FAQ Coronavirus SARS-CoV-2

Antworten auf häufig gestellte Fragen (stetig aktualisiert)

Eine unverbindliche Orientierungshilfe für die Entscheidung, ob Corona-Patienten ambulant oder stationär versorgt werden sollen, gibt der „Corona-Score”.

Nein. Es besteht leider keine Möglichkeit, Hände- und Flächendesinfektionsmittel über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abzurechnen. Diese Kosten sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten.

War der Patient bisher noch nie in der Praxis, hält er seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (Bezeichnung der Krankenkasse; Name, Vorname und Geburtsdatum des Versicherten; Versichertenart; Postleitzahl des Wohnortes; Versichertennummer) erheben kann. Der Patient bestätigt zudem mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes. Am Telefon fragt das Praxispersonal diese Daten ab.

Ist der Patient der Praxis bekannt, findet im aktuellen Quartal jedoch ausschließlich telefonischer Kontakt statt, übernehmen Sie die Versichertendaten aus der Patientendatei.

Seit 26. März 2020 und vorläufig bis zum 10. Juni 2020 besteht ausnahmsweise die Möglichkeit, OP-Masken (Mund-Nase-Schutz), FFP-Masken, Schutzbrillen und -Anzüge für die Diagnostik und Behandlung von COVID19-Verdachtsfällen als Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen. Es gibt zwei mögliche Abrechnungswege, die Direktabrechnung und die Kostenerstattung, unabhängig davon, wer der Lieferant ist.

Direktabrechnung

Sprechstundenbedarfsrezept (Muster 16) korrekt und vollständig maschinell ausfüllen und unterschreiben. Der Lieferant kümmert sich um die weitere Abrechnung.

Kostenerstattung

Sprechstundenbedarfsrezept (Muster 16) korrekt und vollständig maschinell ausfüllen (inkl. Lieferantenfeld mit Menge/Faktor und Preisen, Kostenträger: GKV BW) und unterschreiben und zusammen mit der bereits bezahlten Original-Rechnung mit Zahlungsnachweis und Ihrer Bankverbindung einreichen an:

AOK Baden-Württemberg
Servicestelle Arzneimittelabrechnung und -prüfung
Schorndorfer Straße 32
71332 Waiblingen

Die Unterlagen müssen spätestens drei Monate nach Ende des Lieferungsquartals bei der AOK angekommen sein. Zu spät eingereichte Rechnungen werden leider nicht bezahlt.

Der Weg der Kostenerstattung empfiehlt sich, wenn der Lieferant selbst keine Möglichkeit hat, mit der AOK BW den Sprechstundenbedarf direkt abzurechnen (wenn Sie das Material zum Beispiel über eine Kaufgemeinschaft beziehen).

Es besteht leider keine Möglichkeit, Einmalhandschuhe, Hände- und Flächendesinfektionsmittel über Sprechstundenbedarf oder Materialkosten abzurechnen.

Kostenerstattung: Bitte tragen Sie in die Abrechnungsfelder rechts oben auf dem Rezept, die normalerweise die Apotheke ausfüllt, Gesamtbrutto, Faktor = Menge, Taxe = Preis ein. Kostenträger: GKV BW

Nein, da Schutzbrillen in der Regel nach Desinfektion/Sterilisierung wiederverwendbar und deshalb mit den Praxiskosten abgegolten sind.

Eine Ausnahmeregelung (gültig: 26. März 2020 vorläufig bis zum 10. Juni 2020) ermöglicht Schutzbrillen für die Diagnostik und Behandlung von COVID19-Verdachtsfällen als Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen (mehr erfahren »).

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Dauer und Art des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person in verschiedene Kategorien ein und hat Empfehlungen veröffentlicht, wie medizinisches Personal bei einer SARS-CoV-2-Exposition vorgehen soll.

Zwei neue Infografiken des RKI machen das Vorgehen anschaulich.

Ja. Da das Virus leicht übertragbar ist, hat das Robert Koch-Institut (RKI) einen Flyer mit Handlungsempfehlungen für Patienten und Angehörige zur häuslichen Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung entwickelt.

In einem weiteren Flyer gibt das RKI Hinweise für nicht erkrankte Kontaktpersonen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne befinden.

Inzwischen sind bei uns FFP2-Masken, Mund-Nasenschutz und andere Schutzausrüstungsartikel eingetroffen, die wir weitgehend selbst auf dem Markt beschafft haben. Das versetzt uns endlich in die Lage, den überwiegenden Teil der über 15.000 Praxen in Baden-Württemberg mit Schutzausrüstung zu versorgen.

Wir liefern Ihnen Masken, Schutzkittel, Einmal-Handschuhe und Mund-Nasen-Schutz. Leider ist nicht so viel Material gekommen, dass wir Ihnen große Mengen liefern können. Wir gehen davon aus, dass das Material Ende KW 14 / Anfang KW 15 bei unseren Mitgliedern eintrifft. Bitte sehen Sie von Rückfragen ab, Sie werden automatisch beliefert – vorrangig die Fachgruppen, die Primärversorger von COVID-19-Fällen bzw. einem hohen Risiko einer Tröpfcheninfektion ausgesetzt sind. Dieser Prozess ist dynamisch und wird von uns angepasst, sobald mehr Material verfügbar ist.

Danke für Ihre Geduld und Ihr Verständnis und Ihren Einsatz für die Menschen im Land!

Kennzeichnung, Kodierung, Labor und Abrechnung bei Corona

1. Kodiernummer 88240 zur Kennzeichnung eines Patientenfalles 

Soweit Patienten in der Praxis mit klinischem Verdacht oder nachgewiesener Infektion auf das Coronavirus behandelt werden, ist der Behandlungsfall des Patienten mit der Kodiernummer 88240 zusätzlich zu den ärztlichen Leistungen zu kennzeichnen.

Nur so ist es möglich, den besonderen Behandlungsbedarf im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit gegenüber den Krankenkassen nachzuweisen und die Erstattung der Behandlungskosten zu bewirken. Nicht nur die Hausarztpraxis, die den Abstrich macht, sollte die 88240 angeben, sondern auch die Laborpraxis, die die Laboruntersuchung abrechnet.

2. Kennnummer 32006 für Untersuchungsindikation Coronavirus bei Veranlassung der Laboruntersuchung 

Bei Veranlassung einer Laboruntersuchung für den Nachweis des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) ist auf dem eigenen Behandlungsfall des Patienten die Laborkennnummer 32006 zu dokumentieren. Damit ist sichergestellt, dass die Laboruntersuchung zum Nachweis das Laborbudget nicht belastet.

Die Untersuchungsindikation können nach ärztlichem Ermessen gestellt werden. Die Krankenkassen übernehmen in jedem Fall die Kosten für die Laboruntersuchung. Aus diesem Grunde wurde die Abrechnungshäufigkeit auf einmal am Behandlungstag geändert.

3. ICD-Kodierung U07.1 und U07.2 für Coronavirus-Krankheit

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Diagnoseschlüssel: U07.1 ! für COVID-19-Fälle, bei denen das Virus labordiagnostisch nachgewiesen wurde. Mit dem Kode U07.2 ! werden ab dem zweiten Quartal die COVID19-Fälle kodiert, bei denen eine klinisch-epidemiologische COVID-19-Infektion diagnostiziert wurde, die nicht durch einen Labortest nachgewiesen sind.

Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben. 

