Diagnostik und Testungen auf SARS-CoV-2

Mit Corona-Verdachtsfällen umgehen

Um eine Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV-2 und der Lungenkrankheit COVID-19 in Deutschland einzudämmen und Infektionsketten zu unterbrechen, müssen Infektions- und Verdachtsfälle früh erkannt, isoliert und Hygiene­maßnahmen konsequent eingehalten werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei Ihnen als niedergelassene Ärzte zu. Informieren Sie sich kontinuierlich zu aktuellen Entwicklungen und beachten Sie die Hinweise des RKI: COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2).

Teststrategie in der Gesamtschau

Seit 8. März gilt die aktuelle Coronavirus-Testverordnung (TestV) des BMG, die Tests für alle asymptomatischen Personen regelt. Am 8. Februar hat das RKI sein Flussschema angepasst, das zeigt, was bei Verdachtsfällen zu tun ist. Wie die beiden in der nationalen Teststrategie zusammenspielen, verdeutlicht unser Schaubild Corona-Tests in der Praxis. Corona-Tests bei Patienten, die COVID-19-Symptome zeigen, fallen unter die Krankenbehandlung laut EBM (RKI-Testkriterien). Der Testanspruch bei Personen ohne Symptome begründet sich in der TestV. Hier die Abrechnungsmodalitäten: Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!

Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: GOP 02402
Labor-GOP 32816 etc.

Nationale Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung – TestV)
  • Bürger
  • Kontaktperson & App
  • Ausbruch in Einrichtung
  • Reha, Heimaufnahme
  • vor ambulanter OP

Abstrich: GOP 99531

Antigen-Schnelltest (PoC-Test):
GOP 88312 mit Euro-Betrag
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.

Übersicht Testszenarien: Kurativ und asymptomatisch

Corona-Tests: Anlaufstellen in Baden-Württemberg

Überall in Baden-Württemberg sind Corona-Schwerpunktpraxen (CSP)Abstrichstellen und Ambulanzen etabliert. Standorte für Corona-Tests finden Sie auf unserer

Haus- und Kinderärzte sind die ersten Ansprech­partner ihrer Patienten und koordinieren die Versorgung auch bei COVID-19. Bitte schicken Sie niemanden ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhaus­ambu­lan­zen, Notfallpraxen, Abstrich­stellen oder Gesundheits­ämter!

  • Sie möchten selbst Corona-Schwerpunktpraxis werden und damit einen wichtigen Beitrag zur ambulanten Versorgung in Pandemie­zeiten leisten? Jetzt als Schwerpunktpraxis registrieren »

Zu unterscheiden ist zwischen verschiedenen Testszenarien. Je nach Szenario folgt die Abrechnung verschiedenen Wegen. Unterschiede gibt es auch beim Laborauftrag, Kodierung und Meldepflichten.

Wann besteht ein begründeter Verdacht?

Kurative Tests

Wendet sich eine Person mit Krankheitssymptomen, die auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen, an die Praxis, entscheidet der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI-Flussschema), ob er einen Abstrich macht. Wann bei Patienten ein begründeter Verdacht besteht und eine Laboruntersuchung auf das Coronavirus SARS-CoV-2 angezeigt ist, zeigen die Falldefinition sowie die Nationale Teststrategie des RKI als Orientierungshilfe.

Wer wird ohne Symptome getestet?

Asymptomatische Tests

Tests bei Personen ohne Symptome gelten nicht als Krankenbehandlung. Die Abrechnung erfolgt folglich nicht als GKV-Leistung, aber dennoch über die KV und zwar ganz unabhängig davon, ob und wie derjenige versichert ist. Kostenträger ist hier der Bund.

Coronavirus-Testverordnung des BMG (Nationale Teststrategie)

Durch die Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sind Tests bei asymptomatischen Personen im Zusammenhang mit folgenden Testszenarien möglich:

  • Bürger (jeder mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland, nur PoC)
  • Kontaktpersonen einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person (inkl. Warn-App)
  • Ausbruchsgeschehen in z. B. Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
  • Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen
    • vor Aufnahme in eine Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
    • vor ambulanter Operation

Meldepflicht ans Gesundheitsamt

Melden Sie unverzüglich alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammen­hang mit SARS-CoV-2: Mehr dazu unter Meldepflicht & Gesundheits­amt.

Ambulantes Management bei leichten COVID-19-Erkrankungen

COVID-19-Verdachtsfälle und Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können laut RKI-Empfehlung in häuslicher Isolation ambulant versorgt werden:

So gehen Sie in der Praxis vor: KBV-Praxisinformation

Die Praxisinformation der KBV erläutert das konkrete Vorgehen in der Praxis bei Verdachtsfällen. Die Übersicht zeigt die einzuhaltenden Schritte für zwei Szenarien auf – wenn Patienten mit Verdacht sich telefonisch bei Ihnen melden oder wenn Patienten ohne Anmeldung in Ihre Praxis kommen.

Bestellen Sie Patienten, die sich bei Ihnen telefonisch mit Verdacht auf eine Infektion melden, möglichst nach Ende der regulären Sprechstunde ein, damit sie nicht mit anderen Patienten – insbesondere chronisch Kranken – in Kontakt kommen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Nein. Die nationale Teststrategie zielt auf symptomfreie Kontakt­personen. In einem solchen Fall ist der Test zwar nicht kurativ nach EBM abrechenbar, Sie können ihn jedoch auf dem Boden der Testverordnung (TestV) über die GOP 99531 erbringen und abrechnen. Wenn das Resultat schnell gebraucht wird, ist statt des empfohlenen PCR-Tests auch ein Antigen-Labortest oder Antigen-Schnelltest (PoC-Test) möglich (PoC-Test): GOP 88312 und Euro-Betrag für die Sachkosten).

Wer als Kontaktperson im Sinne der Testverordnung (TestV) gilt, ist in § 2 definiert.

