Abrechnung und Kennzeichnung Coronavirus

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erforderlich sind (Kennzeichnung an jedem Behandlungstag mit Pseudo-GOP 88240), werden in voller Höhe extrabudgetär bezahlt und nicht bereinigt. Ebenfalls extrabudgetär bezahlt wird die in diesem Quartal abgerechnete Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale sowie die Zusatzpauschalen der Pneumolgen und Fachinternisten.

Corona-Testszenarien KV Baden-Württemberg

EBM
Krankheitssymptome (Indikation stellt Arzt)

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Labor-GOP 32816 etc.

Warnung Corona-App

Versicherten-/Grund-/Notfall-/Konsiliarpauschale
Abstrich: 02402
Labor-GOP 32811 etc.

Nationale Teststrategie
Reiserückkehrer/EinreisendeAbstrich: GOP 99531
gesonderte Laborabrechnung etc.
Auftrag Gesundheits­amt (Kita, Schule, Heim etc. )

Abstrich: GOP 99533
gesonderte Laborabrechnung etc.

 

Erweiterte Teststrategie Land BW
(keine Auftrag vom Gesundheitsamt erforderlich)
  • Aufnahme in Einrichtung Alte/Pflege/Behinderte
  • Personal an Schulen/ Kitas (17.08. – 30.09.)
  • ambulante OPs (bei besonderer epidemio­lo­gischer Lage)
Abstrich: GOP 99533
Labor-GOP 99535 etc.

Mehr zu den jeweiligen Voraussetzungen, Procedere, Abrechnung und Vergütung: Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick!

Wichtig für die Abrechnung: Pseudo-GOP 88240

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle an allen Behandlungstagen mit der Ziffer 88240 zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Flexible Abrechnungsvorgaben

Forderungen nach flexiblerem Umgang mit bestimmten Abrechnungsvorgaben aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation konnten im kontinuierlichem Austausch mit den zuständigen Stellen ebenfalls erreicht werden.

Labor

Den Labortest dürfen nur Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie mit entsprechender Genehmigung durchführen. Für die Abrechnung gelten die GOP 32816 (Krankheitssymptome), GOP 32811 (Warnung Corona-App) bzw. GOP 99535 (Teststrategie Land) – Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) mittels RT-PCR.

Wirtschaftlichkeitsbonus erhalten (Kennnummer 32006)

Den Labortest auf SARS-CoV-2 veranlassen Sie mit der neuen Laborüberweisung Muster 10 C (RKI-Testkriterien / Corona App) bei Ihrem Labor. Übergangsweise ist wie bisher das Muster 10 zu verwenden. Die Entscheidung, ob ein Patient getestet werden soll oder nicht, liegt im ärztlichen Ermessen – orientiert an den Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Laboruntersuchung.

Veranlasser geben die Laborausnahme-Kennnummer 32006 für meldepflichtige Erkrankungen wie eine GOP in der Abrechnung an. So bleibt Ihr Laborbudget unbelastet und der Wirtschaftlichkeitsbonus erhalten.

Tests bei asymptomatischen Personen (OEGD Auftrag)

Die Anforderung der Laboruntersuchung erfolgt ausschließlich über das neue Muster OEGD (Übergangsweise Muster 10).

Informationen zur korrekten Abrechnung dieser Tests entnehmen Sie bitte unserem Leitfaden:

Kodierung

Der ICD-Code für die Coronavirus-Krankheit COVID-19 lautet: U07.1 G bzw. U07.2 G. Sie verschlüsseln die Erkrankung beziehungsweise die Symptome (z. B. „J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet“) und geben zusätzlich den Code U07.1 G als Sekundärdiagnose an. Bei Kontaktpersonen geben Sie zusätzlich Z20.8 G an (z. B. bei Risikowarnung der Corona-App).

  • U07.1 G COVID-19: Virus nachgewiesen
    Wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist.
  • U07.2 G COVID-19: Virus nicht nachgewiesen
    Wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber nicht durch Labortest nachgewiesen ist.
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    Wenn ein Labortest veranlasst wurde.

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Ausrufezeichen: Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben (U07.1 statt U07.1!).

