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DIE KORREKTE VERORDNUNG VON IMPFSTOFFEN

Seit dem 1. Juli 2007 sind Schutzimpfungen eine Pflichtleistung der Krankenkassen, deren Umfang vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in der neuen Schutzimpfungs-Richtlinie geregelt wurde. Darüber hinaus gibt es in Baden-Württemberg Satzungsleistungen, die in Schutzimpfungsverträgen der KVBW mit den Gesetzlichen Krankenkassen (siehe Vereinbarung über Schutzimpfungen als Satzungsleistung) festgeschrieben wurde.

 

Eine Vielzahl von Fragen und Unklarheiten zur Schutzimpfungs-Richtlinie sind seitdem an uns herangetragen worden. Die wichtigsten haben wir in einem Fragenkatalog zusammengefasst, den wir ständig erweitern. Auch die Verfahrensweisen sonstiger Kostenträger mit der Verordnung von Impfstoffen finden Sie zusammengefasst in den PDFs zum Thema. 


Für Fragen und Probleme aus Ihrem Praxisalltag, die noch nicht geklärt oder dokumentiert sind, stehen Ihnen unsere Berater gern zur Verfügung.


Das Rüstzeug, um Verantwortung für das Impfmanagement in der Praxis zu übernehmen, vermittelt unser Seminar "Die Medizinische Fachangestellte als Managerin von Impfleistungen". Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung bietet unsere Seminarübersicht.

 

 

FAQ (Sammlung häufig gestellter Fragen und Antworten)

Suchbegriff

Was ändert sich mit den neuen Schutzimpfungsvereinbarungen, die seit 1. September 2012 gelten?Details
NEU
 

Seit dem 1. September 2012 gibt es getrennte Schutzimpfungsvereinbarungen für Pflicht- und Satzungsleistungen. Für Pflichtleistungen ist es weiterhin möglich, Impfstoffe aus dem Sprechstundenbedarf zu entnehmen. Impfstoffe für Satzungsleistungen werden seit 1. September 2012 auf Namen des Patienten (Kassenrezept) verordnet (siehe auch Fragen „Was bedeuten die Formulierungen Pflichtleistung sowie Satzungsleistung?“ und „Was ist bei der Verordnung von Impfstoffen zu beachten?“). Die Impfleistungen des Arztes sind in beiden Fällen über die Krankenversichertenkarte abzurechnen.

Diese eindeutige Trennung im Verordnungsweg wurde notwendig aufgrund der Vorgabe des Gesetzgebers – also weder durch die KV noch durch die Krankenkassen –, dass die pharmazeutischen Hersteller den gesetzlichen Krankenkassen Abschläge für Impfstoffe zu gewähren haben, sofern es sich um Pflichtleistungen handelt, nicht jedoch für Satzungsleistungen.

Beide Schutzimpfungsvereinbarungen gelten bedauerlicherweise nicht automatisch für jede einzelne Krankenkasse.

Sie gelten wie bisher für die Versicherten der

  • AOK
  • Ersatzkassen
  • IKK classic
  • LKK
    einschließlich der Krankenkasse für den Gartenbau
  • Knappschaft
  • beigetretenen Kassen des IKK- bzw. BKK-Systems

 

Zum jetzigen Zeitpunkt (Stand Juli 2014) sind folgende Krankenkassen der Vereinbarung für die Pflichtleistungen nicht beigetreten:

  • BKK Basell
  • BKK KEVAG Koblenz


Die Vereinbarung für die Satzungsleistungen gilt zusätzlich nicht für die Versicherten der BKK VBU und der IKK gesundplus.

 

Achtung: Impfstoffe für Versicherte nicht beigetretener Krankenkassen werden auf Privatrezept verordnet, die Impfleistung wird privat liquidiert.


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Was bedeuten die Formulierungen „Pflichtleistung“ sowie „Satzungsleistung“?Details
NEU
 

Pflichtleistungen sind Leistungen auf Basis der Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Diese Impfungen müssen von den Krankenkassen übernommen werden.

 

Die Krankenkassen in Baden-Württemberg bieten über die G-BA-Richtlinie hinaus als freiwillige Satzungsleistung die Schutzimpfungen gegen Hepatitis B und Influenza für alle ihre Versicherten an.

Die Hepatitis-B- und Influenza-Impfungen können je nach Patient als Pflicht- oder als Satzungsleistung durchgeführt werden: Liegen beim Patienten die in der Schutzimpfungs-Richtlinie benannten Indikationen oder Empfehlungen für eine Standardimpfung vor (siehe auch Frage zu Hepatitis B), wird die Impfung als Pflichtleistung durchgeführt. Liegt keine Pflichtleistung vor, kann die Impfung (s.o.) als Satzungsleistung auf Basis einer öffentlichen Empfehlung des Sozialministeriums Baden-Württemberg angeboten werden (siehe auch Frage zu Hepatitis B, hier auch nähere Erläuterungen zu den Impfungen nach Arbeitsschutzgesetz).

Die Unterscheidung zwischen Pflicht- und Satzungsleistungen ist erforderlich für die korrekte Wahl der Impfziffer und des Verordnungswegs bei der Impfung gegen Hepatitis B und Influenza. Das heißt, Impfstoffe für Pflichtleistungen sind über SSB, für Satzungsleistungen auf Namen des Patienten zu verordnen (siehe Fragen „Was ist bei der Verordnung von Impfstoffen als Pflicht- bzw. Satzungsleistung zu beachten?“, "Warum gibt es so viele Impfziffern?").

Achtung: Alle anderen Impfungen, die von den Krankenkassen als Satzungsleistung angeboten werden, jedoch nicht in einer Vereinbarung zwischen Krankenkassen und KVBW geregelt sind, werden auf Privatrezept verordnet und ebenso privat liquidiert (z.B. Reiseimpfungen). Für den Patienten besteht die Möglichkeit, das Privatrezept und die Rechnung zur Kostenerstattung bei der Krankenkasse einzureichen.


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Welches Institutionskennzeichen ist bei der Verordnung von Sprechstundenbedarf auf dem Rezept anzugeben?Details
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Die Angabe des regionalspezifischen Institutionskennzeichens (IK) ist bei der Verordnung von Impfstoffen als Sprechstundenbedarf (SSB) obligat. Im Gegensatz zur Verordnung von Impfstoffen ist die Angabe des IK der AOK bei der Verordnung des übrigen Sprechstundenbedarfs freiwillig. Es wird empfohlen, das IK auch hier zu verwenden. So müssen Sie nur einen Pseudopatienten „SSB“ für Ihre Sprechstundenbedarfsverordnungen anlegen.


