FAQ Schutzimpfungen

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Die Leistungspflicht in Bezug auf Impfungen (GKV / privat) ist in Anlage 1 der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) geregelt. Zusätzlich können in Baden-Württemberg bestimmte Impfungen als Satzungsleistungen durchgeführt werden.

Die Systematik von Anlage 1 SI-RL ist wie folgt:

  • Spalte 1 (Impfung gegen) enthält die in der SI-RL geregelten Impfungen.
  • Spalte 2 (Indikation) enthält die zulasten der GKV durchführbaren sogenannten Pflichtleistungen: Grundimmunisierung, Auffrischimpfung, unvollständiger Impfstatus, Indikationsimpfung, berufliche Indikation und Reiseindikation. Anmerkung: Impfung als GKV-Pflichtleistung nur bei den hier angegebenen Indikationen.
  • Spalte 3 (Hinweise zur Umsetzung) enthält unter anderem Hinweise zu Einschränkungen, Ausschlüssen, Durchführung und Auffrischung.

Beispiel:

Impfung gegenIndikationHinweise zur Umsetzung
123
CholeraReiseindikation: Aufenthalte in Infektionsgebieten, speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen, z. B. in Flüchtlingslagern oder bei NaturkatastrophenEin Leistungsanspruch besteht nur im Rahmen des § 11 Absatz 3.


Satzungsleistungen

Die Krankenkassen bieten in Baden-Württemberg über die Schutzimpfungs-Richtlinie hinaus Impfungen gegen Influenza und Hepatitis B für alle ihre Versicherten als Satzungsleistungen an. Diese basieren auf einer Empfehlung des baden-württembergischen Sozialministeriums und sind in der Schutzimpfungs­ver­ein­barung Satzungsleistungen festgelegt.

Dokumente zum Download

Die Verordnung der meisten Impfstoffe als Pflichtleistung erfolgt über Sprechstundenbedarf (SSB) (siehe Impfziffern). Ausnahmen hiervon sind:

Muster 16 auf den Namen des Patienten:

  • Hepatitis-A/B-Kombinationsimpfung als Pflichtleistung
  • Influenza-Impfstoffe bei Gesunden < 60 Jahren ohne Impfindikation (Satzungsleistung)
    → Verordnung ausnahmsweise bis 31. März 2021 auch über SSB möglich!
  • monovalente Hepatitis-B-Impfstoffe zur Grundimmunisierung bei gesunden Erwachsenen ohne Impfindikation (Satzungsleistung)
  • postexpositionelle Impfungen (Ausnahme: Kombinationsimpfstoffe Td oder Tdap und der Passivimpfstoff bei der Impfung gegen Tetanus werden über SSB bezogen)

Privatrezept (und Privatabrechnung nach GOÄ):

  • private Reiseimpfungen (Cholera, Gelbfieber, Typhus) sowie Impfungen gegen Hepatitis A, Tollwut und Meningokokken ACWY, sofern keine Indikation nach Anlage 1 SI-RL vorliegt, auch bei Pilgerreisen nach Mekka
  • Impfungen für Versicherte von Krankenkassen, die den Schutzimpfungs­vereinbarungen nicht beigetreten sind (Pflicht­leistungen und Satzungs­leistungen: BKK EVM und BKK Karl Mayer; nur Satzungsleistungen: BKK Mobil Oil, Heimat Kranken­kasse und IKK gesund plus).

Für die korrekte Kassenabrechnung sowohl von Impfstoff-Verordnungen über Sprechstundenbedarf (SSB) als auch vom übrigen SSB ist es unbedingt erforderlich, dass das vertraglich vereinbarte spezifische Kostenträger-Institutionskennzeichen (IK, siehe Tabelle 2) im Feld „Kostenträgerkennung” 9-stellig auf dem Rezept aufgedruckt wird. Das Feld „Krankenkasse bzw. Kostenträger” wird entsprechend automatisch befüllt (siehe Ausfüllhilfe Muster 16).

Tabelle 1: Regionale IK-Nummern für Verordnungen von Impfstoffen (über SSB) und SSB insgesamt

RegionNordbadenSüdbadenNordwürttembergSüdwürttemberg
IK107018414108095249107815727

107815807

Wenn Impfungen zulasten der GKV durchgeführt werden, müssen diese sorgfältig dokumentiert werden. Zu diesem Zweck hat der Gemeinsame Bundesausschuss zahlreiche Dokumentationsnummern als Anlage 2 der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) zusammengestellt (G-BA: Schutzimpfungs-Richtlinie). Der Einfachheit halber werden diese Ziffern in Baden-Württemberg wie in den meisten anderen Bundesländern gleichzeitig als Abrechnungsziffern (Impfziffern) verwendet.

