Abrechnung und Kennzeichnung Coronavirus

Abstriche, Behandlung und Laborleistungen

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erforderlich sind (Kennzeichnung an jedem Behandlungstag mit Pseudo-GOP 88240), werden in voller Höhe bezahlt. Dazu gehört auch die in diesem Quartal abgerechnete Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale sowie die Zusatzpauschalen der Pneumologen und Fachinternisten (Tag der Abrechnung der Quartalspauschale ebenfalls mit 88240 kennzeichnen).

Generell gilt: Tests und Behandlung bei Personen mit Symptomatik werden nach EBM abgerechnet, Tests bei Personen ohne Symptomatik nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV).

Hat die betreffende Person Symptome einer COVID-19-Erkrankung, handelt es sich um einen kurativen Fall. Alles, was Sie zur Abrechnung bei symptomatischen Personen wissen müssen, finden Sie im passenden Abrechnungsleitfaden Coronavirus. Die Testverordnung regelt, in welchen Fällen die Kosten für eine Testung übernommen werden, wenn keine Symptome vorliegen (z. B. Kontaktpersonen, Freitesten nach Isolation). Zu den Abrechnungs­modalitäten bei asymptomatischen Personen haben wir separate Merkblätter erstellt.

Teststrategie in der Gesamtschau

Ab 11. Oktober gilt die neue Coronavirus-Testverordnung (TestV), die Tests für alle asymptomatischen Personen regelt. Am 5. Oktober hat das RKI sein Flussschema zuletzt angepasst, das zeigt, was bei Verdachtsfällen zu tun ist. Wie die beiden in der nationalen Teststrategie (Stand 16. August 2021) zusammenspielen, verdeutlicht unser Schaubild Corona-Tests in der Praxis. Corona-Tests bei Patienten, die COVID-19-Symptome zeigen, fallen unter die Krankenbehandlung laut EBM (RKI-Testkriterien). Der Testanspruch bei Personen ohne Symptome begründet sich in der TestV. Hier die Abrechnungsmodalitäten: Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!

Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: GOP 02402
Labor-GOP 32816 etc.

Nationale Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung – TestV)
  • Impfunfähige & abgesonderte Personen
    (nur Schnelltest!)
Abstrich: GOP 88310B
Sachkosten für PoC-Antigen-Test: GOP 88312B
 
  • Kontaktperson & App
  • Ausbruch in Einrichtung
  • Reha, Heimaufnahme
  • vor ambulanter OP
Abstrich: GOP 99531
Sachkosten für PoC-Antigen-Test: GOP 88312
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.
Selbstzahler
  • PCR-Test für Reise, Club, Diskothek, Schnelltest für Personen ohne Anspruch nach TestV
Keine Abrechnung über die KV!

Übersicht Testszenarien: Kurativ und asymptomatisch

Wichtig für die Abrechnung: Pseudo-GOP 88240

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle an allen Behandlungstagen mit der Ziffer 88240 zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder weitere Fachgruppen). Tag der Abrechnung der Quartalspauschalen ebenfalls mit 88240 kennzeichnen. Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Labor

Den Labortest dürfen nur Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie mit entsprechender Genehmigung durchführen. Für die Abrechnung gelten die GOP 32816 (Krankheitssymptome, PCR) sowie die GOP 32779 (Krankheitssymptome, Antigentest). Laborleistungen im Zuge der Coronavirus-Testverordnung (TestV) werden über einen gesonderten Weg abgerechnet.

Muster 10 C bei Krankenbehandlung (EBM)

Den Labortest auf SARS-CoV-2 veranlassen Sie bei symptomatischen Patienten mit der Laborüberweisung Muster 10 C (RKI-Testkriterien) bei Ihrem Labor. Die Entscheidung, ob ein Patient getestet werden soll oder nicht, liegt im ärztlichen Ermessen – orientiert an den Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Laboruntersuchung.

Muster OEGD bei asymptomatischen Personen (TestV & Landesstrategie)

Die Anforderung der Laboruntersuchung bei asymptomatischen Personen im Zuge der nationalen Teststrategie (TestV des BMG) erfolgt ausschließlich über Muster OEGD.

Kodierung

Der ICD-Code für die Coronavirus-Krankheit COVID-19 lautet: U07.1 G bzw. U07.2 G. Sie verschlüsseln die Erkrankung beziehungsweise die Symptome (z. B. „J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet“) und geben zusätzlich den Code U07.1 G als Sekundärdiagnose an. Bei Kontaktpersonen geben Sie zusätzlich Z20.8 G an (z. B. bei Risikowarnung der Corona-App).

  • U07.1 G COVID-19: Virus nachgewiesen
    Wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist.
  • U07.2 G COVID-19: Virus nicht nachgewiesen
    Wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber nicht durch Labortest nachgewiesen ist.
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    Wenn ein Labortest veranlasst wurde.

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Ausrufezeichen: Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben (U07.1 statt U07.1!).

So kodieren Sie richtig – Fallbeispiele & Schema

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine einheitliche ärztliche Bescheinigung zur Vorlage bei den Teststellen entworfen. Als Vertragsarztpraxis können Sie das untenstehende Musterformular verwenden, wenn Sie ein ärztliches Zeugnis über das Vorliegen einer medizinischen Kontraindikation zur Durchführung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gemäß § 4a Nr. 2 ausstellen.

Abrechnen können Sie das Attest wie folgt:

  • GOP 88315 ärztliche Bescheinigung von medizinischer Kontraindikation zu COVID-19-Impfungen (§ 12 Abs. 7 TestV) → 5 Euro
  • GOP 88316 Portopauschale zur GOP 88315 (§ 12 Abs. 7 TestV) → 0,90 Euro

Für das Entlassmanagement nach bestätigter SARS-CoV-2-Infektion wurde mit der neuen Testverordnung ein Anspruch auf einen Schnelltest nach § 4a zur Beendigung der Absonderung geschaffen. Es gilt somit die Abrechnung nach TestV (Abstrich-GOP 88310B).

Hinweis:

Der oben genannte Testanspruch § 4a TestV bezieht sich auf die Entisolierung asymptomatischer Personen nach einer nachgewiesenen Infektion. 

  • Bei Kontaktpersonen fällt die Testung zur Aufhebung der Absonderung unter § 2 TestV (Abstrich-GOP 99531, PCR-Test empfohlen).
  • Nach Auftreten von Infektionen in Einrichtungen (z. B. Kita, Schule, Flüchtlingsheim) haben die dort exponierten Personen einen Anspruch auf Testung zur Aufhebung der Absonderung nach § 3 TestV (Abstrich-GOP 99531, Schnelltest oder PCR-Test empfohlen).

Nein. Die Verpflichtung zum Test für Haushaltsangehörige einer Person, die als enge Kontaktperson (KP1) eingestuft wurde, ist nicht mehr Teil der CoronaVO BW. Nur falls die Kontaktperson der Kategorie I selbst zum bestätigten COVID-19-Fall wird, fallen die Haushaltsangehörigen ihrerseits unter die Definition enger Kontaktpersonen, sodass ein PCR-Test nach TestV (GOP 99531) abrechenbar wäre. Bei negativen KP1 ist für die Haushaltsangehörigen kein Test gefordert.

Die Testverordnung sieht keinen Anspruch auf eine konzeptionell ausgerichtete Schnelltestung vor der Impfung vor. Zudem gibt es derzeit keine Anhaltspunkte auf eine negative Beeinflussung des Verlaufs einer COVID-19-Infektion durch die aktuellen Impfstoffe.

Nach Angaben des RKI geben bisherige Studienergebnisse keine Hinweise darauf, dass die Impfung nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion problematisch bzw. mit Gefahren verbunden wäre, das gilt für Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfung. Vor diesem Hintergrund besteht nach dessen Aussage (RKI/Fragen zur COVID-19-Impfempfehlung (Stand: 18. August 2021) auch keine Notwendigkeit, vor einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten, asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen. Zum anderen gilt auch hierbei, den organisatorischen Ablauf möglichst effizient auf das Impfgeschehen auszurichten.

Ja, bei der Personaltestung hat sich nichts geändert. Die Neuregelung betrifft nur die ehemaligen Bürgertestungen. Für alle anderen präventiven Tests, auf die Personen nach der TestV (§§ 2 bis 4 und 4b) Anspruch haben, werden nach wie vor die Kosten übernommen.

Weiterhin dürfen Sie maximal 10 PoC-Antigen-Tests je Mitarbeiter im Monat beschaffen und durchführen sowie die Sachkosten dafür abrechnen – nicht aber den Abstrich. Ein Testkonzept ist dafür nicht notwendig. Dies gilt unabhängig vom Impfstatus.

Mit der neuen Coronavirus-Testverordnung gültig ab 11. Oktober 2021 entfällt der bisherige Bürgertest als kostenloses Testangebot für alle. Anspruch auf einen kostenfreien anlasslosen Schnelltest besteht dann nur noch für einen stark eingeschränkten Personenkreis.