Kodes ab 1. April 2020

U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde. 

U07.2  COVID-19, Virus nicht nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt ist und das Virus nicht durch Labortest nachgewiesen wurde oder kein Labortest zur Verfügung steht.

Nur Zusatzkennzeichen „G“ 

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

 4. Neue Laboruntersuchung nach GOP 32816 zum Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

GOPBezeichnungBewertung
32816

Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus mittels RTPCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung)

Obligater Leistungsinhalt
  • Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat) und/oder Oropharynx-Abstrich)
fakultativ
  • Untersuchung von Material der tiefen Atemwege (bronchoalveoläre Lavage, Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert) und/oder Trachealsekret)

einmal am Behandlungstag

59,00 Euro

Ja. Eine stationäre Einweisung ist nicht bei allen bestätigten Fällen empfohlen. Bitte halten Sie den Kliniken den Rücken frei, indem Sie ambulant beherrschbare Fälle unbedingt ambulant behandeln! Stationär nur für schwere Fälle bzw. sehr gefährdete Patienten.

Eine unverbindliche Orientierungshilfe für die Entscheidung, ob Corona-Patienten ambulant oder stationär versorgt werden sollen, gibt der folgende „Corona-Score”:

COVID-19-Patienten können auch ambulant versorgt werden

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Empfehlungen angepasst

Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung können ambulant versorgt werden. Das Robert Koch-Institut hat seine Empfehlungen zu Verdachtsabklärung und Maßnahmen am Donnerstag entsprechend angepasst. Bislang sollten Patienten mit einem positiven Laborbefund stationär behandelt werden. 

Aktualisiertes Flussschema

Das Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen“ des Robert Koch-Institutes (RKI) dient als Orientierungshilfe. Es erläutert, wie Ärzte im Verdachtsfall vorgehen sollen – vom Erstkontakt über die Prüfung klinisch-epidemiologischer Kriterien und die ambulante Diagnostik bis zur Betreuung eines erkrankten Patienten. 

Präventive Empfehlungen zur Hygiene 

Zudem hat das RKI seine Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von COVID-19-Patienten angepasst, auf die im Flussschema verwiesen wird (siehe unten). Danach richtet sich das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die Tröpfchen und Aerosole freisetzen, wird eine FFP2-Maske empfohlen. 

KBV-Praxisinformation aktualisiert 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihre Praxisinformation „Verdacht auf eine SARS-COV-2-Infektion? So können Sie in der Praxis vorgehen“ aufgrund der aktualisierten RKI-Empfehlungen angepasst und um die Hinweise zur Hygiene ergänzt.

Das Papier bietet auf zwei Seiten einen schnellen Überblick, wie in der Praxis vorzugehen ist, wenn sich ein Patient mit Verdacht auf eine Infektion telefonisch anmeldet. Außerdem werden die Schritte erläutert, die in der Praxis eingehalten werden sollten, wenn der Patient ohne Anmeldung in die Praxis kommt.  

Robert Koch-Institut: Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen der Praxis

  1. Organisatorische Aspekte der Lenkung von Patienten mit respiratorischen Symptomen vor Besuch der Praxis beziehungsweise innerhalb der Praxis berücksichtigen.
  2. Distanzierung von Patienten bei entsprechendem Verdacht (Unterbringung in einem separaten Bereich; Einhalten eines Abstandes von 1 bis 2 Metern, wann immer möglich)
  3. Versorgung des Patienten mit einem Mund-Nasen-Schutz (MNS), sofern es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt.
  4. Personal: Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die eine Freisetzung von Tröpfchen beziehungsweise Aerosolen produzieren, ist ein adäquater Atemschutz (FFP2) erforderlich.
  5. Beobachtung des Gesundheitszustandes des Praxispersonals.

Als Orientierungshilfe zur Diagnostik und weiterführenden Maßnahmen dient das Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen““ des RKI. Die konkrete Umsetzung dieser Empfehlungen soll unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten unter Einbeziehung des Hygienefachpersonals und in Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt erfolgen.

Nein, sofern zur Vermeidung einer Ansteckung mit COVID-​19 geboten, müssen in ein DMP eingeschriebene Patienten derzeit nicht zu Untersuchungen in die Praxis kommen oder an Schulungen teilnehmen. Die ärztliche Dokumentation von Untersuchungen ist für das erste bis dritte Quartal 2020 nicht erforderlich, sofern die Daten nicht durch telemedizinischen Kontakt erhoben werden können.

Getragene Masken sollten Sie nach der Schicht entsorgen. Neben den Schutzstufen finden sich auf FFP-Masken noch weitere Kennzeichen. Diese gelten gleichermaßen für FFP1-Masken, FFP2-Masken und FFP3-Masken. FFP-Masken mit der Kennzeichnung NR (non reusable) sind zum Gebrauch für eine Schicht bestimmt.

Persönliche Schutzausrüstung ist ein wichtiges und knappes Gut! Bitte beachten Sie daher unbedingt unsere Hinweise zum ressourcenschonenden Einsatz.

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, die wegen der Corona-Pandemie Umsatzverluste erleiden, erhalten von uns auf Antrag eine Ausgleichszahlung, die 90 Prozent des Kollektiv-Umsatzes der Praxis im Vorjahresquartal sichert. Gleichzeitig sorgen wir, dafür dass rückläufige Fallzahlen, die auf die Corona-Krise zurückzuführen sind, das Regelleistungsvolumen (RLV) im nächsten Jahr nicht ungerechtfertigt sinken lassen.

Mehr zu dieser Härtefallregelung unter Honorar & Finanzhilfe » 

Aufgrund der hohen Nachfrage und damit verbundenen Lieferschwierigkeiten gibt es derzeit einen Mangel an Schutzausrüstung. Die KVBW ist setzt alles daran, ihren Mitgliedern Material zur Verfügung zu stellen, damit die Behandelnden bestmöglich geschützt sind und die Patientenversorgung weitestgehend aufrechterhalten werden kann.

Die von der KVBW beschaffte und zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung bietet bei korrekter Handhabung den notwendigen Schutz für den Träger. Aufgrund der schwierigen Situation bei der Materialbeschaffung kann es sein, dass wir Schutzausrüstung zur Verfügung stellen, die weit über den notwendigen Schutz hinausgeht, beispielsweise Overalls statt Schutzkittel, die eigentlich als ausreichend gelten. Derartige Schutzausrüstungen sind oftmals für Bereiche außerhalb des Gesundheitswesens hergestellt. Auch bei den Overalls gibt es Unterschiede: Manche haben Kapuze und Schuhe, andere wiederum nicht. 

Die zur Verfügung gestellten Atemschutzmasken unterscheiden sich ebenfalls, sowohl optisch als auch von der Bezeichnung. Die Masken können die Bezeichnungen FFP2, FFP3, N95 oder KN95 tragen. Einige Masken sind mit einem Ausatemfilter versehen, welcher ein längeres Tragen angenehmer machen kann. Eine ausreichende Schutzwirkung aller Atemschutzmasken ist aber gegeben.

Das DIMDI hat COVID-19 mit der Bezeichnung „Coronavirus-Krankheit-2019” und dem Schlüssel U07.1! in die deutschsprachige Ausgabe des ICD-10 (ICD-10-GM; German Modification) aufgenommen. Außerdem erfolgte eine entsprechende Ergänzung für die Todesursachenkodierung in der deutschsprachigen Ausgabe des ICD-10-WHO.

