Nur rund 3,4 Millionen Dosen für die zweite Juniwoche

Hinweise zur nächsten Impfstoffbestellung am Dienstag, 1. Juni

Die Arztpraxen erhalten in der zweiten Juniwoche nur rund 3,4 Millionen Impfstoffdosen. Das ist kaum mehr als in der Woche davor. Der Großteil der Impfstoffe kommt von BioNTech/Pfizer, der Rest von Johnson & Johnson und AstraZeneca, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. 

Das Pharmaunternehmen BioNTech/Pfizer wird in der Woche vom 7. bis 13. Juni rund 2,6 Millionen Impfstoffdosen bereitstellen, rund 400.000 mehr als in der ersten Juniwoche. Leicht reduziert wurde die Menge von Johnson & Johnson: Etwa 500.000 Dosen des COVID-19-Impfstoffes Janssen® gehen an die Praxen. Weitere 300.000 Dosen kommen von AstraZeneca (ACHTUNG: Lieferung kommt erst am Freitag, mehr erfahren »).

Keine zusätzlichen Impfstoffdosen für Kinder und Jugendliche

Der Vorstand der KBV hat die anhaltend niedrige Impfstoffmenge für die Arztpraxen scharf kritisiert und die Politik zum Handeln aufgefordert. „Wir brauchen – und zwar so schnell wie möglich – endlich Verlässlichkeit, Planbarkeit und ausreichende Impfstoffmengen für die Praxen“, forderte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen in einer Pressemitteilung. 

„Das ist alles andere als ein gutes Erwartungsmanagement. Es werden Versprechen gemacht, die die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen mal wieder ausbaden müssen“, monierte Gassen mit Blick auf den gestrigen Beschluss der Runde von Kanzlerin und Ministerpräsidenten. Danach sollen Kinder und Jugendliche bereits ab 7. Juni ein Impfangebot erhalten. An dem Tag soll auch die Priorisierung bundesweit fallen. 

„Und mehr Impfstoffe gibt es nicht. Und abgezweigt werden soll aber auch nichts, verkündet die Politik. Wie soll diese Quadratur des Kreises funktionieren?“, fragt der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Stephan Hofmeister.

Massenansturm auf die Praxen befürchtet

Beide Vorstände zeigten sich tief besorgt darüber, dass ab 7. Juni nun erst recht mit einem Massenansturm auf die Praxen zu rechnen sei. Sie appellierten an die Bürger, Geduld zu bewahren und ihren Frust nicht am Praxispersonal auszulassen. Dieser Ärger treffe die Falschen, betonte Gassen. Verantwortlich seien die politischen Entscheider auf Bundes- und Landesebene. 

Bestellmenge für die Woche vom 7. bis 13. Juni 

Die Bestellung des Impfstoffes für die Woche vom 7. Juni bis 13. Juni erfolgt bis Dienstag 12 Uhr (1. Juni). Vom COVID-19-Impfstoffen Comirnaty® können für Erstimpfungen maximal 18 Dosen (3 Vials) je Arzt geordert werden, von Vaxzevria® maximal 20 Dosen (2 Vials). Aufgrund der geringen Impfstoffmenge und anstehender Zweitimpfungen ist es möglich, dass Ärzte von BioNTech/Pfizer und AstraZeneca noch weniger oder auch keine Impfstoffdosen für Erstimpfungen erhalten. 

Für den Impfstoff von Johnson & Johnson gibt es keine Obergrenze. Wenn die Zahl der Ärzte, die bislang Janssen® bestellt haben, nahezu konstant bleibt, bekommt jeder Arzt rund 20 Dosen (4 Vials). 

Für Zweitimpfungen verwenden Ärzte weiterhin ein separates Rezept. Sie geben darauf die Anzahl der Dosen an, die sie in der Woche vom 7. Juni bis 13. Mai benötigen, um Patienten unter Einhaltung der empfohlenen Impfabstände zum zweiten Mal impfen zu können. Für diese Bestellungen gibt es keine Obergrenzen. 

Quelle: KBV

Impfstoffbestellung 1. Juni für die KW 23 ab 7. Juni

Der Bund wird für die Woche vom 7. bis 13. Juni etwa 3,4 Millionen Impfstoffdosen für die Arztpraxen bereitstellen: 2,6 Millionen von BioNTech/Pfizer, 500.000 von Johnson & Johnson und 300.000 von AstraZeneca.

Bestellmenge pro Arzt

  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty®: maximal 18 Dosen (3 Vials) für Erstimpfungen
  • COVID-19-Impfstoff Vaxzevria®: maximal 20 Dosen (2 Vials) für Erstimpfungen
  • COVID-19-Impfstoff Janssen®: keine Obergrenze

Für Zweitimpfungen gibt es keine Obergrenzen.

Liefermenge

Da die Impfstoffmenge nach wie vor begrenzt ist, hängt die tatsächliche Liefermenge pro Arzt für Erstimpfungen von der Anzahl der bestellenden Ärzte und der Bestellmenge insgesamt ab. 

Abhängig von der Zahl der Zweitimpfungen, ist es möglich, dass Ärzte von BioNTech/Pfizer und AstraZeneca keine Impfstoffdosen für Erstimpfungen erhalten. Bei Johnson & Johnson können Ärzte mit rund 20 Dosen (4 Vials) rechnen, wenn die Zahl der bestellenden Ärzte nahezu konstant bleibt.

Hinweis: Die Bestellung erfolgt impfstoffspezifisch. Ärzte geben auf dem Arzneimittelrezept (Muster 16) dazu den Impfstoffnamen und die jeweilige Anzahl der Dosen an.

Aktueller Hinweis zur Entnahme von Impfstoffdosen von Comirnaty®

Um sechs oder ggf. sieben Dosen aus einem Vial von Comirnaty® entnehmen zu können, ist auf die Verwendung einer geeigneten Kombination aus Spritzen und/oder Nadeln hinsichtlich des Totraumvolumens zu achten. Die Kombination aus Spritze und Nadel sollte ein Totraumvolumen von nicht mehr als 35 Mikrolitern haben. Sollte zum Aufziehen und Verimpfen einer Dosis nicht dieselbe Kanüle verwendet werden, ist – da das entsprechende Volumen in der Kanüle verbleibt – das Totraumvolumen der neuen, leeren Kanüle zu beachten, um Unterdosierung zu vermeiden.