Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL)

Regelungen zur Verordnungsfähigkeit von Heilmitteln

Die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) definiert, welche Heilmittel Vertragsärzte verordnen dürfen. Das betrifft u. a. medizinische Dienstleistungen wie Physiotherapie oder Ergotherapie, die von entsprechend qualifizierten Therapeuten erbracht werden. Heilmittel, die in der ärztlichen Praxis abgegeben werden, sind nach dem EBM abrechenbar.

Heilmittel-Katalog

Wesentlicher Bestandteil der Heilmittel-Richtlinie ist der Heilmittel-Katalog. Er beschreibt, welche Heilmittel in welchen Mengen bei welchen Diagnosen (Diagnosegruppen) im Regelfall zu einer medizinisch angemessenen und wirtschaftlichen Versorgung führen. Außerdem gibt er Auskunft darüber, welche Heilmittel (vorrangig, optional, ergänzend) im Einzelnen indikationsbezogen verordnungsfähig sind.

Gesamtmenge im Regelfall

Die Heilmittel-Richtlinie folgt der Idee, dass das Therapieziel im Regelfall mit den im Heilmittel­katalog angegebenen Behandlungseinheiten erreicht werden kann, bei Verletzungen der Extremitäten bei EX3 beispielsweise nach maximal 30 Einheiten.

Verordnungen außerhalb des Regelfalles

Wenn sich die Behandlung mit den Verordnungen innerhalb des Regelfalles noch nicht abschließen lässt, können Sie bei medizinischer Notwendigkeit eine Verordnung außerhalb des Regelfalls ausstellen. Eine medizinische Begründung bei Verordnungen außerhalb des Regelfalles ist einschließlich prognostischer Einschätzung immer erforderlich. Die meisten Krankenkassen haben einen Genehmigungsverzicht ausgesprochen. In diesen Fällen gelten die Verordnungen außerhalb des Regelfalls automatisch als genehmigt.

Übersicht aller Kassen, die auf das Genehmigungsverfahren verzichten: Heilmittel Genehmigungsverzicht.

Letzte Aktualisierung: 21.08.2018