Dies ermöglicht die ICD-10-konforme spezifische Kodierung entsprechender Fälle. Der Schlüssel U07.1! ist in der ICD-10-GM als sekundärer Kode (Ausrufezeichenschlüsselnummer) angelegt und muss ergänzend zu einem Primärkode verwendet werden. Für die ICD-10-WHO ist der Kode U07.1 mit identischem Inhalt als Primärkode umgesetzt.

COVID-Definitionen des ICD-10-GM im Wortlaut:

U07.1! COVID-19: Virus nachgewiesen

Diese Schlüsselnummer soll benutzt werden, wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist, ungeachtet des Schweregrades des klinischen Befundes oder der Symptome.

U07.2! COVID-19: Virus nicht nachgewiesen

Diese Schlüsselnummer soll benutzt werden, wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt ist und das Virus nicht durch Labortest nachgewiesen wurde oder kein Labortest zur Verfügung steht.

Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben (U07.1 statt U07.1 !).

Corona ICD U07.2 nicht im ersten Quartal

Da der neue Kode U07.2 für COVID-19-Fälle ohne Labornachweis so kurzfristig konzipiert wurde, dass er im KBV-Prüfmodul und der Praxissoftware zu Fehlermeldungen führt, geben Sie ihn bitte noch nicht in der Abrechnung für Quartal 1/2020 an oder löschen Sie ihn gegebenenfalls wieder. Wir bitten, den anfallenden zusätzlichen Aufwand zu entschuldigen.

Nein, der Schnelltest ist nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung.

Um sowohl den Infektionsschutz durch einen adäquaten Umgang mit Kontaktpersonen weiterhin zu gewährleisten als auch die medizinische Versorgung bei einem möglichen Personalmangel zu sichern, hat das RKI Handlungsoptionen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel eröffnet. Entsprechend der RKI-Information ergeben sich für den Arzt zwei Fallkonstellationen:

Gehört er der Kategorie Ia an (Medizinisches Personal mit hohem Expositionsrisiko, z. B. ungeschützte relevante Exposition zu Sekreten, Exposition gegenüber Aerosolen von COVID-19-Fällen (z. B. im Rahmen von Bronchoskopie), dann soll er wie folgt vorgehen:

  • 7 Tage nach Exposition in Quarantäne
  • bei Symptomfreiheit: Arbeiten nur mit MNS (Mund Nasenschutz) bis 14 Tage nach Exposition
  • Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • beim Auftreten von Symptomen umgehende Testung auf SARS-CoV-2

Gehört er der Kategorie Ib an (Medizinisches Personal mit begrenztem Expositionsrisiko, z. B. medizinisches Personal mit Kontakt unter 2 m zu Covid-19-Fällen ohne Schutzausrüstung, ≥15 Min face-to-face Kontakt,ohne Exposition wie unter Ia beschrieben), dann kann er ohne Quarantäne wie folgt weiter arbeiten:

  • bei Symptomfreiheit: Arbeiten nur mit MNS (Mund Nasenschutz) bis 14 Tage nach Exposition
  • Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • beim Auftreten von Symptomen umgehende Testung auf SARS-CoV-2

Wir empfehlen, das Vorgehen mit Ihrem örtlichen Gesundheitsamt abzustimmen.

Bei Symptomen direkt zum Test

  • Medizinpersonal mit Krankheitssymptomen muss umgehend getestet werden!
  • Positiv getestetes medizinisches Personal darf erst bei Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden und zwei negativen SARS-CoV-2-Tests im Abstand von 24 Stunden wieder Nicht-COVID-19-Patienten versorgen.

Ja. Das gilt für Personal mit begrenztem Expositionsrisiko unter den aktuellen Umständen. Mindestens FFP2-Masken sind für die behandelnde Person bei Maßnahmen erforderlich, die mit einer Aerosolexposition einhergehen (z. B. Bronchoskopie).

Die Einschätzung, welche Termine arztseitig abgesagt werden, obliegt dem jeweils behandelnden Arzt. Hier ist eine sorgsame Risikoabwägung erforderlich. Einfließen sollten dabei die Dringlichkeit der Behandlung (das Risiko für Leib und Leben des Patienten) und andererseits das Risiko für Arzt und Praxispersonal für eine Infektion. Eine allgemeingültige Handlungsempfehlung ist hier nicht möglich. Bisher geregelte Intervalle von Vorsorgeuntersuchungen sowie DMP-Dokumentationen werden ausgesetzt bzw. angepasst, sodass zumindest die Möglichkeit besteht, entsprechende Termine zu verschieben. Wenn Termine abgesagt werden, dokumentieren Sie das bitte. 

Ein Anspruch besteht zwar nicht, aber nach „Anlegung strenger Maßstäbe“ kann im Ausnahmefall eine Familie einen Platz für die Notbetreuung erhalten, auch wenn nicht beide Erziehungsberechtigte in einem „systemrelevanten Bereich“ arbeiten. Die Entscheidung hierüber trifft die Gemeinde.

Nein. Menschen ohne Krankheitszeichen stellt der Arzt keine AU-Bescheinigung aus. 

Auch wenn die Sorge bei Risikogruppen berechtigt sein mag, ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht der richtige und zulässige Weg, wenn der Krankheitswert, der zur Arbeitsunfähigkeit führt, fehlt.

Der Arbeitgeber kann und muss mit seinem Arbeitnehmer aufgrund seiner Fürsorgepflicht abstimmen, wie er mit diesem Risiko umgeht. In Frage kommen (unbezahlte/bezahlte) Freistellung, Urlaubs- oder Gleitzeitabbau. Ein berufliches Tätigkeitsverbot kann nur das Gesundheitsamt aussprechen. Dieses kommt jedoch erst bei Verdacht oder Infektion in Betracht. Unbenommen hiervon ist das Beschäftigungsverbot aufgrund ärztlichen Attests nach Mutterschutzgesetz.

In der aktuellen Situation ist das aus Sicherstellungsgründen möglich, allerdings nur, sofern der Vertragsarzt bzw. Vertragspsychotherapeut aus infektionsschutzrechtlichen Gründen unter behördlich angeordneter Quarantäne steht.

Üblicherweise sind ärztliche und psychotherapeutische Leistungen am Vertragsarztsitz zu erbringen. Sie dürfen nicht in den Privaträumlichkeiten angeboten werden.

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Ja, ab sofort können – vorläufig bis 10. Juni – folgende Mittel ausnahmsweise und ausschließlich für die Diagnostik und Betreuung bei Verdachtsfällen des „SARS-CoV-2 zu handelsüblichen Preisen über Sprechstundenbedarf (SSB) bezogen werden:

  • Mund-Nasen-Schutz
  • langärmelige, mindestens flüssigkeitsabweisende Schutzkittel mit Rückenschluss und Abschlussbündchen an den Armen (z. B. nach DIN EN 14126:2004-01)
  • partikelfiltrierende Atemschutzmasken, sog. Filtering Face Pieces – FFP (Schutzstufe FFP2; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, z. B. Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können)
  • Schutzbrillen

Falls Sie diese Mittel bisher auf eigene Kosten angeschafft haben, besteht weiterhin die Möglichkeit, diese Mittel (außer Schutzbrillen) – bis sie verbraucht sind – über Materialkosten abzurechnen. Allerdings nur, wenn der Fall mit der Pseudo-GOP 88240 gekennzeichnet ist. Sonstige Materialien sind mit den Praxiskosten abgegolten.

