Medizinische Versorgung von Flüchtlingen

Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)

Viele Geflüchtete sind durch die Umstände der Flucht sowie durch Krieg, Gewalt oder Bedrohungen in ihren Herkunftsländern traumatisiert und benötigen medizinische Hilfe. Ein Teil der Flüchtlinge wird diese medizinische Hilfe auch in Ihrer Praxis nachfragen. Kranke benötigen zum Beispiel dringend Insulin oder Herzmedikamente.

Informationen zur Ukraine

Menschen, die derzeit vor den russischen Angriffen in der Ukraine fliehen, haben Anspruch auf Gesundheitsleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylblG). Mehr erfahren »

Das Ministerium der Justiz und für Migration des Landes Baden-Württemberg hat Informationen zu aufnahme-, leistungs- und aufenthaltsrechtlichen Fragen rund um die Ukraine zusammengestellt: JUM: Informationen zur Ukraine

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt Informationsmaterial zum Coronavirus in ukrainischer Sprache bereit: BZgA: Materialien auf Ukrainisch

Behandlungsausweis oder Notfallschein

Asylsuchende erhalten von den zuständigen Behörden Behandlungs­ausweise und können damit ärztliche Behandlungen bei Vertragsärzten in Anspruch nehmen. Ein gültiger Behandlungsausweis ist die Grundlage, um als niedergelassener Arzt Leistungen nach dem AsylbLG über die KVBW abrechnen zu können. Notfall­behandlungen können über einen Notfallschein abgerechnet werden.

Wir stellen Ihnen hier wichtige Informationen rund um die medizinische Versorgung von Flüchtlingen zur Verfügung.

Abrechnungsinformationen der KVBW

Was Sie als Vertrags­arzt zu Leistungs­anspruch und Abrechnung wissen müssen, haben wir im Merkblatt Versorgung von Asylbewerbern für Sie zusammengefasst.

Infektions­krankheiten und Impf­ungen

Informations­material zu möglichen Infektions­krankheiten und Impf­konzepten in verschiedenen Sprachen (darunter Ukrainisch) finden Sie beim Robert Koch-Institut. Eine gute Zusammenfassung bietet ein Merkblatt des RKI zu Impfungen bei Geflüchteten. Auch Corona-Impfungen können Sie nach den bekannten Regeln vornehmen und abrechnen.

Sputnik, Sinovac & Co: Auffrischung empfohlen

Die STIKO empfiehlt allen, die mit einem Impfstoff ohne EU-Zulassung gegen COVID-19 grundimmunisiert wurden, eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Corona-Impfungen rechnen Sie bei hier lebenden Ausländern genauso ab wie bei Einheimischen (Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung, BAS):
RKI: 19. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO

COVID-19-Tests

Die Coronavirus-Testverordnung (TestV), die die Kostenübernahme für Corona-Tests im Bereich der Prävention bzw. zur Bestätigung positiver Testergebnisse bei asympto­matischen Personen regelt, gilt auch für diesen Personenkreis.

Corona-Informationen in 23 Sprachen

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in 23 Sprachen veröffentlicht die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration: IB: Coronavirus – Informationen in mehreren Sprachen

Gesundheitsratgeber des BMG in 7 Sprachen

Informationen, die Flüchtlingen dabei helfen, sich in unserem Gesundheitswesen zurechtzufinden, liefert der „Ratgeber Gesundheit für Asylsuchende in Deutschland“ des Gesundheitsministeriums (BMG). Der Gesundheitsratgeber enthält wichtige Informationen von den notwendigen Erstuntersuchungen bis zum Impfausweis und erscheint in Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch (Kurmanci) und Paschto.

Arzneimittel-Informationen in Bildersprache

Als Arbeitshilfe für die Information und Beratung von Patienten mit Migrationshintergrund hat der Weltverband FIP einen Satz von insgesamt 85 Piktogrammen zur Verfügung gestellt, die ergänzende Hinweise zur Darreichungsform, zum Einnahmezeitpunkt und zu möglichen Nebenwirkungen von Arzneimitteln geben.Diese Piktogramme können Sie bei der Apothekerkammer Nordrhein herunterladen.

Letzte Aktualisierung: 02.05.2022