Corona-Impfung

Was Vertragspraxen in Baden-Württemberg wissen sollten

Neben dem Impfstoff von BioNTech können Vertragsärzte derzeit die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson und neuerdings auch Moderna bestellen. Hier finden Sie Informationen zur Aufbereitung der Impfstoffe, Bestellprozess, Praxis­organisation sowie zu Impf­abrechnung und Dokumentation. Die Rahmenbedingungen gibt die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) des Bundes vor.

COVID-Auffrischungsimpfung ab September

Ab 1. September 2021 können bestimmte vulnerable Gruppen eine Auffrischungsimpfung („Drittimpfung“) bekommen. Mehr erfahren »

Impfstoffe – Handhabung

BioNTech
Moderna
AstraZeneca
Janssen

Bestellfrist immer dienstags um 12 Uhr

Jeder Arzt bestellt wöchentlich bei seiner Apotheke den Impfstoff für seine Corona-Impfungen in der übernächsten Woche bis spätestens Dienstag, 12 Uhr mit Muster 16 (Rezeptformular) – also immer zwei Wochen im Voraus. Die Bestel­lung von Impfstoff für Erst-, Zweit- und Drittimpfungen erfolgt auf einem einzigen Rezept.

Hinweis: Seit der Bestellung vom 21. September 2021 können Arztpraxen den Impfstoff Spikevax® von Moderna bestellen. Spritzen und Kanülen für COVID-19-Impfungen werden entgegen der bisherigen Ankündigung des Bundesministeriums für Gesundheit bis ca. Ende Oktober mit dem Impfstoff an die Praxen ausgeliefert.

Digitales COVID-19-Impfzertifikat

Was Sie wissen müssen, um die QR-Codes auszustellen. Mehr erfahren »

Anamnese & Einwilligung, Impfbescheinigung

Beim Robert Koch-Institut (RKI) sind Aufklärungsmerkblätter sowie Anamnese- und Einwilligungsbögen abrufbar. Jede Aktualisierung der STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung bringt in der Regel auch aktualisierte Aufklärungsunterlagen mit sich. Bitte nutzen Sie jeweils die aktuelle Version. Personen ohne Impfausweis erhalten eine Ersatzbescheinigung. Die Bundesregierung stellt dafür ein Formular bereit.

Fachinformationen zur COVID-19-Impfung

In Deutschland überwacht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Sicherheit von Impfstoffen und bewertet Verdachtsfälle von Nebenwirkungen. Medizinische Fachkreise finden dort fundierte Informationen zu Zulassung, Wirksamkeit, Handhabung und Risiken: Fachinformation COVID-19-Impfstoffe.

Sicherheitsbewertung AstraZeneca & Johnson & Johnson – Aktuelle Hinweise

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht für die Ärzteschaft je ein Faktenblatt zu mRNA- und eines zu Vektor-Impfstoffen: RKI: Faktenblätter Impfen. Beim RKI findet sich auch die aktuelle STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung. Fragen und Antworten zu medizinischen Aspekten der COVID-19-Impfung hat das RKI ebenfalls zusammengetragen: FAQ Corona-Impfung

Abrechnung

Ja. Schwangere haben bis zum Ende des zweiten Trimesters Anspruch auf eine kostenlose Testung nach § 4a TestV.
Übergangsweise haben darüber hinaus alle Schwangeren bis 31. Dezember 2021 sowie Stillende bis einschließlich zum 17. Dezember 2021 einen Anspruch auf kostenlose Testung.

Die generelle Impfempfehlung durch die STIKO für Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel bzw. Stillende erfolgte erst am 17. September 2021. Bis zu dieser Empfehlung bestand eine medizinische Kontraindikation im Sinne des neuen Corona-Testverordnung. Die in der TestV Vorschrift verankerte Übergangsfrist von drei Monaten beginnt damit erst am 18. September 2021 zu laufen.

Da Schwangere im ersten Trimenon nach der aktuellen STIKO-Empfehlung weiterhin nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft werden können, besteht auch über den 31. Dezember 2021 hinaus ein Testanspruch für Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel und drei Monate darüber hinaus.

Die Anspruchsberechtigung kann durch den Mutterpass belegt werden. Bei vormals Schwangeren bzw. Stillenden muss sich aus dem Mutterpass ergeben, dass die Entbindung nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.

Nein. Da die Corona-Schutzimpfung derzeit abschließend in der Coronavirus-Impfverordnung geregelt ist, können kurative Laboruntersuchungen nicht in diesem Zusammenhang veranlasst oder erbracht werden.

Die Testverordnung sieht keinen Anspruch auf eine konzeptionell ausgerichtete Schnelltestung vor der Impfung vor. Zudem gibt es derzeit keine Anhaltspunkte auf eine negative Beeinflussung des Verlaufs einer COVID-19-Infektion durch die aktuellen Impfstoffe.

Nach Angaben des RKI geben bisherige Studienergebnisse keine Hinweise darauf, dass die Impfung nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion problematisch bzw. mit Gefahren verbunden wäre, das gilt für Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfung. Vor diesem Hintergrund besteht nach dessen Aussage (RKI/Fragen zur COVID-19-Impfempfehlung (Stand: 18. August 2021) auch keine Notwendigkeit, vor einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten, asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen. Zum anderen gilt auch hierbei, den organisatorischen Ablauf möglichst effizient auf das Impfgeschehen auszurichten.

Für das Impfzertifikat bei der Auffrischungsimpfung bzw. Drittimpfung nutzen Sie dieselben Gebührenordnungspositionen für die Ausstellung des Impfzertifikates wie bei der Erstimpfung:

  • GOP 88351 (Impfzertifikat automatisiert erstellt per Praxissoftware) oder
  • GOP 88350 (Impfzertifikat manuell erstellt per RKI-Impfzertifikatsservice) oder
  • GOP 88352 (Impfzertifikat nachträglich erstellt für andernorts geimpfte Personen).

Zentrales Element ist ein QR-Code mit elektronischer Signatur, der in die Corona-Warn-App (CWA) oder die CovPass-App eingelesen werden kann als Nachweis dafür, dass eine Person geimpft, getestet oder genesen ist (3-G-Regel). § 22 Infektionsschutzgesetz (IfSG) definiert den Anspruch der Patienten auf ein solches digitales Zertifikat.

Arztpraxen sind berechtigt, die Zertifikate auszustellen, wenn jemand entweder

  • gegen COVID-19 geimpft wurde (Impfzertifikat),
  • von Corona genesen ist (Genesenenzertifikat) oder
  • negativ auf Corona getestet wurde (Testzertifikat).
AbrechnungTechn. ErstellungAnmerkungen
Zertifikat Impfung

Selbst Geimpfte:
GOP 88351 (PVS)
1 x Erst- & 1 x Zweitimpfung & 1 x Auffrischimpfung

GOP 88350 (RKI-System)
1 x Erst- & 1 x Zweitimpfung & 1 x Auffrischimpfung

Andernorts Geimpfte:
GOP 88352 

Mehr zur Vergütung:
Ausstellen eines digitalen COVID-19-Impfzertifikats:
www.kvbawue.de/pdf3976

TI-Anschluss erforderlich!

RKI-Impf­zertifikats­­service Techniktipps zum Zugang:
www.kvbawue.de/pdf4002

Zertifikat Genesung

GOP 88371 (PVS)
GOP 88370 (RKI-System)

Mehr zur Vergütung:
Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!:
www.kvbawue.de/pdf3607

TI-Anschluss erforderlich!