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Diese Regelung gilt bis 30. Juni. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden (kein Formular notwendig).

Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.

Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.

Psychotherapie kann ebenfalls als Videosprechstunde durchgeführt werden, wenn:

  • bereits ein persönlicher Erstkontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung stattgefunden hat und
  • kein unmittelbarer persönlicher Kontakt mit der Patientin oder dem Patienten aus therapeutischer Sicht erforderlich ist.

Nicht jede psychotherapeutische Leistung darf per Video durchgeführt werden. Die Einzelpsychotherapie (nach § 15 Psychotherapie-Richtlinie) und – zunächst bis zum 30. Juni 2020 – auch die psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) sind über die Videosprechstunde möglich.

Die Psychotherapie kann in Einzelfällen ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Die Akutbehandlung ist im Rahmen der Videosprechstunde weiterhin nicht möglich.

Die Begrenzungsregelungen zur Anzahl von ausschließlichen Video-Behandlungsfällen (20 Prozent aller Behandlungsfälle) sowie zur Anzahl der im Rahmen von Videosprechstunden abgerechneten Gebührenordnungspositionen (20 Prozent aller berechneten Gebührenordnungspositionen je Vertragsarzt / Psychotherapeut und Quartal) werden für das 2. Quartal 2020 ausgesetzt.

Arztpraxen können derzeit die Kurzarbeit unter den erleichterten Voraussetzungen beantragen. Die Entscheidung über einen Antrag auf Kurzarbeit obliegt der jeweils zuständigen Agentur für Arbeit. 

Was ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld soll den Verdienstausfall von Mitarbeitern zumindest teilweise ausgleichen, der durch eine vorübergehende Verringerung der Arbeitszeit aufgrund fehlender Beschäftigung entsteht. 

Wie hoch ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld bezieht sich auf die Differenz zwischen dem Bruttoarbeitsentgelt, das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall in dem Anspruchszeitraum erzielt hätte und dem Bruttoarbeitsentgelt, das er tatsächlich erzielt hat. Es beträgt 67 Prozent, wenn der Arbeitnehmer oder sein Ehegatte / Lebenspartner ein Kind hat, ansonsten 60 Prozent.

Wann kann Kurzarbeit angeordnet werden?

Kurzarbeit kann nicht einfach vom Arbeitgeber angeordnet werden. Sie muss entweder im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag vorgesehen sein, was aber wohl bei den meisten Arbeitsverträgen in Arztpraxen nicht der Fall sein wird. Ansonsten ist Kurzarbeit nur im Einvernehmen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber möglich. Vorrangig muss Arbeitszeitguthaben und Urlaub abgebaut werden: Eine Mindestbetriebsgröße gibt es nicht, Kurzarbeit ist also auch bei einem Mitarbeiter möglich

Wie wird Kurzarbeitergeld beantragt?

Kurzarbeitergeld muss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Dabei muss es muss dargelegt werden, dass mehr als ein Drittel der Beschäftigten jeweils mehr als zehn Prozent ihres Bruttoeinkommens durch den Arbeitsausfall verlieren. Hier ist seitens der Bundesregierung eine Änderung angekündigt, nach der nur noch bei zehn Prozent der Beschäftigten einen Verdienstausfall vorliegen muss. Die Bundesagentur für Arbeit hat das bereits veröffentlicht, es ist aber noch nicht gesetzlich verankert. Wir würden das anpassen. Sobald die Regelung vorliegt

Wie ist der Geldfluss?

Die Arbeitsagentur bezahlt das Kurzarbeitergeld an den Arbeitgeber, der das dann an den Arbeitnehmer weiterleitet. 

Externe Links

Prinzipiell sollen vor allem Personen getestet werden, die zu Risikogruppen zählen und akute respiratorische Symptome haben. Damit hat das Institut entgegen einiger Medienberichte seine Vorgaben geschärft und zudem deutlich gemacht, dass Menschen ohne Krankheitszeichen grundsätzlich nicht und Menschen mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Vorerkrankungen nur bei ausreichender Testverfügbarkeit getestet werden sollen.

Der Fokus liegt auf den Risikogruppen, bei denen die Gefahr für einen schweren Krankheitsverlauf besonders hoch ist. Dazu zählen Menschen ab einem Alter von 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Sie sollen jetzt vor allem getestet werden. Das Kriterium Risikogebiet entfällt.

Wer mild erkrankt sei und mangels Testkapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand zu anderen halten, stellte RKI-Präsident Prof. Lothar H. Wieler am Mittwochmorgen bei der Vorstellung der Test-Kriterien vor Journalisten klar.

Die neuen RKI-Kriterien für die Testung auf SARS-CoV-2:

  1. akute respiratorische Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person in den vergangenen 14 Tagen
  2. klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie im Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern
  3. klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie ohne Hinweis auf eine andere Ursache
  4. akute respiratorische Symptome bei Risikogruppen (Alter über 60, immunsupprimiert, onkologische Behandlung etc.) oder Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen oder Krankenhäusern
  5. nur bei ausreichender Testverfügbarkeit: akute respiratorische Symptomen ohne Risikofaktoren

Nein. Es ist keine Anpassung der Abschlagszahlung auf Grund der Coronakrise für das Abrechnungsquartal 2/2020 geplant. Die Abschlagszahlungen berechnen wir weiterhin gemäß den Abrechnungsrichtlinien auf Basis des Vorjahresquartals. (Ausgenommen sind Fälle, die nichts mit der Coronakrise zu tun haben. Hier behalten wir uns gegebenenfalls Kürzungen an den Abschlagszahlungen anhand den Abrechnungsrichtlinien vor.)

Sollte eine individuelle Anpassung der Abschlagszahlung notwendig sein, setzten Sie sich bitte telefonisch mit unserer Ärztebuchhaltung in Verbindung.

Direktkontakt

Ärztebuchhaltung
0721 5961-1340
Fax 0711 7875-48 3910
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Wo ein regionales Konzept steht, informieren wir alle Ärzte über ihren in der Notfalldienst-Software BD-Online hinterlegten Kontaktweg (E-Mail oder Fax). In der Regel informieren die jeweiligen Kreise auf ihrer Homepage über die Abläufe. Unser Praxisservice hat für Sie eine Linkliste zusammengestellt.

Bitte beachten Sie, dass Abstriche nur bei erfüllten Kriterien gemäß RKI-Vorgaben durchgeführt werden. Abstriche zur Beruhigung von Personen ohne begründeten Verdacht können nicht erfolgen.

Die meisten Gesundheitsämter haben Corona-Hotlines eingerichtet.

Kontaktdaten der Gesundheitsämter der Landkreise

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahre)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis)
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

Quelle: SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) des RKI

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, welche wegen der Corona-Pandemie Umsatzverluste erleiden, erhalten befristet eine Ausgleichszahlung. Bei etablierten Praxen sichern wir 90 Prozent des Umsatzes der Praxis aus Kollektivvertrag im Vorjahresquartal. Um als Neupraxis den Schutzschirm in Anspruch zu nehmen, nutzen Sie bitte ebenfalls das Antragsformular, das wir dem Honorarversand für das Quartal 1/2020 im Juli/August 2020 beifügen. Wir prüfen die Möglichkeit und adäquate Höhe einer Ausgleichszahlung dann nach Einzelfallprüfung.

