Kontaktpersonen: Klarstellung zur Corona-Teststrategie

Aktuelles RKI-Flussschema COVID-19-Verdacht könnte missinterpretiert werden

Symptomatisch nach EBM – asymptomatisch nach TestV: Schaubild zur Corona-Tests.

Das derzeitige RKI-Flussschema bezogen auf symptomatische Patienten (siehe RKI COVID-19-Verdacht, Orientierungshilfe für Ärzte Stand: 3.11.2020) könnte in Teilen missinterpretiert werden, da das Testkriterium 3 (Symptome und Kontakt (KP1) mit einem bestätigten COVID-19-Fall) so aufgefasst werden könnte, als ob Kontakt­risikopersonen (KP1) angesichts der derzeitigen Labor-Engpässe bei PCR-Tests nur bei Symptomen zu testen wären. Dies stünde aber im Gegensatz zur Corona-Test­verordnung des Bundes (TestV). Fakt ist: Wird nach Flussschema keine Testung (nach EBM) empfohlen, ist gegebenenfalls dennoch ein Test im Zuge der nationalen Teststrategie (nach TestV) möglich. Dazu informiert der Vorstand der KVBW in einer aktuellen Schnellinformation.

Tests bei Kontaktpersonen ohne Symptome

Seitens der KBV und der Testverordnung des Bundes (TestV) ist auch bei symptomlosen Kontaktpersonen ein Test angezeigt nach:

  • Feststellung durch den ÖGD
  • Feststellung durch einen Arzt
  • Meldung der Corona-Warn-App
    Hinweis Warn-App: Bei GKV-Versicherten ist der Abstrich ohne Symptome noch bis 31.12.2020 EBM-Leistung (GOP 02402A). Für Nicht-GKV-Versicherte gilt GOP 99531 bzw. GÖA bei PKV.

PCR-Test empfohlen – PoC-Test möglich

Der Anspruch auf eine Testung bei Kontaktpersonen nach der Corona­virus-Test­ver­ordnung (TestV) verfolgt primär epidemiologische Ziele. Auch bei negativen asymptomatischen Personen KP1 ist eine Quarantäne erforderlich. (Bei einer Einreise aus ausländischen Risikogebieten ist ebenfalls eine Quarantäne vorgeschrieben.) Sofern der Arzt den Anspruch für gerechtfertigt hält und testet, soll gemäß der Nationalen Teststrategie primär der PCR-Test Anwendung finden, allerdings sind auch Schnelltests zulässig.

Der PoC-Antigentest ist bei Kontaktpersonen nachrangig, kann aber angezeigt sein z. B. bei einer zeitkritischen Fragestellung oder bei Laborengpässen. Der PoC-Antigentest hat Priorität (1st line) für Personaltestungen, Betreute und Behandelte in Einrichtungen während des Aufenthaltes und bei weiteren Indikationen (vgl. Schnellinfo der KVBW: Babylon Berlin: Antigen-Schnelltests vom 30. Oktober 2020).

Bei Personen ohne Symptome, die engen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten, kann der behandelnde Arzt der infizierten Person oder das Gesundheitsamt im Einzelfall entscheiden, ob getestet werden muss (z. B. wenn sich über die ohnehin angeordnete Quarantäne hinaus ein Mehrwert der Testung ergibt).

Kein Test allein wegen leichter Infektsymptome

Personen mit leichten Erkältungssymptomen, die keiner Risikogruppe angehören oder keinen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten, werden zunächst nicht getestet. Diese Entscheidung trifft der behandelnde bzw. kontaktierte Arzt. Diese Personen sollten sich zu Hause selbst absondern, um möglichst wenig Kontakte zu haben. Diese Selbstisolierung sollte nach einer Empfehlung des RKI fünf Tage plus zwei Tage ohne Symptome betragen. Betroffene sollten mit ihren Arbeitgebern klären, ob in dieser Zeit Homeoffice möglich ist.

RKI-Flussschema greift nur bei Symptomen

Die Testkriterien laut RKI-Flussschema beziehen sich rein auf die Testung von symptomatischen Personen (oberer Kasten COVID-19-Symptome im Schaubild Corona-Tests in der Praxis, blauer Kasten der Nationalen Teststrategie des BMG, Spalte I in der Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick). Die Teststrategie für asymptomatische Personen (TestV) bleibt unberührt.