Hygienemaßnahmen & Schutzausrüstung

Schützen Sie sich und Ihre Patienten

Schutzkleidung: Was muss ich wissen?

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Maskenpflicht in Praxen

Das Sozialministerium gibt die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in Praxen vor: Corona-Verordnung zur Maskenpflicht in Praxen

Wann welche Maske?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) liefert eine praktische Übersicht über die verschiedenen Arten von Masken und Atemschutz, deren Schutzniveau und Einsatzbereiche: mehr erfahren

Mehrfachverwendung: Sonderregelung ausgelaufen!

Die vom RKI veröffentlichte Sonderregelung für die aktuelle Pandemiesituation mit Hinweisen zur Mehrfach­verwendung von FFP-Masken und MNS ist zum 31. August 2020 ausgelaufen. Eine Folgeregelung ist bisher nicht getroffen worden.

Ressourcenschonender Umgang mit Schutzausrüstung

Unsere Anleitung für Sie: Tabelle: Schutzausrüstung effizient nutzen

So rechnen Sie persönliche Schutzausrüstung richtig ab

SSB-Regelung läuft aus

Zum 10. Juni 2020 ist die Ausnahmeregelung ausgelaufen, die Praxen ermöglichte, selbst beschaffte Schutzausrüstung im Zusammenhang mit COVID-19 über Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen.

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Wenn Sie aktuell Bedarf an Schutzausrüstung für Ihre Praxis haben, nutzen Sie bitte unser Online-Bestellformular ». Wir beliefern Sie dann kostenlos.

Kostenerstattung: Rechnungen bei der AOK einreichen

Noch nicht zurückerstattete Rechnungen für selbst bestelltes Material können Sie als Sprechstundenbedarf abrechnen (Rechnungsdatum frühestens 26. März 2020, Lieferdatum spätestens 10. Juni 2020) – selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass Sie als Praxis überhaupt Sprechstundenbedarf abrechnen können und dürfen. Ihre bereits bezahlte Originalrechnung reichen Sie gemeinsam mit einem korrekt und vollständig ausgefüllten unterschriebenen Sprechstunden­bedarfsrezept (Muster 16), einem Zahlungsnachweis und Ihrer Bankverbindung ein: 

AOK Baden-Württemberg
Servicestelle Arzneimittelabrechnung und -prüfung
Schorndorfer Straße 32
71332 Waiblingen 

Nur für folgende Schutzausrüstung werden die Kosten im Zusammenhang mit COVID-19 über Sprechstundenbedarf zurückerstattet:

  • OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz)
  • partikelfiltrierende Atemschutzmasken, sog. Filtering Face Pieces – FFP (Schutzstufe FFP2; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, z. B. Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können)
  • langärmelige, mindestens flüssigkeitsabweisende Schutzkittel mit Rückenschluss und Abschlussbündchen an den Armen (z. B. nach DIN EN 14126:2004-01)
  • Schutzbrillen

Kommen die Unterlagen später als drei Monate nach Ende des Lieferungsquartals dort an, zahlt die AOK nicht!

Rechnungen vor 26. März: Materialkosten auf Namen des Patienten

Rechnungen für Schutzausrüstung mit Datum vor dem 26. März 2020 können Sie patientenbezogen als Materialkosten abrechnen (außer Schutzbrillen), wenn der Fall mit der Pseudo-GOP 88240 gekennzeichnet ist – ausnahmsweise und nur bei wirtschaftlichem Bezug. Sonstige Materialien (z. B. Einmalhandschuhe, Hände- und Flächendesinfektionsmittel) sind mit den Praxiskosten abgegolten.

Material nur für GKV-Patienten

Die über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abgerechnete Schutzausrüstung darf ausschließlich für gesetzlich krankenversicherte Patienten (GKV-Patienten inklusive Selektivfälle) verwendet worden sein.

