Diagnostik und Testungen auf SARS-CoV-2

Mit Corona-Verdachtsfällen umgehen

Um eine Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV-2 und der Lungenkrankheit COVID-19 in Deutschland einzudämmen und Infektionsketten zu unterbrechen, müssen Infektions- und Verdachtsfälle früh erkannt, isoliert und Hygiene­maßnahmen konsequent eingehalten werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei Ihnen als niedergelassene Ärzte zu. Informieren Sie sich kontinuierlich zu aktuellen Entwicklungen und beachten Sie die Hinweise des RKI: COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2).

Teststrategie in der Gesamtschau

Seit 2. Dezember gilt die neue Coronavirus-Testverordnung (TestV) des BMG. Am 3. November hat das RKI sein Flussschema angepasst, das zeigt, was bei Verdachtsfällen zu tun ist. Wie die beiden in der nationalen Teststrategie zusammenspielen, verdeutlicht unser Schaubild Corona-Tests in der Praxis. Corona-Tests bei Patienten, die COVID-19-Symptome zeigen, fallen unter die Krankenbehandlung laut EBM (RKI-Testkriterien). Der Testanspruch bei Personen ohne Symptome begründet sich in der TestV. Die Abrechnungsmodalitäten finden Sie in der Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!

Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: GOP 02402
Labor-GOP 32816 etc.

Nationale Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung – TestV)
  • Kontaktperson (inkl. App)
  • Schule, Pflegeheim etc.
    • Ausbruch
    • Infektionsverhütung
  • Reha, Heimaufnahme
  • ambulante OP

Abstrich: GOP 99531

Antigen-Schnelltest (PoC-Test):
GOP 88312 mit Euro-Betrag
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.

Land Baden-Württemberg Teststrategie
Lehrer & Personal Schule, Kita etc.

Abstrich: GOP 99533
Aufwand: GOP 99539

Antigen-Schnelltest (PoC-Test):
GOP 99530
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.

Übersicht Testszenarien: Kurativ und asymptomatisch

Corona-Tests: Anlaufstellen in Baden-Württemberg

Überall in Baden-Württemberg sind Corona-Schwerpunktpraxen (CSP)Abstrichstellen und Ambulanzen etabliert. Standorte für Corona-Tests finden Sie auf unserer

Haus- und Kinderärzte sind die ersten Ansprech­partner ihrer Patienten und koordinieren die Versorgung auch bei COVID-19. Bitte schicken Sie niemanden ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhaus­ambu­lan­zen, Notfallpraxen, Abstrich­stellen oder Gesundheits­ämter!

  • Sie möchten selbst Corona-Schwerpunktpraxis werden und damit einen wichtigen Beitrag zur ambulanten Versorgung in Pandemie­zeiten leisten? Jetzt als Schwerpunktpraxis registrieren »

Zu unterscheiden ist zwischen verschiedenen Testszenarien. Je nach Szenario folgt die Abrechnung verschiedenen Wegen. Unterschiede gibt es auch beim Laborauftrag, Kodierung und Meldepflichten.

Wann besteht ein begründeter Verdacht?

Kurative Tests

Wendet sich eine Person mit Krankheitssymptomen, die auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen, an die Praxis, entscheidet der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI-Flussschema), ob er einen Abstrich macht. Wann bei Patienten ein begründeter Verdacht besteht und eine Laboruntersuchung auf das Coronavirus SARS-CoV-2 angezeigt ist, zeigen die Falldefinition sowie die Nationale Teststrategie des RKI als Orientierungshilfe.

Wer wird ohne Symptome getestet?

Asymptomatische Tests

Eine Person, die über die Corona-Warn-App die Information erhält, dass sie Kontakt zu einem Infizierten hatte, kann sich an eine Vertragsarztpraxis wenden. Tests bei symptomfreien Personen mit Warnung durch die Corona-App werden ab 1. Januar 2021 ausschließlich nach der TestV abgerechnet. Eine Abrechnung nach EBM ist dann nicht mehr möglich. 

Coronavirus-Testverordnung des BMG (Nationale Teststrategie)

Durch die Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sind Tests bei asymptomatischen Personen im Zusammenhang mit folgenden Testszenarien möglich:

  • Kontaktpersonen einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person (inkl. Warn-App)
  • Ausbruchsgeschehen in z. B. Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
  • Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen
    • vor Aufnahme in eine Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
    • vor ambulanter Operation

Tests vor und nach Reisen

Corona-Tests vor Reiseantritt sind als Wunschleistung privat zu zahlen. Für Reiserückkehrer und Einreisende aus Risikogebieten im Ausland gilt eine Testpflicht. Seit 16. Dezember 2020 müsse die Kosten für sämtliche Corona-Tests im Zusammenhang mit Reisen von den Betroffenen selbst getragen werden.

Mehr erfahren »

Meldepflicht ans Gesundheitsamt

Melden Sie unverzüglich alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammen­hang mit SARS-CoV-2: Mehr dazu unter Meldepflicht & Gesundheits­amt.

Ambulantes Management bei leichten COVID-19-Erkrankungen

COVID-19-Verdachtsfälle und Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können laut RKI-Empfehlung in häuslicher Isolation ambulant versorgt werden:

So gehen Sie in der Praxis vor: KBV-Praxisinformation

Die Praxisinformation der KBV erläutert das konkrete Vorgehen in der Praxis bei Verdachtsfällen. Die Übersicht zeigt die einzuhaltenden Schritte für zwei Szenarien auf – wenn Patienten mit Verdacht sich telefonisch bei Ihnen melden oder wenn Patienten ohne Anmeldung in Ihre Praxis kommen.

