Quarantäne & AU-Bescheinigung

Krankschreibung per Telefon und bei häuslicher Isolation

Derzeit ist es bei Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen möglich, eine Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (AU) telefonisch zu bekommen. Diese Ausnahmeregelung gilt inzwischen auch für Patienten mit leichter Symptomatik, bei denen ein Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion besteht.

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 wird Betroffenen häufig empfohlen, zu Hause zu bleiben. Mit oder ohne Symptome? Diese Frage entscheidet darüber, ob der Patient einen AU-Schein bekommt.

Korrekt krankschreiben – was Sie jetzt wissen müssen

AU-Bescheinigung per Telefon

Sonderregelung zur AU-Bescheinigung

Die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit per Telefon für maximal vierzehn Tage ist bei einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege möglich. Die telefonische AU-Bescheinigung ist jetzt auch möglich, wenn bei leichter Symptomatik der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht.

Hinweise zur Abrechnung

Das Ausstellen der AU-Bescheinigung (Muster 1) ist Teil der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale. Dies gilt auch, wenn sie telefonisch ausgestellt wird.

Patient war in diesem Quartal noch nicht in der Praxis oder Videosprechstunde?

  • GOP 01435 für die telefonische Beratung des Patienten

Porto für den Postversand des „gelben Scheins“

  • GOP 40122 für den Kompaktbrief

Die Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21).

eGK-Daten bei Kontakt nur per Telefon oder Video

  • Patient ist der Praxis bekannt, war im Quartal noch nicht da: Versichertendaten aus der Patientenakte übernehmen.
  • Patient war noch nie in der Praxis: Versichertendaten erfragen bzw. den Patienten auffordern, seine eGK in die Kamera zu halten und den Versicherungsschutz mündlich zu bestätigen. Zu erfassen sind:
    • Name, Vorname / Wohnort (PLZ) / Geburtsdatum / Krankenkasse / Versichertenstatus (M, F, R)

  • KBV-Praxisinfo Coronavirus: In welchen Fällen das Einlesen der eGK entfallen kann

AU-Bescheinigung bei Quarantäne

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus wird Betroffenen häufig empfohlen, zu Hause zu bleiben. Die Gesundheitsämter ordnen mitunter eine Quarantäne an. Auch Arbeitgeber schicken zunehmend Mitarbeiter nach Hause, die unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person hatten.

Keine Krankschreibung ohne Krankheit

Nur, wenn der Betroffene tatsächlich krank ist, stellt der Arzt eine AU-Bescheinigung aus. Bei Arbeitsunfähigkeit ist trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung erforderlich. Grundsätzlich gilt:

Patient zeigt Symptome (z. B. Husten, Fieber) AU-Bescheinigung
Patient zeigt keine Symptome  keine AU-Bescheinigung

Praxismitarbeiter unter Quarantäne – wie Sie Entschädigung bekommen

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Dauer und Art des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person in verschiedene Kategorien ein und hat Empfehlungen veröffentlicht, wie medizinisches Personal bei einer SARS-CoV-2-Exposition vorgehen soll.

Zwei neue Infografiken des RKI machen das Vorgehen anschaulich.

Ja. Da das Virus leicht übertragbar ist, hat das Robert Koch-Institut (RKI) einen Flyer mit Handlungsempfehlungen für Patienten und Angehörige zur häuslichen Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung entwickelt.

In einem weiteren Flyer gibt das RKI Hinweise für nicht erkrankte Kontaktpersonen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne befinden.

Um sowohl den Infektionsschutz durch einen adäquaten Umgang mit Kontaktpersonen weiterhin zu gewährleisten als auch die medizinische Versorgung bei einem möglichen Personalmangel zu sichern, hat das RKI Handlungsoptionen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel eröffnet. Entsprechend der RKI-Information ergeben sich für den Arzt zwei Fallkonstellationen:

Gehört er der Kategorie Ia an (Medizinisches Personal mit hohem Expositionsrisiko, z. B. ungeschützte relevante Exposition zu Sekreten, Exposition gegenüber Aerosolen von COVID-19-Fällen (z. B. im Rahmen von Bronchoskopie), dann soll er wie folgt vorgehen:

  • 7 Tage nach Exposition in Quarantäne
  • bei Symptomfreiheit: Arbeiten nur mit MNS (Mund Nasenschutz) bis 14 Tage nach Exposition
  • Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • beim Auftreten von Symptomen umgehende Testung auf SARS-CoV-2

Gehört er der Kategorie Ib an (Medizinisches Personal mit begrenztem Expositionsrisiko, z. B. medizinisches Personal mit Kontakt unter 2 m zu Covid-19-Fällen ohne Schutzausrüstung, ≥15 Min face-to-face Kontakt,ohne Exposition wie unter Ia beschrieben), dann kann er ohne Quarantäne wie folgt weiter arbeiten:

  • bei Symptomfreiheit: Arbeiten nur mit MNS (Mund Nasenschutz) bis 14 Tage nach Exposition
  • Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • beim Auftreten von Symptomen umgehende Testung auf SARS-CoV-2

Wir empfehlen, das Vorgehen mit Ihrem örtlichen Gesundheitsamt abzustimmen.