Die Vielzahl an Dokumentationsziffern ermöglicht es beispielsweise dem Robert-Koch-Institut, differenzierte Auswertungen vorzunehmen, die nicht nur den Durchimpfungsgrad einer Population, sondern auch die Vollständigkeit von Impfserien und die Häufigkeit von Auffrischimpfungen beziffern können. Diese Auswertungen können wiederum die Basis für eine Anpassung der Impfempfehlungen liefern.

Bei den Impfziffern steht der Buchstabe A für die erste/n Dosis/Dosen und B für die letzte Dosis einer Impfserie (Grundimmunisierung), der Buchstabe R kennzeichnet eine Auffrischimpfung (Beispiel FSME-Impfung: 89102 A/A/B/R). Bei Impfungen für die berufliche Indikation bzw. für die berufliche Reiseindikation nach § 11 Absatz 3 Schutzimpfungs-Richtlinie wird den Abrechnungsziffern der Buchstabe V für die erste Dosis/die ersten Dosen eines Impfzyklus angehängt und W für die letzte Dosis. Eine Einmaldosis kennzeichnet man mit Y und eine Auffrischimpfung mit X. 

Eine umfassende Übersicht der im Praxisalltag gebräuchlichen Impfziffern sowie die vereinbarten Vergütungssätze finden Sie unten bei den Dokumenten zum Download.

  • Durch die Anpassung können künftig alle in der Anlage 1 zur SI-RL aufgeführten beruflich indizierten Impfungen auch zulasten der GKV durchgeführt werden.
  • In Zukunft sind damit für mehr Berufsgruppen Impfungen zulasten der GKV möglich.
  • Für beruflich indizierte Impfungen sind die Buchstaben V, W, X und Y als Zusatz zu den Dokumentationsziffern zu verwenden.
  • Die Anlage 1 der SI-RL hat künftig einen einheitlichen Aufbau und besteht nur noch aus drei Spalten.

Ausführliche Informationen zu allen relevanten Änderungen finden Sie in unserer Newsmeldung Umfassende Änderungen der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL).

Dokumente zum Download

  • Grundimmunisierung: Aufbau des Impfschutzes im Kindes- und Jugendalter
  • Auffrischimpfung: Aufrechterhaltung des Impfschutzes im Anschluss an die Grundimmunisierung
  • Standardimpfung: Empfohlene Impfung im Erwachsenenalter entsprechend des Impfkalenders
  • Indikationsimpfung: Situationsbedingte Impfung
  • berufliche Indikation: Impfung aufgrund beruflicher Gefährdung
  • unvollständiger Impfstatus: Bei nicht erfolgter, unvollständiger oder unbekannter Grundimmunisierung
  • Reiseindikation: Impfung bei einem beruflich oder durch die Ausbildung bedingtem Auslandsaufenthalt

Dokumente zum Download

Die verschiedenen Buchstaben sind für die Abrechnung und Dokumentation wichtig. Folgende Buchstaben kommen zum Einsatz:

A
erste Dosis/Dosen einer Impfung (Grundimmunisierung, Indikationsimpfung, Standardimpfung)

Beispiel: 89301 A: erste Dosis einer Masern-, Mumps-, Röteln-Grundimmunisierung

B
letzte Dosis einer Impfung (Grundimmunisierung, Indikationsimpfung, Standardimpfung)

Beispiel: 89110 B: letzte Dosis einer HPV-Grundimmunisierung

R
Auffrischimpfung (nur gemäß Anlage 1 SI-RL; nach Grundimmunisierung, Indikationsimpfung, Standardimpfung)

Beispiel: 89201 R: Diphtherie-, Tetanus-Auffrischimpfung

V
erste Dosen einer Mehrfachimpfung bei beruflicher Indikation

Beispiel: 89105 V: erste Dosis einer Hepatitis-A-Impfung bei einer Medizinischen Fachangestellten

W
letzte Dosis einer Mehrfachimpfung bei beruflicher Indikation

Beispiel: 89105 W: letzte Dosis einer Hepatitis-A-Impfung bei einer Medizinischen Fachangestellten

X
Auffrischungsimpfung bei beruflicher Indikation

Beispiel: 89102 X: FSME-Auffrischimpfung bei einem Forstbeschäftigten

Y
Dosis einer Einzelimpfung bei beruflicher Indikation

Beispiel: 89112 Y: Einzeldosis einer Influenza-Impfung für eine Busfahrerin

Die Abrechnung der Impfleistung erfolgt mit den gleichen Impfziffern wie bei Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen, die den Schutzimpfungsvereinbarungen beigetreten sind (siehe unten). Hingegen ist der Verordnungsweg je nach sonstigem Kostenträger unterschiedlich geregelt (siehe unten).