Bestellen Sie Patienten, die sich bei Ihnen telefonisch mit Verdacht auf eine Infektion melden, möglichst nach Ende der regulären Sprechstunde ein, damit sie nicht mit anderen Patienten – insbesondere chronisch Kranken – in Kontakt kommen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Nein. Falls Sie sich und Ihre Beschäftigten regelmäßig (maximal einmal wöchentlich) testen lassen möchten, wenden Sie sich grundsätzlich bitte an eine Arztpraxis, welche den Test für Sie durchführt/beauftragt (Antigen-PoC-Schnelltest, oder Antigen-Labortest). Die Arztpraxis bekommt in diesem Fall ärztliche Leistung und Sachkosten nach TestV über die KV vergütet.

Mit der am 16. Januar 2021 in Kraft getretenen Änderung der Coronavirus-Testverordnung (TestV) besteht für Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe keine Möglichkeit mehr, im Auftrag des ÖGD die Tests fürs eigene Praxispersonal selbst durchzuführen.

Anders als Ärzte und Zahnärzte dürfen Praxen anderer medizinischer Heilberufe (z. B. nicht-ärztliche Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie) die Testungen für ihr Praxispersonal nicht selbst durchführen und daher auch nicht über die KV abrechnen.

Falls Sie sich und Ihre Beschäftigten im Zuge eines Testkonzepts regelmäßig testen lassen möchten, können Sie sich an eine Vertragsarztpraxis wenden, die den Test für Sie durchführt (Antigen-PoC-Schnelltest) oder bei einem Labor veranlasst (Antigen-Labortest). Die Arztpraxis bekommt in diesem Fall ärztliche Leistung und Sachkosten nach TestV über die KV vergütet.

Mit der am 16. Januar 2021 in Kraft getretenen Änderung der Coronavirus-Testverordnung (TestV) besteht für Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe keine Möglichkeit mehr, im Auftrag des ÖGD die Tests fürs eigene Praxispersonal selbst durchzuführen.

Nein. Nach der Teststrategie der Landesregierung für Schulen und Kindertageseinrichtungen können sich symptomfreie Lehrer, Erzieher sowie das weitere Personal an Schulen, Kindertagesstätten und der Kindertagespflege auf das Vorliegen einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus testen lassen. Die Testung erfolgt durch Vertragsärzte, die diese mit der GOP 99533 über die KV Baden-Württemberg abrechnen. Corona-Tests, die Ärzte ohne Kassenzulassung durchführen, können nicht durch das Land vergütet werden.

Bei Testungen nach Maßgabe der Teststrategie des Landes Baden-Württemberg ist prinzipiell kein Raum für eine Privatliquidation. Über die Schule oder die Kindertageseinrichtung erhalten die Berechtigten ein aktuelles Formular, das dreimalig zur Durchführung der Testung berechtigt. Wenn Sie die Testung danach anbieten und durchführen, ist eine Privatliquidation ausgeschlossen, selbst wenn die angebotene Vergütung als unzulänglich angesehen wird.

In diesem Fall ist der Coronatest eine Selbstzahlerleistung.

Zwar sehen die Coronavirus-TestV bzw. die Landesverordnung vor, dass Pflegeheime und Kliniken selbst kostenlose Schnelltests für Besucher anbieten müssen, in der Praxis sind die Heime und Kliniken allerdings häufig überlastet. Wollen sich die Besucher deswegen in einer Arztpraxis testen lassen, ist keine Abrechnung nach Coronavirus-TestV möglich.

Seit dem 16. Dezember 2020 gibt es keinen Anspruch auf kostenlose Testungen für Reiserückkehrer und Einreisende aus Risikogebieten mehr. Reisende müssen die Testkosten für Corona-Tests vor und nach Auslandsaufenthalten selbst übernehmen.

Bei Einreise aus einem Risikogebiet besteht laut aktueller Corona-Verordnung Einreise-Quarantäne des Landes Baden-Württemberg weiterhin grundsätzlich eine zehntägige Quarantänepflicht, die frühestens mit einem ab dem fünften Tag der Quarantäne erhobenen negativen Testergebnis beendet werden kann (bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet ist keine Verkürzung der Quarantänedauer möglich). Künftig gilt zusätzlich eine Testpflicht bei Einreise. Der Testpflicht kann durch eine Testung binnen 48 Stunden vor Anreise oder durch eine Testung unmittelbar nach Einreise nachgekommen werden. Ausnahme: Die Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet oder aus Hochinzidenzgebiet ist nur mit negativem Testergebnis möglich. Die Kosten dafür sind vom Einreisenden zu tragen.

Nein. Bei Testungen nach Maßgabe der Coronavirus-Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (TestV) ist prinzipiell kein Raum für eine Privatliquidation. Testungen hiernach sind keine originären vertragsärztlichen Leistungen.

GKV-Versicherte haben nach dieser Verordnung aber einen Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoC-2. Die persönlichen Voraussetzungen für diesen Anspruch sind in dieser Verordnung definiert. 

Zur Erbringung der hier beschriebenen Leistungen sind auch Vertragsarztpraxen berechtigt, aber nicht verpflichtet. Wenn ein Patient Anspruch auf Testung nach der Coronavirus-Testverordnung hat und Sie diese anbieten und vornehmen, ist das Verlangen einer Zusatzvergütung ausgeschlossen, auch wenn die in der Verordnung festgelegte Vergütung für Labordiagnostik, Sachkosten und ärztliche Leistungen als unzulänglich angesehen wird.

Bei beihilfeberechtigten Beschäftigten im öffentlichen Dienst bereiten solche ärztlichen Honorarrechnungen besondere Probleme. Testungen auf das SARS-CoV-2-Virus durch Vertragsärzte im Rahmen der Testverordnung sind über die KVBW abrechenbar nach Maßgabe der in der Testverordnung festgelegten Vergütung. Hier ist wie o.a. kein Raum für eine Privatliquidation. Privatrechnungen bzw. Honorarrechnungen für Testungen werden vermehrt zur Erstattung eingereicht. In solchen Fällen erhalten die getesteten Personen jedoch keine Beihilfeerstattung. 

