Impfungen

Pflicht- und Satzungsleistungen

Schutzimpfungen sind eine Pflichtleistung der Krankenkassen, deren Umfang der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in der Schutzimpfungs-Richtlinie (Si-RL) regelt. Die Krankenkassen in Baden-Württemberg übernehmen darüber hinaus Impfungen gegen Influenza und Hepatitis B für alle ihre Versicherten freiwillig als Satzungsleistungen, basierend auf einer Empfehlung des baden-württem­bergischen Sozial­ministeriums. Die Schutzimpfungsvereinbarungen für Pflicht- und Satzungsleistungen finden Sie unter Verträge von A – Z.

Impfziffern

Tabellenübersicht der im Praxisalltag gebräuchlichen Impfziffern.

Rabattverträge für Grippeimpfstoffe

  • Influvac®/Xanaflu®

Mit der Streichung von § 132e Abs. 2 SGB V entfällt die Exklusivität der Rabattverträge für Impfstoffe. Aber: Wegen des Wirtschaftlichkeitsgebotes (§ 12 SGB V) sind nach der gesetzlichen Veränderung fortgeltende Rabattvereinbarungen im Rahmen der wirtschaftlichen Auswahl des Arzneimittels in die Erwägung miteinzubeziehen und zu berücksichtigen.
Die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg haben uns mitgeteilt, dass die oben aufgeführten rabattierten Grippe-Impfstoffe die günstigsten sind. Für die Auswahl eines anderen Impfstoffes gelten die Rahmenbedingungen des § 12 SGB V.

Impfstoffe gegen FSME, Tdap-IPV, Meningokokken C, MMR, Varizellen und DTaP-IPV-Hib unterliegen seit Januar 2015 keinen Rabattverträgen mehr.

Kassenleistung – ja oder nein?

Der Gesetzgeber regelt in Anlage 1 der Schutzimpfungs-Richtlinie, welche Impfung wann zu wessen Lasten erfolgen kann.

Entscheidungskriterien

  • Schutzimpfung laut Anlage 1 SI-RL Spalte 1?
  • Indikation nach Anlage 1 SI-RL Spalte 2?
  • keine berufliche Indikation laut Anlage 1 SI-RL Spalte 3?
  • freiwillige Satzungsleistung der Krankenkassen?

Leistungspflicht bei Impfungen

  • als GKV-Leistung
  • zulasten des Arbeitgebers oder privat

Wegweiser Schutzimpfungen

Praktische Hilfestellung als Entscheidungsbaum: Wegweiser Schutzimpfungen.

Beschaffungswege Schutzimpfungen

Verordnungsweg je nach Impfstoff

  • über Sprechstundenbedarf (SSB)
  • Einzelrezept (Muster 16) auf Namen des Patienten
  • Privatrezept

Hinweise bei Grippeimpfstoffen

  • Pflichtleistung (Standard- und Indikationsimpfungen) nach Schutzimpfungs-Richtlinie:
    Der Bezug der rabattierten Grippeimpfstoffe erfolgt über den Sprechstundenbedarf. Sollte in besonderen Fällen ein nicht-rabattierter Grippeimpfstoff gewählt werden, ist die Verordnung mit einem „A“ zu kennzeichnen und mit der Arztunterschrift zu versehen.
  • Satzungsleistung:
    Auch im Rahmen der Satzungsleistung (gesunde Personen unter 60 Jahren ohne Impfindikation) sind rabattierte Grippeimpfstoffe über den Sprechstundenbedarf zu beziehen.
  • Ausnahmefall nicht-rabattierte Grippeimpfstoffe:
    Diese sollen im Rahmen einer Satzungsleistung nur in besonders gelagerten Fällen eingesetzt werden und sind dann auf den Namen des Patienten zu verordnen. Ebenso muss die Verordnung mit einem „A“ gekennzeichnet und abgezeichnet werden.

Praktische Hilfestellung als Tabellenübersicht: Beschaffungswege Schutzimpfungen.

