RKI aktualisiert Flussschema und Falldefinition

Kriterien zur Verdachtsabklärung neu gefasst

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Dienstagmittag sein Flussschema sowie die Falldefinition zum Coronavirus SARS-CoV-2 angepasst und damit die Kriterien, bei welchen Patienten ein Labortest auf das neuartige Coronavirus durchgeführt werden sollte. Es sollen nur Personen mit Symptomen auf das Coronavirus getestet werden, insbesondere solche, die zu einer Risikogruppe gehören.

Das Flussschema dient als Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte zur Abklärung eines Verdachts auf COVID-19. Es enthält Hinweise zu Hygiene, Meldung und Diagnostik sowie zur weiteren Vorgehensweise bei einem laborbestätigten COVID-19-Fall.

Kriterium Risikogebiet entfällt

Zu den Fällen, die weiterhin labordiagnostisch abgeklärt werden, gehören Personen mit akuten respiratorischen Symptomen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten. Der Aufenthalt in einem Risikogebiet spielt dabei keine Rolle mehr.  

Ferner soll ein Test erfolgen, wenn es klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie gibt.   

Test für symptomatische Praxismitarbeiter

In den Empfehlungen werden jetzt auch Beschäftigte in Arztpraxen, im Pflegebereich und Krankenhaus besonders berücksichtigt. Dort Tätige müssen bei akuten respiratorischen Symptomen auf das SARS-CoV-2 getestet werden.

Die klinisch-epidemiologischen Kriterien sind in dem Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen“ des Robert Koch-Institutes (RKI) aufgeführt. Das Schema beschreibt Schritt für Schritt, wie Ärzte vorgehen sollen – vom Erstkontakt bis ambulanten beziehungsweise stationären Behandlung. Es dient als Orientierungshilfe.

Meldepflicht von begründeten Verdachtsfällen

Die neuen Test-Kriterien spiegeln sich auch in Änderungen für die Meldepflicht von begründeten Verdachtsfällen. Ein begründeter Verdacht liegt danach in diesen beiden Fällen vor:

  • bei Personen, die akute respiratorischen Symptome zeigen und in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten
  • bei Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie, die im Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus auftritt, in der die Person sich aufhält oder aufgehalten hat.

Ärzte müssen alle begründeten Verdachtsfälle an das Gesundheitsamt melden sowie alle bestätigten Infektionen.

Hinweise zur Verdachtsabklärung  

Die KBV hat ihre Praxisinformation zur Verdachtsabklärung ebenfalls aktualisiert. Darin ist auf zwei Seiten dargestellt, wie Ärzte vorgehen können, wenn sich ein Patient mit Verdacht auf eine Coronavirusinfektion telefonisch bei ihm meldet oder wenn er unangemeldet in der Praxis erscheint.