EBM

Weiterentwicklung des Hausarzt- und Facharzt-EBM

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) wird stetig weiterentwickelt.

Hinweis

Die Leistungsbeschreibungen sind zusammengefasst bzw. verkürzt angegeben.
Es gelten die vom Bewertungsausschuss (BA) beschlossenen und im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Wortlaute.

Wichtige EBM-Änderungen 2017

Kindernephrologie

Für die nephrologische Betreuung von Kindern erhalten Pädiater ab April einen Zuschlag zur Versichertenpauschale von rund 100 Euro im Quartal. Dazu wird eine neue Gebührenordnungsposition 04563 in den EBM aufgenommen.

Vergütung erfolgt extrabudgetär

Die neue Gebührenordnungsposition GOP 04563 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale (04000) einmal im Behandlungsfall gewährt und ist mit 950 Punkten (100,04 Euro) bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung zum festen Preis.

Abgerechnet werden kann der Zuschlag, wenn ein Versorgungsauftrag gemäß Paragraf 3 Abs. 3 Buchstabe e) Anlage 9.1 im Bundesmantelvertrag-Ärzte wahrgenommen wird.

Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten

Die Anleitung eines Diabetikers zur Handhabung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung (rtCGM) wird ab 1. April über den EBM vergütet.

Für die Anleitung der Patienten zur Handhabung der Geräte werden neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen. Abrechnen können sie Hausärzte und Internisten (GOP 03355 bzw. 13360) sowie Kinder- und Jugendmediziner (GOP 04590) jeweils mit besonderer Qualifikation. Die Vergütung für vollendete zehn Minuten beträgt 7,58 Euro (72 Punkte).

Insgesamt kann die Leistung bis zu zehnmal im Jahr angesetzt werden, zum Beispiel für die Schulung des Patienten, sodass im Jahr bis zu 75,80 Euro vergütet werden. Ärzte können die Anleitung des Patienten auch teilweise an das Praxispersonal delegieren.

ArztgruppeGOP
Hausärzte und hausärztlich tätige Internisten jeweils mit
der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder
der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“
03355
Internisten mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder
der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“
13360
Kinder- und Jugendmediziner mit der Zusatzweiterbildung
„Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie“ oder „Diabetologie“
oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft
04590

Notfalldienst

Bei der Abrechnung der Versorgung im Notfall und im Notdienst wird ab 1. April 2017 nach dem Schweregrad der Fälle differenziert. Für Patienten mit erhöhtem Behandlungsaufwand werden Schweregradzuschläge als Zuschlag zu den Notfallpauschalen in den EBM aufgenommen. Für Fälle ohne Not­wendig­keit einer Notfallbehandlung, wird eine Abklärungspauschale eingeführt.

Die Bewertung der GOP 01210 wird infolgedessen von bisher 127 Punkten auf 120 Punkte abgesenkt.

Schweregradzuschläge

Die Schweregradzuschläge nach GOP 01223 und 01224 sind an folgende schwer­wiegende, gesicherte Behandlungsdiagnosen geknüpft:

  • Frakturen im Bereich der Extremitäten proximal des Metacarpus und Metatarsus
  • Schädel-Hirn-Trauma mit Bewusstlosigkeit von weniger als 30 Minuten (S06.0 und S06.70)
  • akute tiefe Beinvenenthrombose
  • Hypertensive Krise
  • Angina pectoris (ausgenommen: ICD I20.9)
  • Pneumonie
  • akute Divertikulitis.

In Fällen, in denen diese Kriterien nicht erfüllt werden, aber auf Grund der Art, Schwere und Komplexität der Behandlungsdiagnose eine besonders aufwändige Versorgung im Rahmen der Notfallversorgung notwendig ist, können die Schwere­grad­zuschläge mit ausführlicher schriftlicher medizinischer Begründung im Ausnahmefall berechnet werden. Hierbei ist insbesondere die Schwere und Komplexität der Behand­lungs­diagnose darzulegen.

