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KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG BADEN-WÜRTTEMBERG

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) versteht sich als Dienstleister für Ärzte und Psychotherapeuten. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern gestalten und sichern wir die hausärztliche, fachärztliche und psychotherapeutische Versorgung im Land.

 

 

NACHRICHTEN

Zu viele Ärzte in Baden-Württemberg? ─ 19. November 2014Details
Kassenärzte befürchten drastische Verschlechterungen der heute schon problematischen Versorgungsituation im Land
 

Stuttgart, 18.11.20144 – Mit tiefer Sorge betrachtet der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) die Pläne der Bundesregierung, dass in Baden-Württemberg zukünftig über 2.000 Ärzte und Psychotherapeuten weniger als heute tätig sein sollen.

„Die Situation ist völlig grotesk und nicht mehr nachvollziehbar“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KVBW, Dr. med. Norbert Metke, am Dienstag in Stuttgart. „Auf der einen Seite klagen die Patienten über zu lange Wartezeiten auf einen Termin und Gemeinden über fehlende Ärzte und mangelnden Nachwuchs. Auf der anderen Seite müssen wir ihnen mitteilen, dass wir gemäß der Definition der Bundesregierung zu viele Ärzte haben. Und die Bundesregierung andenkt, dass Praxen in überversorgten Bereichen geschlossen werden müssen, also, nicht mehr an Nachfolger übergeben werden können. Davon wären nach dem vorliegenden Gesetzesentwurf landesweit rund 1.600 Facharztpraxen, 900 Praxen von Psychotherapeuten und knapp 230 Hausarztpraxen betroffen – obwohl diese häufig in ländlichen Regionen liegen und insgesamt über 12 Millionen Behandlungen pro Jahr durchführen. Aber auch in den Ballungsräumen dürfen die Auswirkungen nicht unterschätzt werden. Denn die Praxen im angeblich überversorgten Stuttgart versorgen noch ca. 230.000 Pendler jeden Tag und viele Patientinnen und Patienten aus den umliegenden Landkreisen.“

Wartezimmer sind heute schon voll
Sein Vorstandkollege, Dr. med. Johannes Fechner, verwehrt sich gegen den Vorwurf der „Panikmache“, der seitens der Politik erhoben wird. Fechner sagte: „Im Gesetzentwurf wird unmissverständlich klar: Es soll weniger Ärzte im Land geben. Arztsitze, die frei werden, sollen nicht nachbesetzt werden. Die Folge ist, dass nach dem Willen des Gesetzgebers Patienten sich einen Arzt an einem anderen Ort suchen müssen. Da heute in den Praxen die Wartezimmer schon voll sind, werden die Ärzte noch weniger Zeit für ihre Patienten haben.“

Für Fechner ist dies völlig realitätsfern. „Wenn wir Nachbesetzung verhindern, nehmen wir eine Verschlechterung der schon heute problematischen Versorgung ganz bewusst in Kauf. Den 1.600 abzubauenden fachärztlichen Praxissitzen stehen 100 offene Sitze gegenüber. Ein Verlust an fachärztlicher Versorgung wird also willentlich in Kauf genommen. Schon heute sind 300 hausärztliche Praxen nicht besetzt, in fünf Jahren werden es fast 800 sein. Dazu noch einmal über 200 Praxen abzubauen, ist eine Sünde am Patienten. Ärzte und Patienten sind keine Schachfiguren, die willkürlich hin- und hergeschoben werden können.“

6000 Arbeitsplätze bedroht
Fechner erinnerte daran, dass die Schließung von Praxen auch eine wirtschaftliche Komponente hat. „Jede Praxis ist ein kleines Unternehmen mit Mitarbeiterinnen. Wer über 2.000 Praxen schließt, vernichtet darüber hinaus 6.000 Arbeitsplätze von Helferinnen. Er muss wissen, was er tut.“ Weiter warnte der KV-Vize vor den Auswirkungen auf die jungen Medizinerinnen und Mediziner. „Ein junger Arzt wird sich zweimal überlegen, ob er noch Geld in eine Praxis investiert, wenn es von der jeweils aktuellen politischen Stimmungslage abhängt, ob er beim Ausscheiden z. B, wegen Krankheit oder Rente seine Praxis einem Nachfolger übergeben darf oder seine Investition und Arbeit sinnlos war.“ Fechner abschließend: „Endgültig skurril werden die Pläne, wenn von der Politik darüber hinaus kürzere Wartezeiten fordert werden – mit weniger Ärzten!“
 
