Langfristverordnungen

Heilmittelbehandlung für Patienten mit dauerhaftem Bedarf

Die Regelung zur Genehmigung von langfristigen Heilmittel­behandlungen – beispielsweise bei Lähmungen oder Bewegungs­störungen aufgrund frühkindlicher Hirnschädigung – ist dann wichtig, wenn eine Heilmittelbehandlung bei schwer kranken Patienten für einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechungen medizinisch erforderlich ist. Langfristverordnungen bedeuten mehr Therapiefreiheit und weniger Regressdruck.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben Diagnosen vereinbart, für die die Genehmigungs­voraussetzungen für den lang­fristigen Heilmittelbedarf als erfüllt gelten – vorbehaltlich krankenkassenspezifischer Einzelfallregelungen. Bei den meisten Krankenkassen müssen Patienten für Langrfristverordnungen keinen Antrag stellen. Übersicht aller Kassen, die auf das Genehmigungs­verfahren verzichten: Heilmittel Genehmigungsverzicht.

Welche Diagnosen mit entsprechenden ICD-Codes und Indikationsschlüsseln den  Langfrist­verordnungen zuzuordnen sind, geht aus der tabellarischen Anlage zur Heilmittel-Richtgrößenvereinbarung hervor. Übrigens: Bei Patienten mit nicht gelisteten Diagnosen besteht bei vergleichbar schwerwiegenden Krankheiten die Möglichkeit, eine langfristige Genehmigung bei der Krankenkasse zu beantragen. Über das Antragsverfahren informiert das folgende Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA):

Diagnosenkatalog langfristiger Heilmittelbedarf

Besonderheiten von Langfristverordnungen

  • ICD-10-Code gemäß Diagnosekatalog
  • voraussichtlicher Behandlungsbedarf von mindestens einem Jahr
  • Verordnung für bis zu zwölf Wochen möglich (dann Arzt-Patienten-Kontakt)
  • Systematik von Erst- und Folgeverordnung greift nicht
  • Vorgaben des Heilmittelkatalogs gelten für Art des Heilmittels, nicht für die Menge
  • „budgetneutral“: kein Regress bei wirtschaftlicher Verordnung

Sonderausgabe Verordnungsforum

Die Regelungen gelten bundesweit seit dem 1. Januar 2013. Als sie in Kraft getreten sind, haben wir zum besseren Verständnis eine Sonderausgabe unserer Publikation Verordnungsforum veröffentlicht:

Indikationsschlüssel und ICD-10-Kodierung

Wichtig ist, dass Sie neben einem exakten Indikationsschlüssel die Diagnose ICD-10-kodiert auf dem Verordnungsvordruck angeben. Nur so lassen sich Langfristverordnungen budgetentlastend berücksichtigen. Seit Juli 2014 muss der ICD-10-Code auf allen Heilmittelverordnungen angegeben werden, auch wenn es sich nicht um eine Praxisbesonderheit oder Langfristverordnung handelt.

Letzte Aktualisierung: 22.12.2016