GOPZuschlag zur NotfallpauschaleLeistungsinhaltBewertung
01223GOP 01210Zuschlag für Patienten mit den ge­nannten gesicherten Diagnosen
  • Tag
128 Punkte
01224GOP 01212 Zuschlag für Patienten mit den ge­nannten gesicherten Diagnosen
  • Nacht, Wochenende, Feiertage
195 Punkte
01226GOP 01212 Zuschlag bei
  • Neugeborenen, Säuglingen und Klein­kindern
  • Patienten mit schweren kognitiven, emotionalen und verhaltens­bezogenen Be­ein­trächti­gungen und/oder Demenz/Parkinson-Syndrom
  • Nacht, Wochenende, Feiertage
90 Punkte

Abklärungspauschale

Für Patienten, die nicht notfallmäßig in der Notaufnahme im Krankenhaus oder im organisierten Bereitschaftsdienst behandelt werden müssen und deshalb in eine Arztpraxis weitergeleitet werden können.

GOPLeistungsinhaltBewertung
01205 Abklärung der Behandlungsnotwendigkeit
  • Tag
45 Punkte
01207 Abklärung der Behandlungsnotwendigkeit
  • Nacht, Wochenende, Feiertage
80 Punkte

Telekonsile

Für die Abrechnung der Telekonsile gibt zum 1. April 2017 vier neue Gebühren­ordnungs­positionen (GOP) im Kapitel 34 EBM.

Abrechnungsvoraussetzungen:

  • Die technischen Anforderungen müssen erfüllt sein (siehe Anlage 31a Bundesmantelvertrag-Ärzte).
  • Nachweis gegenüber der KV durch eine Erklärung des Kommunikationsdienstes
  • Vorliegen einer Genehmigung zur Abrechnung der im jeweiligen Konsil zu klärenden Röntgen- und/oder CT-Untersuchungen
  • Medizinische Fragestellung fällt nicht in das Fachgebiet des Arztes, der das Telekonsil einholt, oder
    die Zweitbefundung ist wegen besonders komplexer medizinischer Fragestellung erforderlich.

Nicht möglich sind diese Leistungen innerhalb von Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren, Apparategemeinschaften und ähnlichen Ein­richtungen sowie im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms.

Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditäts­­­bedingten Gesamt­­vergütung und damit extra­budgetär.

Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ab 1. April 2017
34800Einholung einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung von Röntgen- und/oder CT-Aufnahmen91 Punkte einmal im Behandlungsfall
Punktzahlvolumen je Praxis
34810
  • Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen
  • schriftlicher Bericht
  • elektronische Übermittlung des Konsils, max. drei Werktage nach Auftragseingang
110 Punkte je Konsiliarauftrag
34820
  • Befundbeurteilung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34310, 34311, 34320, 34350, 34351
  • schriftlicher Bericht
  • elektronische Übermittlung des Konsils, max. drei Werktage nach Auftragseingang
276 Punkte je Konsiliarauftrag
34821
  • Befundbeurteilung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34312, 34321, 34322, 34330, 34340 bis 34344
  • schriftlicher Bericht
  • elektronische Übermittlung des Konsils, max. drei Werktage nach Auftragseingang
389 Punkte je Konsiliarauftrag

 

 

Änderungen bei der Zuzahlung Heilmittelabgabe

Die Zuzahlungsbeträge bei Heilmittelabgabe in der Arztpraxis für Ersatz- und Primärkassen erhöhen sich zum 1. April 2017.

Sozialpädiatriezuschlag künftig dreimal im Krankheitsfall abrechnungsfähig

Die sozialpädiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen wird ab Januar 2017 besser vergütet. Statt wie bisher zweimal kann der 2015 eingeführte Zuschlag für die Beratung zu weiterführenden Maßnahmen dann dreimal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Hintergrund der Anpassung ist, dass das Vergütungsvolumen von etwa 14 Millionen Euro pro Jahr bislang nicht ausgeschöpft wird.