Vertragsärzte können selbst feststellen, wer die Kontaktpersonen ihrer eigenen COVID-19-Patienten sind, und diese ebenfalls testen.

Das Robert Koch-Institut hat aufgrund der erhöhten Infektiosität der SARS-CoV-2-Virusvariante B.1.1.7 die Definition enger Kontaktpersonen von bestätigten COVID-19-Fällen am 13. April 2021 verschärft.

Bei asymptomatischen Testungen gilt die Coronavirus-Testverordnung (TestV). Dort ist der voraussetzungslose Anspruch auf Bürgertestung nach § 4a TestV geregelt. Somit steht jedem ein kostenloser Schnelltest (PoC-Antigen-Test) zu.

Bei Reiserückkehrern aus Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten und Kontaktpersonen der Kategorie I ist keine vorzeitige Beendigung der Quarantäne möglich. Nur bei Einreise aus „normalen" Risikogebieten lässt sich die Quarantäne mit einem negativen Testergebnis frühestens am fünften Tag nach Einreise verkürzen.

Vertragsarztpraxen rechnen über die TestV-GOP 99531 für den Abstrich ab. Die Zeugnisausstellung gehört dabei zum Leistungsinhalt.

Beim Entlassmanagement nach bestätigter SARS-CoV-2-Infektion handelt es sich um einen kurativen Sachverhalt. Es gilt somit die Abrechnung nach EBM (Abstrich-GOP 02402).

Das bedeutet, dass hier ausschließlich ein Labortest (Laborauftrag Muster 10 C, PCR: GOP 32816 oder Antigentest: 32779) möglich ist, kein Schnelltest!

Sie als Arzt entscheiden, ob Sie eine weitere Testung für erforderlich halten. Sofern Sie sich dabei an den RKI-Kriterien orientieren, zahlt die Krankenkasse den Test.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt jetzt bei allen SARS-CoV-2-Infizierten eine 14-tägige Isolierungsdauer und eine abschließende Diagnostik vor Entisolierung – unabhängig von Schwere der Erkrankung, Hospitalisierung und Alter.

Damit reagiert das RKI auf die inzwischen vorherrschenden Verbreitung der Variante B.1.1.7.

Ein Arbeitskreis von Experten vereinbarte Ende März 2021 im Rahmen einer Bund-Länder-Empfehlung vereinfachte Regeln zum Umgang mit Abfällen aus Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19. Demnach ist sicherzustellen, dass die Abfälle: 

  • in zwei ineinander gestellten reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen (z. B. dickwandige Müllsäcke) gesammelt werden, 
  • weitgehend frei von Flüssigkeiten der Sammlung zugeführt werden, da größere Mengen an Flüssigkeiten grundsätzlich nicht über den Siedlungsabfall entsorgt werden dürfen, 
  • soweit Restmengen an Flüssigkeiten enthalten sind, durch Zugabe von saugfähigem Material (z. B. Zellstoff, Mull, Papier, sonstige aufsaugende und flüssigkeitsbindende Stoffe) das Auftreten freier Flüssigkeit in den Sammelbehältnissen verhindert wird und 
  • ohne weitere Verdichtung (Pressen) auf direktem Weg einer Abfallverbrennungsanlage zugeführt werden. Dann können diese gemeinsam mit Restabfällen aus den Haushalten entsorgt werden. Es wird empfohlen, vor der ersten Entsorgung mit dem Entsorger etwaige Anforderung (z. B. an die Bereitstellung) zu klären.

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin: 

  • Bei der Behandlung von Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind oder die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, fällt also nicht regelhaft Abfall mit Abfallschlüsselnummer ASN 18 01 03 („infektiöser Abfall“) an.
  • Nicht flüssige Abfälle aus der Behandlung von COVID-19-Patienten stellen unter Einhaltung der üblichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes und des Tragens geeigneter persönlicher Schutzausrüstung kein besonderes Infektionsrisiko dar und sind in aller Regel der ASN 18 01 04 zuzuordnen. Die Abfälle sind dabei stets in verschlossenen und reißfesten Plastiksäcken der Abfallsammlung zuzuführen.

Einschränkend gilt weiterhin: 

  • Spitze und scharfe Gegenstände sind wie üblich in standardisierten, bruch- und durchstichsicheren Einwegbehältnissen (Kanülenabwurfbehälter) zu sammeln und zu verpacken
  • In mikrobiologischen und labormedizinischen Einrichtungen erfolgt dagegen die Entsorgung von diagnostischen Abfällen weiterhin grundsätzlich gemäß LAGA Mitteilung 18 unter Berücksichtigung der TRBA 100 und 250.

Ja, das RKI bietet eine Orientierungshilfe für Ärzte zu Entlassungskriterien aus der Isolierung. Unabhängig von der Schwere der Erkrankung, Hospitalisierung und Alter empfiehlt das RKI eine 14-tägige Isolierungsdauer und ein negatives Test-Resultat vor Entisolierung.  

Ein Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest besteht über die Bürgertestung nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV): GOP 99531 (Abstrich) + GOP 88312 (Sachkosten Testkit). Dazu müssen keine Bescheinigungen vorgelegt werden. Falls der Schnelltest positiv ausfällt, ist ein PCR-Test nach TestV abrechenbar.

Zum Hintergrund: Laut Corona-Verordnung Absonderung des Landes Baden-Württemberg besteht eine Testpflicht für Haushaltsangehörige einer Person, die als enge Kontaktperson (KP1) eingestuft wurde. Der Test kann frühestens am fünften und muss spätestens am siebten Tag nach Kenntnisnahme der Absonderungspflicht der im Haushalt wohnenden Kontaktperson der Kategorie I durchgeführt werden.