Personen, bei denen die Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ meldet, haben ausdrücklich einen Anspruch nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV). Die Beauftragung und Abrechnung dieser Tests erfolgt ab 1. Januar 2021 ausschließlich nach der Testverordnung  (GOP 99531) und nicht mehr nach EBM. Die TestV sieht vor, dass Testungen von symptomfreien GKV- und Nicht-GKV-Versicherten grundsätzlich über die KVen abgerechnet werden.

Ab 16. Dezember werden die Testkosten für Einreisende aus Risikoländern nicht mehr übernommen. Corona-Tests vor und nach Reisen sind damit als Wunschleistung privat zu zahlen.

Die Abstrichentnahme ist mit der GOP 99531 abzurechnen bei:

  • Kontaktpersonen 
  • Personen vor ambulanter OP
  • Personen vor Aufnahme in:
    • Krankenhaus
    • Pflegeheim
    • Rehaeinrichtung
  • Praxispersonal anderer medizinischer Heilberufe, z. B. Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie
  • nach Ausbrüchen in Einrichtungen auf Verlangen des ÖGD

Die Abstrichentnahme ist mit der GOP 99533 abzurechnen bei:

  • Lehrern, Personal in Schule, Kita und Tagespflege 

Die Abstrichentnahme ist nicht abrechenbar bei:

  • Praxispersonal Ihrer eigenen Praxis
  • Personal in Einrichtungen, die laut TestV selbst testen dürfen (z. B. (Zahn-)Arztpraxen,  Krankenhäuser, Pflegeheime, Rehaeinrichtungen)

Die Sachkosten für den PoC-Antigen-Schnelltest werden mit der GOP 88312 unter Erfassung der tatsächlichen Kosten (max. 9 Euro je Test) abgerechnet. Ausnahme: Bei Lehrern, Personal in Schule, Kita Tagespflege sind die Sachkosten mit der GOP 99530 (14,20 Euro) abzurechnen.

Die GOP 99529 kann für das ärztliche Gespräch in Zusammenhang mit der Feststellung von Kontaktpersonen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ohne anschließenden Abstrich abgerechnet werden.

Die GOP 99529 ist telefonisch erbringbar, aber nicht delegierbar – das Gespräch zur Feststellung der Kontaktperson muss also vom Arzt persönlich geführt werden. Die ICD-Verschlüsselung kann hier mit ICD Z20.8G (Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) angegeben werden.

Ja. Vertragszahnarztpraxen können die Schnelltests bei ihren Beschäftigten selbst durchführen und die reinen Materialkosten (maximal 9 Euro je Test) über die KVBW abrechnen.

Die ärztliche Leistung der Abstrichentnahme bei eigenem Praxispersonal ist nicht abrechenbar.

Alles was Sie zur Abrechnung über die KVBW wissen müssen und die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie unter TestV Abrechnung Nicht-KV-Mitglieder »

Nein. Mit der neuen Coronavirus-Testverordnung vom 2. Dezember das Bundesministerium für Gesundheit die Erstattung auf maximal 9 Euro für den PoC-Antigen-Test festgelegt. Die KV hat auf die Preisfindung keinen Einfluss.

Die Entsorgung der Schnelltests erfolgt nach Vorgabe der Bund/Länder-Arbeits­gemein­schaft Abfall als infektiöser Abfall. Alle Bestandteile, die mit Probematerial in Berührung gekommen sind, werden auf diese Weise entsorgt. Dabei ist es unerheblich, ob das Testergebnis positiv oder negativ ausgefallen ist.

In der Regel geschieht die Entsorgung in festen Kunststoffboxen, ähnlich denen für spitze und scharfe Gegenstände. Diese müssen vor der Abholung irreversibel verschlossen und mit dem Biohazard-Symbol sowie dem Abfallschlüssel-Nr. 180103 versehen werden. Zu Fragen über Beschaffung, Kennzeichnung sowie Abholung der Kunststoffboxen nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem Abfallentsorgungsunternehmen auf. 

Die Bestandteile der Persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzkittel, MNS, Handschuhe etc.) und nur geringgradig kontaminierte „nicht tropfende” Materialien (z. B. Taschentücher) können über den normalen Hausmüll entsorgt werden.

Hinweis: Es dürfen ausschließlich Antigen-Test verwendet werden, die auf der Liste des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ausgewiesen sind.

Vertragsärzte können Antigen-Schnelltests bzw. PoC-Tests (Point-of-Care-Tests) für asymptomatische Testungen im Zuge der Teststrategie einsetzen und abrechnen. (Testanlässe und Voraussetzungen siehe Merkblatt „asymptomatische Testungen“); das umfasst auch Tests bei Ihrem eigenen Praxispersonal (siehe Stimmt es, dass ich jetzt Schnelltests einsetzen kann, um mein Praxispersonal vorsorglich zu testen?) Eine Abstimmung mit dem ÖGD ist nicht erforderlich, allerdings muss die jeweilige Einrichtung die Testung ihres Personals im Rahmen eines festgelegten Testkonzeptes verlangen.

Die Sachkosten für die POC-Antigen-Tests werden in Höhe der Beschaffungskosten (maximal 9 Euro je Test, GOP 88312) erstattet. Es dürfen nur Antigen-Testverfahren eingesetzt werden, die auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgeführt sind.

Die erhöhten Arbeitsschutzanforderungen bei der Weiterverarbeitung des Abstrichs in der eigenen Arztpraxis sind zu beachten. 