Ärzte können sich über das Portal der Landesärztekammer (LÄK) ab sofort über verfügbare Desinfektionsmittel-Bestände informieren. 

Landesapothekerkammer und Ärztekammer haben gemeinsam ein Desinfektionsmittel-Bestandsportal eingerichtet. Zum Abruf der Informationen ist ein Login in das Portal der Landesärztekammer Baden-Württemberg erforderlich.

Angesichts der hohen Preise für die Grundsubstanzen auf dem Markt hin und bittet die Kammer um Verständnis für erhöhte Preise. 

Ja, für die Versendung von Arzneimittelrezepten und anderen notwendigen Verordnungen sowie Überweisungen kann die GOP 40122  abgerechnet werden. Diese Regelung ist zeitlich befristet bis zum 30. Juni 2020. mehr erfahren »

Schutzausrüstung bzw. Schutzkleidung ist nach wie vor ein wertvolles schonend zu verwendendes Gut.

Unser Team Hygiene & Medizinprodukte der KVBW hat eine tabellarische Anleitung erstellt. Darin geht es um die Frage: Unter welchen Umständen können Ärzte und MFA Schutzkittel, MNS-Masken und FFP-Masken bei der Versorgung einer Patientenkohorte einsetzen? Diese Anleitung bezieht sich ausschließlich auf Bereiche mit konservativ-internistischer Versorgung und ist auf keinen Fall für den OP gedacht!

Basis ist die Sonderregelung des Robert Koch-Instituts (RKI) zu Mehrfachverwendung für die aktuelle Situation, in der FFP-Masken und Mund-Nase-Schutz (MNS) eine knappe Ressource darstellen, eine Sonderregelung  veröffentlicht.  Diese Ausnahme gilt auf Grund der erhöhten Kontaminationsgefahr nur auf Grund der von der WHO ausgerufenen Notlage in Verbindung mit den aktuellen Lieferengpässen vorläufig bis zum 31. August 2020.

Unten finden Sie eine Mustervorlage für einen Passierschein für eine etwaige Ausgangssperre, mit dem Sie Ihren Mitarbeiterinnen bestätigen können, dass sie in einer Arztpraxis angestellt sind und zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung ihren Arbeitsplatz erreichen müssen.

Dokumente zum Download

Ja. Die Kassenverbände auf Bundesebene und der GKV-Spitzenverband lockern zeitlich befristet die Vorgaben zur Versorgung mit Heilmitteln wie folgt:

  • Die Verordnung verliert nicht ihre Gültigkeit, wenn die Heilmittelbehandlung länger als 14 Tage unterbrochen wird. Der letzte Behandlungstag vor der Unterbrechung muss nach dem 17. Februar 2020 liegen.
  • Die 12-Wochen-Frist gemäß der Verordnung außerhalb des Regelfalls ist nur maßgeblich für die Verordnungsmenge. Die Gültigkeit einer Verordnung und somit der nächste Arzt-Patienten-Kontakt bleiben davon unberührt. 
  • Für alle nach dem 18. Februar 2020 ausgestellten Verordnungen ist der Behandlungsbeginn innerhalb von 14 Kalendertagen für Physiotherapie, Ergotherapie und Sprachtherapie bzw. 28 Kalendertage für Podologie und Ernährungstherapie nicht maßgeblich. Dies gilt auch, wenn Sie Angaben zum spätesten Behandlungsbeginn auf der Verordnung gemacht haben. 
  • Falls dem Heilmittelerbringer nicht richtlinienkonform ausgestellte Verordnungen vorgelegt werden, kann dieser notwendige Änderungen bzw. Ergänzungen (mit Ausnahme der Angaben „Art des Heilmittels“ und „Verordnungsmenge“) selbst vornehmen – ohne Rücksprache mit Ihnen.
  • Heilmittelbehandlungen können im Rahmen einer telemedizinischen Leistung, wie Videobehandlung oder telefonischer Beratung – unter bestimmten Voraussetzungen - durchgeführt werden. Eine vorherige Genehmigung durch den Patienten ist notwendig.

Diese Verfahrensregelungen wurden mit den Kassenverbänden und dem GKV-Spitzenverband vereinbart und gelten zunächst bis einschließlich 30. April 2020.

Zum Versorgungsauftrag gehört, bei eigener Abwesenheit die Patientenversorgung zu regeln. Es gelten die Vorgaben der Zulassungsverordnung (Ärzte-ZV) und der Vertreterrichtlinie der KV Baden-Württemberg.

Eine Vertretung ist grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Vertretungsgründe möglich. Wird Ihre Praxis vorübergehend geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis oder das Krankenhaus genügt nicht. Den Patienten ist ein konkreter Vertreter zu benennen (oder mehrere). Stimmen Sie bitte die kollegiale Vertretung mit den benannten Praxen ab und denken Sie daran, Ihre Abwesenheit der KV zu melden (ab dem achten Kalendertag). Bitte vermerken Sie auf der Abwesenheits- / Vertretermeldung „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Nein. Bei gesunden Kindern ist ein Bezug von Krankengeld nicht vorgesehen und von den geltenden Regelungen nicht gedeckt.

Es gibt kein anderes Vorgehen, als wenn die Praxis aus anderen Gründen geschlossen wird, beispielsweise wegen Urlaub. Das bedeutet, dass Sie einen Vertreter organisieren und der KV melden müssen. 

Wird die Praxis geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte, die Notfallpraxis oder das Krankenhaus genügt nicht. Benennen Sie den Patienten einen oder mehrere konkrete Vertreter durch einen entsprechenden Aushang an der Praxis und einen Hinweis auf dem Anrufbeantworter. Stimmen Sie die kollegiale Vertretung unbedingt mit den benannten Praxen ab.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche nach einem externen Vertreter über die Vertreterbörse der KVBW.

Bitte vermerken Sie auf der Abwesenheits- / Vertretermeldung „Corona-Pandemie“ als Grund für die Praxisschließung.

Bei positiver Testung innerhalb des Praxisteams verfügt das Gesundheitsamt eine Quarantäneanordnung. Die Quarantäneanordnung bezieht sich auf einen einzelnen Arzt oder einen einzelnen nichtärztlichen Mitarbeiter, nicht pauschal auf das gesamte Praxisteam (alle Ärzte und alle nichtärztlichen Mitarbeiter in der Praxis). Das bedeutet somit für eine Praxis, insbesondere mit mehreren Ärzten und mehreren nichtärztlichen Mitarbeitern, dass diese Praxis auch faktisch nicht geschlossen werden muss, sondern weitergeführt werden kann.

Entschädigungsanspruch bei Anordnung durch das Gesundheitsamt

Wird die ärztliche Tätigkeit aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt oder Quarantäne angeordnet, besteht grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung (Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz). Dies gilt für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer. Voraussetzung für Entschädigungsansprüche ist das Verbot der Erwerbstätigkeit aus infektionsschutzrechtlichen Gründen oder die Anordnung von Quarantäne.

