Grippe- und Corona-Impfung an einem Termin möglich?

Geplante Änderungen der STIKO-Empfehlungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich dafür ausgesprochen, dass COVID-19-Impfungen und andere Impfungen mit einem Totimpfstoff künftig gleichzeitig möglich sein werden. Ein entsprechender Entwurf zur Aktualisierung der STIKO-Impfempfehlung wurde in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren gegeben. Damit kann in den nächsten Wochen eine Person an einem Impftermin beispielsweise eine Impfung gegen Influenza und COVID-19 erhalten – sofern eine Indikation für beide Impfungen besteht.

Die Injektion soll in der Regel an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen. Die gleichzeitige Anwendung eines COVID-19-Impfstoffs mit einem anderen Totimpfstoff ist von den Zulassungen der Corona-Impfstoffe abgedeckt. In den Fachinformationen wird lediglich darauf hingewiesen, dass die Impfstoffe nicht mit anderen Impfstoffen oder Arzneimitteln in derselben Spritze gemischt werden dürfen.

Die STIKO weist darauf hin, dass bei  gleichzeitiger Anwendung verschiedener Impfstoffe Impfreaktionen häufiger auftreten könnten als bei der getrennten Gabe. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-COVID-19-Impfstoffen zeigten jedoch, dass die Immunantwort und das Nebenwirkungsprofil nach gleichzeitiger Gabe verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen dem bei jeweils alleiniger Anwendung entsprächen. Bei der bisherigen Empfehlung zur Corona-Impfung einen Mindestabstand von 14 Tagen einzuhalten, handelte es sich um eine Vorsichtsmaßname um mögliche Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen der neuen Impfstofftechnologien klar zuordnen zu können. Weitere Details zur geplanten STIKO-Empfehlung können der Praxisnachricht der KBV vom 17. September 2021 entnommen werden.

Auffrischimpfung bei Immundefizienz

Des Weiteren berät die STIKO über eine Empfehlung zur Impfung von Personen mit eingeschränkter Immunfunktion. Ersten Informationen zufolge sieht die Empfehlung vor, dass zum Beispiel Krebspatienten unter aktiver Chemotherapie oder Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz, sechs Monaten nach einer COVID-19-Grundimmunisierung (homologes oder heterologes Impfschema) eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs als Auffrischimpfung angeboten werden soll.

Eine generelle STIKO-Empfehlung zu Auffrischimpfungen steht nach wie vor aus.