Corona-Impfung

Was Vertragspraxen in Baden-Württemberg wissen sollten

Arztpraxen können Impfstoff von BioNTech/Pfizer, Moderna, Novavax, Johnson & Johnson, Sanofi und Valneva bestellen. Inzwischen sind auch an die Virusvarianten BA.1 sowie BA.4 und BA.5 an­ge­passte Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna (nur BA.1) verfügbar. Hier finden Sie Informationen zur Aufbereitung der Impfstoffe, Bestellprozess sowie zu Impf­abrechnung und Dokumentation. Die Rahmenbedingungen gibt die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) des Bundes vor.

Impfterminportal des Landes Baden-Württemberg

Mit dem Online-Portal impftermin-bw.de organisiert Baden-Württemberg die Buchung von Impfterminen für die Corona-Impfung. Sie möchten dort freie Termine einstellen? Zugang bekommen Sie über das Portal der Landes­ärzte­kammer (LÄK). Über Ihr LÄK-Dashboard erreichen Sie das eigentliche Impfterminportal der Landesregierung, bei dem Sie sich im zweiten Schritt registrieren und dann freie Impftermine eintragen können: www.aerztekammer-bw.de/impfterminportal

Impfstoffe – Handhabung

BioNTech
Moderna
Johnson & Johnson

Bestellfrist immer dienstags um 12 Uhr

Jeder Arzt bestellt wöchentlich bei seiner Apotheke den Impfstoff für seine Corona-Impfungen in der nächsten Woche bis spätestens Dienstag, 12 Uhr mit Muster 16 (Rezeptformular). Die Bestel­lung von Impfstoff für Erst-, Zweit- und Dritt­impfungen erfolgt auf einem einzigen Rezept.

Hinweis: Spritzen und Kanülen für COVID-19-Impfungen werden weiterhin mit dem Impfstoff an die Praxen ausgeliefert.

Lieferprozess, Lagerung, Aufbereitung & Anwendung

Digitales COVID-19-Impfzertifikat

Was Sie wissen müssen, um die QR-Codes auszustellen. Mehr erfahren »

Anamnese & Einwilligung, Impfbescheinigung

Beim Robert Koch-Institut (RKI) sind Aufklärungsmerkblätter sowie Anamnese- und Einwilligungsbögen abrufbar. Jede Aktualisierung der STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung bringt in der Regel auch aktualisierte Aufklärungsunterlagen mit sich. Bitte nutzen Sie jeweils die aktuelle Version.

Einwilligungsbogen-Protein-Impftsoff
Einwilligungsbogen Vektor-Impfstoff
Einwilligungsbogen Ganzvirusimpfstoff

Fachinformationen zur COVID-19-Impfung

In Deutschland überwacht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Sicherheit von Impfstoffen und bewertet Verdachtsfälle von Nebenwirkungen. Medizinische Fachkreise finden dort fundierte Informationen zu Zulassung, Wirksamkeit, Handhabung und Risiken: Fachinformation COVID-19-Impfstoffe.

Sicherheitsbewertung AstraZeneca & Johnson & Johnson – Aktuelle Hinweise

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht für die Ärzteschaft ein Faktenblatt zur COVID-19-Impfung: RKI: Faktenblätter Impfen. Beim RKI findet sich auch die aktuelle STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung. Fragen und Antworten zu medizinischen Aspekten der COVID-19-Impfung hat das RKI ebenfalls zusammengetragen: FAQ Corona-Impfung

Abrechnung

Alle Auffrischimpfungen werden auf die gleiche Weise abgerechnet.

Pro Impfstoff gibt es eine Pseudoziffer:
88337 → BioNTech/Pfizer Orig./BA.4-5 bzw. Orig./BA.1
88331 → BioNTech/Pfizer nicht angepasst
88338 → Moderna Orig./BA.4-5 bzw. Orig./BA.1
88332 → Moderna nicht angepasst
88334 → Johnson & Johnson
88335 → Novavax
88336 → Valneva
88339 → Sanofi

Diese Pseudoziffern werden jeweils um Buchstaben (Suffixe) ergänzt, die die Indikation kennzeichnen:
R → Auffrischimpfung Allgemein
X → Auffrischimpfung Beruf
K → Auffrischimpfung Pflegeheim

Für alle Auffrischimpfungen kann zusätzlich mit einer Ziffer im Feld 5009 (freier Begründungstext) angegeben werden, die wievielte COVID-19-Impfung es für die jeweilige Person ist.

Beispiel: Ein Pflegeheimbewohner erhält mit dem Impfstoff  „Comirnaty Original/Omicron BA.4-5“ die zweite Auffrischimpfung. In der Abrechnung ist die Pseudo-GOP 88337K und im Feld 5009 der Wert „4“ (zwei Impfungen für die Grundimmunisierung und zwei Auffrischimpfungen = vierte Impfung) anzugeben.

Seit dem 4. Oktober müssen Praxen in der Dokumentation angeben, die wievielte Impfung Personen erhalten haben.

Zentrales Element ist ein QR-Code mit elektronischer Signatur, der in die Corona-Warn-App (CWA) oder die CovPass-App eingelesen werden kann als Nachweis dafür, dass eine Person geimpft, getestet oder genesen ist (3-G-Regel). § 22a Infektionsschutzgesetz (IfSG) definiert den Anspruch der Patienten auf ein solches digitales Zertifikat.

