Diagnostik und Testungen auf SARS-CoV-2

Mit Corona-Verdachtsfällen umgehen

Um eine Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV-2 und der Lungenkrankheit COVID-19 in Deutschland einzudämmen und Infektionsketten zu unterbrechen, müssen Infektions- und Verdachtsfälle früh erkannt, isoliert und Hygiene­maßnahmen konsequent eingehalten werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei Ihnen als niedergelassene Ärzte zu. Informieren Sie sich kontinuierlich zu aktuellen Entwicklungen und beachten Sie die Hinweise des RKI: COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2).

Neue Teststrategie

Seit 15. Oktober gilt die neue Coronavirus-Testverordnung. Die wichtigsten Neuerungen liefert unsere Schnellinfo.  KVBW und KBV haben ihre Infomaterialien zu den asymptomatischen Testanlässen aktualisiert:

Landes-GOP 99532 ff. sind ab sofort nicht mehr gültig! (außer Lehrer u. Ä.).

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Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: 02402
Labor-GOP 32816 etc.

Warnung Corona-App

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: 02402A
Labor-GOP 32811 etc.

Nationale Teststrategie
  • Kontaktperson
  • Risikogebiet (Ausland)
  • Schule, Pflegeheim etc.
    • Ausbruch
    • Infektionsverhütung
  • Reha, Heimaufnahme
  • ambulante OP
Abstrich: GOP 99531
gesonderte Laborabrechnung etc.
Erweiterte Teststrategie Land BW
Personal an Schule/Kita
(bis 1.11.2020)
Abstrich: GOP 99533
Labor-GOP 99535

Mehr zu den jeweiligen Voraussetzungen, Procedere, Abrechnung und Vergütung: Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!

Corona-Tests: Anlaufstellen in Baden-Württemberg

Überall in Baden-Württemberg sind Corona-Schwerpunktpraxen (CSP)Abstrichstellen und Ambulanzen etabliert. Standorte für Corona-Tests finden Sie auf unserer

Haus- und Kinderärzte sind die ersten Ansprech­partner ihrer Patienten und koordinieren die Versorgung auch bei COVID-19. Bitte schicken Sie niemanden ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhaus­ambu­lan­zen, Notfallpraxen, Abstrich­stellen oder Gesundheits­ämter!

  • Sie möchten selbst Corona-Schwerpunktpraxis werden und damit einen wichtigen Beitrag zur ambulanten Versorgung in Pandemie­zeiten leisten? Jetzt als Schwerpunktpraxis registrieren »

Zu unterscheiden ist zwischen drei Testszenarien. Je nach Szenario folgt die Abrechnung verschiedenen Wegen. Unterschiede gibt es auch beim Laborauftrag, Kodierung und Meldepflichten.

Wann besteht ein begründeter Verdacht?

Wendet sich eine Person mit Krankheitssymptomen, die auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen, an die Praxis, entscheidet der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI), ob er einen Abstrich macht. Wann bei Patienten ein begründeter Verdacht besteht und eine Laboruntersuchung auf das Coronavirus SARS-CoV-2 angezeigt ist, zeigen die Falldefinition und das Flusschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen” des RKI als Orientierungshilfe.

Wer wird ohne Symptome getestet? 

Eine Person, die über die Corona-Warn-App die Information erhält, dass sie Kontakt zu einem Infizierten hatte, kann sich an eine Vertragsarztpraxis wenden. Der Arzt veranlasst gegebenenfalls einen PCR-Test auf SARS-CoV-2 und rechnet über EBM ab.

Durch die Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sind Tests bei asymptomatischen Personen im Zusammenhang mit folgenden Testszenarien möglich:

  • Kontaktpersonen einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person
  • Ausbruchsgeschehen in z. B. Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
  • Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen
    • vor Aufnahme in eine Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
    • vor ambulanter Operation 
  • vom Ausland aus RKI-Risikogebieten Einreisende, innerhalb zehn Tagen

Lehrer, Erzieher sowie das weitere Personal an Schulen, Kindertagesstätten und der Kindertagespflege kann sich noch bis einschließlich 1. November symptomfrei zweimalig auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus testen lassen.

