Diagnostik und Testungen auf SARS-CoV-2

Mit Corona-Verdachtsfällen umgehen

Um eine Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV-2 und der Lungenkrankheit COVID-19 in Deutschland einzudämmen und Infektionsketten zu unterbrechen kommt Ihnen als niedergelassene Ärzte eine zentrale Rolle zu. Bitte informieren Sie sich kontinuierlich zu aktuellen Entwicklungen und beachten Sie die Hinweise des Robert Koch-Instituts RKI: COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2).

Neue Coronavirus-Testverordnung (TestV)

Seit Juli 2022 gelten für Coronatests für Personen ohne Krankheitssymptome (u. a. Bürger­tests) bzw. zur Bestätigungsdiagnostik neue Preise und Voraus­setzungen. Das Bundes­gesundheits­ministerium (BMG) hat seine Coronavirus-Testverordnung (TestV) geändert. Die konkreten Abrechnungs­moda­litäten legen die KBV-Vorgaben für Leistungserbringer TestV fest.

Teststrategie in der Gesamtschau

Die Coronavirus-Testverordnung (TestV) regelt Testansprüche für asymptomatische Personen. Das Flussschema des RKI zeigt, was bei symptomatischen Verdachtsfällen zu tun ist. Corona-Tests bei Patienten, die COVID-19-Symptome zeigen, fallen unter die Kranken­behandlung laut EBM (RKI-Testkriterien). Sonstige Testansprüche begründen sich in der TestV.

Testanlässe im Überblick: KBV: Wann welcher Test auf SARS-CoV-2?

Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Labor-GOP 32816 etc.

Nationale Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung – TestV)
 
  • Bürgertests
    (neue GOPs & neue Voraussetzungen ab 30. Juni 2022)
 



Abstrich: (nur Schnelltest!)
Bürgertests (kostenlos)
88310D – Person unter 5 Jahre
88310E – medizinische Kontraindikation Corona-Impfung
88310F – Teilnahme klinische Studie Corona-Impfstoffe
88310G – Beendigung Absonderung nach nachgewiesener Infektion
88310H – Besuch Pflegeheim, Krankenhaus, etc.
88310M – Leistungsberechtige u. Beschäftigte Persönliches Budget (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung)
88310N – Pflegeperson (nicht erwerbsmäßig)
88310O – Kontakt mit im selben Haushalt lebender infizierter Person


Bürgertests (mit Zuzahlung) 
88310I – Veranstaltung Innenraum
88310J – Personenkontakt ab 60 Jahre
88310K – Personenkontakt Vorerkrankung/Behinderung
88310L – Corona-Warn-App


Sachkosten für PoC-Antigen-Test: GOP 88312B
 
  • Kontaktperson
  • Ausbruch in Einrichtung
  • Reha, Heimaufnahme
  • vor ambulanter OP
  • „Freitesten“
  • Einreise aus Virusvariantengebiet (ÖGD-Vorbehalt)
 


Abstrich: GOP 99531 (PCR-, PoC-NAT, Schnelltest)
Sachkosten für PoC-Antigen-Test: GOP 88312
Sachkosten für PoC-NAT-Test: GOP 88317
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.
 
  • Bestätigungs-PCR (nach positivem Schnell-/Selbsttest)
 


Abstrich: GOP 99531 (PCR- oder PoC-NAT)
Sachkosten für PoC-NAT-Test: GOP 88317
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.
Selbstzahler
  
 
  • PCR-Test vor Reise etc.
 


Keine Abrechnung über die KV!

Übersicht Testszenarien: Kurativ und asymptomatisch

Zu unterscheiden ist zwischen verschiedenen Testszenarien. Je nach Szenario folgt die Abrechnung verschiedenen Wegen. Unterschiede gibt es auch beim Laborauftrag, Kodierung und Meldepflichten.

Wann besteht ein begründeter Verdacht?

Kurative Tests

Wendet sich eine Person mit Krankheitssymptomen, die auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen, an die Praxis, entscheidet der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI-Flussschema), ob er einen Abstrich macht. Wann bei Patienten ein begründeter Verdacht besteht und eine Laboruntersuchung auf das Coronavirus SARS-CoV-2 angezeigt ist, zeigen die Falldefinition sowie die Nationale Teststrategie des RKI als Orientierungshilfe.

Liegt ein positiver Antigen-Schnelltest, Selbsttest oder Pooling-Test vor, besteht ein Anspruch auf eine Bestätigung mittels Nukleinsäurenachweis nach TestV. Eine PCR-Bestätigungsdiagnostik (und nur diese!) kann dann auch für symptomatische Patienten nach TestV abgerechnet werden (Abstrich GOP 99531, Laborauftrag per Muster OEGD).

Wer wird ohne Symptome getestet?