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Was ist bei der Verordnung von Impfstoffen als Pflicht- bzw. Satzungsleistung zu beachten?Details
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A Verordnung von Impfstoffen für Pflichtleistungen
Siehe hierzu auch Ausfüllhilfe für die Praxissoftware.

Achtung: Dies gilt nur für Versicherte der den Vereinbarungen beigetretenen Krankenkassen.
Impfstoffe für Versicherte nicht beigetretener Krankenkassen (BKK Basell und BKK KEVAG Koblenz) sind auf Privatrezept zu verordnen.

(siehe auch Frage „Schutzimpfungsvereinbarungen seit 1. September 2012“)

  • Die Verordnung bei Pflichtleistungen erfolgt als Sprechstundenbedarf stets zulasten der AOK BW
  • Im Feld „Kassen-Nummer“ ist verpflichtend folgendes Kostenträger-Institutionskennzeichen (IK) anzugeben:

    Vertragsärzte mit Betriebsstättensitz im Bereich der KV-Bezirksdirektion
    Freiburg (Südbaden):

    IK 107615532 (gültig bis 30. Juni 2013)
    IK 108095249 (neu ab 1. Juli 2013)

    Karlsruhe (Nordbaden):IK 107018414
    Stuttgart (Nordwürttemberg):IK 107815727
    Reutlingen (Südwürttemberg):IK 107815807

    Das Kostenträger-IK richtet sich nach dem Sitz der Haupt- oder Nebenbetriebsstätte, in der die Verordnung ausgestellt wird.
  • Statt des Namens des Versicherten soll „SSB BW“ oder „Sprechstundenbedarf BW“ eingetragen werden
  • Markierungsfelder „8“ (Impfstoffe) und „9“ (Sprechstundenbedarf) durch Eintragung der Ziffern 8 und 9 kennzeichnen
  • Impfstoffe müssen vom übrigen Sprechstundenbedarf getrennt auf einem gesonderten Rezeptblatt (Vordruck Muster 16) verordnet werden.


Ausnahme:
HPV-Impfstoff: Die Verordnung erfolgt auf den Namen des Patienten auf dem normalen Muster 16 (rosa Rezept). Bitte achten Sie auf die Kennzeichnung des Felds „8“ für Impfungen auf dem Rezeptformular. In diesen Fällen ist dann das IK des Patienten ausreichend, wie dies automatisch bei Rezepten auf den Namen des Patienten durch die EDV angegeben wird.

B Verordnung von Impfstoffen für Satzungsleistungen:
Die Verordnung erfolgt auf Namen des Patienten zulasten der jeweiligen Krankenkasse. Durch das Einlesen der Krankenversichertenkarte werden automatisch die Daten des Patienten wie bei jedem Rezept übernommen. Das heißt, die Verwendung oben genannter IK-Nummern für Sprechstundenbedarf ist nicht erforderlich. Das Markierungsfeld „8“ (Impfstoffe) ist durch Eintragung der Ziffer 8 zu kennzeichnen.


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Sind Impfstoffe von der Zuzahlung befreit?Details
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A Pflichtleistungen
Impfstoffe für Pflichtleistungen werden als Sprechstundenbedarf zur Verfügung gestellt und sind damit von der Zuzahlung befreit.

Eine Ausnahme davon stellt unverständlicherweise die HPV-Impfung dar: Der Impfstoff hierzu ist – obwohl es sich um eine Pflichtleistung handelt – auf den Namen des Patienten zu verordnen. Zuzahlungen für Patientinnen ab 18 Jahren sind kassenspezifisch unterschiedlich (siehe auch Frage „Darf eine Impfserie, die vor dem vollendeten 18. Lebensjahr zu Lasten der GKV begonnen wurde, auch zu deren Lasten beendet werden? Wenn ja, bis wann?“).

B Satzungsleistungen
Für Krankenkassen, die der Vereinbarung über die Impfungen als Satzungsleistungen beigetreten sind, gilt: Die Entscheidung, ob bei den Satzungsleistungen (Impfung gegen Hepatitis B sowie gegen Influenza) von Patienten ab 18 Jahren Zuzahlungen zu leisten sind, obliegt der jeweiligen Krankenkasse.

Der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg liegen zum jetzigen Zeitpunkt folgende Entscheidungen über Zuzahlungen bei Satzungsleistungen vor (Stand 19. Oktober 2012):

Influenza (Grippe)Hepatitis B
AOKkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
BARMER GEKkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
Betriebskrankenkassen
(Landesverband der BKKen)
keine Zuzahlungkeine Zuzahlung
BIG direkt gesundkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
DAK Gesundheitkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
HEK - Hanseatische Krankenkassekeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
hkkkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
IKK classickeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
IKK Nordkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
IKK Südkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
KKH Allianz (Ersatzkasse)keine Zuzahlungkeine Zuzahlung
Knappschaftkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
LKK BWkeine Zuzahlungkeine Zuzahlung
Techniker Krankenkassekeine Zuzahlungkeine Zuzahlung

 

 


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Was sind rabattierte Impfstoffe und wie gehen wir damit um?Details
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Analog zu den übrigen Arzneimitteln gibt es seit 1. Januar 2013 auch Rabattverträge bei den Impfstoffen. Die Krankenkassen können zur Versorgung ihrer Versicherten mit Impfstoffen Verträge mit einzelnen pharmazeutischen Unternehmen schließen (sog. Rabattverträge). „Soweit nicht anders vereinbart, erfolgt die Versorgung der Versicherten ausschließlich mit den vereinbarten Impfstoffen.“ (§ 132e Abs. 2 SGB V)
Der KVBW ist es aber gelungen, zu vereinbaren, dass bei medizinisch zu begründenden Ausnahmen andere als die rabattierten Impfstoffe verwendet werden können. Die Verordnung erfolgt produktspezifisch und wird mit einen „A“ gekennzeichnet und abgezeichnet (siehe Frage „„A“-Kennzeichnung bei der Verordnung anderer als der rabattierten Impfstoffe“). Der Verordnungsweg dieser von den Rabattverträgen abweichenden Impfstoffe bleibt jedoch gleich: Pflichtleistungen als Sprechstundenbedarf, Satzungsleistungen als Einzelverordnung (siehe Fragen „Was bedeuten die Formulierungen „Satzungsleistung“ und „Pflichtleistung“?“  und  „Muss ich immer einen rabattierten Impfstoff verordnen?“).