Tests bei Personen ohne Symptome sind zudem möglich, wenn sich jemand in den letzten 14 Tagen vor Testung innerhalb Deutschlands in einem Gebiet mit erhöhten Infektionsrisiko aufgehalten hat und das Gesundheitsamt einen Test veranlasst hat (gilt für Gebiete, wo sich laut RKI in einem Zeitraum von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner mehr als 50 Personen neu mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben).

Tests vor innerdeutsche Reisen

Wollen Reisende aus Stadt-/Landkreisen mit kritischer 7-Tages-Inzidenz Beherbergungs­verboten entgehen, benötigen sie mancherorts einen negativen Corona-Test. Abstrich und Laborleistung sind in diesem Fall privat zu zahlen.

Meldepflicht ans Gesundheitsamt

Melden Sie unverzüglich alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammen­hang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 dem örtlichen Gesundheits­amt.

Ambulantes Management bei leichten COVID-19-Erkrankungen

COVID-19-Verdachtsfälle und Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können laut RKI-Empfehlung in häuslicher Isolation ambulant versorgt werden:

Orientierungshilfe Triage ambulant vs. stationär

Zentrale Aufgabe von Hausärzten ist es, Risikopatienten früh zu identifizieren, leichtere Fälle ambulant zu versorgen und bei Komplikationen rechtzeitig stationär einzuweisen, um gefährliche Verläufe zu verhindern! Der „Corona-Score“ kann bei der Triage helfen.

Persönliche Schutzausrüstung gemäß Risikoabwägung

Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung richtet sich je nach Art und Umfang der Exposition gemäß Risikoabwägung. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie unter: Hygiene & Schutzausrüstung » 

So gehen Sie in der Praxis vor: KBV-Praxisinformation

Die Praxisinformation der KBV erläutert das konkrete Vorgehen in der Praxis bei Verdachtsfällen. Die Übersicht zeigt die einzuhaltenden Schritte für zwei Szenarien auf – wenn Patienten mit Verdacht sich telefonisch bei Ihnen melden oder wenn Patienten ohne Anmeldung in Ihre Praxis kommen.

Bestellen Sie Patienten, die sich bei Ihnen telefonisch mit Verdacht auf eine Infektion melden, möglichst nach Ende der regulären Sprechstunde ein, damit sie nicht mit anderen Patienten – insbesondere chronisch Kranken – in Kontakt kommen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

In der neuen Coronavirus-Testverordnung ist geregelt, dass die Kosten für die selbst beschafften Schnelltests (gemäß mit ÖGD abgestimmtem Testkonzept) in Höhe der Beschaffungskosten, aber höchstens 7 Euro, über die KV abgerechnet werden können. Für diesen neuen Abrechnungsweg muss die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zunächst Festlegungen treffen. Hierfür hat sie bis 12. November 2020 Zeit. 

Es gilt zu unterscheiden, ob die Person nach einer Meldung der Corona-WarnApp direkt oder im Auftrag des Gesundheitsamtes kommt und ob/wie sie versichert ist.

Wenn ein Versicherter (GKV oder sonstige Kostenträger) direkt mit der Warnung auf dem Handy in die Praxis kommt, wird nach EBM abgerechnet (GOP 02402A).

Wenn die Person mit Auftrag des Gesundheitsamtes kommt (idealerweise mit dem Muster OEGD) oder nicht in Deutschland krankenversichert ist, wird nach der GOP 99531 (Testverordnung) abgerechnet (Kostenträger bei nicht bzw. nicht hierzulande krankenversicherten Personen noch in Abstimmung).

Die Testkonzepte sind mit dem ÖGD abzustimmen. Bitte wenden Sie sich an das zuständige Gesundheitsamt.

Abstriche vor ambulanten Operationen sind abrechnungsfähig. Lediglich die Koloskopie ist dem ambulanten Operieren zugeordnet, weshalb hier asymptomatische Corona-Testungen vor dem Eingriff möglich sind.

Nein. Seit dem 15. Oktober 2020 sind Besuche lediglich im Zusammenhang mit einer Erkrankung des Patienten abrechnungsfähig.