Asymptomatische Tests

Tests bei Personen ohne Symptome gelten nicht als Krankenbehandlung. Die Abrechnung erfolgt folglich nicht als GKV-Leistung, aber dennoch über die KV und zwar ganz unabhängig davon, ob und wie derjenige versichert ist. Kostenträger ist hier der Bund.

Coronavirus-Testverordnung des BMG

Durch die Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sind Tests bei asymptomatischen Personen im Zusammenhang mit folgenden Testszenarien möglich:

  • Bürgertests § 4a Coronavirus-Testverordnung 
    (ausschließlich Antigen-Schnelltest PoC, eingeschränkte Anspruchsvoraussetzungen ab 30. Juni 2022: BMG: Coronavirus-Testverordnung)
  • Kontaktpersonen einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person
    Merkblatt Testberechtigung Kontaktpersonen & Haushaltsangehörige
  • Ausbruchsgeschehen in z. B. Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
  • „Freitesten“ nach Absonderung (Quarantäne bzw. Isolation)
  • Einreise aus Virusvariantengebiet (ÖGD-Vorbehalt)
  • Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen
    • vor Aufnahme in eine Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
    • vor ambulanter Operation
    • Personal in Praxen und Gesundheitseinrichtungen (nur Sachkosten abrechenbar!)
  • Bestätigungs-PCR nach positivem Antigentest / PCR-Pooling-Test

Meldepflicht ans Gesundheitsamt

Melden Sie unverzüglich alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammen­hang mit SARS-CoV-2: Mehr dazu unter Meldepflicht & Gesundheits­amt.

Ambulantes Management bei leichten COVID-19-Erkrankungen

COVID-19-Verdachtsfälle und Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können laut RKI-Empfehlung in häuslicher Isolationambulant versorgt werden:

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Die Bestätigungsdiagnostik kann auch bei symptomatischen Patienten nach Testverordnung abgerechnet werden, wenn von Patientenseite glaubhaft dargelegt wird, dass ein positives Antigentestergebnis vorliegt (Test zur Eigenanwendung oder sonstiges Testergebnis).

Wenn ein positiver Antigentest vorliegt, veranlassen Sie bei Bedarf einen PCR-Labortest über Muster OEGD und rechnen zusätzlich zur Versicherten-/Grundpauschale die GOP 99531 für den Abstrich ab.

Kommt der Patient mit Symptomen, aber ohne vorherige Antigentestung in Ihre Praxis und Sie veranlassen einen PCR-Test, handelt es sich nicht um eine Bestätigungsdiagnostik im Sinne der Testverordnung. In diesem Fall kann die GOP 99531 für den Abstrich nicht abgerechnet werden – dieser ist dann mit der Versicherten-/Grundpauschale abgegolten und das Labor wird über Muster 10C veranlasst.

Beispiel für hausärztliche Abrechnung eines symptomatischen Patienten mit vorliegendem positivem Antigentest und PCR-Veranlassung:

  • Versichertenpauschale GOP 03000
  • Abstrich für die PCR-Veranlassung GOP 99531
  • bei Bedarf weitere behandlungsrelevante Leistungen

Die Abrechnung der Bestätigungsdiagnostik nach positivem Antigentest ist auch für Privatpatienten nach Testverordnung möglich:

  • Abrechnung gegenüber KV, ausschließlich Abstrich (GOP 99531), über den Kostenträger BAS und vom Labor den PCR-Test über den gesonderten csv-Abrechnungsweg. Veranlassung der Laborleistung auch in diesem Fall über Muster OEGD.

In den meisten Fällen nicht. Corona-Antikörpertests zur Prüfung einer bestehenden Immunität nach Genesung oder Impfung sind keine vertragsärztliche Leistung, sondern nach derzeitigem Stand als Wunschleistung (IGeL) abzurechnen (siehe News-Meldung Antikörpertests auf SARS-CoV-2: Keine GKV-Leistung).

Über die KV ist der Antikörpertest allenfalls im direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik abrechenbar – dabei gelten enge Vorgaben. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann in Ausnahmefällen eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein. Der Antikörpertest selbst ist als „Ähnliche Untersuchung“ mit der GOP 32641 abrechenbar.

Ja, folgende Wiederholungen sind möglich:

Einmalige Wiederholung

  • Kontaktpersonen
  • nach Ausbrüchen
  • Personen, die in den besonderen Einrichtungen behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen

Ohne Einschränkung

  • Bürgertestung nach den in § 4a definierten Anspruchsvoraussetzungen der aktuell gültigen Coronavirus-Testverordnung

Höchstens 10 Tests je Beschäftigtem im Monat

  • Personal in Arztpraxen und Praxen sonstiger Heilberufe (z. B. Psychotherapie)

Zentrales Element ist ein QR-Code mit elektronischer Signatur, der in die Corona-Warn-App (CWA) oder die CovPass-App eingelesen werden kann als Nachweis dafür, dass eine Person geimpft, getestet oder genesen ist (3-G-Regel). § 22a Infektionsschutzgesetz (IfSG) definiert den Anspruch der Patienten auf ein solches digitales Zertifikat.

