AU-Bescheinigung & Quarantäne

Krankschreibung in Zeiten von Corona

Nicht immer ist für die AU-Feststellung eine körperliche Untersuchung notwendig. Gerade in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr ergänzen Fernbehandlungen die medizinische Versorgung in der Arztpraxis sinnvoll. Rechtlich gilt: Bei der Befund­erhebung, Beratung und Behandlung gilt die ärztliche Sorgfaltspflicht, auch wenn die Kommunikation ausschließlich per Telefon oder Videosprechstunde läuft.

Neue Regeln für Quarantäne und Isolation

Baden-Württemberg ändert ab 16. November 2022 die Absonderungsregeln

AU-Bescheinigung per Videosprechstunde oder Telefon

Krankschreibung ohne Praxisbesuch

Krankschreibung per Telefon wieder möglich: Mehr erfahren »

Porto-GOP 88122 (90 Cent) wieder berechnungsfähig: Mehr erfahren »

Unabhängig von der Coronavirus-Pandemie erlaubt die gelockerte Arbeits­unfähigkeits-​Richtlinie die Feststellung einer AU per Video: Mehr erfahren »

Video-Anamnese mit AUTelefon-Anamnese mit AU

maximal 7 Tage (Erstbescheinigung bekannte Patienten)

maximal 3 Tage (Erstbescheinigung unbekannte Patienten)

maximal 7 Tage (Erstbescheinigung bekannte oder unbekannte Patienten)
Folgebescheinigung nur bei vorherigem PraxisbesuchFolgebescheinigung per Telefon einmalig für weitere 7 Tage möglich
alle Erkrankungen, falls per Video feststellbarausschließlich Infekte der oberen Atemwege mit leichter Symptomatik
 
  • Grund- oder Versichertenpauschale
  • ggf. Gesprächsleistung
  • GOP 01450 Zuschlag je Videokontakt
  • GOP 88220 (falls ausschließlich Video-Kontakt in diesem Quartal, andernfalls alle per Video erbrachte Leistungen mit „V“ kennzeichnen)
  • GOP 40128 Porto Versand der AU
  • GOP 40129 Porto Versand Muster 21
 
 
  • GOP 01435 Bereitschaftspauschale (falls ausschließlich Telefon-Kontakt in diesem Quartal)
  • Porto-GOP 88122 Versand AU oder Muster 21 (90 Cent)

 
AU-Richtlinie (dauerhaft)Corona-Sonderregel (befristet vorerst bis 31. März 2023)

eGK-Daten bei Kontakt nur per Telefon oder Video

  • Patient ist der Praxis bekannt, war im Quartal noch nicht da: Versichertendaten aus der Patientenakte übernehmen.
  • Patient war noch nie in der Praxis: Versichertendaten erfragen bzw. den Patienten auffordern, seine eGK in die Kamera zu halten und den Versicherungsschutz mündlich zu bestätigen. Zu erfassen sind:
    • Name, Vorname / Wohnort (PLZ) / Geburtsdatum / Krankenkasse / Versichertenstatus (M, F, R)
  • KBV-Praxisinfo Coronavirus: In welchen Fällen das Einlesen der eGK entfällt

AU-Bescheinigung bei Infektion

Infizierte Person in Absonderung

Leidet ein Patient infolge der Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus an Krankheits­symptomen und ist daher nicht in der Lage, seine Arbeit auszuüben, stellt die Praxis eine AU-Bescheinigung aus. Bei Patienten, die keine Corona-Syptome aufzuweisen, ist keine AU-Bescheinigung auszustellen.

Näheres zu den Entschädigungs­ansprüchen nach dem Infektions­schutzgesetz finden Sie im FAQ-Katalog Entschädigungen des Sozialministeriums.

Praxismitarbeiter unter Quarantäne – wie Sie Entschädigung bekommen

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Streng juristisch betrachtet besteht die Absonderungspflicht weiterhin. Die Baden-Württembergische Landesregierung hat allerdings weitreichende Ausnahmen geschaffen, die faktisch eine Maskenpflicht anstelle der Isolations- oder Quarantänepflicht vorsehen.

Bei einem positiven Ergebnis eines Coronatests (Schnelltest oder PCR) gelten die Regelungen der Corona-Verordnung absonderungsersetzende Schutzmaßnahmen. Danach gilt die Verpflichtung, für 5 Tage bei Kontakt mit nicht zum Haushalt gehörenden Personen eine Maske (mindestens Mund-Nasen-Schutz) zu tragen. Eine Ausnahme gilt im Freien, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden kann.

