Meldepflicht & Gesundheitsamt

Für Ärzte gilt eine Meldepflicht zu COVID-19 bzw. SARS-CoV-2, die seit Mai im Infektionsschutzgesetz verankert ist. Der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus stellt, muss dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben unverzüglich melden. Auch das Labor, das das Coronavirus bei einem Menschen nachweist oder ausschließt, ist zur Meldung verpflichtet. 

Zusammenspiel ÖGD & Vertragsarztpraxen

Die Zuständigkeiten sind klar geregelt: Für alle Patienten, die Symptome entwickeln, sind die niedergelassenen Ärzte ohnehin zuständig. Mit einer Kassenzulassung ist ein Versorgungs­auftrag verbunden. Darüber hinaus sind Vertragsärzte aufgerufen, sich an der nationalen Teststrategie SARS-CoV-2 zu den Coronatests für asymptomatische Personen zu beteiligen und damit den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) auf freiwilliger Basis in seiner Arbeit zu unterstützen.

Meldepflicht ans Gesundheitsamt

Ärzte müssen alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 namentlich und unverzüglich dem örtlichen Gesundheitsamt melden (Meldebögen). Verdachtsfälle sind abzuklären.

Pflichtangaben bei der Meldung laut RKI

Wann besteht Meldepflicht?

Der Verdacht auf COVID-19 ist begründet und damit meldepflichtig, wenn bei Personen mindestens eine der beiden folgenden Konstellationen vorliegt:

  • Personen mit jeglichen mit COVID-19 vereinbaren Symptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19
  • Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflege- oder Altenheim, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, auch ohne Vorliegen eines Erregernachweises.

Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen, sodass das Gesundheitsamt die notwendigen Maßnahmen einleiten kann (z. B. Isolierung des Patienten, Ermittlung von Kontaktpersonen). Zu melden ist auch, wenn ein Verdacht ausgeschlossen werden konnte. 

Kontaktdaten der Gesundheitsämter der Landkreise

Positiver Schnelltest ist meldepflichtig

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind – derzeit auch bei Antigen-POC-Tests – namentlich an das Gesundheitsamt zu melden.

Neue Meldepflichten seit Mai laut Bevölkerungsschutzgesetz

Verdachtsfall nicht bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine Meldung an das Gesundheitsamt muss dann erfolgen, wenn sich ein vorab gemeldeter Verdachtsfall durch ein negatives Testergebnis nicht bestätigt hat.

Serostatus – namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Auch der Serostatus eines Patienten ist neuerdings Teil der namentlichen Meldung in Verbindung mit dem Verdacht, der Erkrankung oder dem Tod an COVID-19.

Liegen die Ergebnisse eines Antikörpertests vor, meldet der behandelnde Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Genesung

Ist der Patient nach einer COVID-19-Erkankung genesen, meldet der feststellende Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Das Gesundheitsamt hat keinen Versorgungsauftrag

Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner seiner Patienten und koordiniert die Versorgung – wie bei allen anderen Erkrankungen auch bei Corona (COVID-19). Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhaus­ambulanzen, Notfallpraxen, Abstrich­stellen und Gesundheits­ämter! Falls Sie sich nicht in der Lage sehen, COVID-19-Verdachtsfälle zu behandeln z. B. weil Sie selbst einer Risikogruppe angehören, vermitteln Sie bitte Ihre Patienten in eine unsere Corona-Anlaufstellen: http://coronakarte.kvbawue.de/.

Letzte Aktualisierung: 03.11.2020