Arztpraxen sind berechtigt, die Zertifikate auszustellen, wenn jemand entweder

  • gegen COVID-19 geimpft wurde (Impfzertifikat),
  • von Corona genesen ist (Genesenenzertifikat) oder
  • negativ auf Corona getestet wurde (Testzertifikat).
 AbrechnungTechn. ErstellungAnmerkungen
Zertifikat Impfung

Selbst Geimpfte:
GOP 88351 (automatisierte Datenübernahme)
1 x Erst- & 1 x Zweitimpfung & 1 x Auffrischimpfung

GOP 88350 (manuelle Dateneingabe)
1 x Erst- & 1 x Zweitimpfung & 1 x Auffrischimpfung

Andernorts Geimpfte:
GOP 88352 

Mehr zur Vergütung:
Ausstellen eines digitalen COVID-19-Impfzertifikats:

www.kvbawue.de/pdf3912

TI-Anschluss erforderlich!

 

RKI-Impf­zertifikats­­service Techniktipps zum Zugang zur RKI-Webanwendung:
www.kvbawue.de/pdf4002

Zertifikat Genesung

GOP 88371 (automatisierte Datenübernahme)
GOP 88370 (manuelle Dateneingabe)

Mehr zur Vergütung:
Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!:

www.kvbawue.de/pdf3607

TI-Anschluss erforderlich!

 
Voraussetzung ist ein positiver Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäure-amplifikationstechnik)
Zertifikat negativer Test

Leistungsbestandteil der Abstriche nach TestV

Mehr zur Vergütung:
Abrechnung Corona-Testung asymptomatische Personen:
www.kvbawue.de/pdf3565

 
  • CWA-Schnelltestportal
  • Schnittstelle der Praxissoftware (PVS) zur Corona-Warn-App (CWA)
 
Informationen zur Registrierung und Nutzung CWA-Schnelltestportal:
github.com/corona-warn-app/cwa-quicktest-onboarding/wiki
Hotline T-Systems:
+49 620 2274 3730

Nein. PCR-Bestätigungstests sind nicht Inhalt des vertragsärztlichen Versorgungsauftrags, sondern nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundes abzurechnen. Deshalb bedarf es dafür keiner Überweisung mittels Muster 6.

Nur PCR-Tests im Rahmen der kurativen Behandlung von GKV-Patienten mit COVID-19-Symptomen, bei denen kein positives Schnelltestergebnis vorliegt und unmittelbar ein PCR-Test auf das Coronavirus durchgeführt werden soll, werden nach EBM abgerechnet. Einen solchen erstmaligen Testnachweis mittels PCR-Test darf jeder an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Arzt vornehmen. Auch in diesem Fall ist keine Überweisung für den Patienten notwendig. Lediglich für die Beauftragung der Laborleistung zur diagnostischen Abklärung ist dann das Muster 10 C zu verwenden.

Nein. Weiterhin dürfen Sie maximal 10 PoC-Antigen-Tests je Mitarbeiter im Monat beschaffen und durchführen sowie die Testkits dafür über die GOP 88312 abrechnen – nicht aber den Abstrich. Der Erstattungsbetrag für das Material sinkt allerdings ab Juli auf 2,50 Euro.

Die neuen Anspruchsvoraussetzungen betreffen lediglich die Bürgertests nach § 4a TestV. Für Coronatests, auf die Personen wegen der sonstigen Testanlässe nach der TestV (§§ 2, 3, 4 und 4b) Anspruch haben, werden die Kosten weiterhin übernommen, also beispielsweise die Abrechnung von Sachkosten bei der Testung des Praxis­personals, die Abrechnung der Abstrich­entnahme für die Bestätigungs­diagnostik bei positivem Befund und auch für die Tests bei einem Ausbruchs­geschehen, im Rahmen von einrichtungsbezogenen Testkonzepten oder vor einer ambulanten OP.

Ja, das RKI bietet eine Orientierungshilfe für Ärzte zu Entlassungskriterien aus der Isolierung. Unabhängig von der Schwere der Erkrankung, Hospitalisierung und Alter empfiehlt das RKI in diesem Kontext bei symptomatischen Patienten eine 14-tägige Isolierungsdauer und ein negatives Test-Resultat vor Entisolierung. Bei asymptomatischer Infektion im Pflegeheim genügen nun 10 Tage Isolierung und ein abschließender negativer Test.