Ja, folgende Wiederholungen sind möglich:

  • einmaliger Wiederholungstest bei
    • Kontaktpersonen
    • nach Ausbrüchen
    • Personen, die in den besonderen Einrichtungen behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen (Verhütung der Verbreitung)
    • Einreisende aus ausländischen Risikogebieten
      (ebenso bei inländischen Gebieten mit 7-Tage-Inzidenz > 50 nach Auftrag ÖGD bis 8. November 2020)
  • einmal pro Woche bei
    • Personen, die in der Einrichtung (siehe Verhütung der Verbreitung) tätig werden sollen oder tätig sind
    • Personen, die gegenwärtig in der Einrichtung (siehe Verhütung der Verbreitung) behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden, sowie deren Besucher 

Zu unterscheiden ist der direkte Erregernachweis (PCR-Test oder Antigentest) vom indirekten Erregernachweis (Antikörpertest). 

Die GOP 32779, 32811 und 32816 belasten den Wirtschaftlichkeitsbonus nicht, wenn auf dem Behandlungsausweis des beauftragenden Arztes die Kennnummer 32006 eingetragen wird.

Für die Antikörperbestimmung auf SARS-CoV-2 nach GOP 32641 gibt es keine Ausnahmekennnummer. Daher belastet die SARS-CoV-2- Antikörperbestimmung nach GOP 32641 die Laborkosten der Praxis.

Das Formular ist in der Praxis vorzuhalten und wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen. 

Das ab dem 15. Oktober notwendige neue Muster OEGD befindet sich derzeit in Überarbeitung und wird voraussichtlich Anfang Dezember 2020 zur Verfügung stehen. Bis dahin kann das bisherige Muster OEGD verwendet werden.

Bestellformulare Kohlhammer

Ja, sobald eine Person in den genannten Einrichtungen (siehe Merkblatt) untergebracht werden soll, hat diese Person einen Anspruch auf Testung unter der Voraussetzung, dass die Einrichtung im Rahmen ihres Testkonzeptes (mit dem ÖGD abzustimmen) oder der ÖGD die Testung verlangt.

Die Abrechnung der GOP 99531 erfolgt bei Privatversicherten, bei Personen, die nicht in Deutschland krankenversichert sind und bei Versicherten sonstiger Kostenträger ohne eGK per Ersatzverfahren.

Der zuständige Kostenträger ist derzeit in Klärung.

Vertragsärzte verwenden das Muster OEGD bei der SARS-CoV-2-Testung bei allen asymptomatischen Testungen nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). 

Lediglich bei der Testung im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App ohne OEGD Auftrag wird das Muster 10 C verwendet.

Dokumente zum Download

Dies gilt nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes­gesundheits­ministeriums (BMG) für

  • Kontaktpersonen
  • Testungen nach Ausbrüchen sowie
  • rein präventiv zur Verhütung der Verbreitung

Wie Sie die jeweiligen Leistungen korrekt abrechnen und was bei der Kennzeichnung der Laboraufträge zu beachten ist, hat unsere Abrechnungsberatung für Sie im Merkblatt „asymptomatische Testungen“ zusammengefasst (siehe unten).

Ja, sofern der behandelnde Arzt des Infizierten oder der ÖGD diese Person als Kontaktperson im Sinne der festgelegten Definition (siehe Abrechnung Corona-Testung asymptomatische Personen) eingestuft hat. Dies muss die Person Ihnen gegenüber schlüssig darlegen (im besten Fall anhand einer formlosen Bestätigung des behandelnden Arztes des Quellfalls, möglichst in der Patientenakte dokumentieren). Die Testung erfolgt per Labortest (empfohlen: PCR-Test; Antigen-Labortest bei begrenzter PCR-Kapazität, oder wenn ein schnelles Resultat benötigt wird).

Vereinfacht sind die Rahmenbedingungen für den Fall, dass Sie selbst bei einem Ihrer Patienten eine Infektion festgestellt haben und nun z. B. Familienmitglieder testen möchten. Bei positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Patienten, die Sie in Ihrer eigenen Praxis behandeln, dürfen Sie Kontaktpersonen selbst feststellen und die Testung veranlassen. Die Definition der Kontaktperson finden Sie auf unserem Merkblatt.

Ja, zwischen dem 17. August und 1. November 2020 können sich Lehrer, Erzieher sowie das weitere Personal an Schulen, in Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege symptomfrei auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 testen lassen.