Die KVBW lässt ihre Mitglieder mit den möglichen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für ihre Praxis nicht allein. Das sagt der Vorstand in einer Schnellinformation zu:

Corona-Pandemie: Härtefallregelung und Abrechnungsausnahmen

KVBW federt wirtschaftliche Folgen der Ausnahmesituation für Praxen ab

Die KVBW lässt ihre Mitglieder mit den möglichen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für ihre Praxis nicht allein. Das sagt der Vorstand in einer aktuellen Schnellinformation zu:

Sollte es zu einem deutlichen Rückgang des Honorarumsatzes in Ihrer Praxis kommen, der auf eine Reduzierung der Patientenzahlen in der Regelversorgung zurückzuführen ist, sei es aus Sorge der Patienten vor Ansteckung, aus Vorrang der Notfallversorgung in der Praxis oder wegen des reduzierten und ggf. rotierenden Einsatzes Ihres Praxispersonals zu dessen Schutz, werden wir in solchen Fällen die wirtschaftlichen Folgen abmildern.

Umsatzeinbrüche begrenzen

Der finanzielle Ausgleich sieht vor, dass bei unveränderter Praxiskonstellation alle Coronavirus bedingten Umsatzeinbrüche abgefedert und eine Stützung auf 90 Prozent des aus dem Kollektivvertrag erzielten Gesamthonorars des Vorjahresquartals der Praxis erfolgt. Aufgrund der hierfür notwendigen, aber noch nicht kalkulierbaren Finanzmittel, die aufzuwenden sein werden, musste der Vorstand die Maßnahme zunächst zeitlich auf das Quartal 1/2020 begrenzen. Seien Sie sicher, dass wir auch bereits Lösungen für die folgenden Quartale nicht nur suchen, sondern bereits auf allen Ebenen (Politik, Krankenkassen) vorbereiten. 

Ausgleichszahlung auf Antrag

Wenn Sie eine solche Ausgleichszahlung benötigen, bitten wir Sie für das Quartal 1/2020 bis spätestens einen Monat nach der Zustellung des Honorarbescheides im Juli / August2020 um einen schriftlichen Hinweis mit kurzer Begründung. Für diesen Fall ist dem Honorarversand für das Quartal 1/2020 ein entsprechendes Antragsformular beigefügt. Hiermit verbunden ist auch eine Ausnahmeprüfung für die Bemessung Ihres Regelleistungsvolumens (RLV) im Folgejahr. Damit wird die gegebenenfalls niedrige Fallzahl nicht Basis für die Zukunft.

Ihr Schreiben richten Sie bitte an folgendes E-Mail-Postfach: abrechnungsberatung@kvbawue.de

Hinweis: Von einzelnen Berufsverbänden verbreitete Schreiben hinsichtlich einer anders lautenden Härtefallregelung bezogen sich auf einen zunächst angedachten Lösungsansatz des Vorstandes der KVBW, der aber wie vorstehend geändert wurde.

Flexible Abrechnungsvorgaben

Forderungen nach flexiblerem Umgang mit bestimmten Abrechnungsvorgaben aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation konnten im kontinuierlichem Austausch mit den zuständigen Stellen ebenfalls erreicht werden. Andere sind noch in Klärung.

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Ärzte oder Psychotherapeuten können Leistungen im Rahmen der Videosprechstunde abrechnen, wenn sie einen von der KBV zertifizierten Videodienstanbieter nutzen. Eine Liste dieser Dienste­anbieter gibt es auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung:
KBV: Videosprechstunde (mit Liste zertifizierter Anbieter).

Die Organisation von Videosprechstunden ist denkbar einfach: Sie wählen einen von der KBV zertifizierten Videodienstanbieter aus, der für einen reibungslosen und sicheren technischen Ablauf sorgt. Arzt und Patient benötigen im Wesentlichen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich.

Videosprechstunden vorerst unbegrenzt möglich

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus haben KBV und GKV-Spitzenverband die Begrenzungsregelungen aufgehoben: mehr erfahren »

Menschen mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Vorerkrankungen sollen laut RKI nur bei ausreichender Testverfügbarkeit getestet werden. Das liegt im ärztlichen Ermessen. Dieses Vorgehen hilft dabei, dass die Labore die Proben von akuten Verdachtsfällen zeitnah testen können und nicht überlastet werden. Vorrangig sind Risikopatienten mit akuten respiratorischen Symptomen auf das Coronavirus zu testen. Menschen ohne Krankheitszeichen sollen grundsätzlich nicht getestet werden.  

Zu den Fällen, die weiterhin labordiagnostisch abgeklärt werden, gehören Personen mit akuten respiratorischen Symptomen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten. Das bisherige Kriterium, dass ein Patient in einem Gebiet mit COVID-19-Fällen gewesen sein muss, ist angesichts der immer weiteren Ausbreitung des Erregers entfallen.

Ein Test soll auch durchgeführt werden, wenn es klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie gibt. Außerdem werden jetzt Beschäftigte in Arztpraxen, im Pflegebereich und Krankenhaus besonders berücksichtigt. Dort Tätige müssen bei akuten respiratorischen Symptomen auf das SARS-CoV-2 getestet werden.

(siehe Wann sollte der Arzt den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus bei einem Patienten stellen, und wann ist eine Laboruntersuchung notwendig?).

Im Rahmen der Influenza-Surveillance untersucht das RKI seit dem 24. Februar 2020 Proben von Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen, die von Praxen der Arbeitsgemeinschaft Influenza eingesandt werden, zusätzlich auch auf SARS-CoV-2, um eine Zirkulation von SARS-CoV-2 frühzeitig zu erkennen und zu überwachen.

Bei Patienten, die bereits in der Praxis in Behandlung sind, können die Daten aus dem System gezogen werden. Bei Neupatienten müssen telefonisch die folgenden Daten abgefragt werden:

  • Krankenkasse
  • Name, Vorname
  • Geburtsdatum
  • Versichertenart
  • Postleitzahl und Wohnort.

Ja. Alle Regelungen, die für eine telefonisch ausgestellte AU-Bescheinigung gelten, gelten auch für die „Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“ (Muster 21). Voraussetzung für die telefonische Ausstellung ist auch hier, dass es sich nur um leichte Atemwegserkrankungen handelt. Inzwischen ist eine telefonische Ausstellung von Muster 21 auch möglich, wenn beim Kind bei leichter Symptomatik ein Verdacht auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus besteht.

Ab sofort kann für Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege im telefonischen Kontakt eine Arbeitsunfähigkeits­bescheinigung (AU) bis maximal vierzehn Tage ausgestellt werden. Inzwischen gilt die Regelung auch für Patienten mit leichter Symptomatik, bei denen ein Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 besteht. Diese Vereinbarung gilt bis zum 23 Juni 2020.

mehr erfahren »

Für das telefonische ärztliche Beratungsgespräch mit dem Patienten kann die GOP 01435 abgerechnet werden, wenn im Arztfall noch keine Versicherten- / Grundpauschale in diesem Quartal abgerechnet wurde. Das Porto für den AU-Versand wird über die GOP 40122 abgerechnet. 

Das Einlesen der Versichertenkarte ist in diesen Fällen nicht erforderlich. Die Abrechnung erfolgt auf einem selbst im Praxisverwaltungsprogramm (PVS) angelegten Abrechnungsschein (Originalschein).

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AU-Bescheinigung per Telefon auf 14 Tage ausgeweitet »

Ja, wir empfehlen, sich hierzu mit Ihrer Apotheke vor Ort abzusprechen. Händedesinfektionsmittel müssen sporenfrei abgefüllt werden. In einigen Apotheken gibt es die entsprechende baulichen und materiellen Ausstattung dafür (in den Arztpraxen in der Regel nicht).

