Corona-Tests der Landesregierung – Antworten auf Ihre Fragen

Kontaktpersonen und Gesundheitseinrichtungen: Abstrich auch ohne Symptome

„Testen, testen, testen“, lautet das Credo von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Neu ist, dass in Baden Württemberg künftig nicht nur Personen mit Corona-Symptomen getestet werden sollen, sondern auch Menschen ohne Symptome, die aber engen Kontakt zu Infizierten haben oder hatten. „Einen deutlichen Schwerpunkt der Testungen setzen wir auf Personen, die in Krankenhäusern oder der stationären Pflege arbeiten“, so Gesundheitsminister Manne Lucha. Auch bei der Häufung von Erkrankungen im persönlichen und beruflichen Umfeld (etwa in einer Gemeinschafts­unterkunft) soll künftig über die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) hinaus breit getestet werden, sofern das zuständige Gesundheitsamt das für erforderlich hält.

Bundesweit einmalig

Die Kosten bei der Testung von asymptomatischen Personen werden derzeit nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung getragen, sondern vom Land Baden-Württemberg. Für die Abstrichentnahme  können Vertragsärzte die Ziffer 99533 ansetzen, die mit 12 Euro je Abstrich inklusive Übermittlung des Testergebnisses vergütet wird. Bitte beim Labor explizit die „asymptomatische Corona-Testung nach Pseudo-GOP 99536” beauftragen, damit das Labor erkennen kann, dass das Land BW die Kosten übernimmt und nicht die GKV. Kodiert werden die Testungen bei asymptomatischen Personen bei negativem Testergebnis mit den neuen Kode U99.0 „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2“ (neu ab 1. Juni 2020), zusammen mit dem Primär-Kode Z11 „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten“.

Test-Strategie in Baden-Württemberg:

Kostenträger GKV

  • Testung symptomatischer Personen entsprechend der RKI-Empfehlung

Kostenträger Land

  • Testung asymptomatischer Personen in Absprache mit dem Gesundheitsamt
    • von engen Kontaktpersonen von positiv getesteten Fällen,
    • bei Erkrankungshäufungen, zum Beispiel in Gemeinschaftsunterkünften,
    • in medizinischen Einrichtungen und in der stationären Pflege.

Merkblatt zu den Einzelheiten

Unsere Abrechnungsberatung hat für Sie eine Abrechnungsübersicht erstellt. Bitte entnehmen Sie für eine korrekte Abrechnung die Einzelheiten aus dem Merkblatt.

Land trägt Testkosten in Einrichtungen

Die zusätzlichen Corona-Tests des Landes Baden-Württemberg betreffen asymptomatische Personen in Einrichtungen (z. B. Bewohner und ggf. Personal in Pflegeheimen). Hält das Gesundheitsamt hier Testungen für erforderlich, trägt das Land die Kosten. Für Tests ohne Auftrag des Gesundheitsamts bei symptomfreien Patienten, die sich in der Arztpraxis testen lassen möchten (auf Eigeninitiative des Patienten, des Arbeitgebers oder des Arztes selbst), enthält die Vereinbarung mit dem Land dagegen keine Grundlage.

Corona-Tests der Landesregierung – So gehen Ärzte richtig vor:

  1. Der Arzt erhält vom Gesundheitsamt den Auftrag, in einer Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Altenheim) zu testen oder er fragt aktiv beim Gesundheitsamt nach, in welcher Einrichtung er testen soll. Das lässt er sich bestätigen (ggf. mündlich).
  2. Der Arzt sollte sich erkundigen, ob neben den Bewohnern auch das Personal der Einrichtung getestet werden soll. Hierbei geht es nicht um Arbeitgeberwünsche, sondern um Vorgaben des Gesundheitsamtes.

Nur mit Einwilligung

Vor dem Test ist eine Einwilligung der zu testenden Person einzuholen. Sie klären darüber auf, wie der Test abläuft, und was mit der Probe passiert. Bei Patienten, die nicht zu Ihrem Patientenstamm gehören, ist darüber hinaus eine Information über die Datenweitergabe erforderlich: mehr erfahren »