Hygienemaßnahmen & Schutzausrüstung

Schützen Sie sich und Ihre Patienten

Die konkrete Umsetzung von Hygienemaßnahmen in der Praxis bei Verdacht auf Infektionen mit SARS-CoV-2 soll unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten und in Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt erfolgen.

Wo bekomme ich Schutzkleidung und Desinfektionsmittel?

Das Bundesgesundheitsministerium beschafft derzeit zentral Masken und Material. Parallel dazu setzen wir gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg tagtäglich alles daran, Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel zu organisieren. Die ersten Lieferungen haben wir versendet, das Material reicht aber noch lange nicht aus. Wir bleiben am Ball, um vorrangig die Primärversorger schnellstmöglich zu bedienen. Bleiben Sie weiterhin mit Ihren Lieferanten in Kontakt, um zu erfahren, wann Schutzkleidung wieder lieferbar ist.

Mehrfachverwendung von FFP-Masken und MNS

Das RKI hat im Rahmen einer Sonderregelung für die aktuelle Situation, in der FFP-Masken und MNS eine knappe Ressource darstellen, Hinweise zur Mehrfach­verwendung veröffentlicht (» mehr erfahren).

Ressourcenschonender Umgang mit Schutzausrüstung

Unsere Anleitung für Sie: Tabelle: Schutzausrüstung effizient nutzen

Hygienemaßnahmen bei Corona-Verdachtsfällen

  • Patienten mit Verdacht auf eine Infektion möglichst nach Ende der regulären Sprechstunde einbestellen, damit sie nicht mit anderen – insbesondere chronisch kranken – Patienten in Kontakt kommen (ggf. Praxisorganisation anpassen).
  • Patienten nach Möglichkeit in einem separaten Raum unterbringen und ihnen einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) anlegen, falls toleriert
  • Abstand von von 1 bis 2 Metern einhalten, wann immer möglich
  • Tragen von persönlicher Schutzausrüstung je nach Art und Umfang der Exposition (z. B. Mund-Nasen-Schutz, Einweghandschuhe, FFP-Masken, Schutzkittel, Schutzbrille). In vielen Fällen ist ein MNS ausreichend. Bei Maßnahmen, die Tröpfchen und Aerosole freisetzen, ist eine FFP2-Maske erforderlich.
  • Desinfektion der Kontaktflächen (mindestens mit begrenzt viruziden Mitteln)

Schutzausrüstung als Sprechstundenbedarf

OP-Masken, Schutzkittel, Atemschutzmasken (Filtering Face Pieces – FFP bei ausgeprägter Exposition, z. B. Bronchoskopie) und Schutzbrillen können Sie ausnahmsweise und ausschließlich für die Diagnostik und Betreuung bei Verdachtsfällen des SARS-CoV-2  als Sprechstundenbedarf abrechnen (per Direktabrechnung oder Kostenerstattung, unabhängig davon, wer Ihr Lieferant ist).

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Ja. Das gilt für Personal mit begrenztem Expositionsrisiko unter den aktuellen Umständen. Mindestens FFP2-Masken sind für die behandelnde Person bei Maßnahmen erforderlich, die mit einer Aerosolexposition einhergehen (z. B. Bronchoskopie).

Das RKI hat  am 8. April eine Klarstellung zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz veröffentlicht:

„Ein mehrlagiger medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS) ist geeignet, die Freisetzung erregerhaltiger Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum des Trägers zu behindern und dient primär dem Schutz des Gegenübers (Fremdschutz). Gleichzeitig kann er den Träger vor der Aufnahme von Tröpfchen oder Spritzern über Mund oder Nase, z. B. aus dem Nasen-Rachen-Raum des Gegenübers, schützen (Eigenschutz).

Aufgrund dieser Eigenschaften wird das generelle Tragen von MNS durch sämtliches Personal mit direktem Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen auch außerhalb der direkten Versorgung von COVID-19-Patienten aus Gründen des Patientenschutzes während der Pandemie empfohlen.

