Meldepflicht & Gesundheitsamt

Für Ärzte gilt eine Meldepflicht für das neue Coronavirus 2019-nCoV. Der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus stellt, muss dies namentlich und unverzüglich dem Gesundheitsamt gemäß Coronavirus-Meldepflicht­verordnung melden. Auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist oder ausschließt, ist zur Meldung verpflichtet. 

Die Zuständigkeiten sind klar geregelt: Die Gesundheitsämter sind für die Kontakt­personen von bestätigten Fällen zuständig. Für alle, die Symptome entwickeln, sind die niedergelassenen Ärzte zuständig. Mit einer Kassenzulassung ist ein Versorgungs­auftrag verbunden.

Corona-Tests bei asymptomatischen Personen

Um besonders gefährdete Menschen besser zu schützen, zahlt das Land Baden-Württemberg Tests auf SARS-CoV-2 in Krankenhäusern, Altenhilfeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünften und bei medizinischem Personal und Pflegekräften für Menschen, die keine Symptome zeigen, wenn das Gesundheitsamt solche Tests befürwortet mehr erfahren ».

Meldepflicht ans Gesundheitsamt

Ärzte müssen alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 namentlich und unverzüglich dem örtlichen Gesundheitsamt melden (Meldebögen). Verdachtsfälle sind abzuklären.

Wann besteht Meldepflicht?

Der Verdacht auf COVID-19 ist begründet und demait meldepflichtig, wenn bei Personen mindestens eine der beiden folgenden Konstellationen vorliegt:

  • Personen mit jeglichen mit COVID-19 vereinbaren Symptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19
  • Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflege- oder Altenheim, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, auch ohne Vorliegen eines Erregernachweises.

Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen, sodass das Gesundheitsamt die notwendigen Maßnahmen einleiten kann (z. B. Isolierung des Patienten, Ermittlung von Kontaktpersonen). Zu melden ist auch, wenn ein Verdacht ausgeschlossen werden konnte. 

Kontaktdaten der Gesundheitsämter der Landkreise

Pflichtangaben bei der Meldung laut RKI

Neue Meldepflichten laut Bevölkerungsschutzgesetz

Verdachtsfall nicht bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine Meldung an das Gesundheitsamt muss dann erfolgen, wenn sich ein vorab gemeldeter Verdachtsfall durch ein negatives Testergebnis nicht bestätigt hat.

Serostatus – namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Auch der Serostatus eines Patienten ist neuerdings Teil der namentlichen Meldung in Verbindung mit dem Verdacht, der Erkrankung oder dem Tod an COVID-19.

Liegen die Ergebnisse eines Antikörpertests vor, meldet der behandelnde Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Genesung

Ist der Patient nach einer COVID-19-Erkankung genesen, meldet der feststellende Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Das Gesundheitsamt hat keinen Versorgungsauftrag

Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner seiner Patienten und koordiniert die Versorgung – wie bei allen anderen Erkrankungen auch bei Corona (COVID-19). Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter! Stimmen Sie bitte bei begründetem Verdacht unverzüglich mit Ihrem Gesundheitsamt das weitere Prozedere ab.

Letzte Aktualisierung: 20.07.2020