Positive Antigen-Schnelltests müssen durch einen PCR-Test bestätigt werden. Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind immer – auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig.

Hinweis: Die GOP 32779 ist Antigen-Labortests bei symptomatischen Patienten vorbehalten und kann ausschließlich von Laborärzten und Mikrobiologen abgerechnet werden. Schnelltests (sogenannte Point-of-Care-Tests POCT) sind nicht über die GOP 32779 berechnungsfähig.

Vertragsärzte erfassen die Pseudo-GOP 88312 und geben unter dieser Nummer die entstandenen Kosten (max. 9 Euro) im Sachkostenfeld (Feldkennung 5012) an. Fragen hierzu beantwortet Ihr Softwarehaus.

Nein. Die nationale Teststrategie umfasst weiterhin symptomfreie Kontakt­personen. In einem solchen Fall ist der Test zwar nicht kurativ nach EBM abrechenbar, Sie können ihn jedoch auf dem Boden der Testverordnung (TestV) über die GOP 99531 erbringen und abrechnen. Angesichts knapper Kapazitäten für den empfohlenen PCR-Test ist hier auch ein Antigen-Labortest oder Antigen-Schnelltest (PoC-Test) möglich (PoC-Test): GOP 88312 und Euro-Betrag für die Sachkosten, max. 9 Euro).

Kontaktpersonen im Sinne § 2 der Testverordnung (TestV) sind:

  • Personen, die mindestens 15 Minuten engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten, 
  • Personen, die mit einer infizierten Person in demselben Haushalt leben oder gelebt haben, 
  • Personen, die sich in räumlicher Nähe (insbesondere bei Feiern, gemeinsamem Singen oder Sport in Innenräumen) zu einer infizierten Person aufgehalten haben, 
  • Personen, die sich in über 30 Minuten in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation zu einer infizierten Person aufgehalten haben (z. B. Schulklasse, Gruppenveranstaltungen), 
  • Personen im Betreuungs-/Pflegekontext

(jeweils bezogen auf die vergangenen zehn Tage)

Vertragsärzte können selbst feststellen, wer die Kontaktpersonen ihrer eigenen COVID-19-Patienten sind, und diese ebenfalls testen.

Das Personal in Vertragsarztpraxen kann regelmäßig präventiv getestet werden. Sowohl Antigen-Labortests als auch Antigen-Schnelltests (Point-of-Care-Tests bzw. POC-Tests) sind möglich. Eine Abstimmung mit dem ÖGD/Sozialministerium ist laut Corona-Testverordnung (TestV) nicht erforderlich, wenn Sie Coronatests bei Mitarbeitern Ihrer eigenen Praxis durchführen möchten.

Bei Testung des eigenen Praxispersonals wird der Abstrich nicht vergütet. Dies gilt auch, wenn sich Arztpraxen gegenseitig testen. 

Abrechnung der Kosten für Point-of-Care-Tests (PoC) bei eigenem Praxispersonal im Rahmen eines Testkonzepts der Praxis

Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt auf einem „Pseudo“-Abrechnungsfall für das gesamte Quartal mit folgenden Angaben:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02 

Abgerechnet wird unter dem jeweiligen Datum der Testungen für jeden durchgeführten Test die GOP 88312 (mit entsprechendem Multiplikator), ergänzt um die entstandenen Kosten (in Feld 5012) – jedoch höchstens 9 Euro je Test. Die Rechnung über beschaffte PoC-Tests muss nach TestV bis mindestens Ende 2024 aufbewahrt werden. Eine patientenbezogene Dokumentation ist erforderlich.

Welche Tests erstattungsfähig sind, ist auf einer Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden (www.bfarm.de/antigentests). 

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind – derzeit auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig. Positive PoC-Test-Ergebnisse müssen dann durch einen PCR-Test bestätigt werden.

In der Quartalsabrechnung kann die Testung unter dem Tagesdatum als Sammelrechnung auf einem „Pseudo“-Abrechnungsfall mit folgenden Angaben erfasst werden:

Scheinuntergruppe: 00
Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), VKNR: 48850, IK: 100048850
Nachname: Testung
Vorname: Corona
Geburtsdatum: 01.01.2020
Anschrift: Albstadtweg 11; 70567 Stuttgart
Kodierung: ICD Z02

Die Abstrichentnahme wird mit der GOP 99531 (mit Multiplikator entsprechend der Zahl der durchgeführten Abstriche) abgerechnet.

Die Sachkosten werden ebenfalls unter dem jeweiligen Datum der Testungen für jeden durchgeführten Test mit der GOP 88312 (mit entsprechendem Multiplikator) abgerechnet, ergänzt um die entstandenen Kosten (in Feld 5012) – jedoch höchstens 9 Euro je Test. Die Rechnung über beschaffte PoC-Tests muss nach TestV bis mindestens Ende 2024 aufbewahrt werden. Eine patientenbezogene Dokumentation ist erforderlich.

Sofern das Testkonzept einer Klinik einen Coronatest vor der Aufnahme verlangt, die Klinik jedoch selbst keine vorstationären Testungen durchführt, können Sie als niedergelassener Vertragsarzt diesen Abstrich vornehmen, Sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Das heißt: Wer auf Verlangen der Klinik testen will, der darf, wer nicht will oder kann, muss aber nicht. 

Gegebenenfalls ist die Abstrichentnahme mit der GOP 99531 (TestV) abzurechnen (bei POC-Test zuzüglich Sachkosten GOP 88312). 

