Mit Verdachtsfällen umgehen

Vorgehensweise und Diagnostik bei COVID-19-Verdacht

Um eine rasche Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV-2 und der Lungenkrankheit COVID-19 in Deutschland einzudämmen und Infektionsketten zu unterbrechen, müssen Infektions- und Verdachtsfälle früh erkannt, isoliert und Hygiene­maßnahmen konsequent eingehalten werden.

Eine zentrale Rolle kommt dabei Ihnen als niedergelassene Ärzte zu. Informieren Sie sich kontinuierlich zu aktuellen Entwicklungen und beachten Sie unbedingt die Hinweise des RKI: COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2).

Patienten steuern: diagnostizieren und koordinieren

Haus- und Kinderärzte sind die ersten Ansprechpartner ihrer Patienten und koordinieren die Versorgung auch bei Corona (COVID-19). Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhaus­ambu­lan­zen, Notfallpraxen, Abstrichstellen oder Gesundheits­ämter!

Wann besteht ein begründeter Verdacht?

Wer wird getestet? Die Entscheidung trifft der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI).  Wann bei Patienten ein begründeter Verdacht besteht und eine Laboruntersuchung auf das neuartige Coronavirus angezeigt ist, zeigen die Falldefinition und das Flusschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen” des RKI als Orientierungshilfe.

Kontaktpersonen und Risikogruppen

Fragen Sie Patienten mit Symptomen wie Fieber, Husten oder Atemnot nach möglichen Kontakt­personen, die an COVID-19 erkrankt sind bzw. nach der Zugehörigkeit zu Risikogruppen (Alter über 60, immunsupprimiert, onkologische Behandlung etc.) oder Beschäftigung im Pflegebereich, in Arztpraxen oder Krankenhäusern.

Meldepflicht ans Gesundheitsamt

Melden Sie unverzüglich alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammen­hang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 dem örtlichen Gesundheits­amt.

Abstriche zur Corona-Verdachtsabklärung

Abstriche zur Diagnose einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 sind grundsätzlich nur dann erforderlich, wenn die vom RKI festgelegten Kriterien für einen begründeten Verdachtsfall oder einen Fall unter differenzial­diagnos­tischer Abklärung gegeben sind (vgl. Falldefinition, Flussschema).

Wenn Sie als Arzt einen Labortest für erforderlich halten, übernehmen die Krankenkassen die Kosten (» Abrechnung Coronavirus).

Tests bei asymptomatischen Personen werden nicht empfohlen.

Ambulantes Management bei leichten COVID-19-Erkrankungen

Das RKI hat seine Empfehlungen zu Verdachtsabklärung, Maßnahmen und Hygiene zum ambulanten Management angepasst. COVID-19-Verdachtsfälle und Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können demnach in häuslicher Isolation ambulant versorgt werden:

Orientierungshilfe Triage ambulant vs. stationär

Zentrale Aufgabe von Hausärzten ist es, Risikopatienten früh zu identifizieren, leichtere Fälle ambulant zu versorgen und bei Komplikationen rechtzeitig stationär einzuweisen, um gefährliche Verläufe zu verhindern! Der „Corona-Score“ kann bei der Triage helfen.

Persönliche Schutzausrüstung gemäß Risikoabwägung

Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung (» Hygiene & Schutzausrüstung) richtet sich je nach Art und Umfang der Exposition gemäß Risikoabwägung. Sollten Sie Ihre Patienten in Einzelfällen nicht direkt selbst versorgen können, weil die entsprechende Schutzkleidung  fehlt, vermitteln Sie die Patienten an die jeweiligen regionalen Anlaufstellen weiter.

So gehen Sie in der Praxis vor: KBV-Praxisinformation

Die Praxisinformation der KBV erläutert das konkrete Vorgehen in der Praxis bei Verdachtsfällen. Die Übersicht zeigt die einzuhaltenden Schritte für zwei Szenarien auf – wenn Patienten mit Verdacht sich telefonisch bei Ihnen melden oder wenn Patienten ohne Anmeldung in Ihre Praxis kommen.