Hygienemaßnahmen bei Corona-Verdachtsfällen

  • Patienten mit Verdacht auf eine Infektion möglichst zum Ende der regulären Sprechstunde einbestellen. Ziel ist es, dass sie nicht mit anderen – insbesondere chronisch kranken – Patienten in Kontakt kommen (Praxisorganisation anpassen).
  • Patienten zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutz-Maske (MNS) – möglichst gemäß DIN EN 14683 – auffordern und dann nach Möglichkeit in einem separaten Raum unterbringen 
  • Abstand von von 1,5 bis 2 Metern einhalten, wann immer möglich
  • Tragen von persönlicher Schutzausrüstung je nach Art und Umfang der Exposition (z. B. Mund-Nasen-Schutz, Einweghandschuhe, FFP-Masken, Schutzkittel, Schutzbrille). Da die Übertragung von SARS-CoV-2 nach aktueller Studienlage auch über Aerosole erfolgt, werden Masken mit hohem Wirkungsgrad mittlerweile auch für Ärzte und Praxispersonal in folgenden Fällen empfohlen:
    • FFP2-Masken tragen beim Umgang mit Patienten mit (Verdacht auf) SARS-CoV-2-Infektion.
    • FFP3-Masken tragen bei Aerosol-bildenden Maßnahmen (z. B. Intubation, Bronchoskopie) bei Patienten mit (Verdacht auf) SARS-CoV-2-Infektion.  
  • Desinfektion der Kontaktflächen (mindestens mit begrenzt viruziden Mitteln)

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Die KBV hat eine thematisch geordnete Übersicht zu den Sonderregelungen für die ambulante Versorgung, die bundesweit gelten, zusammengestellt. Hier werden die einzelnen Regelungen kurz erläutert. Die Übersicht wird stetig aktualisiert.

Es gibt nur sehr wenige Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können. Die Entscheidung, ob eine Bescheinigung ausgestellt wird, liegt beim behandelnden Arzt. 

Hier einige Beispiele: 

  • Wenn Patienten erschwert atmen durch chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD, Asthma bronchiale). Allerdings gehören diese Personen auch zu den Risikogruppen bei COVID-19-Erkrankungen und sollten ganz besonders auf ihre eigene Sicherheit achten, wenn sie ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterwegs sind. Gerade schwer Kranke müssen sich selbst schützen, wozu das Tragen einer Maske beitragen kann.
  • Wenn Personen als Begleitpersonen von Schwerhörigen, Gehörlosen oder von Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung unterwegs sind und eine sichere Kommunikation durch eine Mund-Nasen-Bedeckung dieser Begleitpersonen in Frage gestellt ist. 
  • Wenn Patienten unter kognitiven Einschränkungen leiden (z. B. Demenz, geistige Behinderung) und das Tragen von Masken für sie selbst mit erheblichem Stress verbunden ist.

Generell ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie Mund-Nasen-Bedeckungen bzw. Masken gewissenhaft tragen, um Infektionsrisiken zu begrenzen.

Die derzeit beste erreichbare wissenschaftliche Beweislage auf der Grundlage epidemiologischer Beobachtungsstudien unterstreicht die Wirksamkeit der Hygienemaßnahmen. Ganz besonders gilt dies für die körperliche Distanzierung. Diese Evidenz kann als Grundlage für wissenschaftliche Leitlinien dienen. 

Dies ist das Ergebnis einer Übersichtsstudie (Metaanalyse) aus dem ersten Halbjahr 2020 im Auftrag der WHO durch die McMaster Universität in Hamilton, Canada. Die Recherche bezog sich auf 172 Beobachtungstudien in 16 Ländern und 6 Kontinenten. 44 Vergleichsstudien mit 25.697 Patienten wurden als relevant eingestuft und in die Metaanalyse einbezogen. 

Die maximale Beweiskraft ist jedoch erst mit einer randomisiert kontrollierten Studie (RCT) erreichbar. Die WHO hat eine solche Studie bei der McMaster Universität in Auftrag gegeben. Mit Ergebnissen wird zum Ende des zweiten Halbjahres 2020 gerechnet.

Die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration der Bundesregierung veröffentlicht auf ihrer Homepage Poster mit Grafiken und wichtigen Informationen zum Thema Coronavirus in vielen verschiedenen Sprachen. Es geht um die wichtigsten Regeln zu den Themen Gesundheit, Öffentliches Leben (Arbeiten und Geld) und Reisen. Die Beschlüsse von Bundesregierung und Bundesländern zu den Kontaktbeschränkungen sind hier ebenfalls als Übersetzungen abrufbar (Link unten).

