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KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG BADEN-WÜRTTEMBERG

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) versteht sich als Dienstleister für Ärzte und Psychotherapeuten. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern gestalten und sichern wir die hausärztliche, fachärztliche und psychotherapeutische Versorgung im Land.

 

 

NACHRICHTEN

HNO-Notfallpraxis eröffnet im Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn – 27. November 2014Details
Gemeinsame Pressemitteilung der KVBW und der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH
 

Am 6. Dezember wird im Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn die HNO-Notfallpraxis eröffnet, die den allgemeinmedizinischen Notdienst ergänzt. Die Praxis hat an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

 

Für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), Dr. Johannes Fechner, ist der Start der Notfallpraxis ein wichtiger Baustein in der Reform des Notfalldienstes: "Es freut mich, dass wir das Versorgungsspektrum für Heilbronner Patienten mit einer HNO-Notfallpraxis erweitern können. In diesem Zusammenhang möchte ich mich ganz herzlich bei den Verantwortlichen der SLK-Kliniken für die ausgezeichnete Kooperation bedanken."

 

Für den Direktor der Hals-, Nasen-Ohren-Klinik des Klinikums am Gesundbrunnen, Prof. Burkard M. Lippert, ist die Gründung ein gutes Zeichen für die zunehmend engere Zusammenarbeit zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor. "Wir begrüßen die Einrichtung der HNO-Notfallpraxis auf dem Gelände des Klinikums. Dies ist eine wichtige Verbesserung für die Patienten, die hierdurch eine heimatnahe Anlaufstelle haben und die Suche nach der jeweiligen diensthabenden Notfallpraxis an bisher wechselnden Orten entfällt. Bei schwereren Erkrankungen können schnell die Spezialisten der HNO-Klinik hinzugezogen werden." Der kaufmännische Direktor der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH, Michael Knüppel, ergänzt: "Für die Patienten hat die Schaffung der Notfallpraxis eine Reihe von Vorteilen. Zum einen erhoffen wir uns kürzere Wartezeiten in unserer Notaufnahme. Zum anderen können die niedergelassenen Kollegen die Infrastruktur des Krankenhauses mit nutzen."

 

Der Göppinger HNO-Arzt, Dr. Michael Jaumann, Koordinator für den HNO-Dienst der KVBW, begrüßte die Gründung der Praxis. "Mit der nun dritten HNO-Notfallpraxis in Baden-Württemberg bieten wir den Patienten der Region HNO-fachärztliche Leistungen an, wenn sie am Wochenende oder Feiertagen akute Schmerzen oder Probleme haben, die ein HNO-Arzt untersuchen oder behandeln sollte. Dazu gehören etwa ein plötzlich auftretender einseitiger Hörverlust, starke Blutungen aus der Nase, akuter Schwindel oder ähnliches."

 

Die HNO-Notfallpraxis hat an Wochenenden und Feiertagen jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet. "Die Patienten können zu den Öffnungszeiten ohne vorherige Anmeldung in die Notfallpraxis kommen" erklärt der Leiter der Notfallpraxis, HNO-Arzt Dr. Ulrich Kohler.

 

kl / ks, 27.11.2014


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Neue Notfallpraxis für Kinder und Jugendliche in Ulm – 27. November 2014Details
Gemeinsame Pressemitteilung der KVBW und der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
 

Ulm/Stuttgart, 27. November 2014 – Der ärztliche Bereitschaftsdienst für Kinder und Jugendliche in Ulm wird neu geregelt. Am 1. Dezember 2014 eröffnet die neue Notfallpraxis für Kinder und Jugendliche an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, die künftig für die Versorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten unter der Woche und an den Wochenenden und Feiertagen zuständig sein wird. Die Notfallpraxis wird für die Stadt Ulm, den Alb-Donaukreis, sowie für Neu-Ulm, Nersingen, Senden und Vöhringen zuständig sein. Die Notfallpraxis für Kinder und Jugendliche ist von Montag bis Freitag von 19 bis 21:30 Uhr und samstags, sonn- und feiertags von 9 bis 20:30 Uhr geöffnet. Zu diesen Öffnungszeiten können die Eltern mit ihren Kindern ohne Voranmeldung in die Notfallpraxis kommen.