Voraussetzung ist ein positiver PCR-Test, der maximal 6 Monate alt sein darf und mindestens 28 Tage zurückliegen muss.
Zertifikat negativer Test

Leistungsbestandteil der Abstriche nach TestV
GOP 88310(B)
GOP 99531

Mehr zur Vergütung:
Abrechnung Corona-Testung asymptomatische Personen:
www.kvbawue.de/pdf3565

  • CWA-Schnelltestportal
  • Schnittstelle der Praxissoftware (PVS) zur Corona-Warn-App (CWA)
Informationen zur Registrierung und Nutzung CWA-Schnelltestportal:
github.com/corona-warn-app/cwa-quicktest-onboarding/wiki
Hotline T-Systems:
+49 620 2274 3730

Voraussetzung ist: Es muss sich um ein konkretes Impfvorhaben einer Person handeln, die einen Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hat. Die Initiative zum Impfvorhaben und zur Kontaktaufnahme kann dabei auch vom Arzt ausgehen. Kommt es im Anschluss an die Beratung zu keiner Impfung, kann die GOP 88322 abgerechnet werden.

Betriebsärzte, die gleichzeitig Vertragsärzte sind, rechnen Impfungen in Unternehmen wie die sonstigen Impfungen nach CoronaImpfV mit uns ab und fügen die Pseudo-GOP 88360 zur Kennzeichnung der betriebsärztlichen Schutzimpfungen hinzu.

Beispiel:

  • 88331A Erstimpfung mit BioNTech/Pfizer und zusätzlich
  • 88360 Fallkennzeichnung als betriebsärztliche Schutzimpfung

Eine Abrechnung gegenüber der KV ist ausgeschlossen, wenn der Betrieb die Vergütung der ärztlichen Leistungen übernimmt.

Wird die erste Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca und die Zweitimpfung mit dem Impfstoff Comirnaty® von BioNTech durchgeführt, verwenden Sie für die Abrechnung der ersten Dosis die GOP 88333A und die GOP 88331B für die zweite Dosis (Abschlussimpfung → Buchstabe B).

Handelt es sich um eine beruflich indizierte Impfung, verwenden Sie die GOP 88333V für die erste und 88331W für die zweite Dosis.

Es handelt sich beim Ausstellen eines neuen Impfausweises um keine über die KV abrechnungsfähige Leistung. Das gelbe Impfbuch können Praxen in Baden-Württemberg kostenlos beim Kohlhammer Verlag bestellen.

Den Bearbeitungsaufwand für das Nachtragen der Impfungen dürfen Sie dem Patienten nach GOÄ als Selbstzahlerleistung in Rechnung stellen.

Im Rahmen einer Impfung ist die erstmalige Ausstellung eines Impfpasses für einen GKV-Patienten kostenlos, wenn dieser bisher keinen Impfpass besessen hat. Es fällt in die Eigenverantwortung des Versicherten, dieses lebenslange Dokument aufzubewahren und im Bedarfsfall dem jeweiligen Arzt vorzulegen. Wenn der Versicherte seinen Impfpass verlegt hat und die Ausstellung eines neuen Impfpasses wünscht, handelt es sich dabei um eine Forderung, die als Wunschleistung einzustufen und privat zu bezahlen ist.

Die im Zusammenhang mit der COVID-Impfung berechnungsfähigen GOP decken alle mit den Impfungen assoziierten Leistungen ab (alle Fragen zur Impfung, auch im Bezug zu weiteren Erkrankungen des Patienten, Infektausschluss etc.).

Grundsätzlich gilt daher, dass die COVID-Impfungen nicht neben anderen Leistungen berechnet werden dürfen. Dies trägt auch dazu bei, organisatorisch möglichst viele Impfungen zu gewährleisten. Wenn sich jedoch im Einzelfall eine Behandlungsnotwendigkeit während des Impftermins ergibt, sind solche Leistungen vertragsärztlich, bspw. durch Ansatz der Versicherten-/oder Grundpauschale berechnungsfähig. Regelmäßige Nebeneinander­abrechnungen können jedoch Abrechnungs­prüfungen und ggf. Regresse nach sich ziehen.

In diesem Fall ist der kurative Hausbesuch (GOP 01410 mit dem entsprechenden Wegegeld und bei Impfung/Behandlung weiterer Personen im Haushalt GOP 01413) abzurechnen.

Als Vertragsarzt rechnen Sie diese Impfleistungen in gewohnter Weise mittels GOP über Ihre Quartalsabrechnung (KVDT) mit uns ab (vgl. COVID-19-Impfung – Impfstofflogistik, Abrechnung und Dokumentation). Eine Aufwandserstattung seitens des Landes Baden-Württemberg erfolgt bei solchen örtlichen Impfterminen in Gemeindehallen etc. nicht. Das Land stellt lediglich den Impfstoff in Abstimmung mit den jeweiligen Kommunen zur Verfügung.

Ausschließliches Impfen nach Coronavirus-ImpfV ist keine GKV-Leistung. Daher ist die Nutzung anderweitiger Räumlichkeiten außerhalb der Praxis oder die Anstellung von reinen Impfärzten nicht durch die KV oder den Zulassungsausschuss genehmigungspflichtig.

Die GOPs für den Besuch/Mitbesuch sind bei solchen gemeinschaftlichen Impfaktionen an zentralen Orten nicht abrechenbar.

Die Vergütung nach ImpfV verpflichtet dazu, die für das Impfmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) erforderlichen Daten zu erheben und zu übermitteln. Die Dokumentationspflicht bezieht sich auf zwei Bereiche: die Angaben, die im Rahmen der regulären KVDT-Leistungsabrechnung zu machen sind (GOP und Chargennummer) und zusätzlich die Angaben, die täglich über die „KBV-ImpfDoku" im Mitgliederportal erfolgen. Beides muss bei der Abrechnung von Impfleistungen durch Niedergelassene (außerhalb der regulären Impfzentren) erfüllt sein.

Es ist die Buchstabenkennzeichnung „B“ für die Abschlussimpfung zu verwenden. Genesene gelten nach der einmaligen Booster-Impfung als vollständig geimpft.

Die Abrechnung der Corona-Impfung erfolgt für alle Patienten über die Kassenärztliche Vereinigung. Das gilt auch für Selektivvertragspatienten und Privatpatienten.

Nein. Bei gesetzlich Versicherten (einschließlich HZV-Versicherten) lesen Sie wie üblich die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ein. Bei privat oder sonstigen Versicherten legen Sie je Patient einen Schein analog eines Ersatzverfahrens mit folgenden Daten an: 

Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS),
VKNR: 48850,
Institutskennzeichen IK: 100048850.

Wenn ausschließlich geimpft wird (inklusive Beratung, ggf. dafür notwendige Untersuchung und Ausstellen des Impfzeugnisses) können keine weiteren Leistungen abgerechnet werden.

Nur wenn zusätzlich auch eine kurative Behandlung erfolgt, können Sie die Versicherten-/Grundpauschale und ggf. weitere notwendige Leistungen abrechnen. Eine entsprechende ICD-Diagnose ist anzugeben. Bei HZV-Versicherten ist die Versichertenpauschale nicht abrechnungsfähig.

Bestellung Impfstoff

Ab der Bestellung für die Kalenderwoche 40 bis Dienstag, den 21. September 2021 können Praxen den Corona-Impfstoff von Moderna für Ihre Praxen bestellen. Weiterführende Informationen finden sich hier

Der Kostenträger ist das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit der Kostenträgerkennung IK-Nummer 103609999. 

Für die Verordnung empfehlen wir Ihnen, in Ihrer Praxisverordnungssoftware einen Pseudo-Patienten anzulegen. Sie könnten beispielweise den Namen „Impfung“ und den Vornamen „Corona“ oder „COVID-19“ eingeben. Falls Ihre Software vollständige Angaben benötigt, geben Sie ein fiktives Geburtsdatum, beispielsweise 01.01.2021 ein und als Anschrift Ihre Praxisanschrift.

Ja. Zweitimpfungen können bei Praxisschließungen, etwa wegen Urlaub, in der Vertretungspraxis durchgeführt werden, damit der in der Coronavirus-Impfverordnung für BioNTech empfohlene Impfabstand von sechs Wochen eingehalten werden kann. Unabhängig davon besteht die Möglichkeit, Zweitimpfungen vorzuziehen und selbst durchzuführen (mehr erfahren »).