Das Robert Koch-Institut (RKI) bietet seinen Flyer mit Hinweisen für nicht erkrankte Kontaktpersonen von COVID-19-Patienten sowie den Flyer für Patienten in häus­licher Iso­lierung bei be­stätig­ter COVID-19-Er­kran­kung neben Deutsch in folgenden Sprachen an:

  • Albanisch
  • Arabisch
  • Bulgarisch
  • Englisch
  • Französisch
  • Persisch
  • Polnisch
  • Rumänisch
  • Russisch
  • Slowakisch
  • Spanisch
  • Tschechisch
  • Türkisch
  • Ungarisch

Ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Abstand von 1,50 Meter zwischen Therapeut und Patient zuverlässig zu erreichen ist, können Sie den MNS für die Dauer der Behandlung abnehmen (laut Abstimmung mit dem Sozialministerium und dem Landesgesundheitsamt). 

Hinweis: Das gilt nur, wenn keiner der Beteiligten Symptome einer akuten Atemwegsinfektion zeigt! Bei symptomatischen Beteiligten oder bei besonders gefährdeten/vulnerablen Personen sind weiterführende Schutzmaßnahmen zu beachten.

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahre)
  • Raucher
  • stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis)
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

Quelle: SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) des RKI

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt ein Merkblatt für chronisch kranke Menschen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung, das sich alss Aushang im Wartezimmer oder zur Information Ihrer Patienten eignet.

Merkblatt für chronisch kranke Menschen der BZgA

SSB-Regelung läuft aus

Zum 10. Juni 2020 ist die Ausnahmeregelung ausgelaufen, die Praxen ermöglichte, selbst beschaffte Schutzausrüstung im Zusammenhang mit COVID-19 über Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen.

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Kostenerstattung: Rechnungen bei der AOK einreichen

Noch nicht zurückerstattete Rechnungen für selbst bestelltes Material können Sie als Sprechstundenbedarf abrechnen (Rechnungsdatum frühestens 26. März 2020, Lieferdatum spätestens 10. Juni 2020) – selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass Sie als Praxis überhaupt Sprechstundenbedarf abrechnen können und dürfen. Ihre bereits bezahlte Originalrechnung reichen Sie gemeinsam mit einem korrekt und vollständig ausgefüllten unterschriebenen Sprechstunden­bedarfsrezept (Muster 16), einem Zahlungsnachweis und Ihrer Bankverbindung ein: 

AOK Baden-Württemberg
Servicestelle Arzneimittelabrechnung und -prüfung
Schorndorfer Straße 32
71332 Waiblingen 

Nur für folgende Schutzausrüstung werden die Kosten im Zusammenhang mit COVID-19 über Sprechstundenbedarf zurückerstattet:

  • OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz)
  • partikelfiltrierende Atemschutzmasken, sog. Filtering Face Pieces – FFP (Schutzstufe FFP2; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, z. B. Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können)
  • langärmelige, mindestens flüssigkeitsabweisende Schutzkittel mit Rückenschluss und Abschlussbündchen an den Armen (z. B. nach DIN EN 14126:2004-01)
  • Schutzbrillen

Kommen die Unterlagen später als drei Monate nach Ende des Lieferungsquartals dort an, zahlt die AOK nicht!

Rechnungen vor 26. März: Materialkosten auf Namen des Patienten

Rechnungen für Schutzausrüstung mit Datum vor dem 26. März 2020 können Sie patientenbezogen als Materialkosten abrechnen (außer Schutzbrillen), wenn der Fall mit der Pseudo-GOP 88240 gekennzeichnet ist – ausnahmsweise und nur bei wirtschaftlichem Bezug. Sonstige Materialien (z. B. Einmalhandschuhe, Hände- und Flächendesinfektionsmittel) sind mit den Praxiskosten abgegolten.

Material nur für GKV-Patienten

Die über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abgerechnete Schutzausrüstung darf ausschließlich für gesetzlich krankenversicherte Patienten (GKV-Patienten inklusive Selektivfälle) verwendet worden sein.

