Coronavirus-Testverordnung – TestV

Registrierung zur Abrechnung für Nicht-KV-Mitglieder

Neben den niedergelassenen Ärzten sind noch viele weitere Institutionen in die nationale Teststrategie eingebunden (z. B. Zahnärzte, Apotheker etc.). Die Abrechnung aller Leistungen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) sowie der Sachkosten für die Antigen-Schnelltests (PoC-Tests) erfolgt über die KVen. Hier erfahren Sie, was Sie zur Zahlungsabwicklung wissen müssen, sofern Sie nicht bereits als KVBW-Mitglied (vertragsärztliche Praxis oder Labor) in gewohnter Weise mit uns abrechnen (Informationen für KV-Mitglieder siehe Coronavirus Abrechnung & Honorar »).

Coronavirus-Testverordnung (TestV) gilt weiter

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat seine Coronavirus-Testverordnung bis 30. Juni 2022 verlängert. Damit bleiben die in den §§ 2 bis 4b TestV geregelten Ansprüche weiterhin bestehen und unter anderem Bürgertests wie gewohnt abrechenbar: TestV – Änderung gültig ab 31. März 2022

Allgemeine Vorgaben zur Abrechnung

Details zur Abrechnung von Leistungen nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) entnehmen Sie bitte den „Vorgaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für die Leistungserbringer zur Coronavirus-Testverordnung“ in der jeweils gültigen Fassung:

Wer kann sich zur Abrechnung laut TestV bei der KV registrieren?

Leistungserbringer nach § 6 Abs. 1
⇒ Sachkosten & Leistungen abrechenbar

  • Arztpraxen
    (nur Privatpraxen, Vertragsärzte müssen sich nicht registrieren!)
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD)
    (nur Behörden und Dienststellen der öffentlichen Gesundheitsverwaltung)
  • Ärztliche Auftragnehmer des ÖGD
    (Testzentren mit Auftrag des Gesundheitsamtes unter ärztlicher Leitung)
  • Nicht-ärztliche Auftragnehmer des ÖGD
    (Testzentren mit Auftrag des Gesundheitsamtes ohne ärztliche Leitung)
  • Apotheken
  • Labore
  • Rettungsdienste und Hilfsorganisationen
  • Zahnarztpraxen

Einrichtungen und Unternehmen nach § 6 Abs. 4 i. V. m. § 4 Abs. 2
⇒ Sachkosten abrechenbar, Leistungen nur mit Auftrag des Gesundheitsamtes

  • Krankenhäuser
    (Tests für Personal, behandelte Patienten und Besucher – nicht vor stationärer Aufnahme!)
  • Einrichtungen für ambulantes Operieren & Entbindungseinrichtungen
    (falls ohne vertragsärztliche Zulassung, Vertragsärzte müssen sich nicht registrieren!)
  • Tagesklinik, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen
    (z. B. Mutter-Kind-Kliniken)
  • Dialyseeinrichtungen
    (falls ohne vertragsärztliche Zulassung, Vertragsärzte müssen sich nicht registrieren)
  • Einrichtungen für Ältere, Behinderte, Pflegebedürftige (voll-/teilstationär)
    z. B. Werkstätten für Menschen mit Behinderungen
    (falls kein Vertrag mit der Pflegekasse nach § 72 SGB XI)
  • ambulante Pflegedienste
    (falls kein Vertrag mit der Pflegekasse nach § 72 SGB XI)
  • Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe
    (insbesondere Diätassistenten, Ergotherapeuten, Hebammen, Logopäden, Physiotherapeuten)
  • Hospize bzw. Palliativversorger (SAPV)

Einrichtungen und Unternehmen nach § 6 Abs. 4 i. V. m. § 4 Abs. 2 Nr. 4 und 5
⇒ Sachkosten & Leistungen abrechenbar

  • stationäre und ambulante Dienste der Eingliederungshilfe
    z. B. Ambulant Betreutes Wohnen
  • Obdachlosenunterkünfte
  • Flüchtlingsunterkünfte