Nur falls die Kontaktperson der Kategorie I selbst zum bestätigten COVID-19-Fall wird, fallen die Haushaltsangehörigen ihrerseits unter die Definition enger Kontaktpersonen, sodass ein PCR-Test nach TestV abrechenbar wäre. Bei negativen KP1 kommt für die Haushaltsangehörigen lediglich ein Bürgertest infrage.

Point-of-care (PoC)-Tests sind keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Getestet wird mit PoC-Antigen-Schnelltests nur, wer keine Symptome hat im Zuge der nationalen Teststrategie.

TestV GOP 99531 (Abstrich) + GOP 88312 (Sachkosten Testkit)

  • Bürgertest ohne jegliche Voraussetzungen
  • Corona-Warn-App meldet Kontakt mit einer infizierten Person (rote Warnung)
  • Kontaktperson einer infizierten Person (festgestellt durch ÖGD oder Arzt) 
  • Personen vor ambulanter OP
  • Personen vor Aufnahme in:
    • Pflegeheim
    • Krankenhaus
    • Rehaeinrichtung etc.
  • Ausbruchsgeschehen (ÖGD ordnet einen Test an)

TestV GOP 88312 (Testkit)

  • Tests für Praxispersonal Arztpraxis oder Psychotherapiepraxis

Keine Abrechnung über die KVBW

  • systematische Testungen in Schulen und Kitas
  • Routinetests, die Unternehmen für ihre Belegschaft oder der Einzelhandel und Restaurants für ihre Kunden anbieten

Bestimmte Einrichtungen können schon seit längerer Zeit Antigen-Schnelltests selbst beschaffen, nutzen und mit uns abrechnen. Das sind z. B. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen oder Tageskliniken. Tests für Personal, Patienten und Bewohner von Einrichtungen, die laut TestV in Eigenregie testen dürfen, sind nicht für Vertragsärzte abrechenbar.

Ein Schein für alle: Vereinfachte Abrechnung Schnelltests

Falls Sie viele Schnelltests machen, bietet sich die vereinfachte Abrechnung an. Statt einzelne Fälle je getestete Person anzulegen, erfassen Sie die Gesamtanzahl je Quartal unter einem einzigen Pseudofall je Testszenario. Siehe Merkblatt unten.

Mit dem 1. April 2021 endet unser Landesvertrag. Die GOPs 99548 und 99549 (Pauschalen für Schnelltests beim Personal von Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie in der Kindertagespflege) sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gültig. Regelmäßige präventive Corona-Tests in Schulen oder Kindertagesstätten lassen sich nicht über die KV Baden-Württemberg abrechnen.

Der Bund übernimmt ab dem 8. März 2021 die Kosten für regelmäßige Schnelltests bei jedermann (Bürgertestungen). Alle Vertragsärzte (Haus- und Fachärzte) sind berechtigt, diese Bürgertests (anlasslose Schnelltests für asymptomatische Personen) auf freiwilliger Basis anzubieten und nach Coronavirus-Testverordnung (TestV) über die KVBW abzurechnen. Als Anspruchsnachweis genügt es, wenn derjenige, der getestet werden möchte, glaubhaft dargelegt, dass er in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort hat. Ob und wie derjenige versichert ist, spielt keine Rolle. Mehr erfahren »

Abrechnung über die KV: Nicht-KV-Mitglieder müssen sich registrieren

Sämtliche Anbieter wie Ärzte, Zahnärzte, Testzentren, aber auch Apotheker rechnen die Bürgertests und die Sachkosten nach TestV mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Für Nicht-KV-Mitglieder ist eine vorherige Registrierung erforderlich. Mehr Informationen zur Registrierung finden Sie unter www.kvbawue.de/testverordnung.

In der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ist geregelt, dass die Kosten für die selbst beschafften Schnelltests in Höhe der Beschaffungskosten, aber höchstens 6 Euro je Test über die KV abgerechnet werden können. Das gilt neben den KVBW-Mitgliedern auch für medizinische Einrichtungen und Heilberufler, die bislang nicht mit uns im Abrechnungs­verkehr stehen (z. B. Krankenhäuser, Rehakliniken oder Vertragszahnarztpraxen).

Ja, folgende Wiederholungen sind möglich:

Einmalige Wiederholung

  • Kontaktpersonen
  • nach Ausbrüchen
  • Personen, die in den besonderen Einrichtungen behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen

Mindestens einmal pro Woche

  • anlassloser Bürgertestung

Höchstens 10 Tests je Beschäftigtem im Monat

  • Personal in Arztpraxen und Praxen sonstiger Heilberufe (z. B. Psychotherapie)

Dies gilt nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes­gesundheits­ministeriums (BMG) für

  • Bürger (mindestens einmal wöchentlich)
  • Kontaktpersonen
  • Personal aus Arztpraxis (ausschließlich Sachkosten berechnungsfähig)
  • Personal sonstige Heilberufe z. B. Physio-, Ergo-, Psychotherapie (ausschließlich Sachkosten berechnungsfähig)
  • Patienten vor Operation oder vor Aufnahme in z. B. Klinik, Heim, Reha
  • Personen nach Ausbrüchen in Einrichtungen (z. B. Heim, Sammelunterkunft)

Wie Sie die jeweiligen Leistungen korrekt abrechnen und was bei der Kennzeichnung der Laboraufträge zu beachten ist, hat unsere Abrechnungsberatung für Sie im Merkblatt „asymptomatische Testungen“ zusammengefasst (siehe unten).

Ja. Falls Sie sich und Ihre Beschäftigten regelmäßig testen lassen möchten, können Sie als psychologischer Psychotherapeut laut der aktuellen Coronavirus-Testverordnung (TestV) vom 8. März 2021 jetzt maximal 10 PoC-Antigen-Tests je Mitarbeiter im Monat beschaffen und durchführen sowie die Sachkosten über die GOP 88312 abrechnen – nicht aber den Abstrich. Ein Testkonzept ist dafür nicht notwendig.