 

„Die neue Notfallpraxis ist Teil unserer Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Baden-Württemberg, in deren Rahmen wir zentrale Notfallpraxen an Krankenhäusern einrichten. Wir freuen uns, dass wir die Notfallpraxis gemeinsam mit der Uniklinik realisieren können“, begrüßte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), Dr. Johannes Fechner, den Start. „Vor allem freue ich mich, dass wir hier eine Zusammenarbeit mit Bayern haben und damit sowohl für die Patienten als auch die Ärzte eine gute Lösung gefunden haben.“ Auch Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, ist mit der Entwicklung sehr zufrieden: „Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist überall in der Region als Anlaufstelle bekannt. Die Patienten können schnell versorgt werden und die Kinderklinik ist für schwerere und insbesondere für bedrohliche Fälle als Sicherheitsnetz sofort verfügbar“.

 

Für das Klinikum ist die Einrichtung der Notfallpraxis für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Schritt in der Zusammenarbeit zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor. „Wir behandelten bisher in der Notfallaufnahme unserer Klinik mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr. Doch nicht alle von Ihnen sind Notfälle, die dringend einen stationären Aufenthalt benötigen“, betonen der zuständige Oberarzt für den Ambulanzbereich Dr. Carsten Posovszky und Prof. Dr: Helmut Hummler, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Das führe für solche Patienten gerade an den Wochenende oft zu Wartezeiten in der Notfallambulanz. „Künftig wer-den diese Patienten zuerst der Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte zugeführt. Dies entlastet unsere Notaufnahme und wir haben mehr Zeit, uns um die Kinder und Jugendlichen mit schwereren Erkrankungen zu kümmern. Für die Eltern von Kindern und Jugendlichen ist das Klinikum schon immer die erste Adresse bei der stationären Versorgung. Wir freuen uns nun, dass wir in Kooperation mit niedergelassenen Kinderärztinnen/ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung den Eltern die Notfallversorgung noch weiter vereinfachen können: Es gibt im Notfall nun nur noch eine Anlaufstelle, die Klinik für Kinder und Jugendmedizin“, so Professor Debatin. Einzige Ausnahme sind noch Kinder und Jugendliche mit Knochenbrüchen oder schweren Verletzungen. Diese würden weiter von der Unfallchirurgie am oberen Eselsberg versorgt.

 

Der Notfallpraxisbeauftragte für den kinder- und jugendärztlichen Notfalldienst, der Kinder- und Jugendarzt Dr. Matthias Schlaud aus Ulm, sieht in der neuen Notfallpraxis eine Reihe von Vorteilen für Patienten und Ärzte: „Wir können durch die Notfallpraxis die Dienstbelastung der Ärzte senken, was wiederum wichtig ist, um die Tätigkeit in der Praxis für Nachfolger attraktiv zu halten. Es ist für die Familien und die niedergelassenen Kinderärzte wichtig für die Zeiten außerhalb der Praxissprechstunden eine zentrale Anlaufstelle für dringende Fälle zu haben. Außerdem können wir Niedergelassene eng mit den Kollegen im Krankenhaus zusammenarbeiten. Das heißt, dass auch Ultraschalluntersuchungen, Röntgen oder Labor grundsätzlich zur Verfügung stehen. Und wenn sich herausstellt, dass ein Patient doch stationär behandelt werden muss, ist er gleich am richtigen Ort. Außerdem freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen in der Klinik, mit denen wir auch einmal einen interessanten Fall beraten können.“

 

Dr. Fechner bedankte sich bei den Verantwortlichen der Universitätsklinik ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit. „Wir sind der Uniklinik sehr dankbar für das große Engagement bei der Einrichtung der Notfallpraxen und die Unterstützung“, betonte der KV-Vorstand.