Leistungserbringer nach CoronaImpfV § 3 Abs. 1
⇒ Leistungen nach ImpfV abrechenbar

  • Arztpraxis (eine Registrierung ermöglicht Privatpraxen Abrechnung nach ImpfV & TestV)
  • Betriebsarzt (Überbetrieblicher Dienst)
  • Krankenhäuser sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen (nach § 107 SGB V)
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) selbst sowie
  • weitere durch den ÖGD zur Impfung beauftragten Ärzte und öffentliche Einrichtungen wie Justizvollzugsanstalten

Schritt 1: Testkonzept erstellen

Wenn Sie Corona-Tests durchführen und die jeweiligen Voraussetzungen zur Abrechnung nach TestV erfüllen, rechnen Sie Sachkosten für PoC-Antigentests bzw. Antigen-Tests zur Eigenanwendung und gegebenenfalls weitere Leistungen (insbesondere Abstriche) nach der TestV monatlich mit uns ab. Aus den Vorgaben der TestV ergibt sich, was Sie finanziert bekommen.
Nicht-ärztliche Testcenter können im Auftrag des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) Corona-Tests durchführen. Dies betrifft vor allem die Bürgertests nach § 4a TestV (Mehr erfahren »). Wer Tests im Auftrag des ÖGD abrechnen will, muss den Auftrag des örtlichen Gesundheitsamtes mit seiner ÖGD-ID belegen, sofern er nicht zu den in § 6 Abs. 1 Nr. 3 TestV benannten Leistungserbringern gehört.

Schritt 2: Tests beschaffen

Schnelltests bzw. Selbsttests sind über Apotheken, den Großhandel oder direkt vom Hersteller zu beziehen. Welche Antigen-Tests zur professionellen Anwendung bzw. zur Eigenanwendung zugelassen und nach TestV abrechenbar sind, veröffentlicht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM):

Die Rechnung über beschaffte Testkits ist laut TestV bis mindestens Ende 2024 aufzubewahren.

Schritt 3: Personal schulen

Nichtärztlich geführte Einrichtungen oder Unternehmen, die in eigener Verantwortung testen und abrechnen möchten, können ihr Personal durch einen Arzt in der Anwendung und Auswertung der Antigen-Schnelltests schulen lassen.

Einrichtungen unter ärztlicher Leitung benötigen keine Personalschulung. Schritt 3 entfällt.

Schritt 4: Bei der KV registrieren

Die Anmeldung zum Abrechnungsverfahren erfordert eine verbindliche Selbstauskunft zum Anspruch auf Testung im Sinne der TestV. Bitte nutzen Sie dazu unser Online-Formular, mit dem Sie sich für die Abrechnung von Sachkosten und/oder Leistungen bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg registrieren können.

Anleitung zur erfolgreichen Registrierung

TestV Anleitung Registrierung Nicht-KV-Mitglieder

Nachdem Sie Ihre Daten abgeschickt haben, erhalten Sie per E-Mail einen Bestätigungslink. Nach erfolgter Bestätigung erhalten Sie eine zweite E-Mail mit Benutzernamen und Einmalkennwort. Bitte melden Sie sich mit diesen Daten am TestV-Abrechnungsportal für Nicht-KV-Mitglieder an, um Ihre Einrichtung zu registrieren:

Empfohlene Browser: Google Chrome oder Mozilla Firefox

Formular ausdrucken, unterschreiben, einschicken

Abschließend werden Ihre Angaben als PDF-Dokument zusammengefasst. Dort finden Sie auch Ihre Registrierungsnummer. Bitte ausdrucken, unterschreiben und an die KVBW senden (Kopie aufbewahren).

Hinweis zur Eingangsbestätigung: Der Text in der Online-Anwendung signalisiert, ob Ihre Registrierung bei uns eingegangen und die Auszahlung möglich ist. Sie erhalten keine schriftliche Rückmeldung von uns.

Sie haben Ihre Registrierungsdaten geändert?

