STIKO empfiehlt HPV-Impfung auch für Jungen

Leistungspflicht der Krankenkassen erst nach Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie gegeben

Seit Ende Juni empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) auch für Jungen. Eine Impfung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen ist erst nach Aufnahme der Empfehlung in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) möglich. Dies ist bislang nicht erfolgt.

Gibt die STIKO eine neue Impfempfehlung heraus, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) drei Monate Zeit darüber zu entscheiden, ob die Änderung in die SI-RL aufgenommen wird oder nicht. Der Änderungsbeschluss wird nachfolgend dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgelegt, das innerhalb von zwei Monaten den Beschluss beanstanden kann. Bei Nichtbeanstandung des Beschlusses durch das BMG tritt die Änderung der SI-RL am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Die STIKO empfiehlt in Analogie zur HPV-Impfung bei Mädchen, Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen HPV zu impfen. Eine Immunisierung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Die Impfung kann zwischen 15 und 17 Jahren nachgeholt werden. Das Ziel der HPV-Impfung ist für beide Geschlechter gleich: Die Krankheitslast durch HPV assoziierte Tumoren soll reduziert werden.