§ 4a Testung bei impfunfähigen oder abgesonderten Personen

  • Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr
  • Personen mit ärztlichem Zeugnis über medizinische Kontraindikation
  • Personen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (bis zum 31.12.2021), Schwangere, Studierende, die mit einem anderen als vom Paul-Ehrlich-Institut zugelassenen Impfstoff geimpft wurden
  • Personen, die an klinischen Studien teilnehmen
  • Personen mit nachgewiesener Infektion zum Ende der Absonderung

Alle Vertragsärzte (Haus- und Fachärzte) sind berechtigt, diese Tests nach § 4a TestV auf freiwilliger Basis anzubieten und nach Coronavirus-Testverordnung (TestV) über die KVBW abzurechnen vgl. Abrechnung Corona-Testung asymptomatische Personen. Ob und wie derjenige versichert ist, spielt keine Rolle.

Abrechnung über die KV: Nicht-KV-Mitglieder müssen sich registrieren

Sämtliche Anbieter wie Ärzte, Zahnärzte, Testzentren, aber auch Apotheker rechnen Coronatests und Sachkosten nach TestV mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Für Nicht-KV-Mitglieder ist eine vorherige Registrierung bei der KV erforderlich. Mehr Informationen für Nicht-KV-Mitglieder finden Sie unter www.kvbawue.de/testverordnung.

Laut Coronavirus-Testverordnung (TestV) gelten seit Juli 2021 umfassende Dokumentationsvorgaben für die Testung bei asymptomatischen Personen (unter anderem also anlasslose Schnelltests nach § 4a TestV GOP 88310B sowie sonstige TestV-Tests GOP 99531). Die Dokumentation ist bis zum 31. Dezember 2024 unverändert zu speichern oder aufzubewahren und verbleibt bis auf Weiteres in der Praxis. Die Unterlagen müssen nur auf Anforderung an die KVBW oder den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) gesandt werden.

Wer Corona-Tests nach TestV anbietet und abrechnet, muss folgende Angaben einholen und dokumentieren:

  • Kaufvertrag, Rechnung oder Nachweis über einen unentgeltlichen Bezug für die Antigen-Schnelltests (Testkits)
  • Angaben zur getesteten Person
    • Name, Vorname
    • Geburtsdatum
    • Anschrift
  • Art der Leistung
    • Veranlassung Labor mittels Muster OEGD
    • Nukleinsäurenachweis
    • Labor-Antigen-Test
    • PoC-Antigentest
    • Antigentest-Eigenanwendung
    • Abstrich
    • Überwachung Antigentest zur Eigenanwendung
    • ärztliche Schulung
    • Gespräch bzgl. Feststellung einer Kontaktperson ohne Testdurchführung
    • Ausstellung Genesenenzertifikat
  • Testgrund
    • Kontaktperson
    • Ausbruch
    • Verhütung der Verbreitung
    • Impfunfähige & abgesonderte Personen (vormals „Bürgertestung“)
      • § 4a Nr. 1 TestV Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr
      • § 4a Nr. 2 TestV Personen mit ärztlichem Zeugnis über medizinische Kontraindikation. Stillende oder vormals Schwangere (bis zum 17. September 2021) haben bis zum 17. Dezember 2021 einen Anspruch auf eine kostenlose Testung gemäß § 4a Nr. 2 TestV. 
      • § 4a Nr. 3 TestV befristet bis zum 31.12.2021: Personen bis zum vollendeten 18.  Lebensjahr, Schwangere sowie Studierende, die mit einem anderen als vom Paul-Ehrlich-Institut zugelassenen Impfstoff geimpft wurden. 
      • § 4a Nr. 4 TestV Personen die an klinischen Studien teilnehmen
      • § 4a Nr. 5 TestV Personen mit nachgewiesener Infektion zur Aufhebung der Absonderung
    • Bestätigung, Virusvariantenspezifische-PCR
  • Datum und Uhrzeit der Testung
  • Ergebnis der Testung
  • Mitteilungsweg des Testergebnisses an die getestete Person
  • schriftliche oder elektronische Bestätigung der getesteten Person oder ihres gesetzlichen Vertreters über die Durchführung des Tests
  • zusätzlich bei PoC-Antigentests / Antigen-Tests zur Eigenanwendung:
    • Angabe der Individuellen Test ID gemäß BfArM für jeden verwendeten PoC-Antigentest 
    • oder den Antigentest zur Eigenanwendung
  • bei positivem Test: Nachweis der Meldung an das Gesundheitsamt 

Zusätzliche Dokumentation bei Tests nach § 4a TestV

  • Nachweis über die Anbindung an Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts zur Erstellung eines COVID19-Testzertifikats bzw. COVID-19-Genesenenzertifikats,
    Registrierung: CWA: Schnelltestpartner werden
  • Öffnungszeiten je Tag
  • Anzahl der testenden Personen je Tag
  • Nachweis, dass die Übermittlung des Testergebnisses zur Corona-Warn-App angeboten wird bzw. die getestete Person der Übermittlung des Testzertifikats an die Corona-Warn-App zugestimmt oder diese abgelehnt hat
  • zusätzliche Meldepflicht ans Gesundheitsamt seit August 2021: Anzahl der Schnelltests nach § 4a und die Zahl der positiven Testergebnisse monatlich je Tätigkeitsort (ID-Nummer, die das Gesundheitsamt erteilt, in der KV-Abrechnung angeben)
  • Bestätigung der getesteten Person über die Vorlage des zutreffenden Nachweises der Anspruchsberechtigung für eine Testung nach § 4a TestV

Erfassen Sie die Pseudo-GOP 88312B bei anlasslosen Schnelltests für Impfunfähige & abgesonderte Personen nach § 4a (vormals „Bürgertestung“) und die GOP 88312 für alle sonstigen Tests nach TestV. Seit Juli 2021 gilt eine Sachkostenpauschale von 3,50 Euro je Testkit.

Point-of-care-Tests (PoC-Tests bzw. Schnelltests) sind keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Getestet wird mit PoC-Antigen-Schnelltests nur, wer keine Symptome hat im Zuge der nationalen Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung – TestV).

TestV GOP 88310B (Abstrich) + GOP 88312B (Sachkosten Testkit) 

  • Impfunfähige & abgesonderte Personen nach § 4a TestV (vormals „Bürgertestung“)

TestV GOP 99531 (Abstrich) + GOP 88312 (Sachkosten Testkit)

  • Corona-Warn-App meldet Kontakt mit einer infizierten Person (rote Warnung)
  • Kontaktperson einer infizierten Person (festgestellt durch ÖGD oder Arzt) 
  • Personen vor ambulanter OP
  • Personen vor Aufnahme in:
    • Pflegeheim
    • Krankenhaus
    • Rehaeinrichtung etc.
  • Ausbruchsgeschehen (ÖGD ordnet einen Test an)

TestV GOP 88312 (Testkit)

  • Tests für Praxispersonal Arztpraxis oder Psychotherapiepraxis

Keine Abrechnung über die KVBW

  • Tests im Rahmen der 3-G-Regelung bei fehlendem Anspruchsnachweis nach § 4a Testung bei impfunfähigen oder abgesonderten Personen
  • systematische Testungen in Schulen und Kitas
  • Routinetests, die Unternehmen für ihre Belegschaft oder der Einzelhandel und Restaurants für ihre Kunden anbieten

Bestimmte Einrichtungen können Antigen-Schnelltests selbst beschaffen, nutzen und mit uns abrechnen. Das sind z. B. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen oder Tageskliniken. Tests für Personal, Patienten und Bewohner von Einrichtungen, die laut TestV in Eigenregie testen dürfen, sind nicht für Vertragsärzte abrechenbar.

Ein Schein für alle: Vereinfachte Abrechnung Schnelltests

Falls Sie viele Schnelltests machen, bietet sich die vereinfachte Abrechnung an. Statt einzelne Fälle je getestete Person anzulegen, erfassen Sie die Gesamtanzahl je Quartal unter einem einzigen Pseudofall je Testszenario. Dabei bitte separaten Schein für anlasslose Schnelltestss nach § 4a (vormals „Bürgertestung“) anlegen und Tests je Standort separat erfassen!
Siehe Merkblatt unten.

Dies gilt nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes­gesundheits­ministeriums (BMG) für

  • Impfunfähige & abgesonderte Personen (ausschließlich Antigen-Schnelltest PoC, vormals „Bürgertestung“)
    • Kinder bis 12 Jahre
    • Jugendliche bis 18 Jahre (bis 31. Dezember 2021)
    • medizinische Kontraindikation (z. B. Schwangerschaft im ersten Drittel)
    • Personen, die an klinischen Studien teilnehmen
    • Freitest nach Absonderung bei nach nachgewiesener Infektion
  • Kontaktpersonen
  • Personal aus Arztpraxis (ausschließlich Sachkosten berechnungsfähig)
  • Personal sonstige Heilberufe z. B. Physio-, Ergo-, Psychotherapie (ausschließlich Sachkosten berechnungsfähig)
  • Patienten vor Operation oder vor Aufnahme in z. B. Klinik, Heim, Reha
  • Personen nach Ausbrüchen in Einrichtungen (z. B. Heim, Sammelunterkunft)

Mit der neuen Coronavirus-Testverordnung gültig ab 11. Oktober 2021 entfällt der bisherige Bürgertest als kostenloses Schnelltestangebot für alle (mehr erfahren »).