Metke erläuterte, dass die KVBW alle Bundestagsabgeordneten der Koalition aus Baden-Württemberg angeschrieben hat und sie auf die Auswirkungen der vorgesehenen Gesetzgebung speziell für ihren Wahlkreis hingewiesen hat: „Letztlich ist es eine gesetzliche Regelung, die dann zustande kommt, wenn sie eine Mehrheit im Bundestag findet. Wir möchten, dass jedem die Konsequenzen – auch vor seiner Haustür – von vornherein klar sind.“


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Streit zwischen Uniklinik und Praxis für Strahlentherapie Freiburg beigelegt ─ 5. November 2014Details
Patientenwohl ist das oberste Gebot
 

Stuttgart, 5. November 2014 Der Streit zwischen der Universitätsklinik und der Praxis für Strahlentherapie Freiburg ist beigelegt. Die Parteien waren sich immer einig, dass Krebspatienten und -patientinnen in der Region Freiburg mit Strahlentherapie auf höchstem Niveau versorgt sein müssen. Nur über die Verteilung der kassenärztlichen Abrechnungsmöglichkeiten speziell darüber, ob die Praxis neben ihrem Leiter zu Recht zwei weitere Kassenärzte genehmigt bekommen hatte war man sich uneins. Die Angelegenheit war bereits beim Sozialgericht gelandet und drohte in einen jahrelangen Rechtsstreit zu münden.

"Wir sind froh, dass nach zähen Verhandlungen eine für beide Seiten annehmbare Lösung gefunden werden konnte", fasst Dr. Johannes Fechner, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, das Ergebnis zusammen. Dem schließt sich Dr. Weißenberger, Leiter des Zentrum für Strahlentherapie, an: "Jetzt können wir unsere Kräfte ganz und gar auf die Versorgung unserer Patienten richten!"

Ohne das Einlenken von Prof. Dr. Siewert, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Freiburg, wäre die Einigung nicht möglich gewesen. Für ihn hat dies grundsätzliche Bedeutung: "Wir sehen uns als fairer und zuverlässiger Partner der niedergelassenen ärztlichen Kollegen, mit denen wir zahlreiche Kooperationen pflegen." Dies gelte sogar dann, wenn wie Siewert betont die Universitätsklinik Freiburg dabei, wie in diesem Fall "geldwerte Rechtsgüter aufgegeben" habe.

Aber man habe sich auf das oberste Gebot, das Patientenwohl, besonnen "und dazu gehört nun mal auch die freie Arztwahl bei der Strahlentherapie." Für Professor Siewert ist sogar eine spätere, engere Zusammenarbeit der Universitätsklinik für Strahlenheilkunde mit der Praxis für Strahlentherapie nicht ausgeschlossen: "Jetzt können Gespräche auf Leitungsebene beginnen und von denen erwarte ich ein gemeinsames schlüssiges Konzept für eine optimale Patientenversorgung."