Das Personal in Vertragsarztpraxen kann regelmäßig präventiv getestet werden. Sowohl Antigen-Labortests als auch Antigen-Schnelltests (Point-of-Care-Tests bzw. POC-Tests oder Tests zur Eigenanwendung) sind möglich.

Monatlich 10 Testkits pro Person sind erstattungsfähig.

Bei Testung des eigenen Praxispersonals wird die Abstrichleistung nicht vergütet. Dies gilt auch, wenn sich Arztpraxen gegenseitig testen. 

Abrechnung der Sachkosten für PoC-Antigen-Tests und Antigen-Tests zur Eigenanwendung bei eigenem Praxispersonal im Rahmen eines Testkonzepts der Praxis

Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt auf einem „Pseudo“-Abrechnungsfall für den gesamten Monat mit folgenden Angaben:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02 

Die Tests und Abstriche dürfen nur je Monat (nicht für das ganze Quartal) und getrennt nach Leistungsort zusammengefasst werden (je Leistungsort gesonderter Abrechnungsschein). Sie legen also beispielsweise im Quartal 1/2022 jeweils getrennt einen Schein für den Monat Januar, für den Februar und für den März an. Auf dem Sammelschein für den Januar mit Datum 31.01.2022, rechnen Sie ausschließlich die Kosten für Tests ab, die auch im Januar durchgeführt wurden.

Abgerechnet wird unter dem jeweiligen Datum der Testungen für jeden durchgeführten Test die GOP 88312 (mit entsprechendem Multiplikator). Die Auftrags-/Leistungsdokumentation sowie die Rechnung über beschaffte PoC-Tests muss nach TestV bis mindestens Ende 2024 aufbewahrt werden.

Welche Tests erstattungsfähig sind, ist auf einer Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden (www.bfarm.de/antigentests). 

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind – derzeit auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig.

Das Formular für die Labortests nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ist wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen.

Mit der Änderung der Testverordnung (TestV) gültig ab 12. Februar 2022 hat die KBV das Muster OEGD zur Veranlassung von Labordiagnostik nach TestV wie folgt aktualisiert:

Muster OEGD Version „02.2022”

  • Das Feld für die PCR-Testung nach § 2 TestV (Kontaktperson, Freitesten oder Einreisende aus Virusvariantengebiet) wurde angepasst.
  • Das Feld „Varianten-PCR“ nach § 4b TestV wurde gestrichen.

Ab sofort verschickt der Kohlhammer-Verlag die neueste Version „02.2022”. In den Praxen vorhandene Altbestände bisheriger Musterversionen bleiben weiterhin gültig und dürfen aufgebraucht werden.

Muster 10C für die Testungen in der vertragsärztlichen Versorgung (symptomatische Patienten) ist ebenfalls beim Kohlhammer Verlag zu beziehen.

Nein. Voraussetzung ist ein positiver Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR bzw. PoC-NAT oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik). 

Die Änderung der Testverordnung vom 11. Februar 2022 hat keine Auswirkung auf die Anforderungen eines Genesenennachweises. Nur der direkte Erregernachweis per Nukleinsäure-Test zählt. Wenn die Infektion lediglich wegen eines positiven Antigen-Schnelltests oder aufgrund des Antikörperstatus naheliegt, dürfen Sie kein COVID-19-Genesenenzertifikat ausstellen.

Anspruch auf ein Genesenenzertifikat haben alle Personen, die eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchmachen oder durchgemacht haben und dies mit einem positiven Nukleinsäure-Test nachweisen können. Der PCR-Test darf maximal 180 Tage alt sein. Die Gültigkeit des Zertifikats beginnt am 28. Tag nach dem positiven PCR-Test. Sie endet in Deutschland am 90. Tag.

Nein. Die nationale Teststrategie sieht Tests für symptomfreie Kontakt­personen vor. In einem solchen Fall ist der Test zwar nicht kurativ nach EBM abrechenbar, Sie können ihn jedoch auf dem Boden der Testverordnung (TestV) erbringen und abrechnen (Abstrich nach GOP 99531; bei Antigen-Schnelltest Kosten für das Testkit über GOP 88312 oder PoC-NAT-Test über GOP 88317).

Wer als Kontaktperson im Sinne der Testverordnung (TestV) gilt, ist in § 2 definiert.

Vertragsärzte können selbst feststellen, wer die Kontaktpersonen ihrer eigenen COVID-19-Patienten sind, und diese ebenfalls testen.

Sofern der Primärfall nicht zu Ihrem Patientenstamm gehört, reicht es bei Haushaltsangehörigen aus, dass diese ihre Eigenschaft als Kontaktperson nachweisen durch

  • positives Schnell- oder PCR- Testergebnis des Primärfalls (infizierte Person) UND
  • Nachweis der selben Meldeanschrift (z. B. durch Personalausweis oder Meldebescheinigung)
    Eigene und adoptierte minderjährige Kinder gelten auch ohne Nachweis der Meldeadresse als testberechtigt, wenn Eltern oder Geschwister mit dem Coronavirus infiziert sind. 