Arztpraxen sind berechtigt, die Zertifikate auszustellen, wenn jemand entweder

  • gegen COVID-19 geimpft wurde (Impfzertifikat),
  • von Corona genesen ist (Genesenenzertifikat) oder
  • negativ auf Corona getestet wurde (Testzertifikat).
 AbrechnungTechn. ErstellungAnmerkungen
Zertifikat Impfung

Selbst Geimpfte:
GOP 88351 (automatisierte Datenübernahme)
1 x Erst- & 1 x Zweitimpfung & 1 x Auffrischimpfung

GOP 88350 (manuelle Dateneingabe)
1 x Erst- & 1 x Zweitimpfung & 1 x Auffrischimpfung

Andernorts Geimpfte:
GOP 88352 

Mehr zur Vergütung:
Ausstellen eines digitalen COVID-19-Impfzertifikats:

www.kvbawue.de/pdf3912

TI-Anschluss erforderlich!

 

RKI-Impf­zertifikats­­service Techniktipps zum Zugang zur RKI-Webanwendung:
www.kvbawue.de/pdf4002

Zertifikat Genesung

GOP 88371 (automatisierte Datenübernahme)
GOP 88370 (manuelle Dateneingabe)

Mehr zur Vergütung:
Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!:

www.kvbawue.de/pdf3607

TI-Anschluss erforderlich!

 
Voraussetzung ist ein positiver Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäure-amplifikationstechnik)
Zertifikat negativer Test

Leistungsbestandteil der Abstriche nach TestV

Mehr zur Vergütung:
Abrechnung Corona-Testung asymptomatische Personen:
www.kvbawue.de/pdf3565

 
  • CWA-Schnelltestportal
  • Schnittstelle der Praxissoftware (PVS) zur Corona-Warn-App (CWA)
 
Informationen zur Registrierung und Nutzung CWA-Schnelltestportal:
github.com/corona-warn-app/cwa-quicktest-onboarding/wiki
Hotline T-Systems:
+49 620 2274 3730

Die technische Gültigkeit der digitalen COVID-Zertifikate läuft nach 365 Tagen automatisch ab. Sie brauchen deshalb kein neues Impfzertifikat auszustellen. Die Betroffenen können dieses Ablaufdatum mit wenigen Klicks selbst verlängern. Das Update mit einer Neuausstellungsfunktion für die Corona-Warn-App bzw. CovPass-App steht laut RKI inzwischen zur Verfügung.

Zum Hintergrund: Ein Jahr, nachdem das Ausstellen der digitalen COVID-19-Impfnachweise begonnen hat, laufen die ersten Impfzertifikate aus technischen Gründen ab. Wer eine der Apps des Robert Koch-Instituts (Corona-Warn-App oder CovPass-App) nutzt, bekommt bereits 28 Tage vor dem Ablaufdatum in der App den Hinweis, dass die Gültigkeit bald endet und ein neues Zertifikat erforderlich ist. Damit der Impfstatus zum Beispiel bei Reisen trotzdem nachweisbar ist, müssen die Nutzer ihre Impfzertifikate aktualisieren. Das können sie in der App selbst durchführen. Dabei muss lediglich das Zertifikat der letzten Impfung aktualisiert werden. Da ältere Impfzertifikate (u. a. der Erstimpfung) nicht mehr benötigt werden, können diese auch nicht in der App erneuert werden.

Das technische Ablaufdatum des Impfzertifikats hat nichts mit dem eigentlichen Impfschutz zu tun.

Ja, Sie können eine solche nicht abgerechnete Corona-Impfberatung jederzeit nachreichen (als sogenannter „Nachzüglerfall“), wenn Sie im Nachgang keine Corona-Impfung durchgeführt haben. Dies gilt sowohl für gesetzlich Versicherte (einschließlich HzV-Patienten) als auch nicht gesetzlich Versicherte, beispielsweise Privatversicherte. In diesen Fällen legen Sie einen Abrechnungsschein mit der Scheinuntergruppe 00 in Ihrem Praxisverwaltungssystem an.

Die ausschließliche Beratung zur COVID-19-Schutzimpfung GOP 88322 ist nicht neben den Impfziffern abrechenbar (im aktuellen und den nachfolgenden drei Quartalen). Wenn zu einem späteren Zeitpunkt eine Impfung stattfindet, ist die Impfberatung Teil der Impfleistung.

Wer vertragsärztlich tätig ist, muss sämtliche COVID-19-Schutzimpfungen über seine reguläre Quartalsabrechnung abrechnen (KVDT). Dabei ist zwingend ein eigenständiger Fall je Person anzulegen, um die Impfsurveillance des RKI aus der Abrechnung bedienen zu können. Die tägliche Schnell-Doku ist lediglich der erste Schritt. Im zweiten Schritt leiten wir als KV individuelle Daten wie Impfindikation, Impfstoff und Chargennummer gemäß der Abrechnungsdaten an das Robert Koch-Institut (RKI) weiter. Fehlen diese Angaben, dürfen wir Ihre Vergütung nicht auszahlen. Eine vereinfachte Abrechnung für große Impfaktionen ist somit nicht möglich.

Lediglich die Ausstellung der elektronischen Impfzertifikate kann über einen Sammelschein abgerechnet werden (vgl. Merkblatt unten). Dies funktioniert allerdings nur, wenn die Erstellung des Impfzertifikats über den RKI-Impfzertifikatsservice erfolgt. Um das Impfzertifikat über die Praxissoftware zu erzeugen, müssen die Daten des Patienten vorher entsprechend angelegt werden, da sich sonst kein Zertifikat auf den passenden Namen erstellen lässt.

