AU-Bescheinigung & Quarantäne

Krankschreibung in Zeiten von Corona

Nicht immer ist für die AU-Feststellung eine körperliche Untersuchung notwendig. Gerade in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr ergänzen Fernbehandlungen die medizinische Versorgung in der Arztpraxis sinnvoll. Rechtlich gilt: Bei der Befund­erhebung, Beratung und Behandlung gilt die ärztliche Sorgfaltspflicht, auch wenn die Kommunikation ausschließlich per Telefon oder Videosprechstunde läuft.

AU-Bescheinigung per Videosprechstunde oder Telefon

Krankschreibung ohne Praxisbesuch

Ausnahme wegen Corona: Die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit per Telefon ist befristet bis vorerst 31. Dezember 2020 wieder möglich: Mehr erfahren »

Unabhängig von der Coronavirus-Pandemie erlaubt die gelockerte Arbeits­unfähigkeits-​Richtlinie die Feststellung einer AU per Video: Mehr erfahren »

Video-Anamnese mit AUTelefon-Anamnese mit AU
nur bekannte Patientenalle
maximal 7 Tage (Erstbescheinigung)
Folgebescheinigung nur bei vorherigem PraxisbesuchFolgebescheinigung per Telefon einmalig für weitere 7 Tage möglich
alle Erkrankungen, falls per Video feststellbarausschließlich Infekte der oberen Atemwege mit leichter Symptomatik
  • Grund- oder Versichertenpauschale
  • ggf. Gesprächsleistung
  • GOP 01450 Zuschlag je Videokontakt
  • GOP 88220 (falls nur Video-Kontakt im Quartal)
  • GOP 40128 Porto für Versand der AU
  • GOP 40129 Porto für Versand Muster 21
  • GOP 01435 Bereitschaftspauschale (falls nur Telefon-Kontakt im Quartal)
  • Pseudo-GOP 88122 Porto für den Versand der AU oder Muster 21
AU-Richtlinie (dauerhaft)Corona-Sonderregel (befristet)

eGK-Daten bei Kontakt nur per Telefon oder Video

  • Patient ist der Praxis bekannt, war im Quartal noch nicht da: Versichertendaten aus der Patientenakte übernehmen.
  • Patient war noch nie in der Praxis: Versichertendaten erfragen bzw. den Patienten auffordern, seine eGK in die Kamera zu halten und den Versicherungsschutz mündlich zu bestätigen. Zu erfassen sind:
    • Name, Vorname / Wohnort (PLZ) / Geburtsdatum / Krankenkasse / Versichertenstatus (M, F, R)

  • KBV-Praxisinfo Coronavirus: In welchen Fällen das Einlesen der eGK entfällt

AU-Bescheinigung bei Quarantäne

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus wird Betroffenen häufig empfohlen, zu Hause zu bleiben. Die Gesundheitsämter ordnen mitunter eine Quarantäne an. Auch Arbeitgeber schicken zunehmend Mitarbeiter nach Hause, die unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person hatten.  Mit oder ohne Symptome? Diese Frage entscheidet darüber, ob der Patient, der sich in Quarantäne oder in häuslicher Isolation befindet, einen AU-Schein bekommt.

Keine Krankschreibung ohne Krankheit

Nur, wenn der Betroffene tatsächlich krank ist, stellt der Arzt eine AU-Bescheinigung aus. Bei Arbeitsunfähigkeit ist trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung erforderlich. Grundsätzlich gilt:

Patient zeigt Symptome (z. B. Husten, Fieber) AU-Bescheinigung
Patient zeigt keine Symptome  keine AU-Bescheinigung

Korrekt krankschreiben bei Corona-Verdacht

Praxismitarbeiter unter Quarantäne – wie Sie Entschädigung bekommen

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Um sowohl den Infektionsschutz durch einen adäquaten Umgang mit Kontakt­personen weiterhin zu gewährleisten als auch die medizinische Versorgung bei einem möglichen Personalmangel zu sichern, hat das RKI Handlungsoptionen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel eröffnet. Das RKI hat diese Informationen jüngst überarbeitet und an die aktuelle Situation angepasst. Die hier beschriebenen Handlungsoptionen gelten nur in Situationen von relevantem Personalmangel, um die akutmedizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Die Maßnahmen sind an die unterschiedlichen Kategorien von Kontaktpersonen (Kategorie 1, Kategorie 1b, Kategorie 3) und an Personal mit Erkrankungssymptomen und / oder positivem Testergebnis angepasst.

Die vorzeitige Tätigkeitswiederaufnahme ist nach Bewertung des Expositionsrisikos in Absprache vom zuständigen Gesundheitsamt zu genehmigen.