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Direktkontakt

Auskunft zu Sprechstundenbedarf
0711 7875-3660
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr
Praxisservice
0711 7875-3300
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Ja. Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (nicht-medizinische Alltagsmaske oder eine vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung) ist in der Corona-Verordnung des Landes unter § 3 geregelt.

Laut Tenor der aktuellen Rechtsverordnung des Landes Baden-Württemberg über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind elektive Leistungen wie Vorsorgen und ambulante Operationen wieder zulässig, wenn die erforderlichen Hygienestandards eingehalten werden können.

Zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen zählen insbesondere:

Konsequente Patienten-Separierung

  • Patienten, die Symptome einer Atemwegserkrankung zeigen, sollen sich telefonisch anmelden.
  • Patienten mit respiratorischen Symptomen sollten organisatorisch (zeitlich und/oder räumlich) von Patienten mit anderen Erkrankungen getrennt werden.
  • Wartebereich so gestalten, dass erforderliche Abstände eingehalten werden.

Masken für Patienten

  • Bereits bei der Terminvereinbarung auf Mund-Nasen-Bedeckung hinweisen.
  • Alle Patienten legen vor Betreten der Praxis einen Mundschutz an („Community Maske“ oder bevorzugt medizinischen Mund-Nasen-Schutz, wenn verfügbar), sofern es der Gesundheitszustand zulässt.
  • Sofern genügend medizinischer Mund-Nasen-Schutz vorhanden ist, soll der Patient seine mitgebrachte „Community Maske“ gegen einen solchen eintauschen; auf dicht anliegenden Sitz ist zu achten.

Masken für Personal

  • Bei Tätigkeiten an Patienten ohne COVID-19-Verdacht ist ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz für alle Beteiligten ausreichend.
  • Bei Tätigkeiten mit der Wahrscheinlichkeit von Speichelkontakt und insbesondere an COVID-19-verdächtigen Patienten ist persönliche Schutzausrüstung nach Art und Umfang der Exposition zu wählen.
    • FFP2-Maske bei < 1,5 Meter Abstand
    • FFP2-Maske bei möglicher Freisetzung von Aerosolen (z. B. starkem Husten des Patienten, orale Inspektion)
    • FFP2-Maske, wenn Patient nicht zeitgleich einen Mund-Nasen-Schutz trägt
    • FFP3-Maske bei sehr hohem Infektionsrisiko durch Aerosole (z. B. Bronchoskopie)
    • Schutzkittel bei vorhersehbarem Kontakt der Arbeitskleidung mit dem Patienten
    • Schutzbrille / Visier bei der Gefahr des Verspritzens von Körperflüssigkeiten

Ohne Hygienestandards kein Regelbetrieb

Sollten Sie die erforderlichen Maßnahmen nicht einhalten können, unterlassen Sie elektive Behandlungen beschränken Sie die medizinische Versorgung in Ihrer Praxis auf nicht verschiebbare Behandlungen!

Wir haben Masken für Sie

Der regelmäßige Nachschub von Schutzmasken an die Praxen ist inzwischen gesichert: Bestellungen unter www.kvbawue.de/schutzbedarf. Lieferengpässe bestehen noch bei Schutzkitteln. Bitte achten Sie hier besonders auf ressourcenschonenden Einsatz.

Eigenverantwortung & Maskenpflicht

Alles, was Sie tun, ist eine individuelle Entscheidung Ihrerseits in Verantwortung gegenüber Ihren Patienten, Ihrem Personal und gegenüber sich selbst und auch Ihrer Familie. Mit der Verordnung des Sozialministeriums über die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in Praxen (Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Arztpraxen ist zwischenzeitlich nicht mehr in einer separaten Verordnung, sondern in der Corona-Verordnung des Landes unter § 3 geregelt.) besteht Maskenpflicht in Arztpraxen in Baden-Württemberg!

Wann welche Maske?