Nein. Die Vergütung je Impfung beträgt normalerweise 28 Euro. Wer an Wochenenden, Feiertagen oder am 24. oder 31. Dezember impft, erhält einen Zuschlag von 8 Euro und somit 36 Euro pro Impfung. Eine besondere zusätzliche Kennzeichnung der bekannten Impfleistungen ist nicht erforderlich. Die geltenden Zuschläge zur Impfvergütung setzt die KVBW automatisch taggenau zu.

Voraussetzung ist: Es muss sich um ein konkretes Impfvorhaben einer Person handeln, die einen Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hat. Die Initiative zum Impfvorhaben und zur Kontaktaufnahme kann dabei auch vom Arzt ausgehen. Kommt es im Anschluss an die Beratung zu keiner Impfung, kann die GOP 88322 abgerechnet werden.

Die Beratungsleistung ohne anschließende Impfung kann nur einmal in 4 Quartalen abgerechnet werden. Erfolgt die Impfung zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb der vier Quartale, kann die GOP 88322 ebenfalls nicht abgerechnet werden.

Für das Impfzertifikat bei der Auffrischungsimpfung bzw. Drittimpfung nutzen Sie dieselben Gebührenordnungspositionen für die Ausstellung des Impfzertifikates wie bei der Erstimpfung:

  • GOP 88351 (Impfzertifikat erstellt mit automatisierter Datenübernahme z. B. per Praxissoftware oder RKI-Desktop-Client) oder
  • GOP 88350 (Impfzertifikat erstellt mit manueller Dateneingabe z. B. per Webanwendung) oder
  • GOP 88352 (Impfzertifikat nachträglich erstellt für andernorts geimpfte Personen).

Nein. Da die Corona-Schutzimpfung derzeit abschließend in der Coronavirus-Impfverordnung geregelt ist, können kurative Laboruntersuchungen nicht in diesem Zusammenhang veranlasst oder erbracht werden.

Betriebsärzte, die gleichzeitig Vertragsärzte sind, rechnen Impfungen in Unternehmen wie die sonstigen Impfungen nach CoronaImpfV mit uns ab und fügen die Pseudo-GOP 88360 zur Kennzeichnung der betriebsärztlichen Schutzimpfungen hinzu.

Beispiel:

  • 88331A Erstimpfung mit BioNTech/Pfizer und zusätzlich
  • 88360 Fallkennzeichnung als betriebsärztliche Schutzimpfung

Eine Abrechnung gegenüber der KV ist ausgeschlossen, wenn der Betrieb die Vergütung der ärztlichen Leistungen übernimmt.

Es handelt sich beim Ausstellen eines neuen Impfausweises um keine über die KV abrechnungsfähige Leistung. Das gelbe Impfbuch können Praxen in Baden-Württemberg kostenlos beim Kohlhammer Verlag bestellen.

Den Bearbeitungsaufwand für das Nachtragen der Impfungen dürfen Sie dem Patienten nach GOÄ als Selbstzahlerleistung in Rechnung stellen.

Im Rahmen einer Impfung ist die erstmalige Ausstellung eines Impfpasses für einen GKV-Patienten kostenlos, wenn dieser bisher keinen Impfpass besessen hat. Es fällt in die Eigenverantwortung des Versicherten, dieses lebenslange Dokument aufzubewahren und im Bedarfsfall dem jeweiligen Arzt vorzulegen. Wenn der Versicherte seinen Impfpass verlegt hat und die Ausstellung eines neuen Impfpasses wünscht, handelt es sich dabei um eine Forderung, die als Wunschleistung einzustufen und privat zu bezahlen ist.

 

Die im Zusammenhang mit der COVID-Impfung berechnungsfähigen GOP decken alle mit den Impfungen assoziierten Leistungen ab (alle Fragen zur Impfung, auch im Bezug zu weiteren Erkrankungen des Patienten, Infektausschluss etc.).

Grundsätzlich gilt daher, dass die COVID-Impfungen nicht neben anderen Leistungen berechnet werden dürfen. Dies trägt auch dazu bei, organisatorisch möglichst viele Impfungen zu gewährleisten. Wenn sich jedoch im Einzelfall eine Behandlungsnotwendigkeit während des Impftermins ergibt, sind solche Leistungen vertragsärztlich, bspw. durch Ansatz der Versicherten-/oder Grundpauschale berechnungsfähig. Regelmäßige Nebeneinander­abrechnungen können jedoch Abrechnungs­prüfungen und ggf. Regresse nach sich ziehen.

In diesem Fall ist der kurative Hausbesuch (GOP 01410 mit dem entsprechenden Wegegeld und bei Impfung/Behandlung weiterer Personen im Haushalt GOP 01413) abzurechnen.

Die Abrechnung der Corona-Impfung erfolgt für alle Patienten über die Kassenärztliche Vereinigung. Das gilt auch für Selektivvertragspatienten und Privatpatienten. dasselbe gilt bei Corona-Tests für asymptomatische Personen.

Nein. Bei gesetzlich Versicherten (einschließlich HZV-Versicherten) lesen Sie wie üblich die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ein. Bei privat oder sonstigen Versicherten legen Sie je Patient einen Schein analog eines Ersatzverfahrens mit folgenden Daten an: 

Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS),
VKNR: 48850,
Institutskennzeichen IK: 100048850.