Wie Sie die jeweiligen Leistungen korrekt abrechnen und was bei der Kennzeichnung der Laboraufträge zu beachten ist, hat unsere Abrechnungsberatung für Sie im Merkblatt „asymptomatische Testungen“ zusammengefasst (siehe unten).

Vertragsärzte können Antigen-Schnelltests bzw. PoC-Tests (Point-of-Care-Tests) für Testungen bei asymptomatischen Personen im Zuge der Teststrategie einsetzen und abrechnen. Testanlässe und Voraussetzungen siehe Merkblatt „asymptomatische Testungen“).

Die Sachkosten für die POC-Antigen-Tests werden pauschal mit 3,50 Euro je Testkit erstattet:

  • GOP 88312B für Tests nach § 4a (vormals „Bürgertestung“)
  • GOP 88312 für alle sonstigen Tests nach TestV

Es dürfen nur Antigen-Testverfahren eingesetzt werden, die auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als Schnelltests laut TestV aufgeführt sind.

Die erhöhten Arbeitsschutzanforderungen bei der Weiterverarbeitung des Abstrichs in der eigenen Arztpraxis sind zu beachten. 

Positive Antigen-Schnelltests müssen durch einen PCR-Test bestätigt werden. Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind immer – auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig.

Nicht-KV-Mitglied? 

Um Schnelltests nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) mit der KV abrechnen zu können, ist für Nicht-KV-Mitglieder eine vorherige Registrierung erforderlich. Die Details dazu finden Sie unter www.kvbawue.de/testverordnung.

Für das Impfzertifikat bei der Auffrischungsimpfung bzw. Drittimpfung nutzen Sie dieselben Gebührenordnungspositionen für die Ausstellung des Impfzertifikates wie bei der Erstimpfung:

  • GOP 88351 (Impfzertifikat automatisiert erstellt per Praxissoftware) oder
  • GOP 88350 (Impfzertifikat manuell erstellt per RKI-Impfzertifikatsservice) oder
  • GOP 88352 (Impfzertifikat nachträglich erstellt für andernorts geimpfte Personen).

Mit dem 31. März 2021 endete unser Landesvertrag. Die GOPs 99548 und 99549 (Pauschalen für Schnelltests beim Personal von Schulen und Kinder­tages­einrichtungen sowie in der Kindertagespflege) sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gültig. Später erbrachte präventive Corona-Tests in Schulen oder Kindertagesstätten lassen sich nicht mehr über die KV Baden-Württemberg abrechnen.

Coronatests für Beschäftigte in Schulen und Kitas, die Sie bis zum 31. März 2021 im Rahmen des Landesvertrags erbracht haben, müssen Sie spätestens mit der mit der Quartalsabrechnung 3/2021 einreichen. Spätere Abrechnungen können nicht mehr akzeptiert werden.

Zentrales Element ist ein QR-Code mit elektronischer Signatur, der in die Corona-Warn-App (CWA) oder die CovPass-App eingelesen werden kann als Nachweis dafür, dass eine Person geimpft, getestet oder genesen ist (3-G-Regel). § 22 Infektionsschutzgesetz (IfSG) definiert den Anspruch der Patienten auf ein solches digitales Zertifikat.

Arztpraxen sind berechtigt, die Zertifikate auszustellen, wenn jemand entweder

  • gegen COVID-19 geimpft wurde (Impfzertifikat),
  • von Corona genesen ist (Genesenenzertifikat) oder
  • negativ auf Corona getestet wurde (Testzertifikat).
AbrechnungTechn. ErstellungAnmerkungen
Zertifikat Impfung

Selbst Geimpfte:
GOP 88351 (PVS)
1 x Erst- & 1 x Zweitimpfung & 1 x Auffrischimpfung

GOP 88350 (RKI-System)
1 x Erst- & 1 x Zweitimpfung & 1 x Auffrischimpfung

Andernorts Geimpfte:
GOP 88352 

Mehr zur Vergütung:
Ausstellen eines digitalen COVID-19-Impfzertifikats:
www.kvbawue.de/pdf3976

TI-Anschluss erforderlich!

RKI-Impf­zertifikats­­service Techniktipps zum Zugang:
www.kvbawue.de/pdf4002

Zertifikat Genesung

GOP 88371 (PVS)
GOP 88370 (RKI-System)

Mehr zur Vergütung:
Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!:
www.kvbawue.de/pdf3607

TI-Anschluss erforderlich!

Voraussetzung ist ein positiver PCR-Test, der maximal 6 Monate alt sein darf und mindestens 28 Tage zurückliegen muss.
Zertifikat negativer Test

Leistungsbestandteil der Abstriche nach TestV
GOP 88310(B)
GOP 99531

Mehr zur Vergütung:
Abrechnung Corona-Testung asymptomatische Personen:
www.kvbawue.de/pdf3565

  • CWA-Schnelltestportal
  • Schnittstelle der Praxissoftware (PVS) zur Corona-Warn-App (CWA)
Informationen zur Registrierung und Nutzung CWA-Schnelltestportal:
github.com/corona-warn-app/cwa-quicktest-onboarding/wiki
Hotline T-Systems:
+49 620 2274 3730

Das Sozialministerium hatte zunächst alle Krankenhäuser in Baden-Württemberg als Leistungserbringer für asymptomatische (PCR-)Testungen beauftragt. Diese Beauftragung durch Allgemeinverfügung wurde mit Ablauf des 20. Juli 2021 unwirksam. Bitte lassen Sie sich von Ihrem örtlichen Gesundheitsamt einen Einzelauftrag erteilen. 

So rechnen Sie als beauftragtes Krankenhaus Labor-PCR-Testungen bei asymptomatischen Personen nach TestV über die KV ab:

  • Registrierung über die Online-TestV-Abrechnungsanwendung
  • Erstellung der CSV-Abrechnungsdatei (LABORTEST) nach KBV-Vorgaben
  • Übermittlung der CSV-Abrechnungsdatei an die KVBW (per E-Mail)

Welche Angaben für eine fehlerfreie Erstellung der Abrechnungsdatei zu berücksichtigen sind, erfahren Sie in unserem Merkblatt (unten zum Download). Dort finden Sie auch die KBV-Vorgaben für die Leistungserbringer zur TestV und ein Muster der einzureichenden CSV-Datei (LABORTEST).

Wann können Sie PCR-Testungen nach TestV über die KV abrechnen?

  • ausschließlich asymptomatische Testungen – nur bei Sachverhalten nach TestV:
    • vor ambulanter Operation
    • bei Ausbruchsgeschehen (wenn von Einrichtung oder ÖGD festgestellt)
    • Kontaktpersonen (nach TestV-Definition)
    • Bestätigungsdiagnostik nach positivem Antigen-Test

PCR-Tests dürfen nach TestV nicht bei Tests nach § 4a TestV, regelmäßiger Testung des Personals, Testung von Besuchern der Patienten oder deren Begleitpersonen abgerechnet werden. Für Personal und Besucher/Begleitpersonen können ausschließlich PoC-Antigentests mit der laut TestV § 6 (3) vorgeschriebenen Höchstmenge (= bis zu 30 PoC-Antigentests je Person je Monat) durchgeführt werden.

Die Finanzierung von Testzentren im Sinne von § 13 steht ab 1. Juli 2021 nur noch Testzentren des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) offen, da zukünftig nur diese Stellen Testzentren im Sinne von § 13 betreiben können.

Der Betrieb von Testzentren (im Sinne von § 6 Nr. 1 und 3 TestV) setzt voraus, dass der ÖGD oder die Kassenärztliche Vereinigung aktiv am operativen Testgeschehen teilnimmt und dabei die organisatorische und finanzielle Hauptverantwortung für das Testzentrum übernimmt.

Wie die digitalen Impfzertifikate lassen sich auch Genesenenzertifikate per QR-Code in die CovPass-App bzw. die Corona-Warn-App importieren. Anspruch auf ein Genesenenzertifikat haben alle Personen, die eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgemacht haben. Voraussetzung ist ein positiver PCR-Test, der maximal sechs Monate alt sein darf und mindestens 28 Tage zurückliegen muss. 

Viele Praxisverwaltungssysteme haben diese Funktion bereits implementiert, sodass Arztpraxen die Codes erzeugen können. Alternativ lässt sich das Genesenenzertifikat über die Web-Anwendung RKI-Impfzertifikatsservice erstellen.