Die Gebührenordnungsposition 04356 war vor zwei Jahren als Zuschlag im Zusammenhang mit der sozialpädiatrischen Gebührenordnungsposition 04355 in den EBM aufgenommen worden. Da im Jahr 2015 das für diese Leistung vorgesehene Vergütungsvolumen von etwa 14 Millionen Euro nicht ausgeschöpft werden konnte, weitet der Bewertungsausschuss nun die Berechnungsmöglichkeit der Gebührenordnungsposition 04356 aus.

Kinderichtlinie: Mukoviszidosescreening & Höherbewertungen

Um das neu in die Kinder-Richtlinie aufgenommene Screening auf Mukoviszidose abzubilden, wurde die bestehende Gebührenordnungsposition 01707 „Erweitertes Neugeborenen-Screening“ erweitert. Darüber hinaus wurde eine neue Leistung nach der Gebührenordnungsposition 01709 (50 Punkte) für den Arzt eingeführt, welcher das Screeninglabor auf Mukoviszidose veranlasst.

Die bestehende Gebührenordnungsposition 01708 „Laboruntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings“ entfällt. Deren Inhalte sind nun über die neuen Gebührenordnungspositionen 01724 bis 01727 anderweitig geregelt. Während die Gebührenordnungs­position 01724 die bisherige Neugeborenen-Screening­untersuchung der Zielkrankheiten enthält, wird in den Gebührenordnungspositionen 01725 bis 01727 des Katalogs die dreistufige Diagnostik des neu in die Richtlinie aufgenommenen Screenings auf Mukoviszidose abgebildet. Zusätzlich werden aufgrund geänderter Untersuchungs- und Beratungsinhalte die Bewertungen der Gebührenordnungs­positionen 01712 bis 01719 um 30 Prozent und 01723 um 13 Prozent  auf 401 Punkte erhöht.

NäPa – Änderungen bei der Abrechnung

Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa)

Änderungen ab 01.01.2017:

Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa) im EBM
GOP 03060
Strukturelle Förderung als Zuschlag zu GOP 03040 (von KV zugesetzt)
22 Punkte
GOP 03061
Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03060 (von KV zugesetzt)
12 Punkte

(03060 und 03061: maximal 23.800 Punkte pro Praxis und Quartal, bei HZV-Teilnahme 34 Punkte weniger je HZV-Fall)
GOP 03062
Besuch der NäPa (erster Besuch innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld
166 Punkte
GOP 03064
Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03062 (von KV zugesetzt)
20 Punkte
GOP 03063
Mitbesuch der NäPa (Besuch eines weiteren Patienten innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld
122 Punkte
GOP 03065
Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03063 (von KV zugesetzt)
14 Punkte

Besuch und Mitbesuch einer NäPa

  • ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet

Genehmigungspflicht der GOP 03060, 03062 und 03063

Um Leistungen für eine NäPa abzurechnen, brauchen Sie eine Genehmigung.

Neue Kriterien für die Abrechnungsgenehmigung:

  • NäPa (gemäß Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte) mit mindestens 20 Wochenstunden
  • mindestens 700 Behandlungsfälle je Quartal bei vollem Versorgungsauftrag
    (Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
    Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 521 Fälle je weiterem vollen Sitz. Das heißt bei zwei Sitzen 1.221 Fälle, bei zweieinhalb Sitzen 1.482 Fälle, bei drei Sitzen 1.742 Fälle usw.
    oder
    mindestens 120 Fälle je Quartal mit Patienten, die im jeweiligen Quartal 75 Jahre oder älter waren bei vollem Versorgungsauftrag
    (Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
    Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 80 Fälle je weiterem vollen Sitz.

Sofern kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Fälle aus HzV-Verträgen werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem Hausarztvertrag teilnehmen und die NäPa-Genehmigung besitzen, sind verpflichtet, der KV alle im aktuellen Quartal behandelten HZV-Patienten in der Abrechnung anzugeben (Pseudofall mit Angabe der Kennziffer 88192). Neu niedergelassene Hausärzte müssen Mindestfallzahlen zur Anstellung einer nicht-ärztlichen Praxisassistentin in den ersten sechs Quartalen nicht erfüllen.