In Fällen, in denen die Impfstoffe auf den Namen des Patienten zu verordnen sind (Hepatitis A/B Kombinationsimpfung und Impfungen im Rahmen der Satzungsleistung gegen Influenza und Hepatitis B), können bei Patienten ab 18 Jahren Zuzahlungen anfallen. Die Ent­schei­­dung darüber obliegt der jeweiligen Krankenkasse. In der folgenden Tabelle haben wir Informationen zu den Zuzahlungen zusammengefasst (Stand: Juli 2019).

 

Influenza

Hepatitis A/B Kombinations­impfung als Pflichtleistung

Hepatitis B

SVLFG

Nein

Nein

Nein

hkk

Ja

Nein

Ja

KKH

Nein

Nein

Nein

HEK

Ja

Nein

Ja

Barmer

Nein

Nein

Nein

DAK

Nein

Nein

Nein

TK

Nein

Nein

Ja

BKKen

Nein

Nein

Nein

Knappschaft

Nein

Nein

Nein

IKK classic

Nein

Nein

Nein

AOK

Nein

Nein

Nein

Die Verordnungswege und Abrechnungsziffern für Hepatitis-B-Impfungen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst (siehe auch Dokumente zum Download).

Tabelle 2: Verordnungswege und Abrechnungsziffern bei der Hepatitis-B-Impfung

Art der ImpfungPatientVerordnungAbrechnung (Impfziffer)
PflichtleistungGrundimmunisierung bei Kindern bzw. Jugendlichen*SSB89106 A/B
Pflichtleistung
(Indikations-Impfung)

Chronisch Kranke mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, z. B. Hepatitis-C-Positive, Dialysepatienten

SSB89107 A/B/R
(Dialyse: 89108 A/B/R)
Personen mit erhöhtem nichtberuflichen Infektionsrisiko, z. B. i.-v.-DrogenkonsumentenSSB89107 A/B/R
Personen mit beruflicher Indikation, z. B. Personal in medizinischen Einrichtungen (einschließlich Labor- und Reinigungspersonal), Sanitäts- und Rettungsdienst, in Gefängnissen, Asylbewerberheimen und Behinderteneinrichtungen, PolizeiSSB89107 V/W/X
Reiseindikation nach § 11 Absatz 3 Schutzimpfungs-Richtlinie (durch Beruf oder Ausbildung bedingte Impfung)SSB89107 V/W/X
Satzungsleistung
(nur in Baden-Württemberg)
Erwachsene ohne chronische Krankheit (s. o.) und ohne erhöhtes InfektionsrisikoMuster 16 auf Namen des Patienten89132

* Die Grundimmunisierung kann bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

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Der Kombinationsimpfstoff Twinrix® kann seit 1. Mai 2019 nur als Pflichtleistung bei vorhandener Indikation nach der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) Anlage 1 zu Lasten der Krankenkasse verordnet und abgerechnet werden. 

Dies bedeutet, dass bei Ihrem Patienten sowohl eine Indikation für die Hepatitis-A-Impfung als auch eine Indikation für die Hepatitis-B-Impfung nach der Anlage 1 SI-RL vorhanden sein muss. Das trifft beispielsweise auf Patienten mit einem risikobehafteten Sexualverhalten oder Hepatitis-C-Patienten zu. Auch bei beruflichen bzw. Reiseindikationen nach § 11 Abs. 3 SI-RL ist eine Verordnung und Abrechnung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse möglich. Einen Überblick gibt Ihnen unser Merkblatt „Wer kann wie und wann zu Lasten der GKV gegen Hepatitis geimpft werden?”.

Der Kombinationsimpfstoff Twinrix® muss als Pflichtleistung auf Namen des Patienten verordnet und mit den Impfziffern 89202 A/B/R (sonstige Indikationen) bzw. 89202 V/W/X (berufliche Indikation und berufliche Reiseindiaktion) abgerechnet werden.

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Im Rahmen von Pflichtleistungen gemäß der Schutzimpfungs-Richtlinie werden Grippeimpfstoffe über Sprechstundenbedarf (SSB) bezogen.

Bei Grippeimpfungen als Satzungsleistung (d. h. Gesunde unter 60 Jahren ohne Impfindikation) können die Impfstoffe ausnahmsweise bis 31. März 2021 ebenfalls über den SSB bezogen werden. Eine Verordnung auf Namen des Patienten (Muster 16) ist wie bisher ebenfalls möglich.