Für die Bestellung des Impfstoffes für Zweitimpfungen bei kollegialer Vertretung empfehlen die KBV und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA) folgendes Vorgehen:

  • Der Vertreter bestellt die Zahl der Impfstoffdosen, die ihm der zu vertretende Arzt übermittelt hat.
  • Er verwendet dazu ein gesondertes Formular (Muster 16), auf dem er ausschließlich die Dosen für den Vertretungsfall aufführt. Er gibt auf diesem Rezept seine eigene Lebenslange Arztnummer (LANR) an, das Stichwort: „Zweitimpfung“ sowie den Namen des Vertragsarztes, den er vertritt.
  • Das ausgefüllte Rezept reicht der Vertretungsarzt bei derselben Apotheke ein, bei der er den Impfstoff für „seine“ Patienten bestellt.

Vertreter bestellt für „eigene“ Impfungen auf separatem Rezept

Der Vertretungsarzt bestellt den Impfstoff für die eigenen Patienten auf separaten Rezepten (je ein Muster 16 für Erst- und eines für Zweitimpfungen). Die Bestellung dieser Impfstoffdosen darf nicht mit der Bestellung der Impfstoffdosen für den Vertretungsfall in einem Auftrag zusammengefasst werden.

Impfstoffbestellung bei Praxisschließung auch schon früher möglich

Bei einer vorübergehenden Praxisschließung, zum Beispiel wegen Urlaub, kann der Arzt die Impfstoffbestellung nach Absprache mit seinem Apotheker gegebenenfalls auch schon früher als am Dienstag in der Apotheke einreichen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die empfohlenen Bestellmengen möglicherweise noch nicht bekannt sind.

Ja, nach der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums dürfen alle Vertragsärztinnen und Vertragsärzte impfen und in ihrer Apotheke Impfstoff bestellen. Es gibt keine Einschränkungen.

Bitte geben Sie für das Rezept zur Bestellung von Corona-Impfstoffen grundsätzlich die IK-Nummer 103609999 des BAS an. Dieser Kostenträger ist bundesweit mit den Apotheken so abgestimmt.

Die IK-Nummer 100048850, die Sie von der Abrechnung der Corona-Tests nach TestV kennen, ist zwar ebenfalls eine korrekte IK-Nummer des BAS, sollte aber im Sinne der Einheitlichkeit nicht für die Impfstoffrezepte benutzt werden.

Ursprünglich waren die beiden Nummern einzelnen Länder-KVen zugeordnet, inzwischen sind jedoch beide bundesweit freigeschaltet. 

Für die Abrechnung können Sie frei wählen, welche der beiden Nummern Sie verwenden. Für die Verordnung nutzen Sie bitte ausschließlich die 3er Nummer.

Neues IK ab 1. Juli im PVS

Am 1. Juli 2021 hat sich das Institutionskennzeichen (IK) für den Kostenträger geändert: Ärzte geben ab Quartal 2021/3 auf dem Bestellrezept das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit dem IK 103609999 an, wie es auch in den Praxisverwaltungssystemen (PVS) hinterlegt ist. Das IK 100038825 kann nicht mehr verwendet werden. 

Dokumentation

Mit der CovPass-App können Patienten ihre Corona-Impfungen per Smartphone belegen. Auch die Corona-Warn-App kann Impfnachweise anzeigen. Wer gegen COVID-19 geimpft ist, erhält ein digitales COVID-19-Impfzertifikat in Form von je einem QR-Code für Erst-, Zweit und Auffrischimpfung als zusätzlichen Impfnachweis – in einer Arztpraxis, von den Impfzentren oder nachträglich in einer Apotheke.

Um den Aufwand möglichst gering zu halten, sollen sich die digitalen Impfzertifikate im Idealfall über die Praxisverwaltungssysteme (PVS) ausstellen lassen. Viele Softwarehersteller bieten diese Lösung inzwischen kostenfrei für ihre Kunden an. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Anbieter. Daneben bietet das Robert Koch-Institut (RKI) eine alternative Online-Lösung zur Generierung solcher CovPass-Zertifikate. Unter Umständen müssen Praxen ihre IT-Dienstleister bemühen, damit diese ein explizites Routing in den Praxissystemen einrichten, mit dem sich die Anwendung https://web.impfnachweis.info/ aufrufen lässt.

Grundvoraussetzung, um das COVID-19-Impfzertifikat (QR-Code für die CovPass-App bzw. die Corona-Warn-App) zu erzeugen, ist, dass Ihre Praxis über einen Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) verfügt. Sofern Arztpraxen eine Ausstellung des Impfzertifikats nicht ermöglichen können, bieten sich die Apotheken als Anlaufstelle für die Patienten an.

Abgrenzung zum digitalen Impfausweis

Zum Teil ist in den Medien in diesen Zusammenhang auch vom „digitalen Impfpass" die Rede. Das ist allerdings irreführend. Das gelbe Impfbuch aus Papier bleibt vorerst das entscheidende Dokument. Das elektronische Impfzertifikat für den Nachweis eines COVID-19-Impfschutzes in der EU ist ein zusätzlicher Service, um per App nachzuweisen, dass jemand entweder vollständig geimpft, von Corona genesen oder negativ getestet wurde (3-G-Regel). Der elektro­nische Impfausweis, der sämtliche Impfdaten digitalisiert, soll erst 2022 in der elektronischen Patientenakte (ePA) enthalten sein.

Prinzipiell können Praxen, deren Praxissoftware keine entsprechende Funktion bietet, online auf den Impfzertifikatservice des Robert Koch-Instituts zugreifen, um Impfzertifikate als QR-Code für die Corona Warn App bzw. die CovPass-App zu erstellen. Tests zeigen, dass dabei einige Hürden zu überwinden sind.  Der Aufruf der Weblösung des RKI erfordert gegebenenfalls Eingriffe in das Praxisnetzwerk. Wenden Sie sich dazu bitte an Ihren Servicetechniker (RKI-Impfzertifikatsservice Techniktipps zum Zugang). 

  • Ist Ihre Praxis an die TI angeschlossen?
    Die Online-Anwendung des Robert Koch-Instituts (RKI) steht in der Telematikinfrastruktur (TI). Ohne TI-Anschluss können Sie deshalb grundsätzlich keine digitalen Impfzertifikate erstellen. Die Seite https://web.impfnachweis.info/ ist nicht im freien Internet verfügbar, sondern ausschließlich in der TI.
  • Ist Ihre Praxis im seriellen Betrieb an die TI angebunden bzw. sind die Routen korrekt gesetzt?
    Falls jeglicher Netzwerkverkehr aus Ihrer Praxis über den TI-Konnektor läuft (sogenannter Reihenbetrieb oder serieller Betrieb), sollten Sie die Plattform https://web.impfnachweis.info/ vom Praxisrechner aus erreichen können.
    Die Mehrheit der Praxen nutzt allerdings den Parallelbetrieb, der den Konnektor in das bestehende Praxisnetzwerk integriert. Sofern Ihre Praxis diese Variante des TI-Anschlusses einsetzt, ist der Aufruf des RKI-Impfzertifikatsservice nicht ohne Weiteres möglich. Wenn Sie eine Fehlermeldung Ihres Webbrowsers erhalten, dass die Seite https://web.impfnachweis.info/ nicht verfügbar ist, muss Ihr IT-Dienstleister auf Ihrem System das erforderliche Routing explizit einrichten.
    Folgende Informationen wird Ihr Systemhaus für die Konfiguration benötigen:
    Ziel-Netzwerk: 100.102.0.0
    Subnetzmaske: 255.255.0.0
    Routingziel: <IP Adresse des TI-Konnektors>
  • Ist das Sichere Netz der KVen (SNK) als Bestandsnetz gesetzt?
    Unabhängig davon, ob Ihr Konnektor im Reihen- oder im Parallelbetrieb in Ihr Praxisnetzwerk integriert ist, muss das Bestandsnetz „KV-SafeNet“ im Konnektor aktiviert sein (mehr dazu im Handbuch des jeweiligen Konnektorherstellers oder bei Ihrem TI-Anbieter).
  • Haben Sie Ihre Zugangsdaten für das KVBW-Mitglieder­portal zur Hand?
    Die Plattform des RKI nutzt die KV-Zugangsdaten zur Authentifizierung. Wenn die TI-Konfiguration Ihrer Praxis zulässt, dass Sie die RKI-Plattform erreichen, geben Sie einfach Benutzername und Kennwort wie beim KVBW-Mitglieder­portal ein, um sich anzumelden.
    Hinweis: Ungeachtet der KVBW-Anmeldemaske ist der digitale Impfnachweis ein Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit. Das RKI – nicht die KVBW – ist als Herausgeber verantwortlich für die Technik.
  • Nutzen Sie den Browser „Google Chrome“ oder „Microsoft Edge“?
    Verwenden Sie einen aktuellen Internetbrowser. Empfohlen werden Google Chrome ab Version 90, Microsoft Edge ab Version 90 oder Safari ab Version 14. Mozilla Firefox wird derzeit nicht unterstützt. Beim Aufruf über den Internet Explorer kann es zu Problemen kommen.

