung. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Verlanlasser und Laborarzt kennzeichnen solche Tests mit der Ziffer 88240, sodass alle Leistungen extrabudgetär honoriert werden. Der Antikörpertest selbst ist als „Ähnliche Untersuchung“ mit der GOP 32641 abrechenbar. Die Laborausnahmeziffer 32006 kann in diesem Fall nicht eingetragen werden.

(siehe News-Meldung SARS-CoV-2: Antikörpertest als GKV-Leistung).

War der Patient bisher noch nie in der Praxis, hält er seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (Bezeichnung der Krankenkasse; Name, Vorname und Geburtsdatum des Versicherten; Versichertenart; Postleitzahl des Wohnortes; Versichertennummer) erheben kann. Der Patient bestätigt zudem mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes. Am Telefon fragt das Praxispersonal diese Daten ab.

Ist der Patient der Praxis bekannt, findet im aktuellen Quartal jedoch ausschließlich telefonischer Kontakt statt, übernehmen Sie die Versichertendaten aus der Patientendatei.

Hinweis zu den TI-Sanktionen: Bei der Videosprechstunde oder reinem Telefonkontakt ist nach heutigem technischen Stand kein Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) möglich. Aktuell gibt es (noch) keine Ausnahmeregelung für das VSDM in Corona-Zeiten. Das bedeutet, dass die VSDM-Pflicht bei Patienten, die in die Praxis kommen, weiterhin besteht. Das Thema ist derzeit auf Bundesebene in Beratung. Um Honorarkürzungen zu entgehen, sollten sie daher darauf achten, mindestens einen VSDM-Prüfnachweis in Ihrer Quartalsabrechnung zu haben.

Nein. Es besteht keine Möglichkeit, Hände- und Flächendesinfektionsmittel über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abzurechnen. Diese Kosten sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten.

Nein, da Schutzbrillen in der Regel nach Desinfektion/Sterilisierung wiederverwendbar und deshalb mit den Praxiskosten abgegolten sind.

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Diagnoseschlüssel: U07.1 G für COVID-19-Fälle, bei denen das Virus labordiagnostisch nachgewiesen wurde. Mit dem Kode U07.2 G werden ab dem zweiten Quartal die COVID-19-Fälle kodiert, bei denen eine klinisch-epidemiologische COVID-19-Infektion diagnostiziert wurde, die nicht durch einen Labortest nachgewiesen ist. 

Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.  

Kodes ab 1. April 2020

U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen:

ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.  

U07.2  COVID-19, Virus nicht nachgewiesen:

ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt ist und das Virus nicht durch Labortest nachgewiesen wurde oder kein Labortest zur Verfügung steht. 

Nur Zusatzkennzeichen „G”

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G” (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Zusätzlicher Kode ab 1. Juni 2020

U99.0  Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

Für die Kodierung von Corona-Tests gibt es seit 1. Juni einen dritten ICD-Kode: U99.0.  Die Schlüsselnummer beschreibt einen „Versorgungsanlass“ hinsichtlich der Behandlung von Personen, bei denen eine Infektion mit SARS-CoV2 abgeklärt wird. Mit „spezielle Verfahren“ sind direkte labordiagnostische Verfahren zum Nachweis einer Infektion mit SARS-CoV-2 gemeint.

Analog zu den beiden anderen Kodes muss die U99.0 immer zusätzlich zu einem weiteren ICD-Kode verschlüsselt werden, beispielsweise als erste Diagnose die Z11 G – also „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten“.

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle – je Behandlungstag – mit der Ziffer 88240 (Pseudo-GOP) zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Letzte Aktualisierung: 30.11.2020