So kodieren Sie richtig – Fallbeispiele

Sachkosten

Restbestände an Schutzmitteln (OP-Masken (Mund-Nase-Schutz), FFP-Masken, Schutzbrillen und -anzüge), die vor dem 26. März beschafft wurden, können noch, ausnahmsweise und nur bei wirtschaftlichem Bezug, patientenbezogen als Materialkosten abgerechnet werden, wenn der Fall mit der Pseudo-GOP 88240 gekennzeichnet ist. Sonstige Materialien (z. B. Desinfektionsmittel, Handschuhe) sind mit den Praxiskosten abgegolten (mehr erfahren »).

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Die Abstrichentnahme wird mit der GOP 99531 (15,00 Euro) abgerechnet. Hiermit sind sämtliche Leistungen im Zusammenhang mit dem Abstrich abgegolten (das Gespräch im Zusammenhang mit der Testung sowie die Entnahme von Körpermaterial sowie bei Bedarf die Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses über das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.)

Die Abrechnung der GOP 99531 (Corona-Test Einreisende) erfolgt bei Privatversicherten etc. als Ersatzverfahren über folgenden Kostenträger (muss im Praxisprogramm angelegt werden):
VKNR: 61900
IK: 100061900
Name: Land BW / SM (SARS-CoV-2)
KT-Gruppe: 35 KT-Abrechnungsbereich: 00

Ja, aber ausschließlich bei Einreisenden aus Risikogebieten – hier ist eine einmalige Wiederholungstestung möglich (kann auch nach 72 Stunden durchgeführt werden). Der Abstrich in diesen Fällen wird ebenfalls mit der GOP 99531 abgerechnet.

  • Ja, zwischen dem 17. August und 30. September 2020 können sich Lehrer, Erzieher sowie das weitere Personal an Schulen, in Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege, symptomfrei auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 testen lassen.
  • Ohne weitere Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, maximal zweimal.
  • Die betreffenden Personen erhalten von ihrer Schule oder ihrer Kindertagesstätte ein Formular, das zweimalig zur Testung berechtigt. Dieses Berechtigungsformular (zwei Abschnitte für die Berechtigung für zwei Tests) ist in der Arztpraxis vorzulegen.
  • Die Untersuchung ist freiwillig. Bitte dokumentieren Sie deshalb die Einverständniserklärung der Person zu dieser medizinisch nicht notwendigen Untersuchung in der Patientenakte.

Die Abrechnung der Abstrichentnahme erfolgt in diesen Fällen (zwischen 17. August und 30. September 2020) mit der GOP 99533 (12 Euro) zuzüglich der Aufwandspauschale GOP 99539 (4,20 Euro). Die Laborleistung (PCR) wird über das Formular OEGD (geänderte Version!) angefordert und die Laboruntersuchung mit der GOP 99535 (50,50 Euro) abgerechnet.

Diese Abrechnung ist sowohl bei GKV (auch selektiv) als auch bei privatversicherten Personen möglich. (Bei GKV-Versicherten immer über die eGK; bei Privatversicherten als Ersatzverfahren über Kostenträger „Land BW“).

Nein. Bei einer Unbedenklichkeitserklärung handelt es sich grundsätzlich um eine „Wunschleistung”, welche privat zu liquidieren ist.

Im Zusammenhang mit einer asymptomatischen Testung ist die Ausstellung eines Zeugnisses über das Ergebnis der Testung von der abstrichnehmenden Stelle grundsätzlich beinhaltet.

Das Sozialministerium und das Landesgesundheitsamt haben Empfehlungen zum Umgang mit Erkältungs- und Krankheitssymptomen bei Kindern und Jugendlichen herausgegeben (unten zum Download). Demnach ist nach einem überstandenen Infekt kein negativer Virusnachweis und auch kein ärztliches Attest notwendig. Die Bestätigung der ärztlichen Aussage durch eine erziehungsberechtigte Person ist in der Regel ausreichend. Dazu kann die Muster-Bescheinigung verwendet werden, die die Eltern selbst ausfüllen können (Bestandteil der LGA-Handreichung).

Ursprünglich hatten Versicherte nur Anspruch auf einen Test auf SARS-CoV-2, wenn sie COVID-19-assoziierte Krankheitssymptome hatten. Inzwischen werden in bestimmten Fällen auch die Kosten für Tests bei Personen, die keine Symptome haben, über­nommen. Diese asymptomatischen Tests im Zuge der Strategie von Bund und Land können Sie sogar bei Selektiv- oder Privatpatienten über uns abrechnen.