Bei Patienten, die von einer Corona-Infektion genesen sind, wird in der Regel nach der Infektion eine einzige Impfstoffdosis (BioNTech, AstraZeneca oder Janssen) verabreicht. Damit im digitalen Impfzertifikat „vollständig immunisiert“ angezeigt wird, muss vor Eintragung der Impfung auf der RKI-Plattform Impfzertifikattsservice https://web.impfnachweis.info/ bzw. im Praxisverwaltungsprogramm das Feld „Genesenen-Impfung“ aktiviert werden. Danach wird im Feld „Impfdosis“ als einzige Option 1/1 angezeigt.

Kriterium für den Genesenenstatus und eine Genesenen-Impfung ist, dass die Patienten eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben. Der Nachweis einer gesicherten Infektion muss durch direkten Erregernachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion erfolgen. Von COVID-19 genesene Patienten können ein digitales Impfzertifikat nach einmaliger Impfung auch dann erhalten, wenn die Erkrankung mehr als sechs Monate her ist und deswegen kein Genesenenzertifikat mehr ausgestellt werden kann.

Bei der Impfung mit dem Vakzin Janssen® von Johnson & Johnson können Sie in dem Feld „Impfdosis“ als einzige Option 1/1 anklicken. Es wird dann nach der einmaligen Impfung mit dem Vakzin Janssen® von Johnson & Johnson ein Impfzertifikat mit vollem Immunschutz generiert.

Zu wenig gemeldete Impfungen oder vergessene Meldungen reichen Sie bitte mit Ihrer nächsten Tagesmeldung an das RKI nach (einfach aufsummieren bis zum heutigen Tagesdatum). Falls Sie versehentlich zu viele durchgeführte Impfungen gemeldet haben, ziehen Sie diese von Ihrer nächsten Tagesmeldung ab.

Die tägliche Schnell-Dokumentation der Corona Impfungen (ImpfDoku) lässt sich nur im Sicheren Netz der KVen (SNK) aufrufen. Der Link über die Aktionskachel im Mitgliederportal funktioniert nur auf Rechnern mit SNK-Zugang. 

Zum Test können Sie die Kachel „KBV Online EBM“ anklicken. Scheitert der Aufruf auch hier, scheint nur das KVBW-Mitgliederportal, nicht aber das komplette SNK bei Ihnen freigeschaltet zu sein.

Falls Sie über den Konnektor an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sind und die Impfdoku dennoch nicht erreichbar ist, sollten Sie sicherstellen, dass in der Management-Oberfläche des Konnektors die Option „Bestandsnetz“ aktiviert ist (mehr dazu im Handbuch des jeweiligen Konnektorherstellers oder bei Ihrem TI-Anbieter).

Falls Sie über einen KV-Ident Plus Token und die Software Citrix Netscaler verfügen, können Sie unser Mitgliederportal und die KBV-Impfdoku im SNK alternativ über diesen Weg erreichen (mehr erfahren »).

Personen ohne Impfausweis erhalten eine Ersatzbescheinigung zur COVID-19-Schutzimpfung. Die Bundesregierung stellt ein Formular für eine solche Impfbescheinigung zum Download bereit.

Nutzen Sie bitte unbedingt die Schnell-Doku am Ende des Impftages im Mitgliederportal. Hier lassen sich die Angaben einfach erfassen, die das Robert Koch-Institut tagesaktuell für die Beobachtung des Impfgeschehens braucht. Die Daten, die Sie hier melden, belegen, welchen Beitrag die niedergelassenen Praxen für den Impffortschritt leisten und haben damit politisch hohes Gewicht.

Diese Angaben sind täglich zu erfassen:

  • die Anzahl der Erstimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der Abschlussimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der über 60-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen
  • die Anzahl der unter 18-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen

Die Eingabe erfolgt ganz simpel über eine „digitale Strichliste“ im KVBW-Mitgliederportal. Diese tägliche Meldung erfolgt pro Praxis, auch wenn dort mehrere Ärzte impfen (z. B. BAG oder MVZ). Es bleibt Ihnen überlassen, ob ein Arzt alle Impfungen eines Tages für die ganze Praxis einträgt oder ob jeder Vertragsarzt, die Impfungen, die unter seiner LANR laufen, selbst erfasst. Im zweiten Fall zählt das System automatisch die unter einer BSNR erfassten Impfungen für die RKI-Meldung zusammen.

Die GOP für die Abrechnung enthält später alle weiteren Informationen für das RKI-Impfmonitoring, sodass Sie Ihrer Dokumentationsverpflichtung laut CoronaImpfV vollumfänglich nachkommen.

Ja, die Begleitdokumentation ist ab dem Ende des Kalenderjahres für drei Jahre aufzubewahren.

Impfstoffhandhabung & Impfung

Ja, die STIKO-Empfehlung vom 30. September 2021 erlaubt die gleichzeitige Impfung mit COVID-19-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen wie beispielsweise Influenzaimpfstoffen. Das heißt: Nach diesen anderen Impfungen muss danach kein Mindestabstand zur COVID-19-Impfung mehr eingehalten werden. Die Injektionen sollen in der Regel an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen.

Die STIKO weist darauf hin, dass bei gleichzeitiger Anwendung Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten könnten. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-COVID-19-Impfstoffen zeigten jedoch, dass die Immunantwort und das Nebenwirkungsprofil nach gleichzeitiger Verabreichung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen dem bei jeweils alleiniger Anwendung entsprächen.

Schwangere, die bislang keine Impfung erhalten haben, sollen nach aktueller Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, also ab der 13. Schwangerschaftswoche zwei Dosen eines COVID-19-mRNA-Impfstoffs erhalten. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung beträgt bei Comirnaty® 3 - 6 Wochen, bei Spikevax® 4 - 6 Wochen. 

Wird eine Schwangerschaft nach einer Erstimpfung festgestellt, sollte die zweite Impfdosis erst ab dem zweiten Trimenon gegeben werden. 

Ungeimpften Stillenden empfiehlt die STIKO die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs (Abstand s. o.).

Ziel der Impfung von Schwangeren und Stillenden ist es 

  • schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle in dieser Gruppe sowie
  • mütterliche und fetale/neonatale Schwangerschaftskomplikationen durch eine SARS-CoV-2-Infektion zu verhindern.

Unabhängig davon rät die STIKO dringend allen Ungeimpften im gebärfähigen Alter zur Impfung gegen COVID-19, damit bereits vor einer Schwangerschaft ein optimaler Impfschutz besteht.