Bei Symptomen direkt zum Test

  • Medizinpersonal mit Krankheitssymptomen muss umgehend getestet werden!
  • Positiv getestetes medizinisches Personal darf erst bei Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden und zwei negativen SARS-CoV-2-Tests im Abstand von 24 Stunden wieder Nicht-COVID-19-Patienten versorgen.

Ein Anspruch besteht zwar nicht, aber nach „Anlegung strenger Maßstäbe“ kann im Ausnahmefall eine Familie einen Platz für die Notbetreuung erhalten, auch wenn nicht beide Erziehungsberechtigte in einem „systemrelevanten Bereich“ arbeiten. Die Entscheidung hierüber trifft die Gemeinde.

Nein. Menschen ohne Krankheitszeichen stellt der Arzt keine AU-Bescheinigung aus. 

Auch wenn die Sorge bei Risikogruppen berechtigt sein mag, ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht der richtige und zulässige Weg, wenn der Krankheitswert, der zur Arbeitsunfähigkeit führt, fehlt.

Der Arbeitgeber kann und muss mit seinem Arbeitnehmer aufgrund seiner Fürsorgepflicht abstimmen, wie er mit diesem Risiko umgeht. In Frage kommen (unbezahlte/bezahlte) Freistellung, Urlaubs- oder Gleitzeitabbau. Ein berufliches Tätigkeitsverbot kann nur das Gesundheitsamt aussprechen. Dieses kommt jedoch erst bei Verdacht oder Infektion in Betracht. Unbenommen hiervon ist das Beschäftigungsverbot aufgrund ärztlichen Attests nach Mutterschutzgesetz.

In der aktuellen Situation ist das aus Sicherstellungsgründen möglich, allerdings nur, sofern der Vertragsarzt bzw. Vertragspsychotherapeut aus infektionsschutzrechtlichen Gründen unter behördlich angeordneter Quarantäne steht.

Üblicherweise sind ärztliche und psychotherapeutische Leistungen am Vertragsarztsitz zu erbringen. Sie dürfen nicht in den Privaträumlichkeiten angeboten werden.

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Arztpraxen können derzeit die Kurzarbeit unter den erleichterten Voraussetzungen beantragen. Die Entscheidung über einen Antrag auf Kurzarbeit obliegt der jeweils zuständigen Agentur für Arbeit. 

Was ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld soll den Verdienstausfall von Mitarbeitern zumindest teilweise ausgleichen, der durch eine vorübergehende Verringerung der Arbeitszeit aufgrund fehlender Beschäftigung entsteht. 

Wie hoch ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld bezieht sich auf die Differenz zwischen dem Bruttoarbeitsentgelt, das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall in dem Anspruchszeitraum erzielt hätte und dem Bruttoarbeitsentgelt, das er tatsächlich erzielt hat. Es beträgt 67 Prozent, wenn der Arbeitnehmer oder sein Ehegatte / Lebenspartner ein Kind hat, ansonsten 60 Prozent.

Wann kann Kurzarbeit angeordnet werden?

Kurzarbeit kann nicht einfach vom Arbeitgeber angeordnet werden. Sie muss entweder im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag vorgesehen sein, was aber wohl bei den meisten Arbeitsverträgen in Arztpraxen nicht der Fall sein wird. Ansonsten ist Kurzarbeit nur im Einvernehmen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber möglich. Vorrangig muss Arbeitszeitguthaben und Urlaub abgebaut werden: Eine Mindestbetriebsgröße gibt es nicht, Kurzarbeit ist also auch bei einem Mitarbeiter möglich

Wie wird Kurzarbeitergeld beantragt?

Kurzarbeitergeld muss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Dabei muss es muss dargelegt werden, dass mehr als ein Drittel der Beschäftigten jeweils mehr als zehn Prozent ihres Bruttoeinkommens durch den Arbeitsausfall verlieren. Hier ist seitens der Bundesregierung eine Änderung angekündigt, nach der nur noch bei zehn Prozent der Beschäftigten einen Verdienstausfall vorliegen muss. Die Bundesagentur für Arbeit hat das bereits veröffentlicht, es ist aber noch nicht gesetzlich verankert. Wir würden das anpassen. Sobald die Regelung vorliegt

Wie ist der Geldfluss?