  • ohne weitere Abstimmung mit dem Gesundheitsamt
  • maximal zweimal nach der GOP 99533 zuzüglich der Aufwandspauschale GOP 99539 (4,20 Euro).
  • Laborleistung (PCR) wird über das Formular OEGD (geänderte Version!) angefordert
  • Laboruntersuchung wird mit der GOP 99535 (50,50 Euro) abgerechnet.
  • Kostenträger bei Privatversicherten:
    VKNR: 61900
    IK: 100061900
    Name: Land BW / SM (SARS-CoV-2)
    KT-Gruppe: 35 KT-Abrechnungsbereich: 00
  • Die betreffenden Personen erhalten von ihrer Schule oder ihrer Kindertagesstätte ein Formular, das zweimalig zur Testung berechtigt. Dieses Berechtigungsformular (zwei Abschnitte für die Berechtigung für zwei Tests) ist in der Arztpraxis vorzulegen.
  • Die Untersuchung ist freiwillig. Bitte dokumentieren Sie deshalb die Einverständniserklärung der Person zu dieser medizinisch nicht notwendigen Untersuchung in der Patientenakte.

Vertragsärzte können Antigen-Schnelltests nur bei rein präventiven Testungen von Personal bestimmter Einrichtungen (welche, siehe Merkblatt „asymptomatische Testungen“) einsetzen; dazu gehört auch das eigene Praxispersonal (siehe Stimmt es, dass ich jetzt Schnelltests einsetzen kann, um mein Praxispersonal vorsorglich zu testen?) Eine Abstimmung mit dem ÖGD ist nicht erforderlich, allerdings muss die jeweilige Einrichtung die Testung ihres Personals im Rahmen eines festgelegten Testkonzeptes verlangen.

Die Sachkosten für die POC-Antigen-Tests werden in Höhe der Beschaffungskosten (maximal sieben Euro je Test) erstattet. Die Regularien zur Abrechnung hat die KBV noch bis 12. November festzulegen. Klar ist, dass nur Antigen-Testverfahren eingesetzt werden dürfen, die auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgeführt sind.

Die erhöhten Arbeitsschutzanforderungen bei der Weiterverarbeitung des Abstrichs in der eigenen Arztpraxis sind zu beachten. 

Positive Antigen-Schnelltests müssen durch einen PCR-Test bestätigt werden. Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind immer – auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig.

Hinweis: Die GOP 32779 ist Antigen-Labortests bei symptomatischen Patienten vorbehalten und kann ausschließlich von Laborärzten und Mikrobiologen abgerechnet werden. Schnelltests (sogenannte Point-of-Care-Tests POCT) sind nicht über die GOP 32779 berechnungsfähig.

Eine Testung ist bis 8. November 2020 nur möglich, wenn der öffentliche Gesundheitsdienst die Testung veranlasst. Nur dann haben symptomfreie Personen, die sich in inländischen Gebieten aufhalten oder in den letzten 14 Tagen aufgehalten haben, in denen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb 7 Tagen vorliegen, einen Anspruch auf einen laborbasierten Test (empfohlen: PCR-Test; Antigen-Labortest bei begrenzter PCR-Kapazität, oder wenn ein schnelles Resultat benötigt wird).

Testungen z. B. vor innerdeutschen Reisen können gleichwohl als Selbstzahlerleistung angeboten werden.

Ja. Das Personal in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen kann regelmäßig präventiv getestet werden. Sowohl Antigen-Labortests als auch Antigen-Schnelltests (Point-of-Care-Tests bzw. POC-Tests) sind möglich. Eine Abstimmung mit dem Gesundheitsamt ist nicht erforderlich.

Bei Testung des eigenen Praxispersonals wird der Abstrich nicht vergütet. Es werden nur die Kosten für den Schnelltest erstattet (maximal sieben Euro je Test). Die Regularien zur Abrechnung hat die KBV noch bis 12. November festzulegen.

Welche Tests erstattungsfähig sind, ist auf einer Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden (www.bfarm.de/antigentests). 

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind – derzeit auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich meldepflichtig. Positive PoC-Test-Ergebnisse müssen dann durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums muss der Einreisende, der getestet werden will, versichern, dass ein entsprechender Auslandsaufenthalt stattgefunden hat. Dies kann zum Beispiel durch einen Boarding-Pass, ein Ticket, eine Hotelrechnung oder einen sonstigen Nachweis geschehen.