Der Anspruch auf einen PCR-Bestätigungstest nach einem positiven Antigentest bleibt unverändert bestehen (§ 4b TestV). 

PoC-Antigen-Schnelltests (je nach Sachverhalt der Abstrich und die Kosten für das Testkit) können entsprechend der Voraussetzungen der Testverordnung bei asymptomatischen Personen erbracht und auch bei Nicht-GKV-Versicherten über die KVBW abgerechnet werden.

Der Bestätigungs-PCR-Test nach positivem PoC-Schnelltest bei asymptomatischen Personen ist ebenfalls vom Anspruch nach Testverordnung umfasst. Die Veranlassung erfolgt entweder als Labor-Test über Muster OEGD oder als PoC-NAT-Test direkt vor Ort. Abgerechnet wird unabhängig vom Versichertenstatus über die KV mit dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) als Kostenträger.

Nein. Bei Testungen nach Maßgabe der Coronavirus-Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (TestV) ist prinzipiell kein Raum für eine Privatliquidation. Testungen hiernach sind keine originären vertragsärztlichen Leistungen.

Asymptomatische GKV-Versicherte haben nach dieser Verordnung aber einen Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoC-2. Die persönlichen Voraussetzungen für diesen Anspruch sind in dieser Verordnung definiert. 

Zur Erbringung der hier beschriebenen Leistungen sind auch Vertragsarztpraxen berechtigt, aber nicht verpflichtet. Wenn ein Patient Anspruch auf Testung nach der Coronavirus-Testverordnung hat und Sie diese anbieten und vornehmen, ist das Verlangen einer Zusatzvergütung ausgeschlossen, auch wenn die in der Verordnung festgelegte Vergütung für Labordiagnostik, Sachkosten und ärztliche Leistungen als unzulänglich angesehen wird.

Bei beihilfeberechtigten Beschäftigten im öffentlichen Dienst bereiten solche ärztlichen Honorarrechnungen besondere Probleme. Testungen von asymptomatischen Personen auf das SARS-CoV-2-Virus durch Vertragsärzte im Rahmen der Testverordnung sind über die KVBW abrechenbar nach Maßgabe der in der Testverordnung festgelegten Vergütung. Hier ist wie o. a. kein Raum für eine Privatliquidation. Privatrechnungen bzw. Honorarrechnungen für Testungen werden vermehrt zur Erstattung eingereicht. In solchen Fällen erhalten die getesteten Personen jedoch keine Beihilfeerstattung. 

Sofern das Testkonzept einer Klinik einen Coronatest vor der Aufnahme verlangt, die Klinik jedoch selbst keine vorstationären Testungen durchführt, können Sie als niedergelassener Vertragsarzt diesen Abstrich vornehmen, Sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Das heißt: Eine Arztpraxis, die auf Verlangen der Klinik testen will, die darf, wenn sie nicht will oder kann, muss sie aber nicht. 

Gegebenenfalls ist die Abstrichentnahme mit der GOP 99531 (TestV) abzurechnen (bei POC-Antigen-Test zuzüglich Sachkosten GOP 88312 oder bei PoC-NAT-Test GOP 88317). 

Zum Hintergrund: Vor einem Krankenhausaufenthalt haben asymptomatische Patienten einen Anspruch auf eine SARS-CoV-2 Testung nach § 4 Abs. 1 Testverordnung (TestV), wenn dies die Klinik im Rahmen ihres einrichtungsbezogenen Testkonzepts (oder der ÖGD) verlangen. Dabei werden gemäß § 26 Abs. 1 KHG Kosten, die den Krankenhäusern für diese Testungen entstehen, mit einem Zusatzentgelt finanziert. Jedoch kann die Klinik nicht zur vorstationären Testung verpflichtet werden. 

Die Abrechnung der GOP 99531 für den Abstrich nach TestV im asymptomatischen Fall erfolgt bei Privatversicherten, bei Personen, die nicht in Deutschland krankenversichert sind und bei Versicherten sonstiger Kostenträger ohne eGK per Ersatzverfahren.

Der zuständige Kostenträger lautet:

Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)
VKNR: 48850, IK: 100048850

Nein. Besuche sind lediglich im Zusammenhang mit einer Erkrankung des Patienten nach EBM abrechnungsfähig.

Ja, sobald eine asymptomatische Person in den genannten Einrichtungen (siehe Merkblatt) untergebracht werden soll, hat diese Person einen Anspruch auf Testung unter der Voraussetzung, dass die Einrichtung im Rahmen ihres Testkonzeptes oder der ÖGD die Testung verlangt.