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Impfstoffverordnung: Richtige neunstellige IK-Nummer verwenden ─ 3. November 2014Details
Korrektes Institutionskennzeichen (IK) wichtig für SSB-Rezepte
 

3. November 2014 – Seit 1. Oktober muss die IK-Nummer des Kostenträgers neunstellig auf die Rezepte gedruckt werden – normalerweise macht das die Praxissoftware automatisch. Allerdings erkennen und drucken nach wie vor einige Softwaresysteme die für den Sprechstundenbedarf geltenden IK nicht. Vor diesem Hintergrund bittet der KVBW-Vorstand in einer aktuellen Schnellinformation darum, ab sofort jede SSB-Verordnung nach dem Ausdruck zu überprüfen und gegebenenfalls das IK von Hand zu ändern, bevor Sie das Rezept in der Apotheke abgeben, um Regresse zu vermeiden.
Für die jeweiligen Bereiche gelten folgende IK:

 

Freiburg (Ihre BSNR fängt mit 57, 58 oder 59 an):IK 10 8095249
Karlsruhe (Ihre BSNR fängt mit 52, 53, 54 oder 56 an):IK 10 7018414
Reutlingen (Ihre BSNR fängt mit 62 an):IK 10 7815807
Stuttgart (Ihre BSNR fängt mit 61 an): IK 10 7815727


Die komplette Schnellinformation des Vorstands sowie eine Ausfüllanleitung für Sprechstundenbedarfs- und Impfrezepte finden Sie unten.


Direktkontakte
Impfline BW
Telefon: 0711 7875 3663

Downloadbare Dokumente
Ausfüllanleitung SSB-Rezept
Ausfüllhilfe Impfstoffverordnungen
Schnellinfo IK-Nummern

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Gemeinsame Verantwortung für Kinder kennt keine Systemgrenzen ─ 23. Oktober 2014Details
Baden-Württemberg schließt die bundesweit erste Rahmenvereinbarung zum gemeinsamen Handeln von Ärzten und Kinder- und Jugendhilfe im präventiven Kinderschutz
 

Stuttgart, 23. Oktober 2014 – Baden-Württemberg geht neue Wege in der frühen Förderung von Kindern: Noch bevor es zu Gefährdungen für die kindliche Entwicklung kommt, soll unterstützungsbedürftigen Familien Hilfe angeboten werden. Dies ist das Ziel des seit vier Jahren laufenden Projekts „Frühe Hilfen“ der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Im Projekt, das Vertreter der Ärzteschaft, der Psychotherapeuten und der Jugendämter an einen Tisch bringt, folgt nun der nächste Schritt: Als erstes Bundesland hat Baden-Württemberg diese Kooperation zwischen der KVBW, dem Städte- und Landkreistag sowie dem BKK-Landesverband Süd institutionalisiert und in die vertragsärztliche Regelversorgung aufgenommen. Damit schreibt Baden-Württemberg gleich doppelt Geschichte: Denn die Vertragspartner schlagen hier gleichzeitig eine Brücke zwischen zwei Sozialgesetzbüchern.

Fachlicher Austausch über kritische Fälle
Die KVBW hat zunächst auf Initiative und mit finanzieller Förderung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) bereits ab 2010 erfolgreich erprobt, was jetzt zwischen den Partnern vertraglich vereinbart wurde. Seit Herbst 2013 wird das Projekt „Vernetzung von vertragsärztlichen Qualitätszirkeln mit Angeboten der Frühen Hilfen“ aus Mitteln gefördert, die dem Sozialministerium Baden-Württemberg im Rahmen der „Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Verfügung gestellt worden sind. Es handelt sich um ein sogenanntes zentrales, landesweit bedeutsames Projekt, das von der Landessteuerungsgruppe zur Umsetzung der Bundesinitiative auf Vorschlag des Sozialministeriums in die Förderung des Bundes überführt worden ist. Ziel des Projekts ist eine bessere Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Jugendhilfe. Vertragsärzte bzw. -Psychotherapeuten werden zusammen mit Mitarbeitern von Jugendämtern in Form von Tandems darin geschult, gemeinsame Qualitätszirkel durchzuführen. Inhaltlicher Schwerpunkt ist der fachliche Austausch über kritische Fälle. Derart gut vernetzt kann belasteten Familien frühzeitig die passende Hilfe vermittelt werden.

Nach dreijähriger Laufzeit wurde das Projekt wissenschaftlich evaluiert. Die Evaluation zeigt, dass der gewählte Ansatz der richtige ist: Die vertrauensbildende Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Jugendhilfe unterstützt die notwendige Kooperation im präventiven Kinderschutz. Die Rückmeldungen der Beteiligten zum Projekt der KVBW waren durchweg positiv.