Die erforderlichen Schutzmaßnahmen hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in überaus übersichtlicher Form zusammengestellt. Diese Übersicht über die verschiedenen Arten von Masken und Atemschutz, deren Schutzniveau und Einsatzbereiche finden Sie hier:

Wichtig ist, richtig mit der Mund-Nasen-Bedeckung umzugehen. Die Bedeckung muss durchgehend eng anliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden; sie darf während des Tragens nicht zurechtgezupft werden und auch nicht um den Hals getragen werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt ein Merkblatt für Bürger zur Verfügung.

Maskenpflicht in Arztpraxen?

Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Arztpraxen ist jetzt in der Corona-Verordnung des Landes unter § 3 geregelt.
Landesregierung: Corona-Verordnung Baden-Württemberg

Mit dem CE-Zeichen dokumentieren Hersteller, dass ihr Produkt die EU-Richtlinien erfüllt. Derzeit werden Atemschutzmasken mit sehr ähnlich aussehenden gefälschten CE-Kennzeichen angeboten (CE = „China Export“). Bei Zweifeln gilt: „Finger weg!“ Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gibt Detailinformationen dazu, wie die originale CE-Kennzeichnung aussehen muss (Link unten).

Sämtliche Atemschutzmasken, die die KVBW selbst beschafft hat, erfüllen den geltenden Prüfstandard für den Einsatz gegen SARS-CoV-2 (COVID-19)! Das gilt auch für Masken ohne CE-Kennzeichen, die vergleichbaren Standards von Nicht-EU-Ländern entsprechen. Die Entscheidung, ob und von wem Sie zusätzlich weiteres Schutzmaterial beziehen, liegt in Ihrer Eigenverantwortung.

Der Standard N95 der National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH, USA) entspricht im Wesentlichen den hiesigen Anforderungen an FFP2-Masken.

Während der COVID-19 Pandemie dürfen Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich Masken einsetzen, die vergleichbaren Standards von Nicht-EU-Ländern entsprechen und dortige Zulassungsverfahren durchlaufen haben. FFP-Masken, die beispielsweise in den Vereinigten Staaten von Amerika zugelassen sind, gelten derzeit auch in Deutschland als verkehrsfähig. Zu beachten ist dabei jedoch, dass diese Produkte ohne CE-Kennzeichnung nur medizinischen Fachkräften und nur für die Dauer der derzeitigen Gesundheits­bedrohung zur Verfügung stehen dürfen.

Aus der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg (§ 3 Abs. 2) geht hervor, dass eine Ausnahme von der Maskenpflicht besteht, wenn das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung aus medizinischen Gründen unzumutbar ist. Da die Pflicht zum Tragen der Masken aus einer Rechtsverordnung des Landes resultiert, kann der Arzt keine Befreiung von dieser Pflicht aussprechen. 

Allerdings ist es möglich, dass der Arzt dem Patienten attestiert, dass ihm aus medizinischen Gründen das Tragen einer Maske im Sinne der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg unzumutbar ist. Ob für ein solches Attest eine Angabe der genauen Erkrankung notwendig ist, wurde bisher von der Landesregierung nicht konkretisiert. Allerdings spricht nichts dagegen, wenn der Patient dies ausdrücklich verlangt. Dieser Wunsch des Patienten sollte zumindest dezidiert in die Dokumentation des Arztes einfließen.

Folgende Mustervorlage können Sie nutzen:

Das Robert Koch Institut (RKI) veranschaulicht jetzt in vier anschaulich bebilderten Anleitungen, wie Sie und Ihre Mitarbeiter Atemschutzmasken und Schutzbrillen sowie Schutzhandschuhe korrekt an- und ausziehen und was die häufigsten Fehler dabei sind. Bitte achten Sie immer darauf, alle Schritte genauso durchzuführen wie in der Anleitung vorgegeben. Nur so ist die maximale Sicherheitsleistung garantiert.

Atemschutzmaske und Schutzbrille sicher anlegen

Schutzbrille und Atemschutzmaske sicher ablegen

Schutzhandschuhe sicher ausziehen

Atemschutzmaske: Häufige Anwendungsfehler

Ja. Sollten Sie Material benötigen, nutzen Sie bitte unser Online-Bestellformular: www.kvbawue.de/schutzbedarf

Wenn Sie aktuell Bedarf an Schutzausrüstung für Ihre Praxis haben, nutzen Sie bitte unser Online-Bestellformular: www.kvbawue.de/schutzbedarf Wir beliefern Sie dann kostenlos.