Wenn ausschließlich geimpft wird (inklusive Beratung, ggf. dafür notwendige Untersuchung und Ausstellen des Impfzeugnisses) können keine weiteren Leistungen abgerechnet werden.

Nur wenn zusätzlich auch eine kurative Behandlung erfolgt, können Sie die Versicherten-/Grundpauschale und ggf. weitere notwendige Leistungen abrechnen. Eine entsprechende ICD-Diagnose ist anzugeben. Bei HZV-Versicherten ist die Versichertenpauschale nicht abrechnungsfähig.

Nein. Im Zusammenhang mit der Impfung können keinerlei kurative Leistungen abgerechnet werden, weder GKV noch privat, wenn nicht zusätzlich eine kurative Behandlung stattfindet.

Bestellung Impfstoff

Nein, eine Verordnung über Sprechstundenbedarf (SSB) ist nicht möglich. Impfzubehör wie Spritzen- und Kanülen sowie NaCl-Lösung erhalten Sie mit den Impfstofflieferungen. Weiteres Material (Desinfektionsmittel, Tupfer oder Pflaster etc.) ist mit der Corona-Impfvergütung abgegolten.

Der Kostenträger ist das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit der Kostenträgerkennung IK-Nummer 103609999. 

Für die Verordnung empfehlen wir Ihnen, in Ihrer Praxisverordnungssoftware einen Pseudo-Patienten anzulegen. Sie könnten beispielweise den Namen „Impfung“ und den Vornamen „Corona“ oder „COVID-19“ eingeben. Falls Ihre Software vollständige Angaben benötigt, geben Sie ein fiktives Geburtsdatum, beispielsweise 01.01.2021 ein und als Anschrift Ihre Praxisanschrift.

Dokumentation

Die tägliche Schnell-Dokumentation der Corona Impfungen (ImpfDoku) lässt sich nur im Sicheren Netz der KVen (SNK) aufrufen. Der Link über den Menüpunkt „COVID-19“ im Mitgliederportal funktioniert nur auf Rechnern mit SNK-Zugang. 

Zum Test können Sie im Mitgliederportal unter dem Menüpunkt „Fortbildung“ den Unterpunkt „KBV Online EBM“ in der Dropdown-Liste anklicken. Scheitert der Aufruf auch hier, scheint nur das KVBW-Mitgliederportal, nicht aber das komplette SNK bei Ihnen freigeschaltet zu sein.

Falls Sie über den Konnektor an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sind und die Impfdoku dennoch nicht erreichbar ist, sollten Sie sicherstellen, dass in der Management-Oberfläche des Konnektors die Option „Bestandsnetz“ aktiviert ist (mehr dazu im Handbuch des jeweiligen Konnektorherstellers oder bei Ihrem TI-Anbieter).

Falls Sie über einen KV-Ident Plus Token und die VPN-Software von Citrix (ab Windows 10) oder Citrix SSO (MacOS) verfügen, können Sie unser Mitgliederportal und die KBV-Impfdoku im SNK alternativ über diesen Weg erreichen (mehr erfahren »).

Zu wenig gemeldete Impfungen oder vergessene Meldungen reichen Sie bitte mit Ihrer nächsten Tagesmeldung an das RKI nach (einfach aufsummieren bis zum heutigen Tagesdatum). Falls Sie versehentlich zu viele durchgeführte Impfungen gemeldet haben, ziehen Sie diese von Ihrer nächsten Tagesmeldung ab.

Nutzen Sie bitte unbedingt die Schnell-Doku am Ende des Impftages im Mitgliederportal. Hier lassen sich die Angaben einfach erfassen, die das Robert Koch-Institut tagesaktuell für die Beobachtung des Impfgeschehens braucht. Die Daten, die Sie hier melden, belegen, welchen Beitrag die niedergelassenen Praxen für den Impffortschritt leisten und haben damit politisch hohes Gewicht.

Diese Angaben sind täglich zu erfassen:

  • die Anzahl der Erstimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der Abschlussimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der Auffrischimpfungen je Impfstoff
  • jeweils die Anzahl der unter 18-Jährigen und über 60-Jährigen

Die Eingabe erfolgt ganz simpel über eine „digitale Strichliste“ im KVBW-Mitgliederportal. Diese tägliche Meldung erfolgt pro Praxis, auch wenn dort mehrere Ärzte impfen (z. B. BAG oder MVZ). Es bleibt Ihnen überlassen, ob ein Arzt alle Impfungen eines Tages für die ganze Praxis einträgt oder ob jeder Vertragsarzt, die Impfungen, die unter seiner LANR laufen, selbst erfasst. Im zweiten Fall zählt das System automatisch die unter einer BSNR erfassten Impfungen für die RKI-Meldung zusammen.

Die GOP für die Abrechnung enthält später alle weiteren Informationen für das RKI-Impfmonitoring, sodass Sie Ihrer Dokumentationsverpflichtung laut CoronaImpfV vollumfänglich nachkommen.

Ja, die Begleitdokumentation ist ab dem Ende des Kalenderjahres für drei Jahre aufzubewahren.