Zum Hintergrund: Vor einem Krankenhausaufenthalt haben asymptomatische Patienten einen Anspruch auf eine SARS-CoV-2 Testung nach § 4 Abs. 1 Testverordnung (TestV), wenn dies die Klinik im Rahmen ihres einrichtungsbezogenen Testkonzepts (oder der ÖGD) verlangen. Dabei werden gemäß § 26 Abs. 1 KHG Kosten, die den Krankenhäusern für diese Testungen entstehen, mit einem Zusatzentgelt finanziert. Jedoch kann die Klinik nicht zur vorstationären Testung verpflichtet werden. 

Positive Antigen-Tests müssen mittels Nukleinsäurenachweis (PCR) bestätigt werden. Der Kontrollabstrich nach einem positiven PoC-Schnelltest wird mit der kurativen GOP 02402 EBM und ggf. Zuschlag GOP 02403 EBM (nicht neben Versicherten-/Grundpauschale) abgerechnet. Da hier ein Corona-Verdacht vorliegt, ist die Kennzeichnung 88240 je Behandlungstag anzugeben.

Bei einem positiven Antigen-Labortest wird der Bestätigungs-PCR-Test aus demselben Abstrichmaterial nach TestV abgerechnet (CSV-Abrechnung). 

Die GOP 32779, 32811 und 32816 belasten den Wirtschaftlichkeitsbonus nicht. Rückwirkend ab 1. Oktober 2020 ist die Kennzeichnung mit der Kennnummer 32006 nicht länger erforderlich.

Laborleistungen nach den Gebührenordnungs­positionen GOP 32779 (SARS-CoV-2-Labor-Antigentest), 32811 (Nukleinsäure­nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App) und 32816 (Nukleinsäure­nachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2) bleiben bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Veranlassung von Laborleistungen grundsätzlich unberücksichtigt.

Hinweis: Die Antikörperbestimmung auf SARS-CoV-2 nach GOP 32641 ist nicht von der Ausnahmeregelung umfasst. Daher belastet die SARS-CoV-2- Antikörper­bestimmung nach GOP 32641 die Laborkosten der Praxis.

Nein. Wenn Sie Patienten vor einer ambulanten Operation präventiv testen möchten, ist es nicht erforderlich, Ihr Testkonzept mit dem ÖGD (in Baden-Württemberg: Sozialministerium) abzustimmen.

Ja, wenn Sie die PoC-Schnelltests für die Beschäftigten in der Einrichtung selbst durchführen, ist das Testkonzept abstimmungspflichtig. 

In Baden-Württemberg ist das Sozialministerium zuständig für die Genehmigung von Testkonzepten (nicht das Gesundheitsamt!). Informationen zum Antragsverfahren für Antigen-Tests finden Sie auf der Homepage des Sozialministeriums (Link unten). Dort ist auch ein Muster-Testkonzept veröffentlicht.

Die Abrechnung der GOP 99531 erfolgt bei Privatversicherten, bei Personen, die nicht in Deutschland krankenversichert sind und bei Versicherten sonstiger Kostenträger ohne eGK per Ersatzverfahren.

Der zuständige Kostenträger lautet:

Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)
VKNR: 48850, IK: 100048850

Nein. Das Robert Koch-Institut hat die Prioritäten für SARS-CoV-2-PCR-Tests wegen Engpässen bei den Testkapazitäten geändert. Das bedeutet, dass nun nicht mehr jeder Patient mit Erkältungssymptomen getestet wird. Der Fokus liegt auf Patienten mit schwerer oder sich verschlechternder respiratorischer Symptomatik. Sie sollen ebenso getestet werden wie Patienten mit Geruchs- und Geschmacksstörungen sowie Infekt-Patienten mit Kontakt zu einem bestätigten Fall.

Patienten mit leichterer Symptomatik wie Schnupfen oder Halsschmerzen sollen dagegen nur getestet werden, wenn zusätzliche Kriterien erfüllt sind. Dazu zählen Personen, die zu einer Risikogruppe gehören oder in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig sind. Ein zusätzliches Kriterium ist der Kontakt zu vielen Menschen oder zu Risikogruppen.

Corona-Test, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • schwere respiratorische Symptome (bspw. durch akute Bronchitis oder Pneumonie, Atemnot oder Fieber)
  • akute Hypo- oder Anosmie bzw. Hypo- oder Ageusie (Störung des Geruchs- und Geschmackssinns)
  • ungeklärte Erkrankungssymptome und Kontakt (KP1) mit einem bestätigten COVID-19-Fall
  • akute respiratorische Symptome jeder Schwere UND
    • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe
      ODER
    • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis, Krankenhaus
      ODER
      erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit, bspw. im Rahmen eines Ausbruchs, bei Veranstaltungen mit > 10 Personen in geschlossenen und unzureichend durchlüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln
      ODER
    • Kontakt im Haushalt oder zu einem Cluster von Personen mit akuter ARE ungeklärter Ursache UND eine erhöhte COVID-19 7-Tages-Inzidenz (> 35/100.000 Einwohner) im Landkreis
      ODER
      während des Zeitraums der Symptomatik bestand die Möglichkeit (Expositionssetting) einer Weiterverbreitung an viele weitere Personen
      ODER
      weiterhin enger Kontakt zu vielen Menschen (z. B. Lehrer) oder zu vulnerablen Gruppen/Risikopatienten (in Familie, Haushalt, Tätigkeit)
  • klinische Verschlechterung bei bestehender Symptomatik

Sollte eine Person akute respiratorische Symptome haben, die SARS-CoV-2- Testkriterien jedoch nicht erfüllen, wird eine häusliche Isolierung für 5 Tage UND zusätzlich 48 Std. Symptomfreiheit (insbesondere ab 7-Tages-Inzidenz von 35/100.00) empfohlen, zusätzlich zu Kontaktreduktion und Einhalten der AHA+L Regeln.