Die STIKO empfiehlt Personen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, eine Impfstoffdosis. Es gelten weiterhin folgende Empfehlungen:

  • Personen, die eine durch PCR-Test nachgewiesene Infektion mit dem Coronavirus und Symptome hatten, empfiehlt die STIKO eine Impfstoffdosis in der Regel sechs Monate nach der Infektion. Es ist jedoch auch möglich, eine Impfstoffdosis bereits ab vier Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome zu erhalten. Die Gründe dafür sind, dass eine Impfung auch nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion unbedenklich ist und aktuell ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. 
  • Personen, bei denen eine SARS-CoV-2-Infektion im Labor nachgewiesen wurde und die keine Symptome entwickelt haben, können die einmalige Impfung bereits ab vier Wochen nach der Labordiagnose erhalten.
  • Bei Menschen mit eingeschränkter Immunfunktion sollten Ärzte immer im Einzelfall entscheiden, ob eine Impfstoffdosis ausreicht oder ob die Person eine vollständige Impfserie erhalten sollte. Dies hängt maßgeblich davon ab, wie eingeschränkt die Immunfunktion des Einzelnen ist.
  • Personen, die bereits einmal gegen COVID-19 geimpft wurden und bei denen danach eine SARS-CoV-2-Infektion durch direkten Erregernachweis gesichert wurde, sollen die 2. Impfung in der Regel sechs Monate nach Ende der COVID-19-Symptome bzw. der Diagnose erhalten. Die Gabe einer Impfstoffdosis ist auch hier bereits ab vier Wochen nach dem Ende der Symptome möglich.

Bei den Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus sollen ausschließlich die mRNA-Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech und Spikevax® von Moderna zur Anwendung kommen. Bei Personen, die bereits zwei Impfstoffdosen eines mRNA-Impfstoffes erhalten haben, soll die Impfserie auch bei der Auffrischimpfung mit demselben Impfstoff fortgeführt werden.

Die Auffrischimpfungen sollen bei allen Personen grundsätzlich frühestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen. Mit Ausnahme des Vektorimpfstoffs von Janssen-Cilag (Einzeldosis) entspricht das mindestens einem Sechs-Monate-Abstand zur zweiten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung.

Sie können alle Erwachsenen mit diesem Impfstoff impfen. Laut Empfehlung der STIKO zur Corona-Impfung mit Vaxzevria® bei unter 60-Jährigen kann die Impfung „nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten“ erfolgen.

Grundsätzlich kann der Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca ungeöffnet und bei eingehaltener Kühlkette (2 – 8 °C) 6 Monate im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sobald die erste Dosis aus einem Vial entnommen wurde, kann die angebrochene Durchstechflasche noch 48 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Ja. Angesichts der Impfstoffknappheit darf unabhängig von der BioNTech-Zulassung eine sauber aus einem Vial des BioNTech-Impfstoffes gezogene siebte Impfdosis verwendet werden. Selbstverständlich dürfen und sollen Sie diese Impfung auch abrechnen und dokumentieren.

Die Entnahme zusätzlicher Dosen aus Mehrdosenbehältnissen (Vial), zum Beispiel sieben Dosen statt sechs bei BioNTech und elf statt zehn bei AstraZeneca, ist laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) unter bestimmten Voraussetzungen möglich und rechtlich zulässig. Dieses Vorgehen erfordert aber auf Seiten der Anwender eine besondere Umsicht und Sorgfalt. Grundsätzlich liegt das korrekte Aufziehen der Spitzen in der Verantwortung des Arztes.

Für die Entnahme zusätzlicher Impfdosen sind dem BMG zufolge besondere Spritze-/Kanülen-Kombinationen mit geringem Totvolumen (< 35 µl) erforderlich beziehungsweise im Falle von BioNTech bereits für die Entnahme einer sechsten Dosis vorgesehen.

Nein, auch nicht mit Mengenbegrenzung.

Von den Kostenträgern wird dies mit folgenden Argumenten begründet:

  • deutlich höhere Kosten als bei Adrenalin-Ampullen
  • relativ kurze Haltbarkeit der Autoinjektoren (20 bis 24 Monate)
  • die zusätzliche Zeit für das Öffnen einer Glasampulle und das Aufziehen der Spritze sei nicht ausschlaggebend, da der Wirkeintritt nach i.v.-Applikation rascher ist
  • auf dem Markt befindet sich eine Ampulle, die laut Fachinformation auch unverdünnt intramuskulär verabreicht werden darf.

Adrenalin-Autoinjektoren können dennoch für einen möglichen Notfall in der Praxis vorgehalten werden. Falls ein Autoinjektor im Notfall eingesetzt werden muss, kann dieser nachträglich auf Namen des Patienten verordnet werden. Nicht genutzte Autoinjektoren bleiben also Sache des Arztes.

Direktkontakt

Auskunft zu Sprechstundenbedarf
0711 7875-3660
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Sobald die erste Dosis aus einem Vial entnommen wurde, kann die angebrochene Durchstechflasche nach Angaben in der Fachinformation noch 48 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt und verwendet werden.

Die chemische und physikalische Stabilität während des Gebrauchs, einschließlich des Transports, wurde 6 Stunden lang bei 2 °C bis 30 °C nach Verdünnung in Natriumchlorid-Injektionslösung 0,9 % nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt so zügig wie möglich nach Verdünnung verwendet werden und nach Möglichkeit zwischen 2 und 8 °C aufbewahrt werden. 

Verpacken Sie vorbereitete Spritzen sicher für den Transport, zum Beispiel in einer mobilen Kühlbox. Die Spritzen sollten nicht lose im Transportgefäß liegen und am Umherrollen gehindert werden. Vermeiden Sie starke Erschütterungen. Dies kann den Impfstoff unbrauchbar machen.

Für die Lagerung der Corona-Impfstoffe kann ein haushaltsüblicher Kühlschrank verwendet werden, wenn dieser die folgenden Anforderungen erfüllt: 

  • Betriebstemperatur zwischen +2 °C bis +8 °C,
  • ggf. akustische und/oder optische Warnung bei Temperaturabweichung, 
  • Sicherheitsmechanismus gegen Abkühlen unter 2 °C,
  • in Umgebungstemperaturen von 10 °C bis 35 °C einsetzbar.

Ein spezielles Kühlgerät für Arzneimittel (nach DIN 58345) ist nicht vorgeschrieben. Ein direkter Kontakt der Impfstoffe mit der kühlenden Wand ist zu vermeiden (Gefahr von Frost und Feuchtigkeit). Für die Temperaturkontrolle sind Minimum-Maximum-Thermometer besonders gut geeignet. Diese Thermometer können mechanisch oder elektronisch sein, wobei letztere häufig über eine automatische Aufzeichnung verfügen. Die Thermometer sind in der Mitte des Kühlschranks anzubringen und werden – soweit nicht automatisch erfasst – in regelmäßigen Kontrollrhythmen (z. B. täglich morgens) überprüft und das Ergebnis protokolliert.

Organisatorisches & Recht

Nein. Personen, die vor oder nach einer COVID-19-Impfung eine labordiagnostisch gesicherte Corona-Infektion durchgemacht haben, wird derzeit keine Auffrischimpfung empfohlen. Dies gilt auch für Johnson & Johnson-Geimpfte. Bei durch PCR-Test gesicherter SARS-CoV-2-Infektion soll die notwendige eine Impfstoffdosis in der Regel sechs Monate nach der Infektion gegeben werden.

Diese Frage kann nicht pauschal mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden. Kinder und Jugendliche bis zum 14. Geburtstag benötigen für entsprechende Entscheidungen auf jeden Fall das Einverständnis ihrer Eltern. Möchte ein z. B. 16-jähriger Jugendlicher gegen Corona geimpft werden, sollten Sie zu Ihrer Sicherheit auf jeden Fall auch die Einwilligung der Eltern einholen. Dies sollten Sie selbst auf die Gefahr hin, dass dies zu Konflikten innerhalb der Familie führt. Bei Uneinigkeit der einzelnen Familienmitglieder kann unter Umständen als „ultima ratio“ eine familiengerichtliche Entscheidung notwendig sein.