Impfstoffhandhabung & Impfung

Für Personen, die bereits vier immunologische Ereignisse (Impfungen bzw. Infektionen) hatten, wird vorerst keine weitere Auffrischimpfung empfohlen. Bei besonders gefährdeten Personen (z. B. Hochbetagte) kann es aufgrund einer nachlassenden Leistungsfähigkeit des Immunsystems (Immunoseneszenz) sinnvoll sein, nach dem vierten Ereignis noch eine weitere Impfstoffdosis zu verabreichen (vgl. 21. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung). Die Indikation sollte unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands und der Gefährdung individuell getroffen werden. 

Ja, gemäß STIKO-Empfehlung müssen Sie zwischen mRNA- oder Vektor-basierten COVID-19-Impfungen und der Gabe anderer Totimpfstoffe (z. B. Influenza) keinen Impfabstand mehr einhalten. Sie können einem Patienten die Impfungen gleichzeitig geben. Die Injektion der einzelnen Impfstoffe soll an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen. Zu Impfungen mit Lebendimpfstoffen soll hingegen ein Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach jeder COVID-19-Impfung eingehalten werden. 

Zu beachten: Der proteinbasierte COVID-19-Impfstoff Nuvaxovid® kann gleichzeitig mit einem Influenza-Totimpfstoff verabreicht werden, nicht jedoch gleichzeitig mit anderen Tot- und Lebendimpfstoffen. Vor und nach Nuvaxovid®-Applikation empfiehlt die STIKO ein Abstand von 14 Tagen zu anderen Impfungen. 

Wirksamkeit und Sicherheit entsprechen bei gleichzeitiger Anwendung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen denen bei jeweils alleiniger Anwendung. Besonders wichtig ist, dass Sie die zu impfende Person ausführlich über die möglichen, vermehrten vorübergehenden lokalen und systemischen Impfreaktionen bei der gleichzeitigen Gabe von COVID-19-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen (inkl. Influenza-Hochdosis-Impfstoffen) aufklären.

Die Optimierungs- und Auffrischimpfungen bei Jcovden-Impflingen werden wie folgt durchgeführt:

ImpfungImpfstofftypImpfabstandAbrechnung
1. DosisVektor 
(Jcovden®)
88334A/88334V/
88334G
2. DosismRNA (Comirnaty®, Spikevax®)
jeweils volle Dosis
ab 4 Wochen88331B/88331W/ 88331H (Comirnaty®)
88332B/88332W/ 88332H (Spikevax®)
3. DosismRNA (Comirnaty®):
volle Dosis,
mRNA (Spikevax®):
halbe Dosis
ab 3 Monaten88331R/88331X/ 88331K (Comirnaty®)
88332R/88332X/ 88332K (Spikevax®)

Die STIKO empfiehlt bei mit Jcovden geimpften Personen eine zweite Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff zur Vervollständigung der Grundimmunisierung. Somit gilt erst die dritte Impfdosis als „Booster“.

Seit 16. Dezember 2021 sind auch eine zweite und dritte Dosis des Impfstoffes Jcovden zugelassen. Die Haftung ist durch das Infektionsschutzgesetz gegeben. Die STIKO empfiehlt allerdings dieses Vorgehen nicht, sondern rät sowohl für die zweite als auch die dritte Impfdosis zu einem mRNA-Impfstoff. 

Wird die zweite oder dritte Impfung trotzdem mit dem Impfstoff Jcovden durchgeführt, weil beispielsweise die mRNA-Impfstoffe nicht vertragen werden, gehen Sie folgendermaßen vor:

ImpfungImpfstofftypImpfabstandAbrechnung
1. DosisVektor 
(Jcovden®)
88334A/88334V/
88334G
2. DosisVektor 
(Jcovden®)
ab 4 Wochen88334B/88334W/88334H (Jcovden®)
3. DosisVektor 
(Jcovden®)
ab 3 Monaten88334B/88334W/88334H (Jcovden®)

Suffixe der Abrechnungsziffern in obiger Tabelle:
A: Erstimpfung allgemeine Indikation
V: Erstimpfung berufliche Indikation
G: Erstimpfung Pflegeheimbewohner
B: Abschlussimpfung allgemeine Indikation
W: Abschlussimpfung berufliche Indikation
H: Abschlussimpfung Pflegeheimbewohner
R: Auffrischungsimpfung allgemeine Indikation
X: Auffrischungsimpfung berufliche Indikation
K: Auffrischungsimpfung Pflegeheimbewohner

Entsprechend der Fachinformationen müssen Sie den Impfstoff strikt intramuskulär (i. m.) und keinesfalls intradermal, subkutan oder intravaskulär verabreichen. 

Darüber hinaus weist die STIKO darauf hin, dass bei den COVID-19-Impfungen bei Applikation in den Muskel (i. m.) eine Aspiration (ein kurzes Zurückziehen des Spritzenkolbens) sinnvoll ist, um sicherzugehen, dass Sie den Impfstoff tatsächlich in den Muskel und nicht in ein Blutgefäß injizieren. Sie erhöhen damit die Impfstoffsicherheit. Hintergrund sind Studiendaten aus Tiermodellen, bei denen es nach direkter intravenöser Injektion eines mRNA-Impfstoffs zu Perimyokarditis kam.

Schwangere, die bislang keine Impfung erhalten haben, sollen nach aktueller Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, also ab der 13. Schwangerschaftswoche zwei Dosen des COVID-19-mRNA-Impfstoffs von BioNTech erhalten. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung beträgt bei Comirnaty® 3 bis 6 Wochen. 