Die Krankenkassen haben für folgende Impfungen Rabattverträge abgeschlossen (Stand August 2012):

  • Influenza
  • FSME(siehe Anmerkung unten!)
  • Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis und Tetanus (4-fach-Impfstoff)
  • Meningokokken C
  • Masern, Mumps, Röteln (3-fach-Impfstoff)
  • Varizellen
  • Diphtherie, Hib, Pertussis, Poliomyelitis und Tetanus (5-fach-Impfstoff)


Die Rabattverträge treten zum 1. Januar 2013 beziehungsweise zum 1. Juli 2013 (Influenza) in Kraft.
Für FSME-Impfstoffe gelten folgende Sonderregelungen:

  • In Nord- und Südbaden gilt der Rabattvertrag für Encepur® erst ab 1. August 2013. Das bedeutet, dass bis zum 31. Juli 2013 sowohl Encepur® als auch FSME-Immun® gleichberechtigt eingesetzt werden können.
  • In Nord- und Südwürttemberg gilt der Rabattvertrag für FSME-Immun® bereits ab 1. Januar 2013. Davon ausgenommen sind Apothekenlagerbestände von Encepur®. Diese dürfen bis zum 31. Juli 2013 eingesetzt werden.

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Rabattierte Impfstoffe

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„A“-Kennzeichnung bei der Verordnung anderer als der rabattierten ImpfstoffeDetails
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In medizinisch begründeten Ausnahmefällen können nicht rabattierte Impfstoffe verordnet werden. Mit Wirkung zum 1. Mai 2013 wurde mit den Krankenkassen vereinbart, dass in diesen Fällen auf dem Rezept – rechts neben der entsprechenden Verordnungsposition für Impfstoffe – eine eindeutige Kennzeichnung durch ein handschriftliches „A“ vorzunehmen und abzuzeichnen ist. In diesen Fällen ist für die Apotheke und im Falle einer Prüfung ersichtlich, dass Sie einen nicht rabattierten Impfstoff aus medizinischen Gründen verordnet haben und der Apotheker diesen auch abzugeben hat.

Bei fehlender „A“-Kennzeichnung eines nicht rabattierten Impfstoffes, für dessen Impfstoffgruppe ein Rabattvertrag besteht, kann der Apotheker beim Arzt nachfragen, ob der verordnete oder der rabattierte Impfstoff abgegeben werden soll. Erfolgte die namentliche Verordnung irrtümlich, reicht die Apotheke die Verordnung zur Korrektur an den verordnenden Arzt zurück. Soll es aus medizinischen Gründen bei der Verordnung des nicht rabattierten Impfstoffes bleiben, vermerkt die Apotheke handschriftlich den Hinweis „gemäß Rücksprache mit dem Arzt am …“ auf dem Rezept.


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Muss ich immer einen rabattierten Impfstoff verwenden?Details
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Die Krankenkassen können zur Versorgung ihrer Versicherten mit Impfstoffen Verträge mit einzelnen pharmazeutischen Unternehmen schließen (sog. Rabattverträge). Soweit nicht anders vereinbart, erfolgt die Versorgung der Versicherten ausschließlich mit den vereinbarten Impfstoffen (siehe auch „Was sind rabattierte Impfstoffe und wie gehen wir damit um?“).

Von dieser gesetzlichen Vorgabe kann aus medizinischen oder leistungs- bzw. haftungsrechtlichen Gründen abgesehen werden, z. B.:

  • Vermeidung eines Impfstoffwechsels innerhalb eines begonnenen Impfzyklus.
    Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) teilt in diesem Zusammenhang mit Datum 5. März 2012 mit:
    „Eine generische Betrachtung von biologischen Arzneimitteln entspricht nach Ansicht des PEI nicht den geltenden wissenschaftlichen Vorgaben zur sicheren Anwendung, insbesondere von Impfstoffen.“ Da die Applikation der Impfstoffe durch den Arzt erfolgt, besteht nach Aussage des PEI auch keine klassische „Aut-idem-Situation“, bei der in der Apotheke ein anderes Arzneimittel zur unmittelbaren Anwendung durch den Patienten abgegeben wird. „Der Arzt hat damit in jedem Einzelfall die Pflicht, über die individuelle Applikation des Impfstoffs zu entscheiden und somit auch darüber, ob der Impfstoff für den einzelnen Patienten geeignet ist. Dies gilt unabhängig von einer grundsätzlichen Auswahlentscheidung für einen bestimmten Impfstoff (Ausschreibung durch Krankenkassen, Bezug von Großpackungen über den Sprechstundenbedarf …)“.
    Für einen bereits begonnenen Impfzyklus bedeutet dies, dass die weiteren Impfdosen bzw. die letzte Impfdosis mit dem anfänglich verwendeten Impfstoff beendet werden sollte, auch wenn dieser nicht rabattiert ist und aktuell ein rabattiertes Konkurrenzpräparat existiert.
  • Allergie, Unverträglichkeit, Vermeidung von intramuskulär applizierten Impfstoffen bei besonderen Patientengruppen (z. B. hämorrhagische Diathese, Antikoagulation) oder andere medizinische Gründe.
  • Es ist zu beachten, dass scheinbar identische Impfstoffe unterschiedliche Alterszulassungen besitzen (z. B. Infanrix®-IPV+Hib bis zum 3. Geburtstag, Pentavac® bis 4 Jahre). Hier sollte eine Anwendung außerhalb der Zulassung (Off-Label-Use) vermieden werden. Ebenso sind die Kontraindikationen des jeweiligen Impfstoffs zu berücksichtigen (siehe Fachinformation).


Ist nach Beurteilung der Impfsituation anstelle des rabattierten die Verwendung eines Alternativimpfstoffs erforderlich, muss die produktspezifische Verordnung mit einem „A“ gekennzeichnet und abgezeichnet werden.
(Weitere Hinweise unter „Was ist bei der Verordnung von Impfstoffen als Pflicht- bzw. Satzungsleistung zu beachten?“, „Was sind rabattierte Impfstoffe und wie gehen wir damit um?“, „„A“-Kennzeichnung bei der Verordnung anderer als der rabattierten Impfstoffe“, „Was muss bei der Verordnung rabattierter Impfstoffe beachtet werden?“)


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Was muss bei der Verordnung rabattierter Impfstoffe beachtet werden?Details
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Auch hier gilt die produktspezifische Verordnung (Nennung des Produktnamens)Der rabattierte Impfstoff  muss unter Angabe des Produktnamens verordnet werden. Dies setzt die Kenntnis der rabattierten Impfstoffe in Ihrem spezifischen KV-Bezirk voraus, denn bei produktspezifischer Verordnung kann die Apotheke – im Gegensatz zur Arzneimittelverordnung – den verordneten Impfstoff nicht gegen einen anderen Impfstoff aus derselben Wirkstoffgruppe, insbesondere auch nicht gegen einen rabattierten (cave: Wirtschaftlichkeitsgebot) austauschen!