Die Vergütung laut neuer TestV beträgt 2 Euro (GOP 88371) für die Erstellung des Genesenenzertifikats per Praxissoftware. 6 Euro (GOP 88370) werden erstattet, wenn die Ausstellung über die Webanwendung des Robert Koch-Instituts (RKI) erfolgt.

Grundvoraussetzung, um das COVID-19-Genesenenzertifikat (QR-Code für die CovPass-App bzw. die Corona-Warn-App) zu erzeugen, ist, dass Ihre Praxis über einen Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) verfügt.

Voraussetzung ist: Es muss sich um ein konkretes Impfvorhaben einer Person handeln, die einen Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hat. Die Initiative zum Impfvorhaben und zur Kontaktaufnahme kann dabei auch vom Arzt ausgehen. Kommt es im Anschluss an die Beratung zu keiner Impfung, kann die GOP 88322 abgerechnet werden.

Das digitale Testzertifikat für die Corona-Warn-App ist obligater Leistungsbestandteil sämtlicher Tests nach Coronavirus-Testverordnung (TestV). Tests nach § 4a TestV dürfen wir ab 1. August 2021 nur noch vergüten, wenn die Praxis das Testergebnis und das Testzertifikat an die Corona-Warn-App übermitteln kann.
Bürgertests: Wichtige Änderungen für Praxen ab 1. August 2021 »

Nur, wenn die getestete Person die Übermittlung des Testzertifikats an die Corona-Warn-App ablehnt (Dokumentationspflicht!), stellt der Arzt oder das Testzentrum über das Ergebnis des Schnelltests eine Bescheinigung zum Nachweis eines tagesaktuellen negativen COVID-19 Schnelltests nach der CoronaVO aus. Eine Mustervorlage des Sozialministeriums Baden-Württemberg für die Testbescheinigung auf Papier finden Sie unten zum Download.

Digitales COVID-Testzertifikat ist Teil der Leistung nach TestV

Die Zeugnisausstellung gehört bei Tests nach Coronavirus-Testverordung (TestV-GOP 99531 / 88310B) neben der Beratung und dem Abstrich zum Leistungsinhalt. Die Vergütung nach TestV umfasst das Gespräch, die Entnahme von Körpermaterial, die PoC-Diagnostik, die Ergebnismitteilung, die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22 Abs. 7 des Infektionsschutzgesetzes.

Ja. Vertragszahnarztpraxen können die Schnelltests bei ihren Beschäftigten selbst durchführen und die reinen Materialkosten (ab 1. Juli 2021 pauschal 3,50 Euro je Test) über die KVBW abrechnen.

Die ärztliche Leistung der Abstrichentnahme bei eigenem Praxispersonal ist nicht abrechenbar.

Alles was Sie zur Abrechnung über die KVBW wissen müssen und die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie unter TestV Abrechnung Nicht-KV-Mitglieder »

Über das Online-Abrechnungsportal der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg können Sie als Apotheker die Sachkosten der Antigen-Schnelltests (PoC-Tests) in Höhe von pauschal 3,50 Euro je Testkit sowie die erbrachten Leistungen zu 8 Euro je Abstrich abrechnen, sofern Sie Tests laut Coronavirus-Testverordnung (TestV) durchführen.

Alles was Sie zur Abrechnung über die KVBW wissen müssen und die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie unter TestV Abrechnung Nicht-KV-Mitglieder »

Achtung abweichender Kostenträger: Schnelltests, die Apotheken im Zuge der erweiterten Teststrategie des Landes Baden-Württemberg erbringen, sind nicht über die KV abrechenbar! Für präventive Testungen bei Lehrern und sonstigen Beschäftigten an Schulen, Kitas und in der Kindertagespflege auf Berechtigungs­schein oder als systematische Testungen in Schulen oder Kitas übernimmt das Land die anfallenden Kosten, nicht der Bund. Diese Tests können Sie nicht mit der KV abrechnen.

In der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ist geregelt, dass die Kosten für die selbst beschafften Schnelltests für das Testkonzept Ihrer Einrichtung (Tests für Personal, Patienten, Besucher) über die KV abgerechnet werden können (ab 1. Juli 2021 3,50 Euro je Test). Das gilt neben den KVBW-Mitgliedern auch für medizinische Einrichtungen und Heilberufler, die bislang nicht mit uns im Abrechnungs­verkehr stehen (z. B. Krankenhäuser, Rehakliniken oder Vertragszahnarztpraxen).

Nein. Die Point-of-Care-Tests (PoC-Tests) sind kein Sprechstundenbedarf. Bitte verwenden Sie die GOP 88312B für Tests nach § 4a (vormals „Bürgertestung“) und die GOP 88312 für sonstige Tests nach TestV. Es gilt eine Sachkostenpauschale von 3,50 Euro je Test.

Die Regelungen und ihre Geltungsdauer haben wir für Sie auf einer eigenen Unterseite aufgelistet: Sonderregelungen

Die KBV hat eine thematisch geordnete Übersicht zu den Sonderregelungen für die ambulante Versorgung, die bundesweit gelten, zusammengestellt. Hier werden die einzelnen Regelungen kurz erläutert. Die Übersicht wird stetig aktualisiert.

Dokumente zum Download

Mehr zum Thema

Betriebsärzte, die gleichzeitig Vertragsärzte sind, rechnen Impfungen in Unternehmen wie die sonstigen Impfungen nach CoronaImpfV mit uns ab und fügen die Pseudo-GOP 88360 zur Kennzeichnung der betriebsärztlichen Schutzimpfungen hinzu.

Beispiel:

  • 88331A Erstimpfung mit BioNTech/Pfizer und zusätzlich
  • 88360 Fallkennzeichnung als betriebsärztliche Schutzimpfung

Eine Abrechnung gegenüber der KV ist ausgeschlossen, wenn der Betrieb die Vergütung der ärztlichen Leistungen übernimmt.

In den meisten Fällen nicht. Corona-Antikörpertests zur Prüfung einer bestehenden Immunität nach Genesung oder Impfung sind keine vertragsärztliche Leistung, sondern nach derzeitigem Stand als Wunschleistung (IGeL) abzurechnen (siehe News-Meldung Antikörpertests auf SARS-CoV-2: Keine GKV-Leistung).

Über die KV ist der Antikörpertest allenfalls im direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik abrechenbar – dabei gelten enge Vorgaben. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann in Ausnahmefällen eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein. Veranlasser und Laborarzt kennzeichnen solche Tests mit der Ziffer 88240, sodass alle Leistungen extrabudgetär honoriert werden. Der Antikörpertest selbst ist als „Ähnliche Untersuchung“ mit der GOP 32641 abrechenbar.

Wird die erste Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca und die Zweitimpfung mit dem Impfstoff Comirnaty® von BioNTech durchgeführt, verwenden Sie für die Abrechnung der ersten Dosis die GOP 88333A und die GOP 88331B für die zweite Dosis (Abschlussimpfung → Buchstabe B).

Handelt es sich um eine beruflich indizierte Impfung, verwenden Sie die GOP 88333V für die erste und 88331W für die zweite Dosis.

Es handelt sich beim Ausstellen eines neuen Impfausweises um keine über die KV abrechnungsfähige Leistung. Das gelbe Impfbuch können Praxen in Baden-Württemberg kostenlos beim Kohlhammer Verlag bestellen.

Den Bearbeitungsaufwand für das Nachtragen der Impfungen dürfen Sie dem Patienten nach GOÄ als Selbstzahlerleistung in Rechnung stellen.

Im Rahmen einer Impfung ist die erstmalige Ausstellung eines Impfpasses für einen GKV-Patienten kostenlos, wenn dieser bisher keinen Impfpass besessen hat. Es fällt in die Eigenverantwortung des Versicherten, dieses lebenslange Dokument aufzubewahren und im Bedarfsfall dem jeweiligen Arzt vorzulegen. Wenn der Versicherte seinen Impfpass verlegt hat und die Ausstellung eines neuen Impfpasses wünscht, handelt es sich dabei um eine Forderung, die als Wunschleistung einzustufen und privat zu bezahlen ist.

Die im Zusammenhang mit der COVID-Impfung berechnungsfähigen GOP decken alle mit den Impfungen assoziierten Leistungen ab (alle Fragen zur Impfung, auch im Bezug zu weiteren Erkrankungen des Patienten, Infektausschluss etc.).

Grundsätzlich gilt daher, dass die COVID-Impfungen nicht neben anderen Leistungen berechnet werden dürfen. Dies trägt auch dazu bei, organisatorisch möglichst viele Impfungen zu gewährleisten. Wenn sich jedoch im Einzelfall eine Behandlungsnotwendigkeit während des Impftermins ergibt, sind solche Leistungen vertragsärztlich, bspw. durch Ansatz der Versicherten-/oder Grundpauschale berechnungsfähig. Regelmäßige Nebeneinander­abrechnungen können jedoch Abrechnungs­prüfungen und ggf. Regresse nach sich ziehen.