Durch die Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sind Reihentests unter anderen in Kitas, Schulen, Wohn- oder Pflegeheimen möglich, wenn in der jeweiligen Einrichtung ein Fall aufgetreten ist. In Pflegeheimen und Pflegediensten kann auch unabhängig von aufgetretenen Fällen getestet werden. Ob ein solcher Reihentest durchgeführt wird, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt und beauftragt gegebenenfalls Vertragsärzte mit der Abstrichentnahme und der Laboruntersuchung. Ohne ÖGD-Auftrag dürfen diese Untersuchungen nicht durchgeführt werden.

Die erweiterte Teststrategie des Landes Baden-Württemberg sieht darüber hinaus Tests auch ohne Abstimmung mit dem Gesundheitsamt vor:

  • bei Aufnahme in Alten- und Pflegeheime sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • für Lehrer, Erzieher sowie das weitere Personal an Schulen, Kindertagesstätten und der Kindertagespflege im Zeitraum zwischen 17.08. und 30.09.2020 (zweimaliger Anspruch)
  • präoperative Abstrichdiagnostik bei ambulanten Operationen, wenn eine vom Gesundheitsamt festgestellte, spezifische, regionale epidemiologischen Lage vorliegt. Als entscheidendes Kriterium für eine epidemiologische Lage in diesem Sinne wird die Überschreitung der 7-Tages-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einem Landkreis angesetzt.
    Das Landesgesundheitsamt informiert über den jeweiligen Stand der epidemiologischen Lage in Bezug auf die Land- und Stadtkreise wöchentlich in seinem Lagebericht COVID-19.

Wie Sie die jeweiligen Leistungen korrekt abrechnen und was bei der Kennzeichnung der Laboraufträge zu beachten ist, hat unsere Abrechnungsberatung für Sie in der Übersicht Corona-Tests: Behalten Sie den Durchblick! tabellarisch zusammengefasst.

In einer interdisziplinär abgestimmten Empfehlung zum Personal- und Patientenschutz bei Durchführung planbarer Eingriffe zur Zeit der SARS-CoV-2-Pandemie (AWMF-Registernummer  017-080) wird die Corona-Testung vor ambulanten Operationen in Abhängigkeit von der regionalen epidemiologischen Situation empfohlen. Ebenso existierten im stationären Bereich Anforderungen auf Testungen vor Aufnahme der Patienten.

In der zitierten S1-Leitline wird in Abhängigkeit von der regionalen epidemiologischen Situation für alle Patienten ohne mögliche COVID-19-assoziierte Symptome vor einem elektiven bzw. auch kurzfristig planbaren ambulanten oder stationären Eingriff die Durchführung eines präoperativen PCR-Tests auf SARS-CoV-2 empfohlen.

Da kurative Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Krankheitssymptome voraussetzen, kommt keine GKV-Abrechnung infrage. Nach der Rechtsverordnung (RVO) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) ist in bestimmten Konstellationen eine Abrechnung möglich; dann nämlich, wenn das Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg oder das örtlich zuständige Gesundheitsamt explizit für bestimmte Landkreise oder definierte Regionen wegen der jeweiligen epidemiologischen Lage per se Testungen vor ambulanten Operationen vorsieht. Die KVBW hat mit dem Land Baden-Württemberg vertraglich geregelt, dass das Land dann die Kosten für die Abstrichentnahme übernimmt.

Das Landesgesundheitsamt informiert über den jeweiligen Stand der epidemiologischen Lage in Bezug auf die Land- und Stadtkreise in einem wöchentlichen Lagebericht COVID-19.

Als entscheidendes Kriterium für eine epidemiologische Lage in diesem Sinne wird die Überschreitung der 7-Tages-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einem Landkreis angesetzt. Nur in solchen Fällen darf nach diesem Landesvertrag und gemäß Rechtsverordnung abgerechnet werden.

  • Abstrichentnahme GOP 99533 (12 Euro)
  • Aufwandspauschale GOP 99539 (4,20 Euro)
  • Laboruntersuchung (PCR) GOP 99535 (50,50 €)

Die Laborleistung (PCR) wird über Formular OEGD angefordert und die Laboruntersuchung darüber abgerechnet. Diese Abrechnung ist sowohl bei GKV-Versicherten (inklusive Selektiv-/SKT-Versicherten), als auch bei Privatpatienten möglich – bei GKV-Patienten immer über die eGK; bei Sonstigen Kostenträgern (SKT) mit Versichertenkarte (z. B. Polizeibeamte) über diesen Kostenträger; bei Privatpatienten oder SKT ohne Versichertenkarte (z. B. Asylbewerber) als Ersatzverfahren über Kostenträger „Land BW”).