Tabelle 3: Verordnungswege und Abrechnungsziffern bei der Grippeimpfung

Art der ImpfungPatient Ver­ordnungAb­­rech­nung (Impfziffer)
Pflichtleistung (Standardimpfung)Alle Patienten ab 60 JahrenSSB89111
Pflichtleistung (medizinische Indikationsimpfung)

Schwangerschaft
Chronisch Kranke < 60 Jahren mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, z. B. bei Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes mellitus, MS, Immundefekt,
Bewohner in Alters- oder Pflegeheimen, Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können

SSB89112
Pflichtleistung (berufliche Indikationsimpfung)Personen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko, z. B. medizinisches Personal, Beschäftigte in Einrichtungen mit Publikumsverkehr, Mitarbeiter in der Geflügelzucht, ReiseindikationSSB89112 Y
Satzungsleistung (nur in Baden-Württemberg)Personen < 60 Jahren ohne chronische Krankheit (s. o.) und ohne ImpfindikationSSB (bis 31.03.2021) oder auf Namen des Patienten89133

In diesen Fällen hat die Impfziffer für die Standardimpfung (89111) Vorrang vor der Indikationsziffer (89112).

Das Masernschutzgesetz regelt:

  • dass Eltern vor Aufnahme ihres Kindes in eine Kita oder Schule nachweisen müssen, dass diese gegen Masern geimpft oder bereits immun sind,
  • dass Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen oder in Gemeinschaftseinrichtungen Tätige geimpft sein oder ihre Immunität nachgewiesen haben müssen.

Die Inhalte des Masernschutzgesetzes gelten für GKV- und Privatpatienten in gleicher Weise.

Externe Links

Das Gesetz ist am 1. März 2020 in Kraft. Beschäftigte oder Betreute der betreffenden Einrichtungen, die ab dem 1. März neu eingestellt oder betreut werden, müssen bei der Einstellung bzw. zu Beginn der Betreuung einen Masernschutz vorweisen.

Alle Personen, die am 1. März 2020 bereits in den betroffenen Einrichtungen betreut werden oder tätig sind, müssen bis zum 31. Juli 2021 einen Nachweis vorlegen.

Die Nachweispflicht eines Masernschutzes gilt für

  • in Gemeinschaftseinrichtungen betreute Kinder und Jugendliche
    z. B. in Kindetageseinrichtungen, Kinderhorte, Kindertagespflege, Schulen, Heime und sonstige Ausbildungseinrichtungen
  • in Gemeinschaftseinrichtungen Tätige (nach 1970 geboren) mit Kontakt zu Betreuten (siehe oben)
    z. B. Lehrerin, Erzieherin, Pflege- und Aufsichtstätigkeiten sowie Hausmeister, Küchen- oder Reinigungspersonal
  • in medizinischen Einrichtungen Tätige (nach 1970 geboren) mit Kontakt zu Patienten
    z. B. Arztpraxen, Krankenhäuser, Tageskliniken, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen sowie dort tätige Personen wie Küchen- oder Reinigungspersonal, Verwaltungsmitarbeiter, technische Mitarbeiter
  • in Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern untergebrachte Personen (spätestens vier Wochen nach Aufnahme).

Daten des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass Erwachsene, die vor 1970 geboren wurden, eine Immunität gegen Masern von 95,5 % bis 99,3 % (in erster Linie durch eine durchgemachte Wildvirusinfektion) aufweisen.

Kinder ab einem Jahr müssen eine Masern-Schutzimpfung oder eine Masern-Immunität nachweisen. Kinder ab zwei Jahren und Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, müssen mindestens zwei Masern-Schutzimpfungen oder ein ärztliches Zeugnis über eine ausreichende Immunität gegen Masern nachweisen. Die Immunität kann durch einen Bluttest (sog. Titerbestimmung) festgestellt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein ärztliches Attest nicht und die Patienten müssen die Kosten daher selbst tragen.

Ohne ausreichenden Masernschutz dürfen Kinder nicht in Kitas aufgenommen werden und darf das Personal nicht in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen arbeiten. Für Personal und Kinder, die bereits vor dem 1. März 2020 in einer Gemeinschaftseinrichtung arbeiten oder betreut werden, gilt eine Übergangsfrist für den Nachweis bis zum 31. Juli 2021.

Der Nachweis ist gegenüber der Leitung der Einrichtung zu erbringen. Wenn der Nachweis nicht erbracht wird, benachrichtigt und übermittelt die Leitung der Einrichtung personenbezogene Angaben an das Gesundheitsamt.

Der Nachweis einer Immunität ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kosten müssen von den Patienten privat gezahlt werden. Bei fehlenden oder lückenhaften Impfdokumenten sowie bei Impfungen, die nicht im Impfausweis dokumentiert wurden, empfiehlt die STIKO eine Impfung. Diese ist Kassenleistung.

Nach 1970 geborene Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen und in medizinischen Einrichtungen müssen nachweisen, gegen Masern geimpft oder immun zu sein. Gleiches gilt für in Gemeinschaftseinrichtungen betreute Kinder und Jugendliche.