Wird eine Schwangerschaft nach einer Erstimpfung festgestellt, sollte die zweite Impfdosis erst ab dem zweiten Trimenon gegeben werden. 

Für Schwangere, die bereits mit zwei Impfstoffdosen geimpft wurden, empfiehlt die STIKO unabhängig vom Alter ab dem 2. Trimenon eine Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty®. Zur Grundimmunisierung soll hierbei ein Abstand von drei Monaten eingehalten werden.

Ungeimpften Stillenden empfiehlt die STIKO die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs (Abstand s. o.). Ist die Stillende unter 30 Jahren alt, wird der Impfstoff von BioNTech verwendet.

Ziel der Impfung von Schwangeren und Stillenden ist es 

  • schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle in dieser Gruppe sowie
  • mütterliche und fetale/neonatale Schwangerschaftskomplikationen durch eine SARS-CoV-2-Infektion zu verhindern.

Unabhängig davon rät die STIKO dringend allen Ungeimpften im gebärfähigen Alter zur Impfung gegen COVID-19, damit bereits vor einer Schwangerschaft ein optimaler Impfschutz besteht.

Ja. Sie dürfen unabhängig von der BioNTech-Zulassung eine sauber aus einem Vial des BioNTech-Impfstoffes gezogene siebte Impfdosis verwenden. Selbstverständlich dürfen und sollen Sie diese Impfung auch abrechnen und dokumentieren.

Die Entnahme zusätzlicher Dosen aus Mehrdosenbehältnissen (Vial), zum Beispiel sieben Dosen statt sechs bei BioNTech und elf statt zehn bei Moderna, ist laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) unter bestimmten Voraussetzungen möglich und rechtlich zulässig. Dieses Vorgehen erfordert aber auf Seiten der Anwender eine besondere Umsicht und Sorgfalt. Grundsätzlich liegt das korrekte Aufziehen der Spitzen in der Verantwortung des Arztes.

Für die Entnahme zusätzlicher Impfdosen sind dem BMG zufolge besondere Spritze-/Kanülen-Kombinationen mit geringem Totvolumen (< 35 µl) erforderlich beziehungsweise im Falle von BioNTech bereits für die Entnahme einer sechsten Dosis vorgesehen.

Die STIKO empfiehlt zur Optimierung der Grundimmunisierung mit dem Impfstoff Jcovden® die Impfung mit einer vollen zusätzlichen mRNA-Impfstoffdosis. Damit bekommen Patienten frühestens vier Wochen nach der Impfung mit Jcovden® 0,5 mL des Impfstoffs Spikevax® (= 100 µg mRNA) oder 0,3 mL des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer (= 30 µg mRNA).

Nein, auch nicht mit Mengenbegrenzung.

Von den Kostenträgern wird dies mit folgenden Argumenten begründet:

  • deutlich höhere Kosten als bei Adrenalin-Ampullen
  • relativ kurze Haltbarkeit der Autoinjektoren (20 bis 24 Monate)
  • die zusätzliche Zeit für das Öffnen einer Glasampulle und das Aufziehen der Spritze sei nicht ausschlaggebend, da der Wirkeintritt nach i.v.-Applikation rascher ist
  • es gibt Adrenalin Injektionslösungen, die laut Fachinformation auch unverdünnt intramuskulär verabreicht werden dürfen.

Adrenalin-Autoinjektoren können dennoch für einen möglichen Notfall in der Praxis vorgehalten werden. Falls ein Autoinjektor im Notfall eingesetzt werden muss, kann dieser nachträglich auf Namen des Patienten verordnet werden. Nicht genutzte Autoinjektoren bleiben also Sache des Arztes.

 

Direktkontakt

Auskunft zu Sprechstundenbedarf
0711 7875-3660
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Für die Lagerung der Corona-Impfstoffe kann ein haushaltsüblicher Kühlschrank verwendet werden, wenn dieser die folgenden Anforderungen erfüllt: 

  • Betriebstemperatur zwischen +2 °C bis +8 °C,
  • ggf. akustische und/oder optische Warnung bei Temperaturabweichung, 
  • Sicherheitsmechanismus gegen Abkühlen unter 2 °C,
  • in Umgebungstemperaturen von 10 °C bis 35 °C einsetzbar.

Ein spezielles Kühlgerät für Arzneimittel (nach DIN 58345) ist nicht vorgeschrieben. Ein direkter Kontakt der Impfstoffe mit der kühlenden Wand ist zu vermeiden (Gefahr von Frost und Feuchtigkeit). Für die Temperaturkontrolle sind Minimum-Maximum-Thermometer besonders gut geeignet. Diese Thermometer können mechanisch oder elektronisch sein, wobei letztere häufig über eine automatische Aufzeichnung verfügen. Die Thermometer sind in der Mitte des Kühlschranks anzubringen und werden – soweit nicht automatisch erfasst – in regelmäßigen Kontrollrhythmen (z. B. täglich morgens) überprüft und das Ergebnis protokolliert.

Organisatorisches & Recht

Ja. Die Regelung des § 20a IfSG tritt am 1. Januar 2023 außer Kraft. Beschäftigte von Praxen, Kliniken, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen müssen ab Januar 2023 keinen Nachweis mehr über einen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus SARS-CoV- 2 vorlegen.

Grundsätzlich darf/muss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) ausgestellt werden, wenn eine Erkrankung im Sinne der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie vorliegt.