Wichtige EBM-Änderungen 2016

Medikationsplan

Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte erhalten ab Oktober eine Einzelleistungsvergütung für Patienten, die nicht chronisch krank sind (neue GOP 01630). Bei Chronikern gibt es pauschal einen Zuschlag auf die Chroniker­pauschale, unabhängig davon, ob für den Patienten ein Medikationsplan zu erstellen beziehungs­weise zu aktualisieren ist.

Fachärzte, die einen Medikationsplan erstellen, können bei bestimmten Patienten ebenfalls die Einzelleistung (GOP 01630) abrechnen. Für alle anderen Patienten erhalten die meisten Fachgruppen einen Zuschlag auf die Grundpauschale, ebenfalls unabhängig davon, ob tatsächlich ein Medikationsplan zu erstellen beziehungsweise zu aktualisieren ist. Die Vergütung erfolgt stets extrabudgetär und somit zu festen Preisen.

Die wichigsten Informationen zum Medikamentenplan haben wir für Sie in einem Merkblatt  zusammengestellt.

Pflegeheimversorgung – Besuche von Praxisassistentinnen

Die ärztliche Versorgung von Heimbewohnern soll sich verbessern. Zum 1. Juli wurde das neue Kapitel 37 im EBM eingeführt, das die Leistungen für die Berechnung zusätzlicher ärztlicher Kooperations- und Koordinationsaufgaben regelt. Auf diese Weise sollen Ärzte, die Kooperationsverträge mit Heimen abschließen, hierfür besser vergütet werden. Die Leistungen werden extrabudgetär vergütet. mehr erfahren »

Außerdem sollen neue Möglichkeiten der Delegation ärztlicher Leistungen geschaffen werden. Hierzu dient das neue Kapitel 38 der EBM. Konnten bereits Hausärzte Leistungen an sogenannte qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) delegieren, können dies künftig auch Fachärzte.

Patientenadaptiertes Narkosemanagement in der Kataraktchirurgie

Die unterschiedlichen Anästhesieverfahren, die in der Kataraktchirurgie abgerechnet werden können, werden ab 1. Juli 2016 in einer Pauschale zusammengefasst. Anästhesisten können dann patientenindividuell auswählen, welches Verfahren sie anwenden oder die Verfahren kombinieren.

Für bei Kataraktoperationen in Anspruch genommene Anästhesisten sind künftig unabhängig von der Art des Narkosemanagements spezifische Pauschalen ansatzfähig.

  • z. B. außerbudgetäre Einzelleistung GOP 31841 (706 Punkte) für das Narkosemanagement bei Katarakt-OP nach GOP 31351
  • obligater Zuschlag GOP 05315 (15 Punkte) im Budget

Genetisches Labor

Der Bereich Humangenetik im EBM wurde grundlegend überarbeitet, um die genetischen Leistungen im EBM an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik anzupassen. Einige der Leistungen werden ab 1. Juli 2016 extrabudgetär vergütet. Darauf haben sich KBV und Krankenkassen im Bewertungsausschuss geeinigt.

Die bisherigen humangenetischen Laboruntersuchungen nach den Gebühren­ordnungs­positionen (GOP) 11310 bis 11312  (Zytogenetik) und 11320 bis 11322 (Molekular­genetik) werden zum dritten Quartal 2016 in differenzierte GOP für Leistungen der konstitutionellen genetischen Diagnostik und Leistungen der tumorgenetischen Diagnostik überführt.

Folgende Leistungssegmente der humangenetischen und der tumorgenetischen Laborleistungen werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung finanziert:

Extrabudgetäre Vergütung

  • umfangreiche humangenetische Analysen (GOP 11449 und 11514),
  • allgemeine Tumorgenetik (Unterabschnitt 19.4.2),
  • Companion Diagnostic (Unterabschnitt 19.4.4).