Der Masernschutz wird in der Regel durch eine vollständige Dokumentation im Impfausweis nachgewiesen.

Personen, die über eine Masern-Immunität aufgrund einer durchgemachten Infektion verfügen, weisen diese nach Titerbestimmung mit einem ärztlichen Attest nach.

Personen, die einen Masernschutz nachweisen müssen und die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht geimpft werden können, müssen ein Attest vorlegen, um der Nachweispflicht nachzukommen.

Die Kosten für das ärztliche Attest können dem Patienten privat nach GOÄ in Rechnung gestellt werden.

Ein ärztliches Zeugnis bescheinigt das Vorliegen eines Masernschutzes oder einer Kontraindikation zur Masern-Impfung und sollte daher Folgendes enthalten:

  • Nachweis über einen ausreichenden Masern-Impfschutz
    Ein ausreichender Masern-Impfschutz besteht, wenn ab einem Alter von zwölf Monaten mindestens eine Schutzimpfung gegen Masern und ab einem Alter von 24 Monaten zwei Schutzimpfungen gegen Masern durchgeführt wurden.
  • Nachweis über ausreichende Masern-Immunität
    Ein ausreichender Masernschutz besteht auch, wenn eine Immunität gegen Masern vorliegt, zum Beispiel aufgrund einer zurückliegenden Infektion mit Masern. Die Immunität kann durch eine Blutuntersuchung im Labor festgestellt werden (keine Kassenleistung).
  • Nachweis über medizinische Kontraindikationen
    Manche Personen können sich aufgrund bestimmter Umstände, z. B. Schwangerschaft oder Beeinträchtigungen des Immunsystems, nicht impfen lassen. Personen, bei denen eine sogenannte medizinische Kontraindikation (dauernd oder vorübergehend) vorliegt, müssen dies durch ein ärztliches Zeugnis bescheinigen. Bei einer vorübergehenden Kontraindikation muss die Dauer, während der nicht geimpft werden kann, mitangegeben sein.

Die Kontraindikationen sind in den jeweiligen Fachinformationen der Masern-Impfstoffe aufgeführt. Als medizinische Kontraindikationen zur MMR-Impfung gelten danach:

  • akutes Fieber (> 38,5°C)
  • Schwangerschaft (nach der MMR-Impfung sollte eine Schwangerschaft vier Wochen vermieden werden)
  • bekannte Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs
  • Einschränkungen des Immunsystems in bestimmten Fällen (z. B. bei schwerer kombinierter Immundefizienz).

Personen, die gegen Hühnereiweiß allergisch sind, können die MMR-Impfung in der Regel trotzdem erhalten. Bei schwerer Hühnereiweißallergie mit starken Symptomen sollte unter besonderen Schutzmaßnahmen und anschließender Beobachtung (beispielsweise im Krankenhaus) geimpft werden.

Für die Impfung gegen Masern stehen in Deutschland aktuell ausschließlich Kombinationsimpfstoffe (gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) bzw. Masern-Mumps-Röteln-Varizellen (MMRV)) zur Verfügung. Ein Monoimpfstoff gegen Masern wird aktuell nicht vermarktet.

Grundimmunisierung:

  • Grundimmunisierung beginnend mit der ersten Impfdosis im Alter von elf bis 14 Monaten und Abschluss mit der zweiten Impfdosis vor Ende des zweiten Lebensjahres
  • bei bevorstehender Aufnahme bzw. bei Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung**: Grundimmunisierung ab einem Alter von neun Monaten.

Hinweise zur Umsetzung: Zweimalige Impfung vorzugsweise mit einem Kombinationsimpfstoff (MMR+V bzw. MMRV). Sofern die Erstimpfung im Alter von neun bis zehn Monaten erfolgt, soll die zweite Impfung bereits zu Beginn des zweiten Lebensjahres gegeben werden.

 

Standardimpfung:

Standardimpfung für nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre, die

  • ungeimpft sind oder
  • in der Kindheit nur einmal geimpft wurden oder
  • einen unklaren Impfstatus haben.

Hinweise zur Umsetzung: Einmalige Impfung vorzugsweise mit einem MMR-Kombinationsimpfstoff.

 

Berufliche Indikation:

Nach 1970 geborene Personen (einschließlich Auszubildende, Praktikanten, Studierende und ehrenamtlich Tätige) in folgenden Tätigkeitsbereichen:  

  • Medizinische Einrichtungen** inklusive Einrichtungen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe  
  • Tätigkeiten mit Kontakt zu potenziell infektiösem Material
  • Einrichtungen der Pflege*** 
  • Gemeinschaftseinrichtungen*
  • Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern  
  • Fach-, Berufs- und Hochschulen

Hinweise zur Umsetzung: Insgesamt 2-malige Impfung mit einem MMR-Impfstoff (bei gleichzeitiger Indikation zur Varizellen-Impfung ggf. MMRV-Kombinationsimpfstoff verwenden). Die Anzahl der notwendigen Impfstoffdosen richtet sich nach den bisher dokumentierten Impfungen. Der MMR-Impfstoff kann auch bei bestehender Immunität gegen Mumps oder Röteln eingesetzt werden. 