Ja. Praxen anderer medizinischer Heilberufe (z. B. nicht-ärztliche Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie) dürfen laut der aktuellen Coronavirus-Testverordnung (TestV) vom 8. März 2021 jetzt maximal 10 PoC-Antigen-Tests je Mitarbeiter im Monat beschaffen und durchführen sowie die Sachkosten dafür abrechnen – nicht aber den Abstrich. Ein Testkonzept ist dafür nicht notwendig.

Sofern Sie kein KVBW-Mitglied sind, ist für die Abrechnung eine vorherige Registrierung als externer Leistungserbringer notwendig.

Das Ministerium für Soziales für Soziales und Integration hat ein Formular für die Testbescheinigung entworfen, das Sie nutzen können (unten zum Download).

Das Ausstellen der Bescheinigung ist nicht gesondert berechnungsfähig.

Fällt das Ergebnis bei einem PoC-Antigen-Schnelltest oder einem Selbsttest positiv aus, sollte der Getestete einen Termin für einen PCR-Labortest vereinbaren und sich mindestens bis das Ergebnis vorliegt, in häusliche Isolation begeben. Das jeweilige Gesundheitsamt ist zu informieren. Erster Ansprechpartner für einen Testtermin ist der Hausarzt. Möglichkeiten für Corona-PCR-Tests finden sich außerdem auf unserer Corona-Karte: http://coronakarte.kvbawue.de/.

Je nachdem, wo der PoC-Antigen-Schnelltest stattgefunden hat, besteht gegebenenfalls auch direkt vor Ort die Möglichkeit, eine weitere Probe zur bestätigenden PCR-Labortestung zu entnehmen und einzusenden. Der positiv Getestete sollte sich auch in diesem Fall unmittelbar in häusliche Isolation begeben, bis das endgültige Ergebnis vorliegt.

Die Kosten werden in beiden Fällen übernommen.

Nein. Es ist nicht geplant, dass Praxen PoC-Testkits über die KVBW beziehen. Die Schnelltests aus den Beständen von Bund und Land werden vorrangig an kommunale Testzentren abgegeben. Praxen beschaffen ihre PoC-Antigen-Schnelltests in Eigenregie über Großhandel und Apotheken und refinanzieren sie über die Sachkostenabrechnung mit uns.

Inzwischen ist die vom Bundesgesundheitsminister angekündigte neue Coronavirus-Testverordnung (TestV) mit den Vorgaben zu den Bürgertests veröffentlicht.

PoC-Schnelltests (je nach Sachverhalt der Abstrich und die Kosten für das Testkit) können entsprechend der Voraussetzungen der Testverordnung und der erweiterten Teststrategie des Landes erbracht und auch bei Nicht-GKV-Versicherten über die KVBW abgerechnet werden.

Der Bestätigungs-PCR-Test nach positivem PoC-Schnelltest ist seit 8. März 2021 ebenfalls vom Anspruch nach Testverordnung umfasst. Die Veranlassung erfolgt somit als über Muster OEGD. Abgerechnet wird unabhängig vom Versichertenstatus über die KV mit dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) als Kostenträger.

Nein. Zwar wird der Zuschlag für die Buchung über die Terminservicestelle (TSS) im Standardformular der Buchungsbestätigung aufgeführt. Die Abrechnung des TSS-Zuschlags ist in diesen Fällen jedoch nicht korrekt, da es sich bei Tests im Zuge der Teststrategie nicht um GKV-Fälle handelt und auch keine Versicherten- / Grundpauschale abgerechnet werden kann.

Der Auftrag für die zusätzliche Varianten-PCR muss von Ihnen als Einsender kommen, wenn Sie einen „normalen“ PCR-Test beauftragen. Eine spezifische Form der Beauftragung gibt es nicht. Bitte klären Sie mit Ihrem Labor, wie Sie die variantenspezifische PCR-Testung konkret beauftragen (z. B. Vermerk „ggf. variantenspezifische Zusatztestung“ auf dem Laborauftrag).

Über das Online-Abrechnungsportal der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg können Sie als Apotheker die Sachkosten der Antigen-Schnelltests (PoC-Tests) in Höhe von bis zu 6 Euro je Testkit sowie die erbrachten Leistungen zu 12 Euro je Abstrich abrechnen, sofern Sie Tests laut Coronavirus-Testverordnung (TestV) durchführen.

Alles was Sie zur Abrechnung über die KVBW wissen müssen und die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie unter TestV Abrechnung Nicht-KV-Mitglieder »

Achtung abweichender Kostenträger: Schnelltests, die Apotheken im Zuge der erweiterten Teststrategie des Landes Baden-Württemberg erbringen, sind nicht über die KV abrechenbar! Für präventive Testungen bei Lehrern und sonstigen Beschäftigten an Schulen, Kitas und in der Kindertagespflege auf Berechtigungs­schein oder als systematische Testungen in Schulen oder Kitas übernimmt das Land die anfallenden Kosten, nicht der Bund. Diese Tests können Sie nicht mit der KV abrechnen.

Jegliche respiratorische Symptomatik, auch ein alleiniger Schnupfen, kann Ausdruck einer SARS-CoV-2-Infektion sein. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sein Testkriterium 5 zuletzt wieder auf sämtliche Patienten mit akuten respiratorischen Beschwerden jeder Schwere erweitert. Im November waren die Prioritäten für SARS-CoV-2-PCR-Tests im RKI-Flussschema wegen Engpässen bei den Testkapazitäten geändert worden. Patienten mit leichterer Symptomatik sollten nur getestet werden, wenn zusätzliche Kriterien erfüllt sind. Das ist nun nicht mehr unbedingt erforderlich. Das zwingende „UND“ ist der weicheren Formulierung „insbesondere bei“ gewichen.