Familiäre Belastungen
frühzeitig erkennen

Für den Vorstandsvorsitzenden der KVBW, Dr. Norbert Metke, ist dieser Vertrag richtungsweisend: „Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern hat furchtbare, oft lebenslange Folgen. Umso wichtiger ist es, hier frühzeitig Hilfe anzubieten. Mit dem Programm Frühe Hilfen werden zum einen unsere Ärzte und Psychotherapeuten entsprechend auf das Erkennen von familiären Belastungen, die sich negativ auf die Gesundheit der Kinder auswirken, geschult. Gleichzeitig wird eine enge Kooperation zwischen den beteiligten Personen beziehungsweise Stellen ermöglicht. Bislang war das durch die Grenzen der einzelnen Gesetze erschwert. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit dem BKK Landesverband Süd und den teilnehmenden Betriebskrankenkassen den ersten Schritt in die Regelversorgung machen können.“

Sozialministerin Katrin Altpeter sieht in dem Vertrag einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer systematischen Vernetzung zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen. „Ich hoffe, dass von Baden-Württemberg eine Signalwirkung ausgeht, die auch andere Kassenverbände dazu ermutigt, den Weg des BKK-Landesverbands Süd zu gehen.“

Für Prof. Eberhardt Trumpp, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages, und Frau Gudrun Heute-Bluhm, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetages, ist die Zusammenarbeit Ausdruck des gemeinsamen Willens, die Kinder im Land besser zu fördern: „Die Zukunft einer Gesellschaft ist untrennbar mit dem Nachwuchs verknüpft. Wir Vertragspartner sind der Überzeugung, dass die Intensivierung und Strukturierung der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen dazu dient, insbesondere gefährdeten Kindern ein gedeihliches Aufwachsen zu ermöglichen. Gerade die Kommunen haben die sozialen und finanziellen Folgen von schwierigen Lebenssituationen von Kindern zu tragen und sind daher vom Leid der Kinder in besonderem Maße betroffen. Die Kooperation bietet nun neue Möglichkeiten, hier gegenzusteuern. Wir werden daher den Städten und Landkreisen empfehlen, die Zusammenarbeit von Ärzteschaft und Jugendhilfe aktiv zu unterstützen und geeignetes Personal für die Qualitätszirkel-Moderatoren-Tandems zur Verfügung zu stellen.“

Gesundheit der Kleinsten als Investition in die Zukunft
Jürgen Thiesen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbandes Süd, zeigt sich erfreut darüber, dass bereits 26 Betriebskrankenkassen ihre Teilnahme am Vertrag erklärt haben. Er geht davon aus, dass weitere Betriebskrankenkassen folgen werden: „Die Betriebskrankenkassen pflegen ein enges Verhältnis zu ihren Versicherten. Dabei legen sie besonderen Wert auf Prävention und die rechtzeitige Erkennung etwaiger Gesundheitsgefahren. Die mit dem Vertrag angestrebte stärkere Vernetzung der Akteure leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Wir sind deshalb der Ansicht, dass es sich dabei um eine sinnvolle Investition in die Zukunft handelt. Zum einen wird die Gesundheit der Kleinsten unserer Versicherten gestärkt. Zum anderen belegen Untersuchungen, dass durch frühzeitige und koordinierte Hilfsangebote höhere Folgekosten vermieden werden können.“

Die Vereinbarung wird von der Koordinierungsstelle jährlich evaluiert und gemeinsam beraten. Weitere Informationen zum Thema Frühe Hilfen

 

Gemeinsame Pressemitteilung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen, des Sozialministeriums Baden-Württemberg, des Städtetags Baden-Württemberg und des Landkreistags Baden-Württemberg sowie des BKK Landesverbandes Süd und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW)