Durch das korrekte Tragen von MNS innerhalb der medizinischen Einrichtungen kann das Übertragungsrisiko auf Patienten und anderes medizinisches Personal bei einem Kontakt von <1,5 m reduziert werden. Atemschutzmasken mit Ausatemventil sind nicht zum Drittschutz geeignet.“

Nein, der von den Gesetzlichen Krankenversicherungen Baden-Württemberg (GKV BW) finanzierte Sprechstundenbedarf (SSB) darf nur für gesetzlich krankenversicherte Patienten (GKV-Patienten inklusive Selektivfälle) verwendet werden. 

Zur Bestellung und korrekten Abrechnung von MNS-Masken, Schutzkitteln, FFP2- und FFP3-Masken und Schutzbrillen sind folgende Vorgehensweisen möglich:

Direktabrechnung

Haben Sie einen lieferfähigen Lieferanten gefunden, der direkt mit der AOK abrechnet, dann bestellen sie bei diesem Lieferanten die Schutzausrüstung für Ihre GKV-Patienten und Privatpatienten auf zwei getrennten Rechnungen. Das Sprechstundenbedarfsrezept mit den Schutzausrüstungen für die GKV-Patienten geht an den Lieferanten, der Lieferant kümmert sich um die Abrechnung der AOK. Bei der Direktabrechnung darf das SSB-Rezept nur den für die GKV Patienten benötigten Sprechstundenbedarf enthalten.

Kostenerstattung

Bei der Möglichkeit der Kostenerstattung wird neben der Originalrechnung mit Zahlungsnachweis auch das fertig ausgefüllte Sprechstundenbedarfsrezept zur Abrechnung bei der AOK eingereicht. Falls die ausgestellte Rechnung, die Sie per Kostenerstattung mit der GKV abrechnen wollen, sowohl für den Bedarf der GKV- als auch der Privatpatienten umfasst, ist dies dringend kenntlich zu machen. Die AOK bezahlt dann nur den Teil der Rechnung, der für die GKV Patienten bestimmt ist.

Die Kosten der Schutzausrüstung, die Sie bei der Behandlung Ihres Privatpatienten gebraucht haben, stellen Sie dann dem Privatpatienten in Rechnung.

Sonderfall Sonstige Kostenträger

Hier machen Sie die Kosten für die verbrauchte Schutzausrüstung auf dem Behandlungsausweis bei der Abrechnung geltend.

Bitte beachten Sie: Hände- und Flächendesinfektionsmittel können generell nicht über Sprechstundebedarf bezogen werden.

Dokumente zum Download

Direktkontakt

Auskunft zu Sprechstundenbedarf
0711 7875-3660
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Seit 26. März 2020 und vorläufig bis zum 10. Juni 2020 besteht ausnahmsweise die Möglichkeit

  • OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz)
  • partikelfiltrierende Atemschutzmasken, sog. Filtering Face Pieces – FFP (Schutzstufe FFP2; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, z. B. Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können)
  • langärmelige, mindestens flüssigkeitsabweisende Schutzkittel mit Rückenschluss und Abschlussbündchen an den Armen (z. B. nach DIN EN 14126:2004-01)
  • Schutzbrillen

für die Diagnostik und Behandlung von COVID19-Verdachtsfällen als Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen. Es gibt zwei mögliche Abrechnungswege, die Direktabrechnung und die Kostenerstattung, unabhängig davon, wer der Lieferant ist.

Direktabrechnung

Sprechstundenbedarfsrezept (Muster 16) korrekt und vollständig maschinell ausfüllen und unterschreiben. Der Lieferant kümmert sich um die weitere Abrechnung.

Kostenerstattung

Sprechstundenbedarfsrezept (Muster 16) korrekt und vollständig ausfüllen (maschinell oder von Hand) als Kostenträger GKV BW eintragen (das Lieferantenfeld darf leer bleiben), unterschreiben und zusammen mit der bereits bezahlten Original-Rechnung mit Zahlungsnachweis und Ihrer Bankverbindung einreichen an:

AOK Baden-Württemberg
Servicestelle Arzneimittelabrechnung und -prüfung
Schorndorfer Straße 32
71332 Waiblingen

Die Unterlagen müssen spätestens drei Monate nach Ende des Lieferungsquartals bei der AOK angekommen sein. Zu spät eingereichte Rechnungen werden leider nicht bezahlt.

