Antikörpertests auf SARS-CoV-2: Keine GKV-Leistung

Nachweis des Immunstatus nach Infektion oder Impfung ist selbst zu zahlen

Corona-Antikörpertests zur Prüfung einer bestehenden Immunität sind keine vertragsärztliche Leistung, sondern nach derzeitigem Stand als Wunschleistung (IGeL) abzurechnen. Über die KV ist der Antikörpertest allenfalls im direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik abrechenbar – dabei gelten enge Vorgaben. Zu den Themen Genesenennachweis und Antikörpertests informiert der KVBW-Vorstand in einer aktuellen Schnellinformation.

Indirekter Erregernachweis nur im Ausnahmefall

Der SARS-CoV-2-Antikörpernachweis als Kassenleistung setzt die kurativ medizinische Notwendigkeit im Einzelfall voraus. Fälle, in denen dies sinnvoll und insbesondere notwendig erscheint, sind grundsätzlich fraglich. Vorstellbar wären gegebenenfalls Antikörper-Untersuchungen in Ausnahmefällen (z. B. milder Verlauf einer – trotz negativem PCR-Test – weiterhin vermuteten SARS-CoV-2-Infektion). In solchen Fällen könnte der Nachweis eines Titeranstiegs die Verdachtsdiagnose bestätigen. Da diese Vorgehensweise weiterhin nicht empfohlen wird, könnte sie im Falle einer Wirtschaftlich­keits­prüfung kritisch sein.

Antikörperbestimmung als private Wunschleistung

Ein Antikörpernachweis nach erfolgter Impfung im Sinne einer „Erfolgskontrolle“ oder zum Nachweis einer Immunisierung nach durchgemachter Infektion ist in vielen Fällen wenig aussagekräftig, wird daher nicht empfohlen, stellt keine GKV-Leistung dar und kann bei Durchführung auf Patientenwunsch allenfalls als Selbstzahlerleistung (nach entsprechender Aufklärung und Vereinbarung i. S. § 18 Abs. 8 BMV-Ä Liquidation nach GOÄ) angeboten werden.

Bescheinigung für Genesene nur nach positivem PCR-Test legitim

Antikörpertest ist für diesen Zweck ungeeignet

Da man bei Genesenen nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion nach derzeitigem Kenntnisstand von einer Immunisierung von bis zu sechs Monaten ausgeht, benötigen diese, um von Lockerungen profitieren zu können, einen Genesenen­nachweis. In dieser Zeit werden Genesene den vollständig geimpften Personen bzw. den getesteten Personen gleichgestellt.

Attest zu laborbestätigter Corona-Erkrankung

Hierfür ist ein positiver Nukleinsärenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) vorgeschrieben, der mindestens 28 Tage und maximal 6 Monate zurückliegt. Der Laborbefund oder eine Kopie ist als Nachweis ausreichend. Falls Patienten auf dessen Basis allerdings explizit eine Bescheinigung von ihrem behandelnden Arzt wünschen, wäre dieses Dokument ebenfalls eine Selbstzahlerleistung nach GOÄ. Da viele COVID-19-Genese den Original-Befund nicht aufgehoben haben, sehen sich die Behandler oftmals mit dem Wunsch konfrontiert, die laborbestätigte Corona-Erkrankung im Nachhinein zu attestieren. Die Bescheinigung muss dabei immer den Vor- und Nachnamen, das Geburtsdatum, die Adresse der getesteten Person und schließlich die Testart (PCR) und das Testergebnis enthalten. Sie können dafür unser Muster nutzen.

Die Durchführung eines Antikörpertests reicht nicht aus, um als genesene Person zu gelten!