Korrektes Ausstellen der Impfstoffverordnung (Sprechstundenbedarf)

  • Kostenträgerkennung (Kostenträger-IK) entsprechend dem Praxissitz.
    Freiburg (BSNR beginnt mit 57, 58 oder 59)IK 10 80 95 249
    Karlsruhe (BSNR beginnt mit 52, 53, 54 oder 56) IK 10 70 18 414
    Reutlingen (BSNR beginnt mit 62) IK 10 78 15 807
    Stuttgart (BSNR beginnt mit 61) IK 10 78 15 727
  • im Namensfeld „SSB BW“ eintragen
  • wichtige Punkte beim Ausstellen des Rezepts: Ausfüllhilfe Impfstoffverordnungen.

Vergütungübersicht

Impfleistungen werden extrabudgetär mit kassen­arten­spezifischen Euro-Beträgen vergütet: Tabellenübersicht Vergütungsübersicht Schutzimpfungen.

Die wichtigsten Fragen zum Thema haben wir in einem Fragen-Antworten-Katalog zusammengefasst, den wir ständig aktualisieren: FAQ.

Impfleistungen bei sonstigen Kostenträgern

Die Abrechnung der Impfleistung erfolgt bei Bundespolizei, Bundeswehr, Bundesbahn­beamten, Postbeamtenkrankenkasse (Gruppe A), Asylbewerbern, Feuerwehr, Landespolizei und Sozialhilfe mit den gleichen Impfziffern wie bei Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen, die der Schutzimpfungs­vereinbarung beigetreten sind. Hingegen ist der Verordnungs­weg je nach sonstigem Kostenträger unterschiedlich geregelt.

Freiwillige Satzungsleistungen der Krankenkassen

  • Impfung gegen Hepatitis B (Grundimmunisierung ab 18 Jahren)
  • Influenzaimpfung bei gesunden Personen unter 60 Jahren mit einem nicht-rabattierten Impfstoff

Die Entscheidung darüber, ob hierbei von Patienten ab 18 Jahren Zuzahlungen zu leisten sind, obliegt der jeweiligen Krankenkasse. Momentan fällt bei folgenden Krankenkassen keine Zuzahlung an: AOK, Barmer GEK, Betriebskrankenkassen, BIG direkt gesund, DAK Gesundheit, HEK, hkk, IKK classic, IKK Nord, IKK Süd, KKH Allianz, Knappschaft, LKK BW, Techniker Krankenkasse.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Die Empfehlungen der STIKO beinhalten unter anderem den Impfkalender (Standardimpfungen) für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene und die Tabelle der Indikations- und Auffrischimpfungen mit Erläuterungen.

Der Selbsttest für die Praxis

Informieren Sie Ihre Patienten gezielt über Schutzimpfungen? Wie ist die Dokumentation von Impfungen geregelt? Lagern Sie die Impfstoffe richtig? Sind Sie fit in der Abrechnung von Impfleistungen? Testen Sie jetzt, wie gut Ihr Impfmanagement ist – und erfahren Sie, was noch verbessert werden kann.

Unsere Serviceangebote zum Thema Impfen

Für Fragen und Probleme aus Ihrem Praxisalltag stehen Ihnen Experten der KVBW, unsere  Fachberater zur Verordnung für Patienten, gern zur Verfügung. Das Rüstzeug, um Verantwortung für das Impf­management in der Praxis zu über­nehmen, vermittelt unser Seminar „Fachkraft für Impf­management". Mehr dazu unter: Seminarkalender.

Aktuelle Nachrichten zu Impfungen

Über Neuerungen im Bereich Arzneimittel, Heilmittel, Hilfsmittel, Schutzimpfungen sowie aktuelle praxis­relevante Informationen zu den Verordnungs­modalitäten informieren wir Sie in der Rubrik Nachrichten zum Praxisalltag. Weitere Informationen zum Thema Schutzimpfungen lesen Sie in unserer Publikation Verordnungsforum.

Letzte Aktualisierung: 21.09.2017