Bitte halten Sie hierzu Ihre lebenslange Arztnummer (LANR) sowie die GKV-Fallzahl der Gesamtpraxis (alle Standorte) bereit, sodass wir die Schutzausrüstung bedarfsgerecht verteilen können. Diese Daten nutzen wir ausschließlich zum Zweck der Bearbeitung Ihrer Anfrage. Es genügt, wenn ein Arzt pro Praxis bestellt.

Nein. Es besteht keine Möglichkeit, Hände- und Flächendesinfektionsmittel über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abzurechnen. Diese Kosten sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten.

Nein, da Schutzbrillen in der Regel nach Desinfektion/Sterilisierung wiederverwendbar und deshalb mit den Praxiskosten abgegolten sind.

Eine Ausnahmeregelung (gültig: 26. März 2020 bis zum 10. Juni 2020) ermöglichte, Schutzbrillen für die Diagnostik und Behandlung von COVID19-Verdachtsfällen als Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen (mehr erfahren »).

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Dauer und Art des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person in verschiedene Kategorien ein und hat Empfehlungen veröffentlicht, wie medizinisches Personal bei einer SARS-CoV-2-Exposition vorgehen soll.

Ja. Da das Virus leicht übertragbar ist, hat das Robert Koch-Institut (RKI) einen Flyer mit Handlungsempfehlungen für Patienten und Angehörige zur häuslichen Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung entwickelt.

In einem weiteren Flyer gibt das RKI Hinweise für nicht erkrankte Kontaktpersonen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne befinden.

Getragene Masken sollten Sie nach der Schicht entsorgen. Neben den Schutzstufen finden sich auf FFP-Masken noch weitere Kennzeichen. Diese gelten gleichermaßen für FFP1-Masken, FFP2-Masken und FFP3-Masken. FFP-Masken mit der Kennzeichnung NR (non reusable) sind zum Gebrauch für eine Schicht bestimmt.

Aufgrund der hohen Nachfrage und damit verbundenen Lieferschwierigkeiten gibt es derzeit einen Mangel an Schutzausrüstung. Die KVBW ist setzt alles daran, ihren Mitgliedern Material zur Verfügung zu stellen, damit die Behandelnden bestmöglich geschützt sind und die Patientenversorgung weitestgehend aufrechterhalten werden kann.

Die von der KVBW beschaffte und zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung bietet bei korrekter Handhabung den notwendigen Schutz für den Träger. Aufgrund der schwierigen Situation bei der Materialbeschaffung kann es sein, dass wir Schutzausrüstung zur Verfügung stellen, die weit über den notwendigen Schutz hinausgeht, beispielsweise Overalls statt Schutzkittel, die eigentlich als ausreichend gelten. Derartige Schutzausrüstungen sind oftmals für Bereiche außerhalb des Gesundheitswesens hergestellt. Auch bei den Overalls gibt es Unterschiede: Manche haben Kapuze und Schuhe, andere wiederum nicht. 

Die zur Verfügung gestellten Atemschutzmasken unterscheiden sich ebenfalls, sowohl optisch als auch von der Bezeichnung. Die Masken können die Bezeichnungen FFP2, FFP3, N95 oder KN95 tragen. Einige Masken sind mit einem Ausatemfilter versehen, welcher ein längeres Tragen angenehmer machen kann. Eine ausreichende Schutzwirkung aller Atemschutzmasken ist aber gegeben.

Um sowohl den Infektionsschutz durch einen adäquaten Umgang mit Kontakt­personen weiterhin zu gewährleisten als auch die medizinische Versorgung bei einem möglichen Personalmangel zu sichern, hat das RKI Handlungsoptionen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel eröffnet. Entsprechend der RKI-Information ergeben sich für den Arzt verschiedene Handlungsoptionen.

Wir empfehlen, das Vorgehen mit Ihrem örtlichen Gesundheitsamt abzustimmen.