Die Abstrichentnahme wird mit der GOP 99531 (15,00 Euro) abgerechnet. Hiermit sind sämtliche Leistungen im Zusammenhang mit dem Abstrich abgegolten (das Gespräch im Zusammenhang mit der Testung sowie die Entnahme von Körpermaterial sowie bei Bedarf die Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses über das (Nicht-)Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.)

Hinweis: Ein Laborbefund ist als ärztliches Zeugnis zu werten.

Eine Corona-Schwerpunktpraxis (CSP) ist eine reguläre Haus- oder Facharztpraxis, die für Infektpatienten und Corona-Verdachtsfälle spezielle Sprechstunden vorhält. In fast allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg sind inzwischen solche Praxen etabliert. Corona-Schwerpunktpraxen finden Sie in unserer Arztsuche

Diese Anlaufstellen untersuchen und behandeln Patienten mit Atemwegsinfektionen, welche von ihren jeweiligen Haus- und Kinderärzten als Verdachtsfälle eingestuft werden, jedoch nicht betreut werden können, beispielsweise weil der Vertragsarzt selbst einer Risikogruppe angehört. Besteht ein Coronaverdacht, gelten deutlich erweiterte Sicherheitsstandards und eine strikte Trennung von den übrigen Patienten der Praxis. Bei Bedarf können die Corona-Schwerpunktpraxen Abstriche durchführen. 

Bitte anrufen, nicht einfach hingehen!

Patienten wenden Sie sich bitte zunächst telefonisch an die jeweilige Corona-Schwerpunktpraxis, um einen Termin zu vereinbaren. So schützen Sie sich und andere. Einige der Corona-Schwerpunktpraxen sind an unsere Terminservicestelle angebunden, sodass Patienten direkt über den Patientenservice 116117 einen Termin in der Corona-Sprechstunde bekommen können.

Registrierung Ihrer Praxis als CSP

Coronakarte für Ärzte, Ämter und Patienten

Nein. Bei einer Unbedenklichkeitserklärung handelt es sich grundsätzlich um eine „Wunschleistung”, welche privat zu liquidieren ist.

Im Zusammenhang mit einer asymptomatischen Testung ist die Ausstellung eines Zeugnisses über das Ergebnis der Testung von der abstrichnehmenden Stelle grundsätzlich beinhaltet. (Hinweis: Ein Laborbefund ist als ärztliches Zeugnis zu werten.)

Das Sozialministerium und das Landesgesundheitsamt haben Empfehlungen zum Umgang mit Erkältungs- und Krankheitssymptomen bei Kindern und Jugendlichen herausgegeben (unten zum Download). Demnach ist nach einem überstandenen Infekt kein negativer Virusnachweis und auch kein ärztliches Attest notwendig. Die Bestätigung der ärztlichen Aussage durch eine erziehungsberechtigte Person ist in der Regel ausreichend. Dazu kann die Muster-Bescheinigung verwendet werden, die die Eltern selbst ausfüllen können (Bestandteil der LGA-Handreichung).

Ja, das RKI bietet eine Orientierungshilfe für Ärzte zu Entlassungskriterien aus der Isolierung. Bei Bewohnern von Altenpflegeeinrichtungen sei hiernach neben den Zeiträumen für die Ent-Isolierung (frühestens 10 Tage nach Symptombeginn) und Symptomfreiheit (mindestens 48 Stunden) stets ein negatives PCR-Resultat erforderlich.  

Nein, für solche Fälle existiert keine generelle Empfehlung des RKI, eine erneute PCR durchzuführen. Lediglich wenn eine Verkürzung der Isolationsdauer im Einzelfall erwogen wird, sind sowohl 48 Stunden Symptomfreiheit als auch das Vorliegen von zwei negativen PCR-Untersuchungen im Abstand von mindestens 24 Stunden empfohlen.

Bitte überzeugen Sie sich vom Warnhinweis der Corona-App und vermerken Sie dies in der Patientendokumentation.

Das Formular ist in der Praxis vorzuhalten und wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen.

Bestellformulare Kohlhammer

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) kann Vertragsärzte sowohl telefonisch als auch per Fax oder E-Mail beauftragen. Bei telefonischer Beauftragung durch das Gesundheitsamt empfehlen wir den Inhalt der Beauftragung in einer Telefonnotiz festzuhalten.