Die WHO hat beispielsweise eine Rezeptur mit viruzider Wirkung veröffentlicht, die in der Apotheke hergestellt werden kann.

  • 2-Propanol 75,15 ml
  • Wasserstoffperoxid 3 % 4,17 ml
  • Glycerol 98 % 1,45 ml
  • Gereinigtes Wasser auf 100,00 ml

Die Allgemeinverfügung der Bundesstelle für Chemikalien gilt für die Herstellung und das Inverkehrbringen durch Apotheken und die pharmazeutische Industrie in Deutschland zur Verwendung durch die breite Öffentlichkeit der oben genannten, von der WHO empfohlenen Formulierung eines Mittels zur Händedesinfektion. Zudem gilt sie für:

  • 2-Propanol-Wasser-Gemisch 70 Prozent (V/V)

Die Ausnahmeregelung gilt befristet bis zum 31. August 2020. Sie kann jederzeit durch die Bundesstelle für Chemikalien widerrufen werden.

Die Kosten für Händedesinfektionsmittel sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten. Die Rezeptur kann somit weder als Sprechstundenbedarf verordnet werden noch als Materialkosten abgerechnet werden. 

Die Bundesregierung hat verschiedene Medizingüter zur Bewältigung der Coronakrise eingekauft. Das dazu aufgelegte Programm dient dazu, insbesondere Schutzausrüstung zentral zu beschaffen. Inzwischen konnten wir kleine Tranchen an die Primärversorger ausliefern. Zusätzlich sollten Sie Ihre üblichen Lieferanten bitten, Sie zu informieren, sobald die benötigte Schutzausrüstung für Praxen wieder lieferbar ist.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für die aktuelle Situation, in der FFP-Masken und MNS knapp sind, Hinweise zur Mehrfachverwendung veröffentlicht.

Unser Hygieneteam hat für Sie eine tabellarische Anleitung zum ressourcenschonenden Umgang mit Schutzausrüstung erstellt: Tabelle: Schutzausrüstung effizient nutzen

Zudem hat das RKI seine Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von COVID-19-Patienten angepasst, auf die im Flussschema verwiesen wird. Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung richtet sich nach Art und Umfang der Exposition. Mund-Nasenschutz ist in vielen Fällen ausreichend. Bei Maßnahmen, die Tröpfchen und Aerosole freisetzen, wird eine FFP2-Maske empfohlen. 

Ab sofort dürfen die Apotheken in Deutschland bestimmte Desinfektionsmittel für die Hände herstellen. Damit wird auf den Lieferengpass infolge der Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Dies hat die Bundesstelle für Chemikalien entschieden und eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen.

Grundsätzlich sind Vertragsärzte im Rahmen der Sicherstellung dazu verpflichtet, Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19-Infektion zu untersuchen. Die niedergelassene Ärzteschaft ist hier gefordert, Infektions- und Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Uns ist die außergewöhnliche Belastung, die aktuell auf Sie persönlich und Ihre Praxis zukommt, bewusst. Wir zählen darauf, dass Sie Ihre Patienten in dieser Situation vorbildlich wie gewohnt versorgen.

Falls keine Schutzkleidung gemäß Risikoabwägung zur Verfügung steht und ein begründeter Verdacht vorliegt, sind die Patienten je nach regionalen Gegebenheiten in Fieber-Ambulanzen, Corona-Schwerppunktpraxen oder am Krankenhaus vorzustellen.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Patient ohne Symptome

Weist ein Patient zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Symptome auf und möchte er lediglich aus einer Befürchtung heraus wissen, ob er das Virus in sich trägt, ist das keine GKV-Leistung. Als Arzt können Sie eine solche Testung ablehnen bzw. privat abrechnen, sofern der Patient das möchte.

Patient zeigt Symptome

Wenn ein Patient Symptome zeigt, so gelten die Kriterien zur Verdachtsabklärung laut Flussschema des RKI. In den dort genannten vier Fallkonstellationen („begründeter Verdachtsfall“ oder „Fall unter differenzialdiagnostischer Abklärung“) ist eine Testung des Patienten angezeigt. Wenn eine ambulante Behandlung möglich erscheint (also bei entsprechend milder Ausprägung der Symptome und wenn keine sonstigen Umstände vorliegen, die eine stationäre Behandlung notwendig erscheinen lassen), ist der Vertragsarzt verpflichtet, diese Diagnostik als GKV-Leistung zu erbringen.

Wir kämpfen derzeit jeden Tag um Lieferungen von Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel nach Baden-Württemberg und konnten erste Tranchen an die Brennpunkte ausliefern. Dennoch bleiben Masken und weiteres Material ein knappes Gut.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für die aktuelle Situation, in der FFP-Masken und MNS eine knappe Ressource darstellen, folgende Hinweise zur Mehrfachverwendung veröffentlicht:

  • Das Absetzen und die Lagerung der FFP-Maske / des MNS müssen so erfolgen, dass eine Kontamination der FFP-Maske / des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird.
  • Nach dem Absetzen der FFP-Maske / des MNS wird diese/r trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und bis zum nächsten Einsatz zwischengelagert.
  • Die gebrauchte FFP-Maske / der gebrauchte MNS ist eindeutig einer Person zuzuordnen. Ein Tragen durch andere Personen ist auszuschließen.
  • FFP-Masken und MNS, deren Innenfläche möglicherweise mit Erregern kontaminiert wurden, sind aus präventiver Sicht sofort fachgerecht zu entsorgen. Ein Reinigen oder Desinfizieren kann die Funktionstüchtigkeit negativ beeinflussen.
  • Der Ort (z. B. offener Behälter), an dem die Zwischenlagerung erfolgt(e), ist unmittelbar nach Entnahme der FFP-Maske / des MNS sachgerecht zu desinfizieren.
  • Eine Händedesinfektion ist vor dem An- und Ablegen der FFP-Maske / des MNS wichtig.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Regeln zur Nutzung weiterer persönlicher Schutzausrüstung bleiben hier unverändert:  Dies gilt für den Gebrauch von Schutzhandschuhen, Schutzkitteln und ggf. nötigen Schutzbrillen.

Hintergrund:

Lieferengpässe bei Schutzausrüstung belasten die durch die Krise mit neuartigen Coronaviren sehr angespannte Situation. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat daher in Abstimmung mit dem Ad-Hoc-Arbeitskreis zum SARS-CoV2 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) eine Sonderregelung veröffentlicht. Diese betrifft den Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutzmasken und FFP-Masken. Diese Ausnahme gilt aufgrund der erhöhten Kontaminationsgefahr nur aufgrund der von der WHO ausgerufenen Notlage in Verbindung mit aktuellen Lieferengpässen vorläufig bis zum 31. August 2020.

Das bevorzugte Untersuchungsmaterial für den Nachweis einer möglichen Infektion mit dem SARS-CoV-2 ist ein Oropharynx- und/oder Nasopharynx-Abstrich, wie bei der Influenza-Diagnostik. Der Abstrich wird mit einem trockenen Stäbchen durchgeführt.

Hier ist zu unterscheiden:

Ist ein Mitarbeiter tatsächlich erkrankt und kann er deshalb nicht arbeiten, muss ihm der Arbeitgeber nach den Regeln des Entgeltfortzahlungsgesetzes bis zu sechs Wochen lang sein normales Gehalt weiterbezahlen.