 

NOTFALLPRAXIS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE ULM
an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Eythstraße 24, 89075 Ulm

ÖFFNUNGSZEITEN:
Montag bis Freitag: 19 bis 21:30 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag: 9 bis 20:30 Uhr


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Qualitätszirkel verbessern die Zusammenarbeit und fördern das gesunde Aufwachsen von Kindern ─ 26. November 2014Details
Nationales Zentrum Frühe Hilfen will Modell bundesweit ausbauen
 

Berlin/Köln, 26. November 2014 Wie kann die Entwicklung von Kindern aus
Familien in schwierigen Lebenssituationen von Anfang an besser gefördert
werden? Dieser Frage geht das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)
nach. Heute stellt es gemeinsam mit der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden
Württemberg (KVBW) auf einer Fachtagung in Berlin ein erfolgreiches
Modellprojekt vor, das bundesweit ausgebaut werden soll: Die systematische
Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten sowie Fachkräften der Frühen
Hilfen aus der Kinder- und Jugendhilfe in gemeinsamen Qualitätszirkeln.

Qualitätszirkel führen unterschiedliche Kompetenzen zusammen

In den Qualitätszirkeln besprechen Ärztinnen, Ärzte sowie Fachkräfte aus
der Kinder- und Jugendhilfe strukturiert und anhand von Fallbeispielen den
Unterstützungsbedarf einzelner Familien. Dabei sind die persönlichen Daten
der Familien anonymisiert. Da in den Qualitätszirkeln die Kompetenzen aus
den unterschiedlichen Berufsgruppen zusammenkommen, können die
Angebote aus diesen Bereichen aufeinander abgestimmt werden. Die
Familien erhalten so frühzeitig eine für sie passgenaue Unterstützung.
Über 100 Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, der Kinder- und
Jugendhilfe sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Bund und Ländern
diskutieren, wie das Modell bundesweit ausgebaut werden kann.

„Die Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen
ist wichtig, denn sie trägt zu einem guten Aufwachsen von Kindern und
Jugendlichen bei. Damit sich Frühe Hilfen konsequent an den Bedarfen der
Familien orientieren können, müssen Systemgrenzen überwunden werden“,
so Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Annette
Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister
für Gesundheit, betont: „Ärztliche Qualitätszirkel können helfen, die
Kooperation zwischen dem Gesundheitswesen und der Jugendhilfe zu
stärken, ohne dass zusätzliche bürokratische Strukturen aufgebaut werden
müssen. Gerade deshalb wünsche ich mir, dass solche Modelle der
Zusammenarbeit Schule machen und in die Fläche getragen werden.
Gemeinsames Ziel ist, Kindern und ihren Familien einen guten und
gesunden Start ins Leben zu ermöglichen."

„Das Krankheitsspektrum bei Kindern hat sich in den letzten Jahrzehnten
entscheidend verändert. Viele Kinder sind heute gesund. Allerdings haben in
unterschiedlichen Gruppen Entwicklungs- und Verhaltensstörungen,
psychische Auffälligkeiten, Übergewicht und Bewegungsmangel gerade bei
Kindern in schwierigen sozialen Lebensbedingungen zugenommen“, sagt
Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA), in der das NZFH seinen Sitz hat.

So haben 10 bis 20 Prozent der Kinder in Deutschland aufgrund schlechter
Startbedingungen geringere Chancen auf ein gesundes und erfolgreiches
Leben, wie aktuelle Studien zeigen. Armut, Isolation und mangelnde
Bildungsmöglichkeiten gehören zu den Ursachen.

Medizinische Hilfe allein reicht oft nicht
„Ärztinnen und Ärzte erkennen frühzeitig die Schwierigkeiten der Familien.
Allerdings ist oft die medizinische Hilfe allein nicht ausreichend, um die
gesunde Entwicklung der Kinder nachhaltig zu fördern. Häufig ist dies durch
die Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe in den Frühen Hilfen
möglich“, erklärt Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV.
„In Baden-Württemberg wurde dieses Modell mit der Förderung durch das
NZFH erprobt und es ist mittlerweile fast flächendeckend umgesetzt. Wir freuen
uns sehr, dass wir gemeinsam mit dem BKK Landesverband Süd und den
teilnehmenden Betriebskrankenkassen den ersten Schritt in die
Regelversorgung machen können“, sagt Dr. Norbert Metke,
Vorstandsvorsitzender der KVBW.