Teststrategie für asymptomatische Personen bleibt

Auf der Grundlage der Corona-Testverordnung (TestV) des BMG können – über die RKI-Empfehlungen hinaus – unter bestimmten Voraussetzungen auch Testungen bei bestimmten asymptomatischen Personen(gruppen) durchgeführt werden: Mehr erfahren ».

Abstriche vor ambulanten Operationen sind im Rahmen eines Testkonzeptes abrechnungsfähig. Lediglich die Koloskopie ist dem ambulanten Operieren zugeordnet, weshalb hier asymptomatische Corona-Testungen vor dem Eingriff möglich sind.

In der neuen Coronavirus-Testverordnung ist geregelt, dass die Kosten für die selbst beschafften Schnelltests (gemäß mit dem Sozialministerium BW abgestimmtem Testkonzept) in Höhe der Beschaffungskosten, aber höchstens 7 Euro / ab 2. Dezember 2020 höchstens 9 Euro, über die KV abgerechnet werden können. Das gilt neben den KVBW-Mitgliedern auch für medizinische Einrichtungen und Heilberufler, die bislang nicht mit uns im Abrechnungs­verkehr stehen (z. B. Krankenhäuser, Rehakliniken oder Vertragszahnarztpraxen). Für diesen neuen Abrechnungsweg musste die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zunächst Festlegungen treffen. Hierfür hatte sie bis 12. November 2020 Zeit. 

Nein. Seit dem 15. Oktober 2020 sind Besuche lediglich im Zusammenhang mit einer Erkrankung des Patienten abrechnungsfähig.

Ja, folgende Wiederholungen sind möglich:

  • einmaliger Wiederholungstest bei
    • Kontaktpersonen
    • nach Ausbrüchen
    • Personen, die in den besonderen Einrichtungen behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen (Verhütung der Verbreitung)
  • einmal pro Woche bei
    • Personen, die in der Einrichtung (siehe Verhütung der Verbreitung) tätig werden sollen oder tätig sind
    • Personen, die gegenwärtig in der Einrichtung (siehe Verhütung der Verbreitung) behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden, sowie deren Besucher 

Das Formular für die Tests nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ist in der Praxis vorzuhalten und wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen. 

Für das Muster OEGD gelten aktuell diese Fassungen:

  • Stand „11.2020“: Diese Fassung können Praxen verwenden, bis Restbestände aufgebraucht sind.
  • Stand „12.2020“ auf Grundlage der Testverordnung vom 1. Dezember 2020.
    Sie enthält nicht mehr das Ankreuzfeld „Risikogebiet Ausland".

Ältere Versionen des Muster OEGD sind ab 1. Januar 2021 nicht mehr gültig.

Bestellformulare Kohlhammer

Ja, sobald eine Person in den genannten Einrichtungen (siehe Merkblatt) untergebracht werden soll, hat diese Person einen Anspruch auf Testung unter der Voraussetzung, dass die Einrichtung im Rahmen ihres Testkonzeptes (mit dem Sozialministerium BW abzustimmen) oder der ÖGD die Testung verlangt.

Vertragsärzte verwenden das Muster OEGD bei der SARS-CoV-2-Testung bei allen asymptomatischen Testungen nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). 

Lediglich bei der Testung im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App ohne OEGD Auftrag wird das Muster 10 C verwendet.

Dies gilt nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes­gesundheits­ministeriums (BMG) für

  • Kontaktpersonen
  • Testungen nach Ausbrüchen sowie
  • rein präventiv zur Verhütung der Verbreitung

Wie Sie die jeweiligen Leistungen korrekt abrechnen und was bei der Kennzeichnung der Laboraufträge zu beachten ist, hat unsere Abrechnungsberatung für Sie im Merkblatt „asymptomatische Testungen“ zusammengefasst (siehe unten).

Ja, sofern der behandelnde Arzt des Infizierten oder der ÖGD diese Person als Kontaktperson im Sinne der festgelegten Definition (siehe Abrechnung Corona-Testung asymptomatische Personen) eingestuft hat. Dies muss die Person Ihnen gegenüber schlüssig darlegen (im besten Fall anhand einer formlosen Bestätigung des behandelnden Arztes des Quellfalls, möglichst in der Patientenakte dokumentieren). Die Testung erfolgt per Labortest (empfohlen: PCR-Test; Antigen-Labortest oder Antigen-Schnelltest (PoC-Test) möglichbei begrenzter PCR-Kapazität, oder wenn ein schnelles Resultat benötigt wird).

Vereinfacht sind die Rahmenbedingungen für den Fall, dass Sie selbst bei einem Ihrer Patienten eine Infektion festgestellt haben und nun z. B. Familienmitglieder testen möchten. Bei positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Patienten, die Sie in Ihrer eigenen Praxis behandeln, dürfen Sie Kontaktpersonen selbst feststellen und die Testung veranlassen. Die Definition der Kontaktperson finden Sie auf unserem Merkblatt.

Eine Corona-Schwerpunktpraxis (CSP) ist eine reguläre Haus- oder Facharztpraxis, die für Infektpatienten und Corona-Verdachtsfälle spezielle Sprechstunden vorhält. In fast allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg sind inzwischen solche Praxen etabliert. Corona-Schwerpunktpraxen finden Sie in unserer Arztsuche

Diese Anlaufstellen untersuchen und behandeln Patienten mit Atemwegsinfektionen, welche von ihren jeweiligen Haus- und Kinderärzten als Verdachtsfälle eingestuft werden, jedoch nicht betreut werden können, beispielsweise weil der Vertragsarzt selbst einer Risikogruppe angehört. Besteht ein Coronaverdacht, gelten deutlich erweiterte Sicherheitsstandards und eine strikte Trennung von den übrigen Patienten der Praxis. Bei Bedarf können die Corona-Schwerpunktpraxen Abstriche durchführen. 