In diesem Fall ist der kurative Hausbesuch (GOP 01410 mit dem entsprechenden Wegegeld und bei Impfung/Behandlung weiterer Personen im Haushalt GOP 01413) abzurechnen.

Als Vertragsarzt rechnen Sie diese Impfleistungen in gewohnter Weise mittels GOP über Ihre Quartalsabrechnung (KVDT) mit uns ab (vgl. COVID-19-Impfung – Impfstofflogistik, Abrechnung und Dokumentation). Eine Aufwandserstattung seitens des Landes Baden-Württemberg erfolgt bei solchen örtlichen Impfterminen in Gemeindehallen etc. nicht. Das Land stellt lediglich den Impfstoff in Abstimmung mit den jeweiligen Kommunen zur Verfügung.

Ausschließliches Impfen nach Coronavirus-ImpfV ist keine GKV-Leistung. Daher ist die Nutzung anderweitiger Räumlichkeiten außerhalb der Praxis oder die Anstellung von reinen Impfärzten nicht durch die KV oder den Zulassungsausschuss genehmigungspflichtig.

Die GOPs für den Besuch/Mitbesuch sind bei solchen gemeinschaftlichen Impfaktionen an zentralen Orten nicht abrechenbar.

Die Vergütung nach ImpfV verpflichtet dazu, die für das Impfmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) erforderlichen Daten zu erheben und zu übermitteln. Die Dokumentationspflicht bezieht sich auf zwei Bereiche: die Angaben, die im Rahmen der regulären KVDT-Leistungsabrechnung zu machen sind (GOP und Chargennummer) und zusätzlich die Angaben, die täglich über die „KBV-ImpfDoku" im Mitgliederportal erfolgen. Beides muss bei der Abrechnung von Impfleistungen durch Niedergelassene (außerhalb der regulären Impfzentren) erfüllt sein.

Die TestV sieht keine solche Vergütung vor.

Das Gespräch ohne erfolgte Testung (§ 12 Abs. 5 TestV) dient ausschließlich zur Feststellung einer Kontaktperson eines SARS-CoV-2-Infizierten und muss von einem Arzt oder Zahnarzt persönlich geführt werden. Nicht-Ärzte dürfen diese Leistung grundsätzlich nicht abrechnen.

Nein. Die nationale Teststrategie zielt auf symptomfreie Kontakt­personen. In einem solchen Fall ist der Test zwar nicht kurativ nach EBM abrechenbar, Sie können ihn jedoch auf dem Boden der Testverordnung (TestV) über die GOP 99531 erbringen und abrechnen.

Wer als Kontaktperson im Sinne der Testverordnung (TestV) gilt, ist in § 2 definiert.

Vertragsärzte können selbst feststellen, wer die Kontaktpersonen ihrer eigenen COVID-19-Patienten sind, und diese ebenfalls testen.

Nein. Wenn Sie einen Arzt in Ihrer Praxis beschäftigen, der ausschließlich für Corona-Schutzimpfungen eingesetzt wird, benötigen Sie hierfür keine Genehmigung der KV. Die Corona-Schutzimpfungen richten sich nach der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV); hier befinden wir uns nicht im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung. Beispielsweise könnte auch ein ehemaliger Praxisinhaber bei den Corona-Impfungen ohne Weiteres unterstützen.

Soll der Impf-Assistent darüber hinaus Patienten behandeln, ist diese Tätigkeit zwingend vor Tätigkeitsbeginn durch die KVBW zu genehmigen. Sobald der Arzt im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung tätig wird, gelten die Voraussetzungen für einen Arzt zur Sicherstellung (Entlastungsassistent / Sicherstellungsassistent).

Sie sind in beiden Fällen verpflichtet, sich von der fachlichen Befähigung des Impf-Assistenten zu überzeugen.

Impfstoffbestellung an vertragsärztliche LANR geknüpft

Hinweis: Voraussetzung für die Bestellung des Impfstoffes ist, dass der Arzt über eigene Rezepte (Muster 16) mit seiner LANR verfügt. Beschäftigte, die keine eigenen Rezepte haben, verwenden Rezepte des Vertragsarztes, bei dem sie tätig sind ‒ mit dessen LANR und BSNR) und können selbst keinen (zusätzlichen) COVID-19-Impfstoff bestellen. Dokumentation und Abrechnung erfolgt im Namen und über die LANR des anstellenden Vertragsarztes.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt bei allen SARS-CoV-2-Infizierten eine 14-tägige Isolierungsdauer und eine abschließende Diagnostik vor Entisolierung – unabhängig von Schwere der Erkrankung, Hospitalisierung und Alter.

Die Abrechnung der Corona-Impfung erfolgt für alle Patienten über die Kassenärztliche Vereinigung. Das gilt auch für Selektivvertragspatienten und Privatpatienten.

Nein. Bei gesetzlich Versicherten (einschließlich HZV-Versicherten) lesen Sie wie üblich die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ein. Bei privat oder sonstigen Versicherten legen Sie je Patient einen Schein analog eines Ersatzverfahrens mit folgenden Daten an: 

Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS),
VKNR: 48850,
Institutskennzeichen IK: 100048850.

Wenn ausschließlich geimpft wird (inklusive Beratung, ggf. dafür notwendige Untersuchung und Ausstellen des Impfzeugnisses) können keine weiteren Leistungen abgerechnet werden.

Nur wenn zusätzlich auch eine kurative Behandlung erfolgt, können Sie die Versicherten-/Grundpauschale und ggf. weitere notwendige Leistungen abrechnen. Eine entsprechende ICD-Diagnose ist anzugeben. Bei HZV-Versicherten ist die Versichertenpauschale nicht abrechnungsfähig.

Nutzen Sie bitte unbedingt die Schnell-Doku am Ende des Impftages im Mitgliederportal. Hier lassen sich die Angaben einfach erfassen, die das Robert Koch-Institut tagesaktuell für die Beobachtung des Impfgeschehens braucht. Die Daten, die Sie hier melden, belegen, welchen Beitrag die niedergelassenen Praxen für den Impffortschritt leisten und haben damit politisch hohes Gewicht.

Diese Angaben sind täglich zu erfassen:

  • die Anzahl der Erstimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der Abschlussimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der über 60-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen
  • die Anzahl der unter 18-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen

Die Eingabe erfolgt ganz simpel über eine „digitale Strichliste“ im KVBW-Mitgliederportal. Diese tägliche Meldung erfolgt pro Praxis, auch wenn dort mehrere Ärzte impfen (z. B. BAG oder MVZ). Es bleibt Ihnen überlassen, ob ein Arzt alle Impfungen eines Tages für die ganze Praxis einträgt oder ob jeder Vertragsarzt, die Impfungen, die unter seiner LANR laufen, selbst erfasst. Im zweiten Fall zählt das System automatisch die unter einer BSNR erfassten Impfungen für die RKI-Meldung zusammen.

Die GOP für die Abrechnung enthält später alle weiteren Informationen für das RKI-Impfmonitoring, sodass Sie Ihrer Dokumentationsverpflichtung laut CoronaImpfV vollumfänglich nachkommen.

Bitte geben Sie für das Rezept zur Bestellung von Corona-Impfstoffen grundsätzlich die IK-Nummer 103609999 des BAS an. Dieser Kostenträger ist bundesweit mit den Apotheken so abgestimmt.

Die IK-Nummer 100048850, die Sie von der Abrechnung der Corona-Tests nach TestV kennen, ist zwar ebenfalls eine korrekte IK-Nummer des BAS, sollte aber im Sinne der Einheitlichkeit nicht für die Impfstoffrezepte benutzt werden.

Ursprünglich waren die beiden Nummern einzelnen Länder-KVen zugeordnet, inzwischen sind jedoch beide bundesweit freigeschaltet. 

Für die Abrechnung können Sie frei wählen, welche der beiden Nummern Sie verwenden. Für die Verordnung nutzen Sie bitte ausschließlich die 3er Nummer.

Neues IK ab 1. Juli im PVS

Am 1. Juli 2021 hat sich das Institutionskennzeichen (IK) für den Kostenträger geändert: Ärzte geben ab Quartal 2021/3 auf dem Bestellrezept das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit dem IK 103609999 an, wie es auch in den Praxisverwaltungssystemen (PVS) hinterlegt ist. Das IK 100038825 kann nicht mehr verwendet werden. 

Ja, folgende Wiederholungen sind möglich:

Einmalige Wiederholung

  • Kontaktpersonen
  • nach Ausbrüchen
  • Personen, die in den besonderen Einrichtungen behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen

Ohne Einschränkung

  • Impfunfähige & abgesonderte Personen nach § 4a (vormals „Bürgertestung“)

Höchstens 10 Tests je Beschäftigtem im Monat

  • Personal in Arztpraxen und Praxen sonstiger Heilberufe (z. B. Psychotherapie)

Ja. Falls Sie sich und Ihre Beschäftigten regelmäßig testen lassen möchten, können Sie als psychologischer Psychotherapeut laut der aktuellen Coronavirus-Testverordnung (TestV) jetzt maximal 10 PoC-Antigen-Tests je Mitarbeiter im Monat beschaffen und durchführen sowie die Sachkosten über die GOP 88312 abrechnen – nicht aber den Abstrich. Ein Testkonzept ist dafür nicht notwendig.