11.4.1 Fallbezogene Pauschalen der in-vitro-Diagnostik konstitutioneller genetischer Veränderungen

GOP 11301Sie umfasst ärztliche und weitere Inhalte, die zusätzlich bei Probeneinsendungen erforderlich sind. Folglich ist die Berechnung dieser Leistung neben Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen im Behandlungsfall ausgeschlossen.
GOP 11302Sie umfasst die ärztliche Beurteilung und die Gemeinkosten konstitutioneller genetischer Analysen und ist als Zuschlag zu entsprechend aufwendig zu beurteilenden Untersuchungen ausgestaltet.
GOP 11302Sie ist für eine erneute Beurteilung der bereits vorliegenden Befunde nach frühestens vier Jahren berechnungsfähig. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass molekularzytogenetische Untersuchungen nach der GOP 11508 und humangenetische Mutationssuchen nach den GOP 11513 und 11514 zu Ergebnissen führen können, die auf dem Stand des derzeitigen Wissens nicht mit ausreichender Sicherheit interpretierbar sind. Diese Varianten unklarer klinischer Signifikanz können auf dem Stand des dann – nach frühestens vier Jahren – aktuellen Wissens erneut beurteilt und vermutlich auch einer Klärung zugeführt werden.

11.4.2 Indikationsbezogene genetische in-vitro-Diagnostik monogener Erkrankungen


Die Präambel zum Abschnitt 11.4 Nr. 11 stellt klar, dass der Untersuchungsumfang der indikationsbezogenen Stufendiagnostik nach Abschnitt 11.4.2 abschließend ist.

Eine Leistung nach den GOP 11508, 11513 und 11514 EBM ist nur bei Vorliegen der Indikationsvoraussetzungen nach § 6 der Qualitätssicherungsvereinbarung-Molekulargenetik zulässig.

Der Unterabschnitt wurde um folgende Indikationen erweitert:

  • das Noonan-Syndrom als „nicht seltene“ Erkrankung mit kardialer Beteiligung und Entwicklungsverzögerung (GOP 11355 und 11356)
  • das Marfan-Syndrom als hereditäre Erkrankung des Bindegewebes unter anderem mit Beteiligung des Herz-Kreislauf- und des Skelettsystems sowie der Augen (GOP 11444 bis 11448)

Sofern der Leistungsumfang der indikationsbezogenen Mutationssuchen nach den GOP 11352, 11371, 11401, 11411, 11431, 11432 und 11440 dem Umfang nach erweitert werden muss, kann nach vorheriger Genehmigung durch die zuständige Krankenkasse der Zuschlag nach der GOP 11449 (außerbudgetär) berechnet werden.

Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung

Für die spezialisierte Diagnostik geriatrischer Patienten gibt es ab 1. Juli 2016 neue Gebühren­ordnungs­positionen im EBM. Künftig können Hausärzte Patienten für das weiterführende geriatrische Assessment an einen spezialisierten geriatrischen Vertrags­arzt oder eine ermächtigte Geriatrische Instituts­ambulanz (GIA) überweisen.

Die Leistungen des neuen EBM-Abschnitts 30.13 „Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung“ sind für Patienten mit einem besonders aufwändigen geriatrischen Versorgungs­bedarf bestimmt (gemäß § 118a SGB V, Geriatrische Instituts­ambulanzen – GIA).

Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für Hausärzte
30980 Abklärung vor der Durchführung eines spezialisierten Assessments nach GOP 30984194 Punkte
30988Zuschlag für die weiterbetreuenden Ärzte für die Koordination der Therapiemaßnahmen nach einem weiterführenden geriatrischen Assessment 65 Punkte

In Kooperation mit Hausärzten können im Ausnahmefall auch folgende Vertragsärzte überweisen: Fachärzte für Neurologie, für Nervenheilkunde, für Neurologie und Psychiatrie, für Psychiatrie und Nervenheilkunde oder Vertragsärzte mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie.

Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für GIAs und Geriater
30981Abklärung vor der Durchführung eines spezialisierten Assessments durch die GIA bzw. den spezialisierten geriatrischen Vertragsarzt 131 Punkte
30984 Weiterführendes geriatrisches Assessment durch GIA bzw. den spezialisierten geriatrischen Vertragsarzt882 Punkte

30985
Sofern das weiterführende geriatrische Assessment länger als 60 Minuten dauert, können je weitere vollendete 30 Minuten diese Zuschläge jeweils bis zu zweimal im Krankheitsfall berechnet werden. 325 Punkte

30986
234 Punkte

Überweisung  eines Arztes nach 30.13 Nr. 1 (üblicherweise Hausarzt) zwingend erforderlich!

