FAQ Vertreter

Antworten auf häufige Fragen

Es müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Leistungen, für die spezielle Qualifikationsnachweise erforderlich sind, können nur erbracht und abgerechnet werden, wenn die hierfür erforderlichen Qualifikationen auch beim BAG-Partner, der die Behandlungen übernimmt, vorhanden sind. (BSG-Urteil v. 14.12.11, B 6 KA 31/10 R).
  • Der BAG-Partner muss die gleiche Gebietsbezeichnung wie der „vertretene“ BAG-Partner führen und im selben Versorgungsbereich zugelassen sein.
  • Sofern in den Abrechnungsbestimmungen die Leistungserbringung (und deren Abrechnung) bestimmten Arztgruppen zugewiesen ist, ist auch der Vertreter hieran gebunden.

Nein, nur dann wenn in der BAG ein externer Arzt als Vertreter eines BAG-Partners eingesetzt wird, gelten die Vertretungsregelungen.

§ 32 Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) (Vertragsärzte),
§ 32 a Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) (Ermächtigte),
§ 1 Abs. 3 i.V.m. § 32 Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) (Angestellte)

§ 4 Abs. 3, § 15 Abs. 1, § 17 Abs. 3 Bundesmantelvertrag (BMV-Ä),
§ 8 Abs. 5, § 13 Abs. 9, § 20 Bundesmantelvertrag Ärzte/Ersatzkassen (EKV)
§ 2 Abs. 15 Satzung der KV Baden-Württemberg

Vertreterrichtlinie der KV Baden Württemberg (siehe unten)

Wenn der Assistent in der Praxis des vertretenen Vertragsarztes beschäftigt ist:

Ja, der Vertragsarzt kann sich durch einen genehmigten Weiterbildungsassistenten bei Abwesenheit vertreten lassen, wenn sich dieser im letzten Weiterbildungsjahr befindet und es sich um eine unvorhergesehene/kurzfristige Vertretung handelt oder die Vertretung zur Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung erfolgt. Die Vertretungszeit ist dabei auf maximal 30 Arbeitstage (sechs Wochen) innerhalb von zwölf Monaten begrenzt. Der anstellende Arzt hat sich von der persönlichen fachlichen Eignung des Weiterbildungsassistenten zu überzeugen (§ 4 Abs. 2 Vertreterrichtlinie). Der Vertragsarzt haftet grundsätzlich für den Vertreter.

Wenn der Assistent in der Praxis eines anderen Vertragsarztes beschäftigt ist:

Wird ein genehmigter Weiterbildungsassistent derselben Fachrichtung als Vertreter eingesetzt, der bei einem anderen Vertragsarzt beschäftigt ist, ist mit der Ärztekammer die Unterbrechung der Weiterbildungszeit abzuklären. Der Weiterbildungsassistent hat dem Vertretenen einen Nachweis des Ausbilders vorzulegen, aus dem hervor geht, dass er für die Vertretungstätigkeit geeignet ist.

Dokumente zum Download

Der Praxisverweser wird maximal für die zwei darauffolgenden Quartale, hier bis zum 31. Dezember des Jahres, genehmigt.

Ja, wenn der Internist ausschließlich hausärztlich tätig wird.

Gemäß Zulassungsverordnung für Ärzte drei Monate innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten. Nach derzeitiger Auslegung der KVBW sind dies 65 Arbeitstage (Montag bis Freitag) innerhalb eines Zwölfmonatszeitraumes. Das heißt, dass regelhafte Vertretungen in Addition der wöchentlich vertretenen Tage bis zu 65 Arbeitstagen genehmigungsfrei, aber nicht anzeigefrei sind.

Wenn die Vertretung länger als eine Woche dauert, so ist sie der KVBW im Voraus anzuzeigen (§ 2 Vertreterrichtlinie). Hierzu steht Ihnen auf der Homepage ein entsprechendes Formular zur Verfügung (siehe unten).

Bei Abwesenheiten bzw. Vertretungen von weniger als acht Tagen, also unter einer Woche, muss diese nicht im Voraus angezeigt werden. Die Vertretungszeiten sind dann mit Namen des Vertreters in der Sammelerklärung, die mit der Abrechnung eingereicht wird, anzuzeigen.

Alle Abwesenheiten, auch längere, müssen mit Angabe der Vertretung auf der Sammelerklärung aufgeführt werden.

Dokumente zum Download

Grundsätzlich formfrei. Zur leichteren Handhabung stehen Formulare auf unserer Homepage zur Verfügung, welche Sie am PC ausfüllen können.

Nach der Zulassungsverordnung und der Vertreterrichtlinie ist eine Vertretung bei Krankheit, Urlaub, Teilnahme an einer ärztlichen Fortbildung oder Wehrübung für einen Zeitraum von drei Monaten innerhalb von zwölf Monaten ohne Genehmigung möglich.