Bestellen Sie Patienten, die sich bei Ihnen telefonisch mit Verdacht auf eine Infektion melden, möglichst nach Ende der regulären Sprechstunde ein, damit sie nicht mit anderen Patienten – insbesondere chronisch Kranken – in Kontakt kommen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Eine unverbindliche Orientierungshilfe für die Entscheidung, ob Corona-Patienten ambulant oder stationär versorgt werden sollen, gibt der „Corona-Score”.

Orientierungshilfe Triage ambulant vs. stationär

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Dauer und Art des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person in verschiedene Kategorien ein und hat Empfehlungen veröffentlicht, wie medizinisches Personal bei einer SARS-CoV-2-Exposition vorgehen soll.

Zwei neue Infografiken des RKI machen das Vorgehen anschaulich.

Ja. Eine stationäre Einweisung ist nicht bei allen bestätigten Fällen empfohlen. Bitte halten Sie den Kliniken den Rücken frei, indem Sie ambulant beherrschbare Fälle unbedingt ambulant behandeln! Stationär nur für schwere Fälle bzw. sehr gefährdete Patienten.

COVID-19-Patienten können auch ambulant versorgt werden

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Empfehlungen angepasst

Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung können ambulant versorgt werden. Das Robert Koch-Institut hat seine Empfehlungen zu Verdachtsabklärung und Maßnahmen am Donnerstag entsprechend angepasst. Bislang sollten Patienten mit einem positiven Laborbefund stationär behandelt werden. 

Aktualisiertes Flussschema

Das Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen“ des Robert Koch-Institutes (RKI) dient als Orientierungshilfe. Es erläutert, wie Ärzte im Verdachtsfall vorgehen sollen – vom Erstkontakt über die Prüfung klinisch-epidemiologischer Kriterien und die ambulante Diagnostik bis zur Betreuung eines erkrankten Patienten. 

Präventive Empfehlungen zur Hygiene 

Zudem hat das RKI seine Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von COVID-19-Patienten angepasst, auf die im Flussschema verwiesen wird (siehe unten). Danach richtet sich das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die Tröpfchen und Aerosole freisetzen, wird eine FFP2-Maske empfohlen. 

KBV-Praxisinformation aktualisiert 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihre Praxisinformation „Verdacht auf eine SARS-COV-2-Infektion? So können Sie in der Praxis vorgehen“ aufgrund der aktualisierten RKI-Empfehlungen angepasst und um die Hinweise zur Hygiene ergänzt.

Das Papier bietet auf zwei Seiten einen schnellen Überblick, wie in der Praxis vorzugehen ist, wenn sich ein Patient mit Verdacht auf eine Infektion telefonisch anmeldet. Außerdem werden die Schritte erläutert, die in der Praxis eingehalten werden sollten, wenn der Patient ohne Anmeldung in die Praxis kommt.  

Robert Koch-Institut: Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen der Praxis

  1. Organisatorische Aspekte der Lenkung von Patienten mit respiratorischen Symptomen vor Besuch der Praxis beziehungsweise innerhalb der Praxis berücksichtigen.
  2. Distanzierung von Patienten bei entsprechendem Verdacht (Unterbringung in einem separaten Bereich; Einhalten eines Abstandes von 1 bis 2 Metern, wann immer möglich)
  3. Versorgung des Patienten mit einem Mund-Nasen-Schutz (MNS), sofern es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt.
  4. Personal: Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die eine Freisetzung von Tröpfchen beziehungsweise Aerosolen produzieren, ist ein adäquater Atemschutz (FFP2) erforderlich.
  5. Beobachtung des Gesundheitszustandes des Praxispersonals.

Als Orientierungshilfe zur Diagnostik und weiterführenden Maßnahmen dient das Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen““ des RKI. Die konkrete Umsetzung dieser Empfehlungen soll unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten unter Einbeziehung des Hygienefachpersonals und in Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt erfolgen.

Nein, der Schnelltest ist nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung.

Prinzipiell sollen vor allem Personen getestet werden, die zu Risikogruppen zählen und akute respiratorische Symptome haben. Damit hat das Institut entgegen einiger Medienberichte seine Vorgaben geschärft und zudem deutlich gemacht, dass Menschen ohne Krankheitszeichen grundsätzlich nicht und Menschen mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Vorerkrankungen nur bei ausreichender Testverfügbarkeit getestet werden sollen.