Zum Teil vermitteln offizielle Publikationen die Ansicht, es käme bei der Corona-Impfung für Jugendliche rein auf das Alter und die Einsichtsfähigkeit des Jugendlichen in medizinische Maßnahmen an und die Jugendlichen könnten dies selbst entscheiden. Dies beleuchtet die entscheidungsrelevanten Aspekte aber nicht abschließend. Die Corona-Schutzimpfung ist eine sehr neue Impfung, die nicht als medizinische Routinemaßnahme, wie etwa eine kleine Wundversorgung oder eine Behandlung einer Erkältung angesehen werden kann. Die Diskussion zur Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist sehr emotional und der Arzt setzt sich möglicherweise heftigen Diskussionen aus, wenn er ohne Einwilligung impft.

Es gibt außerdem bereits gerichtliche Entscheidungen, wonach nicht nur die Einwilligung eines Sorgeberechtigten zur Corona-Schutzimpfung bei einem 16-Jährigen Jugendlichen vorausgesetzt wird, sondern sogar ein Co-Konsens beider sorgeberechtigten Elternteile (Beschluss des OLG Frankfurt vom 17.08.2021 - 6 UF 120/21). 

Gemäß der aktuellen Coronavirus-Impfverordnung ist der Anspruch auf Auffrischimpfungen grundsätzlich nicht auf bestimmte Personengruppen beschränkt.

Die STIKO empfiehlt folgenden Personen eine Auffrischimpfung:

  • Personen im Alter von ≥ 70 Jahren
  • Bewohner und Betreute in Pflegeeinrichtungen
  • Pflegepersonal
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt
  • Personen mit Immunschwäche

Die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff soll frühestens 6 Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen, unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde. Bei mRNA-Impfstoffen soll möglichst der bei der Grundimmunisierung verwendete Impfstoff zur Anwendung kommen.

Bei einer kleinen Gruppe schwer immundefizienter Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort, wie zum Beispiel bei Patienten nach Organtransplantation und Krebspatienten unter immunsuppressiver, antineoplastischer Therapie, kann die zusätzliche Impfstoffdosis bereits vier Wochen nach der Grundimmunisierung geimpft werden. Über eine Auffrischimpfung nach weiteren sechs Monaten muss im Einzelfall entschieden werden.

Weiterhin empfiehlt die STIKO, Personen, die eine Grundimmunisierung mit dem COVID-19-Impfstoff von Janssen erhalten haben, ihren Impfschutz mit einem mRNA-Impfstoff als weitere Dosis zu optimieren. Personen, die bisher eine Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, sollen eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung erhalten.

Zusätzlich liegen öffentliche Empfehlungen des Sozialministeriums Baden-Württemberg und der Gesundheitsministerkonferenz (siehe Links am Ende des Textes) zur Auffrischimpfung für nachfolgende Personen vor. Die Impfungen erfolgen frühestens sechs Monate nach der letzten Dosis mit einem mRNA-Impfstoff.

  • Personengruppe der über 60-jährigen, nach individueller Abwägung, ärztlicher Beratung und Entscheidung
  • Personen, die in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder dort untergebracht sind, darunter fallen beispielsweise Behindertenwerkstätten oder Obdachlosenunterkünfte
  • Pflegebedürftige, die in der eigenen Häuslichkeit betreut oder gepflegt werden
  • Personen, die im Rahmen der Grundimmunisierung ausschließlich die Vektorviren-Impfstoffe Vaxzevria von AstraZeneca erhalten haben, ungeachtet des Alters oder einer anderweitigen Indikation
  • Pflegekräfte, die in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen arbeiten 

Nein, arbeitsrechtliche Maßnahmen sind nicht möglich. Aufgrund der Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes hat der Arzt die Möglichkeit, seine Arbeitnehmer nach deren Impfstatus zu fragen. Dieses Informationsrecht, bedeutet nicht, dass gegen ungeimpfte Mitarbeiter arbeitsrechtliche Maßnahmen ergriffen werden können. Die Mitarbeiter sind zwar zur Information über ihren Impfstatus verpflichtet, eine Impfverpflichtung besteht in Bezug auf Corona dagegen gerade nicht.

Diese Informationspflicht der Mitarbeiter ermöglicht dem Arzt lediglich, das Betätigungsfeld der ungeimpften Mitarbeiter aus Infektionsschutzgesichtspunkten ggf. entsprechend zu verändern bzw. anzupassen.

Wurden die Betroffenen mit einem Corona-Impfstoff vollständig geimpft, der auch in der EU zugelassen ist, ist keine weitere Impfung notwendig. Das gilt auch, wenn Personen eine von der STIKO empfohlene heterologe Impfserie erhalten haben, d. h. eine Erstimpfung mit Vaxzevria® und die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff.

In der EU sind derzeit die folgenden vier Impfstoffe zugelassen: Comirnaty® von Biontech/Pfizer, Spikevax® von Moderna, Vaxzevria® von AstraZeneca und die COVID-19 Vaccine Janssen® von Janssen-Cilag.
Das Paul-Ehrlich-Institut stellt eine aktuelle Liste von in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoffen zur Verfügung (siehe Linkliste am Ende). Dort finden Sie auch Informationen zur notwendigen Anzahl an Impfdosen. 

Was ist mit Personen, die im Ausland mit einem nicht in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoff immunisiert wurden? Sie benötigen gemäß aktueller Rechtslage und unter Berücksichtigung der altersentsprechenden Impfempfehlungen eine erneute Impfserie, um in Deutschland den Status als Geimpfte zu erlangen. Die zu impfenden Personen sollen darauf hingewiesen werden, dass vermehrte lokale und systemische Reaktionen auftreten können. Das Paul-Ehrlich-Institut bittet die impfenden Ärzte, verstärkt auf Impfreaktionen zu achten und diese ggf. zu melden (siehe auch Link dazu am Ende). 

Bevor eine erneute Impfserie durchgeführt wird, ist zu prüfen, ob die Person einen Anspruch auf Corona-Impfungen in Deutschland hat (siehe verwandte FAQ).

Unsere Übersichtskarte zeigt Praxen, die Zweitimpfungen mit Spikevax® von Moderna anbieten.

Nach Schließung der Impfzentren zum 30. September 2021 plant das Sozialministerium in Baden-Württemberg weiterhin 30 mobile Impfteams einzusetzen. Diese werden an Krankenhäusern angesiedelt sein. Die Leitungen der Pflegeheime können sich selbst an diese mobilen Impfteams wenden. Es ist nicht die Aufgabe der Praxen, die mobilen Impfteams für die Auffrischimpfungen zu beauftragen. 

Ja. Die im Zuge der ersten Impfung gegen COVID-19 und die in der Regel auch für die Folgeimpfung erfolgte Aufklärung und Einwilligung gelten nur für diese Impfungen. Für eine Auffrischimpfung ist deshalb eine neue gesonderte Aufklärung und Einwilligung erforderlich. 

Die für die Erst- und Folgeimpfung geltende „Staatshaftung“ nach Infektionsschutzgesetz gilt trotz derzeit fehlender STIKO-Empfehlung auch für die Auffrischimpfung. Über die fehlende STIKO-Empfehlung und die „Staatshaftung“ muss ausdrücklich aufgeklärt werden.

Nein. Die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) bzw. 2G-Regel ist nach der aktuellen Corona-Landesverordnung Baden-Württemberg in Arztpraxen nicht anzuwenden. Die Behandlung von Patienten ist weiterhin unter Berücksichtigung der Maskenpflicht, der AHA-Regelung und eines Praxishygienekonzepts durchzuführen. Die vertrags­ärztliche Behandlungspflicht überwiegt eine Einschränkung der Patienten­behandlung unter Anwendung der 3G-Regeln bzw. 2G-Regel.