Corona-Test, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • schwere respiratorische Symptome (bspw. durch akute Bronchitis oder Pneumonie, Atemnot oder Fieber) ODER
  • akute Hypo- oder Anosmie bzw. Hypo- oder Ageusie (Störung des Geruchs- und Geschmackssinns) ODER
  • ungeklärte Erkrankungssymptome und Kontakt (KP1) mit einem bestätigten COVID-19-Fall ODER
  • klinische Verschlechterung bei bestehender Symptomatik ODER
  • akute respiratorische Symptome jeder Schwere
    Insbesondere bei:
    • Zugehörigkeit zu Risikogruppe ODER
    • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis, Krankenhaus ODER
    • möglicher Exposition, bspw. Veranstaltungen mit
    • unzureichender Einhaltung der AHA+L-Regeln ODER
    • Kontakt zu Personen mit akuter respiratorischer
    • Erkrankung (im Haushalt oder Cluster ungeklärter Ursache UND 7-Tages-Inzidenz > 35/100.000) ODER
    • erfolgtem Kontakt zu vielen Personen ODER
    • weiterhin (prospektiv) engem Kontakt zu vielen Personen oder Risikopatienten

Sollte eine Person akute respiratorische Symptome haben, wird auch ohne Vorliegen eines Testergebnisses eine häusliche Isolierung empfohlen (für 5 Tage UND mindestens 48 Std. Symptomfreiheit), zusätzlich zu Kontaktreduktion und Einhalten der AHA+L Regeln.

Teststrategie für asymptomatische Personen bleibt

Auf der Grundlage der Corona-Testverordnung (TestV) des BMG können – über die RKI-Empfehlungen hinaus – auch Testungen bei bestimmten asymptomatischen Personen(gruppen) durchgeführt werden: Mehr erfahren ».

Nein. Bei Testungen nach Maßgabe der Coronavirus-Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (TestV) ist prinzipiell kein Raum für eine Privatliquidation. Testungen hiernach sind keine originären vertragsärztlichen Leistungen.

GKV-Versicherte haben nach dieser Verordnung aber einen Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoC-2. Die persönlichen Voraussetzungen für diesen Anspruch sind in dieser Verordnung definiert. 

Zur Erbringung der hier beschriebenen Leistungen sind auch Vertragsarztpraxen berechtigt, aber nicht verpflichtet. Wenn ein Patient Anspruch auf Testung nach der Coronavirus-Testverordnung hat und Sie diese anbieten und vornehmen, ist das Verlangen einer Zusatzvergütung ausgeschlossen, auch wenn die in der Verordnung festgelegte Vergütung für Labordiagnostik, Sachkosten und ärztliche Leistungen als unzulänglich angesehen wird.

Bei beihilfeberechtigten Beschäftigten im öffentlichen Dienst bereiten solche ärztlichen Honorarrechnungen besondere Probleme. Testungen auf das SARS-CoV-2-Virus durch Vertragsärzte im Rahmen der Testverordnung sind über die KVBW abrechenbar nach Maßgabe der in der Testverordnung festgelegten Vergütung. Hier ist wie o.a. kein Raum für eine Privatliquidation. Privatrechnungen bzw. Honorarrechnungen für Testungen werden vermehrt zur Erstattung eingereicht. In solchen Fällen erhalten die getesteten Personen jedoch keine Beihilfeerstattung. 

Personen, bei denen die Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ meldet, haben ausdrücklich einen Anspruch nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV). Die Beauftragung und Abrechnung dieser Tests erfolgt ab 1. Januar 2021 ausschließlich nach der Testverordnung  (GOP 99531) und nicht mehr nach EBM. Die TestV sieht vor, dass Testungen von symptomfreien GKV- und Nicht-GKV-Versicherten grundsätzlich über die KVen abgerechnet werden.

Die GOP 99529 kann für das ärztliche Gespräch in Zusammenhang mit der Feststellung von Kontaktpersonen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ohne anschließenden Abstrich abgerechnet werden.

Die GOP 99529 ist telefonisch erbringbar, aber nicht delegierbar – das Gespräch zur Feststellung der Kontaktperson muss also vom Arzt persönlich geführt werden. Die ICD-Verschlüsselung kann hier mit ICD Z20.8G (Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) angegeben werden.

Ja. Vertragszahnarztpraxen können die Schnelltests bei ihren Beschäftigten selbst durchführen und die reinen Materialkosten (maximal 6 Euro je Test) über die KVBW abrechnen.

Die ärztliche Leistung der Abstrichentnahme bei eigenem Praxispersonal ist nicht abrechenbar.

Alles was Sie zur Abrechnung über die KVBW wissen müssen und die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie unter TestV Abrechnung Nicht-KV-Mitglieder »

Vertragsärzte können Antigen-Schnelltests bzw. PoC-Tests (Point-of-Care-Tests) für Testungen bei asymptomatischen Personen im Zuge der Teststrategie einsetzen und abrechnen. Testanlässe und Voraussetzungen siehe Merkblatt „asymptomatische Testungen“). Wer möchte, kann die vereinfachte Abrechnung per Sammelschein nutzen.

Die Sachkosten für die POC-Antigen-Tests werden in Höhe der Beschaffungskosten (maximal 6 Euro je Test ab April, GOP 88312) erstattet.

Es dürfen nur Antigen-Testverfahren eingesetzt werden, die auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als Schnelltests laut TestV aufgeführt sind.

Die erhöhten Arbeitsschutzanforderungen bei der Weiterverarbeitung des Abstrichs in der eigenen Arztpraxis sind zu beachten. 

Positive Antigen-Schnelltests müssen durch einen PCR-Test bestätigt werden. Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind immer – auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig.

Nicht-KV-Mitglied? 

Um Schnelltests nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) mit der KV abrechnen zu können, ist für Nicht-KV-Mitglieder eine vorherige Registrierung erforderlich. Die Details dazu finden Sie unter www.kvbawue.de/testverordnung.

