Neuartiges Coronavirus 2019-nCoV aus China

Ab sofort Meldepflicht sowie neue Laborziffer für Virusnachweis

Für Ärzte gilt seit dem 1. Februar 2020 eine Meldepflicht für das neue Coronavirus 2019-nCoV. Das sieht eine Eilverordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn vor, die zunächst für ein Jahr gelten soll.

Die neue namentliche Meldepflicht beim örtlichen Gesundheitsamt umfasst Verdacht, Erkrankung sowie Tod in Bezug auf eine 2019-nCoV-Infektion. Sie gilt auch dann noch, wenn die Meldung bereits erfolgt war oder wenn ein Verdacht ausgeschlossen werden konnte. Gemeldet werden müssen und sollen jedoch nur solche Fälle, die der Falldefinition des Robert-Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

Neue GOP für Labornachweis im Verdachts- oder Erkrankungsfall

Außerdem können Ärzte ab sofort bei bestimmten Patienten einen Labornachweis des Virus zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) anfordern. Dazu hat die Selbstverwaltung die neue Labor-GOP 32816 beschlossen (Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus).

Die Laborleistung kann jedoch nur für Patienten angefordert werden, die nach der Definition des RKI ein Verdachts- oder Erkrankungsfall sind. Abrechnen können die Leistung Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie. Die Vergütung erfolgt zunächst extrabudgetär. Sie belastet nicht das Laborbudget der anfordernden Ärzte (bei Angabe der Laborausnahme-Kennnummer 32006 für meldepflichtige Erkrankungen).

KBV und GKV-Spitzenverband haben zudem vereinbart, dass Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem 2019-nCoV nachgewiesen wurde, mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen sind.

Robert-Koch-Institut bietet exzellente Informationen

In Bayern sind bereits die ersten bestätigten Fälle einer Infektion mit dem Corona-Virus aufgetreten. Wenngleich das Infektionsrisiko gering ist, können wir auch in Baden-Württemberg nicht ausschließen, dass ein Fall auftritt.

Das RKI erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung ein. Für den Umgang mit möglichen Erkrankten in Deutschland stellt das RKI auf seiner Homepage Informationen und Empfehlungen für Ärzte und Kliniken zur Verfügung, die kontinuierlich aktualisiert werden, unter anderem ein Flussschema zur Verdachtsabklärung.