KIM: Sichere elektronische Post für Mediziner

Mit der Pseudo-GOP 99880 erhalten Sie die Einrichtungspauschale

Mit dem Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist es für Praxen zukünftig möglich, sensible Informationen wie Patientendaten oder Abrechnungen elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) zu versenden und zu empfangen. Für die Erst-Einrichtung des Dienstes zahlen die Krankenkassen einmalig 100 Euro je Praxis. Um die Finanzierung zu erhalten, setzen Sie bitte die Pseudo-GOP 99880 bei einem x-beliebigen GKV-Patienten in der Abrechnungsdatei an, sobald KIM erfolgreich in Ihrer Praxis aktiviert ist. Der laufende Betrieb wird automatisch für alle an der TI-angebundenen Praxen seit dem zweiten Quartal 2020 mit 23,40 Euro je Praxis und Quartal finanziert.

Wie ein E-Mail-Programmm mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Geplant ist, Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, medizinische Einrichtungen wie Apotheken und Krankenhäuser sowie KBV und KVen, Kassen und Deutsche Krankenhausgesellschaft sicher miteinander zu verbinden. Damit auch niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten an KIM teilnehmen können, brauchen sie einen zertifizierten KIM-Dienst in ihrer Praxis, den sie frei wählen können. Die Software ermöglicht die Kommunikation und den Versand von Briefen und Befunden direkt aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) – ähnlich wie ein E-Mail-Programm, allerdings mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Signatur. Verschiedene Hersteller entwickeln derzeit KIM-Dienste. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Verfügbarkeit an Ihr Systemhaus bzw. Ihren TI-Anbieter.

Um KIM zu nutzen, benötigen Sie einen elektronischen Heilberufs-Ausweis (eHBA) der zweiten Generation (G2), den Sie bei der Kammer bestellen können. Nur damit lassen sich eArztbriefe oder elektronische AU-Bescheinigungen digital unterschreiben und versenden. Zudem muss für die Kommunikation der TI-Konnektor der Praxis auf dem neusten Update-Stand sein („eHealth-Konnektor“). Das gilt auch für die Praxissoftware, in der die Funktionalitäten eAU, eArztbrief u. a. implementiert und für die Nutzung freigeschaltet sein müssen.

KIM als Pflicht: Übergangsregelung bis Herbst 2021

Bereits ab 1. Januar 2021 sollte KIM als Basis-Technologie für den sicheren Versand der elektronischen AU-Bescheinigung zur Pflicht werden. Doch dagegen haben KBV und KVen inzwischen Einspruch erhoben: Mit Erfolg, denn das Bundesgesundheits­ministerium hat einer Fristverlängerung bis 30. September 2021 zugestimmt, da die technischen Voraussetzungen für einen flächendeckenden Einsatz noch nicht vorliegen. Die Zustimmung des GKV-Spitzenverbandes steht noch aus.

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