Der Fokus liegt auf den Risikogruppen, bei denen die Gefahr für einen schweren Krankheitsverlauf besonders hoch ist. Dazu zählen Menschen ab einem Alter von 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Sie sollen jetzt vor allem getestet werden. Das Kriterium Risikogebiet entfällt.

Wer mild erkrankt sei und mangels Testkapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand zu anderen halten, stellte RKI-Präsident Prof. Lothar H. Wieler am Mittwochmorgen bei der Vorstellung der Test-Kriterien vor Journalisten klar.

Die neuen RKI-Kriterien für die Testung auf SARS-CoV-2:

  1. akute respiratorische Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person in den vergangenen 14 Tagen
  2. klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie im Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern
  3. klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie ohne Hinweis auf eine andere Ursache
  4. akute respiratorische Symptome bei Risikogruppen (Alter über 60, immunsupprimiert, onkologische Behandlung etc.) oder Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen oder Krankenhäusern
  5. nur bei ausreichender Testverfügbarkeit: akute respiratorische Symptomen ohne Risikofaktoren

Wo ein regionales Konzept steht, informieren wir alle Ärzte über ihren in der Notfalldienst-Software BD-Online hinterlegten Kontaktweg (E-Mail oder Fax). In der Regel informieren die jeweiligen Kreise auf ihrer Homepage über die Abläufe. Unser Praxisservice hat für Sie eine Linkliste zusammengestellt.

Bitte beachten Sie, dass Abstriche nur bei erfüllten Kriterien gemäß RKI-Vorgaben durchgeführt werden. Abstriche zur Beruhigung von Personen ohne begründeten Verdacht können nicht erfolgen.

Die meisten Gesundheitsämter haben Corona-Hotlines eingerichtet.

Kontaktdaten der Gesundheitsämter der Landkreise

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahre)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis)
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

Quelle: SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) des RKI

Menschen mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Vorerkrankungen sollen laut RKI nur bei ausreichender Testverfügbarkeit getestet werden. Das liegt im ärztlichen Ermessen. Dieses Vorgehen hilft dabei, dass die Labore die Proben von akuten Verdachtsfällen zeitnah testen können und nicht überlastet werden. Vorrangig sind Risikopatienten mit akuten respiratorischen Symptomen auf das Coronavirus zu testen. Menschen ohne Krankheitszeichen sollen grundsätzlich nicht getestet werden.  

Zu den Fällen, die weiterhin labordiagnostisch abgeklärt werden, gehören Personen mit akuten respiratorischen Symptomen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten. Das bisherige Kriterium, dass ein Patient in einem Gebiet mit COVID-19-Fällen gewesen sein muss, ist angesichts der immer weiteren Ausbreitung des Erregers entfallen.

Ein Test soll auch durchgeführt werden, wenn es klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie gibt. Außerdem werden jetzt Beschäftigte in Arztpraxen, im Pflegebereich und Krankenhaus besonders berücksichtigt. Dort Tätige müssen bei akuten respiratorischen Symptomen auf das SARS-CoV-2 getestet werden.

(siehe Wann sollte der Arzt den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus bei einem Patienten stellen, und wann ist eine Laboruntersuchung notwendig?).

Im Rahmen der Influenza-Surveillance untersucht das RKI seit dem 24. Februar 2020 Proben von Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen, die von Praxen der Arbeitsgemeinschaft Influenza eingesandt werden, zusätzlich auch auf SARS-CoV-2, um eine Zirkulation von SARS-CoV-2 frühzeitig zu erkennen und zu überwachen.

Grundsätzlich sind Vertragsärzte im Rahmen der Sicherstellung dazu verpflichtet, Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19-Infektion zu untersuchen. Die niedergelassene Ärzteschaft ist hier gefordert, Infektions- und Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Uns ist die außergewöhnliche Belastung, die aktuell auf Sie persönlich und Ihre Praxis zukommt, bewusst. Wir zählen darauf, dass Sie Ihre Patienten in dieser Situation vorbildlich wie gewohnt versorgen.