Liegt eine Empfehlung des Gesundheitsamtes zur präoperativen Abstrichentnahme nicht vor und wird dennoch ein Testung durchgeführt – z. B. auf Wunsch des Patienten oder des Krankenhauses (bei ambulanter Nutzung von Räumlichkeiten des Krankenhauses durch niedergelassene Ärzte) –, muss die Vergütung durch das Krankenhaus erfolgen oder im Rahmen einer Privatliquidation an den Patienten (bei entsprechender, vorheriger Aufklärung und Abstimmung mit dem Betroffenen). 

Soweit ein Krankenhaus zur eigenen Patientensteuerung stationärer Fälle Testungen veranlasst, sind diese auch dort zu organisieren und die entstehenden Kosten vom Krankenhaus im Rahmen dessen stationärer Vergütung zu tragen.

Ja, die Teststrategie des Landes Baden-Württemberg und der hierauf basierende Vertrag mit der KVBW sehen eine Testung bei Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung generell vor. In diesen Fällen ist keine gesonderte vorherige Abstimmung mit dem Gesundheitsamt erforderlich.

Nein. Auch die ansonsten indizierte erneute Testung fünf  bis sieben Tage nach Aufnahme erscheint in solchen Fällen nur angezeigt, um Personen zu identifizieren, die sich bei Aufnahme noch in der Inkubationsphase befunden haben können. Eine solche Testung sollte also nur stattfinden, wenn die letzte Testung im Krankenhaus nicht mit einer akuten COVID-19-Infektion zusammenhing, da nach durchgemachter COVID-19 in aller Regel keine Infektionsgefahr von solchen Personen ausgeht.

Nein, für solche Fälle existiert keine generelle Empfehlung des RKI, eine erneute PCR durchzuführen. Lediglich wenn eine Verkürzung der Isolationsdauer im Einzelfall erwogen wird, sind sowohl 48 Stunden Symptomfreiheit als auch das Vorliegen von zwei negativen PCR-Untersuchungen im Abstand von mindestens 24 Stunden empfohlen.

Die KBV hat eine thematisch geordnete Übersicht zu den Sonderregelungen für die ambulante Versorgung, die bundesweit gelten, zusammengestellt. Hier werden die einzelnen Regelungen kurz erläutert. Die Übersicht wird stetig aktualisiert.

Entscheidend ist nicht der Wunsch der Reha-Klinik, sondern die Frage, ob der Test vom Gesundheitsamt beauftragt wurde. Sofern ein solcher Auftrag vorliegt, können Sie die Abstrichentnahme nach der GOP 99533 abrechnen.

Bitte überzeugen Sie sich vom Warnhinweis der Corona-App und vermerken Sie dies in der Patientendokumentation.

Nein. Es erfolgt keine Erstausstattung. Beide Formulare können Sie bereits jetzt beim Kohlhammer Verlag bestellen. 

Muster 10C und Muster OEGD werden auch in der Praxissoftware hinterlegt und als Blankoformular definiert sein, sodass sie im Praxisverwaltungssystem ausgefüllt werden können. Bis das dafür erforderliche Update für das Praxisverwaltungssystem zur Verfügung steht, ist das Formular 10 zu verwenden.

Bestellformulare Kohlhammer

Das Formular ist in der Praxis vorzuhalten und wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen.

Bestellformulare Kohlhammer

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) kann Vertragsärzte sowohl telefonisch als auch per Fax oder E-Mail beauftragen. Bei telefonischer Beauftragung durch das Gesundheitsamt empfehlen wir den Inhalt der Beauftragung in einer Telefonnotiz festzuhalten.

Ja. Eine zweite Testung sollte 5 bis 7 Tage nach der Aufnahme erfolgen, um Personen zu identifizieren, die sich bei Aufnahme noch in der Inkubationsphase befunden haben.

Maximal 48 Stunden vor der Aufnahme. Falls die Testung erst bei Aufnahme erfolgt, ist die Person bis zum Erhalt des negativen Testergebnisses unter Quarantäne zu stellen.

Kennzeichnung, Kodierung, Labor und Abrechnung bei Corona

1. Kodiernummer 88240 zur Kennzeichnung eines Patientenfalles 

Soweit Patienten in der Praxis mit klinischem Verdacht oder nachgewiesener Infektion auf das Coronavirus behandelt werden, ist jeder Behandlungstag des Patienten mit der Kodiernummer 88240 zusätzlich zu den ärztlichen Leistungen zu kennzeichnen.

