FAQ DocDirekt

Antworten auf häufige Fragen

Patienten in den Modellregionen Stuttgart und Tuttlingen können sich per App, Telefon, Videotelefonie oder Chat montags bis freitags zwischen 9 und 19 Uhr von einem Arzt telemedizinisch beraten lassen. Wenn sich ein Patient meldet,  fragt eine speziell geschulte medizinische Fachangestellte zunächst die Daten des Patienten wie Name, Geburtsdatum, Adresse, Name der Krankenkasse und die Versichertenart sowie das Beschwerdebild ab. Anhand der Daten erstellt die MFA ein „Ticket“, das der Tele-Arzt online über eine webbasierte Plattform aufrufen kann.

Ist ein Arzt nicht in der Plattform eingeloggt, erhält er die Patientenanfrage per SMS oder via App. Der Tele-Arzt sieht in der Plattform das Beschwerdebild und die Kontaktdaten des Patienten und kann sich beim Patienten melden. Anhand des Patientengesprächs erhebt der Tele-Arzt die Anamnese und den Befund. Anschließend empfiehlt er dem Patienten das weitere Vorgehen. Ist eine taggleiche persönliche Vorstellung des Patienten bei einem (Fach-)Arzt notwendig, wird der Patient durch den Tele-Arzt an eine sogenannte PEP-Praxis (patientennah erreichbare Portalpraxis) weitergeleitet. Nach Abschluss des Gesprächs kann der Tele-Arzt die Dokumentation ganz unkompliziert in der Software vornehmen.

Externe Links

Ziele des Modell-Projekts docdirekt

  • Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung
  • Nachweis der Effektivität und Qualität der telemedizinischen Beratung und Behandlung im Vergleich zur präsenzgestützten Versorgung
  • schneller und niedrigschwelliger Zugang zur ärztlichen Akutbehandlung (bedarfsgerechte Steuerung des Behandlungsgeschehens)
  • Entlastung der (Vertrags-)Ärzte in allen Regionen durch eine Verringerung der „einfachen“ medizinischen Fälle
  • Erhöhung der Attraktivität des Arztberufes durch Einsatz digitaler Technologien
  • Vermeidung von Wegstrecken und Wartezeiten für Patienten
  • Erprobung neuer Versorgungsformen

Bisher durfte Telemedizin nur dann zum Einsatz kommen, wenn ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt sichergestellt ist. Durch die Änderung des § 7 Abs. 4 der Berufsordnung kann die Landesärztekammer Baden-Württemberg Modellprojekte genehmigen, bei denen die ärztliche Behandlung ausschließlich über Kommunikationsnetze durchgeführt wird. Die Kassenärztliche Vereinigung hat für ihr Projekt docdirekt eine solche Genehmigung bekommen.

Das Angebot steht Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen in den Modellregionen Tuttlingen und Stuttgart offen. Auch Versicherte, die an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen, können docdirekt in Anspruch nehmen. Privatpatienten können docdirekt nicht nutzen.

Die Servicezeiten von docdirekt für Patienten sind montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr.

Patienten, die nicht sicher sind, ob ein Arztbesuch in ihrem Fall notwendig ist, können sich zunächst an docdirekt wenden und auch ohne persönlichen Arztbesuch kompetent beraten werden. Durch die Möglichkeit der direkten Weiterleitung an eine PEP-Praxis ist auch eine gegebenfalls erforderliche persönliche Akutbehandlung direkt möglich.

Der Fragenkatalog der medizinischen Fachangestellten, die das Telefonat entgegennehmen, ist so gestaltet, dass Notfälle schnell erkannt werden. Im Falle eines Notfalles leitet die MFA den Patienten sofort an eine Rettungsleitstelle weiter.

Vergütung von Leistungen

  • Tele-Arzt: 25 Euro je Anruf außerhalb MGV
  • PEP-Praxis:  20 Euro Fallwertzuschlag + Vergütung Behandlungsfall außerhalb MGV

Zunächst wird docdirekt in zwei Modellregionen getestet. Die Wahl ist auf die Stadt Stuttgart und den Landkreis Tuttlingen gefallen.

Bei der medizinischen Beratung und Behandlung genießen Datensicherheit und Datenschutz oberste Priorität. Die Datenverarbeitung findet ausschließlich im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland statt. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen und verschlüsselt auf Datenbankservern in zertifizierten deutschen Rechenzentren abgelegt.

Das Modellprojekt docdirekt wird vom Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

PEPP steht für patientennah erreichbare Portalpraxis. Die PEP-Praxen ergänzen das Angebot von  docdirekt in den Modellregionen Stuttgart und Tuttlingen. Der Tele-Arzt bei docdirekt hat die Möglichkeit, Patienten im Bedarfsfall an eine PEP-Praxis weiterzuleiten. Die haus- und fachärztlichen PEP-Praxen stellen für taggleiche notwendige Akutbehandlungen Kapazitäten zur Verfügung.

Eine über die Akutversorgung hinausgehende weitere Behandlung des Patienten durch die PEP-Praxis ist möglich, aber nicht notwendig.

Als Tele-Arzt kann jeder Vertragsarzt aus Baden-Württemberg tätig werden. Zu Beginn des Projektes sind vor allem Haus- und Kinderärzte vorgesehen.

Der Tele-Arzt übernimmt die telefonische Fernberatung/Behandlung der Patienten, die bei DocDirekt anrufen. Er kann die Patienten – im Bedarfsfall – an eine PEP-Praxis zur weiteren Akutbehandlung verweisen. Der Tele-Arzt wird für diese Aufgabe speziell geschult.

Teilnehmende Ärzte sind verpflichtet, vor Beginn der Tätigkeit an einer kostenfreien telemedizinischen Schulung der KVBW erfolgreich teilzunehmen, die sie auf die speziellen telemedizinischen Anforderungen vorbereitet. Im Rahmen des Projekts können weitere Nachschulungen notwendig werden, die für die weitere Teilnahme verpflichtend sind.

Eine Ausstellung und Übermittlung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Rezepten durch den Tele-Arzt ist derzeit gesetzlich leider nicht möglich.

Tele-Ärzte müssen eine Berufshaftpflichtversicherung für das mit dem Projekt spezifisch verbundene Risiko telemedizinischer Beratung und Behandlung in angemessener Höhe mit einer Deckungssumme von mindestens 3.000.000 Euro für Personen- und Sachschäden abgeschlossen haben.

Letzte Aktualisierung: 14.12.2017