Die Arbeitsagentur bezahlt das Kurzarbeitergeld an den Arbeitgeber, der das dann an den Arbeitnehmer weiterleitet. 

Externe Links

Unten finden Sie eine Mustervorlage für einen Passierschein für eine etwaige Ausgangssperre, mit dem Sie Ihren Mitarbeiterinnen bestätigen können, dass sie in einer Arztpraxis angestellt sind und zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung ihren Arbeitsplatz erreichen müssen.

Dokumente zum Download

Zum Versorgungsauftrag gehört, bei eigener Abwesenheit die Patientenversorgung zu regeln. Es gelten die Vorgaben der Zulassungsverordnung (Ärzte-ZV) und der Vertreterrichtlinie der KV Baden-Württemberg.

Eine Vertretung ist grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Vertretungsgründe möglich. Wird Ihre Praxis vorübergehend geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis oder das Krankenhaus genügt nicht. Den Patienten ist ein konkreter Vertreter zu benennen (oder mehrere). Stimmen Sie bitte die kollegiale Vertretung mit den benannten Praxen ab und denken Sie daran, Ihre Abwesenheit der KV zu melden (ab dem achten Kalendertag). Bitte vermerken Sie auf der Abwesenheits- / Vertretermeldung „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Nein. Bei gesunden Kindern ist ein Bezug von Krankengeld nicht vorgesehen und von den geltenden Regelungen nicht gedeckt.

Es gibt kein anderes Vorgehen, als wenn die Praxis aus anderen Gründen geschlossen wird, beispielsweise wegen Urlaub. Das bedeutet, dass Sie einen Vertreter organisieren und der KV melden müssen. 

Wird die Praxis geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis oder das Krankenhaus genügt nicht. Benennen Sie den Patienten einen oder mehrere konkrete Vertreter durch einen entsprechenden Aushang an der Praxis und einen Hinweis auf dem Anrufbeantworter. Stimmen Sie die kollegiale Vertretung unbedingt mit den benannten Praxen ab.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Bitte vermerken Sie auf der Abwesenheits- / Vertretermeldung „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Bei positiver Testung innerhalb des Praxisteams verfügt das Gesundheitsamt eine Quarantäneanordnung. Die Quarantäneanordnung bezieht sich auf einen einzelnen Arzt oder einen einzelnen nichtärztlichen Mitarbeiter, nicht pauschal auf das gesamte Praxisteam (alle Ärzte und alle nichtärztlichen Mitarbeiter in der Praxis). Das bedeutet somit für eine Praxis, insbesondere mit mehreren Ärzten und mehreren nichtärztlichen Mitarbeitern, dass diese Praxis auch faktisch nicht geschlossen werden muss, sondern weitergeführt werden kann.

Entschädigungsanspruch bei Anordnung durch das Gesundheitsamt

Wird die ärztliche Tätigkeit aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt oder Quarantäne angeordnet, besteht grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung (Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz). Dies gilt für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer. Voraussetzung für Entschädigungsansprüche ist das Verbot der Erwerbstätigkeit aus infektionsschutzrechtlichen Gründen oder die Anordnung von Quarantäne.

Bei Patienten, die bereits in der Praxis in Behandlung sind, können die Daten aus dem System gezogen werden. Bei Neupatienten müssen telefonisch die folgenden Daten abgefragt werden:

  • Krankenkasse
  • Name, Vorname
  • Geburtsdatum
  • Versichertenart
  • Postleitzahl und Wohnort.

Ja. Alle Regelungen, die für eine telefonisch ausgestellte AU-Bescheinigung gelten, gelten auch für die „Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“ (Muster 21). Voraussetzung für die telefonische Ausstellung ist auch hier, dass es sich nur um leichte Atemwegserkrankungen handelt. Inzwischen ist eine telefonische Ausstellung von Muster 21 auch möglich, wenn beim Kind bei leichter Symptomatik ein Verdacht auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus besteht.

Ab sofort kann für Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege im telefonischen Kontakt eine Arbeitsunfähigkeits­bescheinigung (AU) bis maximal vierzehn Tage ausgestellt werden. Inzwischen gilt die Regelung auch für Patienten mit leichter Symptomatik, bei denen ein Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 besteht. Diese Vereinbarung gilt bis zum 23 Juni 2020.

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Für das telefonische ärztliche Beratungsgespräch mit dem Patienten kann die GOP 01435 abgerechnet werden, wenn im Arztfall noch keine Versicherten- / Grundpauschale in diesem Quartal abgerechnet wurde. Das Porto für den AU-Versand wird über die GOP 40122 abgerechnet. 

Das Einlesen der Versichertenkarte ist in diesen Fällen nicht erforderlich. Die Abrechnung erfolgt auf einem selbst im Praxisverwaltungsprogramm (PVS) angelegten Abrechnungsschein (Originalschein).