* Gemeinschaftseinrichtungen sind Einrichtungen, in denen überwiegend Säuglinge, Kinder und Jugendliche betreut werden, insbesondere Kinderkrippen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorte, Schulen oder sonstige Ausbildungseinrichtungen, Heime, Ferienlager und ähnliche Einrichtungen.

** Medizinische Einrichtungen sind: 

  1. Krankenhäuser,  
  2. Einrichtungen für ambulantes Operieren,  
  3. Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, 
  4. Dialyseeinrichtungen,  
  5. Tageskliniken,  
  6. Entbindungseinrichtungen,  
  7. Behandlungs- oder Versorgungseinrichtungen, die mit einer der in den Nummern 1 bis 6 genannten Einrichtungen vergleichbar sind, 
  8. Arztpraxen, Zahnarztpraxen,  
  9. Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe,  
  10. Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, in denen medizinische Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen oder ambulante Behandlungen durchgeführt werden, und   
  11. ambulante Pflegedienste, die ambulante Intensivpflege in Einrichtungen, Wohngruppen oder sonstigen gemeinschaftlichen Wohnformen erbringen.

*** Einrichtungen der Pflege sind  

  • ambulante Pflegeeinrichtungen (Pflegedienste)
  • ambulante Betreuungseinrichtungen (Betreuungsdienste) 
  • stationäre Pflegeeinrichtungen (Pflegeheime; vollstationär und teilstationär)
Impfung gegenErste DosisZweite DosisVerordnung
Masern, Mumps, Röteln (MMR) (Grundimmunisierung)89301 A89301 BSSB
Masern, Mumps, Röteln (MMR)
(Standardimpfung; Einzeldosis)
89301 BSSB
Masern, Mumps, Röteln (MMR)
(berufliche Indikation)
89301 Y89301 WSSB

Bei beruflicher Indikation nach Anlage 1 zur Schutzimpfungs-Richtlinie kann zweimal zulasten der GKV geimpft werden.

Bei der ersten Impfdosis sollte nach heutigem Kenntnisstand die MMR- und Varizellen-Impfdosis zwar gleichzeitig, jedoch an getrennten Impforten verabreicht werden (GOPs MMR 89301 A und Varizellen 89125 A), da dies im Vergleich zur 4-fach-Kombination besser verträglich sein soll. Die zweite Impfdosis kann mit dem MMRV-Kombinations­impfstoff erfolgen (GOP 89401 B).

Pertussis

Eine Einmaldosis bei Erwachsenen wird medizinisch empfohlen und kann als Standardimpfung über die Kasse verordnet und abgerechnet werden.

Da derzeit kein monovalenter Pertussis-Impfstoff auf dem Markt ist, muss diese Einmaldosis im Rahmen einer Tetanus-Diphtherie-Auffrischung als Impfung gegen Tdap (GOP 89303 R) oder Tdap-IPV (GOP 89400 R, s. u.) verabreicht werden.

Eine Tdap-Kombinationsimpfung kann auch dann verabreicht werden, wenn eine vorangegangene Td-haltige Impfung weniger als fünf Jahre zurückliegt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass impfbedingte Nebenwirkungen nicht signifikant häufiger auftreten, wenn der zeitliche Abstand zwischen einer Td-haltigen Impfung und einer Tdap-Impfung geringer als fünf Jahre ist (Epidemiol Bull 2009; 33: 340).

Polio

Wenn die Auffrischimpfung im empfohlenen Alter von 9 bis 17 Jahren versäumt wurde, kann im Erwachsenenalter eine einmalige Polio-Impfdosis verabreicht werden – entweder monovalent (GOP 89122 R) oder in Kombination mit Td (GOP 89302 R) bzw. Tdap (GOP 89400 R, s. o.). Darüber hinaus kann eine Polio-Auffrischimpfung zulasten der GKV durchgeführt werden, wenn eine Reise in Regionen mit Infektionsrisiko (siehe Polio-Link unten) geplant ist (einzige GKV-Reiseimpfung!). Gleiches gilt für die Impfung von Aussiedlern, Flüchtlingen und Asylbewerbern, die in Gemeinschaftsunterkünften wohnen und die aus einem Gebiet mit Polio-Risiko (z. B. Syrien) eingereist sind.