Vertragsärzte verwenden das Muster OEGD bei der SARS-CoV-2-Testung bei allen Labor-Testungen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50 – 60 Jahren)
  • männliches Geschlecht
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • adipöse (BMI>30) und stark adipöse (BMI>35) Menschen
  • Schwangere
  • Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21)
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, ohne Rangfolge:
    • Herz-Kreislauf-System (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
    • chronische Leber- und Nierenerkrankungen (insbesondere bei Dialysepflichtigkeit)
    • neurologische und psychiatrische Erkrankungen (z. B. Demenz)
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, wie z.B. bei hämatologischen Neoplasien oder bei schlecht kontrollierter HIV-Erkrankung; oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z.B. systemische Kortikosteroide, Methotrexat, Cyclophosphamid, Azathioprin, Antikörper wie Rituximab sowie Immunsuppressiva bei Z. n. Organ- oder Stammzelltransplantation).

Quelle: SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) des RKI

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt Informationen für ältere und chronisch kranke Menschen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung.

Das Robert Koch-Institut RKI hat im Epidemiologischen Bulletin 19/2021 auf Seite 7 eine Rangfolge der absoluten Risiken für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe gebildet.

Schnelltestzentren, die präventive Tests auf das Coronavirus ortsnah ermöglichen, organisieren die Kommunen. In der Regel informieren die jeweiligen Kreise auf ihrer Homepage über die Abläufe. Unser Praxisservice hat für Sie eine Linkliste zusammengestellt.

Teststellen, die die Übermittlung der Ergebnisse an die Corona-Warn-App (CWA) unterstützen, finden Sie über das CWA-Schnelltestportal.

Kontaktdaten der Gesundheitsämter der Landkreise

Grundsätzlich darf/muss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) ausgestellt werden, wenn eine Erkrankung im Sinne der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie vorliegt. 

Bei Corona gelten Besonderheiten: Leidet ein Patient infolge der Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus an Krankheits­symptomen und ist daher nicht in der Lage, seine Arbeit auszuüben, stellt die Praxis eine AU-Bescheinigung aus. Zeigt der Patient trotz bestätigter Infektion keine Symptome, ist es ebenfalls grundsätzlich möglich, eine AU auszustellen, soweit der Patient für seine berufliche Tätigkeit seine Wohnung verlassen müsste, was ihm wegen der Infektion untersagt ist.

Dies gilt völlig unabhängig davon, ob der Patient geimpft ist oder nicht, ob er Anspruch auf Ausfallentschädigung hat oder nicht. 

Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und das Ausstellen einer AU-Bescheinigung und damit die Frage eines Entgeltfortzahlungsanspruchs ist losgelöst von einem etwaigen Entschädigungsanspruch nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) zu betrachten.

Näheres finden Sie in der KBV-PraxisInfo zum Thema.

Bei Patienten mit Symptomen und Verdacht auf eine Coronainfektion ist keine Antigen-Testung (PoC-Antigentest) vorgesehen. Die Abklärung erfolgt mittels PCR-Test.

Die TestV sieht keine solche Vergütung vor.

Das Gespräch ohne erfolgte Testung (§ 12 Abs. 5 TestV) dient ausschließlich zur Feststellung einer Kontaktperson eines SARS-CoV-2-Infizierten und muss von einem Arzt oder Zahnarzt persönlich geführt werden. Nicht-Ärzte dürfen diese Leistung grundsätzlich nicht abrechnen.

Ein Arbeitskreis von Experten vereinbarte Ende März 2021 im Rahmen einer Bund-Länder-Empfehlung vereinfachte Regeln zum Umgang mit Abfällen aus Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19. Demnach ist sicherzustellen, dass die Abfälle: 

  • in zwei ineinander gestellten reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen (z. B. dickwandige Müllsäcke) gesammelt werden, 
  • weitgehend frei von Flüssigkeiten der Sammlung zugeführt werden, da größere Mengen an Flüssigkeiten grundsätzlich nicht über den Siedlungsabfall entsorgt werden dürfen, 
  • soweit Restmengen an Flüssigkeiten enthalten sind, durch Zugabe von saugfähigem Material (z. B. Zellstoff, Mull, Papier, sonstige aufsaugende und flüssigkeitsbindende Stoffe) das Auftreten freier Flüssigkeit in den Sammelbehältnissen verhindert wird und 
  • ohne weitere Verdichtung (Pressen) auf direktem Weg einer Abfallverbrennungsanlage zugeführt werden. Dann können diese gemeinsam mit Restabfällen aus den Haushalten entsorgt werden. Es wird empfohlen, vor der ersten Entsorgung mit dem Entsorger etwaige Anforderung (z. B. an die Bereitstellung) zu klären.