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Hier ist zu unterscheiden:

Ist ein Mitarbeiter tatsächlich erkrankt und kann er deshalb nicht arbeiten, muss ihm der Arbeitgeber nach den Regeln des Entgeltfortzahlungsgesetzes bis zu sechs Wochen lang sein normales Gehalt weiterbezahlen.

Haben die Behörden hingegen ein Tätigkeitsverbot oder Quarantäne angeordnet, zahlt der Praxischef zunächst die Gehälter weiter. In diesem Fall kann er sich das Geld jedoch nach § 56 Infektionsschutzgesetz von der Behörde zurückholen, die die Quarantäne angeordnet hat. Um seine Rechte geltend zu machen, hat der Arbeitgeber maximal drei Monate Zeit. Die Frist läuft ab dem ersten Tag der Quarantäne.

Etwas komplizierter ist die Rechtslage für den Verdienstausfall des Praxisinhabers selbst: Auch er hat zwar einen Entschädigungsanspruch auf Basis des Infektionsschutzgesetzes. Und auch hier gilt eine Frist von drei Monaten, gerechnet ab dem Beginn der Quarantäne. Die Entschädigung bemisst sich nach den letzten Jahreseinnahmen laut Steuerbescheid.

Coronavirus – Entschädigung bei Praxisausfall

Ärzte haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird. Was Sie dazu wissen müssen, hat die KBV in einer Praxisinformation zusammengefasst.

Nein. In diesem Fall ist keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen. Für das Ausstellen einer AU-Bescheinigung muss zwingend eine Krankheit vorliegen.

Erkrankte Mitarbeitende sollten unbedingt der Arbeit fernbleiben und haben aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung. Bleibt jemand aus Angst vor Ansteckung zuhause, ohne dass dies behördlich angeordnet oder mangels arbeitgeberseitiger Schutzmaßnahmen gerechtfertigt ist, so besteht für diese Zeit mangels Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf Lohn.

Rücksprache mit dem Gesundheitsamt

Der Patient, der noch keine Symptome hat, kann sich beim Gesundheitsamt melden und schildern, warum er der Ansicht ist, dass er besser nicht zur Arbeit gehen sollte. Das Gesundheitsamt gibt dann gegebenenfalls die Empfehlung, prophylaktisch vom Arbeitsplatz fernzubleiben.

Diese mündliche Empfehlung hat keinerlei rechtsverbindlichen oder anordnenden Charakter. Das Gesundheitsamt stellt in diesem Fall keine Bescheinigung aus. Der Arbeitgeber des betreffenden Patienten, der von dieser Empfehlung des Gesundheitsamtes erfährt, kann dann entscheiden, den Patienten freizustellen. Er zahlt dann das übliche Arbeitsentgelt weiter. Ein Entschädigungs­anspruch nach dem Bundes­infektionsschutz­gesetz besteht in diesem Fall nicht.

Hiervon ist die Situation zu unterscheiden, die zurzeit deutlich seltener vorkommt: Wenn das zuständige Gesundheitsamt bei entsprechend konkreten Verdachtsfällen ein sogenanntes Tätigkeitsverbot ausspricht (§ 31 Infektionsschutzgesetz), stellt das einen Verwaltungsakt dar, der wiederum bezüglich des Verdienstausfalls Entschädigungsansprüche auslöst (§ 56 Infektionsschutzgesetz).

Nein. Genau wie bei Läusen in der Kita oder wenn die Erzieherinnen streiken – Eltern müssen sich auch bei einer „Corona-Kita-Schließung“ um eine alternative Betreuung für ihre Kinder kümmern. Wenn das nicht klappt, müssen sie Urlaub beantragen.

Ja. Sowohl bei der Quarantäne einer Einzelperson als auch bei der Abriegelung einer ganzen Gemeinde wird der Lohn weiterhin gewährt. Das Infektionsschutzgesetz (§ 56) sorgt in Deutschland dafür, dass für sechs Wochen nach Beginn des Verdienstausfalls das Entgelt weitergezahlt wird. Bei Arbeitnehmern hat der Arbeit-geber die Entschädigung für die zuständige Behörde auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Wenn die Quarantäne nach den sechs Wochen noch andauert, wird Krankengeld gezahlt.

In diesem Fall ist es die freiwillige Entscheidung des Arbeitgebers. Damit der Arbeitnehmer keine Nachteile erleidet, ist der Arbeitgeber verpflichtet, weiterhin den Lohn zu zahlen.

Selbst wenn die Schließung nicht freiwillig erfolgt, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Lohn weiterzuzahlen.

Letzte Aktualisierung: 07.04.2020