DMP: Zusatzinfos zum Vorgehen während der COVID-19-Pandemie

Kontrolluntersuchungen und Schulungen: Vorerst keine Dokupflicht

Die vorgeschriebenen Quartalskontrollen und Schulungen in den DMPs dürfen während der COVID-19-Pandemie ausfallen, ohne dass der Patient aus dem Programm ausgeschrieben wird. UPDATE: Die Corona-Sonderregelung des G-BA gilt mit Übergangsfrist bis 31. Dezember 2021 fort. Koordinierende Ärzte entscheiden selbst, was für ihre Patienten jetzt am besten ist. Wenn es medizinisch geboten ist, dass die Konsultationen oder Schulung stattfinden, läuft die Dokumentation und Vergütung der Untersuchung wie gewohnt. Falls möglich kann die DMP-Dokumentation auf Basis einer telemedizinischen Konsultation erfolgen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen ergänzende Informationen zur Aussetzung von Dokumentationspflichten und Patientenschulungen bei den Disease-Management-Programmen (DMP) während der COVID-19-Pandemie zur Verfügung stellen.

Ändern sich durch die Aussetzung der Dokumentationen und Schulungen die Voraussetzungen für die DMP-Vergütung? 

Nein. Wenn der koordinierende DMP-Arzt die Dokumentationen fristgerecht versendet hat, erhält er wie gewohnt die DMP-Vergütung.

Kann eine DMP-Dokumentation auf Basis einer telemedizinischen DMP-Konsultation erfolgen? 

Für DMP-Patienten gelten hinsichtlich der Form von ärztlichen Konsultationen keine Sonderregelungen. Wenn die aktuell aus medizinischer Sicht für die DMP-Dokumentation erforderlichen Untersuchungen telemedizinisch durchführbar sind, kann auf dieser Basis die DMP-Dokumentation erfolgen.

Die in den DMP empfohlenen Mindestintervalle für klinische Untersuchungen und Laborkontrollen sind weiterhin zu berücksichtigen. Ob die im Rahmen von DMP empfohlenen klinischen oder Laboruntersuchungen vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie im Einzelfall verschoben werden sollen, liegt in der Entscheidung des DMP-Arztes. Laborkontrollen im Rahmen von Hausbesuchen (auch durch entsprechend qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten) sind ebenfalls möglich.

Gibt es Änderungen bei DMP-Konsultationen und Patientenschulungen in Präsenz? 

Nein, es können und sollen weiterhin DMP-Konsultationen und Schulungen erfolgen, wenn der koordinierende DMP-Arzt mit dem Patienten unter individueller Abwägung der Risiken vereinbart hat, dass die Kontrolluntersuchung oder die Schulung im Einzelfall aktuell gleichwohl notwendig ist und durchgeführt werden soll.

Schulungsberechtigte Arztpraxen dürfen ihre DMP-Patientenschulungen während der COVID-19-Pandemie auch per Videosprechstunde abhalten, solange die epidemische Lage anhält, danach greift eine vom G-BA beschlossene Übergangsfrist bis 31. März 2022.

Darüber hinaus können Gruppenschulungen nicht in Einzelschulungen umgewandelt werden. Ob Präsenz-Gruppenschulungen abgehalten werden können, ist abhängig von den Vorgaben für Versammlungen in der jeweils gültigen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg.

Kontrollen & Schulungen dürfen ausfallen

Es gilt wegen der Corona-Pandemie: Krankenkassen beenden die DMP-Teilnahme von Patienten nicht wegen fehlender Folgedokumentationen. Die Regelung gilt solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt, danach greift eine vom G-BA beschlossene Übergangsfrist bis 31. Dezember 2021.