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin: 

  • Bei der Behandlung von Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind oder die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, fällt also nicht regelhaft Abfall mit Abfallschlüsselnummer ASN 18 01 03 („infektiöser Abfall“) an.
  • Nicht flüssige Abfälle aus der Behandlung von COVID-19-Patienten stellen unter Einhaltung der üblichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes und des Tragens geeigneter persönlicher Schutzausrüstung kein besonderes Infektionsrisiko dar und sind in aller Regel der ASN 18 01 04 zuzuordnen. Die Abfälle sind dabei stets in verschlossenen und reißfesten Plastiksäcken der Abfallsammlung zuzuführen.

Einschränkend gilt weiterhin: 

  • Spitze und scharfe Gegenstände sind wie üblich in standardisierten, bruch- und durchstichsicheren Einwegbehältnissen (Kanülenabwurfbehälter) zu sammeln und zu verpacken
  • In mikrobiologischen und labormedizinischen Einrichtungen erfolgt dagegen die Entsorgung von diagnostischen Abfällen weiterhin grundsätzlich gemäß LAGA Mitteilung 18 unter Berücksichtigung der TRBA 100 und 250.

Ja. Um sich und Ihre Beschäftigten regelmäßig zu testen, können Sie als psychologischer Psychotherapeut laut der aktuellen Coronavirus-Testverordnung (TestV) jetzt maximal 10 PoC-Antigen-Tests je Mitarbeiter im Monat beschaffen und durchführen sowie die Sachkosten über die GOP 88312 abrechnen – nicht aber den Abstrich. Ein Testkonzept ist dafür nicht notwendig.

Das Ministerium für Soziales für Soziales und Integration hat ein Formular für die Testbescheinigung entworfen, das Sie nutzen können, falls Getestete nicht über die Corona-Warn-App auf das Ergebnis zugreifen möchten (unten zum Download).

Das Ausstellen der Bescheinigung ist nicht gesondert berechnungsfähig.

Fällt das Ergebnis bei einem PoC-Antigen-Schnelltest oder einem Selbsttest positiv aus, hat der Getestete Anspruch auf einen PCR-Test (Bestätigungstest nach § 4b TestV). Wenn ein positives Antigen-Schnelltestergebnis vorliegt, hat sich derjenige unverzüglich in häusliche Isolation zu begeben. Dies gilt auch für geimpfte (auch geboosterte) und genesene Personen. Das jeweilige Gesundheitsamt ist zu informieren. Erster Ansprechpartner für einen PCR-Testtermin ist der Haus- oder Kinderarzt. 

Je nachdem, wo der PoC-Antigen-Schnelltest stattgefunden hat, besteht gegebenenfalls auch direkt vor Ort die Möglichkeit, eine weitere Probe zur bestätigenden PCR-Labortestung zu entnehmen und einzusenden. Der positiv Getestete sollte sich auch in diesem Fall unmittelbar in häusliche Isolation begeben, bis das endgültige Ergebnis vorliegt.

Die Kosten werden in beiden Fällen übernommen.

Nein. Zwar wird der Zuschlag für die Buchung über die Terminservicestelle (TSS) im Standardformular der Buchungsbestätigung aufgeführt. Die Abrechnung des TSS-Zuschlags ist in diesen Fällen jedoch nicht korrekt, da es sich bei Tests im Zuge der Teststrategie nicht um GKV-Fälle handelt und auch keine Versicherten- / Grundpauschale abgerechnet werden kann.

Alle Personen mit respiratorischen und ggf. weiteren Symptomen können potenziell an COVID-19 erkrankt sein und sollten den empfohlenen Verhaltensregeln folgen (z. B. Selbstisolierung).

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sein Testkriterium 5 wieder auf sämtliche Patienten mit akuten respiratorischen Beschwerden jeder Schwere erweitert: RKI-Flussschema 

Sollte eine Person akute respiratorische Symptome haben, wird auch ohne Vorliegen eines Testergebnisses eine häusliche Isolierung empfohlen (für 5 Tage UND mindestens 48 Std. Symptomfreiheit), unabhängig vom Ergebnis eines Antigentests auf SARS-CoV-2.

Teststrategie für asymptomatische Personen bleibt

Auf der Grundlage der Corona-Testverordnung (TestV) des BMG können – über die RKI-Empfehlungen hinaus – auch Testungen bei bestimmten asymptomatischen Personen(gruppen) durchgeführt werden: Mehr erfahren ».

Die GOP 99529 kann für das ärztliche Gespräch in Zusammenhang mit der Feststellung von Kontaktpersonen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ohne anschließenden Abstrich abgerechnet werden.