Haben die Behörden hingegen ein Tätigkeitsverbot oder Quarantäne angeordnet, zahlt der Praxischef zunächst die Gehälter weiter. In diesem Fall kann er sich das Geld jedoch nach § 56 Infektionsschutzgesetz von der Behörde zurückholen, die die Quarantäne angeordnet hat. Um seine Rechte geltend zu machen, hat der Arbeitgeber maximal drei Monate Zeit. Die Frist läuft ab dem ersten Tag der Quarantäne.

Etwas komplizierter ist die Rechtslage für den Verdienstausfall des Praxisinhabers selbst: Auch er hat zwar einen Entschädigungsanspruch auf Basis des Infektionsschutzgesetzes. Und auch hier gilt eine Frist von drei Monaten, gerechnet ab dem Beginn der Quarantäne. Die Entschädigung bemisst sich nach den letzten Jahreseinnahmen laut Steuerbescheid.

Coronavirus – Entschädigung bei Praxisausfall

Ärzte haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird. Was Sie dazu wissen müssen, hat die KBV in einer Praxisinformation zusammengefasst.

Für eine labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 wurden Nachweissysteme entwickelt. Wir haben eine – allerdings nicht abschließende – Liste mit Laboren in Baden-Württemberg, die die PCR-Tests durchführen, für Sie zusammengestellt, der Sie auch entnehmen können, wie der Versandweg dorthin aussieht.

Nein. In diesem Fall ist keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen. Für das Ausstellen einer AU-Bescheinigung muss zwingend eine Krankheit vorliegen.

Erkrankte Mitarbeitende sollten unbedingt der Arbeit fernbleiben und haben aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung. Bleibt jemand aus Angst vor Ansteckung zuhause, ohne dass dies behördlich angeordnet oder mangels arbeitgeberseitiger Schutzmaßnahmen gerechtfertigt ist, so besteht für diese Zeit mangels Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf Lohn.

Rücksprache mit dem Gesundheitsamt

Der Patient, der noch keine Symptome hat, kann sich beim Gesundheitsamt melden und schildern, warum er der Ansicht ist, dass er besser nicht zur Arbeit gehen sollte. Das Gesundheitsamt gibt dann gegebenenfalls die Empfehlung, prophylaktisch vom Arbeitsplatz fernzubleiben.

Diese mündliche Empfehlung hat keinerlei rechtsverbindlichen oder anordnenden Charakter. Das Gesundheitsamt stellt in diesem Fall keine Bescheinigung aus. Der Arbeitgeber des betreffenden Patienten, der von dieser Empfehlung des Gesundheitsamtes erfährt, kann dann entscheiden, den Patienten freizustellen. Er zahlt dann das übliche Arbeitsentgelt weiter. Ein Entschädigungs­anspruch nach dem Bundes­infektionsschutz­gesetz besteht in diesem Fall nicht.

Hiervon ist die Situation zu unterscheiden, die zurzeit deutlich seltener vorkommt: Wenn das zuständige Gesundheitsamt bei entsprechend konkreten Verdachtsfällen ein sogenanntes Tätigkeitsverbot ausspricht (§ 31 Infektionsschutzgesetz), stellt das einen Verwaltungsakt dar, der wiederum bezüglich des Verdienstausfalls Entschädigungsansprüche auslöst (§ 56 Infektionsschutzgesetz).

Nein. Genau wie bei Läusen in der Kita oder wenn die Erzieherinnen streiken – Eltern müssen sich auch bei einer „Corona-Kita-Schließung“ um eine alternative Betreuung für ihre Kinder kümmern. Wenn das nicht klappt, müssen sie Urlaub beantragen.

Ja. Sowohl bei der Quarantäne einer Einzelperson als auch bei der Abriegelung einer ganzen Gemeinde wird der Lohn weiterhin gewährt. Das Infektionsschutzgesetz (§ 56) sorgt in Deutschland dafür, dass für sechs Wochen nach Beginn des Verdienstausfalls das Entgelt weitergezahlt wird. Bei Arbeitnehmern hat der Arbeit-geber die Entschädigung für die zuständige Behörde auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Wenn die Quarantäne nach den sechs Wochen noch andauert, wird Krankengeld gezahlt.

In diesem Fall ist es die freiwillige Entscheidung des Arbeitgebers. Damit der Arbeitnehmer keine Nachteile erleidet, ist der Arbeitgeber verpflichtet, weiterhin den Lohn zu zahlen.

Selbst wenn die Schließung nicht freiwillig erfolgt, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Lohn weiterzuzahlen.

Ja, denn die Weitergabe dieser Daten erfolgt auf rechtmäßiger Grundlage. Die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bleibt vom Inkrafttreten der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) unberührt. Gemeldet werden müssen und sollen jedoch nur Fälle, die der Falldefinition des Robert Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

Die rechtliche Befugnis ergibt sich aus der zum 1. Februar 2020 in Kraft getretene CoronaVMeldeV des Bundesgesundheitsministeriums. Danach fällt COVID-19 unter die Meldepflicht des § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des IfSG.

Ja. Mit der GOP 32816 (59,00 Euro) ist ein nukleinsäurebasiertes spezifisches Nachweisverfahren auf das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) neu in den EBM aufgenommen worden.

Die Indikation soll nach ärztlichem Ermessen gestellt werden – unter Berücksichtigung der Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI) (mehr erfahren »). Ärzte können somit, wenn sie dies medizinisch für erforderlich halten, die Testung vornehmen. Die Krankenkassen übernehmen dann die Kosten für die Laboruntersuchung.

Die Untersuchung darf nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie durchgeführt und berechnet werden.

Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sind mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 angeben, sodass der Wirtschaftlichkeitsbonus Labor unbeeinflusst bleibt.

Die GOP 32816 wird zunächst extrabudgetär finanziert.

Der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus stellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Coronavirus-Meldepflichtverordnung melden. Auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden. Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen einleiten kann (z. B. Isolierung des Patienten, Ermittlung von Kontaktpersonen).

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid” (wirksam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid PLUS” oder „viruzid” anzuwenden.

Informationen zur Desinfektion bei Viren sind in der entsprechenden Stellungnahme des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI enthalten. Geeignete Mittel enthalten die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (RKI-Liste) und die Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH-Liste). Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

Wenn ein Patient anruft, klären Sie zunächst die entsprechende Symptomatik (respiratorischen Infekt).

Abfrage der Symptome & Risikogruppe:

  • Hat der Patient Husten, Fieber, Kurzatmigkeit?
  • Hatte er in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem COVID19-Kranken?
  • Ist er in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig?
  • Gehört er einer Risikogruppe (Alter, Vorerkrankungen) an?

Gegebenenfalls sollte die Praxis den Patienten bitten, zunächst zu Hause zu bleiben und möglichst keine persönlichen Kontakte zu anderen herzustellen. Die Praxis wendet sich bei einem begründeten Verdachtsfall an das zuständige Gesundheitsamt, das über die weitere Vorgehensweise entscheidet. Ist der Patient jedoch soweit erkrankt, dass er nicht zu Hause bleiben kann, bitte entsprechend den Rettungsdienst/Krankentransport mit dem Hinweis auf den Verdacht der Infektion informieren und den Patienten ins Krankenhaus transportieren lassen. Bitte dieses vorab informieren. In Abhängigkeit der Symptome und nach Absprache mit der Leitstelle wird das zuständige Krankenhaus angefahren.

Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle mit der Ziffer 88240 (Pseudo-GOP) zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Letzte Aktualisierung: 02.04.2020