Vertragsärzte erfassen die Pseudo-GOP 88312 und geben unter dieser Nummer die entstandenen Kosten (max. 6 Euro ab April 2021) im Sachkostenfeld (Feldkennung 5012) an. Fragen hierzu beantwortet Ihr Softwarehaus.

Das Personal in Vertragsarztpraxen kann regelmäßig präventiv getestet werden. Sowohl Antigen-Labortests als auch Antigen-Schnelltests (Point-of-Care-Tests bzw. POC-Tests) sind möglich.

Bei Testung des eigenen Praxispersonals wird der Abstrich nicht vergütet. Dies gilt auch, wenn sich Arztpraxen gegenseitig testen. 

Abrechnung der Kosten für Point-of-Care-Tests (PoC) bei eigenem Praxispersonal im Rahmen eines Testkonzepts der Praxis

Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt auf einem „Pseudo“-Abrechnungsfall für das gesamte Quartal mit folgenden Angaben:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02 

Abgerechnet wird unter dem jeweiligen Datum der Testungen für jeden durchgeführten Test die GOP 88312 (mit entsprechendem Multiplikator), ergänzt um die entstandenen Kosten je Test (in Feld 5012) – jedoch höchstens 6 Euro je Test. Die Auftrags-/Leistungsdokumentation sowie die Rechnung über beschaffte PoC-Tests muss nach TestV bis mindestens Ende 2024 aufbewahrt werden (ohne Bezug zum Getesteten).

Welche Tests erstattungsfähig sind, ist auf einer Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden (www.bfarm.de/antigentests). 

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind – derzeit auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig. Positive PoC-Test-Ergebnisse müssen dann durch einen PCR-Test bestätigt werden.

In der Quartalsabrechnung kann die Testung unter dem Tagesdatum als Sammelrechnung auf einem „Pseudo“-Abrechnungsfall mit folgenden Angaben erfasst werden:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02

Die Abstrichentnahme wird mit der GOP 99531 (mit Multiplikator entsprechend der Zahl der durchgeführten Abstriche) abgerechnet.

Die Sachkosten werden ebenfalls unter dem jeweiligen Datum der Testungen für jeden durchgeführten Test mit der GOP 88312 (mit entsprechendem Multiplikator) abgerechnet, ergänzt um die entstandenen Kosten je Test (in Feld 5012) – jedoch höchstens 6 Euro je Test. Die Auftrags-/Leistungsdokumentation sowie die Rechnung über beschaffte PoC-Tests muss nach TestV bis mindestens Ende 2024 aufbewahrt werden. 

Sofern das Testkonzept einer Klinik einen Coronatest vor der Aufnahme verlangt, die Klinik jedoch selbst keine vorstationären Testungen durchführt, können Sie als niedergelassener Vertragsarzt diesen Abstrich vornehmen, Sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Das heißt: Wer auf Verlangen der Klinik testen will, der darf, wer nicht will oder kann, muss aber nicht. 

Gegebenenfalls ist die Abstrichentnahme mit der GOP 99531 (TestV) abzurechnen (bei POC-Test zuzüglich Sachkosten GOP 88312). 

Zum Hintergrund: Vor einem Krankenhausaufenthalt haben asymptomatische Patienten einen Anspruch auf eine SARS-CoV-2 Testung nach § 4 Abs. 1 Testverordnung (TestV), wenn dies die Klinik im Rahmen ihres einrichtungsbezogenen Testkonzepts (oder der ÖGD) verlangen. Dabei werden gemäß § 26 Abs. 1 KHG Kosten, die den Krankenhäusern für diese Testungen entstehen, mit einem Zusatzentgelt finanziert. Jedoch kann die Klinik nicht zur vorstationären Testung verpflichtet werden. 

Die GOP 32779, 32811 und 32816 belasten den Wirtschaftlichkeitsbonus nicht. Rückwirkend ab 1. Oktober 2020 ist die Kennzeichnung mit der Kennnummer 32006 nicht länger erforderlich.

Laborleistungen nach den Gebührenordnungs­positionen GOP 32779 (SARS-CoV-2-Labor-Antigentest), 32811 (Nukleinsäure­nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App) und 32816 (Nukleinsäure­nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2) bleiben bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Veranlassung von Laborleistungen grundsätzlich unberücksichtigt.

Hinweis: Die Antikörperbestimmung auf SARS-CoV-2 nach GOP 32641 ist nicht von der Ausnahmeregelung umfasst. Daher belastet die SARS-CoV-2- Antikörper­bestimmung nach GOP 32641 die Laborkosten der Praxis.

Die Abrechnung der GOP 99531 erfolgt bei Privatversicherten, bei Personen, die nicht in Deutschland krankenversichert sind und bei Versicherten sonstiger Kostenträger ohne eGK per Ersatzverfahren.

Der zuständige Kostenträger lautet:

Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)
VKNR: 48850, IK: 100048850

Abstriche vor ambulanten Operationen sind im Rahmen eines Testkonzeptes abrechnungsfähig. Lediglich die Koloskopie ist dem ambulanten Operieren zugeordnet, weshalb hier asymptomatische Corona-Testungen vor dem Eingriff möglich sind.

Nein. Seit dem 15. Oktober 2020 sind Besuche lediglich im Zusammenhang mit einer Erkrankung des Patienten abrechnungsfähig.

Das Formular für die Tests nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ist in der Praxis vorzuhalten und wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen. 

Für das Muster OEGD gelten aktuell diese Fassungen:

  • Stand „11.2020“: Diese Fassung können Praxen verwenden, bis Restbestände aufgebraucht sind.
  • Stand „12.2020“ auf Grundlage der Testverordnung vom 1. Dezember 2020.
    Sie enthält nicht mehr das Ankreuzfeld „Risikogebiet Ausland".