Bei beruflicher Indikation (z. B. Personal in Asylunterkünften) und Reiseindikationen nach § 11 Abs. 3 Schutzimpfungs-Richtlinie wird ebenfalls zulasten der GKV geimpft und mit den GOP 89122 V/W/X abgerechnet

Der Impfstoff wird über den Sprechstundenbedarf bezogen (hinsichtlich Impfstoffauswahl bestehen keine Einschränkungen). Die Impfung wird mit der GOP 89127 A (erste Dosis/Dosen einer Impfserie) und GOP 89127 B (letzte Dosis einer Impfserie) abgerechnet und wie die übrigen Einfachimpfungen vergütet.

Die erste Impfung sollte möglichst frühzeitig erfolgen und ist bereits ab dem Alter von sechs Wochen möglich. Je nach verwendetem Impfstoff sind zwei bzw. drei Impfdosen zur Grundimmunisierung erforderlich. Der Mindestabstand zwischen den Impfdosen sollte vier Wochen betragen. Die Impfserie sollte je nach Impfstoff möglichst bis zum Alter von 16 bzw. 20 – 22 Wochen abgeschlossen sein, spätestens aber bis zum Alter von 24 bzw. 32 Wochen.

Treten Sie mit anderen umliegenden Apotheken in Kontakt, ob die Lieferschwierigkeiten nur vorübergehend sind oder ob der Impfstoff vielleicht durch eine andere Apotheke bezogen werden kann. Aufgrund unterschiedlicher Großhändler kann es auch in nahen beieinander liegenden Apotheken zu verschiedenen Liefersituationen kommen.

Über Lieferengpässe seitens des Herstellers informiert das Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Homepage in einer Übersicht. Die in der Übersicht aufgeführten Impfstoffe können durch den Zulassungsinhaber nicht im üblichen Umfang ausgeliefert werden. Dort erhalten Sie auch alternative Impfoptionen oder Handlungshinweise der STIKO, wenn kein Impfstoff mit gleicher Antigenzusammensetzung verfügbar ist.

Im Praxisalltag kann es vorkommen, dass eine Standardimpfung einer gesunden Person außerhalb des von der Schutzimpfungs-Richtlinie empfohlenen Alters geplant ist. Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, ab bzw. bis zu welchem Alter die entsprechenden Standardimpfungen als Nachholimpfung (= Grundimmunisierung bzw. Komplettierung einer unvollständigen Impfserie bei Kindern und Jugendlichen) zulasten der GKV möglich sind. (Für Indikationsimpfungen gelten diese Altersbereiche nicht, da diese – abgesehen von Einschränkungen in der Zulassung – altersunabhängig durchgeführt werden können.)

Tabelle 4: Zulässige Altersbereiche für Standardimpfungen

Standard­impfung gegenAlter, in dem die Standardimpfung zulasten der GKV verordnungs- und abrechnungsfähig istImpfziffer (Standard­impfung)Rechts­grundlage
Haemophilus influenzae B (Hib)STIKO-Empfehlung nur bis zum 5. Lebensjahr89103 A/BSTIKO­-Empfehlung
Hepatitis BNachholimpfung bis zum 18. Lebensjahr als Pflichtleistung möglich (Bezug über SSB)89106 A/B§ 11 Abs. 2
Schutzimpfungs­richtlinie (SI-RL)
HPVPersonen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Nachholimpfung bis zum 18. Lebensjahr* als Pflichtleistung möglich. Die Beendigung von Impfzyklen ist bis zur Vollendung des 19. Lebensjahrs möglich.89110 A/BAnlage 1 SI-RL
MMRNachholimpfung bis zum 18. Lebensjahr möglich. Einmalige Impfung für alle nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unvollständigem / unklarem Masern-Impfschutz bzw. zweimalige Impfung für unvollständig gegen Röteln geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter89301 A/B§ 11 Abs. 2
SI-RL
Anlage 1 SI-RL
Meningokokken CNachholimpfung bis zum 18. Lebensjahr möglich89114§ 11 Abs. 2
SI-RL
Pneumokokken

2 Monate bis 2. Lebensjahr

Ab dem 61. Lebensjahr als einmalige (Standard-)Impfung möglich

89118 A/B

89119

Anlage 1 SI-RL, aktuelle STIKO-Empfehlung i. V. m. § 11 Abs. 1 SI-RL
Anlage 1 SI-RL
RotavirenAbschluss der Impfserie spätestens bis zum Alter von 24 (Rotarix®) bzw. 32 Wochen (RotaTeq®)89127 A/BAnlage 1 SI-RL
VarizellenNachholimpfung bis zum 18. Lebensjahr möglich89125 A/B§ 11 Abs. 2
SI-RL

*  Die Impfserie kann zulasten der GKV durchgeführt werden, wenn mindestens die erste Impfdosis vor dem 18. Geburtstag verabreicht wurde.