Tätigkeitsverbot in Praxen

Medizinische Einrichtungen – dazu gehören ärztliche und psychotherapeutische Praxen – dürfen von positiv getesteten Personen während der Dauer der absonderungsersetzenden Maßnahmen (Maskenpflicht) nicht betreten werden (Ausnahme: eigene notwendige Arztbesuche). Sie dürfen nicht arbeiten gehen, ihre Wohnung aber verlassen, zum Beispiel zum Einkaufen. Das berufliche Tätigkeitsverbot dauert 5 Tage, gerechnet ab dem Zeitpunkt der Probenahme beziehungsweise ab dem Zeitpunkt des Eingangs der Probe beim auswertenden Labor.

Ein erneuter positiver Schnelltest oder PCR-Test nach den fünf Tagen zählt als neuer positiver Test. Die fünf Tage beginnen dann von Neuem.

Ein Freitesten ist nicht mehr nötig.

Ja. Die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit per Telefon für bis zu sieben Kalendertage bei einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege ist befristet bis vorerst 31. März 2023 wieder möglich. Der G-BA hat sich auf eine erneute Sonderregelung verständigt (mehr erfahren »).

Ja, im Rahmen der Corona-Sonderregelungen ist weiterhin eine telefonische Krankschreibung möglich. Die Sonderregel ist vorläufig befristet bis 31. März 2023. Mehr erfahren »

Unabhängig von der Coronavirus-Pandemie erlaubt die gelockerte Arbeitsunfähigkeits-​Richtlinie die Feststellung einer AU per Video.

Voraussetzungen für Video-AU

  • Krankheitsbild lässt Untersuchung per Videosprechstunde zu,
  • Erstbescheinigung maximal für sieben Kalendertage (bekannte Patienten) bzw. drei Kalendertage (Neupatienten),
  • Folgekrankschreibung per Video nur zulässig, wenn die vorherige Krankschreibung nach persönlicher Untersuchung ausgestellt wurde.

Ein Anspruch der Versicherten auf eine AU-Bescheinigung per Videosprechstunde besteht jedoch nicht. Hintergrund der Regelung zur Video-AU ist die berufsrechtliche Lockerung des Verbots der ausschließlichen Fernbehandlung (nicht die Corona-Pandemie).

Die Regelungen und ihre Geltungsdauer haben wir für Sie auf einer eigenen Unterseite aufgelistet.

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Nein.

Auch wenn die Sorge bei Risikogruppen berechtigt sein mag, ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht der richtige und zulässige Weg, wenn der Krankheitswert, der zur Arbeitsunfähigkeit führt, fehlt.

Der Arbeitgeber kann und muss mit seinem Arbeitnehmer aufgrund seiner Fürsorgepflicht abstimmen, wie er mit diesem Risiko umgeht. In Frage kommen (unbezahlte/bezahlte) Freistellung, Urlaubs- oder Gleitzeitabbau. Ein berufliches Tätigkeitsverbot kann nur das Gesundheitsamt aussprechen. Dieses kommt jedoch erst bei Verdacht oder Infektion in Betracht. Unbenommen hiervon ist das Beschäftigungsverbot aufgrund ärztlichen Attests nach Mutterschutzgesetz.

 

Zum Versorgungsauftrag gehört, bei eigener Abwesenheit die Patientenversorgung zu regeln. Es gelten die Vorgaben der Zulassungsverordnung (Ärzte-ZV) und der Vertreterrichtlinie der KV Baden-Württemberg.

Eine Vertretung ist grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Vertretungsgründe möglich. Wird Ihre Praxis vorübergehend geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis, eine Krankenhausambulanz bzw. ein Krankenhaus, ermächtigte Ärzte oder die 116 117 ist nicht zulässig. Den Patienten ist ein konkreter Vertreter zu benennen (oder mehrere). Stimmen Sie bitte die kollegiale Vertretung mit den benannten Praxen ab und denken Sie daran, Ihre Abwesenheit der KV zu melden. Bitte denken Sie an die Abwesenheits- / Vertretermeldung über unser Mitgliederportal und vermerken Sie „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Letzte Aktualisierung: 22.11.2022