Nur so ist es möglich, den besonderen Behandlungsbedarf im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit gegenüber den Krankenkassen nachzuweisen und die Erstattung der Behandlungskosten zu bewirken. Nicht nur die Hausarztpraxis, die den Abstrich macht, sollte die 88240 angeben, sondern auch die Laborpraxis, die die Laboruntersuchung abrechnet.

2. Kennnummer 32006 für Untersuchungsindikation Coronavirus bei Veranlassung der Laboruntersuchung 

Bei Veranlassung einer Laboruntersuchung für den Nachweis des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) ist die Laborkennnummer 32006 an jedem Behandlungstag zu dokumentieren. Damit ist sichergestellt, dass die Laboruntersuchung zum Nachweis das Laborbudget nicht belastet.

Die Untersuchungsindikation können nach ärztlichem Ermessen gestellt werden. Die Krankenkassen übernehmen in jedem Fall die Kosten für die Laboruntersuchung. Aus diesem Grunde wurde die Abrechnungshäufigkeit auf einmal am Behandlungstag geändert.

3. ICD-Kodierung U07.1 und U07.2 für Coronavirus-Krankheit

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 gibt es eigene Diagnoseschlüssel: 

  • U07.1 G COVID-19: Virus nachgewiesen
    Wenn COVID-19 durch einen Labortest nachgewiesen ist
  • U07.2 G COVID-19: Virus nicht nachgewiesen
    Wenn COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber nicht durch Labortest nachgewiesen ist.
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    Wenn ein Labortest auf COVID-19 negativ ausfällt (bei asymptomatischen Tests zusammen mit dem ICD-Kode Z11 G „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten“ anzugeben.)

Bei den COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben. 

Nur Zusatzkennzeichen „G“ 

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

 4. Laboruntersuchung nach GOP 32811 und 32816 zum Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2

GOPBezeichnungBewertung
32811

Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App

obligater Leistungsinhalt

  • Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat))

einmal am Behandlungstag

39,40 Euro
32816

Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 mittels RTPCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung)

obligater Leistungsinhalt
  • Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat))
fakultativ
  • Untersuchung von Material der tiefen Atemwege (bronchoalveoläre Lavage, Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert) und/oder Trachealsekret)

einmal am Behandlungstag

39,40 Euro

Nein. Folgeverordnungen nach telefonischer Anamnese (häusliche Krankenpflege, Heilmittel, Hilfsmittel, Krankenbeförderung, SAPV) sind nicht mehr möglich. Die bisherige Corona-Sonderregelung ist zum 30. Juni 2020 ausgelaufen.

Zu unterscheiden ist der direkte Erregernachweis (PCR-Test) vom indirekten Erregernachweis (Antikörpertest). 

Primäres Ziel ist weiterhin, bei Patienten möglichst frühzeitig einen direkten Erregernachweis nach der GOP 32811 / 32816 durchzuführen. Diese Leistung belastet den Wirtschaftlichkeitsbonus nicht, wenn auf dem Behandlungsausweis des Auftraggebers die Kennnummer 32006 eingetragen wird.

Für die Antikörpertestung auf SARS-CoV-2 gibt es keinen Beschluss des Bewertungsausschusses und somit keine gesonderte GOP und keine Ausnahmekennnummer. Daher belastet die SARS-CoV-2- Antikörperbestimmung die Laborkosten der Praxis.

Dies ist keine Leistung der GKV. Wer im Einzelfall die Kosten trägt, hängt davon ab, auf welcher Grundlage und aufgrund welcher Beauftragung der Test durchgeführt wird. Das kann der Arbeitgeber sein oder die getestete Person selbst. Wenn im Einzelfall die Voraussetzungen gemäß der Regelung des Landes Baden-Württemberg für Testungen bei asymptomatischen Personen erfüllt sind und die Beauftragung durch das Gesundheitsamt im Rahmen einer Reihentestung in einer Einrichtung auch Mitarbeitende umfasst, kann ggf. auch die entsprechende Vergütungsregelung des Landes zum Tragen kommen.

SSB-Regelung läuft aus

Zum 10. Juni 2020 ist die Ausnahmeregelung ausgelaufen, die Praxen ermöglichte, selbst beschaffte Schutzausrüstung im Zusammenhang mit COVID-19 über Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen.