Ältere Versionen des Muster OEGD sind ab 1. Januar 2021 nicht mehr gültig.

Ja, sobald eine Person in den genannten Einrichtungen (siehe Merkblatt) untergebracht werden soll, hat diese Person einen Anspruch auf Testung unter der Voraussetzung, dass die Einrichtung im Rahmen ihres Testkonzeptes oder der ÖGD die Testung verlangt.

Vertragsärzte verwenden das Muster OEGD bei der SARS-CoV-2-Testung bei allen asymptomatischen Testungen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).

Eine Corona-Schwerpunktpraxis (CSP) ist eine reguläre Haus- oder Facharztpraxis, die für Infektpatienten und Corona-Verdachtsfälle spezielle Sprechstunden vorhält. In fast allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg sind inzwischen solche Praxen etabliert. Corona-Schwerpunktpraxen finden Sie in unserer Arztsuche

Diese Anlaufstellen untersuchen und behandeln Patienten mit Atemwegsinfektionen, welche von ihren jeweiligen Haus- und Kinderärzten als Verdachtsfälle eingestuft werden, jedoch nicht betreut werden können, beispielsweise weil der Vertragsarzt selbst einer Risikogruppe angehört. Besteht ein Coronaverdacht, gelten deutlich erweiterte Sicherheitsstandards und eine strikte Trennung von den übrigen Patienten der Praxis. Bei Bedarf können die Corona-Schwerpunktpraxen Abstriche durchführen. 

Bitte anrufen, nicht einfach hingehen!

Patienten wenden Sie sich bitte zunächst telefonisch an die jeweilige Corona-Schwerpunktpraxis, um einen Termin zu vereinbaren. So schützen Sie sich und andere. Einige der Corona-Schwerpunktpraxen sind an unsere Terminservicestelle angebunden, sodass Patienten direkt über den Patientenservice 116117 einen Termin in der Corona-Sprechstunde bekommen können.

Registrierung Ihrer Praxis als CSP

Coronakarte für Ärzte, Ämter und Patienten

Nein. Bei einer Unbedenklichkeitserklärung handelt es sich grundsätzlich um eine „Wunschleistung”, welche privat zu liquidieren ist.

Im Zusammenhang mit einer asymptomatischen Testung ist die Ausstellung eines Zeugnisses über das Ergebnis der Testung von der abstrichnehmenden Stelle grundsätzlich beinhaltet. (Hinweis: Ein Laborbefund ist als ärztliches Zeugnis zu werten.)

Das Sozialministerium und das Landesgesundheitsamt haben Empfehlungen zum Umgang mit Erkältungs- und Krankheitssymptomen bei Kindern und Jugendlichen herausgegeben (unten zum Download). Demnach ist nach einem überstandenen Infekt kein negativer Virusnachweis und auch kein ärztliches Attest notwendig. Die Bestätigung der ärztlichen Aussage durch eine erziehungsberechtigte Person ist in der Regel ausreichend. Dazu kann die Muster-Bescheinigung verwendet werden, die die Eltern selbst ausfüllen können (Bestandteil der LGA-Handreichung).

Bitte überzeugen Sie sich vom Warnhinweis der Corona-App und vermerken Sie dies in der Patientendokumentation.

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) kann Vertragsärzte sowohl telefonisch als auch per Fax oder E-Mail beauftragen. Bei telefonischer Beauftragung durch das Gesundheitsamt empfehlen wir den Inhalt der Beauftragung in einer Telefonnotiz festzuhalten.

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50 – 60 Jahren; 86 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])
  • Männliches Geschlecht
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • adipöse (BMI>30) und stark adipöse (BMI>35) Menschen
  • Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21)
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, ohne Rangfolge:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
    • chronische Nieren- und Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z. B. Cortison)

Quelle: SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) des RKI

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt ein Merkblatt für ältere und chronisch kranke Menschen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung, das sich als Aushang im Wartezimmer oder zur Information Ihrer Patienten eignet.

Merkblatt für chronisch kranke Menschen der BZgA

Ja. Der Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 ist ab 8. Mai 2020 unter bestimmten Voraussetzungen GKV-Leistung. 

Es stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörpernachweise zur Verfügung. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Verlanlasser und Laborarzt kennzeichnen solche Tests mit der Ziffer 88240, sodass alle Leistungen extrabudgetär honoriert werden. Der Antikörpertest selbst ist als „Ähnliche Untersuchung“ mit der GOP 32641 abrechenbar.

(siehe News-Meldung SARS-CoV-2: Antikörpertest als GKV-Leistung).

Eine Pflicht, sich zu testen zu lassen, gibt es nicht. Deshalb ist vor einer Testung eine Einwilligung der zu testenden Person einzuholen. Sie klären darüber auf, wie der Test abläuft, und was mit der Probe passiert. 

Bei Patienten, die nicht zu Ihrem Patientenstamm gehören, ist darüber hinaus eine Information über die Datenweitergabe erforderlich. 

Einwilligung – Corona-Test bei asymptomatischen Personen 

So gehen Sie vor:

  1. mündlich aufklären und Einwilligung zum Test einholen
  2. über die damit verbundene Datenverarbeitung informieren (Datenschutz-Information siehe unten zur Verfügung stellen)
  3. Einwilligung zur Datenverarbeitung einholen:
    1. schriftlich (z. B. unsere Mustervorlage siehe unten unterschreiben lassen und aufbewahren) oder
    2. mündlich und dann die Zustimmung in Ihren Unterlagen dokumentieren

Informationsblatt & Einwilligungserklärung Datenschutz

Wenn ein Patient anruft, klären Sie zunächst die entsprechende Symptomatik (respiratorischen Infekt).