Falls keine Schutzkleidung gemäß Risikoabwägung zur Verfügung steht und ein begründeter Verdacht vorliegt, sind die Patienten je nach regionalen Gegebenheiten in Fieber-Ambulanzen, Corona-Schwerppunktpraxen oder am Krankenhaus vorzustellen.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Patient ohne Symptome

Weist ein Patient zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Symptome auf und möchte er lediglich aus einer Befürchtung heraus wissen, ob er das Virus in sich trägt, ist das keine GKV-Leistung. Als Arzt können Sie eine solche Testung ablehnen bzw. privat abrechnen, sofern der Patient das möchte.

Patient zeigt Symptome

Wenn ein Patient Symptome zeigt, so gelten die Kriterien zur Verdachtsabklärung laut Flussschema des RKI. In den dort genannten vier Fallkonstellationen („begründeter Verdachtsfall“ oder „Fall unter differenzialdiagnostischer Abklärung“) ist eine Testung des Patienten angezeigt. Wenn eine ambulante Behandlung möglich erscheint (also bei entsprechend milder Ausprägung der Symptome und wenn keine sonstigen Umstände vorliegen, die eine stationäre Behandlung notwendig erscheinen lassen), ist der Vertragsarzt verpflichtet, diese Diagnostik als GKV-Leistung zu erbringen.

Das bevorzugte Untersuchungsmaterial für den Nachweis einer möglichen Infektion mit dem SARS-CoV-2 ist ein Oropharynx- und/oder Nasopharynx-Abstrich, wie bei der Influenza-Diagnostik. Der Abstrich wird mit einem trockenen Stäbchen durchgeführt.

Für eine labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 wurden Nachweissysteme entwickelt. Wir haben eine – allerdings nicht abschließende – Liste mit Laboren in Baden-Württemberg, die die PCR-Tests durchführen, für Sie zusammengestellt, der Sie auch entnehmen können, wie der Versandweg dorthin aussieht.

Ja, denn die Weitergabe dieser Daten erfolgt auf rechtmäßiger Grundlage. Die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bleibt vom Inkrafttreten der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) unberührt. Gemeldet werden müssen und sollen jedoch nur Fälle, die der Falldefinition des Robert Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

Die rechtliche Befugnis ergibt sich aus der zum 1. Februar 2020 in Kraft getretene CoronaVMeldeV des Bundesgesundheitsministeriums. Danach fällt COVID-19 unter die Meldepflicht des § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des IfSG.

Der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus stellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Coronavirus-Meldepflichtverordnung melden. Auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden. Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen einleiten kann (z. B. Isolierung des Patienten, Ermittlung von Kontaktpersonen).

Wenn ein Patient anruft, klären Sie zunächst die entsprechende Symptomatik (respiratorischen Infekt).

Abfrage der Symptome & Risikogruppe:

  • Hat der Patient Husten, Fieber, Kurzatmigkeit?
  • Hatte er in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem COVID19-Kranken?
  • Ist er in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig?
  • Gehört er einer Risikogruppe (Alter, Vorerkrankungen) an?

Gegebenenfalls sollte die Praxis den Patienten bitten, zunächst zu Hause zu bleiben und möglichst keine persönlichen Kontakte zu anderen herzustellen. Die Praxis wendet sich bei einem begründeten Verdachtsfall an das zuständige Gesundheitsamt, das über die weitere Vorgehensweise entscheidet. Ist der Patient jedoch soweit erkrankt, dass er nicht zu Hause bleiben kann, bitte entsprechend den Rettungsdienst/Krankentransport mit dem Hinweis auf den Verdacht der Infektion informieren und den Patienten ins Krankenhaus transportieren lassen. Bitte dieses vorab informieren. In Abhängigkeit der Symptome und nach Absprache mit der Leitstelle wird das zuständige Krankenhaus angefahren.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle – je Behandlungstag – mit der Ziffer 88240 (Pseudo-GOP) zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Letzte Aktualisierung: 08.04.2020