Der Weg der Kostenerstattung empfiehlt sich, wenn der Lieferant selbst keine Möglichkeit hat, mit der AOK BW den Sprechstundenbedarf direkt abzurechnen (wenn Sie das Material zum Beispiel über eine Kaufgemeinschaft beziehen).

Restbestände dieser Schutzmittel, die vor dem 26. März beschafft wurden, können noch, ausnahmsweise und nur bei wirtschaftlichem Bezug, patientenbezogen als Materialkosten abgerechnet werden (außer Schutzbrilen), wenn der Fall mit der Pseudo-GOP 88240 gekennzeichnet ist. Sonstige Materialien sind mit den Praxiskosten abgegolten.

Es besteht keine Möglichkeit, Einmalhandschuhe, Hände- und Flächendesinfektionsmittel über Sprechstundenbedarf oder Materialkosten abzurechnen.

Kostenerstattung: Das Lieferantenfeld rechts oben auf dem Rezept können Sie im Zweifelsfall leer lassen.

Dokumente zum Download

Direktkontakt

Auskunft zu Sprechstundenbedarf
0711 7875-3660
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Die KBV hat eine thematisch geordnete Übersicht zu den Sonderregelungen für die ambulante Versorgung, die bundesweit gelten, zusammengestellt. Hier werden die einzelnen Regelungen kurz erläutert. Diese Liste haben wir um um zwei Seiten ergänzt, die zeigen, welche Ausnahmen wir ergänzend für Baden-Württemberg erreichen konnten. Die Übersicht wird stetig erweitert und aktualisiert, wenn neue Einigungen mit den zuständigen Stellen erreicht werden konnten.

Nein. Es besteht keine Möglichkeit, Hände- und Flächendesinfektionsmittel über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abzurechnen. Diese Kosten sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten.

Nein, da Schutzbrillen in der Regel nach Desinfektion/Sterilisierung wiederverwendbar und deshalb mit den Praxiskosten abgegolten sind.

Eine Ausnahmeregelung (gültig: 26. März 2020 vorläufig bis zum 10. Juni 2020) ermöglicht Schutzbrillen für die Diagnostik und Behandlung von COVID19-Verdachtsfällen als Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen (mehr erfahren »).

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Dauer und Art des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person in verschiedene Kategorien ein und hat Empfehlungen veröffentlicht, wie medizinisches Personal bei einer SARS-CoV-2-Exposition vorgehen soll.

Zwei neue Infografiken des RKI machen das Vorgehen anschaulich.

Ja. Da das Virus leicht übertragbar ist, hat das Robert Koch-Institut (RKI) einen Flyer mit Handlungsempfehlungen für Patienten und Angehörige zur häuslichen Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung entwickelt.

In einem weiteren Flyer gibt das RKI Hinweise für nicht erkrankte Kontaktpersonen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne befinden.

Inzwischen sind bei uns FFP2-Masken, Mund-Nasenschutz und andere Schutzausrüstungsartikel eingetroffen, die wir weitgehend selbst auf dem Markt beschafft haben. Das versetzt uns endlich in die Lage, den überwiegenden Teil der über 15.000 Praxen in Baden-Württemberg mit Schutzausrüstung zu versorgen.

Wir liefern Ihnen Masken, Schutzkittel, Einmal-Handschuhe und Mund-Nasen-Schutz. Leider ist nicht so viel Material gekommen, dass wir Ihnen große Mengen liefern können. Wir gehen davon aus, dass das Material Ende KW 14 / Anfang KW 15 bei unseren Mitgliedern eintrifft. Bitte sehen Sie von Rückfragen ab, Sie werden automatisch beliefert – vorrangig die Fachgruppen, die Primärversorger von COVID-19-Fällen bzw. einem hohen Risiko einer Tröpfcheninfektion ausgesetzt sind. Dieser Prozess ist dynamisch und wird von uns angepasst, sobald mehr Material verfügbar ist.

Danke für Ihre Geduld und Ihr Verständnis und Ihren Einsatz für die Menschen im Land!

