Psychotherapeutenhonorare

Richtlinienpsychotherapie ist Einzelleistung

Die antrags- und genehmigungs­pflichtigen psycho­therapeutischen Leistungen (EBM-Kapitel 35.2) aller Fachgruppen werden seit dem Jahr 2013 außerhalb der morbiditäts­bedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet. Für die 35.2-Leistungen gelten somit feste Preise laut EBM. Als Einzelleistungen werden sie ohne Mengen­begrenzung und in voller Höhe ausbezahlt.

Probatorik

Diese Einzelleistungs­regelung umfasst zusätzlich auch die probatorischen Sitzungen (GOP 35150), allerdings nur für die in § 87 b Abs. 2 Satz 3 SGB V genannten Fachgruppen

  • Psychologische Psychotherapeuten
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
  • Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Fachärzte für Nervenheilkunde
  • Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • ausschließlich psychotherapeutisch tätige Ärzte

Damit werden ungefähr 90 Prozent aller psycho­therapeutischen Leistungen direkt von den Kassen garantiert und vergütet. Lediglich die nicht antrags- und genehmigungs­pflichtigen Leistungen (mit Ausnahme der EBM-Nr. 35150 für die genannten Gruppen) werden gemäß Honorarverteilungs­­maßstab (HVM) aus dem gedeckelten Topf vergütet und gegebenenfalls quotiert.

EBA-Beschluss Psychotherapie-Honorar

Der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) hat die Punktzahl antrags- und genehmigungspflichtiger Leistungen (EBM-Abschnitt 35.2.) um rund 2,7 Prozent angehoben. Außerdem gibt es auf diese Leistungen einen Struktur­zuschlag für die Praxisorganisation für diejenigen, die zu mindestens 50 Prozent ausgelastet sind. Wie und wann wir den EBA-Beschluss umsetzen, lesen Sie in der
Vorstandsinfo Nachvergütung Psychotherapie. Hinweis: Ab April 2016 gilt eine Punktzahl-Obergrenze für den Strukturzuschlag.

Sonstige nicht antrags- und genehmigungspflichtige Leistungen (ngL)

Der Honorarverteilungs­maßstab (HVM) regelt nur noch die Vergütung der restlichen psycho­thera­peutischen Leistungen folgender Fachgruppen:

  • „„Psychologische Psychotherapeuten
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
  • „„Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • andere ausschließlich psychotherapeutisch tätige Vertragsärzte

Es handelt sich dabei um folgende Leistungsbereiche:

  • „Kapitel 22 und 23 EBM
  • „„Abschnitt 35.1 EBM (ohne GOP 35150)
  • „„Abschnitt 35.3
  • „Sonstige Leistungen (siehe zum Beispiel Präambeln 22 und 23.2 ff.)

Werden im Abrechnungsquartal von den oben genannten Fachgruppen zusammen mehr Leistungen im ngL-Bereich abgerechnet als in der Honorarverteilung vorgesehen, können die Leistungen nur noch quotiert ausgezahlt werden.

Therapiebeginn erst mit Genehmigung

Behandlungsfälle mit genehmigungspflichtigen Psychotherapieleistungen sind erst abrechenbar, wenn der Anerkennungsbescheid (Formblatt PTV 7) vorliegt und die Daten vollständig in den Abrechnungsdatensatz übernommen werden können (Datum des Anerkennungsbescheides, bewilligte Leistung, Anzahl der bewilligten Leistungen, Anzahl der abgerechneten Leistungen).

Letzte Aktualisierung: 09.03.2017