Affenpockenvirus

RKI stellt Informationsangebot bereit

Im Mai 2022 sind in Deutschland erste Fälle von Affenpocken aufgetreten. Auch in Baden-Württemberg ist nun der erste offizielle Fall einer Affenpockenvirus-Infektion gemeldet worden. Nach derzeitigen Erkenntnissen findet eine Übertragung des Erregers nur bei engem Kontakt statt. Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Landes­gesund­heitsamt Baden-Württemberg schätzen eine Gefährdung der Gesundheit der breiten Bevölkerung als gering ein.

Affenpocken-Themenseite beim RKI

Auf einer eigenen Übersichtsseite stellt das RKI neben einem FAQ-Katalog u. a. eine Orientierungshilfe für Ärzte zu Verdachtsabklärung und Maßnahmen bei Affenpocken (Flussschema), Empfehlungen zu Infektionsschutz- und Hygiene­maßnahmen beim Umgang mit Infizierten und Kontaktpersonen sowie Hinweise zur Diagnostik, Therapie und Schutzimpfung zur Verfügung:

Impfung gegen Affenpocken

Der Affenpocken-Impfstoff Imvanex steht aktuell nur in geringen, vom Bund beschafften Mengen zur Verfügung. In Baden-Württemberg übernimmt das Land die weitere Verteilung des Impfstoffs. Das Land hat aus diesem Grund vorrangig HIV-/PrEP-Praxen als Impfstellen benannt (mehr erfahren »). Geimpft werden zunächst die besonders gefährdeten Personengruppen, für die die STIKO eine Impfung gegen die Affenpocken empfiehlt (STIKO-Impfempfehlung). Bislang ist die Affenpocken-Impfung nicht Teil der Schutzimpfungs-Richtlinie und der vertragsärztlichen Versorgung.

Abrechnungshinweis

Für den Nukleinsäurenachweis des Affenpockenerregers aus Haut- oder Schleimhautläsionen ist die Pseudo-GOP 88740 in den EBM aufgenommen worden (rückwirkend zum 1. Juni und befristet bis zum 30. September 2022). Diese ist nur berechnungsfähig von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (Bewertung: 19,90 Euro/höchstens drei Mal im Behandlungsfall).

Das Affenpockenvirus gehört in Deutschland zur Risikogruppe 3. Der Umgang mit vermehrungsfähigem Virus ist daher nur in Laboren ab der Biologischen Schutzstufe 3 möglich (z. B. im Konsiliarlabor für Pockenviren des RKI).

Letzte Aktualisierung: 31.08.2022