Bitte beachten Sie: Wir können Ihre Abrechnung erst bearbeiten, wenn uns Ihr aktuelles Registrierungsformular mit Ihren geänderten Daten unterschrieben vorliegt. Bitte senden Sie Ihren unterschriebenen Ausdruck an: registrierung.testv@kvbawue.de 

Wenn Sie Ihre Daten ausschließlich im Abrechnungsportal geändert haben, reicht dies für eine Abrechnung und Auszahlung nicht aus.

Vertragsärzte benötigen keine Registrierung und rechnen Leistungen und Beschaffungskosten für PoC-Antigentests laut TestV wie üblich über GOPs ab mehr erfahren »

Schritt 5: Abrechnung einreichen

Nachdem Sie Coronatests nach TestV durchgeführt haben, können Sie Kosten für Testkits und ggf. Leistungen in unserem digitalen Erfassungsformular eintragen (Anleitung). Die Abrechnung ist bis zu drei Monate im Nachhinein möglich. Ihre Sachkosten und Leistungen von September 2021 können Sie beispielsweise bis zum 31. Dezember 2021 abrechnen.

Steuernummer eingeben: Angabe ist verpflichtend

Nach der Anmeldung im Abrechnungsportal werden Sie einmalig aufgefordert, Ihre Steuerinformationen (Steuernummer etc.) einzugeben (§ 14 Mitteilungsverordnung). Bitte beachten Sie: Wir behalten uns vor, bis zur vollständigen Angabe aller Daten Zahlungen zurückzuhalten.

Hinweis für Personengesellschaften: Ihre bundeseinheitliche 13-stellige ELSTER-Steuernummer können Sie per Steuernummer-Umrechner aus Ihrer landesspezifischen Steuernummer (10- oder 11-stellig) berechnen.

Empfohlene Browser: Google Chrome oder Mozilla Firefox

Schritt 6: Auszahlung

Wir exportieren die eingegangenen Abrechnungsdaten jeweils zum 3. eines Monats und zahlen, nachdem uns das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) die Finanzmittel zur Verfügung gestellt hat. In der Regel können Sie um den 20. des Monats mit dem Geldeingang rechnen (für Tests, die Sie vor dem 3. abgerechnet haben). Die Honorarmitteilung finden Sie zeitnah im Abrechnungsportal unter „Auszahlung“.

Wichtig bei Tests nach § 4a Bürgertestung

  • Sie dürfen nur Sachkosten für PoC-Antigen-Testkits abrechnen, die Sie im jeweiligen Monat tatsächlich verbraucht haben. Keine Abrechnung im Voraus!
  • Für die Monate ab Februar 2022 gilt eine Pauschale von 3,50 Euro je Testkit.
  • Unterlagen und personenbezogene Nachweise für die Kontrolle der korrekten Leistungserbringung und Abrechnung müssen Sie bis Ende 2024 aufbewahren.
  • Keine Beauftragungen mehr durch die Allgemeinverfügung Bürgertestung. Es ist eine Einzelbeauftragung durch das örtliche Gesundheitsamt erforderlich, um eine Teststelle zu betreiben. Ausnahme: Neben Arztpraxen sind Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore und Rettungsdienste bzw. Hilfsorganisationen Leistungserbringer nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 TestV. Diese Leistungserbringer können allein auf Grundlage der TestV Bürgertests anbieten. Die standortbezogene Nummer, die das Gesundheitsamt jeder Teststelle zuteilt (ÖGD-ID), ist grundsätzlich bei der Abrechnung anzugeben.
  • Sie sind verpflichtet, dem örtlichen Gesundheitsamt einmal im Monat die Zahl der von Ihnen erbrachten Bürgertests am jeweiligen Standort sowie die Zahl der positiven Testergebnisse zu melden.

Umsatzsteuerpflicht für die Vergütung im Rahmen der Corona-Testverordnung?

Bitte haben Sie Verständnis, dass die KVBW keine Steuerberatung durchführen darf und wenden Sie sich mit Ihren Fragen hierzu an einen Steuerberater. Leistungen und Sach­kosten werden auf Basis der Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundes­ministeriums für Gesundheit mit dem jeweils aktuellen Stand vergütet.

Letzte Aktualisierung: 20.05.2022