Bitte anrufen, nicht einfach hingehen!

Patienten wenden Sie sich bitte zunächst telefonisch an die jeweilige Corona-Schwerpunktpraxis, um einen Termin zu vereinbaren. So schützen Sie sich und andere. Einige der Corona-Schwerpunktpraxen sind an unsere Terminservicestelle angebunden, sodass Patienten direkt über den Patientenservice 116117 einen Termin in der Corona-Sprechstunde bekommen können.

Registrierung Ihrer Praxis als CSP

Coronakarte für Ärzte, Ämter und Patienten

Nein. Bei einer Unbedenklichkeitserklärung handelt es sich grundsätzlich um eine „Wunschleistung”, welche privat zu liquidieren ist.

Im Zusammenhang mit einer asymptomatischen Testung ist die Ausstellung eines Zeugnisses über das Ergebnis der Testung von der abstrichnehmenden Stelle grundsätzlich beinhaltet. (Hinweis: Ein Laborbefund ist als ärztliches Zeugnis zu werten.)

Das Sozialministerium und das Landesgesundheitsamt haben Empfehlungen zum Umgang mit Erkältungs- und Krankheitssymptomen bei Kindern und Jugendlichen herausgegeben (unten zum Download). Demnach ist nach einem überstandenen Infekt kein negativer Virusnachweis und auch kein ärztliches Attest notwendig. Die Bestätigung der ärztlichen Aussage durch eine erziehungsberechtigte Person ist in der Regel ausreichend. Dazu kann die Muster-Bescheinigung verwendet werden, die die Eltern selbst ausfüllen können (Bestandteil der LGA-Handreichung).

Ja, das RKI bietet eine Orientierungshilfe für Ärzte zu Entlassungskriterien aus der Isolierung. Bei Bewohnern von Altenpflegeeinrichtungen sei hiernach neben den Zeiträumen für die Ent-Isolierung (frühestens 10 Tage nach Symptombeginn) und Symptomfreiheit (mindestens 48 Stunden) stets ein negatives PCR-Resultat erforderlich.  

Nein, für solche Fälle existiert keine generelle Empfehlung des RKI, eine erneute PCR durchzuführen. Lediglich wenn eine Verkürzung der Isolationsdauer im Einzelfall erwogen wird, sind sowohl 48 Stunden Symptomfreiheit als auch das Vorliegen von zwei negativen PCR-Untersuchungen im Abstand von mindestens 24 Stunden empfohlen.

Bitte überzeugen Sie sich vom Warnhinweis der Corona-App und vermerken Sie dies in der Patientendokumentation.

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) kann Vertragsärzte sowohl telefonisch als auch per Fax oder E-Mail beauftragen. Bei telefonischer Beauftragung durch das Gesundheitsamt empfehlen wir den Inhalt der Beauftragung in einer Telefonnotiz festzuhalten.

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahre)
  • Raucher
  • stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis)
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

Quelle: SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) des RKI

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt ein Merkblatt für chronisch kranke Menschen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung, das sich alss Aushang im Wartezimmer oder zur Information Ihrer Patienten eignet.

Merkblatt für chronisch kranke Menschen der BZgA

Ja. Der Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 ist ab 8. Mai 2020 unter bestimmten Voraussetzungen GKV-Leistung. 

Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörpernachweise zur Verfügung. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Verlanlasser und Laborarzt kennzeichnen solche Tests mit der Ziffer 88240, sodass alle Leistungen extrabudgetär honoriert werden. Der Antikörpertest selbst ist als „Ähnliche Untersuchung“ mit der GOP 32641 abrechenbar. Die Laborausnahmeziffer 32006 kann in diesem Fall nicht eingetragen werden.

(siehe News-Meldung SARS-CoV-2: Antikörpertest als GKV-Leistung).

Eine Pflicht, sich zu testen zu lassen, gibt es nicht. Deshalb ist vor einer Testung eine Einwilligung der zu testenden Person einzuholen. Sie klären darüber auf, wie der Test abläuft, und was mit der Probe passiert. 

Bei Patienten, die nicht zu Ihrem Patientenstamm gehören, ist darüber hinaus eine Information über die Datenweitergabe erforderlich. 

Einwilligung – Corona-Test bei asymptomatischen Personen 

So gehen Sie vor:

  1. mündlich aufklären und Einwilligung zum Test einholen
  2. über die damit verbundene Datenverarbeitung informieren (Datenschutz-Information siehe unten zur Verfügung stellen)
  3. Einwilligung zur Datenverarbeitung einholen:
    1. schriftlich (z. B. unsere Mustervorlage siehe unten unterschreiben lassen und aufbewahren) oder
    2. mündlich und dann die Zustimmung in Ihren Unterlagen dokumentieren

Informationsblatt & Einwilligungserklärung Datenschutz

Wenn ein Patient anruft, klären Sie zunächst die entsprechende Symptomatik (respiratorischen Infekt).