Leidet ein Patient infolge der Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus an Krankheits­symptomen und ist daher nicht in der Lage, seine Arbeit auszuüben, stellt die Praxis eine AU-Bescheinigung aus. Dies gilt völlig unabhängig davon, ob der Patient geimpft ist oder nicht, ob er Anspruch auf Ausfallentschädigung hat oder nicht. 
Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und das Ausstellen einer AU-Bescheinigung und damit die Frage eines Entgeltfortzahlungsanspruchs ist losgelöst von einem etwaigen Entschädigungsanspruch nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) zu betrachten.

Wurden die Betroffenen mit einem Corona-Impfstoff vollständig geimpft, der auch in der EU zugelassen ist, ist keine weitere Impfung notwendig. Das gilt auch, wenn Personen eine von der STIKO empfohlene heterologe Impfserie erhalten haben, d. h. eine Erstimpfung mit Vaxzevria® und die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff.

In der EU sind derzeit die folgenden sechs Impfstoffe zugelassen: Comirnaty® von Biontech/Pfizer, Spikevax® von Moderna, Vaxzevria® von AstraZeneca, Jcovden® von Janssen-Cilag, Nuvaxovid® von Novavax und COVID-19 Vaccine von Valneva.

Das Paul-Ehrlich-Institut stellt eine aktuelle Liste von in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoffen zur Verfügung (siehe Linkliste am Ende). Dort finden Sie auch Informationen zur notwendigen Anzahl an Impfdosen. 

Bei denjenigen, die im Ausland mit einem nicht in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoff immunisiert wurden, empfiehlt die STIKO folgendes Vorgehen: Personen, die beispielsweise mit CoronaVac, Covilo, Covaxin oder Sputnik V grundimmunisiert bzw. gegebenenfalls bereits aufgefrischt wurden, erhalten eine 1-malige mRNA-Impfstoffdosis im Abstand von ≥ 3 Monaten zur vorangegangenen Impfstoffdosis. Der altersabhängige Einsatz von Comirnaty® und Spikevax® ist zu beachten.

Wir erhalten immer wieder die Rückmeldung, dass unsere Mitglieder Schreiben der oben genannten Organisation an ihre Praxisadresse erhalten, die im Betreff mit „Haftungsbescheid“ oder „Haftungsinformation“ betitelt sind. Ob und wie Sie die darin enthaltenen Aussagen nutzen oder ignorieren, sei dahingestellt. Der Vorstand der KVBW positioniert sich ganz klar für eine Impfung mit den aktuell (bedingt) zugelassenen Impfstoffen.

Klarstellen möchten wir zusätzlich, dass bei Impfschäden aller zugelassenen Impfstoffe keine persönliche Haftung des Arztes eintritt, sofern Impfung und Aufklärung lege artis erfolgen (sogenannte „Staatshaftung“ laut § 60 IfSG).

Ja. Die im Zuge der ersten Impfung gegen COVID-19 und die in der Regel auch für die Folgeimpfung erfolgte Aufklärung und Einwilligung gelten nur für diese Impfungen. Für eine Auffrischimpfung ist deshalb eine neue gesonderte Aufklärung und Einwilligung erforderlich, die allerdings mündlich möglich ist, wie ein Papier klarstellt, das die Rechtsabteilung der Bundesärztekammer (BÄK) in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit und der KBV erstellt hat. Mehr erfahren »

Die für die Erst- und Folgeimpfung geltende „Staatshaftung“ nach Infektionsschutzgesetz gilt auch für die Auffrischimpfung. Über die „Staatshaftung“ muss ausdrücklich aufgeklärt werden.

Diese Frage kann nicht pauschal mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden. Kinder und Jugendliche bis zum 14. Geburtstag benötigen für entsprechende Entscheidungen auf jeden Fall das Einverständnis ihrer Eltern. Möchte ein z. B. 16-jähriger Jugendlicher gegen Corona geimpft werden, sollten Sie zu Ihrer Sicherheit auf jeden Fall auch die Einwilligung der Eltern einholen. Dies sollten Sie selbst auf die Gefahr hin, dass dies zu Konflikten innerhalb der Familie führt. Bei Uneinigkeit der einzelnen Familienmitglieder kann unter Umständen als „ultima ratio“ eine familiengerichtliche Entscheidung notwendig sein.

Zum Teil vermitteln offizielle Publikationen die Ansicht, es käme bei der Corona-Impfung für Jugendliche rein auf das Alter und die Einsichtsfähigkeit des Jugendlichen in medizinische Maßnahmen an und die Jugendlichen könnten dies selbst entscheiden. Dies beleuchtet die entscheidungsrelevanten Aspekte aber nicht abschließend. Die Corona-Schutzimpfung ist eine sehr neue Impfung, die nicht als medizinische Routinemaßnahme, wie etwa eine kleine Wundversorgung oder eine Behandlung einer Erkältung angesehen werden kann. Die Diskussion zur Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist sehr emotional und der Arzt setzt sich möglicherweise heftigen Diskussionen aus, wenn er ohne Einwilligung impft.

Es gibt außerdem bereits gerichtliche Entscheidungen, wonach nicht nur die Einwilligung eines Sorgeberechtigten zur Corona-Schutzimpfung bei einem 16-Jährigen Jugendlichen vorausgesetzt wird, sondern sogar ein Co-Konsens beider sorgeberechtigten Elternteile (Beschluss des OLG Frankfurt vom 17.08.2021 - 6 UF 120/21). 