Durch gemeinsame Qualitätszirkel können die Zusammenarbeit zwischen
dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Angebote
für die Familien verbessert werden. Dies hat das mehrjährige Modellprojekt
gezeigt. Der bundesweite Ausbau erfordert von allen Beteiligten ein
Aufeinander zugehen um die Versorgung von Familien gemeinsam zu
verbessern.

Mehr Informationen zum Modellprojekt in Baden-Württemberg unter Frühe Hilfen


Externe Links
Nationales Zentrum Frühe Hilfen

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Zu viele Ärzte in Baden-Württemberg? ─ 19. November 2014Details
Kassenärzte befürchten drastische Verschlechterungen der heute schon problematischen Versorgungsituation im Land
 

Stuttgart, 18.11.20144 – Mit tiefer Sorge betrachtet der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) die Pläne der Bundesregierung, dass in Baden-Württemberg zukünftig über 2.000 Ärzte und Psychotherapeuten weniger als heute tätig sein sollen.

„Die Situation ist völlig grotesk und nicht mehr nachvollziehbar“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KVBW, Dr. med. Norbert Metke, am Dienstag in Stuttgart. „Auf der einen Seite klagen die Patienten über zu lange Wartezeiten auf einen Termin und Gemeinden über fehlende Ärzte und mangelnden Nachwuchs. Auf der anderen Seite müssen wir ihnen mitteilen, dass wir gemäß der Definition der Bundesregierung zu viele Ärzte haben. Und die Bundesregierung andenkt, dass Praxen in überversorgten Bereichen geschlossen werden müssen, also, nicht mehr an Nachfolger übergeben werden können. Davon wären nach dem vorliegenden Gesetzesentwurf landesweit rund 1.600 Facharztpraxen, 900 Praxen von Psychotherapeuten und knapp 230 Hausarztpraxen betroffen – obwohl diese häufig in ländlichen Regionen liegen und insgesamt über 12 Millionen Behandlungen pro Jahr durchführen. Aber auch in den Ballungsräumen dürfen die Auswirkungen nicht unterschätzt werden. Denn die Praxen im angeblich überversorgten Stuttgart versorgen noch ca. 230.000 Pendler jeden Tag und viele Patientinnen und Patienten aus den umliegenden Landkreisen.“

Wartezimmer sind heute schon voll
Sein Vorstandkollege, Dr. med. Johannes Fechner, verwehrt sich gegen den Vorwurf der „Panikmache“, der seitens der Politik erhoben wird. Fechner sagte: „Im Gesetzentwurf wird unmissverständlich klar: Es soll weniger Ärzte im Land geben. Arztsitze, die frei werden, sollen nicht nachbesetzt werden. Die Folge ist, dass nach dem Willen des Gesetzgebers Patienten sich einen Arzt an einem anderen Ort suchen müssen. Da heute in den Praxen die Wartezimmer schon voll sind, werden die Ärzte noch weniger Zeit für ihre Patienten haben.“

Für Fechner ist dies völlig realitätsfern. „Wenn wir Nachbesetzung verhindern, nehmen wir eine Verschlechterung der schon heute problematischen Versorgung ganz bewusst in Kauf. Den 1.600 abzubauenden fachärztlichen Praxissitzen stehen 100 offene Sitze gegenüber. Ein Verlust an fachärztlicher Versorgung wird also willentlich in Kauf genommen. Schon heute sind 300 hausärztliche Praxen nicht besetzt, in fünf Jahren werden es fast 800 sein. Dazu noch einmal über 200 Praxen abzubauen, ist eine Sünde am Patienten. Ärzte und Patienten sind keine Schachfiguren, die willkürlich hin- und hergeschoben werden können.“

