G-BA entscheidet über HPV-Impfung für Jungen

Impfung gegen Humane Papillomaviren noch keine Kassenleistung

Seit Ende Juni 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) auch für Jungen. Ein Leistungsanspruch der gesetzlich Versicherten besteht jedoch erst nach Aufnahme der Empfehlung in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL).

Sobald die STIKO eine neue Impfempfehlung herausgibt, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) drei Monate Zeit, darüber zu entscheiden, ob die Änderung in die SI-RL aufgenommen wird. Mitte September hat der G-BA beschlossen, die SI-RL in der Weise zu ändern, dass künftig die Impfung gegen HPV geschlechtsunabhängig im Alter von neun bis 14 Jahren zulasten der Krankenkassen durchgeführt werden kann. Nachholimpfungen sind im Alter zwischen 15 und 17 Jahren möglich; die Immunisierung sollte jedoch vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen.

Der Änderungsbeschluss wurde dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt, das innerhalb von zwei Monaten den Beschluss beanstanden kann. Bei Nichtbeanstandung tritt die Änderung der SI-RL erst am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Die HPV-Impfung für Jungen ist daher noch keine Pflichtleistung der Krankenkassen, und es besteht keine Leistungspflicht. Davon abweichend haben die Krankenkassen die Möglichkeit, zusätzliche Leistungen im Rahmen ihrer Satzungsleistung anzubieten. Auf diesem Weg bieten bereits jetzt einzelne Krankenkassen die Kostenübernahme der HPV-Impfung für alle Jugendlichen an. Verordnungen im Rahmen der Kostenerstattung werden auf einem Privatrezept ausgestellt.