Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL)

Regelungen zur Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln

Die Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) auf der Grundlage des Fünften Sozialgesetzbuchs (SGB V) regelt die Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln, Medizinprodukten und enteraler Ernährung in der vertragsärztlichen Versorgung.

Schnellübersicht über die Verordnungsfähigkeit

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben als Orientierungshilfe für niedergelassene Ärzte eine Schnellübersicht erstellt. Diese stellt alphabetisch nach Arzneimitteln, Arzneimittelgruppen und Indikationen sortiert die Angaben über die Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln zusammen.

Übersicht der Anlagen der Arzneimittel-Richtlinie

Anlage IOTC-Übersicht
Anlage IILifestyle-Arzneimittel
Anlage IIIVerordnungseinschränkungen und -ausschlüsse
Anlage IVTherapiehinweise
Anlage VMedizinprodukte
Anlage VIOff-Label-Use
Anlage VIIAut idem
Anlage VIIIHinweise zu Analogpräparaten
Anlage IXFestbetragsgruppenbildung
Anlage XAktualisierung von Vergleichsgrößen
Anlage XI Besondere Arzneimittel – weggefallen –
Anlage XII(Frühe) Nutzenbewertung

Verschreibungsfrei vs. verschreibungspflichtig: Anlage I

Zugelassene Ausnahmen zum gesetzlichen Verordnungsausschluss nicht verschreibungspflichtiger Medikamente finden sich in der OTC-Übersicht.

Für welche Wirkstoffe und Wirkstoffklassen sowohl verschreibungsfreie als auch verschreibungspflichtige Medikamente existieren und welche Kriterien jeweils für die korrekte Arzneimittelauswahl maßgeblich sind, zeigt unsere Übersicht Verschreibungsfrei versus verschreibungspflichtig.

OTC-Präparate

Apothekenpflichtige, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel (sogenannte OTC-Präparate) sind grundsätzlich von der Verordnungsfähigkeit zu Lasten der GKV ausgeschlossen. In der „OTC-Übersicht“ legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fest, welche OTC-Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten und mit Begründung vom Vertragsarzt ausnahmsweise verordnet werden können.

Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse: Anlage III

Wichtig ist die Anlage III mit einer Übersicht über die Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse in der Arzneimittelversorgung. In der Anlage III finden sich außerdem Hinweise zur wirtschaftlichen Verordnungsweise von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für Kinder unter 12 Jahren und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen unter 18 Jahren. Beispielsweise sind Antidiarrhoika, Carminativa, Husten­mittel-Fix­kombinationen und Otologika für Kinder nur eingeschränkt verordnungs­fähig.

Wie immer gibt es auch hier Ausnahmen zu den Verordnungs­ausschlüssen, wobei die Richtlinie Substanz­klassen und Wirkstoffe nennt.

Um den Umgang mit der Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) zu erleichtern, hat die KBV einen Fragen-Antworten-Katalog (FAQ) erstellt.

Arzneimittel-Einzelprüfanträge

Verordnen Sie Arzneimittel, auf die Versicherte keinen Anspruch haben, auf einem Kassenrezept, kann das einen Regressantrag der Krankenkasse und damit teilweise sehr hohe Kosten bedeuten. Mehr dazu unter: Vorsicht Nachforderung.

Arzneimittelberatung der KVBW

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie ein Medikament zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnen dürfen? Dann fragen Sie uns: Ärzte, Apotheker und spezialisierte Mitarbeiter der KVBW beraten Sie verlässlich zu allen Fragen der wirtschaftlichen Verordnung für Patienten.

Letzte Aktualisierung: 14.03.2018