Online-Bestellformular

Wenn Sie aktuell Bedarf an Schutzausrüstung für Ihre Praxis haben, nutzen Sie bitte unser Online-Bestellformular ». Wir beliefern Sie dann kostenlos.

Kostenerstattung: Rechnungen bei der AOK einreichen

Noch nicht zurückerstattete Rechnungen für selbst bestelltes Material können Sie als Sprechstundenbedarf abrechnen (Rechnungsdatum frühestens 26. März 2020, Lieferdatum spätestens 10. Juni 2020) – selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass Sie als Praxis überhaupt Sprechstundenbedarf abrechnen können und dürfen. Ihre bereits bezahlte Originalrechnung reichen Sie gemeinsam mit einem korrekt und vollständig ausgefüllten unterschriebenen Sprechstunden­bedarfsrezept (Muster 16), einem Zahlungsnachweis und Ihrer Bankverbindung ein: 

AOK Baden-Württemberg
Servicestelle Arzneimittelabrechnung und -prüfung
Schorndorfer Straße 32
71332 Waiblingen 

Nur für folgende Schutzausrüstung werden die Kosten im Zusammenhang mit COVID-19 über Sprechstundenbedarf zurückerstattet:

  • OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz)
  • partikelfiltrierende Atemschutzmasken, sog. Filtering Face Pieces – FFP (Schutzstufe FFP2; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, z. B. Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können)
  • langärmelige, mindestens flüssigkeitsabweisende Schutzkittel mit Rückenschluss und Abschlussbündchen an den Armen (z. B. nach DIN EN 14126:2004-01)
  • Schutzbrillen

Kommen die Unterlagen später als drei Monate nach Ende des Lieferungsquartals dort an, zahlt die AOK nicht!

Rechnungen vor 26. März: Materialkosten auf Namen des Patienten

Rechnungen für Schutzausrüstung mit Datum vor dem 26. März 2020 können Sie patientenbezogen als Materialkosten abrechnen (außer Schutzbrillen), wenn der Fall mit der Pseudo-GOP 88240 gekennzeichnet ist – ausnahmsweise und nur bei wirtschaftlichem Bezug. Sonstige Materialien (z. B. Einmalhandschuhe, Hände- und Flächendesinfektionsmittel) sind mit den Praxiskosten abgegolten.

Material nur für GKV-Patienten

Die über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abgerechnete Schutzausrüstung darf ausschließlich für gesetzlich krankenversicherte Patienten (GKV-Patienten inklusive Selektivfälle) verwendet worden sein.

Dokumente zum Download

Bestellanfrage Schutzausrüstung

Direktkontakt

Auskunft zu Sprechstundenbedarf
0711 7875-3660
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr
Praxisservice
0711 7875-3300
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Ja. Der Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 ist ab 8. Mai 2020 unter bestimmten Voraussetzungen GKV-Leistung. 

Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörpernachweise zur Verfügung. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Verlanlasser und Laborarzt kennzeichnen solche Tests mit der Ziffer 88240, sodass alle Leistungen extrabudgetär honoriert werden. Der Antikörpertest selbst ist als „Ähnliche Untersuchung“ mit der GOP 32641 abrechenbar. Die Laborausnahmeziffer 32006 kann in diesem Fall nicht eingetragen werden.

(siehe News-Meldung SARS-CoV-2: Antikörpertest als GKV-Leistung).

Eine Pflicht, sich zu testen zu lassen, gibt es nicht. Deshalb ist vor einer Testung eine Einwilligung der zu testenden Person einzuholen. Sie klären darüber auf, wie der Test abläuft, und was mit der Probe passiert. 

Bei Patienten, die nicht zu Ihrem Patientenstamm gehören, ist darüber hinaus eine Information über die Datenweitergabe erforderlich. 

Einwilligung – Corona-Test bei asymptomatischen Personen 

So gehen Sie vor:

  1. mündlich aufklären und Einwilligung zum Test einholen
  2. über die damit verbundene Datenverarbeitung informieren (Datenschutz-Information siehe unten zur Verfügung stellen)
  3. Einwilligung zur Datenverarbeitung einholen:
    1. schriftlich (z. B. unsere Mustervorlage siehe unten unterschreiben lassen und aufbewahren) oder
    2. mündlich und dann die Zustimmung in Ihren Unterlagen dokumentieren

Informationsblatt & Einwilligungserklärung Datenschutz

War der Patient bisher noch nie in der Praxis, hält er seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (Bezeichnung der Krankenkasse; Name, Vorname und Geburtsdatum des Versicherten; Versichertenart; Postleitzahl des Wohnortes; Versichertennummer) erheben kann. Der Patient bestätigt zudem mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes. Am Telefon fragt das Praxispersonal diese Daten ab.