(Siehe auch „Was sind rabattierte Impfstoffe und wie gehen wir damit um?“, „Welche Vorgehensweise wird bei Lieferengpässen der rabattierten Impfstoffe empfohlen?“)


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Welche Vorgehensweise wird bei Lieferengpässen der rabattierten Impfstoffe empfohlen?Details
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Die Krankenkassen in Baden-Württemberg haben bestätigt, dass sich die Impfstoffhersteller vertraglich zur Herstellung von ausreichenden Mengen an Impfstoffen verpflichtet haben, um die Versorgung in Baden-Württemberg sicherstellen zu können. Sie haben außerdem zugesichert, dass sie bei relevanten Lieferengpässen die Versorgung mit allen indikationsgleichen Impfstoffen freigeben werden und die KVBW entsprechend informieren werden (siehe auch „Muss ich immer einen rabattierten Impfstoff verwenden?“, „Was ist bei der Verordnung von Impfstoffen als Pflicht- bzw. Satzungsleistung zu beachten?“).


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Was muss bei der Verordnung von Impfstoffen aus denjenigen Impfstoffgruppen beachtet werden, für die keine Rabattverträge existieren?Details
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Diese Impfstoffe sind unter Angabe des Produktnamens des Impfstoffs zu verordnen. Eine indikationsbezogene Verordnung ist hier ebenfalls nicht möglich.


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Sind die STIKO-Empfehlungen weiterhin Grundlage für die Entscheidung über die Leistungspflicht der Krankenkassen?Details
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Seit Inkrafttreten der Schutzimpfungsrichtlinie des G-BA am 30. November 2007 sind die STIKO-Empfehlungen nur noch indirekt Grundlage für die Entscheidung über die Verordnungsfähigkeit zu Lasten der GKV. Maßgeblich ist die Richtlinie des G-BA (siehe Link unten) gemäß Vorgabe des Gesetzgebers (siehe auch „Wie ist die Anlage I zur Schutzimpfungsrichtlinie zu verstehen?“).


Externe Links
G-BA Richtlinie Schutzimpfung

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Wie ist die Anlage 1 zur Schutzimpfungsrichtlinie zu verstehen?Details

Die Anlage 1 zur Schutzimpfungsrichtlinie beinhaltet Einzelheiten zu Art und Umfang der Leistungen. In einer einheitlichen Tabelle sind die einzelnen Impfungen, deren Indikation sowie Hinweise zu den Schutzimpfungen bezüglich des Leistungsanspruches und weitere Anmerkungen z. B. zur Kostenübernahme aufgeführt.

Wie ist nun mit dieser Anlage 1 zu verfahren?

  1. Aufsuchen der Impfung in Spalte 1: „Impfung gegen …“
  2. Indikation der Impfungen zu Lasten der GKV in Spalte 2 aufsuchen
  3. Hinweise zu Einschränkungen und Ausschlüssen, wie z. B. berufsbedingte Impfungen zu Lasten des Arbeitgebers in Spalte 3 sowie Anmerkungen in Spalte 4 aufsuchen


Ein Beispiel finden Sie im PDF-Dokument zu den Schutzimpfungen (siehe unten)


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FAQ Schutzimpfungen
Schutzimpfungsrichtlinie Anlage 1

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Wie ist der Impfstoff bei berufsbedingter Impfung zu verordnen?Details

Berufsbedingte Impfungen sind Impfungen zum Schutz vor einem berufsbedingten erhöhten Infektionsrisiko. Nachschlagen in der Anlage 1 der Schutzimpfungsrichtlinie:

  • Alle Berufsgruppen, die in Spalte 2 aufgeführt sind: Impfkosten (SSB), z. B. medizinisches Personal bei Influenza-Impfung.
  • Alle Berufsgruppen, die in Spalte 3 aufgeführt sind: Privatverordnung, hier ist der Arbeitgeber in der Leistungspflicht, z. B. medizinisches Personal bei Hepatitis-B-Impfung.


Ist bei einer Impfung die Zuordnung eines Berufs sowohl unter den in Spalte 2 genannten Berufsgruppen als auch in Spalte 3 möglich, hat die Zuordnung in Spalte 3 Priorität. Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, die Kosten für die Schutzimpfung zu tragen und es besteht kein Leistungsanspruch gegenüber der Krankenkasse. Verordnung und Abrechnung erfolgen privat.


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Schutzimpfungsrichtlinie Anlage 1

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Wie ist bei Versicherten der Sonstigen Kostenträger zu verfahren?Details
 
Können Impfungen nur für Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt werden oder gilt der Anspruch auf Nachholung von Impfungen und auf Vervollständigung des Impfschutzes auch im Erwachsenenalter?Details

Zum Erreichen eines ausreichenden Impfschutzes hat altersgerechtes Impfen unter Berücksichtigung der empfohlenen Zeitpunkte und -abstände Vorrang vor Nachholimpfungen.

Sind altersgerechte Impfungen versäumt worden, sollten diese spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr bei Jugendlichen nachgeholt werden. Gemäß § 11 Abs. 2 SI-RL (Schutzimpfungsrichtlinie) besteht für diese Nachholimpfungen ein Leistungsanspruch gegenüber der GKV.

Erwachsene haben lediglich Anspruch auf das Nachholen der empfohlenen Standardimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis als Pflichtleistungen. Ansonsten wird ein generelles Nachholen von Impfungen, die bis zum 18. Lebensjahr empfohlen werden, über das 18. Lebensjahr hinaus nicht durch die GKV getragen. Ein gesetzlicher Anspruch besteht hier nur aufgrund eines individuell erhöhten Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisikos im Rahmen der Schutzimpfungsrichtlinie.