Ja. Die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit per Telefon für bis zu 7 Kalendertage bei einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege ist befristet ab 19. Oktober 2020 bis vorerst 31. Dezember 2020 wieder möglich. Der G-BA hat sich aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen auf eine erneute Sonderregelung verständigt. 

Die Kosten für den postalischen Versand der AU-Bescheinigung werden von den Krankenkassen mit 90 Cent übernommen. Rechnen Sie dazu die Pseudo-GOP 88122 für das Porto ab.

Ja, Vertragsärzte dürfen die Arbeitsunfähigkeit von Versicherten auch per Videosprechstunde feststellen. Außerdem ist die telefonische AU-Bescheinigung befristet ab 19. Oktober vorerst bis 31. Dezember 2020 wieder möglich.

Voraussetzungen für Video-AU

  • Versicherter ist der behandelnden Arztpraxis bekannt
  • Krankheitsbild lässt Untersuchung per Videosprechstunde zu
  • Erstbescheinigung maximal für sieben Kalendertage 
  • Folgekrankschreibung per Video nur zulässig, wenn die vorherige Krankschreibung nach persönlicher Untersuchung ausgestellt wurde.

Ein Anspruch der Versicherten auf eine AU-Bescheinigung per Videosprechstunde besteht jedoch nicht. Hintergrund der Regelung zur Video-AU ist die berufsrechtliche Lockerung des Verbots der ausschließlichen Fernbehandlung (nicht die Corona-Pandemie).

AU-Bescheinigung per Telefon

Die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit per Telefon für bis zu 7 Kalendertage bei einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege ist befristet ab 19. Oktober 2020 bis vorerst 31. Dezember 2020 wieder möglich. Der G-BA hat sich aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen auf eine erneute Sonderregelung verständigt (mehr erfahren »).

Die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration der Bundesregierung veröffentlicht auf ihrer Homepage Poster mit Grafiken und wichtigen Informationen zum Thema Coronavirus in vielen verschiedenen Sprachen. Es geht um die wichtigsten Regeln zu den Themen Gesundheit, Öffentliches Leben (Arbeiten und Geld) und Reisen. Die Beschlüsse von Bundesregierung und Bundesländern zu den Kontaktbeschränkungen sind hier ebenfalls als Übersetzungen abrufbar (Link unten).

Das Robert Koch-Institut (RKI) bietet seinen Flyer mit Hinweisen für nicht erkrankte Kontaktpersonen von COVID-19-Patienten sowie den Flyer für Patienten in häus­licher Iso­lierung bei be­stätig­ter COVID-19-Er­kran­kung neben Deutsch in folgenden Sprachen an:

  • Albanisch
  • Arabisch
  • Bulgarisch
  • Englisch
  • Französisch
  • Persisch
  • Polnisch
  • Rumänisch
  • Russisch
  • Slowakisch
  • Spanisch
  • Tschechisch
  • Türkisch
  • Ungarisch

Hier ist zu unterscheiden:

Ist ein Mitarbeiter tatsächlich erkrankt und kann er deshalb nicht arbeiten, muss ihm der Arbeitgeber nach den Regeln des Entgeltfortzahlungsgesetzes bis zu sechs Wochen lang sein normales Gehalt weiterbezahlen.

Haben die Behörden hingegen ein Tätigkeitsverbot oder Quarantäne angeordnet, zahlt der Praxischef zunächst die Gehälter weiter. In diesem Fall kann er sich das Geld jedoch nach § 56 Infektionsschutzgesetz von der Behörde zurückholen, die die Quarantäne angeordnet hat. Um seine Rechte geltend zu machen, hat der Arbeitgeber maximal zwölf Monate Zeit. Die Frist läuft ab dem ersten Tag der Quarantäne.

Etwas komplizierter ist die Rechtslage für den Verdienstausfall des Praxisinhabers selbst: Auch er hat zwar einen Entschädigungsanspruch auf Basis des Infektionsschutzgesetzes. Und auch hier gilt eine Frist von zwölf Monaten, gerechnet ab dem Beginn der Quarantäne. Die Entschädigung bemisst sich nach den letzten Jahreseinnahmen laut Steuerbescheid.

Online-Portal: Antrag bei Quarantäne oder Tätigkeitsverbot

Betroffene können ihre Entschädigungsanträge nach dem IfSG ab sofort über ein Online-Portal  einreichen. Dort finden sich auch weitere Informationen sowie die genauen Anspruchsvoraussetzungen.

Coronavirus – Entschädigung bei Praxisausfall

Ärzte haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird. Was Sie dazu wissen müssen, hat die KBV in einer Praxisinformation zusammengefasst.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Dauer und Art des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person in verschiedene Kategorien ein und hat Empfehlungen veröffentlicht, wie medizinisches Personal bei einer SARS-CoV-2-Exposition vorgehen soll.