Ist der Patient der Praxis bekannt, findet im aktuellen Quartal jedoch ausschließlich telefonischer Kontakt statt, übernehmen Sie die Versichertendaten aus der Patientendatei.

Hinweis zu den TI-Sanktionen: Bei der Videosprechstunde oder reinem Telefonkontakt ist nach heutigem technischen Stand kein Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) möglich. Aktuell gibt es (noch) keine Ausnahmeregelung für das VSDM in Corona-Zeiten. Das bedeutet, dass die VSDM-Pflicht bei Patienten, die in die Praxis kommen, weiterhin besteht. Das Thema ist derzeit auf Bundesebene in Beratung. Um Honorarkürzungen zu entgehen, sollten sie daher darauf achten, mindestens einen VSDM-Prüfnachweis in Ihrer Quartalsabrechnung zu haben.

Nein. Es besteht keine Möglichkeit, Hände- und Flächendesinfektionsmittel über Sprechstundenbedarf (SSB) oder Materialkosten abzurechnen. Diese Kosten sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten.

Nein, da Schutzbrillen in der Regel nach Desinfektion/Sterilisierung wiederverwendbar und deshalb mit den Praxiskosten abgegolten sind.

Eine Ausnahmeregelung (gültig: 26. März 2020 vorläufig bis zum 10. Juni 2020) ermöglicht Schutzbrillen für die Diagnostik und Behandlung von COVID19-Verdachtsfällen als Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen (mehr erfahren »).

Nein, sofern zur Vermeidung einer Ansteckung mit COVID-​19 geboten, müssen in ein DMP eingeschriebene Patienten derzeit nicht zu Untersuchungen in die Praxis kommen oder an Schulungen teilnehmen. Die ärztliche Dokumentation von Untersuchungen ist für das erste bis dritte Quartal 2020 nicht erforderlich, sofern die Daten nicht durch telemedizinischen Kontakt erhoben werden können.

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Diagnoseschlüssel: U07.1 G für COVID-19-Fälle, bei denen das Virus labordiagnostisch nachgewiesen wurde. Mit dem Kode U07.2 G werden ab dem zweiten Quartal die COVID-19-Fälle kodiert, bei denen eine klinisch-epidemiologische COVID-19-Infektion diagnostiziert wurde, die nicht durch einen Labortest nachgewiesen ist. 

Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.  

Kodes ab 1. April 2020

U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen:

ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.  

U07.2  COVID-19, Virus nicht nachgewiesen:

ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen COVID-19 klinisch-epidemiologisch bestätigt ist und das Virus nicht durch Labortest nachgewiesen wurde oder kein Labortest zur Verfügung steht. 

Nur Zusatzkennzeichen „G”

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G” (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Zusätzlicher Kode ab 1. Juni 2020

U99.0  COVID-19, negativer Corona-Tests bei symptomfreien Personen:

Für die Kodierung von nicht kurativen Corona-Tests bei symptomfreien Personen gibt es seit 1. Juni einen dritten ICD-Kode im Zusammenhang mit Corona. Mit dem Kode U99.0 G sollen Ärztinnen und Ärzte die Fälle erfassen und spezifisch kennzeichnen, bei denen keine Symptome für eine Infektion mit SARS-CoV-2 bestehen, jedoch ein entsprechender Labortest durchgeführt wurde und dessen Ergebnis negativ ausfällt.

Analog zu den beiden anderen Kodes muss die U99.0 immer zusätzlich zu einem weiteren ICD-Kode verschlüsselt werden, beispielsweise als erste Diagnose die Z11 G – also „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten“.

Nein, der Schnelltest ist nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung.

Kennzeichnen Sie alle (Verdachts-)Fälle – je Behandlungstag – mit der Ziffer 88240 (Pseudo-GOP) zusätzlich zu den durchgeführten Leistungen als „in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht“ (gilt sowohl für Hausärzte als auch für Laborpraxen oder gegebenenfalls weitere Fachgruppen). Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Letzte Aktualisierung: 12.08.2020