Ja. Praxen anderer medizinischer Heilberufe (z. B. nicht-ärztliche Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie) dürfen laut der aktuellen Coronavirus-Testverordnung (TestV) maximal 10 PoC-Antigen-Tests je Mitarbeiter im Monat beschaffen und durchführen sowie die Sachkosten dafür abrechnen – nicht aber den Abstrich. Ein Testkonzept ist dafür nicht notwendig.

Sofern Sie kein KVBW-Mitglied sind, ist für die Abrechnung eine vorherige Registrierung notwendig.

PoC-Schnelltests (je nach Sachverhalt der Abstrich und die Kosten für das Testkit) können entsprechend der Voraussetzungen der Testverordnung erbracht und auch bei Nicht-GKV-Versicherten über die KVBW abgerechnet werden.

Der Bestätigungs-PCR-Test nach positivem PoC-Schnelltest ist ebenfalls vom Anspruch nach Testverordnung umfasst. Die Veranlassung erfolgt somit über Muster OEGD. Abgerechnet wird unabhängig vom Versichertenstatus über die KV mit dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) als Kostenträger.

Nein. Zwar wird der Zuschlag für die Buchung über die Terminservicestelle (TSS) im Standardformular der Buchungsbestätigung aufgeführt. Die Abrechnung des TSS-Zuschlags ist in diesen Fällen jedoch nicht korrekt, da es sich bei Tests im Zuge der Teststrategie nicht um GKV-Fälle handelt und auch keine Versicherten- / Grundpauschale abgerechnet werden kann.

Durch die Abrechnung der Pseudo-GOP 88220 erfolgen Abschläge auf die Versicherten- oder Grund- bzw. Konsiliarpauschale. Zudem dürfen nicht alle Leistungen und Zuschläge im Rahmen der Videosprechstunde erbracht und abgerechnet werden. Die 88220 ist daher nur in Behandlungsfällen abzurechnen, in denen ausschließlich Arzt-Patienten-Kontakte per Videosprechstunde stattgefunden haben.

Denken Sie daran, die ggf. beim Kontakt per Videosprechstunde eingetragene Kennzeichnungs-GOP 88220 wieder aus der Abrechnung zu löschen, sobald der Patient im gleichen Quartal noch persönlich in die Praxis kommt, um Honorareinbußen zu vermeiden. Sollte ein solcher Fall dennoch mit der GOP 88220 gekennzeichnet sein, und es wurden Leistungen durch die KV gestrichen, können Sie die Streichung der GOP 88220 nachträglich über die sogenannte Fax-Rückmeldung beantragen.

Nein. Fremde Dienste unter der eigenen Zugangskennung zu erfassen, ist nicht zulässig. Jeder muss mit seinem eigenen Benutzernamen und Kennwort angemeldet sein, um seine Dienststunden unter Angabe von Tag und Impfzentrum online zu erfassen.

Bitte rechnen Sie ausschließlich online ab und senden Sie keine Rechnungen oder Dienstpläne unaufgefordert an die KV.

Mit der Einreichung der Leistungen im Abrechnungsportal für Impfärzte erklären Sie, dass Sie die abgerechneten Stunden im Auftrag des jeweiligen Impfzentrums erbracht haben. Für die Richtigkeit der Angaben tragen Sie persönlich die Verantwortung. Wir behalten uns vor, die abgerechneten Leistungen zu überprüfen und zur Aufklärung der Sachverhalte einen Nachweis einzufordern.

Das setzt voraus, dass es mit dem jeweiligen Impfzentrum abgestimmt war, dass Sie eine MFA zu Ihrer Entlastung mitbringen. Das betrifft insbesondere den Einsatz in mobilen Impfteams in Pflegeheimen.

Die Betreiber der Impfzentren planen und vergüten das dort eingesetzte nicht-ärztliche Medizinpersonal normalerweise selbst. Es ist nicht zulässig, unabgesprochen eigenes Praxispersonal zum Impfarzt-Einsatz mitzubringen und später abzurechnen.

Nein, das ist nicht zulässig. Die vertraglichen Vorgaben verlangen, dass Sie jeden Tag, an dem Sie für die Corona-Impf-Kampagne des Landes Baden-Württemberg tätig waren, einzeln abrechnen.

Bitte tragen Sie Ihre geleisteten Arbeitsstunden im Online-Abrechnungsportal für Impfärzte ein. Wählen Sie dort „Impfzentrum, Impf-Hotline der Landesärztekammer BW“ aus und geben Sie unter „Impfarzt“ die Stunden an, die Sie am betreffenden Tag in der Telefonberatung tätig waren. Eine Zusammenfassung der Stunden pro Monat ist nicht zulässig.

Die Mobilen Impfteams (MIT) sind immer an die jeweiligen Impfzentren angedockt. Wenn Sie ein solches Impfteam unterstützt haben, wählen Sie das zugehörige Impfzentrum aus. Falls Sie mittelbar über das Pflegeheim den Auftrag erhalten haben, die im Vorfeld der Corona-Impfung erforderlichen ärztlichen Leistungen zu übernehmen, erkundigen Sie sich beim Heim, zu welchem Impfzentrum das dort eingesetzte Impfteam gehört. In den meisten Fällen wird es das regional nächstgelegene Zentrale Impfzentrum (ZIZ) sein.

Wenn Sie als Impfarzt für die Corona-Impfzentren bzw. die mobilen Impfteams des Landes Baden-Württemberg gearbeitet haben, zahlen wir Ihnen die Gelder aus, die Ihnen dafür zustehen. Wir haben ein eigenes Online-Abrechnungsportal für diesen Zweck eingerichtet. Den Aufruf dieser Online-Anwendung und alles, was Sie zur Zahlungsabwicklung wissen müssen, finden Sie hier:

Falls Sie derzeit keinen aktiven Status im Arztregister der KVBW haben, müssen Sie sich zunächst neu zur Abrechnung als Impfarzt bei unserem Arztregister registrieren. Nutzen Sie dazu bitte dieses Formular:
Registrierung zur Abrechnung als Impfarzt. Wir senden Ihnen dann eine BSNR, mit der Sie Ihre Impfarzt-Dienste für die Impfzentren abrechnen können.

Die alten Benutzerkennung aus Ihrer Zeit als Vertragsarzt können Sie weiterverwenden, daneben benötigen Sie allerdings auch eine aktive BSNR.

Hinweis: Integrierte PDF-Viewer (u. a. Firefox, Chrome, Safari) unterstützen das Datenformat dieses PDF-Formulars nicht. Bitte Datei herunterladen und mit Adobe Reader öffnen.

Sie können mit diesem Formular Zweitkonto Impfarzt für Vertragsärzte eine abweichende Bankverbindung für Ihre Tätigkeit als Impfarzt für Impfzentren angeben. Unser Arztregister teilt Ihnen dann eine separate Nummer (BSNR) für Ihre Impfarzt-Tätigkeit mit. Wenn Sie Ihre Stunden im KVBW-Online-Abrechnungsportal für Impfärzte eintragen, wählen Sie diese neue Impfarzt-BSNR aus statt Ihrer vertragsärztlichen BSNR. Dann taucht die Zahlung weder in Ihrem Honorarbescheid noch auf dem Vertragsarztkonto Ihrer BAG auf, sondern auf Ihrem persönlichen Zweitkonto als Impfarzt.

Angestellte, MVZ-Ärzte, Ermächtigte etc. können ebenfalls dieses Formular nutzen, wenn sie ihre Impfarzt-Tätigkeit nicht über das Konto bzw. den Honorarbescheid ihrer vertragsärztlichen Betriebsstätte, sondern über ein eigenes Konto laufen lassen möchten.

Hinweis: Integrierte PDF-Viewer (u. a. Firefox, Chrome, Safari) unterstützen das Datenformat dieses PDF-Formulars nicht. Bitte Datei herunterladen, auf Festplatte speichern und mit Adobe Reader öffnen.

Nein. Bei Testungen nach Maßgabe der Coronavirus-Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (TestV) ist prinzipiell kein Raum für eine Privatliquidation. Testungen hiernach sind keine originären vertragsärztlichen Leistungen.

GKV-Versicherte haben nach dieser Verordnung aber einen Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoC-2. Die persönlichen Voraussetzungen für diesen Anspruch sind in dieser Verordnung definiert. 