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahre)
  • Raucher
  • stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis)
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

Quelle: SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) des RKI

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt ein Merkblatt für chronisch kranke Menschen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung, das sich alss Aushang im Wartezimmer oder zur Information Ihrer Patienten eignet.

Merkblatt für chronisch kranke Menschen der BZgA

Ja. Der Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 ist ab 8. Mai 2020 unter bestimmten Voraussetzungen GKV-Leistung. 

Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörpernachweise zur Verfügung. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Verlanlasser und Laborarzt kennzeichnen solche Tests mit der Ziffer 88240, sodass alle Leistungen extrabudgetär honoriert werden. Der Antikörpertest selbst ist als „Ähnliche Untersuchung“ mit der GOP 32641 abrechenbar. Die Laborausnahmeziffer 32006 kann in diesem Fall nicht eingetragen werden.

(siehe News-Meldung SARS-CoV-2: Antikörpertest als GKV-Leistung).

Eine Pflicht, sich zu testen zu lassen, gibt es nicht. Deshalb ist vor einer Testung eine Einwilligung der zu testenden Person einzuholen. Sie klären darüber auf, wie der Test abläuft, und was mit der Probe passiert. 

Bei Patienten, die nicht zu Ihrem Patientenstamm gehören, ist darüber hinaus eine Information über die Datenweitergabe erforderlich. 

Einwilligung – Corona-Test bei asymptomatischen Personen 

So gehen Sie vor:

  1. mündlich aufklären und Einwilligung zum Test einholen
  2. über die damit verbundene Datenverarbeitung informieren (Datenschutz-Information siehe unten zur Verfügung stellen)
  3. Einwilligung zur Datenverarbeitung einholen:
    1. schriftlich (z. B. unsere Mustervorlage siehe unten unterschreiben lassen und aufbewahren) oder
    2. mündlich und dann die Zustimmung in Ihren Unterlagen dokumentieren

Informationsblatt & Einwilligungserklärung Datenschutz

Jeder Patient mit Symptomen einer COVID-19-Erkrankung und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn sollte unabhängig von Risikofaktoren getestet werden. Das sehen die aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts vor. Zuvor wurden Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen vor allem dann getestet, wenn sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten oder einer Risikogruppe angehörten. Die neueren Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sehen diese Einschränkungen nicht mehr vor, sodass auch bei leichten COVID-19-relevanten Symptomen ein Test durchgeführt werden kann. Das liegt im ärztlichen Ermessen. 

Auf der Grundlage der Corona-Test-Vereinbarung mit dem Land Baden-Württemberg und der Rechtsverordnung des BMG können – über die RKI-Empfehlungen hinaus – unter bestimmten Voraussetzungen auch Testungen bei bestimmten asymptomatischen Personen(gruppen) durchgeführt werden (mehr erfahren »).

Im Rahmen der Influenza-Surveillance untersucht das RKI seit dem 24. Februar 2020 Proben von Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen, die von Praxen der Arbeitsgemeinschaft Influenza eingesandt werden, zusätzlich auch auf SARS-CoV-2, um eine Zirkulation von SARS-CoV-2 frühzeitig zu erkennen und zu überwachen.

Wenn ein Patient anruft, klären Sie zunächst die entsprechende Symptomatik (respiratorischen Infekt).

Abfrage der Symptome & Risikogruppe:

  • Hat der Patient Husten, Fieber, Kurzatmigkeit?
  • Hatte er in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem COVID-19-Kranken?
  • Ist er in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig?
  • Gehört er einer Risikogruppe (Alter, Vorerkrankungen) an?
  • Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn
  • klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung

Gegebenenfalls sollte die Praxis den Patienten bitten, zunächst zu Hause zu bleiben und möglichst keine persönlichen Kontakte zu anderen herzustellen. Die Praxis wendet sich bei einem begründeten Verdachtsfall an das zuständige Gesundheitsamt, das über die weitere Vorgehensweise entscheidet. Ist der Patient jedoch soweit erkrankt, dass er nicht zu Hause bleiben kann, bitte entsprechend den Rettungsdienst/Krankentransport mit dem Hinweis auf den Verdacht der Infektion informieren und den Patienten ins Krankenhaus transportieren lassen. Bitte dieses vorab informieren. In Abhängigkeit der Symptome und nach Absprache mit der Leitstelle wird das zuständige Krankenhaus angefahren.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Wenn Ihnen die Versorgung dieses spezifischen Patientenklientels nicht möglich ist, bieten sich dafür Corona-Schwerpunktpraxen (CSP) oder auch Abstrichstellen/Fieberambulanzen an, die inzwischen überall in Baden-Württemberg etabliert sind. Standorte für Corona-Tests finden Sie unter http://coronakarte.kvbawue.de/.