Die STIKO empfiehlt aktuell folgende Impfschemata für die COVID-19-Impfung:

ImpfstoffAltersgruppeImpfabstand
Comirnaty (BioNTech/Pfizer)≥ 12 Jahre3 – 6 Wochen
Spikevax (Moderna)≥ 12 Jahre4 – 6 Wochen
Vaxzevria (AstraZeneca)≥ 60 Jahre*9 – 12 Wochen
Heterologes Impfschema
(Vaxzevria/mRNA-Impfstoff)
alle erstmalig mit Vaxzevria geimpften Personen, unabhängig vom Alter≥ 4 Wochen
Janssen (Janssen-Cilag International)≥ 60 Jahre*

 * Der Einsatz von Vaxzevria als zweimalige Impfung und der COVID-19 Vaccine Janssen ist bei Unter-60-Jährigen zulassungskonform und nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person unverändert möglich.

Zu Beginn der Impfkampagne wurde wegen der Impfstoffknappheit empfohlen, die längst möglichen Impfabstände zu wählen. Da zwischenzeitlich bereits viele Patienten geimpft sind und jede Woche ausreichend Impfstoff geliefert wird, können Sie die Termine für die Zweitimpfung im Rahmen der STIKO-Empfehlung flexibel vereinbaren. So lassen sich urlaubsbedingte Abwesenheiten (geplante Urlaubsreise des Patienten oder Praxisurlaub) deutlich einfacher berücksichtigen und Patienten schneller vollständig immunisieren.

Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

Ja. Ab 15. Juli 2021 gilt eine Ausnahmeregelung des Bundes­gesundheits­ministeriums, die das erlaubt. Arztpraxen oder Betriebsärzte Impfzentren, die Impfstoff gegen COVID-19 erhalten haben, dürfen diesen ausnahmsweise unentgeltlich an andere impfbereite und in räumlicher Nähe liegende Arztpraxen, Betriebsärzte oder Impfzentren abgeben, wenn sie ihn nicht selber verimpfen können, um einen Verwurf des Impfstoffes zu vermeiden.

Das geht aus einer Neufassung der Allgemeinverfügung zur Sicherstellung der flächendeckenden Verteilung von Impfstoffen gegen COVID-19 des BMG hervor, die bis zum 31. Dezember 2021 gelten soll, soweit sie nicht vorher aufgehoben wird. Voraussetzung ist, dass Sie sicherstellen, dass die Impfstoffe gegen COVID-19 durchgehend zuverlässig und unter Einhaltung der Transportvorgaben der Impfstoffe (insbesondere der mRNA-Impfstoffe) abgegeben werden.

Solche Impfaktionen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Nach einer ab 15. Juli 2021 und zunächst bis 31. Dezember 2021 geltenden Ausnahmeregelung (wenn sie nicht vorher aufgehoben wird) des Bundesgesundheitsministeriums speziell zu den COVID-19-Impfstoffen ist es möglich, dass Arztpraxen, Betriebsärzte oder Impfzentren, die Impfstoff gegen COVID-19 auf dem zulässigen Weg bezogen haben, diesen ausnahmsweise unentgeltlich an andere impfbereite und in räumlicher Nähe liegende Arztpraxen, Betriebsärzte oder Impfzentren abgeben, wenn sie diese nicht selber verimpfen können, um einen Verwurf zu vermeiden. 

Eine solche flexible Verteilung von COVID-19-Impfstoffen ist also unter Geltung dieser o. g. Ausnahmeregelung möglich, um eine bestmögliche Nutzung der Impfstoffe zu erreichen. Es ist aber zu beachten, dass alle, für die die Impfstoffe vorgesehen waren (die Patienten der eigenen Praxis) vorrangig versorgt wurden und Impfstoff übrig ist.

Solche begrüßenswerten gemeinsamen Aktionen müssen nicht zwingend in einer Praxis stattfinden. Die Vorgaben hinsichtlich Lagerung und Transport der Impfstoffe müssen allerdings unbedingt beachtet werden. Es können auch Dritte z. B. Kommunen und/oder Hilfsorganisationen wie DRK o. a. hinzugezogen werden, da davon auszugehen ist, dass solche öffentlichkeitswirksamen Aktionen nicht ohne Unterstützung allein durch die beteiligten Arztpraxen bewältigt werden können. 

Daneben ist es geboten, die zuständige Kommune (Ordnungsamt) zu informieren und bei der zuständigen Bezirksärztekammer um eine Ausnahme vom berufsrechtlichen Verbot der Ausübung der Tätigkeit im Umherziehen nachzusuchen.

Nein. Die Corona-Schutzimpfungen richten sich nach der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV); hier befinden wir uns nicht im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung. Mithin gelten hier die strengen Vorgaben der Ärzte-Zulassungsverordnung (Ärzte-ZV) bezüglich des Anzeigens ausgelagerter Praxisräume gegenüber der KVBW bzw. der Genehmigung von Zweigpraxen nicht.

Allerdings ist zu beachten, dass die Berufsordnung für Ärzte grundsätzlich bestimmt, dass die Ausübung ambulanter ärztlicher Tätigkeit außerhalb von Krankenhäusern an die Niederlassung in einer Praxis (Praxissitz) gebunden ist – dies gilt eben auch für Leistungen außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung. Die Bezirksärztekammer kann auf Antrag Ausnahmen von dieser Verpflichtung gestatten, wenn sichergestellt ist, dass die beruflichen Belange nicht beeinträchtigt werden und die Berufsordnung beachtet wird. Bitte setzen Sie sich deshalb auch mit Ihrer Bezirksärztekammer in Verbindung, wenn Sie eine Impfaktion außerhalb Ihrer Praxis planen.

Wenn Sie die Aufklärungsbögen verwenden, sind diese Teil der Patientenakte und müssen insofern 10 Jahre nach Beendigung der Behandlung aufbewahrt werden.

Weiterhin zu beachten ist, dass Dokumentationsunterlagen für einen erheblich längeren Zeitraum aufbewahrt werden sollten, falls es während der Behandlung zu Komplikationen kommt, für die die Ärztin oder der Arzt haftbar gemacht werden kann. In diesen Fällen sollten die Unterlagen generell bis zum Ende der zivilrechtlichen Verjährungsfrist (30 Jahre) aufbewahrt werden. Der Ärztin oder dem Arzt obliegt eine ordnungsgemäße Dokumentation ihrer oder seiner Tätigkeit und die Führung sowie Aufbewahrung von Krankenunterlagen. Unregelmäßigkeiten können in einem evtl. Haftpflichtprozess zu Nachteilen führen.

Wenn Sie sich sicher sind, dass eine Aufklärung stattgefunden hat und eine wirksame Einwilligung vorliegt, dann gilt das Vorgehen analog zur Zweitimpfung gegen COVID-19 bei Ihren eigenen Patienten. Davon sollten Sie jedoch nur dann ausgehen, wenn das unterzeichnete Aufklärungsblatt und die Einwilligung auch tatsächlich vorliegen. Allein auf die Patientenaussage sollten Sie sich keinesfalls verlassen. Wenn die entsprechenden unterzeichneten Formulare nicht vorliegen, so sollten Sie die Patienten auch für die Zweitimpfung aufklären und die Einwilligung einholen.

Im Zweifel müssen Sie eine ordentliche Aufklärung und die Einwilligung des Patienten nachweisen können.

Bei der Erstimpfung gegen COVID-19 werden in der Regel die jeweils aktuellen Aufklärungsmerkblätter des Robert Koch-Instituts (RKI) verwendet. In diese Aufklärung und Einwilligung ist grundsätzlich auch die Zweitimpfung einbezogen. Sofern die empfohlenen Impfabstände eingehalten werden und es sich um denselben Impfstoff wie bei der Erstimpfung handelt, bedarf es für die Zweitimpfung keiner erneuten Aufklärung und Einwilligung.

Sollten Sie von den empfohlenen Abständen abweichen – meist auf Wunsch der Patientin oder des Patienten – müssen Sie über die wegen des verkürzten oder verlängerten Abstandes womöglich geringere Wirksamkeit beider Impfungen den Patienten außerordentlich aufklären. Sie müssen dies dokumentieren und erneut die Einwilligung einholen. 