Zur Erbringung der hier beschriebenen Leistungen sind auch Vertragsarztpraxen berechtigt, aber nicht verpflichtet. Wenn ein Patient Anspruch auf Testung nach der Coronavirus-Testverordnung hat und Sie diese anbieten und vornehmen, ist das Verlangen einer Zusatzvergütung ausgeschlossen, auch wenn die in der Verordnung festgelegte Vergütung für Labordiagnostik, Sachkosten und ärztliche Leistungen als unzulänglich angesehen wird.

Bei beihilfeberechtigten Beschäftigten im öffentlichen Dienst bereiten solche ärztlichen Honorarrechnungen besondere Probleme. Testungen auf das SARS-CoV-2-Virus durch Vertragsärzte im Rahmen der Testverordnung sind über die KVBW abrechenbar nach Maßgabe der in der Testverordnung festgelegten Vergütung. Hier ist wie o.a. kein Raum für eine Privatliquidation. Privatrechnungen bzw. Honorarrechnungen für Testungen werden vermehrt zur Erstattung eingereicht. In solchen Fällen erhalten die getesteten Personen jedoch keine Beihilfeerstattung. 

Personen, bei denen die Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ meldet, haben ausdrücklich einen Anspruch nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV). Die Beauftragung und Abrechnung dieser Tests erfolgt ab 1. Januar 2021 ausschließlich nach der Testverordnung  (GOP 99531) und nicht mehr nach EBM. Die TestV sieht vor, dass Testungen von symptomfreien GKV- und Nicht-GKV-Versicherten grundsätzlich über die KVen abgerechnet werden.

Die GOP 99529 kann für das ärztliche Gespräch in Zusammenhang mit der Feststellung von Kontaktpersonen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ohne anschließenden Abstrich abgerechnet werden.

Die GOP 99529 ist telefonisch erbringbar, aber nicht delegierbar – das Gespräch zur Feststellung der Kontaktperson muss also vom Arzt persönlich geführt werden. Die ICD-Verschlüsselung kann hier mit ICD Z20.8G (Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) angegeben werden.

Das Personal in Vertragsarztpraxen kann regelmäßig präventiv getestet werden. Sowohl Antigen-Labortests als auch Antigen-Schnelltests (Point-of-Care-Tests bzw. POC-Tests oder Tests zur Eigenanwendung) sind möglich.

Bei Testung des eigenen Praxispersonals wird der Abstrich nicht vergütet. Dies gilt auch, wenn sich Arztpraxen gegenseitig testen. 

Abrechnung der Sachkosten für PoC-Antigen-Tests und Antigen-Tests zur Eigenanwendung bei eigenem Praxispersonal im Rahmen eines Testkonzepts der Praxis

Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt auf einem „Pseudo“-Abrechnungsfall für das gesamte Quartal mit folgenden Angaben:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02 

Abgerechnet wird unter dem jeweiligen Datum der Testungen für jeden durchgeführten Test die GOP 88312 (mit entsprechendem Multiplikator. Die Auftrags-/Leistungsdokumentation sowie die Rechnung über beschaffte PoC-Tests muss nach TestV bis mindestens Ende 2024 aufbewahrt werden.

Welche Tests erstattungsfähig sind, ist auf einer Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden (www.bfarm.de/antigentests). 

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind – derzeit auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig. Positive PoC-Test-Ergebnisse müssen dann durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Die Corona-Testverordnung (TestV) gibt vor, dass nichtärztlich geführte Einrichtungen oder Unternehmen, die selbst präventive Tests bei Beschäftigten und Patienten durchführen möchten, ihr Personal durch einen Arzt in der Anwendung und Auswertung der Antigen-Schnelltests (PoC-Tests) schulen lassen sollen.

Für eine solche Schulung können Sie als Vertragsarzt die GOP 88311 (70 Euro) (höchstens) alle zwei Monate je Einrichtung  abrechnen. Die Abrechnung erfolgt auf einem Pseudo-Fall, in welchem Sie die GOP 88311 unter jedem Datum, an dem Sie eine solche Schulung durchgeführt haben, eintragen. Im Begründungsfeld ist der Name der Einrichtung anzugeben.

Der „Pseudo“-Abrechnungsfall für das gesamte Quartal ist mit folgenden Angaben anzulegen:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02

Ja, die Kennziffer 88240 für die Vergütung von Corona-Leistungen kann in einem solchen Fall angegeben werden. Welcher ICD zusätzlich zur aktuellen Diagnose verschlüsselt wird, sehen Sie in der folgenden Übersicht:

ICD-CodeBeschreibung
U08.9 G

übergangsweise bis 31. Dezember 2020: U07.3 G

COVID-19 in der Eigenanamnese, nicht näher bezeichnet
Verwendung: Ist für Fälle vorgesehen, bei denen eine frühere, bestätigte Coronavirus-19-Krankheit zur Inanspruch­nahme des Gesundheitswesens führt. Die Person leidet nicht mehr an COVID-19.

U09.9 G

übergangsweise bis 31. Dezember 2020: U07.4 G

Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet
Verwendung: Ist für Fälle vorgesehen, bei denen der Zusammenhang eines aktuellen, anderenorts klassifizierten Zustandes mit einer vorausgegangenen COVID-19-Krankheit kodiert werden soll. Die Schlüsselnummer ist nicht zu verwenden, wenn COVID-19 noch vorliegt.

U10.9 G

übergangsweise bis 31. Dezember 2020: U07.5 G

Multisystemisches Entzündungssyndrom in Verbindung mit COVID-19, nicht näher bezeichnet
Verwendung: Ist für Fälle vorgesehen, bei denen ein durch Zytokinfreisetzung bestehendes Entzündungssyndrom in zeitlichem Zusammenhang mit COVID-19 steht.

Dokumente zum Download

Sofern das Testkonzept einer Klinik einen Coronatest vor der Aufnahme verlangt, die Klinik jedoch selbst keine vorstationären Testungen durchführt, können Sie als niedergelassener Vertragsarzt diesen Abstrich vornehmen, Sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Das heißt: Wer auf Verlangen der Klinik testen will, der darf, wer nicht will oder kann, muss aber nicht. 

Gegebenenfalls ist die Abstrichentnahme mit der GOP 99531 (TestV) abzurechnen (bei POC-Test zuzüglich Sachkosten GOP 88312). 

Zum Hintergrund: Vor einem Krankenhausaufenthalt haben asymptomatische Patienten einen Anspruch auf eine SARS-CoV-2 Testung nach § 4 Abs. 1 Testverordnung (TestV), wenn dies die Klinik im Rahmen ihres einrichtungsbezogenen Testkonzepts (oder der ÖGD) verlangen. Dabei werden gemäß § 26 Abs. 1 KHG Kosten, die den Krankenhäusern für diese Testungen entstehen, mit einem Zusatzentgelt finanziert. Jedoch kann die Klinik nicht zur vorstationären Testung verpflichtet werden. 

Die GOP 32779 und 32816 belasten den Wirtschaftlichkeitsbonus nicht. Rückwirkend ab 1. Oktober 2020 ist die Kennzeichnung mit der Kennnummer 32006 nicht länger erforderlich.

Laborleistungen nach den Gebührenordnungs­positionen GOP 32779 (SARS-CoV-2-Labor-Antigentest) und 32816 (Nukleinsäure­nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2) bleiben bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Veranlassung von Laborleistungen grundsätzlich unberücksichtigt.

Hinweis: Die Antikörperbestimmung auf SARS-CoV-2 nach GOP 32641 ist nicht von der Ausnahmeregelung umfasst. Daher belastet die SARS-CoV-2- Antikörper­bestimmung nach GOP 32641 die Laborkosten der Praxis.

Die Abrechnung der GOP 99531 erfolgt bei Privatversicherten, bei Personen, die nicht in Deutschland krankenversichert sind und bei Versicherten sonstiger Kostenträger ohne eGK per Ersatzverfahren.

Der zuständige Kostenträger lautet:

Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)
VKNR: 48850, IK: 100048850

Abstriche vor ambulanten Operationen sind im Rahmen eines Testkonzeptes abrechnungsfähig. Lediglich die Koloskopie ist dem ambulanten Operieren zugeordnet, weshalb hier asymptomatische Corona-Testungen vor dem Eingriff möglich sind.

Ja. Die Möglichkeit, Patienten telefonisch zu betreuen, wurde während der Corona-Pandemie für alle Fachgruppen ausgeweitet (Mehr Konsultationen per Telefon wieder möglich »). Für den Postversand von bestimmten Folgeverordnungen und Überweisungsscheinen werden wieder die Portokosten erstattet.

Patienten müssen damit nicht in die Praxis kommen, um sich nur ein Rezept oder eine Verordnung abzuholen. Möglich ist das allerdings nur, wenn der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist. (Ausnahme: AU auch bei unbekannten Patienten möglich). In diesem Fall muss die elektronische Gesundheitskarte nicht eingelesen werden: Die Versichertendaten aus der Patientenakte dürfen übernommen werden. 