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Darf eine Impfserie, die vor dem vollendeten 18. Lebensjahr zu Lasten der GKV begonnen wurde, auch zu deren Lasten beendet werden? Wenn ja, bis wann?Details

Die sich aus der Anlage 1 der Schutzimpfungsrichtlinie und den entsprechenden Fachinformationen ergebenden Impftermine und -abstände sollten in der Regel eingehalten und weder unter- noch überschritten werden. Dies gilt insbesondere für Impfungen, die im Kindesalter durchgeführt werden. Deshalb hat altersgerechtes Impfen Vorrang vor Nachholimpfungen.
Zum Erreichen einer hohen Durchimpfungsrate und eines angemessenen Impfschutzes können in Ausnahmefällen Impfungen, für die ein Leistungsanspruch in der GKV bis zum vollendeten 18. Lebensjahr besteht, auch jenseits des 18. Lebensjahres zu Lasten der GKV beendet werden. Dies sollte allerdings zeitnah erfolgen.

Beispiel: HPV-Impfung: Beginn des Impfzyklus einen Tag vor dem 18. Geburtstag. Die zweite und dritte Impfung können innerhalb von 12 Monaten nachgeholt werden. Der Impfzyklus muss dann – unter Berücksichtigung der empfohlenen Impfabstände – spätestens einen Tag vor dem 19. Geburtstag abgeschlossen sein.


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Warum gibt es so viele Abrechnungsziffern?Details

Mit der Einführung der bundesweit einheitlichen Dokumentationsziffern in der Schutzimpfungsrichtlinie soll auf Wunsch des Gesetzgebers die Durchimpfungsrate der Bevölkerung erfasst werden. Dies ist nur durch eine einheitliche Dokumentation der durchgeführten Impfungen zu gewährleisten.

Die zu verwendenden Impfziffern gehen aus der Übersicht „Impfziffern Stand September 2012“ hervor und werden gleichzeitig als Abrechnungsziffern verwendet.

Wer die Logik dieser verstehen möchte – die Systematik ist wie folgt: Die Ziffernfolge 89 steht für Impfung, die nächstfolgende Ziffer für die Zahl der enthaltenen Impfstoffe, die hinteren zwei Ziffern geben in Form einer fortlaufenden Nummerierung über die Art der Impfung Auskunft. Der Buchstabe A steht für die ersten Impfdosen, der Buchstabe B für die letzte Dosis eines notwendigen Impfzyklus, der Buchstabe R für eine Auffrischimpfung.

89102A
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ImpfungEinfach-
Impfstoff
Art des
Impfstoffes
Erste oder weitere Impfungen
(Letzte Impfung eines Impfzyklus "B",
Auffrischimpfung "R"

 

Beispiel: FSME-Impfung (89102 A)
Zur Erreichung eines vollständigen Impfschutzes wird innerhalb der fest geltenden Zeiträume dreimal geimpft. Die ersten beiden Impfungen haben den Buchstaben A, die dritte (= letzte) den Buchstaben B als Zusatz. Wird nach einigen Jahren aufgefrischt, ist der Buchstabe R hinzuzusetzen.


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Können neben der Impfziffer weitere EBM-Ziffern abgerechnet werden?Details

Die Schutzimpfung (Pflicht- oder Satzungsleistung) als einzige Leistung im Quartal berechtigt neben der Abrechnung der Impfziffer nicht zum Ansatz einer weiteren EBM-Position.

Erfolgt jedoch auch eine kurative Behandlung, so ist selbstverständlich auch die Abrechnung kurativer EBM-Positionen neben den Impfziffern möglich.


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Sind Titerkontrollen notwendig?Details

Serologische Vor- bzw. Nachtestungen sind, anders als früher bei einigen Indikationen angenommen, zur Kontrolle des Impferfolgs nur noch selten erforderlich:

  • Im Rahmen der Beratung zur Empfängnisregelung wird bei unbekannter Immunitätslage gegen Varizellen bei Frauen mit Kinderwunsch eine Antikörperbestimmung empfohlen.
  • In anderen Fällen ergibt sich die Notwendigkeit aus den Vorgaben der Schutzimpfungsrichtlinie, teils auch unter Hinzuziehung der Fachinformationen der jeweiligen Impfstoffe. Geht aus diesen hervor, dass eine Titerkontrolle vor oder nach Durchführung einer Impfung empfohlen wird, ist die Titerkontrolle zulasten desjenigen Kostenträgers vorzunehmen, über den auch die Impfung erfolgt.
  • Röteln und Varizellen bei Frauen
    Die Richtlinie zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch sowie die Mutterschaftsrichtlinie wurden an die Impfempfehlungen der Schutzimpfungsrichtlinie angepasst. Bei Frauen, die zweimal gegen Röteln geimpft wurden, ist von Rötelnimmunität auszugehen. Der serologische Nachweis der Immunität ist bei diesen Frauen nicht mehr erforderlich. Die Mutterschaftsrichtlinien fordern die Bestimmung der serologischen Rötelnimmunität nur noch für Schwangere, bei denen ein Nachweis über zwei erfolgte Rötelnimpfungen nicht vorliegt.


Die Beschränkung auf den Hämagglutinationstest (HAH-Test) als zu verwendende Testmethode wurde aufgehoben, da hier inzwischen weitere international erprobte und validierte Testmethoden zur Verfügung stehen. Es entfällt damit auch die Festlegung zu den Titerstufen des HAH-Tests. Unverändert hat das den Test durchführende Labor anzugeben, ob von Rötelnimmunität auszugehen ist.

 

Neuaufnahme der Gebührenordnungsposition (GOP) 01833 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM)
Seit 1. Oktober 2010 besteht die Möglichkeit, den Varicella-Zoster-Virus-Antikörper-Nachweis bei ungeklärter Immunitätslage im Rahmen der Empfängnisregelung zu Lasten der GKV durchzuführen. Hierzu war eine Anpassung der „Richtlinie zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch“ an die Empfehlungen der Schutzimpfungsrichtlinie erforderlich.

Demnach soll eine entsprechende Antikörper-Bestimmung gemäß Schutzimpfungsrichtlinie durchgeführt werden, wenn sich im Beratungsgespräch von Frauen mit Kinderwunsch ergibt, dass die Immunitätslage gegen Varizellen ungeklärt ist. Hierzu muss mindestens der IgG-Nachweis durchgeführt werden. Das Ergebnis der Antikörper-Bestimmung ist in einer besonderen Bescheinigung zu dokumentieren oder im Impfbuch einzutragen.

Die Immunitätslage ist als geklärt anzusehen, wenn das Ergebnis einer früheren Varizellen-Antikörper-Bestimmung den Nachweis spezifischer Antikörper erbracht hat. Eine entsprechende Bescheinigung ist von der Versicherten anzufordern. Wird diese vorgelegt, ist eine Antikörper-Bestimmung nicht mehr erforderlich.