Abfrage der Symptome & Risikogruppe:

  • Hat der Patient Husten, Fieber, Kurzatmigkeit?
  • Hatte er in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem COVID-19-Kranken?
  • Ist er in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig?
  • Gehört er einer Risikogruppe (Alter, Vorerkrankungen) an?
  • Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn
  • klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung

Gegebenenfalls sollte die Praxis den Patienten bitten, zunächst zu Hause zu bleiben und möglichst keine persönlichen Kontakte zu anderen herzustellen. Die Praxis wendet sich bei einem begründeten Verdachtsfall an das zuständige Gesundheitsamt, das über die weitere Vorgehensweise entscheidet. Ist der Patient jedoch soweit erkrankt, dass er nicht zu Hause bleiben kann, bitte entsprechend den Rettungsdienst/Krankentransport mit dem Hinweis auf den Verdacht der Infektion informieren und den Patienten ins Krankenhaus transportieren lassen. Bitte dieses vorab informieren. In Abhängigkeit der Symptome und nach Absprache mit der Leitstelle wird das zuständige Krankenhaus angefahren.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Wenn Ihnen die Versorgung dieses spezifischen Patientenklientels nicht möglich ist, bieten sich dafür Corona-Schwerpunktpraxen (CSP) oder auch Abstrichstellen/Fieberambulanzen an, die inzwischen überall in Baden-Württemberg etabliert sind. Standorte für Corona-Tests finden Sie unter http://coronakarte.kvbawue.de/.

Grundsätzlich sind Vertragsärzte im Rahmen der Sicherstellung dazu verpflichtet, Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19-Infektion zu untersuchen. Die niedergelassene Ärzteschaft ist hier gefordert, Infektions- und Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Uns ist die außergewöhnliche Belastung, die aktuell auf Sie persönlich und Ihre Praxis zukommt, bewusst. Wir zählen darauf, dass Sie Ihre Patienten in dieser Situation vorbildlich wie gewohnt versorgen.

Hausärzte steuern in Fieber-Ambulanzen und Schwerpunktpraxen

Falls es für Sie aus gesundheitlichen Gründen ein Risiko darstellt, COVID-19-Patienten oder Verdachtsfälle zu behandeln, dann versuchen Sie bitte, interkollegial die Versorgung oder den Abstrich trotzdem sicherzustellen. Unsere COVID-Schwerpunktpraxen und die Fieberambulanzen sind in solchen Fällen die richtige Anlaufstelle.

Für Informationen zu den ambulanten Corona-Versorgungs- und Testeinrichtungen in Baden-Württemberg nutzen Sie bitte unsere Karte mit Adressen und Rufnummern: http://coronakarte.kvbawue.de/.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Patient ohne Symptome

Im Zuge der Teststrategie von Bund und Land sollen – über die RKI-Empfehlungen hinaus – asymptomatische Personen getestet werden, um einen erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen zu vermeiden. Diese Testungen sind für niedergelassene Ärzte freiwillig.

Patient zeigt Symptome

Wenn ein Patient Symptome zeigt, so gelten die Kriterien zur Verdachtsabklärung laut RKI. In den dort genannten Fällen ist eine Testung des Patienten angezeigt. Wenn eine ambulante Behandlung möglich erscheint (also bei entsprechend milder Ausprägung der Symptome und wenn keine sonstigen Umstände vorliegen, die eine stationäre Behandlung notwendig erscheinen lassen), ist der Vertragsarzt verpflichtet, diese Diagnostik als GKV-Leistung zu erbringen.

Für Informationen zu den ambulanten Corona-Versorgungs- und Testeinrichtungen in Baden-Württemberg für Corona-Verdachtsfälle rufen Sie unsere Corona-Karte mit Adressen und Rufnummern auf: http://coronakarte.kvbawue.de/.

Die kostenlosen Bürgertestungen mit Schnelltests sind dort nicht abgebildet. Um anlasslose präventive Tests auf das Coronavirus ortsnah zu ermöglichen, organisieren die Kommunen Schnelltestzentren. In der Regel informieren die jeweiligen Kreise auf ihrer Homepage über die Abläufe für die Bürgertests. Die meisten Gesundheitsämter haben Corona-Hotlines eingerichtet. Unser Praxisservice hat für Sie eine Linkliste zusammengestellt.

Kontaktdaten der Gesundheitsämter der Landkreise

Direktkontakt

Praxisservice
0711 7875-3300
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Ja. Eine stationäre Einweisung ist nicht bei allen bestätigten Fällen empfohlen. Bitte halten Sie den Kliniken den Rücken frei, indem Sie ambulant beherrschbare Fälle unbedingt ambulant behandeln! Stationär nur für schwere Fälle bzw. sehr gefährdete Patienten.

Ja, denn die Weitergabe dieser Daten erfolgt auf rechtmäßiger Grundlage. Die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bleibt vom Inkrafttreten der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) unberührt. Gemeldet werden müssen und sollen jedoch nur Fälle, die der Falldefinition des Robert Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

Die rechtliche Befugnis ergibt sich aus dem Infektionsschutzgesetz: § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des IfSG.

Behandelnde Ärzte sind verpflichtet, alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) namentlich dem für den Aufenthaltsort des Patienten zuständigen Gesundheitsamt zu melden (gemäß Infektionsschutzgesetz, IfSG). 

Der Verdacht auf COVID-19 ist begründet, wenn bei Personen mindestens eine der beiden folgenden Konstellationen vorliegt:

  • Personen mit jeglichen mit COVID-19 vereinbaren Symptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19
  • Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflege- oder Altenheim, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, auch ohne Vorliegen eines Erregernachweises.

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (siehe RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Veranlasst der Arzt einen PCR-Test oder einen Antikörpertest bei einem Labor, ergeben sich dadurch weitere Meldepflichten. Auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden.

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle – je Behandlungstag – mit der Ziffer 88240 (Pseudo-GOP) zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Letzte Aktualisierung: 15.04.2021