Bei Symptomen direkt zum Test

  • Medizinpersonal mit Krankheitssymptomen kann umgehend getestet werden!
  • Symptomatisches oder positiv getestetes medizinisches Personal darf die berufliche Tätigkeit erst wieder aufnehmen:
    • Bei zuvor schwerem COVID-19-Verlauf (mit Sauerstoffbedürftigkeit) gilt: mind. 48 Stunden Symptomfreiheit PLUS frühestens 10 Tage nach Symptombeginn PLUS PCR-Untersuchung
    • Bei zuvor leichtem COVID-19-Verlauf (ohne Sauerstoffbedürftigkeit) gilt: mind. 48 Stunden Symptomfreiheit PLUS frühestens 10 Tage nach Symptombeginn
    • Bei zuvor asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion: frühestens 10 Tage nach Erstnachweis des Erregers
    • In Situationen mit akutem Personalmangel kann bei leichtem Verlauf eine Verkürzung der 10-tägigen Isolationsdauer im Einzelfall erwogen werden – nach Erreichen von 48 Stunden Symptomfreiheit und Vorliegen von zwei negativen PCR-Untersuchungen im Abstand von mindestens 24 Stunden

Die Einschätzung, welche Termine arztseitig abgesagt werden, obliegt dem jeweils behandelnden Arzt. Hier ist eine sorgsame Risikoabwägung erforderlich. Einfließen sollten dabei die Dringlichkeit der Behandlung (das Risiko für Leib und Leben des Patienten) und andererseits das Risiko für Arzt und Praxispersonal für eine Infektion. Eine allgemeingültige Handlungsempfehlung ist hier nicht möglich. Bisher geregelte Intervalle von Vorsorgeuntersuchungen sowie DMP-Dokumentationen werden ausgesetzt bzw. angepasst, sodass zumindest die Möglichkeit besteht, entsprechende Termine zu verschieben. Wenn Termine abgesagt werden, dokumentieren Sie das bitte. 

Ärzte können sich über das Portal der Landesärztekammer (LÄK) über verfügbare Desinfektionsmittel-Bestände informieren. 

Landesapothekerkammer und Ärztekammer haben gemeinsam ein Desinfektionsmittel-Bestandsportal eingerichtet. Zum Abruf der Informationen ist ein Login in das Portal der Landesärztekammer Baden-Württemberg erforderlich.

Ja, wir empfehlen, sich hierzu mit Ihrer Apotheke vor Ort abzusprechen. Händedesinfektionsmittel müssen sporenfrei abgefüllt werden. In einigen Apotheken gibt es die entsprechende baulichen und materiellen Ausstattung dafür (in den Arztpraxen in der Regel nicht).

Die WHO hat beispielsweise eine Rezeptur mit viruzider Wirkung veröffentlicht, die in der Apotheke hergestellt werden kann.

  • 2-Propanol 75,15 ml
  • Wasserstoffperoxid 3 % 4,17 ml
  • Glycerol 98 % 1,45 ml
  • Gereinigtes Wasser auf 100,00 ml

Die Allgemeinverfügung der Bundesstelle für Chemikalien gilt für die Herstellung und das Inverkehrbringen durch Apotheken und die pharmazeutische Industrie in Deutschland zur Verwendung durch die breite Öffentlichkeit der oben genannten, von der WHO empfohlenen Formulierung eines Mittels zur Händedesinfektion. Zudem gilt sie für:

  • 2-Propanol-Wasser-Gemisch 70 % (V/V)

Die Ausnahmeregelung gilt befristet bis zum 8. Oktober 2020. Sie kann jederzeit durch die Bundesstelle für Chemikalien widerrufen werden.

Die Kosten für Händedesinfektionsmittel sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten. Die Rezeptur kann somit weder als Sprechstundenbedarf verordnet werden noch als Materialkosten abgerechnet werden. 

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid” (wirksam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid PLUS” oder „viruzid” anzuwenden.

Informationen zur Desinfektion bei Viren sind in der entsprechenden Stellungnahme des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI enthalten. Geeignete Mittel enthalten die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (RKI-Liste) und die Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH-Liste). Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

Letzte Aktualisierung: 14.09.2020