Ist keine Immunität vorhanden, soll eine Varizellen-Schutzimpfung empfohlen werden. Die Impfung kann zu Lasten der GKV vorgenommen werden.

Zur Abrechnung der GOP 01833 siehe auch „Welche Facharztgruppen können die GOP 01833 (Varicella-Zoster-Virus-Antikörper-Nachweis bei ungeklärter Immunitätslage im Rahmen der Empfängnisregelung) abrechnen?


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Welche Facharztgruppen können die GOP 01833 (Varicella-Zoster-Virus-Antikörper-Nachweis bei ungeklärter Immunitätslage im Rahmen der Empfängnisregelung) abrechnen?Details
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe SP Gynäkologische Onkologie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe SP Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe SP Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
  • Laboratoriumsmedizin
  • Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
  • Mikrobiologie
  • Transfusionsmedizin
  • Experimentelle und diagnostische Mikrobiologie
  • Blutspende- und Transfusionsmedizin
  • Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie


Hierzu kann eine Genehmigung des Geschäftsbereichs Qualitätssicherung der KV Baden-Württemberg Voraussetzung sein.


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Ist eine bestimmte Qualifikation Voraussetzung zur Erbringung von Impfleistungen?Details

Nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg vom 15. März 2006 sind die für das Impfen notwendigen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten allgemeiner Inhalt der Weiterbildung, vgl. § 10 Satz 1 SI-RL (Schutzimpfungsrichtlinie).

Bereits in der Vergangenheit hatte der Vorstand der Landesärztekammer Baden-Württemberg entschieden, dass Ärzte über die jeweiligen Gebietsgrenzen hinaus impfen dürfen. Der Besuch eines anerkannten Kurses über richtiges Impfen wird empfohlen, ist jedoch nicht verpflichtend.


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Was ist bei der Auffrischimpfung Diphtherie zu beachten?Details

Die nächste fällige Auffrischimpfung gegen Tetanus/Diphtherie soll zusammen mit Pertussis- (GOP 89303 R) oder bei gegebener Indikation auch mit Polio-Impfkomponente (GOP 89400 R) erfolgen.


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Was ist bei der Impfung gegen Hepatitis A zu beachten?Details

Nach der Schutzimpfungsrichtlinie ist die Impfung gegen Hepatitis A zulasten der GKV nur als Indikationsimpfung möglich.
Indikationen gemäß Anlage 1 der Schutzimpfungsrichtlinie sind:

  • Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung
  • Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen, z. B. bei Hämophilie, oder mit Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung
  • Bewohner in psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Zerebralgeschädigte oder Verhaltensgestörte
  • Berufliche Indikationen:
    • Hepatitis-A-gefährdetes Personal im Gesundheitsdienst (sofern nicht Arbeitgeberleistung!), z. B. Infektionsmedizin, in psychiatrischen bzw. Fürsorgeeinrichtungen und Asylbewerberheimen
    • durch Kontakt mit möglicherweise infektiösem Stuhl Gefährdete inkl. Auszubildende und Studenten
    • Tätigkeit (inkl. Küche und Reinigung) in Kindertagesstätten, Kinderheimen u. ä.


Die Grundimmunisierung und Auffrischimpfung wird nach Angaben des Herstellers durchgeführt. Obwohl es nach Herstellerangaben noch nicht völlig etabliert ist, ob immunkompetente Personen eine Hepatitis-A-Auffrischimpfung als Schutz benötigen, ist die Möglichkeit der Abrechnung der Auffrischimpfung gegeben (GOP 89105 R).

Wir empfehlen jedoch, die Indikation sehr streng zu stellen (siehe oben aufgeführte Indikationen) und nur in Einzelfällen eine Auffrischimpfung durchzuführen (siehe auch Fachinformation).


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Welche Abrechnungsziffern gelten für die Impfung gegen Hepatitis B?Details
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Jeder Patient, der eine Arztpraxis in Baden-Württemberg aufsucht, kann gegen Hepatitis B grundimmunisiert werden. Dabei sind die unterschiedlichen Abrechnungsziffern zu beachten:

  • Kinder und Jugendliche (GOP 89106 A / B)
  • Indikationsimpfung nach Anlage 1 zur Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL), altersunabhängig (GOP 89107 A / B / R)
    • Patienten mit chronischer Nieren-/Leberkrankheit/Krankheit mit Leberbeteiligung, häufiger Übertragung von Blut(bestandteilen, z. B. bei Hämophilie), vor ausgedehnten chirurgischen Eingriffen (z. B. unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine), HIV-Positive
    • Kontakt mit HBsAg-Trägern in Familie/Wohngemeinschaft
    • Sexualkontakt zu HBsAg-Träger bzw. Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung
    • Drogenabhängigkeit, längerer Gefängnisaufenthalt
    • durch Kontakt mit HBsAg-Trägern in einer Gemeinschaft (Kindergärten, Kinderheime, Pflegestätten, Schulklassen, Spielgemeinschaften) gefährdete Personen
    • Patienten in psychiatrischen Einrichtungen oder Bewohner vergleichbarer Fürsorgeeinrichtungen für Zerebralgeschädigte oder Verhaltensgestörte sowie Personen in Behindertenwerkstätten
  • Dialysepatienten (GOP 89108 A / B / R)
  • Berufsbedingte Impfung bei Berufsgruppen, die sich Spalte 2 der Anlage 1 zur SI-RL zuordnen lassen, z. B. Polizisten, Sozialarbeiter (GOP 89107 A / B / R)
  • Berufsbedingte Impfung bei Berufsgruppen, die sich Spalte 3 der Anlage 1 zur SI-RL zuordnen lassen, z. B. Krankenschwester, Arzthelferin (Impfstoff auf Privatrezept und Impfleistung nach GOÄ), hier Vorrang des Arbeitgebers als Kostenträger!
  • Alle anderen Patienten, die sich keiner der o. g. Gruppen zuordnen lassen  (Hepatitis-B-Satzungsleistung GOP 89132, Verordnung auf Namen des Patienten)

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Impfziffern

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Hepatitis-A/B-Kombinationsimpfung (Twinrix®) - In welchen Fällen kann die Kombinationsimpfung durchgeführt werden? Details
NEU
 

Ab Mai 2013 tritt die „alte“ Twinrix®-Regelung wieder in Kraft

Zwischen den Krankenkassen und der KVBW besteht Einigkeit, dass die Verordnung von Twinrix® als Impfkosten (Verordnung über SSB) erfolgen kann. Leistungsrechtlich bestehen keine Einschränkungen.

