Diagnostik und Testungen auf SARS-CoV-2

Mit Corona-Verdachtsfällen umgehen

Um eine Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV-2 und der Lungenkrankheit COVID-19 in Deutschland einzudämmen und Infektionsketten zu unterbrechen, müssen Infektions- und Verdachtsfälle früh erkannt, isoliert und Hygiene­maßnahmen konsequent eingehalten werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei Ihnen als niedergelassene Ärzte zu. Informieren Sie sich kontinuierlich zu aktuellen Entwicklungen und beachten Sie die Hinweise des RKI: COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2).

Auf Wunsch der getesteten Person ist das Testergebnis in einem digitalen Zertifikat zu bescheinigen (COVID-19-Testzertifikat gemäß § 22 Abs. 6 und 7 Infektionsschutzgesetz, IfSG). Obligater Leistungsbestandteil sämtlicher Tests nach Coronavirus-Testverordnung – TestV.

Teststrategie in der Gesamtschau

Ab 13. November gilt die jüngste Änderung der Coronavirus-Testverordnung (TestV), die Tests für alle asymptomatischen Personen regelt. Am 5. Oktober hat das RKI sein Flussschema zuletzt angepasst, das zeigt, was bei Verdachtsfällen zu tun ist. Wie die beiden in der nationalen Teststrategie zusammen­spielen, verdeutlicht unser Schaubild Corona-Tests in der Praxis. Corona-Tests bei Patienten, die COVID-19-Symptome zeigen, fallen unter die Kranken­behandlung laut E­BM (RKI-Testkriterien). Der Testanspruch bei Personen ohne Symptome begründet sich in der TestV. Hier die Abrechnungs­modalitäten: Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!

Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: GOP 02402
Labor-GOP 32816 etc.

Nationale Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung – TestV)
  • Bürgertests
    (ohne Voraussetzungen, nur Schnelltest!)
Abstrich: GOP 88310B
Sachkosten für PoC-Antigen-Test: GOP 88312B
 
  • Kontaktperson & App
  • Ausbruch in Einrichtung
  • Reha, Heimaufnahme
  • vor ambulanter OP
Abstrich: GOP 99531
Sachkosten für PoC-Antigen-Test: GOP 88312
oder
gesonderte Laborabrechnung etc.
Selbstzahler
  • PCR-Test für Reise, Club, Diskothek etc.
Keine Abrechnung über die KV!

Übersicht Testszenarien: Kurativ und asymptomatisch

Corona-Tests: Anlaufstellen in Baden-Württemberg

Überall in Baden-Württemberg sind Corona-Schwerpunktpraxen (CSP)Abstrichstellen und Ambulanzen etabliert. Standorte für Corona-Tests finden Sie auf unserer

Haus- und Kinderärzte sind die ersten Ansprech­partner ihrer Patienten und koordinieren die Versorgung auch bei COVID-19. Bitte schicken Sie niemanden ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhaus­ambu­lan­zen, Notfallpraxen, Abstrich­stellen oder Gesundheits­ämter!

  • Sie möchten selbst Corona-Schwerpunktpraxis werden und damit einen wichtigen Beitrag zur ambulanten Versorgung in Pandemie­zeiten leisten? Jetzt als Schwerpunktpraxis registrieren »

Zu unterscheiden ist zwischen verschiedenen Testszenarien. Je nach Szenario folgt die Abrechnung verschiedenen Wegen. Unterschiede gibt es auch beim Laborauftrag, Kodierung und Meldepflichten.

Wann besteht ein begründeter Verdacht?

Kurative Tests

Wendet sich eine Person mit Krankheitssymptomen, die auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen, an die Praxis, entscheidet der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI-Flussschema), ob er einen Abstrich macht. Wann bei Patienten ein begründeter Verdacht besteht und eine Laboruntersuchung auf das Coronavirus SARS-CoV-2 angezeigt ist, zeigen die Falldefinition sowie die Nationale Teststrategie des RKI als Orientierungshilfe.

Wer wird ohne Symptome getestet?

Asymptomatische Tests

Tests bei Personen ohne Symptome gelten nicht als Krankenbehandlung. Die Abrechnung erfolgt folglich nicht als GKV-Leistung, aber dennoch über die KV und zwar ganz unabhängig davon, ob und wie derjenige versichert ist. Kostenträger ist hier der Bund.