Abrechnungsvoraussetzungen

Die Abrechnung der Leistungen ist nur bei Vorliegen einer Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung zur spezialisierten geriatrischen Diagnostik zulässig. Über diese Voraussetzungen informieren wir gesondert.

Die GOP dürfen nur bei Patienten berechnet werden, die einen besonders aufwändigen geriatrischen Versorgungsbedarf aufweisen:

  • höheres Lebensalter (ab Beginn des 71. Lebensjahres) und
  • Vorliegen einer Pflegestufe gemäß § 15 SGB XI sowie einem der nachfolgenden geriatrischen Syndrome oder statt der Pflegestufe mindestens eines zusätzlichen dieser Syndrome
    • Multifaktoriell bedingte Mobilitätsstörung einschließlich Fallneigung und Altersschwindel
    • Komplexe Beeinträchtigung kognitiver, emotionaler oder verhaltensbezogener Art
    • Frailty-Syndrom (Kombinationen von unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, körperlicher und/oder geistiger Erschöpfung, muskulärer Schwäche, verringerter Ganggeschwindigkeit und verminderter körperlicher Aktivität)
    • Dysphagie
    • Inkontinenz(en)
    • Therapierefraktäres chronisches Schmerzsyndrom.

PET als Diagnoseverfahren für die Tumordiagnostik

Ab 1. Januar 2016 lässt lässt sich die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie (PET/CT) über den EBM abrechnen. Die Kosten für die Untersuchung werden bei Patienten mit Lungenkarzinom oder Hodgkin-Lymphom übernommen, sofern sie den zugelassenen Indikationen entsprechen.

Indikationsspektrum der Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
GBA-Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung
Anlage I: Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden
1.Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen.
2.Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen.
3.Charakterisierung von Lungenrundherden, insbesondere Beurteilung der Dignität peripherer Lungenrundherde bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko und wenn eine Diagnosestellung mittels einer invasiven Methodik nicht möglich ist.
4.Bestimmung des Tumorstadiums von kleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen, es sei denn, dass vor der PET-Diagnostik ein kurativer Therapieansatz nicht mehr möglich erscheint.
5.Nachweis eines Rezidivs (bei begründetem Verdacht) bei kleinzelligen Lungenkarzinomen, wenn die Patienten primär kurativ behandelt wurden und wenn durch andere bildgebende Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen werden konnte.
6.Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von > 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie.
EBM-Abschnitt 34.7
PET inkl. CT-Fusion des gesamten Körperstammes
von der Schädelbasis bis zum proximalen Oberschenkel
GOP 34700 bei Fusion mit bereits vorhandenem CT4456 Punkte
GOP 34701 bei Fusion mit inkludiertem CT 5653 Punkte
PET inkl. CT-Fusion von Teilen des Körperstammes
bei auf das Tumorgeschehen begrenztem Untersuchungsfeld in einer Bettposition
GOP 34702bei Fusion mit bereits vorhandenem CT3565 Punkte
GOP 34703bei Fusion mit inkludiertem CT4523 Punkte

Weiterhin wird die Kostenpauschale nach GOP 40584 (255 Euro) in den Abschnitt 40.10 aufgenommen. Diese Kosten­pauschale 40584 ist für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Erbringung der neuen Leistungen (Gebühren­ordnungs­positionen 34700 bis 34703) bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose berechnungsfähig.

Die Vergütung erfolgt als Einzelleistung und damit extrabudgetär zu festen Preisen. Eine Genehmigung der KVBW zur Erbringung von PET-Leistungen ist erforderlich. Die QS-Vereinbarung für die PET wollen KBV und Krankenkassen bis Ende Juni 2016 abstimmen.

Telemedizinische Kontrolle kardiologischer Implantate

Ab dem zweiten Quartal 2016 lässt sich die Funktionsfähigkeit bestimmter kardiologischer Implantate auch telemedizinisch überprüfen und als EBM-Leistung abrechnen.

Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ab 1. April 2016
13554Kardiologen – telemedizinische Kontrolle/Funktionsanalyse eines Kardioverters/Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 279 Punkte
04417 Kinderkardiologen – telemedizinische Kontrolle/Funktionsanalyse eines Kardioverters/Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D)511 Punkte
01438vom Arzt ausgehende telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit der GOP 13554 oder 0441788 Punkte

Die identisch bewerteten bisherigen GOPs 04418 und 13552 können weiterhin abgerechnet werden, wenn der Patient zur Kontrolle die Praxis aufsucht und ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattfindet.

Eine QS-Vereinbarung für die Funktionsanalyse von Kardiovertern/Defibrillatoren und CRT-Systemen wollen KBV und Krankenkassen bis Ende Oktober 2016 abstimmen. Bis zu deren Einführung, längstens bis 30. Juni 2017, reicht zur Abrechnung die bisherige Genehmigung aus.

Prostataoperation mit Holmium-Laser

Belegärztlich tätige Urologen können Prostataoperationen mittels Holmium-Laser ab dem zweiten Quartal 2016 über den EBM abrechnen. Bereits seit fünf Jahren gehören Lasereingriffe zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit Wirkung zum 1. April 2016 sind die beschriebenen Operationsverfahren zur Holmium-Laserresektion und Holmium-Laserenukleation der Prostata in den Anhang 2 zum EBM aufgenommen. Damit stehen die Details zur Abrechnung und Vergütung fest.

Zur Durchführung und Abrechnung von Holmium-Laser-Operationen über den EBM benötigen Vertragsärzte eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Welche Anforderungen zu erfüllen sind, regelt eine Qualitätssicherungsvereinbarung. Sie sieht eine Übergangsregelung für Ärzte vor, die bereits mit dieser Lasertechnik gearbeitet haben.

Die Leistungsbeschreibungen der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) orientieren sich an den Vorgaben der Vereinbarung von Qualitätssicherungs­­maßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zu nicht-medikamentösen, lokalen Verfahren zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS) mittels Holmium-Laser (Qualitäts­sicherungs­­vereinbarung Holmium-Laser bei BPS).

Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditäts­­­bedingten Gesamt­­vergütung und damit extra­budgetär zu festen Preisen.

Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ab 1. April 2016
36289 Laserendoskopischer urologischer Eingriff bis 45 Minuten Dauer 2108 Punkte
36290Zuschlag zur GOP 36289
je weitere vollendete 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit

364 Punkte

36829  Zuschlag zur GOP 36823
bei Fortsetzung einer Anästhesie und/oder Narkose bei Verlängerung des Eingriffs mittels Holmium-Laser
191 Punkte

Labor

Fürs erste Halbjahr 2016 beträgt die bundeseinheitliche Laborabstaffelungsquote „Q” 91,58 Prozent.

Welche Ärzte Laboruntersuchungen des EBM-Abschnitts 32.3 (Speziallabor) erbringen und abrechnen dürfen, soll künftig vom Kern des Fachgebietes abhängen. Vorerst wurde diese Regelung jedoch im Rahmen der „Laborreform“ um ein halbes Jahr auf den 1. Juli 2016 verschoben.

Wichtige EBM-Änderungen 2015

NäPa – Abrechnung und Genehmigung

Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa)

Seit Januar 2015 sieht der EBM eine extrabudgetäre Förderung für Hausärzte vor, die eine speziell qualifizierte nicht-ärztliche Praxisassistentin (NäPa) beschäftigen, die vom Arzt angeordnete delegierbare Hilfeleistungen bei Hausbesuchen übernimmt. 

Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa) im EBM
GOP 03060
Strukturelle Förderung als Zuschlag zu GOP 03040 (von KV zugesetzt)
22 Punkte
(maximal 12.851 Punkte pro Praxis und Quartal, bei HZV-Teilnahme 22 Punkte weniger je HZV-Fall)
GOP 03062
Hausbesuch der NäPa (erster Besuch innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld
166 Punkte
GOP 03063
Mitbesuch der NäPa (Besuch eines weiteren Patienten innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld
122 Punkte

Haus- und Mitbesuch einer NäPa

  • ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet
  • neben GOP 03062 und 03063 nur Leistungen des Abschnitts 32.2 (O I-Labor) sowie GOP 31600 (Postoperative Behandlung nach 31.4 EBM) abrechenbar
  • GOP 03060 für maximal 584 Behandlungsfälle je Praxis und Quartal
    Die Anzahl verringert sich um die Zahl der in HzV-Verträgen im aktuellen Quartal behandelten Patienten. Beispiel: Eine Praxis mit 184 Selektivvertragsfällen erhält statt für 584 Fälle nur für 400 Fälle einen Zuschlag von je 22 Punkten (ca. 2,26 Euro).

Genehmigungspflicht der GOP 03060, 03062 und 03063

Um Leistungen für eine NäPa abzurechnen, brauchen Sie eine Genehmigung.

Kriterien für die Abrechnungsgenehmigung:

  • NäPa (gemäß Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte) mit mindestens 20 Wochenstunden
  • mindestens 860 Behandlungsfälle je Quartal bei vollem Versorgungsauftrag
    (Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
    Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 640 Fälle je weiterem vollen Sitz. Das heißt bei zwei Sitzen 1.500 Fälle, bei zweieinhalb Sitzen 1.820 Fälle, bei drei Sitzen 2.140 Fälle usw.
    oder
    mindestens 160 Fälle je Quartal mit Patienten, die im jeweiligen Quartal 75 Jahre oder älter waren bei vollem Versorgungsauftrag
    (Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
    Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 120 Fälle je weiterem vollen Sitz.

Sofern kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Fälle aus HzV-Verträgen werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem Hausarztvertrag teilnehmen und die NäPa-Genehmigung besitzen, sind verpflichtet, der KV alle im aktuellen Quartal behandelten HZV-Patienten in der Abrechnung anzugeben (Pseudofall mit Angabe der Kennziffer 88192). Neu niedergelassene Hausärzte müssen Mindestfallzahlen zur Anstellung einer nicht-ärztlichen Praxisassistentin in den ersten sechs Quartalen nicht erfüllen.

Übergangsregelung für VERAHs

Versorgungsassistentinen in der Hausarztpraxis (VERAH), die ihre Fortbildung bis Ende 2014 absolviert haben, erkennt die Landesärztekammer Baden-Württemberg ohne weitere Prüfung als NäPas an. Diese VERAHs werden – ohne weitere Voraussetzungen nachzuweisen und ohne eine Lernerfolgskontrolle zu absolvieren – in nichtärztliche Praxisassistentinnen umgeschrieben. Die Umschreibung erfolgt auf Antrag (und gegen Gebühr) für VERAHs aus allen Landesteilen durch die Bezirksärztekammer Nordwürttemberg. VERAHs, die ihre Qualifikation ab 2015 erwerben, müssen, um die NäPa-Qualifikation zu erlangen, ein Zusatzmodul erfüllen sowie eine Lernerfolgskontrolle der Landesärztekammer absolvieren.

Genehmigung mit Beginn der Ausbildung

Liegen die übrigen Voraussetzungen vor, dürfen Sie die Leistungen bereits mit Beginn der Fortbildung einer Praxismitarbeiterin zur NäPa abrechnen. Die Ausbildung muss bis 30. Juni 2016 abgeschlossen sein.

Chronikerzuschlag: Positivliste und Ausschlussziffern

Voraussetzung für die Abrechnung des Chronikerzuschlags ist das Vorliegen einer lebensverändernden, chronischen Erkrankung und die entsprechende korrekte ICD-Kodierung. Wir haben für Sie eine Positivliste von ICD-Kodes chronischer Erkrankungen, für die der Chronikerzuschlag ohne weitere Nachfragen bei der Abrechung der GOP 03220/03221 oder 04220/04221 EBM akzeptiert wird, zusammengestellt sowie eine Liste mit Ausschlussziffern, die Hausärzte nicht gleichzeitig mit dem Chronikerzuschlag abrechnen können.

Letzte Aktualisierung: 27.03.2017