Eine Vertragsärztin kann sich im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Entbindung bis zu einer Dauer von zwölf Monaten ohne Genehmigung vertreten lassen.

Wenn die Vertretung länger dauert, so ist für die Beschäftigung eines Vertreters die vorherige Genehmigung der KV Baden-Württemberg einzuholen.

Diese kann erteilt werden,

  1. wenn dies im Rahmen der Aus- oder Weiterbildung oder aus Gründen der Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung erfolgt,
  2. während Zeiten der Erziehung von Kindern bis zu einer Dauer von 36 Monaten, wobei dieser Zeitraum nicht zusammenhängend genommen werden muss, und
  3. während der Pflege eines pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung bis zu einer Dauer von sechs Monaten.

Die Genehmigungen werden befristet erteilt. Die Genehmigung aus Sicherstellungsgründen erfolgt in der Regel längstens für die Dauer von zwei Jahren. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden Württemberg kann die in Nummer 2 und 3 genannten Zeiträume verlängern. Für die Beschäftigung eines Vertreters ist die vorherige Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung erforderlich.

Dokumente zum Download

Ja, sofern die Vertretungszeiten einschließlich der Urlaubs, Krankheits- und Fortbildungstage, die 65 Arbeitstage (Montag bis Freitag) innerhalb eines Zwölf- Monatszeitraumes nicht überschreiten. Die regelmäßige Vertretung ist im Voraus anzuzeigen. Hierzu stehen Ihnen unsere Formulare auf der Homepage (siehe unten) zur Verfügung.

Stundenweise beziehungsweise halbtageweise Vertretungen werden als Ganztagsvertretungen gerechnet

Dokumente zum Download

Es ist grundsätzlich erforderlich, dass die Ärzte, die sich gegenseitig vertreten, über dieselbe Fachgebietsbezeichnung verfügen.

Ja, da beide Ärzte an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen und das entsprechende Leistungsspektrum anbieten.

Nach dem BSG (Entscheidung B 6 KA 31/10 R) kann ein Vertragsarzt einen anderen Vertragsarzt nur im Rahmen seiner eigenen Zulassung vertreten. In einer versorgungsbereichsübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaft, so das BSG, darf der Gesellschafter, der nur zur hausärztlichen Versorgung zugelassen ist, auch im Vertretungsfall keine Leistungen abrechnen, deren Abrechnung dem fachärztlichen Versorgungsbereich vorbehalten ist.

Ja. Allerdings ist die Berufsordnung zu beachten, nach der niedergelassene Ärzte grundsätzlich zur gegenseitigen Vertretung bereit sein sollen.

Der Vertragsarzt ist für die Versorgung seiner Patienten, auch bei Abwesenheit verantwortlich. Dies beinhaltet auch, dass sich der kollegiale Vertreter in zumutbarer Entfernung für die Patienten befindet.

Nein. Die Angabe auf der Sammelerklärung hat Bedeutung für die Leistungsabrechnung, während die Meldung an den Geschäftsbereich Zulassung/Sicherstellung (Formular unten) im Interesse der sicherzustellenden Patientenversorgung erfolgt.

Dokumente zum Download

Die Vertretungsregelungen gelten über § 1 Abs. 3 Zulassungs-Verordnung auch für angestellte Ärzte.

Ein Vertreter für einen angestellten Arzt kann aus den gleichen Gründen bestellt werden, wie für den Vertragsarzt. Diese sind etwa Krankheit, Urlaub, Entbindung, Weiterbildung, Erziehungszeiten oder Pflegezeiten. Auch im Falle einer Kündigung oder Freistellung oder im Falle des Todes des angestellten Arztes darf für einen Zeitraum von sechs Monaten ein Vertreter bestellt werden.

Ist der Psychotherapeut zum Beispiel in Urlaub, hat er einen Ansprechpartner für seine Patienten zu benennen.

Ja. Vertretungszeiten und Namen der Vertreter sind immer in der Sammelerklärung anzugeben. Welche Formulare Sie darüberhinaus ausfüllen müssen, hängt vom Vertretungsgrund, vom zulassungsrechtlichen Status des vertretenen Arztes/Psycho­therapeuten und vom Abwesenheitszeitraum ab.