Coronavirus-Testverordnung des BMG (Nationale Teststrategie)

Durch die Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sind Tests bei asymptomatischen Personen im Zusammenhang mit folgenden Testszenarien möglich:

  • Bürgertests § 4a Coronavirus-Testverordnung 
    (ausschließlich Antigen-Schnelltest PoC, ohne Voraussetzungen)
  • Kontaktpersonen einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person (inkl. Warn-App)
    Merkblatt Testberechtigung Kontaktpersonen & Haushaltsangehörige
  • Ausbruchsgeschehen in z. B. Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
  • Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen
    • vor Aufnahme in eine Alten-/Pflege-/Behinderten-/Reha-Einrichtung
    • vor ambulanter Operation
    • Personal in Praxen und Gesundheitseinrichtungen (nur Sachkosten abrechenbar!)

Meldepflicht ans Gesundheitsamt

Melden Sie unverzüglich alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammen­hang mit SARS-CoV-2: Mehr dazu unter Meldepflicht & Gesundheits­amt.

Ambulantes Management bei leichten COVID-19-Erkrankungen

COVID-19-Verdachtsfälle und Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können laut RKI-Empfehlung in häuslicher Isolation ambulant versorgt werden:

So gehen Sie in der Praxis vor: KBV-Praxisinformation

Die Praxisinformation der KBV erläutert das konkrete Vorgehen in der Praxis bei Verdachtsfällen. Die Übersicht zeigt die einzuhaltenden Schritte für zwei Szenarien auf – wenn Patienten mit Verdacht sich telefonisch bei Ihnen melden oder wenn Patienten ohne Anmeldung in Ihre Praxis kommen.

Bestellen Sie Patienten, die sich bei Ihnen telefonisch mit Verdacht auf eine Infektion melden, möglichst nach Ende der regulären Sprechstunde ein, damit sie nicht mit anderen Patienten – insbesondere chronisch Kranken – in Kontakt kommen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

AKTUALISIERT: Was muss ich zum digitalen Corona-Impfnachweis bei der Grundimmunisierung und der Auffrischimpfung wissen?

Laut Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ist ein Nachweis für die Impfung gegen das Coronavirus ab 1. Dezember 2021 nur noch mittels QR-Code möglich. Der gelbe Impfpass reicht nicht mehr aus.

Mit der CovPass-App können Patienten ihre Corona-Impfungen per Smartphone belegen. Auch die Corona-Warn-App kann Impfnachweise anzeigen. Wer gegen COVID-19 geimpft ist, erhält ein digitales COVID-19-Impfzertifikat in Form von je einem QR-Code für Erst-, Zweit und Auffrischimpfung als zusätzlichen Impfnachweis – in einer Arztpraxis, von den Impfzentren oder nachträglich in einer Apotheke.

Um den Aufwand möglichst gering zu halten, stellen Praxen die digitalen Impfzertifikate im Idealfall über die Praxisverwaltungssysteme (PVS) aus. Viele Softwarehersteller bieten diese Lösung inzwischen kostenfrei für ihre Kunden an. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Anbieter.

Daneben bietet das Robert Koch-Institut (RKI) zwei alternative Lösungen zur Generierung solcher CovPass-Zertifikate.

  • RKI-Webanwendung über den KV-Login: Unter Umständen müssen Praxen ihre IT-Dienstleister bemühen, damit diese ein explizites Routing in den Praxissystemen einrichten, mit dem sich die Anwendung https://web.impfnachweis.info/ aufrufen lässt.
  • RKI-Desktop-Anwendung: Die Konfiguration des Desktop-Clients ist ebenfalls durch Ihren IT-Techniker vorzunehmen. Der Vorteil des Desktop-Clients gegenüber der herkömmlichen RKI-Webanwendung ist, dass Praxen Versichertendaten nicht mehr von Hand eingeben müssen, sondern diese automatisiert übernommen werden.

Grundvoraussetzung, um das COVID-19-Impfzertifikat (QR-Code für die CovPass-App bzw. die Corona-Warn-App) zu erzeugen, ist, dass Ihre Praxis über einen Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) verfügt. Sofern Arztpraxen eine Ausstellung des Impfzertifikats nicht ermöglichen können, bieten sich die Apotheken als Anlaufstelle für die Patienten an.

Abgrenzung zum digitalen Impfausweis

Zum Teil ist in den Medien in diesen Zusammenhang auch vom „digitalen Impfpass" die Rede. Das ist allerdings irreführend. Das gelbe Impfbuch aus Papier bleibt vorerst erhalten. Das elektronische Impfzertifikat für den Nachweis eines COVID-19-Impfschutzes in der EU ist ein zusätzlicher Service, um per App nachzuweisen, dass jemand entweder vollständig geimpft, von Corona genesen oder negativ getestet wurde (3-G-Regel). Der elektro­nische Impfausweis, der sämtliche Impfdaten digitalisiert, soll erst 2022 in der elektronischen Patientenakte (ePA) enthalten sein.

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Letzte Aktualisierung: 03.12.2021