Grundsätzlich sind Vertragsärzte im Rahmen der Sicherstellung dazu verpflichtet, Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19-Infektion zu untersuchen. Die niedergelassene Ärzteschaft ist hier gefordert, Infektions- und Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Uns ist die außergewöhnliche Belastung, die aktuell auf Sie persönlich und Ihre Praxis zukommt, bewusst. Wir zählen darauf, dass Sie Ihre Patienten in dieser Situation vorbildlich wie gewohnt versorgen.

Hausärzte steuern in Fieber-Ambulanzen und Schwerpunktpraxen

Falls es für Sie aus gesundheitlichen Gründen ein Risiko darstellt, COVID-19-Patienten oder Verdachtsfälle zu behandeln, dann versuchen Sie bitte, interkollegial die Versorgung oder den Abstrich trotzdem sicherzustellen. Unsere COVID-Schwerpunktpraxen und die Fieberambulanzen sind in solchen Fällen die richtige Anlaufstelle.

Für Informationen zu den ambulanten Corona-Versorgungs- und Testeinrichtungen in Baden-Württemberg  nutzen Sie bitte unsere Karte mit Adressen und Rufnummern: http://coronakarte.kvbawue.de/.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Patient ohne Symptome

Mit dem Start der Corona-Warn-App wurden neue Leistungen in den EBM aufgenommen, um den Abstrich und die Laboruntersuchung zu vergüten. Ärzte rechnen sie bei Versicherten ab, die nach einem Warnhinweis der App für einen Test in die Praxis kommen. 

Im Zuge der Teststrategie des Bundesgesundheitsministeriums und des Landes Baden-Württemberg können – über die RKI-Empfehlungen hinaus – bestimmte asymptomatische Personengruppen getestet werden, um einen erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen zu vermeiden (mehr erfahren »). Seit  1. August hat das Bundesgesundheitsministerium seine Rechtsverordnung (RVO) zur Testung auf SARS-CoV-2 erweitert. Danach können sich alle Reiserückkehrer aus dem Ausland testen lassen. Die Tests sollen unter anderem auch durch Vertragsärzte durchgeführt werden (mehr erfahren »).

Weist ein Patient, der nicht zu den genannten Personengruppen gehört bzw. die Voraussetzungen nicht erfüllt, zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Symptome auf und möchte er lediglich aus einer Befürchtung heraus wissen, ob er das Virus in sich trägt, ist das keine GKV-Leistung. Als Arzt können Sie eine solche Testung ablehnen bzw. privat abrechnen, sofern der Patient das möchte.

Patient zeigt Symptome

Wenn ein Patient Symptome zeigt, so gelten die Kriterien zur Verdachtsabklärung laut Flussschema des RKI. In den dort genannten Fällen ist eine Testung des Patienten angezeigt. Wenn eine ambulante Behandlung möglich erscheint (also bei entsprechend milder Ausprägung der Symptome und wenn keine sonstigen Umstände vorliegen, die eine stationäre Behandlung notwendig erscheinen lassen), ist der Vertragsarzt verpflichtet, diese Diagnostik als GKV-Leistung zu erbringen.

Für Informationen zu den ambulanten Corona-Versorgungs- und Testeinrichtungen in Baden-Württemberg  rufen Sie unsere Corona-Karte mit Adressen und Rufnummern auf: http://coronakarte.kvbawue.de/.

In der Regel informieren die jeweiligen Kreise auf ihrer Homepage über die Abläufe. Die meisten Gesundheitsämter haben Corona-Hotlines eingerichtet. Unser Praxisservice hat für Sie eine Linkliste zusammengestellt.

Kontaktdaten der Gesundheitsämter der Landkreise

Direktkontakt

Praxisservice
0711 7875-3300
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Eine unverbindliche Orientierungshilfe für die Entscheidung, ob Corona-Patienten ambulant oder stationär versorgt werden sollen, gibt der „Corona-Score”.

