TSVG: Neue Details zu den extrabudgetären Leistungen

Aktualisierte Abrechnungshinweise nach Einigung auf Bundesebene

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) ist fast zwei Monate in Kraft, jetzt steht fest, was Ärzte beachten müssen, um TSVG-Fälle extrabudgetär bezahlt zu bekommen, und welche Arztgruppen an den einzelnen Regelungen partizipieren können. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben im Bewertungsausschuss Details zu den verschiedenen TSVG-Konstellationen festgelegt. Unser Merkblatt zum Terminservice- und Versorgungsgesetz haben wir daraufhin aktualisiert, um Sie darüber zu informieren, was spezifiziert und geändert wurde.

TSVG-Konstellationen mit extrabudgetärer Vergütung sind:

  • Terminvermittlung durch die Terminservicestellen:
    • TSS-Terminfall
    • TSS-Akutfall (ab 1. Januar 2020)
  • Terminvermittlung durch den Hausarzt beim Facharzt (HA-Vermittlungsfall)
  • offene Sprechstunde
  • Behandlung neuer Patienten

TSVG-Fälle richtig kennzeichnen

Damit wir als KV in der Abrechnung überhaupt erkennen können, dass bestimmte Leistungen extrabudgetär zu bezahlen sind, ist es unabdingbar, dass Sie TSVG-Fälle in Ihrer Praxissoftware kennzeichnen. Das betrifft zum einen die Zusatzkennungen der Scheine. Die Pseudo-GOP 99873 mit jeweiliger Buchstabenkennung finden Sie bereits in den GOP-Stammdaten Ihres PVS:

  • 99873T („T“ wie Terminservicestelle)
  • 99873H („H“ wie Hausarzt)
  • 99873O („O“ wie offene Sprechstunde)
  • 99873E („E“ wie Erstpatient)

Zum anderen sind die jeweiligen EBM-Ziffern anzugeben, die momentan noch nicht endgültig feststehen.

Welche Fachgruppen partizipieren

Die offenen Sprechstunden gelten für:

  • Augenärzte
  • Chirurgen
  • Gynäkologen
  • HNO-Ärzte
  • Hautärzte
  • Kinder- und Jugendpsychiater
  • Orthopäden
  • Urologen sowie
  • Neurologen, Nervenärzte, Neurochirurgen und Psychiater. 

Von der Neupatientenregelung ausgenommen:

  • Nuklearmedizin
  • Radiologie
  • Strahlentherapie
  • Anästhesisten (außer Schmerztherapie)
  • Humangenetiker
  • Laborärzte
  • Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen
  • Pathologen

Arztgruppenfall: Wichtig für BAG und MVZ

Wo bisher „Behandlungsfall“ stand, findet sich in der überarbeiteten Version unseres Merkblatts der Begriff „Arztgruppenfall“, denn die extrabudgetäre Vergütung des TSVG gilt jeweils für eine Arztgruppe und ein Behandlungsquartal. Damit ist es bei einer BAG oder einem MVZ unerheblich, welcher Fachkollege derselben Arztgruppe innerhalb der Praxis den Patienten behandelt.  Für Neupatienten in BAGs gilt ebenfalls der Arztgruppenfall. Gibt es verschiedene Fachrichtungen in einer BAG, gilt der Patient bei maximal zwei verschiedenen Arztgruppen als Neupatient, zum Beispiel einmal beim Augenarzt und einmal beim Hausarzt.

Achtung: Bereinigung im ersten Jahr

Mehrarbeit lohnt sich im maßgeblichen Bereinigungszeitraum nur bedingt, denn die extrabudgetär vergüteten Fälle schmälern das praxisindividuelle Regelleistungsvolumen (RLV) – zeitlich begrenzt auf vier Quartale.

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