Downloadbare Dokumente
Projektflyer Frühe Hilfen
QZ-Landkarte Frühe Hilfen

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Kaninchen aus dem Hut gibt‘s nur im Zirkus ─ 17. Oktober 2014Details
Vorstand der KVBW kritisiert die geplanten Terminservicestellen massiv
 

Stuttgart, 17. Oktober 2014 – Die Verpflichtung, Facharzttermine innerhalb von vier Wochen im Rahmen einer Terminservicestelle zu garantieren, bezeichnet der Vorstandsvorsitzende der KV Baden-Württemberg, Dr. Norbert Metke, als „populistische Mogelpackung zu Lasten einer individuellen und qualitativen Patientenversorgung“.

Überregulierung hat noch nie zum Erfolg geführt

Metke sagte: „Da wird mal wieder Ross und Reiter verwechselt. Die Versorgung eilbedürftiger, akut Erkrankter erfolgt in Baden-Württemberg in der Regel sofort, aber auch zwei Millionen mal im Jahr in der Nacht, an Sonn- und Feiertagen im Rahmen des Notfalldienstes. Dennoch steht außer Frage, dass es Wartezeiten bei Fachärzten gibt. Sie sind Folge des Versuchs, durch planwirtschaftliche Maßnahmen das System zu steuern, unter denen die Beteiligten seit Jahren leiden. Überregulierung hat noch nie zum Erfolg geführt und funktioniert auch im Gesundheitssystem nicht. Das Vorhaben, Arzttermine zuteilen zu lassen und damit durch mehr Planwirtschaft einen Mangel zu beheben, hört sich vor diesem Hintergrund reichlich kurios an. Die nun geplanten Terminservicestellen hätten zur Folge, dass die KVBW bis zu 20 Millionen Behandlungstermine pro Jahr vermitteln müsste. Das zieht nicht nur enorme Bürokratie, sondern auch hohe Kosten nach sich, die der Patientenversorgung entzogen werden. Das ist eine Sünde am Patienten. Viel wichtiger wäre es daher, die Ursachen zu bekämpfen, anstatt den Patienten eine Flatrate-Alles-ist-möglich-Mentalität bei begrenzten Mitteln fälschlicherweise vorzugaukeln“.

Keine unbegrenzte Versorgung bei begrenzten Mitteln

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Dr. Johannes Fechner, ergänzt: „Auf der einen Seite werden den Ärzten quartalsweise Kontingente an Patienten zugewiesen und durch die Bedarfsplanung die Zahl der Niederlassungen begrenzt. Auf der anderen Seite ist es aber möglich, dass Patienten ohne Begrenzung und ohne jedwede Steuerung ärztliche Leistung in Anspruch nehmen, Ärztehopping betreiben und Termine teilweise nicht einhalten. Da darf sich niemand wundern, wenn es zu Wartezeiten kommt. Wartezeiten bei den Fachärzten sind daher systembedingte Ursachen und durch die Rahmenbedingungen der Politik zu verantworten: Wer die Mittel für die reguläre Patientenversorgung begrenzt, kann keine unbegrenzte Versorgung dafür erhalten“.

Der Vorstand bezeichnete es als „geradezu grotesk“, dass den Kranken im Lande zum einen vermehrt fachärztliche Patiententermine zur Verfügung gestellt werden sollen, auf der anderen Seite im selben Gesetzesvorhaben aber über 1.300 fachärztliche Praxen im Lande wegen angeblicher Überversorgung geschlossen werden sollen. Damit würden alleine bei fachärztlichen Internisten (Kardiologen, Gastroenterologen, Rheumatologen etc.) knapp zwei Millionen Behandlungstermine in Baden-Württemberg pro Jahr wegfallen.

Für Metke ist klar: „Die Krankenkassen müssen endlich verpflichtet werden, Elemente wie Patientensteuerung, zum Beispiel über alternative Tarifgestaltung vorzunehmen, um eine sinnvolle und wirtschaftliche Inanspruchnahme der Ärzte durch die Patienten zu ermöglichen. Die KVBW wird dazu Vorschläge vorlegen.“


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