DMP-Regelungen zu Dokumentationspflicht und Schulungsteilnahme ab 1. Januar 2022 wieder strenger gefasst

Versicherte sollten ihre DMP-Termine im neuen Jahr wieder fristgerecht wahrnehmen

Ab dem 1. Januar 2022 gelten für die Dokumentationspflicht und die Regelungen zur Schulungsteilnahme bei den DMP folgende Änderungen.

DMP-Dokumentationspflicht

Vom ersten Quartal 2020 bis einschließlich dem vierten Quartal 2021 wurde die Regelung, dass Patienten nach zwei aufeinander folgenden fehlenden Dokumentationen routinemäßig aus dem DMP ausgeschrieben werden, ausgesetzt. Ab dem ersten Quartal 2022 werden fehlende Dokumentationen neu gezählt, d. h. fehlende Dokumentationen aus der Zeit vor der Pandemie werden nicht berücksichtigt. Demnach wird, bei quartalsweiser Dokumentation, eine Ausschreibung frühestens erfolgen, wenn die Dokumentationen aus dem 1. und 2. Quartal 2022 ausbleiben.

Die Ausschreibung erfolgt rückwirkend zum Unterschriftsdatum der zuletzt erstellten Dokumentation. Wenn der Versicherte zum Beispiel bereits im Quartal 4/2019 nicht in der Praxis war, wird dieser mit dem Datum der letzten gültigen Dokumentation im dritten Quartal des Jahres 2019 (z. B. 05. Juli 2019) ausgeschrieben. Um dies zu vermeiden, achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Ihre Versicherten ihre DMP-Termine wieder fristgerecht wahrnehmen und Sie die Dokumentationen zeitnah an die DMP-Datenstellen übermitteln. Beachten Sie auch die Informationsschreiben der DMP-Datenstellen zu den noch erwarteten, aber den Datenstellen nicht vorliegenden, DMP-Dokumentationen.

Teilnahme an DMP-Patientenschulungen

In den Jahren 2020 und 2021 konnte die Teilnahme an DMP-Patientenschulungen ausgesetzt werden. Patienten wurden aufgrund von nicht wahrgenommenen Schulungen nicht aus dem DMP ausgeschrieben. Ab dem Jahr 2022 werden Patienten, die innerhalb von zwölf Monaten zwei veranlasste DMP-Schulungen ohne plausible Begründung nicht wahrgenommen haben, aus dem DMP ausgeschrieben.

Die Regelung, dass schulungsberechtigte Arztpraxen ihre DMP-Patientenschulungen per Videosprechstunde abhalten dürfen und die Anzahl der zu schulenden Patienten unter der vertraglich vereinbarten Höchstzahl liegt, läuft zum 31. März 2022 aus. Präsenz-Gruppenschulungen sind möglich; in Baden-Württemberg ist die 3G-Regel bzw. 2G-Regel in Arztpraxen für Patienten nicht anzuwenden. Die Behandlung von Patienten ist unter Berücksichtigung der AHA-Regelungen und eines Praxishygienekonzepts durchzuführen. Dies geht aus der aktuellen Corona-Verordnung der baden-württembergischen Landesregierung hervor.