Getragene Masken sollten Sie nach der Schicht entsorgen. Neben den Schutzstufen finden sich auf FFP-Masken noch weitere Kennzeichen. Diese gelten gleichermaßen für FFP1-Masken, FFP2-Masken und FFP3-Masken. FFP-Masken mit der Kennzeichnung NR (non reusable) sind zum Gebrauch für eine Schicht bestimmt.

Persönliche Schutzausrüstung ist ein wichtiges und knappes Gut! Bitte beachten Sie daher unbedingt unsere Hinweise zum ressourcenschonenden Einsatz.

Aufgrund der hohen Nachfrage und damit verbundenen Lieferschwierigkeiten gibt es derzeit einen Mangel an Schutzausrüstung. Die KVBW ist setzt alles daran, ihren Mitgliedern Material zur Verfügung zu stellen, damit die Behandelnden bestmöglich geschützt sind und die Patientenversorgung weitestgehend aufrechterhalten werden kann.

Die von der KVBW beschaffte und zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung bietet bei korrekter Handhabung den notwendigen Schutz für den Träger. Aufgrund der schwierigen Situation bei der Materialbeschaffung kann es sein, dass wir Schutzausrüstung zur Verfügung stellen, die weit über den notwendigen Schutz hinausgeht, beispielsweise Overalls statt Schutzkittel, die eigentlich als ausreichend gelten. Derartige Schutzausrüstungen sind oftmals für Bereiche außerhalb des Gesundheitswesens hergestellt. Auch bei den Overalls gibt es Unterschiede: Manche haben Kapuze und Schuhe, andere wiederum nicht. 

Die zur Verfügung gestellten Atemschutzmasken unterscheiden sich ebenfalls, sowohl optisch als auch von der Bezeichnung. Die Masken können die Bezeichnungen FFP2, FFP3, N95 oder KN95 tragen. Einige Masken sind mit einem Ausatemfilter versehen, welcher ein längeres Tragen angenehmer machen kann. Eine ausreichende Schutzwirkung aller Atemschutzmasken ist aber gegeben.

Um sowohl den Infektionsschutz durch einen adäquaten Umgang mit Kontaktpersonen weiterhin zu gewährleisten als auch die medizinische Versorgung bei einem möglichen Personalmangel zu sichern, hat das RKI Handlungsoptionen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel eröffnet. Entsprechend der RKI-Information ergeben sich für den Arzt zwei Fallkonstellationen:

Gehört er der Kategorie Ia an (Medizinisches Personal mit hohem Expositionsrisiko, z. B. ungeschützte relevante Exposition zu Sekreten, Exposition gegenüber Aerosolen von COVID-19-Fällen (z. B. im Rahmen von Bronchoskopie), dann soll er wie folgt vorgehen:

  • 7 Tage nach Exposition in Quarantäne
  • bei Symptomfreiheit: Arbeiten nur mit MNS (Mund Nasenschutz) bis 14 Tage nach Exposition
  • Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • beim Auftreten von Symptomen umgehende Testung auf SARS-CoV-2

Gehört er der Kategorie Ib an (Medizinisches Personal mit begrenztem Expositionsrisiko, z. B. medizinisches Personal mit Kontakt unter 2 m zu Covid-19-Fällen ohne Schutzausrüstung, ≥15 Min face-to-face Kontakt,ohne Exposition wie unter Ia beschrieben), dann kann er ohne Quarantäne wie folgt weiter arbeiten:

  • bei Symptomfreiheit: Arbeiten nur mit MNS (Mund Nasenschutz) bis 14 Tage nach Exposition
  • Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • beim Auftreten von Symptomen umgehende Testung auf SARS-CoV-2

Wir empfehlen, das Vorgehen mit Ihrem örtlichen Gesundheitsamt abzustimmen.

Bei Symptomen direkt zum Test

  • Medizinpersonal mit Krankheitssymptomen muss umgehend getestet werden!
  • Positiv getestetes medizinisches Personal darf erst bei Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden und zwei negativen SARS-CoV-2-Tests im Abstand von 24 Stunden wieder Nicht-COVID-19-Patienten versorgen.

