Verordnung von Arzneimitteln und ambulanten Leistungen

Befristete Corona-Sonderregelungen vom G-BA zum großen Teil verlängert

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat einen großen Teil seiner befristeten Corona-Sonderregelungen zur Verordnung von Arzneimitteln und ambulanten Leistungen – wie beispielsweise Heilmittel, Hilfsmittel und häusliche Krankenpflege – bis zum 30. Juni 2020 verlängert und angepasst. Für einige weitere Ausnahmeregelungen in diesem Bereich stellte der G-BA klar, dass die Geltungsdauer mit der Entscheidung des Deutschen Bundestages zur Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite und der damit verbundenen Regelungskompetenz des Bundesministeriums für Gesundheit verknüpft ist.

Telefon-AU endet

Die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Telefon-AU) läuft jedoch zum 31. Mai 2020 aus. Daran hält der G-BA fest. Ab kommender Woche müssen Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege wegen einer Krankschreibung wieder in die Arztpraxis kommen.

Sonderregelungen bis 30. Juni 2020 verlängert: 

  • Arzneimittelrezepte sowie Folgeverordnungen von Heil- und Hilfsmitteln, von Krankenfahrten und häuslicher Krankenpflege auch nach telefonischer Anamnese 
  • rückwirkende Folgeverordnung häuslicher Krankenpflege für bis zu 14 Tage
  • keine 3-Tages-Frist zur Ausstellung der Folgeverordnung
  • Hilfsmittelversorgung kann später als 28 Tage nach Verordnung aufgenommen werden 
  • Heilmittelverordnungen bleiben gültig, auch wenn Behandlung später als nach 14/28 Tagen beginnt oder für einen längeren Zeitraum unterbrochen wird 
  • Krankentransporte zur ambulanten Behandlung weiterhin ohne Genehmigung der Krankenkasse (bei COVID-19-Erkrankten oder Versicherten unter behördlicher Quarantäne)
  • für Versicherte: Frist zur Vorlage der Verordnung zur Genehmigung bei der Krankenkasse bleibt auf 10 Tage erweitert (betrifft: Häusliche Krankenpflege, Soziotherapie, SAPV)

Keine Sonderregelungen mehr ab 1. Juni 2020: 

  • Feststellung der Arbeitsunfähigkeit per Telefon nicht mehr möglich 
  • Erstverordnung häuslicher Krankenpflege nicht mehr individuell für länger als 14 Tage möglich 
  • Krankenbeförderung: Verordnungen von Fahrten zur vor- oder nachstationären Behandlung wieder mit Fristen von 5 Tagen vor und 14 Tagen nach der stationären Behandlung