Dies gilt auch, wenn bei der Zweitimpfung ein anderer Impfstoff als bei der Erstimpfung verwendet wird. Die bei der Erstimpfung erfolgte Aufklärung und Einwilligung deckt nun nicht mehr die Zweitimpfung ab, weil nun andere als dort beschriebene Bedingungen gelten. 

Ja. Nach Auffassung des Landes ist dies während der Pandemie ausnahmsweise auch ohne gesonderte Genehmigung nach dem Arbeitszeitgesetz zulässig (in diesem Zusammenhang subsumierbar unter § 10 Abs. 1 Nr. 3 ArbZG „Einrichtung zur Behandlung und Pflege von Personen”).

Voraussetzung ist, dass sich die vorgesehenen Impfungen z. B. aus Kapazitätsgründen oder logistischen Gründen nicht auf Werktage verschieben lassen. Aufgrund der Notwendigkeit einer schnellen Impfung gegen COVID-19 sieht das Land dies als gegeben an.

Diese rechtliche Bewertung gilt ausschließlich für COVID-19-Impfungen während der Pandemie und nicht für sonstige Behandlungen in Arztpraxen oder Impfungen außerhalb der Pandemie. Inwieweit Ihr Praxispersonal verpflichtet ist, an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten und zu welchen Bedingungen, richtet sich nach den Regelungen des individuellen Arbeitsvertrags.

Die Impfung ist für die Bevölkerung kostenlos – unabhängig davon, ob und wie derjenige versichert ist (Abrechnung immer über die KVBW). § 1 der Coronavirus-ImpfV legt fest, wer Anspruch auf eine Corona-Impfung hat. Im Rahmen der Verfügbarkeit der vorhandenen Impfstoffe sind alle Personen anspruchsberechtigt, die mindestens eines dieser Kriterien erfüllen:

  1. in der Bundesrepublik Deutschland in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert
  2. Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Bundesrepublik Deutschland
  3. in der Bundesrepublik Deutschland in Einrichtung bzw. Unternehmen im Sinne der Priorisierungsgruppen (§§ 2 bis 4) behandelt, gepflegt, betreut oder tätig z. B. Pflegepersonal, 
  4. enge Kontaktperson im Sinne der Priorisierungsgruppen (§ 3 Abs. 1 Nr. 3 oder § 4 Abs.1 Nr. 3) z. B. pflegende Angehörige 
  5. im Ausland in einer Berufsgruppe im Sinne der Priorisierungsgruppen tätig bzw. mitausgereiste Familienangehörige (§ 3 Abs. 1 Nr. 6 bis 8 und § 4 Abs. 1 Nr. 4) z. B. Entwicklungshelfer

Hinweis zu Punkt 2: Das Sozialministerium Baden-Württemberg legt die Formulierung „gewöhnlicher Aufenthaltsort“ im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 2 CoronaImpfV wie folgt aus:

Aufgrund des Zweckes der CoronaImpfV, Infektionsketten zu unterbrechen, kommt es für den „gewöhnlichen Aufenthaltsort“ darauf an, dass der Aufenthalt voraussichtlich eine gewisse Dauer haben wird und im betreffenden Zeitraum den persönlichen Lebensmittelpunkt bildet. Nach dieser Definition sind beispielsweise Erntehelfer impfberechtigt, hingegen Personen, die ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, aber ihren Lebenspartner häufig in Deutschland besuchen, nicht.

Wenn Patienten ihre erste Impfung in einem Impfzentrum erhalten haben, soll die Zweitimpfung auch dort durchgeführt werden, da die entsprechenden Impfdosen dort dafür eingeplant wurden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann davon abgewichen werden. Eine Ausnahme kann beispielsweise sein, dass Sie die Impfung bei einem Ihrem Patienten durchführen, der seine Zweitimpfung im Impfzentrum wegen eines Krankenhausaufenthalts nicht wahrnehmen konnte. Zunehmend übernehmen Niedergelassene auch Zweitimpfungen, wenn das betreffende Impfzentrum schließt.

Ärzte haben bei korrekt durchgeführter Schutzimpfung kein Haftungsrisiko für Impfschäden, wenn sie Personen unter 60 Jahren mit dem Vakzin von AstraZeneca oder Johnson & Johnson impfen. Das sieht das geänderte Infektionsschutzgesetz vom 28. Mai 2021 vor. 

Das Sozialministerium Baden-Württemberg hatte bereits am 20. April 2021 gegenüber dem Vorstand der KVBW bestätigt, dass die Impfempfehlung des Landes Baden-Württemberg auch die Impfung von Unter-60-jährigen mit AstraZeneca Vaxzevria® umfasst.

Für die „Staatshaftung“ nach dem Infektionsschutzgesetz kommt es auf diese Empfehlung des Landes an. Daher tritt diese „Staatshaftung“ – vorbehaltlich der Einzelfallentscheidung – auch ein, wenn unter-60-jährige Personen, die mit AstraZeneca geimpft wurden, einen Impfschaden erleiden. Das gilt gleichermaßen für Erst- und Zweitimpfung.

Nein. Wenn Sie einen Arzt in Ihrer Praxis beschäftigen, der ausschließlich für Corona-Schutzimpfungen eingesetzt wird, benötigen Sie hierfür keine Genehmigung der KV. Die Corona-Schutzimpfungen richten sich nach der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV); hier befinden wir uns nicht im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung. Beispielsweise könnte auch ein ehemaliger Praxisinhaber bei den Corona-Impfungen ohne Weiteres unterstützen.

Soll der Impf-Assistent darüber hinaus Patienten behandeln, ist diese Tätigkeit zwingend vor Tätigkeitsbeginn durch die KVBW zu genehmigen. Sobald der Arzt im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung tätig wird, gelten die Voraussetzungen für einen Arzt zur Sicherstellung (Entlastungsassistent / Sicherstellungsassistent).

Sie sind in beiden Fällen verpflichtet, sich von der fachlichen Befähigung des Impf-Assistenten zu überzeugen.

Impfstoffbestellung an vertragsärztliche LANR geknüpft

Hinweis: Voraussetzung für die Bestellung des Impfstoffes ist, dass der Arzt über eigene Rezepte (Muster 16) mit seiner LANR verfügt. Beschäftigte, die keine eigenen Rezepte haben, verwenden Rezepte des Vertragsarztes, bei dem sie tätig sind ‒ mit dessen LANR und BSNR) und können selbst keinen (zusätzlichen) COVID-19-Impfstoff bestellen. Dokumentation und Abrechnung erfolgt im Namen und über die LANR des anstellenden Vertragsarztes.

Dokumentieren Sie in der Patientenakte, dass Sie die zu impfende Person aufgeklärt haben und die Person eingewilligt hat. Eine schriftliche Einwilligung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll. Sie können dazu das Aufklärungsmerkblatt bzw. das Muster des RKI für eine Einwilligungserklärung verwenden und unterschreiben lassen. Auch eine formlose Einwilligungserklärung ist möglich.

Bitte verwenden Sie immer die aktuellste Version dieser Unterlagen, da diese Dokumente fortlaufend dem aktuellen Wissensstand angepasst werden.

Rechtlich gesehen ist es nicht notwendig, die Patienten unterschreiben zu lassen, dass sie aufgeklärt wurden bzw. sie die Informationsblätter zur Kenntnis genommen, alles verstanden sowie in die Impfung eingewilligt haben.

Theoretisch genügt es also, die Aufklärung bzw. die Einwilligung des Patienten in der Praxisdokumentation festzuhalten. Aus Haftungsgründen und letztlich zur Beweiserleichterung im Streitfall ist jedoch deutlich zu empfehlen, die Patienten unterschreiben zu lassen, dass sie aufgeklärt wurden bzw. sie den Aufklärungsbogen erhalten, alles verstanden und in die Impfung eingewilligt haben.

Das Aufklärungsmerkblatt und der Anamnesebogen mit der Einwilligungserklärung stehen auf der Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Download zur Verfügung.

Letzte Aktualisierung: 25.10.2021