Die Einschätzung, welche Termine arztseitig abgesagt werden, obliegt dem jeweils behandelnden Arzt. Hier ist eine sorgsame Risikoabwägung erforderlich. Einfließen sollten dabei die Dringlichkeit der Behandlung (das Risiko für Leib und Leben des Patienten) und andererseits das Risiko für Arzt und Praxispersonal für eine Infektion. Eine allgemeingültige Handlungsempfehlung ist hier nicht möglich. Bisher geregelte Intervalle von Vorsorgeuntersuchungen sowie DMP-Dokumentationen werden ausgesetzt bzw. angepasst, sodass zumindest die Möglichkeit besteht, entsprechende Termine zu verschieben. Wenn Termine abgesagt werden, dokumentieren Sie das bitte. 

Ärzte können sich über das Portal der Landesärztekammer (LÄK) ab sofort über verfügbare Desinfektionsmittel-Bestände informieren. 

Landesapothekerkammer und Ärztekammer haben gemeinsam ein Desinfektionsmittel-Bestandsportal eingerichtet. Zum Abruf der Informationen ist ein Login in das Portal der Landesärztekammer Baden-Württemberg erforderlich.

Angesichts der hohen Preise für die Grundsubstanzen auf dem Markt hin und bittet die Kammer um Verständnis für erhöhte Preise. 

Schutzausrüstung bzw. Schutzkleidung ist nach wie vor ein wertvolles schonend zu verwendendes Gut.

Unser Team Hygiene & Medizinprodukte der KVBW hat eine tabellarische Anleitung erstellt. Darin geht es um die Frage: Unter welchen Umständen können Ärzte und MFA Schutzkittel, MNS-Masken und FFP-Masken bei der Versorgung einer Patientenkohorte einsetzen? Diese Anleitung bezieht sich ausschließlich auf Bereiche mit konservativ-internistischer Versorgung und ist auf keinen Fall für den OP gedacht!

Basis ist die Sonderregelung des Robert Koch-Instituts (RKI) zu Mehrfachverwendung für die aktuelle Situation, in der FFP-Masken und Mund-Nase-Schutz (MNS) eine knappe Ressource darstellen, eine Sonderregelung  veröffentlicht.  Diese Ausnahme gilt auf Grund der erhöhten Kontaminationsgefahr nur auf Grund der von der WHO ausgerufenen Notlage in Verbindung mit den aktuellen Lieferengpässen vorläufig bis zum 31. August 2020.

Unten finden Sie eine Mustervorlage für einen Passierschein für eine etwaige Ausgangssperre, mit dem Sie Ihren Mitarbeiterinnen bestätigen können, dass sie in einer Arztpraxis angestellt sind und zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung ihren Arbeitsplatz erreichen müssen.

Dokumente zum Download

Ja, wir empfehlen, sich hierzu mit Ihrer Apotheke vor Ort abzusprechen. Händedesinfektionsmittel müssen sporenfrei abgefüllt werden. In einigen Apotheken gibt es die entsprechende baulichen und materiellen Ausstattung dafür (in den Arztpraxen in der Regel nicht).

Die WHO hat beispielsweise eine Rezeptur mit viruzider Wirkung veröffentlicht, die in der Apotheke hergestellt werden kann.

  • 2-Propanol 75,15 ml
  • Wasserstoffperoxid 3 % 4,17 ml
  • Glycerol 98 % 1,45 ml
  • Gereinigtes Wasser auf 100,00 ml

Die Allgemeinverfügung der Bundesstelle für Chemikalien gilt für die Herstellung und das Inverkehrbringen durch Apotheken und die pharmazeutische Industrie in Deutschland zur Verwendung durch die breite Öffentlichkeit der oben genannten, von der WHO empfohlenen Formulierung eines Mittels zur Händedesinfektion. Zudem gilt sie für:

  • 2-Propanol-Wasser-Gemisch 70 % (V/V)

Die Ausnahmeregelung gilt befristet bis zum 31. August 2020. Sie kann jederzeit durch die Bundesstelle für Chemikalien widerrufen werden.

Die Kosten für Händedesinfektionsmittel sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten. Die Rezeptur kann somit weder als Sprechstundenbedarf verordnet werden noch als Materialkosten abgerechnet werden. 

