Warnung vor aggressiven Anbietern von Schutzausrüstung

Qualität der angebotenen Ware und Zertifikate sind oft zweifelhaft

Der KVBW ist inzwischen von mehreren Seiten bekannt, dass Anbieter von Schutzausrüstung mit aggressiven Verkaufsmethoden an Sie, unsere Mitglieder, herantreten. Die Berufsverbände, welche die Ärzte bei der Materialbeschaffung tatkräftig unterstützt haben, sind hiervon explizit ausgenommen! Die Bandbreite geht hierbei von penetranten Telefonanrufen, reißerischen und zum Teil unwahren Aussagen sowie Texten bis hin zum Versand von Schutzmaterial ohne jeden Auftrag. In diesem Zusammenhang wurde auch wiederholt Bezug auf die angeblich mangelhafte Qualität der von der KVBW zur Verfügung gestellten Schutzausrüstung genommen.

Die Anbieter selbst wollen „lediglich helfen”, bieten angeblich „sehr gute und geprüfte Qualität”, berechnen allerdings meist weit über dem Marktpreis liegende Preise und verweisen auf Möglichkeiten zur Abrechnung der Kosten als Sprechstundenbedarf.

Inwiefern die angebotene Ware den Qualitätsanforderungen entspricht, wird jedoch nicht belegt bzw. müsste einer Echtheitsprüfung unterzogen werden, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass die zur Verfügung gestellten Zertifikate gefälscht sind. Das Schnellinformationssystem der EU zum Verbraucherschutz RAPEX geht sogar von einer generellen Fälschung oder Ungültigkeit der am Markt verfügbaren Zertifikate aus. Aus diesem Grund hat sich die KVBW von Anfang an nicht auf die Vorlage von Zertifikaten verlassen und prüft sämtliche Atemschutzmasken. Die vom verantwortlichen Bundesministerium für Gesundheit bereitgestellten FFP2-Masken werden nach eigener Aussage seit dem 7. April 2020 ebenfalls „grundsätzlich” geprüft.

Ergebnis der Qualitätsprüfung gilt nur für von der KVBW abgenommene Warensendungen

Die durch die KVBW selbst beschafften FFP2-Masken werden auf der Grundlage von Stichprobenentnahmen einer eingehenden Qualitätsprüfung unterzogen. Auch das darüberhinaus gehend beschaffte Schutzmaterial wird eine Sichtkontrolle unterzogen.

Das Prüfergebnis gilt damit nur für die von der KVBW abgenommenen Warensendungen und ist nicht allgemeingültig, da jede Charge einer Produktion eine andere Qualität aufweisen kann.

Die KVBW hat selbst etwa eine halbe Million (!) Masken, die ihr geliefert wurden, wieder zurückgegeben, weil sich im Zuge der Prüfung gezeigt hat, dass sie nicht den Anforderungen entsprechen (mehr erfahren »). Aus diesem Grund wurden wir bereits mehrfach gebeten, die gegenüber Ärzten angebotene Ware Dritter einer Qualitätsprüfung zu unterziehen. Leider ist die KVBW mit der Qualitätsprüfung der eigenen Warenanlieferungen unter Mithilfe von auswärtigen Instituten personell an der Kapazitätsgrenze, sodass die zusätzliche Prüfung von einzelnen Klein- und Kleinstmengen nicht zu leisten ist.

Die Entscheidung ob und von wem Sie zusätzlich zu der von der KVBW bereitgestellten Schutzausrüstung weiteres Schutzmaterial beziehen, bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen. Das Risiko im Hinblick auf die Erfüllung der Qualitätsanforderungen obliegt Ihnen.

Informationen zu den Abrechnungsmöglichkeiten von Schutzausrüstung finden Sie hier: