FAQ TSVG

Antworten auf häufige Fragen

Für eine schnelle Terminvergabe über die Terminservicestellen erhalten Ärzte und Psychotherapeuten ab September Zuschläge zur Vergütung. Ab dann sind auch die offenen Sprechstunden Pflicht. Was noch neu ist und wie die Leistungen abgerechnet werden, hat die KBV in einer Praxisinformation zusammengefasst.

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Offene Sprechstunde: KV muss veröffentlichen

Nachdem die Details im Bundesmantelvertrag (BMV-Ä) nun festgelegt sind, kommen wir unserem gesetzlichen Auftrag nach und erheben Ihre aktuellen Sprechstundenzeiten – insbesondere die offenen Sprechstunden (mehr erfahren »). Wir haben ein Online-Meldeformular auf dieser Homepage, das Ihnen ermöglicht, uns Ihre Sprechzeiten elektronisch zu melden:

TSVG: Praxisdaten melden »

Die amtliche Fassung eines Gesetzes finden Sie nur im Bundesgesetzblatt:
BGM: Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG).

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine synoptische Darstellung der Änderungen im SGB V durch das TSVG erarbeitet. Die Synopse, die unten zum Download zur Verfügung steht, vergleicht jeweils die alte Fassung (linke Spalte) mit der neuen Fassung (rechte Spalte) der durch das TSVG geänderten Paragrafen.

Am 11. Mai 2019 ist das TSVG in Kraft getreten. Die meisten Bestimmungen gelten sofort. Andere Regelungen gelten aber erst Monate später, so z. B. die Honorarzuschläge für Patienten, die die Terminservicestelle (TSS) vermittelt (vierter Monat nach Verkündung = September 2019 bei Verkündung im Mai 2019).

11. Mai 2019 (Inkrafttreten des TSVG)

  • 25 Mindest-Sprechstunden pro Woche
  • TSS-Termine extrabudgetär vergütet
  • TSS vermittelt auch zu Hausärzten und Pädiatern
  • Meldepflicht für freie Termine an die TSS
  • TSS vermittelt psychotherapeutische Akutbehandlung innerhalb von zwei Wochen
  • für Fachärzte: vom Hausarzt vermittelte dringende Termine extrabudgetär vergütet
  • Internetveröffentlichung zu Sprechzeiten und Barrierefreiheit der Vertragspraxen
  • Regresse maximal 2 Jahre rückwirkend

September 2019

  • Honorar-Zuschläge für TSS-Termine
  • neue Patienten extrabudgetär vergütet (bestimmte Fachgruppen)
  • 5 offene Sprechstunden (grundversorgende Fachärzte, extrabudgetär vergütet)
  • für Hausärzte: 10 Euro für Vermittlung dringender Termine beim Facharzt

Januar 2020

  • TSS rund um die Uhr unter der Telefonnummer 116117 erreichbar
  • TSS vermittelt Akutfälle inkl. Ersteinschätzung
  • große EBM-Reform

Oktober 2020

  • Blanko-Verordnungen für Heilmittel

Januar 2021

  • Kassen müssen ePatientenakte anbieten
  • elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Januar 2022

  • Ambulante Kodierrichtlinien

Ja. Der Gesetzgeber hat niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten über die Neufassung des § 75 Abs. 1a SGB V verpflichtet, der Terminservicestelle freie Termine zu melden, sodass diese Patienten bei der Suche nach Fachärzten und Psychotherapeuten und neuerdings auch nach Haus- und Kinderärzten unterstützen kann. Die Zahl der zu meldenden Termine pro Arzt/Therapeut entnehmen Sie bitte der Tabelle: Terminservicestelle: Terminzahl nach Fachguppe

Melden Sie uns Ihre Termine bitte elektronisch über: eTerminservice Webportal
(„KV Telematik Benutzerverwaltung / KV-Connect" auswählen.)

Mehr Informationen zum Thema unter: Terminservicestelle (TSS)

eTerminservice Benutzeranleitung, Terminzahl nach Fachguppen

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Direktkontakt

eTerminservice
0711 7875-3960
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr
Kontakt für Ärzte/PT

Mitglieder der KVBW melden ihre Termine über das Webportal eTerminservice und melden sich dort über die „KV Telematik Benutzerverwaltung / KV-Connect“ an.

Die dafür benötigten Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) finden Sie als PDF-Dokument im Dokumentenarchiv im KVBW-Mitgliederportal (Aktentyp: Zugangsdaten).

So finden Sie Ihre Zugangsdaten:

  1. Melden Sie sich wie gewohnt am Mitgliederportal der KVBW an.
  2. Wählen Sie im Menü den Unterpunkt „Dokumentenarchiv“ aus.
  3. Wählen Sie den Aktentyp „Zugangsdaten“ aus und klicken Sie ohne Eingabe von BSNR und Quartal auf „Suchen“.
  4. Klicken Sie das generierte Suchergebnis an.
  5. In der Akte „Zugangsdaten“ klicken Sie das PDF-Dokument (rotes Symbol) an.
  6. Zum Öffnen dieses PDF-Dokuments benötigen Sie Ihr Freigabe-Kennwort (es besteht aus zehn Ziffern und wurde Ihnen von der KVBW bei der erstmaligen Registrierung für das KVBW-Mitgliederportal zugesandt).
    Nachdem Sie das Dokument freigeschaltet haben, klicken Sie bitte nochmals auf das PDF-Dokument. Das Dokument mit den Zugangsdaten lässt sich nun öffnen.

Diese Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) gelten sowohl für den eTerminservice als auch für den Kommunikations­kanal KV-ConnectBeachten Sie bitte, dass eine Änderung Ihres Passworts, die Sie in einer der beiden Anwendungen vornehmen, auch für die jeweils andere greift.

Sie können dies je Termin(-serie) im Webportal eTerminservice individuell einstellen (sogenannter „Minimaler Buchungsabstand“). Standardwert ist 7 Tage.

Wenn Sie den Minimalen Buchungsabstand nicht individuell anpassen, bedeutet das: Angebotene Termine, die eine Woche vor dem Termindatum noch nicht von der Terminservicestelle gebucht wurden, können von Ihnen ohne Rückfrage und ohne dass Sie den Termin im eTerminservice löschen müssen, anderweitig vergeben werden.

Um Überschneidungen kurz vor Ablauf dieser Frist zu vermeiden, empfehlen wir sich die aktuelle Buchungssituation online im eTerminservice ansehen.

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So kennzeichnen Sie TSVG-Fälle in der Praxissoftware:

Vermittlungsart/Kontaktart (neues KVDT-Feld; Feldkennung 4103)

  • 1 = TSS-Terminfall 
  • 2 = TSS-Akutfall
    (Terminvermittlung innerhalb von 24 Stunden; erst voraussichtlich ab 1/2020 relevant)
  • 3 = HA-Vermittlungsfall
  • 4 = Offene Sprechstunde
  • 5 = Neupatient

Pseudo-GOP

  • 99873T (vermittelt von Terminservicestelle)
  • 99873H (vermittelt von Hausarzt)
  • 99873O (offene Sprechstunde)
  • 99873E (Neupatient)

Diese Pseudo-GOPs müssen Sie gegebenenfalls noch manuell im PVS anlegen.

Ab Inkrafttreten des TSVG am 11. Mai 2019 werden die Leistungen für Patienten, die die Terminservicestelle (TSS) oder der Hausarzt vermittelt hat, extrabudgetär vergütet. Ab September werden dann bei bestimmten Fachgruppen Leistungen bei Neupatienten und Patienten in der offenen Sprechstunde extrabudgetär vergütet. Allerdings gilt bei der offenen Sprechstunde eine Obergrenze.

Achtung: Extrabudgetäre Leistungen und Bereinigung im ersten Jahr

Die Krankenkassen bezahlen während des ersten Jahres (TSVG-Bereinigungszeitraum) nur die Preisdifferenz zur Ausbudgetierung (Quote), jedoch nicht die Mengenentwicklung (Fälle und Leistungen). Mehr TSVG-Fälle und -‍Leistungen im ersten Jahr müssen zunächst voll innerhalb der budgetierten Gesamtvergütung berücksichtigt werden und führen deshalb zwangsläufig zu einer Reduzierung der Vergütungsquoten für die übrigen budgetierten Leistungen. Erst ab dem zweiten Jahr werden diese vollumfänglich extrabudgetär vergütet.

Ja. Das gilt laut Gesetz (§ 73 SGB V) für die „Vermittlung eines aus medizinischen Gründen dringend erforderlichen Behandlungstermins“. Der erfolgreich vermittelte Termin muss innerhalb von vier Kalendertagen nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit durch den Hausarzt liegen. Hierunter fallen keine planbaren Behandlungen, Vorsorgetermine oder Bagatellerkrankungen.

In der der Gesetzesbegründung heißt es, dass eine Terminvermittlung durch den Hausarzt (bzw. Kinder- und Jugendarzt) insbesondere dann erforderlich ist, wenn aufgrund der medizinischen Besonderheit des Einzelfalls oder der Dringlichkeit nicht angemessen oder nicht zumutbar ist, dass der Patient eigenständig einen Termin beim Facharzt oder über die Terminservicestelle vereinbart.

10 Euro für Vermittlung ab September

Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte erhalten für die Vermittlung eines Facharzttermins zehn Euro extrabudgetär. Der Bewertungsausschuss hat hierfür Zuschläge zu den Versichertenpauschalen eingeführt.

So machen Haus- und Kinderärzte den Zuschlag geltend:

  • GOP 03008 für Hausärzte
  • GOP 04008 für Kinder- und Jugendmediziner
  • verpflichtende Angabe der Betriebsstättennummer (BSNR) des Überweisungsempfängers im KVDT-Feld (Feldkennung 5003 „(N)BSNR des vermittelten Facharztes")

Weiterbehandlung extrabudgetär ab 11. Mai

Vermittelt ein Hausarzt einem Patienten einen dringend benötigten Termin bei einem Facharzt, erhält der weiterbehandelnde Facharzt alle Leistungen im Arztgruppenfall in voller Höhe extrabudgetär vergütet, sofern die Behandlung innerhalb von vier Kalendertagen nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit erfolgt.

So machen Fachärzte die extrabudgetäre Vergütung geltend:

  • Pseudo-GOP 99873H („H“ wie Hausarzt)
  • Abrechnung im KVDT-Feld als HA-Vermittlungsfall kennzeichnen

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Wenn Sie als Hausarzt einem Patienten einen dringenden Termin bei einem Facharzt vermitteln, erhalten Sie für diese Vermittlungstätigkeit einmalig 10 Euro extrabudgetär (ab 1. September 2019). Dazu müssen Sie angegeben, an welche Praxis (BSNR) Sie den Patienten vermittelt haben. Voraussetzung: Der vermittelte Termin muss innerhalb von vier Kalendertagen nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit durch den Hausarzt liegen.

Die Terminvermittlung ist auch zu einem Kinderarzt mit Schwerpunkt oder Zusatzweiterbildung möglich (Leistungen nach Kap. 4.4 und 4.5 EBM).

Der Bewertungsausschuss hat hierfür Zuschläge zu den Versichertenpauschalen eingeführt: Die GOP 03008 für Hausärzte bzw. GOP 04008 für Kinder- und Jugendmediziner. Die Angabe der Betriebsstättennummer (BSNR) des Überweisungsempfängers ist verpflichtend. Der Eintrag ist im entsprechenden KVDT-Feld (Feldkennung 5003 „(N)BSNR des vermittelten Facharztes") vorzunehmen.

Betriebsstättennummer finden: Die BSNR Ihrer Kollegen können Sie über unsere Arztsuche (Detailansicht der jeweiligen Praxis) abrufen.

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Ab September 2019 können Sie für die von der Terminservicestelle (TSS) vermittelten Patienten einen Zuschlag auf die Versicherten- bzw. Grundpauschale ansetzen, mit dem die Vermeidung langer Wartezeiten belohnt wird.

Für die sogenannten Wartezeitzuschläge wurde im jeweiligen EBM-Kapitel der Fachgruppe neue GOP eingeführt (siehe Merkblatt TSVG: Abrechnung und Vergütung). Diese Gebührenordnungsposition für den Zuschlag kennzeichnen Sie zusätzlich mit den Buchstaben A, B, C oder D – je nach Zeit, die zwischen dem Anruf des Versicherten bei der Terminservicestelle (TSS) und dem Behandlungstermin liegt.

  • A: 50 Prozent: Termin innerhalb von 24 Stunden (TSS-Akutfall)
  • Der TSS-Akutfall setzt voraus, dass seitens der Terminservicestelle eine medizinische Ersteinschätzung der Dringlichkeit der Behandlung erfolgt ist. Das Verfahren dazu wird ab Januar 2020 bundesweit etabliert sein.

  • B: 50 Prozent: Termin innerhalb von acht Tagen (TSS-Terminfall)
  • C: 30 Prozent: Termin innerhalb von neun bis 14 Tagen (TSS-Terminfall)
  • D: 20 Prozent: Termin innerhalb von 15 bis 35 Tagen (TSS-Terminfall)

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Ab 1. September 2019 erhalten Praxen bestimmter Fachrichtungen eine extrabudgetäre Vergütung in voller Höhe, wenn sie neue Patienten behandelt (alle Leistungen im Arztgruppenfall).

Aufnahme neuer Patienten (Erstkontakt)

  • erstmalig in der Praxis 
  • im aktuellen Quartal und den acht vorhergehenden Quartalen nicht abgerechnet

Für welche Fachrichtungen diese Regelung gilt, hat der Bewertungsausschuss inzwischen festgelegt.

Arztgruppen, für die die Neupatienten-Regelung gilt:

  • Hausärzte
  • Kinder- und Jugendärzte
  • Anästhesisten
    (sofern GOP 30700 – Schmerztherapie – in diesem Quartal abgerechnet)
  • Augenärzte
  • Chirurgen
  • Gynäkologen
  • HNO-Ärzte
  • Hautärzte
  • Internisten
    • ohne Schwerpunkt
    • Angiologen
    • Endokrinologen
    • Gastroenterologen
    • Hämato-/Onkologen
    • Kardiologen
    • Nephrologen
    • Pneumologen
    • Rheumatologen
  • Kinder- und Jugendpsychiater
  • Nervenärzte und Neurologen
  • Orthopäden
  • Fachärzte für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen 
  • Psychiater
  • Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Psychotherapeuten (ärztlich und psychologische) sowie KJP
  • Urologen
  • Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin

So kennzeichnen Sie die Fälle in der Praxissoftware:

  • im KVDT-Feld 4103 (Vermittlungsart/Kontaktart) als „Neupatient“
  • mit der Pseudo-GOP 99873E („E“ wie Erstpatient)

Für Neupraxen (innerhalb von zwei Jahren nach Gründung) oder bei Gesellschafterwechsel in der Arztpraxis gilt diese Regelung nicht. Ist der Patient bisher im Rahmen des Selektivvertrags behandelt worden, führt das nicht zur Einstufung als Neupatient.

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Vier Fallkonstellationen führen mit dem TSVG zu extrabudgetärer Vergütung:

  1. Hausarzt vermittelt Termin beim Facharzt
  2. Terminservicestelle vermittelt
  3. offene Sprechstunde (bestimmte Fachrichtungen mehr erfahren »)
  4. Neupatient (bestimmte Fachrichtungen mehr erfahren »)

Die Vergütung dieser neuen Leistungen erfolgt extrabudgetär in voller Höhe zu den Preisen der Euro-Gebührenordnung. Ein echtes Honorarplus lässt sich – vom Gesetzgeber so vorgegeben – für die genannten Fälle allerdings erst im zweiten Jahr nach Inkrafttreten des TSVG generieren.

Vorsicht Bereinigung

Da für das erste Jahr gemäß den Vorgaben im TSVG eine Bereinigung zu Lasten der morbiditäts­bedingten Gesamtvergütung (MGV) erfolgt, zahlen die Krankenkassen in diesem Bereinigungs­zeitraum nur die Preisdifferenz zur Ausbudgetierung (Quote), jedoch nicht die Mengenentwicklung (Fälle, Leistungen), die in Ihr RLV-Gesamtvolumen eingeht.

Ein Mehr an solchen Fällen und Leistungen geht somit im ersten Jahr zu Lasten der Preise für die übrigen Leistungen und reduziert in der Folge die MGV und damit auch das Regelleistungsvolumen (RLV) Ihrer Praxis. Werden innerhalb des ersten Jahres sehr viele Mehrfälle und -leistungen im Rahmen der neuen ausbudgetierten Möglichkeiten abgerechnet, geht Honorar in den Fachgruppentöpfen verloren, niedrigere Quoten bei den Freien Leistungen sowie sinkende RLVs sind die logische Konsequenz.

Erst ab dem zweiten Jahr sind die zuvor ausgeführten Fallkonstellationen tatsächlich Einzelleistungen und werden von den Krankenkassen wirklich zusätzlich zur MGV mit dem tatsächlichen Preis vergütet.

Nein, der Dringlichkeitscode muss weder beim Überweiser noch beim Überweisungsempfänger im Abrechnungsdatensatz eingetragen werden.

Das TSVG gibt vor, dass die ausbudgetierten Leistungen im TSVG-Behandlungsfall (mehr erfahren ») „begrenzt auf ein Jahr“ nach Inkrafttreten der jeweiligen Gesetzesbestimmung zu bereinigen sind.

Die Krankenkassen bezahlen im ersten Jahr (Bereinigungszeitraum) also nur die Preisdifferenz zur Ausbudgetierung. Der Zeitraum, ab dem die Kassen Mehr-Fälle und Mehr-Leistungen tragen, variiert je nach Inkrafttreten der jeweiligen TSVG-Regelung.

TSVG-KonstellationEnde Bereinigungszeitraum
TSS-Terminfall10. Mai 2020
Hausarzt-Vermittlungsfall10. Mai 2020
Offene Sprechstunde31. August 2020
Neupatient31. August 2020
TSS-Akutfallnoch offen

 

 

 

Der zuständige Zulassungsausschuss begrenzt Jobsharing-Praxen in ihrem Leistungsumfang durch eine Abrechnungsobergrenze. Grundsätzlich verpflichten sich alle Jobsharing-Praxen, diese vom Zulassungsausschuss festgeschriebenen Leistungsbegrenzung einzuhalten.

  1. Gemäß § 45 Bedarfsplanungs-Richtlinie wird innerhalb der ersten vier Leistungsquartale des Jobsharings ein sogenannter Anpassungsfaktor berechnet. Dadurch werden alle Änderungen, die die Fachgruppe erfährt (z. B. neue Abrechnungsziffern), auf die Obergrenze angerechnet. Wir gehen daher davon aus, dass über diesen Mechanismus eine automatische Erhöhung der Obergrenzen durch die über das TSVG ausbudgetierten Vergütungsanteile erfolgen wird und ein Antrag auf Neuberechnung über den Zulassungsausschuss nicht erforderlich ist.
  2. Jobsharing-Praxen die sich im ersten Jahr der Leistungsbegrenzung befinden und noch keine vier Anpassungsfaktoren vorweisen können, haben die Möglichkeit, wenn eine Überschreitung der Obergrenzen aufgrund der neuen Ziffern zu erwarten ist, eine Erhöhung der Obergrenze beim zuständigen Zulassungsausschuss zu beantragen.

Bei tatsächlicher Fallzahl werden alle Fälle des Abrechnungsquartals herangezogen, um das Regelleistungsvolumen (RLV) zu berechnen. Im ersten Bereinigungsjahr gehören dazu auch die Vermittlungsfälle (mehr erfahren »). Dies ist notwendig, weil auch diese Leistungen gegen das RLV laufen.

Nein. In den Hausarztvertrag eingeschriebene Versicherte können von teilnehmenden Ärzten aufgrund deren vertraglicher Pflichten nie – auch nicht für vermittelte Fälle – über die KVBW abgerechnet werden.

Eine Dokumentation des vermittelten Termins in der Abrechnung ist nicht vorgesehen, die Betriebsstättennummer (BSNR) des Überweisungsempfängers muss aber angegeben werden. Eine schriftliche Fixierung des Termins in der Patientendokumentation ist sicherlich hilfreich, falls es zu einer Prüfung kommen sollte.

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Der Bewertungsausschuss hat beschlossen, dass die extrabudgetäre Vergütung des TSVG jeweils für eine Arztgruppe und ein Behandlungsquartal gilt. Alle Untersuchungen und Behandlungen, die Ärzte/Psycho­therapeuten derselben Fachgruppe in derselben Praxis innerhalb desselben Quartals am selben Versicherten erbringen (Arztgruppenfall), werden zu festen Preisen von den Krankenkassen vergütet, wenn eine TSVG-Konstellation gegeben ist.

Wichtig ist dieser Fall für Berufsausübungs­­gemeinschaften (BAG) oder MVZ. Patienten, die von mehreren Ärzten/PT derselben Fachgruppe in einer Praxis behandelt werden, lösen je Quartal nur einen Arztgruppenfall aus. In Einzelpraxen sowie in fachgleichen Berufsausübungsgemeinschaften und MVZ entspricht die Zahl der Arztgruppenfälle der Zahl der Behandlungsfälle.

Nein. Die Hausarzt-Vermittlung innerhalb der BAG/MVZ ist rechtlich ausgeschlossen, da der Gesetzgeber für die Vermittlung dringlicher Termine beim Facharzt gemäß TSVG eine Überweisung fordert. Eine Überweisung innerhalb einer Konstellation ist ausgeschlossen.

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Damit Sie je nach Wartezeit die passende GOP abrechnen können, teilen wir Ihnen bei jeder Terminbuchung automatisch per System-Nachrichten aus der Software eTerminservice den Tag mit, an dem der Patient die TSS kontaktiert hat. Aktivieren Sie daher unbedingt den gewünschten Benachrichtigungskanal (E-Mail oder Fax) in der eTerminservice-Software (mehr erfahren »).

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Der Zuschlag für den TSS-Vermittlungsfall ist für Einzelpraxis und BAG gleich hoch. Die Wartezeitzuschläge sind mittels separater GOP umgesetzt und werden auf die Versichertenpauschale der jeweiligen Altersklasse angerechnet (nicht auf die VP + BAG-Zuschlag!). Die Höhe ist demzufolge unabhängig von einem etwaigen BAG- oder Facharzt-Zuschlag bei Kinder­ärzten.

Nein. Laut das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist in diesen Fällen eine Abrechnung der Zusatzpauschalen rechtlich nicht vorgesehen. Nachdem das BMG den Beschluss des Bewertungsausschusses beanstandet hat, ist die Abrechnung der Zusatzpauschalen für die TSS-Vermittlung (GOP 03010 und 04010) in Fällen, in denen ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern abgerechnet werden, nicht möglich.

Die BSNR der einzelnen Praxen können Sie in unserer Arztsuche nachsehen. Starten Sie die Suche nach dem Facharzt, an den Sie vermittelt haben. Öffnen Sie dann die Detailansicht („Mehr Infos anzeigen“). Die BSNR ist in der linken Spalte unter „Schlüsselnummern“ zu finden. Geben Sie die BSNR des vermittelten Facharztes“im entsprechenden Feld (KVDT-Feld Feldkennung 5003) Ihrer Praxisverwaltungssoftware (PVS) an.

Ja. Die entsprechenden Fälle sind mit der Pseudo-GOP 99873E zu kennzeichnen.

Bei den sonstigen Kostenträgern (SKT) ist die Pseudo-GOP 99873E/H/T/O zunächst ohne Relevanz, da die Mengenbegrenzung des HVM nicht für sonstige Kostenträger gilt. Die Leistungen werden somit sowieso immer zu 100 Prozent vergütet. Bei SKT ist die Kennzeichnung mit der Pseudo-GOP allerdings dennoch erforderlich, um insbesondere die Zusatzpauschalen für die Wartezeitzuschläge bei der TSS-Terminvermittlung (je nach Fachgruppe z. B. 03010B, 13548C…) abrechnen zu können.

Ja. Kürzungen bzw. Nachforderungen darf es künftig maximal zwei Jahre rückwirkend geben (bisherige Verjährungsfrist: vier Jahre). Für ärztliche Leistungen laufen die zwei Jahre ab Erlass des Honorarbescheides, für ärztlich verordnete Leistungen ab dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die Leistungen verordnet worden sind.

Die neue Differenzschadensberechnung senkt zudem die Regresssummen. Künftig müssen bei Nachforderungen (Arzneimittel- und Heilmittel-Verordnungen) nicht mehr die gesamten Kosten der als unwirtschaftlich erachteten Leistung erstattet werden, sondern nur noch der Differenzbetrag zwischen unwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Leistung.

Für die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit (AU) sowie für Verordnungen von Krankenhausbehandlungen, Reha- und Vorsorgeleistungen soll es keine Wirtschaftlichkeitsprüfungen mehr geben.

Zudem ist vorgesehen, die Zufälligkeitsprüfung (Stichprobenprüfung) bis November 2019 durch eine Prüfung zu ersetzen, der ein begründeter Antrag der Krankenkassen vorausgehen muss.

Das TSVG sieht sogenannte Blankoverordnungen für Heilmittel vor. Der Arzt stellt dabei die Diagnose und die Indikation für ein Heilmittel. Auswahl und Dauer der Therapie sowie die Frequenz der Behandlungseinheiten legt der Heilmittelerbringer fest, der dann auch die Verantwortlichkeit für die Wirtschaflichkeit trägt. GKV-Spitzenverband und die Verbände der Heilmittelerbringer sollen sich bis zum November 2020 darüber einigen, welche Indikationen sich für eine Blankoverordnung eignen.

Ja. Ob im Krankenhaus oder in der Praxis: Ärzte und Psychotherapeuten sollen vergleichbare ambulante Fälle auch gleich kodieren – nach bundesweit einheitlichen Regelungen für die Vergabe und Dokumentation von Diagnosen.

Die KBV ist beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem GKV-Spitzenverband, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem Deutschen Institut für medizinische Dokumentation entsprechende Regelungen zu schaffen (Basis: ICD-10, DKR, OPS).

Umsetzungsfrist: Die neuen Regelungen zur Kodierung sollen bis zum 30. Juni 2020 feststehen. Anschließend bleiben rund eineinhalb Jahre, um sie in den Praxis­verwaltungs­systemen zu hinterlegen, bevor die Kodierregeln dann am 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Die Terminservicestelle (TSS) der KV soll Patienten innerhalb einer Woche zu Haus- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten vermitteln.

Vermittlung zuÜberweisung/CodeWartezeit 
Hausärzten
Kinder- und Jugendärzten
(inkl. U-Untersuchungen)
nein4 Wochen
Fachärztenja
(Ausnahme: Augenärzte und Gynäkologen)
4 Wochen
Psychotherapeutennein: für Psychotherapeutische Sprechstunde
ja: für Akutbehandlung (PTV 11)
ja: für Probatorik (PTV 11)

4 Wochen
2 Wochen
4 Wochen

Bitte melden Sie uns Ihre Termine nach Möglichkeit elektronisch über: eTerminservice Webportal („KV Telematik Benutzerverwaltung / KV-Connect" auswählen.)

Wir stellen Haus- und Kinderärzten mit dem TSS-Starterpaket ein Fax-Meldeformular zur Verfügung, das Sie jedoch nur in Ausnahmefällen (beispielsweise bei fehlender oder schlechter Internetanbindung der Praxis) nutzen sollten.

Die Zahl der No-Shows (Nichterscheinen der Patienten) ist auch nicht anders als bei Terminen, die direkt bei den Praxen vereinbart werden. In der Vergangenheit lag die Quote zwischen 10 und 15 Prozent. Eine valide Bilanz können wir allerdings nicht ziehen, weil die KV nicht immer eine Rückmeldung aus den Praxen erhält.

Ein Feedback über nicht wahrgenommene Termine ist derzeit noch nicht über das Webportal eTerminservice möglich. Die Software wird auf Sicht um eine solche Rückmeldefunktion erweitert, sodass eine gezielte Evaluation erfolgen kann und die Ergebnisse in Richtung Politik gespiegelt werden können. Bis dahin können Sie gerne unser Rückmeldeformular zur Termintreue der Patienten (unten zum Download) nutzen.

Nein, dies ist Sache des Behandlungsverhältnisses zwischen Arzt/Psychotherapeut und Patient. Mit der Terminservicestelle (TSS) bzw. der KVBW kommt kein Behandlungsvertrag zustande. Wir weisen die Patienten jedoch darauf hin, dass nicht wahrgenommene Termine gegebenenfalls einen Schadensersatz nach sich ziehen können.

Die Mindestsprechstundenpflicht ist geregelt in § 19a Absatz 1 der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV). Diese Vorschrift wurde mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zum 11. Mai 2019 in die heute geltende Fassung abgeändert:

(1) 1Die Zulassung verpflichtet den Arzt, die vertragsärztliche Tätigkeit vollzeitig auszuüben. 2Der Arzt ist verpflichtet, im Rahmen seiner vollzeitigen vertragsärztlichen Tätigkeit mindestens 25 Stunden wöchentlich in Form von Sprechstunden für gesetzlich Versicherte zur Verfügung zu stehen. 3Ärzte, die an der fachärztlichen Versorgung nach § 73 Absatz 1a Satz 2 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch teilnehmen und die insbesondere den Arztgruppen der grundversorgenden und wohnortnahen Patientenversorgung angehören, müssen mindestens fünf Stunden wöchentlich als offene Sprechstunden ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten. 4Bei einem reduzierten Versorgungsauftrag nach Absatz 2 gelten die in den Sätzen 2 und 3 festgelegten Sprechstundenzeiten jeweils anteilig. 5Besuchszeiten sind auf die Sprechstundenzeiten nach Satz 2 anzurechnen. 6Die Einzelheiten zur angemessenen Anrechnung der Besuchszeiten nach Satz 5 sowie zu den Arztgruppen, die offene Sprechstunden anzubieten haben, sind bis zum 31. August 2019 im Bundesmantelvertrag nach § 82 Absatz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch zu regeln. 7Im Bundesmantelvertrag nach § 82 Absatz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch können auch Regelungen zur zeitlichen Verteilung der Sprechstunden nach Satz 3 getroffen werden.

Als Sprechstunden gelten jene Zeiten, in denen der Vertragsarzt für die Versorgung der Versicherten unmittelbar zur Verfügung steht. Zu den Sprechstundenzeiten zählen also auch alle Behandlungen am Patienten (also auch etwaige OP-Zeiten) und auch die Besuche inklusive Wegezeiten.

Diese müssen dann zusammen die erforderliche Sprechstundenzeit von 25 Stunden bei einem vollen Versorgungsauftrag ergeben. Nachdem die Regelungen zu den Wegezeiten regional ausgestaltet sind, müssen diese für Baden-Württemberg im Einzelnen noch getroffen werden.

Sprechstunden sind nach § 17 Abs. 1 Bundesmantelvertrag – Ärzte (BMV-Ä) auf dem Praxisschild grundsätzlich mit festen Uhrzeiten anzukündigen.

Jeder mit einem vollen Versorgungsauftrag zugelassene Vertragsarzt und -‍psychotherapeut ist verpflichtet, an seinem Vertragsarztsitz sowie weiteren Tätigkeitsorten mindestens 25 Sprechstunden pro Woche für gesetzlich Versicherte anzubieten (anstelle von bisher 20 Stunden).

Von diesen 25 Mindestsprechstunden pro Woche müssen Fachärzte, die der grundversorgenden und wohnortnahen Versorgung zuzurechnen sind, wöchentlich mindestens fünf Stunden als offene Sprechstunden, das heißt ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten. Diese offenen Sprechstunden werden auf die 25 Mindestsprechstunden angerechnet.

Bei einem reduzierten Versorgungsauftrag gelten diese Sprechstundenzeiten anteilig. Bei einem halben Sitz halbiert sich auch die Mindestsprechstundenpflicht.

VersorgungsauftragMindestsprechstunden pro Woche
1,00 – voller Versorgungsauftrag25 Stunden
0,75 – dreiviertel Versorgungsauftrag18,75 Stunden (= 18 Std. und 45 Min.)
0,50 – hälftiger Versorgungsauftrag12,5 Stunden (= 12 Std. und 30 Min.)

§ 19a Abs. 1 Ärzte-ZV spricht schlicht von „der zugelassene Arzt“ oder von „Ärzte“  (= Vertragsärzte). Gemäß § 1 Abs. 3 Ärzte-ZV gelten die Regelungen der Ärzte-ZV aber auch für Psychotherapeuten (Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, ausschließlich psychotherapeutisch tätige Ärzte) und die dort angestellten Psychotherapeuten, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und die dort angestellten Ärzte und Psychotherapeuten sowie die bei Vertragsärzten angestellten Ärzte und Psychotherapeuten entsprechend.

Ermächtigte Ärzte und ermächtigte Einrichtungen sowie die dort beschäftigten Ärzte werden von der Mindestsprech­stundenpflicht nicht erfasst. Auch Assistenten (Ärzte in Weiterbildung und Ärzte zur Sicherstellung) fallen ebenfalls nicht unter die Regelung. Jobsharing-Partner müssen die Mindestsprechstundenpflicht gemeinsam erfüllen. Für angestellte Ärzte mit Leistungsbeschränkungen gilt Entsprechendes.

Die Vorschriften über Mindestsprechstundenzeiten gelten für alle Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten. Mit der Neufassung des § 17 Abs. 1b BMV-Ä ist die Ausnahme für Anästhesisten und Belegärzte entfallen. Als Sprechstunden gelten jene Zeiten, in denen der Vertragsarzt für die Versorgung der Versicherten unmittelbar zur Verfügung steht. Operative Tätigkeiten und Besuchszeiten sind somit auf die 25 Stunden wöchentlich anzurechnen.

Die Mindestsprechzeiten sind wie bisher überwiegend am Vertragsarztsitz des jeweiligen Vertragsarztes anzubieten bzw. bei angestellten Ärzten für den genehmigten Sitz der Anstellung (für eine Zweigpraxisstandort gilt dies nur, wenn der Zulassungsausschuss die Anstellung ausschließlich für eine Tätigkeit am Zweigpraxisstandort genehmigt hat).

Für alle Tätigkeiten an weiteren Orten (Nebenbetriebsstätten einer überörtlichen BAG und Zweigpraxen) kommen die dortigen Sprechzeiten hinzu. Die Tätigkeit am Vertragsarztsitz muss alle Tätigkeiten an diesen weiteren Orten zusammengenommen in zeitlicher Hinsicht überwiegen (ausgenommen Tätigkeitszeiten der Ärzte, deren Anstellung der Zulassungsausschuss ausschließlich für eine Tätigkeit am Zweigpraxisstandort genehmigt hat).

Ja. Wir haben ein Online-Meldeformular auf dieser Homepage, das Ihnen ermöglicht, uns Ihre Sprechzeiten elektronisch zu melden:

TSVG: Praxisdaten melden »

Zu den Sprechstundenzeiten zählen alle Behandlungen am Patienten (also auch etwaige OP-Zeiten) und auch die Besuche (Hausbesuche, Pflegeheimbesuche) inklusive Wegezeiten.

Diese müssen dann zusammen die erforderliche Sprechstundenzeit von 25 Stunden je vollem Versorgungsauftrag ergeben. Nachdem die Regelungen zu den Wegezeiten regional ausgestaltet sind, müssen diese für Baden-Württemberg im Einzelnen noch getroffen werden.

Nein. Sprechstunden nach Vereinbarung können allenfalls zusätzlich zu den Mindestsprechstunden bzw. den zeitlich darüber hinaus gehenden Sprechstunden angeboten werden.

Nein. Eine Befreiung von der Mindestsprechstundenverpflichtung ist mangels einer entsprechenden Rechtsgrundlage nicht zulässig. Der Normgeber hat den Kassenärztlichen Vereinigungen keine Befugnis zur Erteilung von Befreiungen eingeräumt.

Seit September 2019 müssen insbesondere „Fachärzte der grundversorgenden und wohnortnahen Versorgung“ mindestens fünf offene Sprechstunden pro Woche anbieten. Patienten benötigen für diese Zeiten keine Überweisung und auch keine Terminvereinbarung.

Arztgruppen mit Pflicht zu offenen Sprechstunden:

  • Augenärzte
  • Chirurgen, Kinderchirurgen, Plastische und Ästhetische Chirurgen
  • Gynäkologen
  • HNO-Ärzte
  • Hautärzte
  • Kinder- und Jugendpsychiater
  • Nervenärzte / Neurologen / Neurochirurgen
  • Orthopäden
  • Psychiater
  • Urologen

Haus- und Kinderärzte sind nicht betroffen.

Um das TSVG umzusetzen, haben KBV und GKV-Spitzenverband mehrere bundesmantelvertragliche Regelungen, unter anderem zu den offenen Sprechstunden, angepasst. 

Für bis zu fünf offene Sprechstunden pro Kalenderwoche erfolgt die Vergütung extrabudgetär. Der Bewertungsausschuss hat hier eine Obergrenze eingeführt: Maximal 17,5 Prozent der Arztgruppenfälle einer Arztpraxis (aktuelles Quartal) werden als offene Sprechstunde extrabudgetär bezahlt.

So kennzeichnen Sie den Abrechnungsschein als „Offene Sprechstunde“:

  • KVDT-Feld 4103 (Vermittlungsart/Kontaktart): „Offene Sprechstunde“
  • Pseudo-GOP 99873O („O“ wie offene Sprechstunde)

Ärzte dieser Fachgruppen müssen die Zeiten ihrer offenen Sprechstunden veröffentlichen (z. B. Anrufbeantworter, Aushang oder Homepage) sowie ihrer KV mitteilen. Die KV ist verpflichtet, auf ihrer Internetseite ebenfalls über die offenen Sprechstundenzeiten der Praxen zu informieren.

Hinweis: Fachgruppen ohne Verpflichtung zu offenen Sprechstunden haben keinen Anspruch auf diese extrabudgetäre Vergütung.

Offene Sprechstunde: KV muss veröffentlichen

Nachdem die Details im Bundesmantelvertrag (BMV-Ä) nun festgelegt sind, kommen wir unserem gesetzlichen Auftrag nach und erheben Ihre aktuellen Sprechstundenzeiten – insbesondere die offenen Sprechstunden (mehr erfahren »). Wir haben ein Online-Meldeformular auf dieser Homepage, das Ihnen ermöglicht, uns Ihre Sprechzeiten elektronisch zu melden:

TSVG: Praxisdaten melden »

Ja. Auch (hoch-)spezialisierte Praxen der betroffenen Fachgruppen müssen offene Sprechstunden anbieten. Eine Verpflichtung innerhalb der offenen Sprechstunde ein im Vergleich zu den übrigen Praxisöffnungszeiten anderes oder erweitertes (= allgemeines) Leistungsspektrum anzubieten, lässt sich aus den Regelungen zum TSVG andererseits nicht ableiten.

Ja, sie können aber nicht von den zusätzlichen Vergütungen profitieren.

Die offene Sprechstunde ist dem Wortlaut der Regelung nach zeitlich nach oben nicht limitiert (mindestens fünf offene Sprechstunden müssen angeboten werden). Das konkrete Angebot unterliegt aber dem Terminmanagement der Praxis. Berufsrechtlich betrachtet gilt es, die Dringlichkeit abzuwägen und zu entscheiden, ob es medizinisch zu verantworten ist, die Behandlung zu verschieben, sollte diese nur mehr außerhalb des konkreten offenen Sprechstundenangebots der Praxis erbracht werden können. Notfälle können nicht abgewiesen werden.

Für die Arztgruppen, die offene Sprechstunden anbieten müssen, gilt:

VersorgungsauftragOffene Sprechstunden pro Woche
1,00 – voller Versorgungsauftrag5 Stunden
0,75 – dreiviertel Versorgungsauftrag3,75 Stunden (= 3 Std. und 45 Min.)
0,50 – hälftiger Versorgungsauftrag2,5 Stunden (= 2 Std. und 30 Min.)

Soweit ein Vertragsarzt durch seine Zulassung zur Erbringung von offenen Sprechstunden verpflichtet ist, gilt dies unabhängig davon, ob er darüber hinaus eine erweiterte Zulassung innehat. Der Vertragsarzt hat in diesem Fall entsprechend anteilig offene Sprechstunden zu erbringen.

Die KVen haben den gesetzlichen Auftrag, die Sprechstundenzeiten (Sprechstunden und je nach Fachgruppe ggf. auch die offenen Sprechstunden) ihrer Mitglieder im Internet zu veröffentlichen (www.arztsuche-bw.de).

Für die Veröffentlichung der Praxisdaten und Sprechstundenzeiten im Internet ist keine gesonderte Einwilligung der Praxisinhaber erforderlich. Das ergibt sich aus § 75 Abs. 1a Satz 2 SGB V.

Nein. Zeiten der telefonischen Erreichbarkeit sind keine Behandlungsleistungen, sondern dienen nur der Terminkoordination. Diese müssen wie andere Verwaltungs- und Bürokratiezeiten neben der Sprechstundenzeit erbracht werden.

Mindestsprechzeiten und „offene Sprechstunde“ richten sich nach dem Versorgungsumfang, bemessen auf der Grundlage der bedarfsplanerischen Anrechnungsfaktoren.

Der anstellende Vertragsarzt ist verpflichtet, die erforderlichen – fachgebietsbezogenen – Sprechstundenzeiten nach Maßgabe seines inhaltlichen, zeitlichen und fachlichen Versorgungsauftrages insgesamt sicherzustellen. Maßgeblich für die Berechnung der Mindestsprechstundenzeiten ist die Summe der Gesamtanrechnungsfaktoren, die auch Gegenstand der Bedarfsplanungs-Richtlinie sind.

§§ 51, 58 BedPlRiLi: Anrechnungsfaktoren

  • 0,25: Arbeitszeit bis zu 10 Stunden/Woche 
  • 0,50: Arbeitszeit über 10 bis 20 Stunden/Woche
  • 0,75: Arbeitszeit über 20 bis 30 Stunden/Woche
  • 1,00: Arbeitszeit über 30 Stunden/Woche

Beispiel:

Ein voll zugelassener Augenarzt mit Anrechnungsfaktor 1,0 beschäftigt zwei halbtags angestellte Augenärzte A und B (jeweiliger Anrechnungsfaktor 0,5) und einen vollzeitig angestellten HNO-Arzt mit Anrechnungsfaktor 1,0.

Wegen des eigenen vollen augenärztlichen Versorgungsauftrags und der zwei hälftigen augenärztlichen Versorgungsaufträge müssen insgesamt mindestens 50 augenärztliche Sprechstunden pro Woche (1 x 25 + 2 x 12,5 Stunden) für gesetzlich Versicherte angeboten werden, davon wöchentlich mindestens 10 Stunden (5 + 2 x 2,5) als offene Sprechstunden.

Darüber hinaus muss der anstellende Vertragsarzt einen 1,0 HNO-ärztlichen Versorgungsauftrag erfüllen und dementsprechend mindestens 25 HNO-Sprechstunden pro Woche für gesetzlich Versicherte anbieten, davon wöchentlich mindestens 5 Stunden als offene Sprechstunden.

Hinweis: Unsere Arztsuche und damit auch unser Meldeformular arbeitet LANR-bezogen. Bitte tragen Sie die Sprechzeiten mit der LANR des jeweiligen Angestellten ein.

Das MVZ ist verpflichtet, die erforderlichen – fachgebietsbezogenen – Sprechstundenzeiten nach Maßgabe seines inhaltlichen, zeitlichen und fachlichen Versorgungsauftrages insgesamt sicherzustellen. Maßgeblich für die Berechnung der Mindestsprechstundenzeiten ist die Summe der Gesamtanrechnungsfaktoren, die auch Gegenstand der Bedarfsplanungs-Richtlinie sind.

Auch die BAG muss sicherstellen, dass die Sprechstundenpflichten, die sich aus der Summe der Zulassungen ihrer Mitglieder fachgebietsbezogen ergeben, insgesamt erfüllt werden.

Beispiel:

Eine BAG besteht aus zwei hälftig zugelassenen Augenärzten und drei voll zugelassenen Gynäkologen.

Wegen der zwei hälftigen augenärztlichen Versorgungsaufträge müssen mindestens 25 Sprechstunden pro Woche (2 x 12,5 Stunden) für gesetzlich Versicherte angeboten werden, davon wöchentlich mindestens fünf Stunden als offene Sprechstunden.

Wegen der drei vollen gynäkologischen Versorgungsaufträge müssen mindestens 75 Sprechstunden pro Woche (3 x 25 Stunden) für gesetzlich Versicherte angeboten werden, davon wöchentlich mindestens 15 Stunden als offene Sprechstunden.

Meldet die BAG Öffnungszeiten in der Höhe von 25 Sprechstunden und davon fünf offene Sprechstunden für jeden ihrer Ärzte (gleiche Zeiten bei allen Ärzten), ist das, vorausgesetzt dass die Ärzte der Praxis parallel tätig sind, zulässig.

Kommt es bei einem angestellten Arzt durch eine Änderung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit zu einer Erhöhung des Anrechnungsfaktors, so ist zuvor die Genehmigung durch den Zulassungsausschuss erforderlich. Kommt es zu einer Verringerung des Anrechnungsfaktors, so ist dies dem Zulassungsausschuss anzuzeigen.

Die KVen haben den gesetzlichen Auftrag, die Sprechstundenzeiten (Sprechstunden und je nach Fachgruppe ggf. auch die offenen Sprechstunden) ihrer Mitglieder im Internet zu veröffentlichen (www.arztsuche-bw.de).

Bitte nutzen Sie für Ihre Meldungen der Sprechstundenzeiten und Offenen Sprechstunde das Online-Meldeformular auf dieser Homepage, das Ihnen ermöglicht, uns Ihre Sprechzeiten elektronisch zu melden:

TSVG: Praxisdaten melden »

Sobald Sie mit der LANR angemeldet sind, zeigen wir Ihnen an, welche Sprechzeiten derzeit im Landesarztregister erfasst sind. Möchten Sie Ihre Zeiten ändern, tragen Sie einfach neue Zeiten ein. Sofern Sprechzeiten gemeldet wurden, sind diese beim jeweiligen Arzt oder Psychotherapeuten im Arztregister als Sprechstunden hinterlegt und werden in der Arztsuche veröffentlicht.

Bitte haben Sie etwas Geduld. Technisch bedingt sind Ihre Änderungen nicht ad hoc, sondern erst am nächsten bzw. in Einzelfällen am übernächsten Tag in der Arztsuche sichtbar.

Alternativ können Sie Ihre Zeiten auch per E-Mail (mit Angabe von LANR und BSNR) an das Arztregister Ihrer Region melden.

Direktkontakt

Arztregister Freiburg
0761 884-4010
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr
Arztregister Karlsruhe
0721 5961-1010
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr
Arztregister Reutlingen
07121 917-2010
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr
Arztregister Stuttgart
0711 7875-3010
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Ja. Die KVen haben den gesetzlichen Auftrag zu prüfen, ob Vertragsärzte und Psychotherapeuten ihren Versorgungsauftrag erfüllen. Bei Nichteinhaltung der Mindestsprechstunden sind disziplinarische Maßnahmen auf Vorgabe des Gesetzgebers grundsätzlich möglich.

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten müssen ab Inkrafttreten des TSVG (11. Mai 2019) mindestens 25 Sprechstunden pro Woche für gesetzlich Versicherte anbieten (§ 19 Ärzte-ZV, § 95 SGB V):

  • Zeit für Hausbesuche und ambulante OPs wird angerechnet.
  • 25 Stunden pro Woche gelten bei vollem Praxissitz, bei halbem Sitz die Hälfte.
  • Pflicht gilt für angestellte Ärzte entsprechend des vom Zulassungsausschuss genehmigten Tätigkeitsumfangs entsprechend.

Die offenen Sprechstunden sind grundsätzlich von jedem Arzt der benannten Arztgruppen anzubieten, jedoch können Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) flexibel handhaben, welcher Arzt der jeweiligen Arztgruppe die Versorgung in der offenen Sprechstunde übernimmt. Entscheidend ist, dass die aus der Anzahl der Ärzte der Arztgruppe folgende Gesamtzahl an offenen Sprechstunden von der Praxis erfüllt wird.

Beispiel: So ist es zulässig, dass innerhalb einer Praxis mit drei Ärzten eines Fachgebiets die Ärzte jeweils fünf offene Sprechstunden gleichzeitig anbieten oder ein Vertragsarzt beziehungsweise ein angestellter Arzt die 15 offenen Sprechstunden für die Praxis insgesamt übernimmt.

Ja. Alle Behandlungsleistungen, die nach Anhang 3 EBM mit Prüfzeiten belegt sind, werden auch in den TSVG-Fällen im Zeitprofil berücksichtigt. Extrabudgetäre Leistungen erfahren diesbezüglich keine Sonderbehandlung.

Lediglich die neuen Wartezeitzuschläge sind ohne Zeiten und bleiben damit unberücksichtigt.

Die offene Sprechstunde ist zeitlich nicht limitiert (mindestens fünf offene Sprechstunden müssen angeboten werden), lediglich die Vergütung ist auf fünf offene Sprechstunden begrenzt. Diese Begrenzung der Vergütung wird mittels der Fallzahl umgesetzt: Maximal 17,5 Prozent der Fälle der Arztgruppe einer Praxis im aktuellen Quartal können extrabudgetär als Arztgruppenfälle der offenen Sprechstunde vergütet werden.

Berufsrechtlich betrachtet gilt es, die Dringlichkeit abzuwägen und zu entscheiden, ob es medizinisch zu verantworten ist, die Behandlung auf den nächsten Tag zu verschieben.

Da die extrabudgetäre Vergütung auf fünf offene Sprechstunden je Kalenderwoche begrenzt ist, wurde ein Höchstwert vereinbart. So hat der Bewertungsausschuss die Grenze aufwandsarm umgesetzt.

Es werden pro Quartal maximal 17,5 Prozent der Arztgruppenfälle der Praxis im aktuellen Quartal extrabudgetär vergütet.

Bei Überschreitung der Höchstgrenze für die extrabudgetär zu vergütenden Fälle, erfolgt die Auswahl der heranzuziehenden Fälle per definiertem Zufallsalgorithmus, um eine beliebige Auswahl der entsprechenden Fälle zu garantieren.

Innerhalb der ersten vollen acht Quartale nach der Gründung gilt eine Praxis als Neupraxis. Eine Praxisgründung liegt auch bei Übernahme einer Einzelpraxis im Wege eines Nachbesetzungsverfahrens vor.

Eine Neupraxis liegt nicht vor, bei einer Änderung der Anzahl oder Personen der Gesellschafter einer BAG/eines MVZ oder bei Veränderungen bei angestellten Ärzten in bestehenden Praxen/BAG/MVZ.

Ja, es sind alle Zeiten der offenen Sprechstunde zu melden und auch alle entsprechenden Fälle im KVDT-Feld 4103 (Vermittlungsart/Kontaktart) als „Offene Sprechstunde“ zu kennzeichnen und mit der Pseudo-GOP 99873O zu versehen.

Die offene Sprechstunde ist zeitlich nicht limitiert, lediglich die Vergütung ist auf fünf offene Sprechstunden begrenzt (maximal 17,5 Prozent der Fälle der Arztgruppe der Praxis im im aktuellen Abrechnungsquartal).

Offene Sprechstunde: KV muss veröffentlichen

Nachdem die Details im Bundesmantelvertrag (BMV-Ä) nun festgelegt sind, kommen wir unserem gesetzlichen Auftrag nach und erheben Ihre aktuellen Sprechstundenzeiten – insbesondere die offenen Sprechstunden (mehr erfahren »). Wir haben ein Online-Meldeformular auf dieser Homepage, das Ihnen ermöglicht, uns Ihre Sprechzeiten elektronisch zu melden:

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Letzte Aktualisierung: 21.10.2019