Erwachsene haben lediglich Anspruch auf das Nachholen der empfohlenen Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio. Bezüglich der Impfstoffauswahl und der zugelassenen Altersbereiche bitte Fachinformationen beachten!

Grundsätzlich gilt, dass Aktivimpfstoffe für postexpositionelle Impfungen (d. h. nach Verletzung oder möglicher Infektion) auf den Namen des Patienten zu verordnen sind (Kennzeichnung des Rezeptes mit „8“) und die Leistung nicht über die Impfziffer, sondern über die Versicherten-/Grundpauschale abgerechnet wird.
Für Passivimpfstoffe gelten divergierende Vorgaben.

Nähere Informationen finden Sie in Tabelle 5.

Tabelle 5: Verordnung von Aktiv- und Passivimpfstoff bei postexpositionellen Impfungen sowie Abrechnung der Impfung

Postexpositionelle Impfung gegenAktivimpfstoffPassivimpfstoff (Immunglobulin)Abrechnung
Hepatitis AVerordnung auf Namen des Patienten (Muster 16)Verordnung auf Namen des Patienten (Muster 16). Anwendung nur nach einer Exposition von Personen, für die eine Hepatitis A eine besonders große Gefahr darstellt (z. B. chronisch HBV- oder HCV-Infizierte).Abrechnung über Versicherten-/Grundpauschale. Die zweite Hepatitis-A-Impfdosis (nach 6 – 12 Monaten) wird bei fehlender Indikation privat verabreicht.
MasernVerordnung auf Namen des Patienten (Muster 16). Bitte Hinweise der STIKO zu postexpositionellen Impfungen beachten.Verordnung auf Namen des Patienten (Muster 16). Bitte Hinweise der STIKO zu postexpositionellen Impfungen beachten.Abrechnung über Versicherten-/Grundpauschale

Meningokokken
Verordnung auf Namen des Patienten (Muster 16). Die Impfempfehlung gilt für ungeimpfte Haushalts­kontakte oder enge Kontakte mit haushalts­ähnlichem Charakter (keine Beschränkung auf Kontakt­personen mit Immundefizienz).existiert nicht. Bei engem Kontakt wird eine Chemoprophylaxe empfohlen (bitte Hinweise der STIKO beachten).Abrechnung über Versicherten-/Grundpauschale
Tetanus*Verordnung über SSB (außer bei Arbeitsunfällen)
Tollwut*/**Verordnung auf Namen des Patienten (Muster 16)Verordnung auf Namen des Patienten (Muster 16)Abrechnung über Versicherten-/Grund­­pauschale

* Die Indikation für die Aktiv- und Passivimpfung hängt vom Impfstatus bzw. vom Grad der Exposition ab (Art der Wunde/Bissverletzung), siehe STIKO-Empfehlung.

** Bitte beachten Sie, dass die präventive Tollwut-Impfung ausschließlich bei erhöhter beruflicher Gefährdung gemäß Anlage 1 Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL) zulasten der GKV verordnet werden kann.

  1. Beruflich bedingter Auslandsaufenthalt
    Wenn ein Auslandsaufenthalt beruflich bedingt ist, kann auch die gesetzliche Krankenkasse in bestimmten Fällen entsprechend der Voraussetzungen der Schutzimpfungs-Richtlinie für indizierte Reiseschutzimpfungen aufkommen.

  2. Auslandsaufenthalt im Rahmen einer Ausbildung
    Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die GKV bei einem Auslandsaufenthalt im Rahmen einer Ausbildung die Kosten für die Reiseschutzimpfung übernimmt.

Wichtig zu beachten:
Bevor Sie eine Reiseschutzimpfung zulasten der GKV durchführen, ist zu prüfen, ob der Patient sich durch den Auslandsaufenthalt direkt in Gefahr begibt, an einer Infektionserkrankung zu erkranken oder ob das Infektionsrisiko nicht unmittelbar mit der beruflichen Tätigkeit oder mit der Ausbildung im Zusammenhang steht.

Schutzimpfungen für private Ausflugs- oder Reiseziele, auch innerhalb eines beruflich bedingten Auslandsaufenthalts, sind vom Patienten privat zu zahlen.

Beispiel:
Die Arbeitsstätte eines Patienten befindet sich während des beruflich bedingten Auslandsaufenthalts in Lima. Während dieses Aufenthalts plant der Patient eine private Dschungeltour im Amazonasgebiet. Da für einen Aufenthalt in Lima keine Gelbfieberimpfung direkt benötigt wird, ist die Impfung, die speziell für die private Dschungeltour notwendig ist, vom Patienten privat zu zahlen.

Letzte Aktualisierung: 16.10.2020