Abfrage der Symptome & Risikogruppe:

  • Hat der Patient Husten, Fieber, Kurzatmigkeit?
  • Hatte er in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem COVID-19-Kranken?
  • Ist er in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig?
  • Gehört er einer Risikogruppe (Alter, Vorerkrankungen) an?
  • Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn
  • klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung

Gegebenenfalls sollte die Praxis den Patienten bitten, zunächst zu Hause zu bleiben und möglichst keine persönlichen Kontakte zu anderen herzustellen. Die Praxis wendet sich bei einem begründeten Verdachtsfall an das zuständige Gesundheitsamt, das über die weitere Vorgehensweise entscheidet. Ist der Patient jedoch soweit erkrankt, dass er nicht zu Hause bleiben kann, bitte entsprechend den Rettungsdienst/Krankentransport mit dem Hinweis auf den Verdacht der Infektion informieren und den Patienten ins Krankenhaus transportieren lassen. Bitte dieses vorab informieren. In Abhängigkeit der Symptome und nach Absprache mit der Leitstelle wird das zuständige Krankenhaus angefahren.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Wenn Ihnen die Versorgung dieses spezifischen Patientenklientels nicht möglich ist, bieten sich dafür Corona-Schwerpunktpraxen (CSP) oder auch Abstrichstellen/Fieberambulanzen an, die inzwischen überall in Baden-Württemberg etabliert sind. Standorte für Corona-Tests finden Sie unter http://coronakarte.kvbawue.de/.

Grundsätzlich sind Vertragsärzte im Rahmen der Sicherstellung dazu verpflichtet, Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19-Infektion zu untersuchen. Die niedergelassene Ärzteschaft ist hier gefordert, Infektions- und Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Uns ist die außergewöhnliche Belastung, die aktuell auf Sie persönlich und Ihre Praxis zukommt, bewusst. Wir zählen darauf, dass Sie Ihre Patienten in dieser Situation vorbildlich wie gewohnt versorgen.

Hausärzte steuern in Fieber-Ambulanzen und Schwerpunktpraxen

Falls es für Sie aus gesundheitlichen Gründen ein Risiko darstellt, COVID-19-Patienten oder Verdachtsfälle zu behandeln, dann versuchen Sie bitte, interkollegial die Versorgung oder den Abstrich trotzdem sicherzustellen. Unsere COVID-Schwerpunktpraxen und die Fieberambulanzen sind in solchen Fällen die richtige Anlaufstelle.

Für Informationen zu den ambulanten Corona-Versorgungs- und Testeinrichtungen in Baden-Württemberg nutzen Sie bitte unsere Karte mit Adressen und Rufnummern: http://coronakarte.kvbawue.de/.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Patient ohne Symptome

Mit dem Start der Corona-Warn-App wurden neue Leistungen in den EBM aufgenommen, um den Abstrich und die Laboruntersuchung zu vergüten. Ärzte rechnen sie bei Versicherten ab, die nach einem Warnhinweis der App für einen Test in die Praxis kommen. 

Im Zuge der Teststrategie des Bundesgesundheitsministeriums – über die RKI-Empfehlungen hinaus – bestimmte asymptomatische Personengruppen getestet werden, um einen erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen zu vermeiden (mehr erfahren »). Diese Testungen sind für niedergelassene Ärzte freiwillig. 

Weist ein Patient, der nicht zu den genannten Personengruppen gehört bzw. die Voraussetzungen nicht erfüllt, zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Symptome auf und möchte er lediglich aus einer Befürchtung heraus wissen, ob er das Virus in sich trägt, ist das keine GKV-Leistung. Als Arzt können Sie eine solche Testung ablehnen bzw. privat abrechnen, sofern der Patient das möchte.

Patient zeigt Symptome

Wenn ein Patient Symptome zeigt, so gelten die Kriterien zur Verdachtsabklärung laut RKI. In den dort genannten Fällen ist eine Testung des Patienten angezeigt. Wenn eine ambulante Behandlung möglich erscheint (also bei entsprechend milder Ausprägung der Symptome und wenn keine sonstigen Umstände vorliegen, die eine stationäre Behandlung notwendig erscheinen lassen), ist der Vertragsarzt verpflichtet, diese Diagnostik als GKV-Leistung zu erbringen.

Für Informationen zu den ambulanten Corona-Versorgungs- und Testeinrichtungen in Baden-Württemberg  rufen Sie unsere Corona-Karte mit Adressen und Rufnummern auf: http://coronakarte.kvbawue.de/.

In der Regel informieren die jeweiligen Kreise auf ihrer Homepage über die Abläufe. Die meisten Gesundheitsämter haben Corona-Hotlines eingerichtet. Unser Praxisservice hat für Sie eine Linkliste zusammengestellt.

Kontaktdaten der Gesundheitsämter der Landkreise

Direktkontakt

Praxisservice
0711 7875-3300
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Ja. Eine stationäre Einweisung ist nicht bei allen bestätigten Fällen empfohlen. Bitte halten Sie den Kliniken den Rücken frei, indem Sie ambulant beherrschbare Fälle unbedingt ambulant behandeln! Stationär nur für schwere Fälle bzw. sehr gefährdete Patienten.

Ja, denn die Weitergabe dieser Daten erfolgt auf rechtmäßiger Grundlage. Die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bleibt vom Inkrafttreten der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) unberührt. Gemeldet werden müssen und sollen jedoch nur Fälle, die der Falldefinition des Robert Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

Die rechtliche Befugnis ergibt sich aus dem Infektionsschutzgesetz: § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des IfSG.

Behandelnde Ärzte sind verpflichtet, alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) namentlich dem für den Aufenthaltsort des Patienten zuständigen Gesundheitsamt zu melden (gemäß Infektionsschutzgesetz, IfSG). 

Der Verdacht auf COVID-19 ist begründet, wenn bei Personen mindestens eine der beiden folgenden Konstellationen vorliegt:

  • Personen mit jeglichen mit COVID-19 vereinbaren Symptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19
  • Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflege- oder Altenheim, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, auch ohne Vorliegen eines Erregernachweises.

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (siehe RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Veranlasst der Arzt einen PCR-Test oder einen Antikörpertest bei einem Labor, ergeben sich dadurch weitere Meldepflichten. Auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden.

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle – je Behandlungstag – mit der Ziffer 88240 (Pseudo-GOP) zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Letzte Aktualisierung: 25.01.2021