Bad Schussenried: Überall, wo Menschen sind, werden Ärzte gebraucht

Zweite regiopraxis KVBW belebt leerstehende Landarztpraxis

Außen Jugendstil...
... innen hochmodern.
Zwei Hausärztinnen und ein Hausarzt teilen sich den Praxissitz.
Hochzufriedenes Team beim Festakt zur Eröffnung
Wildromantische Praxisumgebung

„Ich bin Arzt und liebe meinen Beruf. Überall, wo Menschen sind, werden Ärzte gebraucht“, beschrieb Vivion Koppatsch treffend die gemeinsame Motivation für die Gründung der regiopraxis in Bad Schussenried. Anlässlich der Einweihung hatte die Gemeinde am 16. April zu einem Festakt eingeladen.

Mit Frauenpower gegen Versorgungsnotstand

Gesundheitsministerin Katrin Altpeter war durch Ministerialrat Ulrich Conzelmann vertreten. Der war sich sicher, dass sie Freude gehabt hätte an soviel Frauenpower. Schon seit über 15 Jahren beschäftigte sich Hausherrin und Psychotherapeutin Hansi Schmehle-Knöpfler damit, wie man mit innovativen Konzepten die Versorgung auf dem Land zukunftsfähig gestalten könnte. Als ihr Mann 2011 seinen Vertragsarztsitz aus gesundheitlichen Gründen zurückgab, gab es für die Praxis im Erdgeschoss keinen Nachfolger. In Bad Schussenried praktizierten seitdem noch drei von ehemals sechs Hausärzten. Damit erfüllte der Ort das Hauptkriterium für die Förderung durch Land und KV: drohender Versorgungsnotstand.

Der rührigen Psychotherapeutin ist es zu verdanken, dass der Betrieb als regiopraxis wieder aufgenommen werden konnte. Zwei Hausärztinnen und ein Hausarzt mit etablierten Praxen in knapp zehn Kilometern Entfernung teilen sich seit dem 1. April einen Vertragsarztsitz in Form von Nebenbetriebsstätten. Um die Zukunft der Praxis machen sich die Ärzte keine Sorgen. Das Konzept scheint aufzugehen: Schon zeigt ein junger Weiterbildungsassistent ernstes Interesse als frischgebackener Allgemeinmediziner einzusteigen.

Moderne Praxisräume

Mit Fördermitteln des Landes und der KVBW wurde die Praxis in kürzester Zeit medizintechnisch auf den neusten Stand gebracht und renoviert. Ärztin Koppatsch zeichnet für die Einrichtung der Praxisräume verantwortlich. Moderne Popart-Elemente fügen sich harmonisch in die Jugendstilvilla ein. Beim Blick durch die schmiedeeisern vergitterten Fenster öffnet sich ein wildromantischer Park, der im Sommer zu psychotherapeutischen Sitzungen einlädt. Da will man nur ungern glauben, dass die Räumlichkeiten in Ortsrandlage nur eine Übergangsstation darstellen. Erklärtes Ziel ist ein Gesundheitshaus im Ortszentrum, auf dessen baldige Realisierung Bürgermeister Achim Deinet engagiert hinarbeitet.