Für folgende Formulare werden die Portokosten erstattet:

  • AU-Bescheinigungen 
  • Folgeverordnungen von Arzneimitteln (auch BtM-Rezepte) sowie von Verband- und Hilfsmitteln, die auf Muster 16 verordnet werden (somit Ausnahme von Sehhilfen und Hörhilfen)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12) 
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie)
  • Folgeverordnungen für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV; Muster 63)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10) 
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4) 

Die Versandkosten werden mit der Pseudo-GOP 88122, die mit 90 Cent bewertet ist, abgerechnet. 

Nein. Seit dem 15. Oktober 2020 sind Besuche lediglich im Zusammenhang mit einer Erkrankung des Patienten abrechnungsfähig.

Wenn Sie aktuell Bedarf an Schutzausrüstung für Ihre Praxis haben, nutzen Sie bitte unser Online-Bestellformular auf dieser Homepage. Wir beliefern Sie dann kostenlos.

Was Sie von uns bekommen:

  • Mund-Nasen-Schutz (MNS)
  • FFP2-Masken
  • Schutzkittel
  • Schutzbrillen
  • ggf. FFP3-Masken

Bitte Desinfektionsmittel und Handschuhe wie gewohnt selbst beschaffen und ausreichend einlagern.

Bestellanfrage Schutzausrüstung

Kodiernummer 88240 zur Kennzeichnung eines Patientenfalles 

Soweit Patienten in der Praxis mit klinischem Verdacht oder nachgewiesener Infektion auf das Coronavirus behandelt werden, ist jeder Behandlungstag des Patienten mit der Kodiernummer 88240 zusätzlich zu den ärztlichen Leistungen zu kennzeichnen.

Nur so ist es möglich, den besonderen Behandlungsbedarf im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit gegenüber den Krankenkassen nachzuweisen und die Erstattung der Behandlungskosten zu bewirken. Nicht nur die Hausarztpraxis, die den Abstrich macht, sollte die 88240 angeben, sondern auch die Laborpraxis, die die Laboruntersuchung abrechnet.

Untersuchungsindikation Coronavirus bei Veranlassung der Laboruntersuchung 

Ab 1. Oktober 2020 belasten die GOP 32779, 32811 und 32816 den Wirtschaftlichkeitsbonus grundsätzlich nicht. Die Kennzeichnung mit der Kennnummer 32006 ist hier nicht länger erforderlich.

Die Untersuchungsindikation können nach ärztlichem Ermessen gestellt werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Laboruntersuchung. Aus diesem Grunde wurde die Abrechnungshäufigkeit auf einmal am Behandlungstag geändert.

ICD-Kodierung U07.1 und U07.2 für Coronavirus-Krankheit

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 gibt es eigene Diagnoseschlüssel: 

  • U07.1 G COVID-19: Virus nachgewiesen
    wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist
  • U07.2 G COVID-19: Virus nicht nachgewiesen
    wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber nicht durch Labortest nachgewiesen ist
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    wenn eine Infektion mit SARS-CoV2 labordiagnostisch abgeklärt wird

Bei den COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben. 

Nur Zusatzkennzeichen „G“ 

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Kurative Laboruntersuchung zum Nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2

GOP Bezeichnung

  • 32779 Nachweis von SARS-CoV-2 Virus-Antigenen (Antigentest)
  • 32816 Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2

Das Formular für die Tests nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ist in der Praxis vorzuhalten und wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen. 

Für das Muster OEGD gelten aktuell diese Fassungen:

  • Stand „08.2021” auf Grundlage der Testverordnung vom 24. Juni 2021 in der Fassung vom 18. August 2021.
    Mit der aktuellen Version wird lediglich das Ankreuzfeld für die „Bestätigungs-PCR” um den „PCR-Pooling-Test“ ergänzt.
  • Stand „03.2021” auf Grundlage der Testverordnung vom 8. März 2021
    Sie enthält die zusätzlichen Ankreuzfelder „Bestätigungs-PCR nach positivem Antigentest” und „Varianten-PCR nach positivem PCR-Test”.
  • Stand „12.2020” auf Grundlage der Testverordnung vom 1. Dezember 2020.
    Sie enthält nicht mehr das Ankreuzfeld „Risikogebiet Ausland".

Derzeit verschickt der Kohlhammer-Verlag noch die Version „03.2021”. Die Umstellung erfolgt fließend, sobald Altbestände aufgebraucht sind. In den Praxen vorhandene, bisherige Musterversionen (Stand „12.2020“ oder „03.2021“) bleiben weiterhin gültig und dürfen aufgebraucht werden. Ältere Versionen des Muster OEGD sind nicht mehr gültig (mehr erfahren »).

Ja, sobald eine Person in den genannten Einrichtungen (siehe Merkblatt) untergebracht werden soll, hat diese Person einen Anspruch auf Testung unter der Voraussetzung, dass die Einrichtung im Rahmen ihres Testkonzeptes oder der ÖGD die Testung verlangt.

Vertragsärzte verwenden das Muster OEGD bei der SARS-CoV-2-Testung bei allen asymptomatischen Testungen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).

Nein, sofern zur Vermeidung einer Ansteckung mit COVID-​19 geboten, müssen in ein DMP eingeschriebene Patienten derzeit nicht zu Untersuchungen in die Praxis kommen oder an Schulungen teilnehmen. Die ärztliche Dokumentation von Untersuchungen ist nicht erforderlich, sofern die Daten nicht durch telemedizinischen Kontakt erhoben werden können. Diese Sonderregel gilt, solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt.

Bitte überzeugen Sie sich vom Warnhinweis der Corona-App und vermerken Sie dies in der Patientendokumentation.

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) kann Vertragsärzte sowohl telefonisch als auch per Fax oder E-Mail beauftragen. Bei telefonischer Beauftragung durch das Gesundheitsamt empfehlen wir den Inhalt der Beauftragung in einer Telefonnotiz festzuhalten.

War der Patient bisher noch nie in der Praxis, hält er seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (Bezeichnung der Krankenkasse; Name, Vorname und Geburtsdatum des Versicherten; Versichertenart; Postleitzahl des Wohnortes; Versichertennummer) erheben kann. Der Patient bestätigt zudem mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes. Am Telefon fragt das Praxispersonal diese Daten ab.

Ist der Patient der Praxis bekannt, findet im aktuellen Quartal jedoch ausschließlich telefonischer Kontakt statt, übernehmen Sie die Versichertendaten aus der Patientendatei.

Hinweis zu den TI-Sanktionen: Bei der Videosprechstunde oder reinem Telefonkontakt ist nach heutigem technischen Stand kein Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) möglich. Aktuell gibt es (noch) keine Ausnahmeregelung für das VSDM in Corona-Zeiten. Das bedeutet, dass die VSDM-Pflicht bei Patienten, die in die Praxis kommen, weiterhin besteht. Das Thema ist derzeit auf Bundesebene in Beratung. Um Honorarkürzungen zu entgehen, sollten sie daher darauf achten, mindestens einen VSDM-Prüfnachweis in Ihrer Quartalsabrechnung zu haben.

Nein. Es besteht keine Möglichkeit, Hände- und Flächendesinfektionsmittel über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abzurechnen. Diese Kosten sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten.

Nein, da Schutzbrillen in der Regel nach Desinfektion/Sterilisierung wiederverwendbar und deshalb mit den Praxiskosten abgegolten sind.

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Diagnoseschlüssel: U07.1 G für COVID-19-Fälle, bei denen das Virus labordiagnostisch nachgewiesen wurde. Mit dem Kode U07.2 G werden ab dem zweiten Quartal die COVID-19-Fälle kodiert, bei denen eine klinisch-epidemiologische COVID-19-Infektion diagnostiziert wurde, die nicht durch einen Labortest nachgewiesen ist. 

Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.  

Kodes ab 1. April 2020

U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen:

ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.  

U07.2  COVID-19, Virus nicht nachgewiesen:

ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt ist und das Virus nicht durch Labortest nachgewiesen wurde oder kein Labortest zur Verfügung steht. 

Nur Zusatzkennzeichen „G”

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G” (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Zusätzlicher Kode ab 1. Juni 2020

U99.0  Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

Für die Kodierung von Corona-Tests gibt es seit 1. Juni einen dritten ICD-Kode: U99.0.  Die Schlüsselnummer beschreibt einen „Versorgungsanlass“ hinsichtlich der Behandlung von Personen, bei denen eine Infektion mit SARS-CoV2 abgeklärt wird. Mit „spezielle Verfahren“ sind direkte labordiagnostische Verfahren zum Nachweis einer Infektion mit SARS-CoV-2 gemeint.

Analog zu den beiden anderen Kodes muss die U99.0 immer zusätzlich zu einem weiteren ICD-Kode verschlüsselt werden, beispielsweise als erste Diagnose die Z11 G – also „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten“.

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle – je Behandlungstag – mit der Ziffer 88240 (Pseudo-GOP) zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Letzte Aktualisierung: 19.10.2021