Ja. Da das Virus leicht übertragbar ist, hat das Robert Koch-Institut (RKI) einen Flyer mit Handlungsempfehlungen für Patienten und Angehörige zur häuslichen Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung entwickelt.

In einem weiteren Flyer gibt das RKI Hinweise für nicht erkrankte Kontaktpersonen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne befinden.

Nein. Menschen ohne Krankheitszeichen stellt der Arzt keine AU-Bescheinigung aus. 

Auch wenn die Sorge bei Risikogruppen berechtigt sein mag, ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht der richtige und zulässige Weg, wenn der Krankheitswert, der zur Arbeitsunfähigkeit führt, fehlt.

Der Arbeitgeber kann und muss mit seinem Arbeitnehmer aufgrund seiner Fürsorgepflicht abstimmen, wie er mit diesem Risiko umgeht. In Frage kommen (unbezahlte/bezahlte) Freistellung, Urlaubs- oder Gleitzeitabbau. Ein berufliches Tätigkeitsverbot kann nur das Gesundheitsamt aussprechen. Dieses kommt jedoch erst bei Verdacht oder Infektion in Betracht. Unbenommen hiervon ist das Beschäftigungsverbot aufgrund ärztlichen Attests nach Mutterschutzgesetz.

Dokumente zum Download

In der aktuellen Situation ist das aus Sicherstellungsgründen möglich, allerdings nur, sofern der Vertragsarzt bzw. Vertragspsychotherapeut aus infektionsschutzrechtlichen Gründen unter behördlich angeordneter Quarantäne steht.

Üblicherweise sind ärztliche und psychotherapeutische Leistungen am Vertragsarztsitz zu erbringen. Sie dürfen nicht in den Privaträumlichkeiten angeboten werden.

Mehr zum Thema

Arztpraxen können derzeit die Kurzarbeit unter den erleichterten Voraussetzungen beantragen. Die Entscheidung über einen Antrag auf Kurzarbeit obliegt der jeweils zuständigen Agentur für Arbeit. 

Was ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld soll den Verdienstausfall von Mitarbeitern zumindest teilweise ausgleichen, der durch eine vorübergehende Verringerung der Arbeitszeit aufgrund fehlender Beschäftigung entsteht. 

Wie hoch ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld bezieht sich auf die Differenz zwischen dem Bruttoarbeitsentgelt, das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall in dem Anspruchszeitraum erzielt hätte und dem Bruttoarbeitsentgelt, das er tatsächlich erzielt hat. Es beträgt 67 Prozent, wenn der Arbeitnehmer oder sein Ehegatte / Lebenspartner ein Kind hat, ansonsten 60 Prozent.

Wann kann Kurzarbeit angeordnet werden?

Kurzarbeit kann nicht einfach vom Arbeitgeber angeordnet werden. Sie muss entweder im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag vorgesehen sein, was aber wohl bei den meisten Arbeitsverträgen in Arztpraxen nicht der Fall sein wird. Ansonsten ist Kurzarbeit nur im Einvernehmen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber möglich. Vorrangig muss Arbeitszeitguthaben und Urlaub abgebaut werden: Eine Mindestbetriebsgröße gibt es nicht, Kurzarbeit ist also auch bei einem Mitarbeiter möglich.

Wie wird Kurzarbeitergeld beantragt?

Kurzarbeitergeld muss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Dabei muss es muss dargelegt werden, dass mehr als ein Zehntel der Beschäftigten jeweils mehr als zehn Prozent ihres Bruttoeinkommens durch den Arbeitsausfall verlieren.

Wie ist der Geldfluss?

Die Arbeitsagentur bezahlt das Kurzarbeitergeld an den Arbeitgeber, der das dann an den Arbeitnehmer weiterleitet. 

Externe Links

Zum Versorgungsauftrag gehört, bei eigener Abwesenheit die Patientenversorgung zu regeln. Es gelten die Vorgaben der Zulassungsverordnung (Ärzte-ZV) und der Vertreterrichtlinie der KV Baden-Württemberg.

Eine Vertretung ist grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Vertretungsgründe möglich. Wird Ihre Praxis vorübergehend geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis oder das Krankenhaus genügt nicht. Den Patienten ist ein konkreter Vertreter zu benennen (oder mehrere). Stimmen Sie bitte die kollegiale Vertretung mit den benannten Praxen ab und denken Sie daran, Ihre Abwesenheit der KV zu melden (ab dem achten Kalendertag). Bitte vermerken Sie auf der Abwesenheits- / Vertretermeldung „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Nein. Bei gesunden Kindern ist ein Bezug von Krankengeld nicht vorgesehen und von den geltenden Regelungen nicht gedeckt.

Es gibt kein anderes Vorgehen, als wenn die Praxis aus anderen Gründen geschlossen wird, beispielsweise wegen Urlaub. Das bedeutet, dass Sie einen Vertreter organisieren und der KV melden müssen. 