Grundimmunisierung mit Twinrix® in Baden-Württemberg möglich, Bezug über SSB, Abrechnung mit 89202 A für die erste und zweite Impfung, 89202 B für die dritte Impfung.

Auffrischimpfung: Gegenwärtig liegen Langzeitdaten über die Persistenz der Antikörper bis zu 15 Jahren nach der Impfung mit Twinrix® Erwachsene vor. Die nach einer Grundimmunisierung mit dem Kombinationsimpfstoff beobachteten Anti-HBs- und Anti-HAV-Antikörperwerte liegen jedoch in der gleichen Größenordnung wie nach der Impfung mit den jeweiligen monovalenten Impfstoffen. Auch die Kinetik in der Antikörperabnahme ist vergleichbar. Daher lassen sich die allgemeinen Richtlinien für die Auffrischimpfung aus den Erfahrungswerten mit den monovalenten Impfstoffen ableiten.

Das heißt in der Praxis für die Auffrischimpfung mit Twinrix®:
Eine Auffrischimpfung mit Twinrix ist als Satzungsleistung möglich, anzusetzen ist die Ziffer 89202 B.
Die KVBW empfiehlt jedoch, bei gesunden Personen, die eine erfolgreiche Grundimmunisierung erhalten haben, und bei denen nach Anlage 1 der SI-RL keine Indikation besteht, auf eine routinemäßige Auffrischimpfung zu verzichten.

Die Verordnung von Twinrix® erfolgt immer über SSB, unabhängig davon, ob es sich um eine Pflicht- oder Satzungsleistung handelt!


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Influenza nasal - Wie wird der nasale Influenzaimpfstoff Fluenz® seit November 2013 bezogen und abgerechnet?Details

Der nasale Influenzaimpfstoff Fluenz® wird über den privaten SSB bezogen und für jeweils eine nasale Impfung die GOP 89112N abgerechnet. Die Vergütung für Impfleistung und Impfstoff beträgt 30 Euro.


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Welche Impfziffer wird für den nasalen Influenzaimpfstoff Fluenz® abgerechnet, der vor November 2013 auf SSB bezogen aber erst nach November verimpft wurde?Details

Die Impfleistung des über SSB bezogenen nasalen Influenzaimpfstoffs Fluenz® wird mit der GOP 89112O (GOP 89112 mit angehängtem Buchstaben O) abgerechnet. Die Vergütung für die Impfleistung beträgt 8,10 Euro.


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Können Erwachsene gegen Masern geimpft werden?Details

Eine einmalige Masern-Impfung, vorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff, ist GKV-Leistung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit, insbesondere wenn sie im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von Immundefizienten oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten (Verordnung über SSB).

Bei weiteren beruflichen Indikationen ist entsprechend den in Spalte 3 von Anlage 1 der Schutzimpfungsrichtlinie aufgeführten Berufsgruppen der Arbeitgeber leistungspflichtig:

  • Einrichtungen zur medizinischen Untersuchung, Behandlung und Pflege von Kindern sowie zur vorschulischen Kinderbetreuung (regelmäßiger, direkter Kontakt zu Kindern)
  • Forschungseinrichtungen/Laboratorien (regelmäßige Tätigkeiten mit Kontaktmöglichkeit zu infizierten Proben oder Verdachtsproben bzw. zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegenständen oder Materialien).

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Masern-Mumps-Röteln-Varizellen (MMRV)Details
Impfung bei einer medizinischen Fachangestellten in der Kinderarztpraxis – Ist hier die GKV (über SSB) oder der Arbeitgeber (Kinderarzt!) in der Leistungspflicht?
 

Entsprechend Spalte 3 von Anlage 1 der Schutzimpfungsrichtlinie besteht für medizinisches Personal in der Pädiatrie kein Leistungsanspruch gegenüber der GKV, sondern gegenüber dem Arbeitgeber. Verordnung und Abrechnung sind privat vorzunehmen.

Was ist bei der Durchführung der Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen zu beachten?
Bei der ersten MMRV-Impfdosis sollte – bis zum Vorliegen weiterer Daten – die getrennte Gabe der MMR-Impfung einerseits und der Varizellen-Impfung andererseits bevorzugt werden (GOPs 89301 A, 89125 A). Die gleichzeitige, aber getrennte (an unterschiedlichen Impforten) Gabe von MMR- und V-Impfstoffen soll im Vergleich zum MMRV-Kombinationsimpfstoff mit einem günstigeren Nebenwirkungsprofil verbunden sein. Die zweite Impfung gegen MMRV kann dann mit einem MMRV-Kombinationsimpfstoff erfolgen (GOP 89401 B).
Weitere Informationen zu den aktuell geltenden Rabattverträgen sind der tabellarischen Übersicht über „rabattierte Impfstoffe“ zu entnehmen.


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Sollten auch Kinder, die älter als zwei Jahre sind, gegen Meningokokken-C geimpft werden?Details

Zum Erreichen eines individuellen Impfschutzes besteht bei entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung nach § 11 Abs. 2 der Schutzimpfungsrichtlinie die Möglichkeit, eine solche versäumte Impfung gegebenenfalls bis zum 18. Lebensjahr nachzuholen. Die Festsetzung eines verpflichtenden Impftermins für eine Meningokokken-Nachholimpfung ist im Sinne der Schutzimpfungsrichtlinie aber nicht vorgesehen.
Falls die Meningokokken-C-Impfung nachgeholt wird, ist die Impfziffer 89114 anzusetzen.


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Kann eine Meningokokken-Impfung vor Reisen in Länder mit Krankheitsausbrüchen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgen?Details

Für Reiseschutzimpfungen in epidemische/hyperendemische Länder, auch vor Pilgerreisen (z. B. Hadj), besteht kein Leistungsanspruch gegenüber der GKV. Der Impfstoff ist privat zu verordnen, die Impfleistung ist privat in Rechnung zu stellen.


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Erweiterung der beruflichen Indikationen für die Pertussis-ImpfungDetails

Die beruflichen Indikationen für eine Pertussis-Impfung zu Lasten der GKV wurden erweitert auf: Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen und Gemeinschaftseinrichtungen (Kinderkrippen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorte, Schulen oder sonstige Ausbildungseinrichtungen, Heime, Ferienlager und ähnliche Einrichtungen).


