Influenza-Impfung 2020/2021: Risikogruppen schützen

STIKO-Stellungnahme zur Grippe-Impfung während der COVID-19-Pandemie

Vor der anstehenden Influenza-Impfsaison hat die Ständige Impfkommission (STIKO) noch einmal auf ihre Empfehlungen zur Grippe-Impfung hingewiesen. Um das Gesundheitssystem zu entlasten und Patienten mit einem wahrscheinlich schweren Verlauf einer Influenza-Infektion zu schützen, sollen in der kommenden Influenzasaison die Impfquoten vor allem bei den Risikopatienten gesteigert werden.

Für wen die Influenza-Impfung besonders wichtig ist:

  • Personen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe einer Influenza (oder von COVID-19) haben (z. B. Senioren, Menschen mit chronischen Grundleiden)
  • Personen, die beruflich besonders exponiert und epidemiologisch bedeutsam sind, weil es durch sie zu nosokomialen Übertragungen in Krankenhäusern, Pflege- und Senioreneinrichtungen kommen könnte (ärztliches und pflegerisches Personal, andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen)
  • Schwangere 
  • Bewohner in Alters- oder Pflegeheimen

Hintergrund der STIKO-Stellungnahme

Anlass für die Stellungnahme der STIKO ist, dass die ca. 25 Millionen für Deutschland vorgesehenen Influenza-Impfdosen nicht für die komplette Bevölkerung ausreichen. Allein für die vollständige Umsetzung der bestehenden STIKO-Impfempfehlungen wären etwa 40 Millionen Dosen Influenzaimpfstoff notwendig. Die Schutzeffekte für die Gemeinschaft durch Impfung von Nicht-Risikogruppen werden diese Saison aufgrund der AHA-Regeln (Abstand-Hygiene-Atemschutz) von begrenzter Wirkung sein. Dem bestmöglichen Schutz der Risikogruppen durch eine Impfung kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

In Baden-Württemberg Grippeschutzimpfung grundsätzlich für alle möglich

Der Fokus der diesjährigen Influenza-Impfung soll auf den Risikogruppen liegen. Mit den zugelassenen Influenzaimpfstoffen können jedoch grundsätzlich auch Personen außerhalb der STIKO-Empfehlungen geimpft werden. Die Krankenkassen in Baden-Württemberg übernehmen diese indikationsunabhängige Impfung gegen Influenza freiwillig als Satzungsleistungen. 

Influenza-Impfung in der GKV: Impfziffern und Verordnungswege

Art der ImpfungIndikationGOPVerordnung
Standardimpfung (GKV-Pflichtleistung)alle ab 60 Jahre89111SSB
Indikationsimpfung*(GKV-Pflichtleistung)Schwangere, chronisch Kranke unter 60 Jahren z. B. mit Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes mellitus, MS, Immundefekt; Bewohner in Alters- oder Pflegeheimen; Personen, die im selben Haushalt lebende oder betreute Risikopersonen gefährden können89112SSB
Berufliche Indikation
(GKV-Pflichtleistung)
medizinisches Personal, Beschäftigte in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, Personen, die von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können; Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel / Wildvögeln89112 Y (Einmaldosis)SSB
Satzungsleistung*Personen unter 60 Jahren ohne chronische Krankheit und ohne erhöhtes Infektionsrisiko89133

SSB

(15.10.2020 bis 31.3.2021)

* Sofern bei Kindern zwei Influenza-Impfdosen erforderlich sind (vgl. Fachinformation), ist die GOP 89112 (Indikationsimpfung) bzw. 89133 (Satzungsleistung) zweimal zu dokumentieren.

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