Wird die Praxis geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis oder das Krankenhaus genügt nicht. Benennen Sie den Patienten einen oder mehrere konkrete Vertreter durch einen entsprechenden Aushang an der Praxis und einen Hinweis auf dem Anrufbeantworter. Stimmen Sie die kollegiale Vertretung unbedingt mit den benannten Praxen ab.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Bitte vermerken Sie auf der Abwesenheits- / Vertretermeldung „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Bei positiver Testung innerhalb des Praxisteams verfügt das Gesundheitsamt eine Quarantäneanordnung. Die Quarantäneanordnung bezieht sich auf einen einzelnen Arzt oder einen einzelnen nichtärztlichen Mitarbeiter, nicht pauschal auf das gesamte Praxisteam (alle Ärzte und alle nichtärztlichen Mitarbeiter in der Praxis). Das bedeutet somit für eine Praxis, insbesondere mit mehreren Ärzten und mehreren nichtärztlichen Mitarbeitern, dass diese Praxis auch faktisch nicht geschlossen werden muss, sondern weitergeführt werden kann.

Entschädigungsanspruch bei Anordnung durch das Gesundheitsamt

Wird die ärztliche Tätigkeit aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt oder Quarantäne angeordnet, besteht grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung (Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz). Dies gilt für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer. Voraussetzung für Entschädigungsansprüche ist das Verbot der Erwerbstätigkeit aus infektionsschutzrechtlichen Gründen oder die Anordnung von Quarantäne.

Nein. In diesem Fall ist keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen. Für das Ausstellen einer AU-Bescheinigung muss zwingend eine Krankheit vorliegen.

Erkrankte Mitarbeitende sollten unbedingt der Arbeit fernbleiben und haben aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung. Bleibt jemand aus Angst vor Ansteckung zuhause, ohne dass dies behördlich angeordnet oder mangels arbeitgeberseitiger Schutzmaßnahmen gerechtfertigt ist, so besteht für diese Zeit mangels Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf Lohn.

Rücksprache mit dem Gesundheitsamt

Der Patient, der noch keine Symptome hat, kann sich beim Gesundheitsamt melden und schildern, warum er der Ansicht ist, dass er besser nicht zur Arbeit gehen sollte. Das Gesundheitsamt gibt dann gegebenenfalls die Empfehlung, prophylaktisch vom Arbeitsplatz fernzubleiben.

Diese mündliche Empfehlung hat keinerlei rechtsverbindlichen oder anordnenden Charakter. Das Gesundheitsamt stellt in diesem Fall keine Bescheinigung aus. Der Arbeitgeber des betreffenden Patienten, der von dieser Empfehlung des Gesundheitsamtes erfährt, kann dann entscheiden, den Patienten freizustellen. Er zahlt dann das übliche Arbeitsentgelt weiter. Ein Entschädigungs­anspruch nach dem Bundes­infektionsschutz­gesetz besteht in diesem Fall nicht.

Hiervon ist die Situation zu unterscheiden, die zurzeit deutlich seltener vorkommt: Wenn das zuständige Gesundheitsamt bei entsprechend konkreten Verdachtsfällen ein sogenanntes Tätigkeitsverbot ausspricht (§ 31 Infektionsschutzgesetz), stellt das einen Verwaltungsakt dar, der wiederum bezüglich des Verdienstausfalls Entschädigungsansprüche auslöst (§ 56 Infektionsschutzgesetz).

Nein. Genau wie bei Läusen in der Kita oder wenn die Erzieherinnen streiken – Eltern müssen sich auch bei einer „Corona-Kita-Schließung“ um eine alternative Betreuung für ihre Kinder kümmern. Wenn das nicht klappt, müssen sie Urlaub beantragen.

Ja. Sowohl bei der Quarantäne einer Einzelperson als auch bei der Abriegelung einer ganzen Gemeinde wird der Lohn weiterhin gewährt. Das Infektionsschutzgesetz (§ 56) sorgt in Deutschland dafür, dass für sechs Wochen nach Beginn des Verdienstausfalls das Entgelt weitergezahlt wird. Bei Arbeitnehmern hat der Arbeit-geber die Entschädigung für die zuständige Behörde auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Wenn die Quarantäne nach den sechs Wochen noch andauert, wird Krankengeld gezahlt.

In diesem Fall ist es die freiwillige Entscheidung des Arbeitgebers. Damit der Arbeitnehmer keine Nachteile erleidet, ist der Arbeitgeber verpflichtet, weiterhin den Lohn zu zahlen.

Selbst wenn die Schließung nicht freiwillig erfolgt, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Lohn weiterzuzahlen.

Letzte Aktualisierung: 03.11.2020