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Pneumokokken: Was ist bei Grundimmunisierung und Auffrischimpfung zu beachten?Details

Eine Grundimmunisierung als Standardimpfung ist vorgesehen für folgende Personenkreise:

  • Kinder im Alter von 2, 3 und 4 Monaten sowie zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat (polyvalenter Konjugatimpfstoff)
  • Personen über 60 Jahre


Eine Indikationsimpfung ist vorgesehen bei Kindern (ab vollendetem 2. Lebensjahr), Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer der nachstehenden Grundkrankheiten:

  • Angeborene und erworbene Immundefekte mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion, wie z. B.:
    • Hypogammaglobulinämie, Komplement- und Properdindefekte
    • bei funktioneller oder anatomischer Asplenie
    • bei Sichelzellenanämie
    • bei Krankheiten der blutbildenden Organe
    • bei neoplastischen Krankheiten
    • bei HIV-Infektionen
    • nach Knochenmarktransplantation
    • vor Organtransplantation und vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie.
  • Chronische Krankheiten z. B.:
    • Herz-Kreislauf-Krankheiten
    • Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma und COPD)
    • Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten
    • chronische Nierenkrankheiten/nephrotisches Syndrom
    • neurologische Krankheiten z. B. Zerebralparesen oder Anfallsleiden
    • Liquorfistel


Wiederholungsimpfungen nur noch bei angeborenen/erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion sowie chronischen Nierenkrankheiten/nephrotischem Syndrom im Abstand von 5 Jahren (Erwachsene) bzw. mindestens 3 Jahren (Kinder unter 10 Jahren) (GOP 89120 R).


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Was gilt bei der Poliomyelitis-Auffrischimpfung?Details

Alle Personen ohne einmalige Auffrischimpfung (empfohlener Zeitraum: im Alter von 9 bis 17 Jahren) sollen eine einmalige Polio-Impfung erhalten, entweder monovalent (GOP 89121 R) oder als Kombinationsimpfstoff (GOP 89302 R oder 89400 R).


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Wie werden Schutzimpfungen gegen Rotaviren verordnet und abgerechnet?Details
NEU
 

Die Grundimmunisierung gegen Rotaviren kann seit dem 20. Dezember 2013 als GKV-Leistung für Kinder im Alter von zwei und drei (sowie ggf. vier) Monaten erbracht werden.

Die erste Impfung sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Sie ist bereits ab dem Alter von sechs Wochen möglich. Je nach verwendetem Impfstoff sind zwei bzw. drei Impfdosen zur Grundimmunisierung erforderlich.

Hinsichtlich des Impfstoffs besteht keine Einschränkung. Der Mindestabstand zwischen den Impfdosen sollte vier Wochen betragen. Die Impfserie sollte je nach Impfstoff möglichst bis zum Alter von 16 bzw. 20 - 22 Wochen abgeschlossen sein, spätestens aber bis zum Alter von 24 bzw. 32 Wochen. Der Impfstoff wird über den Sprechstundenbedarf bezogen.

Die Abrechnung und Vergütung erfolgt mit der GOP 89127A (erste Dosen eines Impfzyklus, bzw. unvollständige Impfserie) und GOP 89127B (letzte Dosis eines Impfzyklus nach Fachinformation). Die Impfung wird wie die übrigen Einfachimpfungen vergütet.

Die bisher bestehenden regionalen Verträge mit der Barmer GEK, der BKK VAG Baden-Württemberg, der Deutschen BKK und der AOK Baden-Württemberg wurden zum 31. Dezember 2013 beendet. Die regionalen GOP 89134A und 89134B können dann nicht mehr abgerechnet werden.


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Was gilt für die Auffrischimpfung Tetanus?Details

Die nächste fällige Auffrischimpfung Tetanus/Diphtherie soll zusammen mit Pertussis- (GOP 89303 R) oder bei gegebener Indikation auch mit Polio-Impfkomponente (GOP 89400 R) erfolgen.


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Was ist bei der postexpositionellen Tetanus-Prophylaxe zu beachten?Details

Die Leistung kann bei alleiniger Tetanusimpfung nicht gesondert berechnet werden.
In der Regel erfolgt die Tetanus-Auffrischimpfung kombiniert mit Diphtherie und ggf. weiteren indizierten Antigenen (z. B. Pertussis).

In diesen Fällen kann die EBM-Nummer der Kombinationsimpfung (89201 R für Td-Impfstoff, 89303 R für Tdap-Impfstoff) angesetzt werden.

Entnahme des Impfstoffs aus dem SSB. Für Patienten, deren Krankenkasse der Schutzimpfungsvereinbarung nicht beigetreten ist, erfolgt die Verordnung des Impfstoffs auf Privatrezept, die Impfleistung wird nach GOÄ in Rechnung gestellt.

Die gegebenenfalls (selten!) notwendige Gabe des Passivimpfstoffs ist kurativ. Die Impfleistung kann nicht gesondert berechnet werden. Entnahme des Immunglobulins aus dem SSB (nicht bei Arbeitsunfällen).


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Was ist bei der postexpositionellen Tollwut-Prophylaxe zu beachten?Details

Achtung: Die postexpositionelle Tollwut-Prophylaxe ist Therapie und deshalb nicht in der Schutzimpfungsrichtlinie geregelt.

Sowohl der Aktiv- als auch der Passivimpfstoff müssen auf den Namen des Versicherten verordnet werden und sind nicht über Sprechstundenbedarf zu beziehen. Bitte achten Sie bei der Verordnung des Aktivimpfstoffes dennoch auf die Kennzeichnung mit der Ziffer „8“. Eine Impfziffer kann nicht abgerechnet werden.


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Wie ist bei einer präventiven Tollwutimpfung bei Freizeitaktivitäten (z. B. Hobby-Jäger) zu verfahren?Details

Die Impfung fällt in diesen Fällen in die Eigenverantwortung des Versicherten und ist somit privat zu verordnen.

Für Reiseimpfungen auf private Veranlassung besteht kein Leistungsanspruch. Für Impfungen aufgrund erhöhter beruflicher Gefährdung ist der Arbeitgeber in der Leistungspflicht. Präventive Tollwut-Impfungen sind privat zu verordnen und zu liquidieren.


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Varizellen - Was gilt für die Standardimpfung?Details

Standardimpfung mit zwei Dosen eines monovalenten Impfstoffs!
Kein Hinweis mehr auf bevorzugte Gabe des Kombinationsimpfstoffs MMRV bei bestehender Indikation einer Varizellen-Impfung.

Nachimpfung nur einmal geimpfter Kinder und Jugendlicher bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit einem monovalenten Impfstoff.


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