Die GOP 99529 ist telefonisch erbringbar, aber nicht delegierbar – das Gespräch zur Feststellung der Kontaktperson muss also vom Arzt persönlich geführt werden. Die ICD-Verschlüsselung kann hier mit ICD Z20.8G (Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) angegeben werden.

Die GOP 32779 und 32816 belasten den Wirtschaftlichkeitsbonus nicht

Laborleistungen nach den Gebührenordnungs­positionen GOP 32779 (SARS-CoV-2-Labor-Antigentest) und 32816 (Nukleinsäure­nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2) bleiben bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Veranlassung von Laborleistungen grundsätzlich unberücksichtigt.

Hinweis: Die Antikörperbestimmung auf SARS-CoV-2 nach GOP 32641 ist nicht von der Ausnahmeregelung umfasst. Daher belastet die SARS-CoV-2- Antikörper­bestimmung nach GOP 32641 die Laborkosten der Praxis.

Abstriche vor ambulanten Operationen sind im Rahmen eines Testkonzeptes abrechnungsfähig. Lediglich die Koloskopie ist dem ambulanten Operieren zugeordnet, weshalb hier asymptomatische Corona-Testungen vor dem Eingriff möglich sind.

Eine Pflicht, sich zu testen zu lassen, gibt es nicht. Deshalb ist vor einer Testung eine Einwilligung der zu testenden Person einzuholen. Sie klären darüber auf, wie der Test abläuft, und was mit der Probe passiert. 

Bei Patienten, die nicht zu Ihrem Patientenstamm gehören, ist darüber hinaus eine Information über die Datenweitergabe erforderlich. 

Einwilligung – Corona-Test bei asymptomatischen Personen 

So gehen Sie vor:

  1. mündlich aufklären und Einwilligung zum Test einholen
  2. über die damit verbundene Datenverarbeitung informieren (Datenschutz-Information siehe unten zur Verfügung stellen)
  3. Einwilligung zur Datenverarbeitung einholen:
    1. schriftlich (z. B. unsere Mustervorlage siehe unten unterschreiben lassen und aufbewahren) oder
    2. mündlich und dann die Zustimmung in Ihren Unterlagen dokumentieren

Informationsblatt & Einwilligungserklärung Datenschutz

Grundsätzlich sind Vertragsärzte im Rahmen der Sicherstellung dazu verpflichtet, Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19-Infektion zu untersuchen. Die niedergelassene Ärzteschaft ist hier gefordert, Infektions- und Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Uns ist die außergewöhnliche Belastung, die aktuell auf Sie persönlich und Ihre Praxis zukommt, bewusst. Wir zählen darauf, dass Sie Ihre Patienten in dieser Situation vorbildlich wie gewohnt versorgen.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Patient ohne Symptome

Im Zuge der Teststrategie von Bund und Land sollen – über die RKI-Empfehlungen hinaus – asymptomatische Personen getestet werden, um einen erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen zu vermeiden. Diese Testungen sind für niedergelassene Ärzte freiwillig.

Patient zeigt Symptome

Wenn ein Patient Symptome zeigt, so gelten die Kriterien zur Verdachtsabklärung laut RKI. In den dort genannten Fällen ist eine Testung des Patienten angezeigt. Wenn eine ambulante Behandlung möglich erscheint (also bei entsprechend milder Ausprägung der Symptome und wenn keine sonstigen Umstände vorliegen, die eine stationäre Behandlung notwendig erscheinen lassen), ist der Vertragsarzt verpflichtet, diese Diagnostik als GKV-Leistung zu erbringen.

Ja, denn die Weitergabe dieser Daten erfolgt auf rechtmäßiger Grundlage. Die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bleibt vom Inkrafttreten der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) unberührt. Gemeldet werden müssen und sollen jedoch nur Fälle, die der Falldefinition des Robert Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

 

Die rechtliche Befugnis ergibt sich aus dem Infektionsschutzgesetz: § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des IfSG.

 

Behandelnde Ärzte sind verpflichtet, alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) namentlich dem für den Aufenthaltsort des Patienten zuständigen Gesundheitsamt zu melden (gemäß Infektionsschutzgesetz, IfSG). 

Der Verdacht auf COVID-19 ist begründet, wenn bei Personen mindestens eine der beiden folgenden Konstellationen vorliegt:

  • Personen mit jeglichen mit COVID-19 vereinbaren Symptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19
  • Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflege- oder Altenheim, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, auch ohne Vorliegen eines Erregernachweises.

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (siehe RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Namentlich meldepflichtig ist auch der direkte oder indirekte Nachweis von SARS-CoV-2, soweit er auf eine akute Infektion hinweist. Positive Ergebnisse von Antigen-Schnelltests sind dabei in die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz einbezogen. Veranlasst der Arzt einen PCR-Test oder einen Antikörpertest bei einem Labor, ergeben sich dadurch weitere Meldepflichten. Auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2022