Orientierungshilfe Triage ambulant vs. stationär

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Dauer und Art des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person in verschiedene Kategorien ein und hat Empfehlungen veröffentlicht, wie medizinisches Personal bei einer SARS-CoV-2-Exposition vorgehen soll.

Ja. Eine stationäre Einweisung ist nicht bei allen bestätigten Fällen empfohlen. Bitte halten Sie den Kliniken den Rücken frei, indem Sie ambulant beherrschbare Fälle unbedingt ambulant behandeln! Stationär nur für schwere Fälle bzw. sehr gefährdete Patienten.

COVID-19-Patienten können auch ambulant versorgt werden

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Empfehlungen angepasst

Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung können ambulant versorgt werden. Das Robert Koch-Institut hat seine Empfehlungen zu Verdachtsabklärung und Maßnahmen am Donnerstag entsprechend angepasst. Bislang sollten Patienten mit einem positiven Laborbefund stationär behandelt werden. 

Aktualisiertes Flussschema

Das Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen“ des Robert Koch-Institutes (RKI) dient als Orientierungshilfe. Es erläutert, wie Ärzte im Verdachtsfall vorgehen sollen – vom Erstkontakt über die Prüfung klinisch-epidemiologischer Kriterien und die ambulante Diagnostik bis zur Betreuung eines erkrankten Patienten. 

Präventive Empfehlungen zur Hygiene 

Zudem hat das RKI seine Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von COVID-19-Patienten angepasst, auf die im Flussschema verwiesen wird (siehe unten). Danach richtet sich das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die Tröpfchen und Aerosole freisetzen, wird eine FFP2-Maske empfohlen. 

KBV-Praxisinformation aktualisiert 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihre Praxisinformation „Verdacht auf eine SARS-COV-2-Infektion? So können Sie in der Praxis vorgehen“ aufgrund der aktualisierten RKI-Empfehlungen angepasst und um die Hinweise zur Hygiene ergänzt.

Das Papier bietet auf zwei Seiten einen schnellen Überblick, wie in der Praxis vorzugehen ist, wenn sich ein Patient mit Verdacht auf eine Infektion telefonisch anmeldet. Außerdem werden die Schritte erläutert, die in der Praxis eingehalten werden sollten, wenn der Patient ohne Anmeldung in die Praxis kommt.  

Robert Koch-Institut: Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen der Praxis

  1. Organisatorische Aspekte der Lenkung von Patienten mit respiratorischen Symptomen vor Besuch der Praxis beziehungsweise innerhalb der Praxis berücksichtigen.
  2. Distanzierung von Patienten bei entsprechendem Verdacht (Unterbringung in einem separaten Bereich; Einhalten eines Abstandes von 1 bis 2 Metern, wann immer möglich)
  3. Versorgung des Patienten mit einem Mund-Nasen-Schutz (MNS), sofern es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt.
  4. Personal: Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die eine Freisetzung von Tröpfchen beziehungsweise Aerosolen produzieren, ist ein adäquater Atemschutz (FFP2) erforderlich.
  5. Beobachtung des Gesundheitszustandes des Praxispersonals.

Als Orientierungshilfe zur Diagnostik und weiterführenden Maßnahmen dient das Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen““ des RKI. Die konkrete Umsetzung dieser Empfehlungen soll unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten unter Einbeziehung des Hygienefachpersonals und in Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt erfolgen.

Ja, denn die Weitergabe dieser Daten erfolgt auf rechtmäßiger Grundlage. Die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bleibt vom Inkrafttreten der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) unberührt. Gemeldet werden müssen und sollen jedoch nur Fälle, die der Falldefinition des Robert Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

Die rechtliche Befugnis ergibt sich aus der zum 1. Februar 2020 in Kraft getretene CoronaVMeldeV des Bundesgesundheitsministeriums. Danach fällt COVID-19 unter die Meldepflicht des § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des IfSG.

Der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus stellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Coronavirus-Meldepflichtverordnung melden. Auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden. Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen einleiten kann (z. B. Isolierung des Patienten, Ermittlung von Kontaktpersonen).

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle – je Behandlungstag – mit der Ziffer 88240 (Pseudo-GOP) zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Letzte Aktualisierung: 23.10.2020