Die Bundesregierung hat verschiedene Medizingüter zur Bewältigung der Coronakrise eingekauft. Das dazu aufgelegte Programm dient dazu, insbesondere Schutzausrüstung zentral zu beschaffen. Inzwischen konnten wir kleine Tranchen an die Primärversorger ausliefern. Zusätzlich sollten Sie Ihre üblichen Lieferanten bitten, Sie zu informieren, sobald die benötigte Schutzausrüstung für Praxen wieder lieferbar ist.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für die aktuelle Situation, in der FFP-Masken und MNS knapp sind, Hinweise zur Mehrfachverwendung veröffentlicht.

Unser Hygieneteam hat für Sie eine tabellarische Anleitung zum ressourcenschonenden Umgang mit Schutzausrüstung erstellt: Tabelle: Schutzausrüstung effizient nutzen

Zudem hat das RKI seine Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von COVID-19-Patienten angepasst, auf die im Flussschema verwiesen wird. Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung richtet sich nach Art und Umfang der Exposition. Mund-Nasenschutz ist in vielen Fällen ausreichend. Bei Maßnahmen, die Tröpfchen und Aerosole freisetzen, wird eine FFP2-Maske empfohlen. 

Ab sofort dürfen die Apotheken in Deutschland bestimmte Desinfektionsmittel für die Hände herstellen. Damit wird auf den Lieferengpass infolge der Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Dies hat die Bundesstelle für Chemikalien entschieden und eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen.

Wir kämpfen derzeit jeden Tag um Lieferungen von Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel nach Baden-Württemberg und konnten erste Tranchen an die Brennpunkte ausliefern. Dennoch bleiben Masken und weiteres Material ein knappes Gut.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für die aktuelle Situation, in der FFP-Masken und MNS eine knappe Ressource darstellen, folgende Hinweise zur Mehrfachverwendung veröffentlicht:

  • Das Absetzen und die Lagerung der FFP-Maske / des MNS müssen so erfolgen, dass eine Kontamination der FFP-Maske / des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird.
  • Nach dem Absetzen der FFP-Maske / des MNS wird diese/r trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und bis zum nächsten Einsatz zwischengelagert.
  • Die gebrauchte FFP-Maske / der gebrauchte MNS ist eindeutig einer Person zuzuordnen. Ein Tragen durch andere Personen ist auszuschließen.
  • FFP-Masken und MNS, deren Innenfläche möglicherweise mit Erregern kontaminiert wurden, sind aus präventiver Sicht sofort fachgerecht zu entsorgen. Ein Reinigen oder Desinfizieren kann die Funktionstüchtigkeit negativ beeinflussen.
  • Der Ort (z. B. offener Behälter), an dem die Zwischenlagerung erfolgt(e), ist unmittelbar nach Entnahme der FFP-Maske / des MNS sachgerecht zu desinfizieren.
  • Eine Händedesinfektion ist vor dem An- und Ablegen der FFP-Maske / des MNS wichtig.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Regeln zur Nutzung weiterer persönlicher Schutzausrüstung bleiben hier unverändert:  Dies gilt für den Gebrauch von Schutzhandschuhen, Schutzkitteln und ggf. nötigen Schutzbrillen.

Hintergrund:

Lieferengpässe bei Schutzausrüstung belasten die durch die Krise mit neuartigen Coronaviren sehr angespannte Situation. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat daher in Abstimmung mit dem Ad-Hoc-Arbeitskreis zum SARS-CoV2 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) eine Sonderregelung veröffentlicht. Diese betrifft den Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutzmasken und FFP-Masken. Diese Ausnahme gilt aufgrund der erhöhten Kontaminationsgefahr nur aufgrund der von der WHO ausgerufenen Notlage in Verbindung mit aktuellen Lieferengpässen vorläufig bis zum 31. August 2020.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid” (wirksam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid PLUS” oder „viruzid” anzuwenden.

Informationen zur Desinfektion bei Viren sind in der entsprechenden Stellungnahme des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI enthalten. Geeignete Mittel enthalten die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (RKI-Liste) und die Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH-Liste). Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

Letzte Aktualisierung: 08.04.2020