Wenn Sie die Aufklärungsbögen verwenden, sind diese Teil der Patientenakte und müssen insofern 10 Jahre nach Beendigung der Behandlung aufbewahrt werden.

Weiterhin zu beachten ist, dass Dokumentationsunterlagen für einen erheblich längeren Zeitraum aufbewahrt werden sollten, falls es während der Behandlung zu Komplikationen kommt, für die die Ärztin oder der Arzt haftbar gemacht werden kann. In diesen Fällen sollten die Unterlagen generell bis zum Ende der zivilrechtlichen Verjährungsfrist (30 Jahre) aufbewahrt werden. Der Ärztin oder dem Arzt obliegt eine ordnungsgemäße Dokumentation ihrer oder seiner Tätigkeit und die Führung sowie Aufbewahrung von Krankenunterlagen. Unregelmäßigkeiten können in einem evtl. Haftpflichtprozess zu Nachteilen führen.

Bei der Erstimpfung gegen COVID-19 werden in der Regel die jeweils aktuellen Aufklärungsmerkblätter des Robert Koch-Instituts (RKI) verwendet. In diese Aufklärung und Einwilligung ist grundsätzlich auch die Zweitimpfung einbezogen. Sofern die empfohlenen Impfabstände eingehalten werden und es sich um denselben Impfstoff wie bei der Erstimpfung handelt, bedarf es für die Zweitimpfung keiner erneuten Aufklärung und Einwilligung.

Sollten Sie von den empfohlenen Abständen abweichen – meist auf Wunsch der Patientin oder des Patienten – müssen Sie über die wegen des verkürzten oder verlängerten Abstandes womöglich geringere Wirksamkeit beider Impfungen den Patienten außerordentlich aufklären. Sie müssen dies dokumentieren und erneut die Einwilligung einholen. 

Dies gilt auch, wenn bei der Zweitimpfung ein anderer Impfstoff als bei der Erstimpfung verwendet wird. Die bei der Erstimpfung erfolgte Aufklärung und Einwilligung deckt nun nicht mehr die Zweitimpfung ab, weil nun andere als dort beschriebene Bedingungen gelten. 

Nein. Wenn Sie einen Arzt in Ihrer Praxis beschäftigen, der ausschließlich für Corona-Schutzimpfungen eingesetzt wird, benötigen Sie hierfür keine Genehmigung der KV. Die Corona-Schutzimpfungen richten sich nach der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV); hier befinden wir uns nicht im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung. Beispielsweise könnte auch ein ehemaliger Praxisinhaber bei den Corona-Impfungen ohne Weiteres unterstützen.

Soll der Impf-Assistent darüber hinaus Patienten behandeln, ist diese Tätigkeit zwingend vor Tätigkeitsbeginn durch die KVBW zu genehmigen. Sobald der Arzt im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung tätig wird, gelten die Voraussetzungen für einen Arzt zur Sicherstellung (Entlastungsassistent / Sicherstellungsassistent).

Sie sind in beiden Fällen verpflichtet, sich von der fachlichen Befähigung des Impf-Assistenten zu überzeugen.

Impfstoffbestellung an vertragsärztliche LANR geknüpft

Hinweis: Voraussetzung für die Bestellung des Impfstoffes ist, dass der Arzt über eigene Rezepte (Muster 16) mit seiner LANR verfügt. Beschäftigte, die keine eigenen Rezepte haben, verwenden Rezepte des Vertragsarztes, bei dem sie tätig sind ‒ mit dessen LANR und BSNR) und können selbst keinen (zusätzlichen) COVID-19-Impfstoff bestellen. Dokumentation und Abrechnung erfolgt im Namen und über die LANR des anstellenden Vertragsarztes.

Dokumentieren Sie in der Patientenakte, dass Sie die zu impfende Person aufgeklärt haben und die Person eingewilligt hat. Eine schriftliche Einwilligung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll. Sie können dazu das Muster des RKI für eine Einwilligungserklärung verwenden und unterschreiben lassen. Auch eine formlose Einwilligungserklärung ist möglich.

Bitte verwenden Sie immer die aktuellste Version der RKI-Unterlagen, da diese Dokumente fortlaufend dem aktuellen Wissensstand angepasst werden. In der Regel gibt es nach jeder Aktulisierung der STIKO-Empfehlung eine aktualisierte Version von Anamnese- und Einwilligungsbogen.

Rechtlich gesehen ist es nicht notwendig, die Patienten unterschreiben zu lassen, dass sie aufgeklärt wurden bzw. sie die Informationsblätter zur Kenntnis genommen, alles verstanden sowie in die Impfung eingewilligt haben.

Theoretisch genügt es also, die Aufklärung bzw. die Einwilligung des Patienten in der Praxisdokumentation festzuhalten. Aus Haftungsgründen und letztlich zur Beweiserleichterung im Streitfall ist jedoch deutlich zu empfehlen, die Patienten unterschreiben zu lassen, dass sie aufgeklärt wurden bzw. sie den Aufklärungsbogen erhalten, alles verstanden und in die Impfung eingewilligt haben.

Das Aufklärungsmerkblatt und der Anamnesebogen mit der Einwilligungserklärung für verschienden Impfstofftypen stehen auf der Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Download zur Verfügung.

Letzte Aktualisierung: 26.01.2023