AnlassStatusZeitraumFormular

Urlaub
Krankheit

Zulassung
Anstellung
≤ 3 MonateAbwesenheits- / Vertretermeldung
> 3 MonateGenehmigungsantrag Vertreter
Ermächtigung≤ 3 MonateAbwesenheits- / Vertretermeldung
Entbindung
Erziehungszeit

Zulassung
Anstellung
≤ 12 MonateAbwesenheits- / Vertretermeldung
> 12 Monate
≤ 36 Monate
Genehmigungsantrag Vertreter
Tod

Zulassung≤ 6 MonateGenehmigungsantrag Praxisfortführung
Anstellung≤ 6 MonateAbwesenheits- / Vertretermeldung bei beendeter Anstellung

Freistellung
Kündigung
Aufhebungsvertrag etc.
Anstellung≤ 6 Monate

Hinweise zu Vertretungen

Eine kollegiale Vertretung liegt vor, wenn der Vertreter die Vertretungsfälle in seiner eigenen Praxis behandelt. Die Abrechnung erfolgt über den Vertreterschein.

Ja, in Ausnahmefällen, wenn dies zur Sicherstellung erforderlich ist und die eigene Präsenzpflicht nicht beeinträchtigt wird. Die Abrechnung erfolgt über den Arzt, der sich vertreten lässt.

Nein, da die Zulassungsverordnung keine längere Vertretung als den Dreimonatszeitraum zulässt. Insofern bleibt dem ermächtigten Arzt nur die Möglichkeit, seine Ermächtigung vorübergehend zu beenden. Gleiches gilt auch für ermächtigte Ärztinnen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft.

Für substituierende Ärzte sind spezielle Vertretungsvorschriften in § 5 Abs. 3 BtMVV zu beachten. Nach § 5 Abs. 3 BtMVV soll ein substituierender Arzt, der die Fachkunde Suchtmedizin innehat, sich grundsätzlich durch einen Arzt vertreten lassen, der dieselben Voraussetzungen erfüllt.

Gelingt es dem substituierenden Arzt nicht, einen entsprechenden Vertreter zu bestellen, so kann der Arzt durch einen Arzt, der die Mindestanforderungen an die suchttherapeutische Qualifikation nicht erfüllt, zur Sicherstellung der kontinuierlichen Betreuung der Patienten vertreten werden. Das ist für einen zusammenhängenden Zeitraum von bis zu vier Wochen und längstens insgesamt zwölf Wochen im Jahr möglich. Dabei hat sich der vertretende Arzt hinsichtlich der Substitutionsbehandlung vor Vertretungsbeginn mit dem vertretenen Arzt abzustimmen. Dies gilt auch, wenn im Rahmen der Vertretung eine unvorhergesehene Änderung der Substitutionstherapie erforderlich ist. Wenn eine entsprechende Abstimmung rechtzeitig nicht möglich ist, ist ein anderer Arzt mit der Fachkunde Suchtmedizin konsiliarisch einzubinden.

Wenn der Vertreter über einen Zeitraum von länger als vier Wochen eingesetzt werden soll, muss er auf jeden Fall die Fachkunde Substitution erworben haben. Auch ist bei einer Vertretung für länger als vier Wochen eine Ummeldung an das Substitutionsregister erforderlich.

Die vom Vertreter in der Praxis des Vertretenen erbrachten Substitutionsleistungen werden über den Vertretenen abgerechnet und vergütet. Erfolgt die Vertretung nicht in eigener Praxis ist hierbei zu beachten, dass die Abrechnung auf einem so genannten Vertreterschein vorzunehmen ist. Bei Fragen können Sie sich gerne an Ihre bekannten Ansprechpartnerinnen Substitution wenden.

Im Falle von Psychotherapeuten ist festzuhalten, dass eine Vertretung bei genehmigungspflichtigen Therapien und probatorischen Sitzungen nach den Bundesmantelverträgen grundsätzlich nicht zulässig ist.

Fachärzte für Anästhesie, die ausschließlich ambulant tätig sind, sind nicht von den Vertretungsregelungen ausgenommen. Die Urlaubszeiten sind der KV Baden-Württemberg zu melden und Vertreter gegebenenfalls in Absprache mit den Operateuren zu benennen.

Nein, nach dem Bundessozialgericht sind die Vertretungsregelungen des § 32 Abs. 1 Ärzte-ZV nicht auf die in einer Berufsausübungsgemeinschaft tätigen Partner anwendbar. Die Behandlung durch einen anderen Arzt der Berufsausübungsgemeinschaft ist keine „Vertretung“ des Vertragsarztes. Dies gilt auch für fach- und versorgungsübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften. Die Berufsausübungsgemeinschaft tritt der KV gegenüber wie ein Einzelarzt als einheitliche Rechtspersönlichkeit auf. Die für die Vertragsärzte geltenden Vertretungsregelungen gelten für die Praxis als Gesamtheit.

Ja, es gelten die Regelungen wie bei der fachgleichen Berufsausübungsgemeinschaft. Die Behandlung, die wechselseitig von den Partnern der Berufsausübungsgemeinschaft wahrgenommen werden kann, wird aber je nach Fachgebiet geringer sein.

Letzte Aktualisierung: 21.07.2015