6000 Arbeitsplätze bedroht
Fechner erinnerte daran, dass die Schließung von Praxen auch eine wirtschaftliche Komponente hat. „Jede Praxis ist ein kleines Unternehmen mit Mitarbeiterinnen. Wer über 2.000 Praxen schließt, vernichtet darüber hinaus 6.000 Arbeitsplätze von Helferinnen. Er muss wissen, was er tut.“ Weiter warnte der KV-Vize vor den Auswirkungen auf die jungen Medizinerinnen und Mediziner. „Ein junger Arzt wird sich zweimal überlegen, ob er noch Geld in eine Praxis investiert, wenn es von der jeweils aktuellen politischen Stimmungslage abhängt, ob er beim Ausscheiden z. B, wegen Krankheit oder Rente seine Praxis einem Nachfolger übergeben darf oder seine Investition und Arbeit sinnlos war.“ Fechner abschließend: „Endgültig skurril werden die Pläne, wenn von der Politik darüber hinaus kürzere Wartezeiten fordert werden – mit weniger Ärzten!“
 
Metke erläuterte, dass die KVBW alle Bundestagsabgeordneten der Koalition aus Baden-Württemberg angeschrieben hat und sie auf die Auswirkungen der vorgesehenen Gesetzgebung speziell für ihren Wahlkreis hingewiesen hat: „Letztlich ist es eine gesetzliche Regelung, die dann zustande kommt, wenn sie eine Mehrheit im Bundestag findet. Wir möchten, dass jedem die Konsequenzen – auch vor seiner Haustür – von vornherein klar sind.“


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Streit zwischen Uniklinik und Praxis für Strahlentherapie Freiburg beigelegt ─ 5. November 2014Details
Patientenwohl ist das oberste Gebot
 

Stuttgart, 5. November 2014 Der Streit zwischen der Universitätsklinik und der Praxis für Strahlentherapie Freiburg ist beigelegt. Die Parteien waren sich immer einig, dass Krebspatienten und -patientinnen in der Region Freiburg mit Strahlentherapie auf höchstem Niveau versorgt sein müssen. Nur über die Verteilung der kassenärztlichen Abrechnungsmöglichkeiten speziell darüber, ob die Praxis neben ihrem Leiter zu Recht zwei weitere Kassenärzte genehmigt bekommen hatte war man sich uneins. Die Angelegenheit war bereits beim Sozialgericht gelandet und drohte in einen jahrelangen Rechtsstreit zu münden.

"Wir sind froh, dass nach zähen Verhandlungen eine für beide Seiten annehmbare Lösung gefunden werden konnte", fasst Dr. Johannes Fechner, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, das Ergebnis zusammen. Dem schließt sich Dr. Weißenberger, Leiter des Zentrum für Strahlentherapie, an: "Jetzt können wir unsere Kräfte ganz und gar auf die Versorgung unserer Patienten richten!"

Ohne das Einlenken von Prof. Dr. Siewert, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Freiburg, wäre die Einigung nicht möglich gewesen. Für ihn hat dies grundsätzliche Bedeutung: "Wir sehen uns als fairer und zuverlässiger Partner der niedergelassenen ärztlichen Kollegen, mit denen wir zahlreiche Kooperationen pflegen." Dies gelte sogar dann, wenn wie Siewert betont die Universitätsklinik Freiburg dabei, wie in diesem Fall "geldwerte Rechtsgüter aufgegeben" habe.

Aber man habe sich auf das oberste Gebot, das Patientenwohl, besonnen "und dazu gehört nun mal auch die freie Arztwahl bei der Strahlentherapie." Für Professor Siewert ist sogar eine spätere, engere Zusammenarbeit der Universitätsklinik für Strahlenheilkunde mit der Praxis für Strahlentherapie nicht ausgeschlossen: "Jetzt können Gespräche auf Leitungsebene beginnen und von denen erwarte ich ein gemeinsames schlüssiges Konzept für eine optimale Patientenversorgung."


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